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Live-Blog zur Rekord-Fahrt des Stratos-Ballons

14. Oktober 2012

Die besten Standbilder des großen Stratosphären-Sprungs

sind zwei Tage danach im Red-Bull-Pool für Pressebilder eingestellt worden: 35 Kameras waren insgesamt im Einsatz. Und dieser neue Video-Clip von Red Bull enthält (auch) neue spektakuläre Aufnahmen weiterer Kameras auf Baumgartner! Und eine Mini-Doku ist auch schon fertig. [15:25 MESZ] Baumgartners Abschied von Roswell, warum er nicht verglühte und was das alles dem Sponsor gebracht hat – plus ein abgehobenes Essay und ein Cartoon. [20:50 MESZ am 16. Oktober – ENDE. NACHTRÄGE: ein Bild von Stratos vom Hobby-Ballon aus aus großer Distanz (mehr Bilder mit „Weiter“), ein TV-Bericht darüber, der Stratos-Ballon wieder am Boden, noch ein paar Bilder mehr, wesentliche Zahlen, eigene Berichte vom Debriefing und der Bergung von Kapsel und Ballon und Artikel zu Kittingers Gedanken, was das alles soll und dem Marketing-Aspekt]

Da fliegt er … ein Foto von der Kapsel aus nach dem Absprung ist gerade im Red Bull Content Pool für Medien-Nutzung aufgetaucht, hier etwas kontrastverstärkt, da die Linse beschlagen war. Und Baumgartner lässt wissen, dass er die letzte Nacht 4 Stunden geschlafen hat – und dass nun Schluss ist. [18:35 MESZ] Noch mehr Scherze – und Cat Content … [19:30 MESZ] … und wie schnell war er gleich noch mal? Plus fünf frühere „daredevils who helped science“. [23:10 MESZ am 15. Oktober] U. Walter gerade im RTL Nachtjournal: Dass Baumgartner beim Erreichen von Mach 1 nichts spürte, ist ein überraschendes wissenschaftliches Ergebnis. [0:05 am 16. Oktober] Wie, das war nicht so groß wie die Mondlandungen? [2:00 MESZ] Was, doch keine Wissenschaft? [2:45 MESZ] Wie, doch cool? [4:20 MESZ]

Ein Stück aus Baumgartners ChestCam-Video mit völlig unpassender Musik anstelle des österreichischen Kommentars, die wohl suggerieren soll, dass in der Stratosphäre wild rum zu torkeln ein Riesenspaß sei … [NACHTRÄGE: Das grausliche Musik-Video gegen die Originalfassung ausgetauscht; andere musikalische Schnittversionen hier und hier]. Auch ein Interview mit einem Physiker. [17:45 MESZ] Bis zur amtlichen Anerkennung der Rekorde kann es übrigens noch Monate dauern. [18:20 MESZ]

Ein neues (Video-)Standbild vom Absprung ist soeben veröffentlicht worden – häppchenweise streut Red Bull jetzt die optischen Goodies aus … [4:05 MESZ] Und die Tagesschau versucht’s nochmal (vgl. 22:30 MESZ am 14.10.). [4:20 MESZ] Zu dumm, dass der Sprung ungültig war: Baumgartner ist übergetreten! [NACHTRAG: erstaunliche Nachwirkungen dieses Juxes …] Die NSS feiert trotzdem; weitere Visuals sind in den vergangenen 12 Stunden weder hier noch hier noch hier aufgetaucht, weitere Artikel hingegen hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [16:15 MESZ] Ein kurzes aber heftiges Video aus Sicht Baumgartners ist aufgetaucht, auch hier und hier! [16:30 MESZ]

Ein hektisches Highlights-Tape des Sprungs aus dem Hause Red Bull – alles in 1:30, oft zeitgerafft – scheint auch ein paar Sekunden neues Material aus der Stratosphäre zu enthalten …

… und es gibt auch erste Standbilder von Kameras in der Kapsel, wie dieses vom Verlassen derselben auf 39 km Höhe. [3:40 MESZ] Die Nutzlast des anderen Ballons nach der Bergung: Eine Festplatte darin sollen tausende Fotos – auch von Stratos? – enthalten. [3:55 MESZ]

Na endlich ein ordentlicher Mitschnitt des kompletten Sprungs [NACHTRAG: Die Servus-TV-Version (Sprung um 4:02, Landung um 13:04) ausgetauscht]. Und noch jede Menge Screeshots mehr. [0:15 MESZ] Na sieh an, da hat ja gestern noch ein Promi die Schallmauer durchbrochen … [0:40 MESZ. NACHTRÄGE: mehr und mehr dazu] Mehr Artikel zum anderen hier, hier, hier, hier und hier. [1:00 MESZ] Der komplette Sprung dauerte übrigens 9 Minuten und 3 Sekunden. Und dann war da noch ein Hobby-Ballon, der gleichzeitig startete – und dann von Stratos-Leuten geborgen wurde. Ob es damit gelang, Stratos aus der Luft auf zu nehmen, ist (diesem Blogger jedenfalls) nicht klar. [2:30 MESZ]

Das bislang beste Bild von Baumgartner vor diesem Sprung: aus dem Videostream gegrabbt vom FreiZeit-Tiger, weiter prozessiert von diesem Blogger – und die leere Kapsel danach. Na ja, und gescherzt wird über den Sprung natürlich auch schon … [23:20 MESZ am 14. Oktober] Allerlei Pool-Fotos aus Roswell, gelandet wird auf der 2. Seite – wobei man kaum glauben mag, dass der da gerade in 39 km Höhe ausgestiegen ist … [0:00 MESZ am 15. Oktober]

Erklären was passierte: schwieriger als der Sprung …?

Die Headline-Dichter der Tagesschau haben es erst so und dann so versucht, aber irgendwie passt’s immer noch nicht … während gleich hier eine Pressekonferenz beginnt! [22:30 MESZ. NACHTRAG: Komplett-Mitschnitt] Dort gab’s als erstes die – vorläufigen – Zahlen: Baumgartner sprang in 39’045 Metern (128’100 ft) Höhe ab und fiel 4 Minuten und 20 Sekunden ohne Bremsschirm, wobei er vertikal 36’529 Meter (119’846 ft) zurücklegte – und dabei eine Spitzengeschwindigkeit von 373 m/s = 1342.8 km/h erreichte. Was Mach 1.24 entspricht! Das Durchbrechen der Schallmauer spürte er kein bisschen in seinem Druckanzug – er hatte kein Gefühl für die Geschwindigkeit. [22:45 MESZ]

Kittinger, Baumgartner und Thompson auf der PK. Letzterer – der technische Projektleiter – nennt Baumgartner einen „exzellenten Testpiloten“: Durch seine Erfahrungen mit sauberem Absprung, Taumeln und Stabilisierung habe er viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. [22:55 MESZ]

Kittinger (l.) grüßt all diejenigen ‚Experten‘, die vorausgesagt hatten, Baumgartner (r.) würde es beim Durchbrechen der Schallmauer zerreißen: großes Gelächter im Saal, Ende der Übertragung weil der Satellit nur bis 23:00 MESZ gemietet war. Wegen der geringen Luftdichte war der Nicht-Effekt allerdings wohl zu erwarten. [23:05 MESZ]

Ist dieses geniale Foto von diesem Sprung? Dieses animated GIF ist es jedenfalls. [21:10 MESZ. NACHTRAG: Das Standbild ist vom Testsprung im März aus ’nur‘ 21.8 km Höhe – trotzdem schön] In einem Exklusiv-Interview mit Servus TV [NACHTRÄGE: Aufzeichnung, auch früher einsetzend] erzählt Baumgartner gerade, dass sie die Fahrt beinahe abgebrochen hätten, weil seine Visier-Heizung nicht funktionierte! [21:11 MESZ] Und das Taumeln, in das er geriet, war „richtig violent“, er glaubte an einem Punkt, er werde das Bewusstsein verlieren: „Es war um einiges schwieriger wie alle angenommen haben.“ [21:29 MESZ] Drei Mitschnitte des Sprungs hier, hier und hier, keiner besonders gut. Aber diese 2 Minuten aus der BBC-Übertragung! [21:59 MESZ] Und ein Foto eines Amateurastronomen vom Ballon – aus 396 km Entfernung. [22:13 MESZ]

Baumgartners Rekordsprung ein sensationeller Erfolg!

Er ist gesprungen, er geriet schwer ins Trudeln, er stabilisierte seinen freien Fall, er zog die Leine. ohne Kittingers Rekord für den längsten Freifall zu brechen (vielleicht wegen der Trudelprobleme, vielleicht Ärger mit dem Visier), und er schwebte Minuten später punktgenau zu Boden, wo er stehend landete – links auch noch die Kapsel am Schirm. Jetzt kann man wieder atmen … [20:25 MESZ] Inofffiziell hat Baumgartner drei Rekorde in der Tasche, insbesondere sein „Belly Recorder“, der sofort nach der Landung einkassiert wurde, muss aber noch ausgewertet werden. Und seine Kapsel ist in diesem Augenblick auch sanft gelandet. [20:40 MESZ] Erste Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und U. Walter glaubt, dass er die Schallgeschwindigkeit um 15% überschritten haben sollte. [21:05 MESZ]

Der Blick nach unten aus 125’000 Fuss Höhe, und der Ballon nähert sich bereits 39 km Höhe, steigt wieder schneller. [19:47 MESZ] 15 Minuten bis zum Sprung! [19:49 MESZ] U. Walter im Servus-TV-Studio ist sich bei der Höhe jetzt – 39.0 km – und den anderen Parametern völlig sicher, dass Baumgartner Mach 1 erreichen wird, egal wie er springt. [19:55 MESZ] Der Blick aus 39 km Höhe – und diese Marke wurde soeben überschritten. [20:00 MESZ] Die Ballonhöhe schwankt immer wieder um 39 km, der Druck in der Kapsel wird bereits abgelassen. [20:03 MESZ]

Baumgartner jetzt der höchste Ballonfahrer aller Zeiten!

Soeben hat er den bestehenden Rekord geknackt [NACHTRAG: Aufzeichnung der Momente] – und der Ballon, der sich 35 km Höhe nähert, ist schon ganz schön rund geworden. [19:34 MESZ. NACHTRAG: Aber amtlich ist der Rekord erst nach der Rückkehr]

Im Servus-TV-Studio spekulieren die Experten bereits, dass Baumgartner noch in 38 bis 39 km Höhe steigen könnte, bevor er springt. [19:37 MESZ] Blick auf die Erde aus 31 km Höhe; für die Horizontkrümmung ist aber v.a. die Fischaugenoptik verantwortlich. Und der Sprung wird vorbereitet! [19:43 MESZ] Schon über 37 km erreicht, die Minimalhöhe ist deutlich überschritten – das Erreichen von Mach 1 wird immer wahrscheinlicher. [19:45 MESZ]

Schon fast 30 km hoch ist der Ballon, der inzwischen (wieder) mit 5 m/s steigt (auch ein Bild in 25 km Höhe) und im Wind nach Westen fährt – der Kommentator von Servus TV insistiert, dass auch Stratosphärenballons nicht „fliegen“. [19:10 MESZ] 37 km könnten gegen 19:40 MESZ erreicht sein. Und der Punkt in 31 km Höhe, wo einst Kittinger ausstieg, wurde soeben passiert! [19:20 MESZ]

Schon 22 km hoch ist der Ballon gestiegen – und immer noch gut vom Boden aus zu sehen, auch wenn das Seeing manchmal das Bild verschleiert. Und die Kameras, die alles dokumentieren. [18:45 MESZ]

Und hier Bilder der Kapsel und des kompletten Enselmbles, von den nämlichen Spezialkameras erfasst. [18:50 MESZ] in RTL Aktuell hat die Reporterin aus Roswell erzählt, dass der Ballon so schnell aufgestiegen ist, dass der Absprung schon um 19:30 MESZ kommen könnte. Springen muss Baumgartner so oder so: In der Kapsel wieder zu landen, wäre selbst bei einem Abbruch zu riskant. [19:00 MESZ]

15 km Höhe sind bereits erreicht beim Aufstieg von Stratos, auch ein Bild aus 8 km Höhe. [18:15 MESZ] Und Bilder vom Start und aus 9 km Höhe in Full-HD-Auflösung! [18:25 MESZ] Baumgartner hat die „Armstrong-Linie“ passiert, über 20 km hoch. [18:40 MESZ]

Die große Reise des Felix Baumgartner hat begonnen!

Um 17:30 MESZ hat der Stratos-Ballon – nach vielen Wind-Verschiebungen zu guter Letzt sogar eine halbe Stunde früher als angekündigt – in New Mexico abgehoben: 5 Screenshots aus dem Webcast (ganz oben [NACHTRAG: durch eine Mini-Doku ersetzt]), als Kontrastprogramm Kittingers Sprung vor 52 Jahren unten. Einen überschwänglichen Webcast aus Österreich kann man hier verfolgen, einen Live-Ticker hat’s hier – und hier gibt’s disjunkte Meinungen, ob Baumgarnter die Schallmauer durchbrechen wird oder nicht. Wenn, dann auf den Tag genau 65 Jahre nach Yeagers erstem Durchbruch – welch ein Zufall! [17:45 MESZ]

Zum 3. Mal erfolgreich: Stratoballon sah STS-135!

10. Juli 2011

3 x Quest for Stars

NASA/Dick Clark

NASA/Bill Ingalls

Wie auch schon STS-133 im Februar und vor allem STS-134 im Mai ist es dem Projekt Quest for Stars auch beim allerletzten Shuttle-Start STS-135 gelungen, den aufsteigenden Shuttle von einem Stratosphärenballon aus zu beobachten (oben [NACHTRAG: das ursprüngliche erste Bild wurde durch eine bessere Version ersetzt und zwei spätere ergänzt; eine frühere und eine weitere Phase]): eine endlose Aufzeichnung des Starts des Ballons [NACHTRAG: und seine Landung], ein TV-Bericht (YouTube-Version) über die Aktivisten und ein Vorbericht (inkl. wüstem Trailer) über das Experiment; auch diesmal war aber wieder ’nur‘ eine ganz normale Ballonnutzlast – ohne kontrollierten Gleiter [NACHTRAG: von dem es bei diesem TV-Interview ein Modell zu sehen gibt] – im Einsatz. [NACHTRAG: Da hat noch wer von den Ballon-Freaks gehört …] Der Start der Atlantis wurde auch – mal wieder – von einem Passagierflugzeug [NACHTRAG: mehr Bilder hier und hier!] und einem Shuttle Training Aircraft (auch viertes Bild) fotografiert, während vom Erdboden aus neben dem unteren Bild u.a. auch diese, diese und diese Bilder entstanden.

29.8 km Höhe erreicht, verschollen im Sauerland – und dann doch ein Happy End

29. Juni 2011

Man kann zurecht über diejenigen lästern, die einen Ballonflug bis in 30 km Höhe schon für eine Art Raumfahrt halten – aber wer heute auf der Bundesgartenschau in Koblenz bei Start und Verfolgung des Ballons „K32001“ des Ortsverbands Mittelrhein K32 des Deutschen Amateur Radio-Clubs dabei war, der konnte sich eines gewissen Raumfahrt-Feelings nicht erwehren, Erinnerungen an Apollo 13 (Mission wie Film) inklusive. Der etwa vierstündige Flug war nach erster Einschätzung der Lage ein kompletter Erfolg: Mit 29’772 Metern wurde praktisch die maximal mögliche Höhe erreicht, der Ballon sendete Live-TV-Bilder (die allerdings am Startort nur begrenzt zu empfangen waren), und nach der Landung konnte er binnen einer Stunde wohlbehalten geborgen werden.

Pünktlich zu Beginn des von der Deutschen Flugsicherung freigegebenen Startfensters war der Ballon an der Festung Ehrenbreitstein um 12:02 MESZ frei gelassen worden und hielt dann 3 Stunden und 15 Minuten, bevor er in fast 30 km Höhe nahe Gummersbach zerplatzte. Der rasante Abstieg am Fallschirm war noch bis in 11 km Höhe zu verfolgen (Grafik: dunkelrote Abschnitte; der senkrechte rosa Strich ist der Rücktransport nach Koblenz), als die Funksignale plötzlich versiegten: Möglicherweise war die Elektronik vereist. Bange Minuten folgten: ohne Ortung keine Bergung der immerhin rund 1000 Euro teuren Nutzlast. Aber in 3 km Höhe meldete sich der APRS-Sender wieder, nunmehr in der Nähe der Sauerlandlinie A 45 bei Lüdenscheid, wo der Ballon schließlich kurz vor 16:00 MESZ landete. Wieder Spannung, und kurz vor 17:00 MESZ dann der erlösende Anruf: Die Verfolger-Teams hatten die Kapsel in Händen! An Bord auch ein Speicherchip mit – wie man hoffen darf – vielen scharfen Bildern von der gesamten Mission, die als „Champions League“ des Amateurfunks gilt. Impressionen spannender sechs Stunden:

Das Startgelände für den Ballon (links) und „Mission Control“ in einem Zelt rechts – zu ‚kontrollieren‘ war da natürlich nichts, aber hier liefen auf mehreren Computern die Bilder zweier Kameras an Bord des Ballons und seine Positionsdaten ein.

Die Hauptnutzlastkapsel mit viel spezialisierter Funktechnik, die z.T. direkt in den USA besorgt werden musste. Die eigentlichen Funkgeräte sind allerdings preiswerte chinesische.

Gruppenbild aller Beteiligten nebst farblich erkennbarer Vertreterin der BuGa.

Befüllen des Ballon mit Helium – das mit EUR 250 zu Buche schlug. Die Menge ist kritisch: genug für den Auftrieb, aber nicht zu viel, sonst platzt der Ballon schon in geringerer Höhe.

Der Fallschirm (normalerweise für die Rückkehr von Modellraketen benutzt): essentiell für eine weiche Landung der Nutzlast.

In der Mitte sichtbar ein improvisierter Radarreflektor, der sicher stellt, dass der Ballon auf dem Radar der Flugsicherung erscheint.

Panorama Minuten vor dem Start – die formelle Freigabe durch die Flugsicherung liegt vor, und das Wetter hält (im Gegensatz zu so mancher Prognose).

Die Reise beginnt: Die einzelnen Komponenten – Ballon, Fallschirm, Radarreflektor, große und kleine Nutzlast – werden der Reihe nach frei gelassen.

„Mission Control“: Auf den vorderen Monitoren beginnen die ersten Bilder via ATV (Amateur-TV mit echter Videorate) und SSTV (Slow-scan TV) ein zu laufen, auf den hinteren die GPS-Positionen des Ballons via APRS (Amateur Packet Radio Service).

Live-TV vom (noch nicht, aber bald) Stratosphärenballon „K32001“ aus relativ geringer Höhe! Auf dem unteren Bild (Ausschnitt) sind auch das Startgelände und der Eingangsbereich „E“ der BuGa zu erkennen, dahinter der Rhein. Die Originalbilder sollen HD-Qualität haben.

„Missionskommentator“ R.-D. Schlüsener mit dem ATV-Live-Bild, das leider etwa 10 Minuten nach dem Start immer verrauschter wurde und schließlich – noch vor Durchstoßen der Wolkendecke – abbrach: Die Antennen vor Ort auf der BuGa reichten nicht. Aber ein Amateurfunker bei Neuwied meldete später, natürlich per Funk, dass er mehrere Stunden ATV-Signale empfangen und 13 GB aufzeichnen konnte.

Das Slow-Scan-TV mit einem gering aufgelösten Bild (um 90° gedreht) alle paar Sekunden blieb dagegen noch länger erhalten und zeigte noch den Durchstoß durch die Wolken, bevor auch dieses Signal verloren war. Damit gab es nur noch die GPS-Positionen via APRS …

… die hier die nahezu maximale erreichte Höhe nach gut drei Stunden Flug dokumentieren. Gefolgt von rapide sinkenden Werten nach dem Platzen des Ballons, während sich sein Heading ständig verändert und er zeitweise 120 km/h schnell wird, während er durch unterschiedliche Luftschichten sinkt. In 11 km Höhe reisst die Funkverbindung nahe Kierspe ab …

… und kehrt in 3.4 km Höhe zur allgemeinen Erleichterung wieder zurück (das Hoffen auf ein Lebenszeichen erinnerte heftig an die Schlussszene von „Apollo 13“): Der Ballon ist viel weiter nördlich als beim letzten Signal und nähert sich nördlich von Lüdenscheid der A 45.

Die überquert er aber noch, um fast genau vier Stunden nach dem Start zu landen. Gleich drei Verfolgerteams sind ihm schon lange auf den Fersen, und es dauert noch eine weitere Stunde …

… bis K32-Chef Arno Herz – in dessen Keller der Ballon montiert worden war – den erlösenden Anruf von der Bergung des Ballons in Empfang nehmen kann. Exakt 5 Stunden nach dem Start und etwa ein Jahr nach dem Beginn des Projekts. NACHTRAG: Die Bilder auf der Speicherkarte der Bordkamera sind hervorragend! Auf der News-Seite von K32 läuft eine kleine Diashow mit Aufnahmen aus geringer Höhe – und der Blogger hat auch schon ein paar exzellente aus bis zu 20 km (mit Wolken und dunklem Himmel) gesehen: Bald soll es mehr im K32-BuGa-Blog geben, wo bereits in den Kommentaren zum letzten Artikel vor dem Start ein paar Updates stehen. NACHTRAG 2: der offizielle Flugbericht, mit vielen Bildern, auch von der Bordkamera!

Updates von anderen Stratosphärenballons vom Mai 2015

Von BTS-1 gibt es Unmengen von Aufnahmen der Bordkamera, den Track (mehr), einen weiteren Auftritt von Kommandantin Gummihuhn im NASM, weitere Blog-Berichte (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), eine Erwähnung in einem chaotischen Podcast (ab ca. Minute 25; zu ~60% ‚vorspulen‘) und einen neuen UStream-Channel für Folgeprojekte. (Derweil wurde der Organisator von BTS-1 in Russland mit absurden Vorwürfen konfrontiert, was er nicht auf sich sitzen lässt.) Ein weiterer deutscher Start fand in Worms [NACHTRAG: und weitere am Bodensee und in Röttingen] statt, während ein weiterer amerikanischer zu spektakulären Erdaufnahmen führte und es beim italienischen StratoSpera 2 Ergebnisse von den Fadenwürmern an Bord gibt sowie weitere Flug-Aufnahmen – und eine von StratoSpera 1 ist heute Earth Science Picture of the Day geworden. NACHTRAG: Und von Senatobia 1 gibt es noch Bilder aus der größten Höhe des Fluges. NACHTRAG 2: Während über einen deutschen Flug inzwischen das WDR-Fernsehen und 1LIVE berichteten.

Noch mehr Kuriosa aus der Amateur-„Raum“-Fahrt gefällig? Da gäbe es einen Mini-Raketenstart gefilmt aus einem ferngesteuerten Helikopter ziemlich nah an der Flugbahn – und den Teststart der Copenhagen Suborbitals von der Rampe aus gesehen. NACHTRAG: noch verrückter – Mini-Kameras auf Feuerwerksraketen … NACHTRAG 2: Dann schon lieber Kameras auf einer richtigen Höhenforschungsrakete!