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Amerikanischer Nibiru-Spinner sieht schlagenden Beweis bei Bonner Radioastronomen

19. August 2012

Die Vorstellung, dass sich ein schon den alten Sumerern bekannter zusätzlicher Planet namens Nibiru dieser Tage der Erde nähere und im Sonnensystem für gewaltige Unordnung sorgen werde, ist ein besonders populärer Sub-Irrglaube des „2012“-Wahns: Alles und jedes vermeintlich Seltsame auf Himmelsbildern – seien sie selbst gemacht oder aus fachastronomischen Datenbanken gesaugt – wird von den fanatischen Nibiru-Gläubigen als Beleg für das Nahen des Himmelskörpers gewertet. Man muss nur mal bei YouTube nach „Nibiru“ suchen und wird mit ‚Beweisvideos‘ zugeschüttet (die dann mitunter hübsch die Venus-Sichel zeigen) – aber inzwischen ist den Fanatikern offenbar jede Wellenlänge recht. Auf ein besonders kurioses Beispiel von diesem Juni ist dieser Blogger gerade aufmerksam geworden: Da hatte sich jemand mittels des benutzerfreundlichen Skyview-Tools der NASA (die doch sonst immer als Zentrum des Bösen in Sachen Nibiru-Verschleierung gilt) eine Bonner Radiodurchmusterung des Himmels bei 1420 MHz angeschaut und dort dem praktisch unlesbar chaotischen Bericht zufolge das erste klare Bild des „Planet X Super System“ entdeckt, Nibiru samt gleich vier Monden!

Um welche Radioquellen aus der Milchstraße es sich dabei in Wirklichkeit auch handeln mag (diesem Blogger ist noch nicht einmal klar, welche er davon mit Nibiru and friends identifiziert): Was unser „Experte“, der sich für einen Amateurastronomen hält, bedauerlicherweise übersah, ist dass Skyview natürlich kein Live-Bild des Himmels liefert. Just die Bonner 1420-MHz-Durchmusterung enstand von 1972 bis 1976 mit dem alten Radioteleskop auf dem Stockert, die Daten sind also bis zu 40 Jahre alt. Auf die verrückte Verbindung vom inexistenten Nibiru zur real existierenden Bonner Radioastronomie ist dieser Blogger übrigens durch diesen Artikel aus derselben Feder gestoßen (in dem Reflexe in einer Flugzeugscheibe als Nibiru-Beweis herhalten müssen), der wiederum in dieser Vortragsankündigung von einer gerade laufenden Konferenz vom „Chemtrail“-Gläubigen in Los Angeles verlinkt wird, auf die diese Nacht ein engagierter Beobachter der Szene hinwies. Denn dieses – genau so wenig existierende – Himmelsspray wird nach (nicht nur) seiner Auffassung von „ihnen“ vor allem deswegen ausgebracht, um irdische Blicke auf Nibiru zu verhindern, während sich die Mächtigen der Welt in Sicherheit bringen. Eine Große Vereinheitlichte Verschwörungstheorie sozusagen …

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