Posts Tagged ‘Unha-3’

Ein 1-Meter-Komet zerplatzte über Kalifornien

27. Januar 2013

Eine spektakuläre Feuerkugel vor 10 Tagen („Eine Feuerkugel über Kalifornien ungefähr -20. Größe“) ging nach einer ersten Auswertung auf den Frontalzusammenstoß der Erde mit einem vielleicht 1 m großen Kometenkern zurück: Nur so sei die enorme Eintrittsgeschwindigkeit von 72±6 km/s zu erklären, die sich aus Daten eines Video-Kamera-Netzes ergibt. Bereits in 146 km Höhe hatte der Meteor zu leuchten begonnen, ein Rekord für diese Kameras, und den Boden hat sicher nichts erreicht.

Die „schnellsten“ Meteoriten, die je eingesammelt wurden, waren dagegen 77 Bruchstücke, die eine andere Feuerkugel über Kalifornien im April 2012 hatte fallen lassen und die dank der Auswertung von Wetterradar sehr schnell eingesammelt wurden (bisher 943 Gramm): Ein 2 bis 4 m großer Asteroid aus dem Hauptgürtel – vielleicht aus der Eulalia-Familie – war mit 28.6 km/s in die Atmosphäre eingetreten, strahlte in ca. 55 km am hellsten und explodierte in 48 km Höhe mit einer Äquivalentenergie von grob 4 kt TNT. Die Meteoriten identifizieren ihn als kohligen Chondriten des Typs CM, aber mit einer sehr diversen Mineralogie, die auf eine komplexe Vorgeschichte hinweist (Jenniskens & al., Science 338 [21.12.2012] 1583-7; Ames = SETI Inst., AMNH, UC Davis Releases, CT-Scan-Video, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

2010A2

Immer noch Partikel in der Bahn von P/2010 A2 (LINEAR)

zeigt diese Keck-Aufnahme dieses „Aktiven Asteroiden“ im Roten vom 14. Oktober 2012, 3 1/2 Jahre nach der plötzlichen Staubfreisetzung von seiner Oberfläche (siehe ISAN 122-7) – was auch immer deren Mechanismus war; die Deutungen reichen von einer Asteroidenkollision über einen von seiner eigenen Rotation zerrissenen Asteroiden bis zu einem aktiv gewordenen „Hauptgürtelkometen“. Der Strahlungsdruck der Sonne hat nur noch die größten Teilchen > 3 mm zurück gelassen, aus denen sich die freigesetzte Masse auf 500’000 Tonnen abschätzen lässt, ~1/10 des Körpers („n“) selbst. Nennenswert zum Zodiakalstaub tragen dergleichen Ereignisse nicht bei.

Warum Kometen in der Sonnenkorona im EUV leuchten – erst war es der Komet C/2011 N3 (SOHO; siehe ISAN 155-7), dann C/2011 W3 (Lovejoy) gewesen, die der Satellit SDO überraschenderweise in extremer Sonnennähe im Extremen UV leuchten sah – scheint inzwischen verstanden zu sein: Die Sonnenhitze lässt rasant Moleküle sublimieren, die dann von der Strahlung gleich photodissoziiert und ionisiert werden. Vor allem Sauerstoff- und Eisenatome sorgen dann für die intensive Emission, die sich sogar gegen die Sonnenkorona durchsetzen kann, wo diese Linien normalerweise nicht vorkommen.

Opportunity hat ihr zehntes Jahr auf dem Mars begonnen

(denn die Landung – siehe Artikel 830 – war vor 9 Jahren gewesen): Der unverwüstliche Rover ist inzwischen 35.5 km weit gekommen und immer noch in guter Gesundheit, auch wenn die Garantie schon 2004 abgelaufen war … Derzeit beschäftigt sich Opportunity mit Aufschlüssen am Rande des 22-km-Kraters Endeavour, die aus einer feuchteren Epoche stammen könnten, mit weniger saurem Wasser als bei den bisherigen Entdeckungen des Rovers.

Curiositys erster nächtlicher Einsatz der Armkamera MAHLI ist am 22. Januar absolviert worden: Nur beleuchtet von Rover-eigenen LED-Lampen lässt sich gezielt Mineralogie betreiben, indem von Weißlicht auf UV umgeschaltet wird. Unterdessen mehren sich nach der Analyse von Aufnahmen des MRO die Indizien, dass der Ziel-Berg Curiositys Aeolis Mons nur ein Riesenhaufen im Gale-Krater angewehten Staubes ist und nicht etwa die erhofften Sedimente eines ehemaligen Sees – vielleicht ist das Gesamtbild aber auch komplizierter (Science 21.12.2012 S. 1522).

Einstieg der NASA bei Euclid-Mission der ESA perfekt

Während die europäische Weltraumbehörde den Satelliten und seine Instrumente baut, wird die NASA gemäß einem MoU 20 Detektoren für das infrarote liefern, wofür sich im Gegenzug 40 weitere US-Astronomen zu den 1000 überwiegend europäischen im Euclid Consortium gesellen dürfen. Der Start des Satelliten ist nun für das Jahr 2020 geplant, während WFIRST der NASA kaum vor 2025 hoch kommen dürfte. [NACHTRAG: U. Penn Release zu Beiträgen]

Der NEOSSat ist in Indien angekommen, wo der kleine Asteroiden- und Raumschrott-Jäger als eine von mehreren Sekundärnutzlasten des nächsten PSLV starten soll – was laut Auskunft eines Beobachters der dortigen Raumfahrt-Szene nunmehr am 18. Februar passieren soll [NACHTRAG: ein kanadisch-patriotisches Werbe-Video mit wenig technischen Details].

Erkenntnisse über die erste Stufe von Nordkoreas Unha 3

dank ihrer Bergung durch Südkorea nach dem Satellitenstart im Dezember sind publik geworden: Danach hat sie vier Vernier-Düsen zur Stabilisierung des Fluges, und es konnten einzelne Elektronik-Teile als kommerzielle Produkte aus dem Ausland identifiziert werden – aber ob Nordkorea insgesamt nennenswerte Hilfe aus dem Ausland hatte, ist weiter unklar (weitere Meldungen, Bilder und Diskussionen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier). Südkorea hat derweil seinen nächsten Startversuch für den 30. Januar angesetzt.

Große Party für die Unha – und der Satellit blinkt

25. Dezember 2012

Der Oberste Führer hat es am 21. Dezember gewaltig krachen lassen – auf einem rauschenden Fest ließ 김정은 die für den ersten erfolgreichen Satellitenstart Nordkoreas Verantwortlichen hoch leben, die sich selbst wiederum nicht vor Begeisterung bremsen konnten: eine lange „Doku“ des Abends auf Koreanisch und eine Kurzfassung mit englischem Voice-Over; in seiner Rede versprach Gim Jeong-eun mehr und größere Raketen. Bemerkenswert war während des Festaktes auch ein durchaus fetziges Konzert der Moranbong-Band, der ersten Pop-Band Nordkoreas, die eigens für derlei Events geschaffen wurde. Im Hintergrund waren in großer Videoprojektion zuweilen detaillierte Bilder des Unha-3-Starts zu sehen, so auch bei dem oben „ausgekoppelten“ Stück. Den Satelliten sieht man dabei nur einmal in einem Standbild, wie er von Kim Chŏngŭn inspiziert wird: Ihn erwähnen auch schon lange die täglichen Jubelmeldungen der nordkoreanischen Nachrichtenagentur nicht mehr, die sich immer nur auf den Start beziehen. Dafür kümmern sich inzwischen Amateurastronomen gut um Kwangmyongsong 3-2, den man im Video in der Mitte am 20. Dezember 8.5 Sekunden blinken sieht. Und Radioamateure hören weiter rein gar nichts von ihm. Analysiert worden ist derweil die geborgene erste Raketenstufe der Unha-3 (auch Videoclip unten [NACHTRAG: und ein detaillierter Artikel mit Bildern]), die sich als etwas primitiv aber aber militärisch verwendbar entpuppt.

Dramatische „Nebenwirkung“ des letzten Soyuz-Starts: Beim Aufstieg zur ISS (ganz unten) am 19. Dezember nach Sonnenuntergang gerieten die Rakete und ihre Abgase noch einmal ins Sonnenlicht, was hier ein Amateurfilmer in Қарағанды – ebenfalls Kasachstan – brilliant eingefangen hat. Und weil’s so schön war, gleich noch ein Video und noch eins und noch eins und noch eins und noch eins und noch eins und …

Ein kleiner Raketentest, der nicht wirklich Neuland betritt, wurde von SpaceX am 17. Dezember durchgeführt: Der „Grashopper“ stieg 40 Meter hoch und landete wieder sanft auf seinem Düsenstrahl, wie auch hier, hier, hier, hier und hier gefeiert wird. Wie diesem Blogger und auch dieser Raumfahrt-Veteranin gleich auffiel, errinnert dieser Demonstrator für ein Reusable Launch Vehicle doch sehr an den DC-X – und der hüpfte schon vor bald 20 Jahren. Bis zu einer wiederverwendbaren Rakete ist’s noch weit … [NACHTRAG: … und von einem „giant leap“ kann schwerlich die Rede sein.]

Ein Fan-Video über die Internationale Raumstation – wo die mit o.g. Soyuz gestarteten Raumfahrer inzwischen angekommen sind und sich v.a. Chris Hadfield schon mit zahlreichen Tweets gemeldet hat – aus Zeitraffer-Nachtaufnahmen mit vielen Polarlichtern; gegen Ende wird’s ein wenig sehr gerafft, und man hat fast den Eindruck, die ISS würde in ein Schwarzes Loch gesaugt …

ss2

Der erste Gleitflug des SpaceShip2 in endgültiger Konfiguration mit Triebwerk und Tanks wurde am 19. Dezember absolviert: Der erste Flug mit eingeschalteter Rakete rückt damit immer näher – aber ein Zeitplan für den ersten Raumflug und erst recht den ersten mit zahlenden Passagieren wird natürlich weiterhin nicht verraten. [NACHTRAG: Man munkelt da von 2015 … NACHTRAG 2: … oder doch schon 2014, mit einem bemannten Testflug sogar noch 2013.]

USA bestätigen Nordkoreas Satellit im Orbit!

12. Dezember 2012

Die überschwängliche Verkündigung des Erfolgs im nordkoreanischen TV (in einer Sondersendung um 4:00 MEZ = Mittags Ortszeit) ist das Eine. Aber entscheidend ist die Zuteilung einer Nummer durch das US-Militär: Völlig überraschend – alle Beobachter gingen von technischen Problemen und einem Startversuch erst Ende des Monats aus – hat die Unha-3 jetzt geschafft, was im April misslungen war (die neueste Erklärung) und Kwangmyongsong 3-2 in eine Erdumlaufbahn gebracht. Diesmal war die Nachrichtenlage weit konfuser als im April – praktisch nur ein US-Astronom blickt jetzt schon durch … [NACHTRÄGE: Erst später kam diese Mitteilung von NORAD – und es werden 3 Objekte in ähnlichen Orbit verfolgt, was nicht überraschend ist.]

plejades

Das erste Bild des französischen Satelliten Pleiades 1B

zeigt den Hafen von Lorient in Frankreich: Der am 1. Dezember auf einer Soyuz in Französisch-Guyana gestartete Satellit dient ziviler Erdbeobachtung wie Militär gleichermaßen und hat 50 cm Auflösung.

tout3

Die allerneuesten Radarbilder von Toutatis, nunmehr vom 11. Dezember. Während der eine oder andere Webcast mit dem Asteroiden am Himmel funktioniert hat, gibt es keinerlei Update von China bezüglich des morgen bevorstehenden Flybys von Chang’e-2. Die Spannung steigt …

Nordkorea vor dem nächsten Startversuch?

20. April 2012

Nur eine Woche nach der großen Unha-Pleite verdichten sich die Anzeichen, dass es Nordkorea womöglich bald noch einmal versuchen wird: Damals sind offenbar zwei weitgehend identische Raketen zum Startgelände gebracht worden, die Ursache des Versagens am 13. April hat man angeblich schon heraus gefunden – und es soll gar ein auf fünf Jahre angelegtes Raumfahrtprogramm geben. Wie man sich selbst das Versagen der Unha 3 erklärt, ist nicht bekannt, aber westliche Beobachter gehen – anhand von Informationshäppchen, die ihnen diverse Geheimdienste steckten – inzwischen meist davon aus, dass noch während des Brennens der ersten Stufe die Nutzlastverkleidung aufriss und die dritte Stufe auseinander brach. Davon zeugte offenbar ein heller Blitz nahe der Spitze der Rakete, von dem schon ganz früh die Rede gewesen war, und es soll etwa 81 Sekunden nach dem Start passiert sein. Das wäre entgegen einigen Berichten allerdings erst deutlich nach der maximalen Belastung (Max Q) gewesen, die bevorzugt zu Vibrationen und strukturellem Versagen unzureichend konstruierter Raketen führt.

In dem vermuteten Szenario – auf dem die neue Simulation oben basiert – brannte die erste Stufe nach dem Disaster jedenfalls noch weitere 40 Sekunden weiter und setzte ihre planmäßige Bahn fort, bis zu ihrem regulären Brennschluss 120 Sekunden nach dem Abheben. Da in der längst zerstörten 3. Stufe aber vermutlich die Steuerung für den gesamten Flug saß, erging anschließend das Kommando zum Abtrennen und Zünden der zweiten nicht, und das Paar stürzte Minuten später ins Meer, bereits zu einem Trümmerregen zerfallen. Wo genau die Reste nieder gingen, darüber widersprechen sich die offiziell von verschiedenen (nichtnordkoreanischen) Seiten genannten Koordinaten nach wie vor: Raumfahrtexperten geben meist der südkoreanischen Interpretation den Vorzug, wonach man es praktisch mit der geplanten Trajektorie der 1. Stufe zu tun hatte, was zu einem Impakt bei 124°O 36°N geführt haben sollte. Die Marine des Landes hat die Suche nach Raketenresten gleichwohl ergebnislos wieder einstellen müssen, auch weil das Meer in der vermuteten Absturzregion zu schlammig war.

Gestern hat sich dann die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA wieder zu Wort gemeldet: Inmitten endloser wüster Beschimpfungen der – reichlich vorhandenen – Kritiker Nordkoreas erfuhr der Leser immerhin, dass die Untersuchung des Unha-3-Unfalls bereits abgeschlossen sei. Konkrete Ankündigungen, was als Nächstes kommen solle, folgten zwar nicht, aber die kuriose Zeitung Choson Sinbo in Japan – die als Sprachrohr Pyongyangs gilt – hatte zuvor von einem Fünfjahrplan gesprochen, der die Entwicklung einer noch größeren Rakete und gar geostationärer Satelliten vorsehe. Und in Südkorea hieß es heute (basierend auf US-Geheimdienst-Informationen) wiederum, dass um den 23. März zwei offenbar identische Raketen zum Startgelände gebracht worden seien, von denen ja erst eine gestartet ist. Hinweise auf konkrete Startvorbereitungen der zweiten scheint es aber nicht zu geben. Analyse von Global Security; Jonathan’s Space Report, Russia Today, Telegraph, CNN, SpacePorts 20., KCNA, NordkoreaTech 19., Flight Global, AP 18., BBC 17., Yonhap, AFP, LiveScience, Star Tribune 16., All Things Nuclear, AmericaSpace 15.4.2012. NACHTRAG: Obergs Erinnerungen

Live-Blog zu Nordkoreas Raketen-Experiment

12. April 2012

Nennenswert Neues gibt es wohl nicht mehr zu sagen über das Debakel (hier ein zusammenfassender asiatischer TV-Bericht): Spekulationen über mangelnde Qualitätskontrolle in der nordkoreanischen High-Tech-Branche, was das alles überhaupt sollte und was noch kommen könnte, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [17:45 MESZ am 14. April – ENDE]

Das Ende der Unha-3 in O-Tönen … Oben das Eingeständnis im nordkoreanischen Fernsehen nach Stunden; es gibt auch die entsprechende Message auf Englisch im internationalen Radio – und ein erfrischend unaufgeregtes 5-Minuten-Interview mit J. McDowell über die Probleme des Raketen-Testens, allerdings nicht im nordkoreanischen sondern US-Radio. [1:20 MESZ]

Union of Concerned Scientists

Ungefähr so könnte die Flugbahn der Unha-3 ausgesehen haben, hat sich All Things Nuclear aus den weiterhin widersprüchlichen Angaben diverser Militärs (zivile Beobachtungen des kurzen Fluges hat es offenbar gar keine gegeben) zusammen gereimt: In diesem Szenario wird der von NORAD behauptete Impaktpunkt getroffen. Südkoreanische Angaben sprechen dagegen von einem Versagen erst nach 135 Sekunden in 70.5 km Höhe, einem Gipfelpunkt von 151 km und einem Impakt deutlich weiter südlich als bei NORAD. Weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:05 MESZ am 13. April]

Kaum neue Erkenntnisse über Details des Fehlstarts

gibt es 16 Stunden nach der Pleite, die Nordkorea immerhin eingestanden hat: Die Aussagen des DoD zum Impakt der Trümmer nehmen die meisten für bare Münze, so auch die Analysten hier und hier – unabhängige Informationen, dass es schon so früh (lange vor Brennschluss der 1. Stufe und auch abweichend von der nominellen Bahn!) zuende ging, scheint es aber nicht zu geben, und auch ein keckes Simulationsvideo hilft sicher nicht weiter. Mehr neue Artikel zu allerlei Aspekten hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und in Kürze soll ein neuer Oberg-Chat beginnen, live aus Pyongyang! [16:35 MESZ]

Das erste Video vom Start ist da! Außerdem: eine Stilkritik der Möbel in der Mission Control. Und ein paar weitere Artikel (ohne neue Details zum Flugverlauf) hier, hier und hier – aber immer noch mehr als was man in Nordkorea selbst gehört hat: immer noch gar nichts … [4:40 MESZ]

Erste Analysen: Die Rakete kam 120 bis 130 km hoch

und befand sich damit technisch gesehen kurz im Weltraum, doch nach etwa 90 Sekunden ging alles schief. Das ergibt sich aus einem japanischen Bericht und Berechnungen von J. McDowell, nach denen die Unha-3 (eigentlich die bekannte Taepodong-2) eine Bahn von -6200 x 130 km x 88° erreichte. Aber dann misslang die Trennung der 1. und 2. Stufe, die Rakete zerbrach in mehrere Teile, und ihre Reste fielen ins Meer: nach neuen NORAD-Angaben 165 km vor der koreanischen Küste, nach McDowells Daten bei 124°O 36°N. Dass irgendwo Festland getroffen worden sein könnte, wird ausgeschlossen. [3:05 MESZ] Bei den beiden früheren Versuchen sind die nordkoreanischen Raketen übrigens noch erheblich höher und mithin ebenfalls in den Weltraum gekommen. [3:35 MESZ] Oh, und die NORAD-Angabe passt nicht zur geplanten Flugbahn – und Südkoreas Aussage. In den Kommentaren hier wird auch kräftig spekuliert. [4:10 MESZ]

Geheimnisvolle Enthüllung Nordkoreas in vier Stunden?

Während diese Reuters-Meldung die – dürftige – Nachrichtenlage nach knapp zwei Stunden gut zusammen fasst, hat der CNN-Reporter aus Pyongyang gerade erzählt, dass sich den zahlreichen internationalen Reportern bisher noch niemand gezeigt hat, der etwas zu sagen gehabt hätte. Aber in vier Stunden (das wäre gegen 6:45 MESZ bzw. 13:45 Ortszeit) werde man sie unter strengen Sicherheitsauflagen irgendwo hin befördern, wo es was zu hören geben werde. Na dann … [2:50 MESZ. NACHTRAG: Die Reporter wurden zur Enthüllung zweier riesiger Statuen der Kims gekarrt – das war’s]

Angeblicher Trümmerfall 200 km vor Südkoreas Westküste

Laut dieser Meldung, die auch gerade auf CNN verlesen wird, sollen Trümmer 190 bis 210 km vor Kunsan an der Westküste Südkoreas ins Meer gefallen sein. In einer früheren Meldung war vom Zerbrechen der Unha-3 in mehrere Teile wenige Minuten nach dem Abheben die Rede gewesen. Und Oberg spekuliert schon, was als nächstes in Nordkorea passieren wird … [2:10 MESZ] Nach japanischen Angaben (woher wissen die es derart genau?) kam die Rakete 120 km weit und zerbrach in 4 Teile. Aah, und das nordkoreanische TV hat zu senden begonnen – und zeigt, wie auf CNN zu sehen, einen Spielfilm … [2:15 MESZ] Und nun heißt es, die Trennung von 1. und 2. Stufe habe versagt. [2:20 MESZ]

Und so berichtet das nordkoreanische Staatsfernsehen über die Blamage: ein Screenshot eine knappe Stunde nach dem Start (denn das Programm hat noch gar nicht angefangen; auch die staatliche Nachrichtenagentur schweigt) … [1:55 MESZ]

Pentagon sicher: In einen Orbit ist nichts gekommen

Die Rakete ist auf jeden Fall schon in der Atmosphäre auseinander gebrochen, berichtete gerade eine CNN-Reporterin aus dem DoD – aber wann genau es passierte, hat man ihr nicht erzählt. In Südkorea glaubt man hingegen zu wissen, dass der Unfall noch während des Brennens der ersten Stufe eingetreten sei (womit Trümmer schon in der Nähe herunter gekommen sein könnten). Hier und hier weitere frühe Artikel – und das kuriose Detail, dass die „Start-Gäste“ in Nordkorea erst erfuhren, dass der Start stattgefunden hatte, als ihnen ausländische Kollegen von dessen Scheitern berichteten … [1:45 MESZ]

Brach die Unha-3 schon nach 90 Sekunden auseinander?

Offenbar haben US-Satelliten genau hingeschaut: Schon 1 1/2 Minuten nach dem Start soll die Rakete viel zu hell (man darf annehmen, im Infraroten) gestrahlt haben – und das war’s dann schon. [1:25 MESZ] Andererseits wird auch behauptet, die Reste der Rakete seien noch bis südlich der Philippinen gekommen. Und noch ein Kuriosum: Selbst die meisten nordkoreanischen Offiziellen hatten keine Ahnung, dass der Start erfolgt war … [1:30 MESZ] Erste Artikel wie dieser oder dieser wurden größtenteils vorab geschrieben und bringen keine weiteren Einsichten. [1:35 MESZ]

Der Start soll bereits gescheitert sein, heißt es …

… nach amerikanischen Angaben – in welcher Flugphase, scheint aber noch nicht bekannt zu sein. [1:15 MESZ] Auf CNN heißt es derweil, man habe den Start klar detektiert, aber weit sei die Rakete nicht gekommen. Viel Spekulation zu diesem frühen Zeitpunkt: Ist bereits die Trennung von 1. und 2. Stufe gescheitert? [1:20 MESZ]

Der Start wird von verschiedenen Seiten bestätigt, kann man einer Tweet-Flut von hier entnehmen: Danach erfolgte er um 0:39 MESZ. [1:10 MESZ]

Nach südkoreanischen Angaben ist der Start gerade erfolgt, aber zunächst war die Agentur-Meldung, auf die sich jetzt alle berufen, etwas knapp … [1:00 MESZ]

Eine überarbeitete Simulation des Unha-3-Starts, der heute schon mal nicht stattgefunden hat (Spekulationen konzentrieren sich jetzt auf den Samstag; das Wetter bleibt aber schlecht) – und allerlei Gedanken, was so alles schief gehen könnte … [23:15 MESZ am 12. April]

Kein Start am Gagarin-Tag – wohl zu schlechtes Wetter?

Jeden Tag zwischen 7 Uhr morgens und 12 Uhr Mittag Ortszeit (was Mitternacht bis 5 Uhr morgens MESZ entspricht) ist das Startfenster für die Unha-3 offen, und das erste heute – am 51. Jahrestag des 1. bemannten Raumflugs – wurde schon mal nicht genutzt: Vermutlich war schlechtes Wetter schuld, insbesondere zu starker Wind. Die Frequenz, über die der mysteriöse Satellit senden soll, ist übrigens noch nicht genannt worden – vielleicht ist’s dieselbe wie letztes Mal angegeben? Derzeit läuft übrigens gerade ein Online-Chat mit Jim Oberg, der automatisch mitprotokolliert wird. [16:40 MESZ]

Die Unha-3 startet in den nächsten 24 bis 48 Stunden

So will es eine geheimnisvolle amerikanische Quelle erfahren haben, und das obige Video einer US-Firma simuliert einen nominellen Verlauf des angekündigten Satellitenstarts samt den Impakten der beiden Raketenstufen – basierend auf den Angaben dazu aus Nordkorea. Die werden von externen Beobachtern mal für bare Münze genommen (und Widersprüchliches mit der Unerfahrenheit des Landes erklärt) oder als reine Verschleierungstaktik für ein militärisches Raketenexperiment abgetan. Ein Potpourri aus Meinungen und sporadischen Fakten: eine Zusammenfassung (mit Bahnprognose), ein paar Bilder aus dem Land (mehr), eine Analyse (viel mehr!), Grundlegendes zu Bahnneigungen und Azimuten (in anderem Zusammenhang aber auch hier nützlich) und neue Satellitenbilder vom Startgelände sowie Jonathan’s Space Report 12., ABC (auch ein Video), Space.com (mehr, früher, mehr), SatObs (mehr), Gizmodo, NBC, Novosti, BBC, Telegraph, New Scientist, SpacePolicy Online, Leitenberger Blog, Spiegel 11. und NBC, AP, BBC, Nature Blog, KBS, SpacePolicy Online, Al Jazeera, Wired, Yonhab 10.4.2012. [2:40 MESZ]