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Raumfahrt-Nachrichten kompakt

15. November 2009

Nächster Flug zur ISS mit Ersatzteilen – und Larven von Schmetterlingen …

Keine Probleme beim Countdown und „ideale“ Wetteraussichten: Noch sieht es so aus, als könnte die Atlantis morgen um 20:28 MEZ zur ISS aufbrechen. An Bord sind bei STS-129 jede Menge Ersatzteile für die Raumstation, z.T. auf Vorrat: Bald wird es keinen Schwerlasttransport nach oben mehr geben. Und es gibt zwei Habitate für zwei verschiedene Schmetterlingsarten: Die Larven sollen sich unter µg entwickeln, während gleichzeitig in zahlreichen Schulklassen in den USA Parallelversuche laufen. (STS-129 Updates; CU Boulder PR 10., Spaceflight Now, Space.com 14.11.)

Die ISS als automatischer Erdbeobachter: Mit dem japanischen Transporter HTV-1 trafen im September auch die beiden US-Experimente HICO und RAIDS ein, die seither von der Exposed Facility des JEM aus mit Hyperspektral-Sensoren Küstenstreifen bzw. die Thermo- und Ionosphäre beobachten. (NASA Feature 13.11.2009)

Hayabusa hat ein weiteres Ionentriebwerk verloren

Der angeschlagenen japanischen Asteroidensonde, die vielleicht mit ein wenig Bodenproben von Itokawa im Prinzip auf dem Rückweg zur Erde ist (siehe Artikel B50, B53 und B99), bleibt auch nichts erspart: Zwei ihrer vier Ionentriebwerke sind schon länger defekt, ein drittes wegen Störungen abgeschaltet – und am 4.11. hat es auch das vierte erwischt, Thruster D. Eigentlich hätte das Triebwerk noch bis nächsten März brennen müssen, jetzt wird an einer Alternativstrategie für die Rückkehr zur Erde getüftelt, wofür man den gestörten Thruster C reaktivieren muss – doch noch nicht nicht einmal klar, ob er allein stark genug wäre, um Hayabusa zur Erde zu lenken. (JAXA Release, Spaceflight Now 9., Planetary Society Blog 11.11.2009)

Die Asteroidensonde Dawn ist endgültig im Hauptgürtel angekommen: Seit dem 13. November ist die NASA-Sonde aus Artikel C74 permanenter Bestandteil des Asteroidengürtels, in dem sie sich schon einmal 40 Tage lang aufgehalten hatte. Noch knapp 2 Jahre bis zum ersten Ziel, Vesta. (JPL Feature 13.11.2009)

Suborbital-Raumschiffe auch für die Weltraumforschung interessant?

Fünf Jahre ist es her, dass das SpaceShipOne den X Prize gewann (siehe Artikel 955), und am 7. Dezember soll endlich der Nachfolger SpaceShipTwo präsentiert werden, während die Mitbewerber um den Kuchen des Suborbitaltourismus zwar viele Worte machen aber wenig Hardware vorzuweisen haben. (Was insbesondere für ein bizarres „Angebot“ einer österreichischen Supermarktkette gilt.) Über die Jahre ist aber auch das Interesse unter Weltraumforschern am Mitflug von Experimenten auf den Hüpfern von SS2 und Co. gewachsen, und es hat bereits mehrere Tagungen gegeben: Neben µg-Experimenten, die mit 3-4 Minuten länger als bei Parabelflügen dauern und häufiger möglich wären als auf eigens gekauften Höhenforschungsraketen, sind auch Untersuchungen der Erdatmosphäre beim Durchstoßen und hektische Astronomie nahe des Gipfelpunktes denkbar – schon ist von einem „Bedarf“ von 1000 Flügen im Jahr die Rede.

Im Gegensatz zu Raketen könnten die Forscher auch mal mitfliegen. Und die erhofften tausende von zahlenden Passagieren sind wiederum für die Weltraummedizin interessant: Es werden viele „Normalos“ dabei sein, die sich nie für einen ‚richtigen‘ Raumflug qualifiziert hätten … (Ankündigung der nächsten Tagung, Universe Today 12.11., Cosmic Log 22., SpaceRef 3.10. und Cosmic Log 21.8.2009 zur Wissenschaft, Wired 15.11., AstroEngine 25., FlightGlobal, Scientific American 15., The Space Review und Tracker 5.10.2009 zum SS2, A. Boyle 22.10.2009 zu einem geheimnisumwitterten Mitbewerber und eine Werbeseite, Spiegel, J. Foust 22., Wiener Zeitung, ScienceBlogs 21.10. und PersonalSpaceFlight 31.7.2009 zum fragwürdigen Angebot eines anderen) NACHTRÄGE: Blue Origin hat schon die ersten Kunden aus der Wissenschaft! Und die SS2-Premiere wirft ihren eisigen Schatten voraus …

Virgin Galactic will auch Satellitenstarts anbieten – und zwar mit demselben Trägerflugzeug, das für das SpaceShipTwo entwickelt wurde. Das würde für „LauncherOne“ eine kleine Rakete im Stil der bewährten Pegasus in der Luft starten, wobei die Kosten aber geringer sein sollen – und das Ganze ab 2013 oder 14. (BBC Blog 10., FlightGlobal 5.11., Spiegel 13.10.2009)