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Ein kleines Juwel der Astronomiegeschichte: die Stockholmer Sternwarte aus dem 18. Jahrhundert

27. Mai 2013

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Die alte Stockholmer Sternwarte damals und heute: Ein liebevoll gestaltetes Diorama (oben und unten) stellt die Beobachtung des Venusdurchgangs am 7. Juni 1761 durch deren langjährigen Leiter Pehr Wilhelm Wargentin und Kollegen – nebst allerlei Adel – in der großen Beobachtungshalle dar. Diesen damals meistgenutzen Raum, der aber selten so voll war, zeigt das mittlere Bild in seinem heutigen Zustand.

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Wargentin (1717-1783; links) und der Instrumentenbauer Daniel Ekström (1711-1755): Die Gemälde hängen in Wargentins ehemaligem Arbeitszimmer. Wie hier schon dargelegt, könnte Wargentin bei nämlichem Transit einer der Entdecker der Venus-Atmosphäre geworden sein.

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Ein achromatischer Dollond-Refraktor mit ca. 180-facher Vergrößerung, den Wargentin 1761 angeschafft hatte – vermutlich kam er bei der Transit-Beobachtung zum Einsatz!

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Davor ein Spiegelteleskop von James Short aus der Mitte des 18. Jahrhunderts: Der populäre englische Teleskopentwickler belieferte damals Sternwarten in ganz Europa.

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Ein Himmelsglobus von Anders Åkerman aus Uppsala von 1759 (dem wichtigsten schwedischen Globenmacher dieser Zeit mit über 100 Exemplaren) und ein Planetenmodell des Engländers William Jones von 1794.

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Diese Teleskope und Modelle befinden sich jetzt im alten Meridian-Raum der Sternwarte – und auch der Meridiankreis selbst, den der Engländer John Bird 1762 geliefert hatte.

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Ein Zirkumferentor von Daniel Ektröm von 1750, der zu Winkelmessungen waagerecht und senkrecht eingesetzt werden konnte.

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Ein Quadrant von John Bird von 1757 – in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eines der meistgenutzen Instrumente der Sternwarte.

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Ein Gregory-Reflektor von William Cary vom Ende des 18. Jahrhunderts.

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Allerlei Gerätschaften in einer Art Wunderkammer der Sternwarte, allesamt nicht beschriftet.

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Außenansicht der Sternwarte von Norden (die N-S-Ausdehnung ist wesentlich größer): Die Kuppel wurde erst viel später oben drauf gesetzt …

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… und beherbergt diesen ca. 100 Jahre alten Zeiss-Refraktor, der heute noch für öffentliche Beobachtungen eingesetzt wird. Auch der rein mechanische Antrieb der Nachführung soll noch tadellos funktionieren.

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Zu guter Letzt noch ein Blick in den Sternwarten-Shop: Oben hängt die Venus des Sweden Solar System, des mit einem Maßstab von 1:20 Mio. größten ‚Planetenwegs‘ der Welt, der 1000 km quer durch’s Land reicht.

Auf der Suche nach dem ersten Beobachter der Venus-Atmosphäre – nächster Zwischenbericht

10. Juli 2012

Aus den – von russischen Astronomen nicht gern gesehenen – schweren Zweifeln an Lomonossows Beobachtungen der Venusatmosphäre beim Transit von 1761 hat sich inzwischen ein reger internationaler Disput entwickelt, bei dem auch dieser Blogger kräftig mitmischt: Einige der entscheidenden Dokumente sind nämlich auf Deutsch verfasst und amerikanischen wie russischen Astrohistorikern unbekannt. Schlüsselsätze werden daher nach und nach übersetzt, exotische Originale gescannt und eine Timeline und Quellensammlung erstellt. Die neuesten Erkenntnisse:

  • Egal was Lomonossow wirklich sah (und da wird inzwischen um die Bedeutung mancher russischen Vokabel gerungen, namentlich сияние – meinte er damit ein sehr helles oder nur irgendein Licht am Venusrand beim Eintritt?), er war definitiv nicht der erste, der einen Bericht mit mutmaßlichen Beobachtungen der Venusatmosphäre veröffentlichte! Wer ihm zuvor kam, entriss 1967 G. Mühlpfordt in der DDR der Vergessenheit, an den 2012 J. Hamel erinnerte.

  • Den ersten bekannten Bericht publizierte nämlich bereits eine Woche nach dem Transit der Magdeburger Amateurastronom(!) Georg Christoph Silberschlag, am 13. Juni 1761 in einer Zeitungsbeilage namens Historische und Gelehrte Merkwürdigkeiten, und wohl noch im selben Monat brachte Das Neueste aus der anmuthigen Gelehrsamkeit – eine Literaturzeitschrift! – den Bericht erneut. Lomonossows russischer Bericht erschien erst im Juli.

  • Silberschlag schrieb am Schluss seines Berichts, „daß als die Venus im Begriff war, den Rand der Sonne von innen zu berühren, derselbe über seine Circulförmige Rundung in einen solchen Bogen austrat, welcher vollkommen mit dem Rande der Veneris parallel war. Kenner werden dieses Phänomenon einmüthig für eine Würkung der Atmosphär der Veneris halten, in welcher gewiß eine starke Brechung der Licht-Strahlen statt finden muß.“

  • Mehr Details hat Silberschlag leider nicht hinterlassen und auch keine Zeichnungen; insofern ist Lomonossows Bericht erheblich vollständiger (nur eben nicht der erste, und auch nicht der erste, der einen Effekt der Lichtbrechung postuliert). Und Lomonossows Werk wird wiederum von einer Abhandlung Lambert Heinrich Röhls von 1762 übertroffen, der die Lichtbrechung in der Atmosphäre noch viel eingehender diskutiert.

  • Noch 1761, vor allem aber im späteren Zusammenstellungen wie einer von Kordenbusch 1769 tauchen etliche weitere Berichte aus mehreren Ländern auf, die Silberschlags und Lomonossows entscheidende Beobachtung eines Lichtsaumes der Venus außerhalb des Sonnenrand bestätigen, von berühmten Astronomen ebenso wie völlig unbekannten: Als der 1769-er Venustransit kam, waren die meisten Astronomen vom Nachweis der Venusatmosphäre überzeugt.

Indes, was haben sie wirklich gesehen? Wir wissen nicht zuletzt aus den 2012-er Bemühungen, sie zu fotografieren (1. Absatz), wie subtil die Atmosphären-Aureole der Venus wirklich ist. Dass man sie mit einigem Aufwand mit Top-Teleskopen des 18. Jh. sehen kann, haben diesmal gezielte Experimente – beschrieben hier, hier und hier – demonstrieren können, und Lomonossow hatte wohl ein gutes Instrument. Aber die lückenhaften Berichte unserer Kollegen vor 251 Jahren (auch Lomonossow lässt manch wichtiges Detail weg) erschweren es uns ungemein, eventuelle Aureolensichtungen Anno 1761 von Optik- und Seeing-Artefakten zu unterscheiden. Der überzeugende Bericht hat sich bisher nicht eingestellt: Die Detektivgeschichte geht weiter …

Wer entdeckte die Venus-Atmosphäre? Oder: Warum der Lomonossow-Effekt vielleicht besser Wargentin-Mallet-Effekt heißen sollte …

24. Juni 2012

Der augenfälligste Beweis für die Existenz einer Atmosphäre der Venus tritt zu Beginn und Ende der seltenen Venusdurchgänge vor der Sonne auf, wenn sie Sonnenlicht um den Planeten herum Richtung Erde bricht: „Aureole“ ist der neutrale Fachausdruck für diesen hauchzarten und oft nur in Fragmenten erkennbaren Lichtbogen, der die Scheibe der Venus außerhalb der Sonne weiter zeichnet, aber er wird vielfach auch als Lomonossow-Effekt oder Lomonossow-Bogen angesprochen – auch von diesem Blogger. Bisher. Der russische Universalgelehrte und „erste moderne Wissenschaftler“ des Landes, Michail Wassiljewitsch Lomonossow bzw. in wissenschaftlicher Transliteration Lomonosov, hatte sich bei den ersten systematischen Transitbeobachtungen 1761 in St. Petersburg auf die optischen Effekte beim Ein- und Austritt konzentriert und darüber sogleich einen Bericht verfasst, erst in Russisch (eine ganz neue Übersetzung ins Englische mit Anmerkungen) und dann auch gleich auf Deutsch; von sich selbst spricht er dabei in der dritten Person. Die Beschreibung seiner Beobachtungen beginnt dort auf (PDF-)Seite 10.

Eine diffuse Eintrübung des Sonnenrands beim 1. und 4. Kontakt und eine Ausbeulung des Sonnenrand über der gerade austretenden Venus sieht Lomonossow as klare Indizien für eine Atmosphäre des Planeten, die sich noch vor dem eigentlichen Transit vor die Sonne schiebe und in der Nähe des 2. und 3. Kontakts deren Licht breche und außerhalb der Sonnenscheibe erscheinen lasse. Dieser Bericht soll lange vergessen gewesen und erst in den 1950-er Jahren wieder entdeckt worden sein, aber seither wird vielfach Lomonossows Priorität bei der Entdeckung der Venusatmosphäre verbreitet. Doch in einem viel beachteten Paper haben nun zwei Astronomie-Geschichtler erhebliche Zweifel daran gesät: Alles was Lomonossow berichtete, sei durch optische Schwächen seines – wie er selbst zugibt – mangelhaften Teleskops zu erklären, als Varianten des berüchtigten Tropfenphänomens. Dieser Blogger muss dem nach eingehender Lektüre des Lomonossow-Textes (und Übersetzung der deutschen Fassung ins Englische) weitgehend zustimmen: Stutzen lässt allenfalls die Abb. 5, denn wenn die den Zustand des Austritts unmittelbar nach dem Zerreißen des ausgebeulten Bogens über dem Sonnenrand darstellen sollte, dann müsste doch etwas Atmosphäre im Spiel gewesen sein.

Aber wie sieht es mit anderen Detail-Berichten von mutmaßlichen Aureolen-Sichtungen 1761 aus? Manche schreiben Jean-Baptiste Chappe d’Auteroche eine überzeugende Aureolen-Beschreibung zu (deren Originaltext im Lomonossow-kritischen Paper erwähnt wird), aber besonders faszinierend klingen zwei Berichte aus Schweden, die der Astronom Johann Franz Encke 1822 zitierte (und auf die gerade eine Bloggerin hinwies): Ab Seite 101 kommen in seinem Versuch, aus Zeitmessungen des 1761-er Transits die AU zu bestimmen, erst Pehr Wilhelm Wargentin und dann Frederik Mallet zu Wort, die beide im Detail Phänome beschreiben, die doch sehr nach der korrekten Aureole klingen. Immer wieder ist von einem schwachen Glühen am dunklen Rand der Venus die Rede, viel schwächer als direktes Photosphärenlicht. Sollte man mithin besser Wargentin und Mallet die Priorität bei der Entdeckung der Venus-Atmosphäre zu schreiben? „Yes, it seems so“, meint dazu heute der erste Autor des Lomonossow-kritischen Papers nach der Lektüre von Enckes Zitaten in Übersetzung durch diesen Blogger. Ob diese Fragen wohl 2117 beim nächsten Transit zur allgemeinen Zufriedenheit geklärt sein werden …?

Live-Blog zum Venus-Transit 2012 – Rhodos et al.

5. Juni 2012

Eine erste Bilanz, knapp zwei Tage nach dem Event

Die spannendsten Beobachtungen während des Venustransits betrafen fraglos die Aureole, den Bogen aus gebrochenem Photosphärenlicht, der die Planetenatmosphäre während der Ein- und Austritte nachzeichnet: oben ein erstes Ergebnis vom Eintritt aus Arizona, entstanden mit einem Spezial-Koronographen, während hier und hier (Erläuterungen und ein aufaddiertes Bild) und hier weitere Nachweiserfolge durch Amateurastronomen zu finden sind. Und ebenso bemerkenswert eine weitere Aufnahme des Venus-Rings wenige Stunden vor dem Transit (Diskussion) … • Berichte über das Erlebnis Venus-Transit gibt es aus Deutschland (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr sowie viele), Kalifornien & Deutschland, Kalifornien (mehr), Texas (mehr), Arizona, Oklahoma, Utah, mehreren US-Staaten, Österreich (mehr und mehr), dem U.K., Indien (mehr), Tibet, Sri Lanka, den Philippinen, Indonesien und Australien sowie aus mehreren Ländern.

• Bemerkenswerte Bilder kamen aus Australien (mit der Venus und Hubble im Transit), Arizona (mit Flugzeug im Bild) und dem Weltraum (ISS & SDO), weitere Bilder und -serien aus Deutschland (mehr und mehr), Österreich (mehr und mehr), Spanien (mehr), Rumänien, Frankreich, den USA (mehr und mehr), Finnland, dem U.K. und Indien (Detail). • Allerlei Bildersammlungen sind z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr), hier und hier (mehr) entstanden. • Sehenswerte Videos liegen z.B. aus Fehmarn (auch Standbilder und ein Artikel dazu), Steyr, Amrum und New York vor sowie die komplette NASA-Show vom Mauna Kea in 18 Videos hier. • Artikel erschienen z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier und hier, und TV-Berichte liegen von TV Oberfranken, 1011 (Nebraska), Channel 4 (Texas), ??? (Australien) und BBC vor. • Und Linksammlungen zu den Ergebnissen des Transits gibt’s hier und hier. Und eine Erinnerung an die hier schon erwähnten weiteren Venus-Transits dieses(!) Jahr … [23:55 MESZ am 7. Juni – ENDE]

Ein faszinierendes Video des Transits aus Rügen, mit einem lehrbuchreifen Aufgang der Sonne – mit Venus davor – als „etruskische Vase“. Anderswo auf Rügen entstand diese Zeitraffer-Sequenz. Und es gibt eine BBC-Galerie mit Leserfotos und eine exquisite Boston-Globe-Galerie mit Agenturfotos des Transits. [23:30 MESZ am 6. Juni]

Die Aureole der Venus beim Eintritt, gesehen vom Satelliten Hinode – und von der Austritts-Aureole aus Rhodos gibts inzwischen noch viel mehr Einzel-Video-Frames zu bewundern (mit Originalkontrast)! Auch die Welt und das Abendblatt über den Transit in Hamburg und eine Collage von Webcast-Bildern von SLOOH. [13:20 MESZ] Eine umfangreiche Hinode-Galerie vom Transit. [22:05 MESZ]

Und der erste aufwändig geschnittene SDO-Zeitraffer-Film in diversen Fern-UV-Wellenlängen, 3 Minuten mit hypnotischer Musik … Auch die Transit-Beobachtungen von der ISS, Bilder aus Fehmarn (inkl. Omega-Effekt beim Sonnenaufgang) und Griechenland, ein Bericht aus Spanien und ein TAZ-Artikel. [12:20 MESZ]

Ein superscharfer Film von der Aureole beim Eintritt

ist dem SDO-Satelliten gelungen – die entsprechenden Bilder der Rhodos-Expedition sind zwar ähnlich scharf aber leider durch starkes Seeing individuell verformt. Auch ein Transitvideo aus Canberra und weitere ESA-Videos zum Transit, eine weitere Sammlung Agenturbilder, eine Ca-Aufnahme aus Arizona und Berichte aus dem wolkigen Vardø und vom Mt. Wilson. [12:05 MESZ]

Noch ein kompletter Transit im Zeitraffer, diesmal ‚gefilmt‘ von SWAP auf PROBA-2 der ESA. Andere Fundsachen: Bilder aus Hildesheim, den Niederlanden, Bangalore, Dallas und Oldenburg, ein ESA Press Release, ein Bericht eines Wolken-Beobachters und eine BBC-Story. [10:40 MESZ] Und Bilder aus der Lausitz, Dänemark und Norddeich, ein Video aus NYC und Berichte aus Kalifornien und Stuttgart. [11:45 MESZ]

Der ganze Transit, montiert aus UV-Aufnahmen des SDO. Und ein Artikel über den Transit … in Deutschland. [9:15 MESZ] Und noch mehr Impressionen aus Rhodos. [9:35 MESZ] Noch ein Artikel, mehr Bilder – und vier mit Flugzeugen! [9:50 MESZ]

Klarer Nachweis der Aureole beim Austritt trotz schlechten Seeings in Rhodos: Es hat zwar den Lomonossov-Bogen verzerrt, aber ansonsten ist er gestochen scharf. Anklicken liefert weitere Einzelbilder einer Videokamera hinter einem großen Refraktor. [8:10 MESZ] Ein paar Impressionen vom Beobachtungsplatz in der Endphase des Transits. [8:35 MESZ]

Und der Venus-Transit ist Geschichte! Wiederholung oben

im Zeitraffer aus der ultravioletten Sicht des SDO. Auf Rhodos wurden Tonnen von Bildern mit zig Teleskopen und Kameras aufgenommen – und die Aureole beim Austritt wurde eindeutig aufgezeichnet und blickweise auch im Okular eines 80-mm-Refraktors gesichtet. [7:10 MESZ] Erste Übersicht: geniale Bildergalerien (ununterbrochen wachsend) hier und hier und ein Schwung Pressebilder, ein kompletter Bericht mit guten Bildern aus den und ein langer Artikel über Freude in den USA, ein weiteres Live-Blog mit Internet-Fundstücken und der 4. Kontakt aus SDO-Sicht. [7:30 MESZ]

Ausschnitt aus einem SDO-Bild bei 30 nm – mit gigantischer Auflösung, die sich erschließt, wenn man es anklickt. [5:55 MESZ]

Sonnenaufgang mit Venus auf Rhodos!

So sah es vor 1/2 Stunde vom Balkon der Bonner Transit-Expedition in Gennadi an der rhodischen Ostküste aus: hier die komplette Sequenz, die erste Nachricht an die Welt – und der Aufgang auf Rügen (oben rechts klicken für zwei weitere Bilder). [5:30 MESZ]

Der Transit, fotografiert auf der Raumstation! Solche Bilder gibt’s hier hoffentlich auch gleich: Sonnenaufgang auf Rhodos in 10 Minuten! [4:45 MESZ]

So weit ist die Venus schon gekommen: aus dem NASA-Webcast aus Hawaii – und ein dramatisches Bild durch Wolken von Spitzbergen. [1:00 MESZ] Jede Menge SDO-Videoclips sind schon in dieser Sammlung zu finden. [1:10 MESZ] Für die nächsten Stunden bitte in die SpaceWeather-Galerie schauen, wo die ersten VT-Bilder einlaufen, oder in diese wachsende Sammlung – der Blogger macht jetzt ein Päuschen bis es nach dem Sonnenaufgang in Rhodos – 4:55 MESZ – weiter geht. [1:20 MESZ]

Ausschnitt aus einem HMI-Bild des SDO-Satelliten, das in dieser Schärfe die gesamte Sonnenscheibe zeigt. [0:51 MESZ]

Auch beim SDO – 19 nm – steht die Venus jetzt vor der Sonne, hier um 0:29 MESZ. [0:40 MESZ] Diverse SDO-Stills und Videoclips sind hier vereint! [0:45 MESZ] Und hier eine Animation aus Norwegen. [0:47 MESZ]

Ein H-Alpha-Bild vom Big Bear Lake um 0:32 MESZ. Auf dieser Seite gibt es mehr der weniger ‚live‘ Bilder diverser US-Sternwarten. [0:37 MESZ]

Kompletter Eintritt auch auf Hawaii, aus der NASA-TV-Sendung. [0:33 MESZ]

In Norwegen ist die Venus jetzt eingetreten; weiter atmosphärische Verzerrungen wegen der tief stehenden Sonne. [0:30 MESZ]

Hier kommt die Aureole, live aus New Mexico!

Ein Bild des Dunn-Teleskops im H-Alpha-Licht von 0:19 MESZ mit klarem Lomonossov-Bogen! [0:28 MESZ]

Ein Live-Bild aus Norwegen, mit tiefstehender Sonne. [0:20 MESZ]

Punkt 0:00 MESZ ein weiteres SDO-Bild – der Ingress müsste jetzt schon hier und da stattgefunden haben. [0:10 MESZ] Im Hawaii-Webcast gibt’s endlich den 1. Kontakt! [0:13 MESZ] Das erste Foto, na ja, so was Ähnliches. [0:18 MESZ]

SDO bei 19 nm um 23:44 MESZ – die Venus rückt näher … [23:54 MESZ am 5. Juni] Und der erste Kurzfilm der Annäherung ist da! [23:56 MESZ] Proba 2 von der ESA sieht die Venus jetzt auch! [0:00 MESZ am 6. Juni]

Da steht die Venus vor der Sonnenkorona, vor 10 Minuten

aufgenommen vom SDO bei 19 nm Wellenlänge! [23:25 MESZ] Und ein Bild bei 21 nm von 23:25 MESZ. [23:35 MESZ] Der Mauna-Kea-Webcast hat auch gerade begonnen – ein völlig anderes Programm als was seit 15 Minuten im NASA-TV läuft. [23:45 MESZ] Ein SDO-19-nm-Bild von 23:34 MESZ – faszinierend scharf! [23:50 MESZ]

Da sage einer, ein Venus-Durchgang sei nicht populär: 30’000 gucken gerade das Tesbild eines NASA-Webcasts … der erst in 1/2 Stunde beginnt! Erster Kontakt der Venus mit der Photosphäre jetzt in weniger als einer Stunde. Weitere Webcasts gibt es – bald, vielleicht – z.B. hier, hier, hier, hier, und hier. Und ab 23:30 MESZ sendet auch NASA TV live. [23:15 MESZ]

Der Venus-Transit hat schon stattgefunden! Für SOHO …

… und auch nicht vor der Sonnenscheibe sondern vor der Sonnenkorona: Das Video zeigt erst die Annäherung der Venus an die Sonne vom Koronographen LASCO C2 und dann den Transit der Venus vor der Korona im UV-Licht. [21:55 MESZ]

Unglaublich, aber echt: die Venus – als geschlossener Ring – 9 1/2 Stunden vor Beginn des Transits! Aufgenommen von Tobias Kampschulte in Gennadi auf Rhodos in den wenigen Minuten gegen 14:25 MESZ, als eine Hauswand die Sonne teilweise abschattete, während der extrem nahe Planet noch frei stand. Das dürfte eines der letzten Bilder der Venus vor dem Transit überhaupt sein, da sie SOHOs Koronographen ja schon verloren haben … [16:05 MESZ]

Gleich macht sich die Venus unsichtbar, wenn sie hinter der Blende auch des Koronographen LASCO C2 verschwindet (hier ein Bild von 9:12 MESZ; anklicken liefert das jeweils aktuellste verfügbare). Zwar ist der Winkelabstand zur Sonne aus Erdsicht etwas größer, aber vom Sonnenrand ist die Venus jetzt nur noch etwa 1/3 so weit entfernt wie bei ihrer erfolgreichen Beobachtung gestern [NACHTRAG: die es auf die Frontpage von SpaceWeather gebracht hat]: Entsprechend gelingen Versuche, sie noch einmal einzufangen, trotz cleverer Sonnenblenden-Improvisation auf Rhodos leider nicht. [12:15 MESZ] Weitere C2-Bilder gibt’s heute übrigens kaum, da sich SOHO ganz auf Beobachtungen zum Venus-Transit konzentriert. [12:45 MESZ] Erfolgreicher Kamera-Check mit Optikzoom & SoFi-Brille. [13:55 MESZ]

Indischer Venus-Transit-Comic auch auf Deutsch verfügbar: Die populäre Graphic Novel ist bereits in 15 Sprachen übersetzt worden – eine deutsche Version in geringer Auflösung liegt ‚hinter‘ dem Ausschnitt aus dem Cover, eine hoch aufgelöste gibt’s als 13-MB-PDF hier. Oh, und es gibt genau eine deutsche Pressemitteilung zum Venustransit, mehr ist in der großen Datenbank nicht zu finden. Inzwischen ist auch die Linksammlung zu Vorberichten zum Venus-Transit aktualisiert worden – jetzt kann er aber wirklich kommen … [11:15 MESZ]

Keine 24 Stunden mehr bis zum Venus-Durchgang

Hier eilt der Planet auf die Sonne zu, während sich der Merkur aus dem Staub macht: Nichts kann den letzten Venustransit bis 2117 mehr aufhalten. Der Blogger ist inzwischen mit einer kleinen Expedition auf der griechischen Insel Rhodos angekommen, wo die letzten zwei Stunden verfolgt werden sollen: Den bisherigen Verlauf der Reise dokumentieren die Berichte eins, zwei, drei, vier und fünf. Besonders interessant war der gestrige Nachweis des kompletten Venusrings in 3° Sonnenabstand: Wie der Leiter des Venus Twilight Experiments diesem Blog gerade erklärte, wird der Ring durch Lichtstreuung an Tröpfchen über der Wolkendecke des Planeten verursacht, während es sich bei dem 100- bis 1000-mal helleren Lomonossov-Ring alias der Aureole während des Ein- und Austritts um von der Atmosphäre gebrochenes Sonnenlicht handelt. Wissenschaftlich interessant ist beides. Über diverse Forschungsprojekte rund um den Venustransit wurde hier schon berichtet, aber inzwischen haben weitere Pressemitteilungen auf noch mehr Pläne der Fachastronomie hingewiesen: mit den Satelliten RHESSI, Proba 2, Hinode und SDO, der ISS, dem Radioteleskop JCMT (in Koordination mit dem Venus Express) und diversen optischen Teleskopen, wozu weit mehr als nur das Aureolen-Projekt zählt. [7:25 MESZ]

Venustransit in drei Wochen – Videos schon jetzt

16. Mai 2012

In diesen Stunden sind es noch exakt drei Wochen bis zum nächsten Sonnendurchgang der Venus (0:09 bis 6:50 MESZ am 6.Juni), zugleich dem letzten bis zum Jahr 2117. Und schon jetzt quellen die großen Videoportale über mit Videoclips aller Art im Vorfeld des Ereignisses, dessen Bedeutung weit über die Astronomie hinaus reicht. Zum Beispiel diese sieben hier:


Eine Einführung in das Phänomen, zu den Klängen von „Morning Star“ – einer neuseeländischen Band, die tatsächlich „Transit of Venus“ heißt! Das Ganze eigentlich ein Trailer für eine Fulldome-Produktion: Das 4-Minuten-Filmchen gibt’s hier gratis, und es gibt noch weitere Shows zum Transit für Planetarien, etwa diese hier.


Eine originell produzierte kurze Einführung von der University of Oxford – und es geht auch noch ganz anders


Eine Art Mini-Dokumentation (zweiter Teil), für einen NASA-Webcast des Transits aus Hawaii.


Längerer Trailer für den Dokumentarfilm „Our last Transit of Venus“, der aus einem Fundus für europäische Planetenforschung gefördert wird; auch weitere Clips sind schon verfügbar.


Ausschnitt aus einer Fulldome-Präsentation über den Transit in Indien, aus einem Workshop des Planetariums in Delhi, dessen Direktorin auch den Text spricht; viele weitere Clips aus der Veranstaltung werden in dieser Sammlung bis Monatsende noch hoch geladen.


John Philip Sousas „Transit of Venus March“ von 1883, gespielt vom Penn High School Orchestra in Mishawaka, Indiana, 2004.


„Transits in Time“, eine Komposition von Paul Hombach (Musik und Soundeffekte) und Stefan Krause (Bilder und Idee), die vier Jahrhunderte Geschichte und Venustransits zusammen bringt. Viele weitere Links und v.a News zum Venusdurchgang – und die Sichtgeometrie für verschiedene Weltregionen – sind in dieser Sammlung zu finden, die ständig weiter wächst, während die Venussichel expandiert & schmaler wird. Oh, und bis zur ringförmigen SoFi in Ostasien & den USA (0:06 bis 3:39 MESZ am 21. Mai) sind’s jetzt noch genau fünf Tage.