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Suomi NPP liefert beste Nachtbilder der Erde

5. Dezember 2012

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6-mal schärfer (740 m statt ~5 km Pixelgröße), 14 statt 6 bit tief und damit von größerem Dynamikumfang und auch noch besser kalibriert als die ‚klassischen‘ Nachtbilder der Erde von den DMSP-Satelliten (Defense Meteorological Satellite Program) sind die entsprechenden Produkte des Satelliten Suomi NPP, über die heute auf einer AGU-Pressekonferenz berichtet wurde – inklusive einer Fülle von Anwendungen, die von Stadtplanung über Wetterbeobachtung bis zur Standortsuche für Sternwarten reichen. Das „day-night“-Band der Visible Infrared Imaging Radiometer Suite (VIIRS) Suomis sieht nicht nur Polarlichter (2. Bild von unten) sondern – zur Überraschung seiner Konstrukteure – selbst den Airglow der Erdatmosphäre, inklusive erstaunlicher Wellenphänomene (ganz unten), ausgelöst von einem texanischen Gewitter. NACHTRAG: Auf dieser Seite gibts von diesem Tag (15.4.2012) und auch anderen Zeitraffer-Videos solcher Wellen vom Boden aus!

Und die nächste „Blaue Murmel“ von Suomi NPP

2. Februar 2012

als Gegenstück zur Ansicht Amerikas („Eine Erde …“) ist da, diesmal am 23. Januar auf den Indischen Ozean zentriert. Bei diesen Erdansichten handelt es sich nicht um direkte Bilder, wie sie z.B. die geostationären Wettersatelliten schießen: Vielmehr werden Scan-Streifen aus 824 km Höhe umprojiziert und zusammengestitcht, so dass ein Blick aus 12’743 km Höhe simuliert wird (wobei die vertikalen hellen Streifen jeweils von der Sonnenreflexion im Ozean während der Überflüge stammen). Ob man dies noch als „Foto“ bezeichnen darf? Laut Merriam-Webster ist photography der „process of producing images by the action of radiant energy and especially light on a sensitive surface (as film or a CCD chip)“ – und Photonen wie Detektor waren hier echt …

Die Wärmeabstrahlung der Erde am 29. Januar, gesehen von einem anderen NPP-Instrument, dem Clouds and the Earth’s Radiant Energy System (CERES), kurz nach dem Öffnen seines Deckels: Bei langen Wellen zeichnen sich in dieser Falschfarbendarstellung die kühlen Wolken blau ab.

Acht Monate ist der Puyehue Cordón Caulle in Chile schon aktiv – siehe Weltraumbilder hier („Der Ausbruch …“), hier („Der Ausbruch …“) und hier („Ein Radarbild …“) vom Beginn der Aktivität. Auf diesem Bild des Advanced Land Imager (ALI) auf dem Satelliten Earth Observing-1 (EO-1) vom 26. Januar hat Asche schon ein großes Gebiet bedeckt.

Die große Eros-Parallaxen-Kampagne läuft!

28. Januar 2012

Die kritische Woche für die „Nachstellung“ bahnbrechender Messungen der Dimensionen des Sonnensystems aus den 1930-er Jahren (siehe ISAN 153-10) hat soeben begonnen: Vom 28. Januar und 3. Februar sind zu jeweils drei international koordinierten Uhrzeiten – in Europa: Punkt Mitternacht MEZ – Bilder von Eros & Sternen auf zu nehmen, die dann astrometrisch ausgewertet werden sollen. Auf exakt diese Weise wurde mit demselben Kleinplaneten vor 80 Jahren eine bessere Astronomische Einheit als zuvor mit den Venustransits erhalten, und das 2012 bietet die einmalige Chance, beide Methoden im selben Jahr nach zu stellen! Die weltweite Bewerbung der Idee wird hoffentlich zu genügend ‚erotischen‘ Daten führen: Hier gibt’s die beste Aufsuchkarte – und die Bilder dieses Bloggers hier und hier zeigen, dass man Eros mit seinen 8.5 mag. sogar mit stehender Kamera erwischen kann.

Christoph Gerber

Eine visuelle Lichtkurve von Eros aus einer (langen) Nacht – auch das kann man mit dem unförmigen Eros in Erdnähe anstellen! „Ausgerüstet mit einem 12×60-Fernglas konnte ich den Lichtwechsel gut verfolgen,“ berichtet Christoph Gerber aus dem Neckartal bei Heidelberg, „und zwar genau über die etwa 5:16 Stunden lange Rotationsperiode (00:25 – 05:55 MEZ). Ich habe alle halbe Stunde die Helligkeit geschätzt, wobei mir das Programm Stellarium (Version 0.10.2) von großer Hilfe für die Bestimmung der Helligkeit war. Da ich die visuellen Helligkeiten (V) anhand der dazugehörigen Farbhelligkeiten gemäß dem Johnson-Faktor auf ‚Augen-visuelle‘ Helligkeiten (v) korrigieren konnte, sind mir sehr einheitliche Schätzungen mit einer Genauigkeit von 0.05 mag. gelungen.

Das liegt mit daran, daß sich der Kleinplanet in der Mitte eines Sternfeldes mit sehr günstigen Vergleichsternen befand, was mir zwei oder sogar drei Schätzungen mit jeweils unterschiedlichen Sternen zu den einzelnen Zeitpunkten erlaubte. Die einzelnen Schätzungen erwiesen sich als sehr konsistent untereinander, mit einer maximalen Abweichungen von 0.05 mag! Die erhaltene Lichtkurve ist für eine visuelle Beobachtung daher ungewöhnlich glatt – ein bessers Ergebnis ist kaum zu erzielen. Die erwartete Doppelkurve mit zwei unterschiedlich hohen Maxima und Minima zeigte sich sehr schön. Die Gesamtamplitude in dieser Nacht betrug 0.55 mag. (7.95 – 8.50 m) – zwar deutlich unter der maximal möglichen von 1.5 mag, aber dennoch sehr auffällig und leicht zu verfolgen.“

ESA / MPS/UPD/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA / UMSF

Diese Rosetta-Aufnahmen von Mars & Phobos sah die Welt fünf Jahre lang nicht: Nach dem Vorbeiflug der Kometensonde war nur wenig veröffentlicht worden – und erst kürzlich landeten die Bilder der OSIRIS-Kamera im öffentlichen Datenarchiv. Wo sie sogleich von Fans geborgen und ordentlich aufbereitet wurden, etwa ein Bild mit Phobos & seinem Schatten auf dem Mars, so dass nun sie endlich öffentlich bestaunt werden können: oben ein Gesamtmars und zwei Nah-Ausschnitte mit Phobos neben bzw. vor dem Planeten.

NASA/NOAA/GSFC/Suomi NPP/VIIRS/Norman Kuring

Eine Erde mit 8000 x 8000 Pixeln vom Satelliten Suomi NPP, wie der letzten Oktober gestartete US-Wettersatellit neuerdings heißt, kurz für „Suomi National Polar-orbiting Partnership“. Bei dem Bild vom 4. Januar herrscht Anklick-Pflicht („hi-res image“): Dann erscheint es in voller Pracht, als neueste „Blaue NASA-Murmel“. Der gute Eindruck täuscht übrigens ein wenig: In 4 der 22 Farbkanäle verringert ein schmutziger Spiegel die Empfindlichkeit der Kamera VIIRS – das soll sich aber kompensieren lassen.