Posts Tagged ‘Vesta’

Weitere größere Artikel

22. Juli 2011

Vesta in Opposition – und Dawn schraubt sich näher (und hat am 18. Juli auch obiges Bild aus 10’500 km Distanz gemacht; inzwischen ist der Abstand nochmals halbiert worden).

Neues Galaxien-Schema löst Hubbles »Stimmgabel« ab! Nach 75 Jahren …

Wie Kometen im Anflug auf die Sonne untergehen: detaillierte Theorie – und ein ganz aktueller Fall.

(Riesige Staubwolken im Wind von Beteigeuze im IR abgebildet)

Gewaltiges Amateur-Fotomosaik des ganzen Himmels noch detailreicher als die beiden 2009-er.

Kürzere Artikel

(Neptuns Tageslänge neu vermessen – aber auch korrekt?)

(Vierter Plutomond entdeckt – aber winzig.)

Die Große Magellansche Wolke stahl der Kleinen Sterne und Gas, und dabei könnte auch 30 Dor entstanden sein.

Das erste Bild von Vesta aus der Umlaufbahn

18. Juli 2011

NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Es entstand einen Tag nach dem Orbiteintritt Dawns am 17. Juli aus 15’000 km Distanz: Ein Pixel entspricht jetzt nur noch 1.4 km (und es geht noch ein bisschen schärfer)! Zwar ist die Sonde in einer stabilen Umlaufbahn angekommen, aber die Annäherungsphase dauert noch drei Wochen.

NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Die Südpolarregion Vestas, während einer Rotationssequenz am 9. Juli aufgenommen und hier scharf gerechnet und in Kartenprojektion dargestellt: In dieser Gegend ist die Topografie besonders schroff.

NASA/JPL-Caltech/JAXA/ESA

Acht bisher von Raumsonden aufgenommene Kleinplaneten im selben Maßstab: Auch Rosettas letztes Ziel Lutetia, besucht vor genau einem Jahr, ist mit 130 km Durchmesser ein Zwerg gegenüber Vestas 530 km. NACHTRAG: Das Vesta-Bild in dem Vergleich wurde später ausgetauscht gegen eine weitere Nahaufnahme von Mitte Juli. Und es gibt ein neues Dawn Journal mit vielen Details zum Missionsverlauf.

In ~3 1/2 Stunden ist Dawn im Orbit um Vesta!

16. Juli 2011

Gegen 7:00 MESZ wird heute morgen der Eintritt der NASA-Sonde in eine erste noch locker gebundene Umlaufbahn in ~16’000 km Abstand um Vesta – oben ein Bild vom 9. Juli aus 41’000 km Distanz, leicht nachgeschärft; hier eine andere Bearbeitung [NACHTRAG: blinkende Version! NACHTRAG 2: noch noch eine andere Nachschärfung] – erwartet, aber eine Bestätigung soll es erst am Sonntagmorgen beim nächsten Funkkontakt geben. Unterdessen gibt es Zoff um die Bezeichung Vestas as ‚Protoplanet‘, aber eine klare Definition dieses astronomischen Begriffs ist verblüffend schwer zu finden. News rund um die Vesta Orbit Insertion gibt’s im Cosmic Mirror #343 im Header! NACHTRAG: Der Eintritt hat geklappt, aber man kann noch nicht sagen, wann genau es so weit war. NACHTRAG 2: Jedenfalls geht’s bereits mit 23 m/s weiter Richtung Vesta.

Erstmals Sungrazer vor der Sonne gesehen!

7. Juli 2011

Es war ein größeres Exemplar der sonnenstürzenden Kreutz-Kometen, das in der Nacht 5./6. Juli durch die Gesichtsfelder von LASCO C3 und C2 (oben) auf dem Satelliten SOHO zog – und dann passierte etwas, das so noch nie vorgekommen war: Das AIA-Extrem-UV-Teleskop bei 17 nm Wellenlänge auf dem SDO sah den Kometen vor der Sonnenscheibe entlangflitzen! Das Video muss man sich ein paar Mal fullscreen anschauen, dann ist es eindeutig. Noch harrt es der genaueren Auswertung: Vermutlich verdampft der Komet am Ende seiner Reise einfach komplett. NACHTRAG: ein kleines Video über den Fall.

Vesta aus nur noch 100’000 km Distanz aufgenommen von Dawn am 1. Juli; ein Pixel entspricht jetzt knapp 10 km. Man kann auch versuchen, noch mehr aus dem Bild heraus zu kitzeln … NACHTRAG: Nicht nur die Bilder gibt’s spät – auch über gravierende technische Probleme mit dem Spacecraft, offenbar gelöst, wird erst mehr als eine Woche später berichtet!

Der große Sturm auf dem Saturn aus Cassinis Sicht am 26. Februar (zwei Ausschnitte; nahinfrarote Falschfarben von 727 bis 889 nm): Der Sturm ist der größte wie intensivste, den je eine Raumsonde aus der Nähe beobachten konnte. Zu den vielen neuen Einsichten gehört die Detektion von bis zu 10 Blitzen pro Sekunde im Zusammenhang mit dem Sturm, der nun schon über ein halbes Jahr anhält.

Vesta wächst im Fadenkreuz der Dawn-Sonde

23. Juni 2011

Nur im Wochenrhythmus schaut die NASA-Sonde Dawn im Anflug auf den Asteroiden Vesta in dessen Richtung: Dazu muss jeweils der Ionenantrieb abgeschaltet und in Sonde mit ihren fest montierten Kameras im Raum gedreht werden. Das obige Video fasst alle bisher entstandenen Aufnahmen zu einem Video zusammen, das jeweils eine Teilrotation in unterschiedlichem Abstand zeigt; darunter Einzelbilder vom 14. und 20. Juni: Jetzt sind die Bilder schon doppelt so scharf wie die besten von Hubble und zeigen einen verblüffend strukturreichen Himmelskörper, auch wenn gerade auf einer NASA-PK noch keine Interpretation der Details gewagt wurde. Noch beträgt der Abstand etwa 155’000 km, beim „Eintritt“ in den Orbit am 16. Juli werden es 16’000 km sein. Während der vorsichtigen weiteren Annäherung wird die 500-km-Vesta 20 Tage oder 7 Orbits lang aus 2700 km Höhe Abstand kartiert, später aus 680 km Abstand 30 Tage lang für eine systematische mineralogische und stereographische Erfassung, und schließlich folgen Elementen-Analysen via Gammastrahlung und Schwerefeldvermessung aus nur 200 km Höhe, die 70 Tage dauern. Dann geht es wieder in größere Höhe (jetzt ist die Sonne weiter nach Norden gewandert, und neue Bereiche liegen im Licht) und schließlich weiter Richtung Ceres. NACHTRAG: Fans prozessieren die Bilder weiter.

Dawn kann schon erste Details auf Vesta sehen!

14. Juni 2011

Ein Video aus 20 Bildern vom 1. Juni mit 30° Rotation zeigt erstmals ein paar Details auf dem Asteroiden Vesta, den die Raumsonde Dawn am 16. Juni erreichen soll. Die Auflösung ist noch nicht so gut wie bei Hubble, aber diese Qualität sollte ungefähr jetzt erreicht sein. Fragt sich nur (und da scheint es hinter der Kulissen einigen Knatsch zu geben), wie schnell wie viele weitere Bilder das Licht der Öffentlichkeit erblicken werden …

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

3. Mai 2011

Heute war Neumond – und eine partielle Sonnenfinsternis: natürlich nur für das Solar Dynamics Observatory, das hier den Mondrand (Berge inklusive; Standbild anklicken für eine große Version)vor dem solaren Plasma in kurzwelligem Licht zeigt. Noch ein anderes Standbild – und eine Amateuraufnahme der H-Alpha-Sonne heute mit 1.5 Mio. Pixeln!

Neufundland im Gegenlicht aus der ISS gesehen – hier ein weiteres Bild.

Liegt da ein geheimes Satelliten-Foto auf dem Tisch des Situation Room des Weißen Hauses während des Angriffs in Pakistan? Das Weiße Haus ließ das „Geheimdokument“ – so die BU – auf diesem berühmten Foto [NACHTRAG: tiefe Gedanken dazu …] verpixeln, aber ein Vergleich (wenn man es unschärfer oder viel kleiner betrachtet) mit Satellitenbildern des Komplexes in Abbottabad legt nahe (so sehen es auch viele Kommentatoren hier [NACHTRAG: und auch dieser Artikel]), dass es sich um eine etwas schräge Ansicht des Hauptgebäudes handelt. Entstanden entweder aus der Luft oder von einem Foto-Aufklärungssatelliten – jedenfalls soll die Welt wohl nicht erfahren, wie scharf es ist.

Dawns Anflug auf Vesta hat „offiziell“ begonnen

in 1.2 Mio. km Abstand von dem großen Asteroiden: Ab jetzt an Hand von Aufnahmen („Letzte Testaufnahmen…“) Vestas vor dem Sternenhintergrund navigiert (anstatt von Radionavigation und anderen Techniken, bei denen der Asteroid selbst nicht mitspielt), während sich die Sonde die nächsten drei Monate mit ihrem Ionenantrieb heran pirscht – der erste Teil der insgesamt 15 Monate währenden Vesta-Phase der komplizierten Mission. Am 16. Juli wird Dawn dann in 15’500 km Abstand in den erste, weiten Orbit eingefangen. Die Anflugphase wird für Test- und Baseline-Messungen der diversen wissenschaftlichen Instrumente genutzt – und für eine fotografische Suche nach Vesta-Monden; von der Erde aus wurden bisher keine entdeckt. (JPL Release, Dawn Journal, Planetary Society Blog 3.5.2011)

Die Jagd nach New-Horizons-Zielen jenseits von Pluto hat begonnen: Mit einigen der größten erdgebundenen Teleskope wird jetzt 2 bis 3 Jahre lang systematisch eine bestimmte Himmelsregion – leider nahe des Sternengewimmels um das Galaktische Zentrum – nach unbekannten Bewohnern des Kuiper-Gürtels abgesucht, von denen die Raumsonde nach ihrem Pluto-Flyby 2015 noch mindestens einen aufsuchen könnte. Mindestens 50 km groß sein sollte er schon. (New Horizons Release 20.4.2011)

Das NanoSail D bleibt 6 bis 12 Monate im Orbit

und nicht nur 70 bis 120 Tage, wie man zunächst gedacht hatte: Der experimentelle Sonnensegler ist nämlich eine flache Fluglage parallel zum Orbit gegangen („flat spin attitude“), wo er nur geringen Luftwiderstand erfährt. So ist die Bahnhöhe von den ursprünglichen 640 km erst um 45 km geschrumpft. Die exotische Orientierung des Segelchens im Raum führt zu sehr unterschiedlicher Sichtbarkeit vom Erdboden aus: Mal hell, zuweilen sogar mit negativer Größe, dann wieder schlicht unsichtbar, wenn der Blick auf die Segel-Kante fällt. Dem niederländischen Satellitenspezialisten Ralf Vandebergh ist am 24. März das wohl erste klar aufgelöste Foto des NanoSail D gelungen, und auch er dokumentierte die extremen Schwankungen der Sichtbarkeit (hier weitere Verarbeitung der Bilder). Derzeit gibt es für Deutschland jede Nacht zwischen 2 und 4 im Prinzip sichtbare Überflüge, von flach bis hoch – was aber kein Vorteil ist. (NASA Release 26., AstroBob 29.4.2011)

Drei Prototypen für „Chip-Satelliten“ kommen auf die ISS, wenn die Endeavour endlich fliegen kann (was nun frühestens am 10. Mai möglich ist): Sie bringt unter dem Projektnamen „Sprite“ drei jeweils ein Quadratzoll große elektronische Gebilde zur Raumstation, die dort im Experiment MISSE-8 mehrere Jahre lang Weltraumbedingungen ausgesetzt werden sollen. Sie sollen einfache Messungen machen und zur Erde funken – und ganze Schwärme derartigen „Satelliten-Staubs“ könnten einst in den Raum entlassen werden, wo sie der Strahlungsdruck der Sonne wie auch der Sonnenwind zu anderen Planeten treiben könnten. (Cornell Chronicle 27., Centauri Dreams 28.4.2011)

Japanischer Erdbeobachter ALOS ausgefallen: kein Strom mehr

Dem Advanced Land Observing Satellite, auch Daichi genannt, ging am 22. April unerwartet und rapide der Strom aus, und der Satellit – der bei der Beobachtung der Tsunami-Folgen nach dem 11. März eine wichtige Rolle spielte – ist wohl verloren. 2006 gestartet und für 3 Jahre ausgelegt, war er allerdings schon in der Verlängerung gewesen. Der Stromausfall erinnert an das unrühmliche Ende des Satelliten ADEOS 2 (siehe Cosmic Mirror #263 Kurzmeldungen) im Herbst 2003. (JAXA Release, Space News, Spaceflight Now 22., SatTrackCam 23., Planetary Society Blog 25.4.2011 – und die neuesten ALOS-PALSAR-Daten aus dem Erdbebengebiet. Auch Xinhua 22.4.2011 zur gelungen Kontaktaufnahme mit dem verschollenen russischen [„Russischer Kartografie-Satellit …“] Geo-IK-2)

Indiens ResourceSat-2 hat die ersten Bilder geschickt, die allerdings noch nicht veröffentlicht wurden – und inzwischen gibt es auch ganz offiziell Bahnelemente des Satelliten („Eine Rakete …“), was gegen eine primäre Nutzung als Aufklärungssatellit spricht; die beste Kamera an Bord, LISS-IV, hat eh‘ nur 6 m Auflösung. (ISRO Press Releases 28., 25.4.2011; The Hindu 26., Indrus 27.4.2011. Auch Parabolic Arc 29.4.2011 zu einem möglichen Einstieg Indiens bei einer US-Mond-Sample-Return-Mission und IANS 25.4.2011 zur vermutlichen Aufklärung des letzten GSLV-Disasters [„Weiter Rätseln …“]: Die russische Nutzlastverkleidung sei Schuld gewesen)

Die Erklärung für die vier Gewinner der CCDev-2-NASA-Dollars

ist publik: Die Weltraumbehörde wollte bei dieser Ausschüttung von 270 Mio.$ („270 NASA-Millionen …“) für die Förderung kommerziellen Transports zur ISS die Entwicklung von Raumkapseln etc. stärker bedenken als die reiner Raketen, weil es davon schon einige in den USA gibt – deswegen hatten weder ULA noch ATK eine Chance. Am stärksten überzeugten Boeing und SpaceX mit ihren geplanten relativ klassischen Raumkapseln CST-100 bzw. Dragon, und um der Vielfalt willen gab es auch noch was für Sierra Nevada mit einem Mini-Shuttle und Blue Origins mit einer Kapsel, die aber auf Düsenstrahl und Füßen landet. Excalibur Almaz fiel dagegen (wegen eines konfusen Business-Plans) ebenso durch wie Orbital Sciences mit einer bemannten Cygnus-Kapsel, die dem Dream Chaser von Sierra Nevada in mehreren Punkten unterlegen schien. (Spaceflight Now 24., The Space Review 25.4., Houston Chronicle 1.5.2011. Auch ein Interview, in dem SpaceX-Chef ab 13:04 von Dragon-Flügen zum Mars fabuliert [auch von AFP berichtet] und ein NASA Release zum ESA-Bekenntnis zur ISS)

Die Taurus 2 bekommt einen Testflug spendiert, bevor sie das erste Mal einen Cygnus-Transporter zur ISS bringen darf: Nachdem die NASA endlich einen Haushalt für das laufende Finanzjahr hat, konnte sie Orbital die Mittel – rund 100 Mio.$ – für den Test freigeben; die beiden Raketen starten vermutlich im Oktober und Dezember. Wenn beide und das Andocken der Cygnus an die ISS funktionieren, könnte sie bereits im 1. Quartal 2012 mit der Versorgung der Raumstation beginnen. Derweil soll sich die Orbital-interne Untersuchung des Versagens einer Taurus XL im März dem Ende nähern, ebenso die Untersuchung seitens der NASA. (Spaceflight Now, Space News 21.4.2011)

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

15. März 2011

Zwei geheimnisvolle Starts (Delta 4, Atlas 5) gelungen – Glory auf Taurus XL verloren

Ohne Probleme gelangten am 12. März ein geheimer Satellit des National Reconnaissance Office – NROL-27 alias Gryphon – auf einer Delta 4 (oben) und am 5. März das zweite Exemplar des mysteriösen Minishuttles X-37B auf einer Atlas 5 (Mitte) in den Orbit, doch der Glory der NASA („Start des Klimasatelliten …“) ging beim erneuten Fehlstart einer Taurus XL am 4. März (unten) verloren. Bereits der letzte Start dieser Rakete vor 2 Jahren hatte einen NASA-Klimaforscher vernichtet (Kurzmeldung unten), als sich – genau wie jetzt wieder – die Nutzlastverkleidung nicht löste und Rakete samt Satellit in antarktische Gewässer stürzten. Der Mechanismus des Verkleidungsabwurfs war daraufhin durch den seither dreimal bewährten der Minotaur-4-Rakete ersetzt worden; dass sich das Versagen nun wiederholte, war ein totaler Schock für die Firma Orbital Sciences, die der NASA sowohl die Rakete wie den Satelliten geliefert hatte: NASA Release 9., Nature 7. Space Today 4.3.2011; viele weitere Links im Cosmic Mirror #341.

Auch diesmal kann wieder nur spekuliert werden, was an Bord des 2. X-37B ist, der ca. 270 Tage im Orbit bleiben soll: Verraten hat die USAF lediglich, dass man diesmal gezielt bei stärkerem Wind landen will, um diese Technik weiter zu testen. Beobachter tippen, dass an Bord Sensor-Technologie für künftige Aufklärungssatelliten getestet werden soll (für Aggressiveres wäre der Shuttle weder groß noch wendig genug); der Verdacht, dass ein Programm ein weitgehend zweckfreier Selbstläufer sei steht aber weiter im Raum. Wann der 1. Shuttle zum 2. Mal starten soll – was erst seine Wiederverwendbarkeit beweisen wird – scheint noch nicht fest zu stehen: Boeing, USAF Releases, Start-Bilder (mehr), Spaceflight Now, Space.com (später), TIME, LA Times, Universe Today, Space Today (früher), Tagesschau, Welt. Zum Start des Gryphon – spektakulär bei Sonnenuntergang; Amateurbilder hier, hier, hier, hier und hier und Videos hier und hier – gab es offiziell nur heiße Luft, man mutmaßt aber, dass es sich um einen leistungsfähigen Kommunikationssatelliten für Aufklärungsdaten handelt: Universe Today, Space Today, Eureka.

Europäischer GPS-Overlay fertig: EGNOS für Flughäfen

Das European Geostationary Navigation Overlay System ist nach 15 Jahren Entwicklung seit dem 2. März zertifiziert und damit reif für die Anwendung im Luftverkehr, der kritischsten aller möglichen Nutzungen von Satellitennavigation: Gut 40 über Europa verteilte ortsfeste Empfänger bekommen ständig ihre vermeintliche Position durch das amerikanische GPS-System geliefert, ermitteln die Fehler und verteilen diese Information über drei geostationäre Satelliten. Wer also gleichzeitig GPS nutzt und diesen Zusatzservice empfängt, dessen jährlicher Betrieb rund 110 Mio. Euro kostet (Finanzierung nach 2013 noch unklar!), kann seine Position im 3D-Raum mit absoluter Genauigkeit angeben. (Space News 3.3.2011)

Zumindest die erste Phase der GPS-Konkurrenz Galileo ist nun sicher finanziert: Damit können die ersten 18 („Galileo-NavSats …“) – bereits im Bau befindlichen – Satelliten gestartet werden, und es bleiben noch Reserven für Unvorhergesehenes. Die Komplettierung des Systems auf 30 Satelliten dürfte indes vor 2014 kaum anzugehen sein. (Space News 3.3.2011)

Die erste Buchung wissenschaftlicher Flüge auf bemannten Suborbitalraumschiffen

hat das Southwest Research Institute vorgenommen: Mit dem SpaceShipTwo („Zoff …“) von Virgin Galactic soll es bis in mindestens 100 km Höhe gehen und mit dem Lynx Mark 1 von XCOR immerhin noch 60 km hoch (was zwar kein Weltraum aber immer noch ziemlich hoch ist). Materialwissenschaft unter µg – zum Verhalten von Asteroiden-Regolith – und medizinische Selbstversuche sind ebenso geplant wie der Wiederflug des astronomischen UV-Teleskops SWUIS (Southwest Ultraviolet Imaging System), das 1997 auf dem Space Shuttle Discovery im Orbit war. In der US-Wissenschaft besteht generell ein großes Interesse an der Nutzung („Suborbital-Raumschiffe …“) der kommerziellen Suborbitalschiffe: Sie stellen eine Nische zwischen Parabelflügen und der ISS dar, auf die nur sehr schwer zu kommen ist. Noch unklar ist, wie viel Training die Wissenschaftler, die die Experimente in den 5 Minuten µg betreuen, benötigen werden – und ob sie sich auch in der Schwerelosigkeit amüsieren dürfen oder fest angeschnallt werden … (Virgin Galactic Press Release 28.2., Space Today 1., The Space Review 14.3.2011)

China verfolgt offenbar Pläne für eine große Raumstation: Der dieses Jahr startenden Ministation Tiangong-1 („In rund einem Jahr …“), die erst unbemannt Shenzhou 8 und dann zwei Besatzungen aufsuchen werden, sollen 2013 eine größere und 2015 eine noch größere Station folgen – und im Zeitraum 2020-22 wird dann eine 60-Tonnen-Station aufgebaut, die 10 Jahre halten soll. Und etwas Sinnvolles damit anfangen wollen die Chinesen angeblich auch. (Space.com 7.3.2011)

Neue Chance für DSCOVR als Weltraumwetterwächter?

Im NASA-Budget-Entwurf für 2011 steht es jedenfalls drin: Der einst von Al Gore („Der „GoreSat“ …“) als kurioser Erdbeobachter, der immer auf die Tagseite schaut, initiierte Satellit, der politischen Ränkespielen zum Opfer fiel und seit 7 Jahren eingelagert ist, wird demnach mit Detektoren für solare Teilchen erweitert und soll im Lagrangepunkt 1 den uralten Advanced Composition Explorer ablösen, der seine Nennlebensdauer schon um 12(!) Jahre überschritten hat. Mit einem Start Ende 2013 käme er gerade recht zum Sonnenmaximum. (Spaceflight Now 21.2.2011) NACHTRAG: ein langer Artikel zur Odyssee des Satelliten. NACHTRAG 2: weitere Entwicklungen.

Die dritte Generation der Meteosats ist gesichert, nachdem die Statthalter-Regierung Belgiens als letzte die Mittel für Meteosat Third Generation („Meteosats der 3. …“) freigegeben hat – damit wird es Euro-Wettersatelliten auch die nächsten 30 Jahre geben. Und zwar sechs MTG-Satelliten, die ab 2018 starten sollen, Kostenpunkt rund 3.4 Mrd. Euro. (Eumetsat Release, BBC 25.2.2011. Und Chosun Ilbo 10.3.2011 über den Beinahe-Zusammenstoß u.a. eines koreanischen Wettersatelliten mit einem im GEO herumirrenden russischen Satelliten)

Die ersten kalibrierten Messungen der UV-Strahlung der Sonne durch den Satelliten PROBA-2

und sein LYRA-Instrument liegen nun vor: Es misst mindestens 20-mal pro Sekunde die Irradianz in vier Wellenlängen und ist damit ein ideales Frühstwarnsystem für Flares und Ähnliches. Die Kamera SWAP auf demselben ESA-Satelliten („Proba-2 …“) – der auch noch diverse Technologie- und weitere wissenschaftliche Experimente trägt – kann dann nachschauen, wo auf der Sonnenscheibe die zusätzliche UV-Strahlung her kommt. (ESA Release 10.3.2011. Und eine DLR PM 15.3.2011 zur zeitweiligen Übernahme der Kontrolle des PRISMA-Satellitenpärchens durch das DLR [NACHTRAG: DLR Blog dazu] – ab Sommer sind wieder die Schweden dran)

GOCE hat das beste Geoid aller Zeiten bestimmt und am 2. März das erste Jahr seiner Vermessung des Schwerefelds der Erde abgeschlossen – die Verlängerung der Mission bis Ende 2012 ist bereits beschlossen, um die Daten noch weiter zu verbessern. (ESA Release 4.3.2011)

Vier Finalisten für die dritte Mittelklasse-Mission der Cosmic Vision

der ESA (M3) sind aus 47 eingegangenen Vorschlägen ausgewählt worden: ein Exoplaneten-Spektrograph, ein großflächiger Röntgensatellit, eine Sample Return von einem Asteroiden und ein Satellit für fundamentalphysikalische Experimente. Der Gewinner darf auf einen Start im Zeitraum 2020-22 hoffen, nach M1 und M2 in den Jahren 2017-18: Noch dieses Jahr werden die beiden Glücklichen aus den drei Kandidaten („Drei Finalisten …“) Euclid, PLATO und Solar Orbiter ausgewählt. (ESA Release 25., BBC 26.2.2011. Und Space News 25.2., New Scientist 2., Space News 11.3.2011 zu neuem – diesmal technischem – Ärger mit dem JWST, dessen Detektoren aus unerfindlichen Gründen rapide vergammeln und u.U. für 30 Mio.$ ersetzt werden müssen)

Der nächste große US-Astrosatellit WFIRST kann frühestens 2025 starten, weil die enormen Kosten- und Terminüberschreitungen beim JWST den Astro-Etat massiv belasten. Am liebsten würden die Amerikaner doch noch bei Euclid einsteigen, aber der Zug scheint abgefahren. Ein Szenario steht aber noch im Raum: Fällt Euclid bei der M2/M3-Wahl durch, dann könnte die Mission eines Dunkelenergie-Forschers vielleicht separat als 50:50-Partnerschaft mit der NASA gerettet werden – die sonst in der Weltraumastronomie ähnlich ins Hintertreffen zu geraten droht wie es die US-Teilchenphysiker gegenüber dem CERN bereits sind … (Science 4.3.2011 S. 1121)

Voyager 1 dreht sich auf Kommando im Raum

Inzwischen im Heliosheath am Rande des Sonnensystems angekommen, hat sich die 33 Jahre alte Raumsonde am 7. März planmäßig gedreht, um den Anströmwinkel eines Messgeräts für den Sonnenwind zu ändern – es misst seit einer Weile die Geschwindigkeit Null (siehe ISAN 126-10), und das bedeutet vermutlich, dass der solare Teilchenstrom hier aufgehalten wird und zur Seite abknickt. Die Analyse der Daten wird dauern, und auch weitere Pirouetten Voyagers sind geplant – ein Manöver, das (bis auf einen Vortest) seit 21 Jahren nicht mehr durchgeführt wurde, damals zur Aufnahme des Portraits des Sonnensystems. (JPL Release, Universe Today 8.3.2011)

Der Saturnmond Enceladus hat eine noch viel stärkere innere Wärmequelle als bisher gedacht, 15.8 GW, haben IR-Messungen Cassinis am Südpol (wo die ‚Tigerstreifen‘ einen Blick ins Innere erlauben) gezeigt – und eine offensichtliche Ursache gibt es nicht! Vielleicht verändern sich die orbitalen Verhältnisse von Enceladus und Dione in einer Weise, dass die Gezeitenheizung zeitweise stark erhöht ist, und wir haben gerade Glück („Enceladus nur …“)? Jedenfalls ist nun noch wahrscheinlicher, dass es im Enceladus-Inneren flüssiges Wasser gibt, was den kleinen Mond astrobiologisch noch interessanter macht. (JPL Release 7.3.2011)

MESSENGER vor dem Eintritt in den Merkur-Orbit!

In der Nacht vom 17. zum 18. März wird die NASA-Sonde MESSENGER, die bereits dreimal am Merkur vorbei flog, von 1:45 bis 2:00 MEZ ihr Triebwerk zünden, 31% des Treibstoffvorrats verbrennen und die Geschwindigkeit um 862 m/s verringern: Schon während des Manövers sollte dessen genereller Erfolg zu bemerken sein, und gegen 3:00 MEZ wird feststehen, ob der Zielorbit („MESSENGER keine 100 Tage …“) erreicht wurde. Nur sehr vorsichtig werden dann in der neuen permanent heißen Umgebung die wissenschaftlichen Instrumente wieder in Betrieb genommen, mit dem Beginn regulärer Beobachtungen am 4. April: Bilder aus dem Orbit wird es z.B. noch zwei Wochen lang keine geben. Und auch danach wird nur ein ausgewähltes Bild pro Tag gezeigt: Im Gegensatz zu etwa Cassini wird das Projekt den ständigen Fluss der Rohbilder unter Verschluss halten, so dass der Rest der Welt sie erst nach Monaten über das zentrale Archiv zu Gesicht bekommen wird. (JHU APL Release, Visuals, U. Colorado PR, Science@NASA, Planetary Society Blog, New Scientist 15., UA News 11.3.2011)

Dawn nähert sich dem Asteroiden Vesta mit nur noch 700 m/s, und die Geschwindigkeit sinkt jeden Tag, den das Ionentriebwerk eingeschaltet („Asteroidensonde …“) ist, um 7 m/s: Im Juli wird die erste Umlaufbahn in 2400 km Höhe erreicht, später geht es auf 660 und schließlich sogar 200 km hinunter, bevor die Reise im Juli 2012 in Richtung Zwergplanet Ceres fortgesetzt wird. Schon jetzt ist Vesta übrigens am Dawn’schen Himmel das nach der Sonne hellste Objekt. Um dessen systematische Kartierung zu trainieren (80% der Oberfläche liegen im Licht), ist schon mal das bestmögliche 3D-Modell aus Hubble- und erdgebundenen Bildern (siehe ISAN 121-9) erstellt worden. (Dawn Journal 27.2., JPL Release, DLR PM 10.3.2011. Und das Planetary Society Blog 7.2.2011 über den Vesta-Körper mit seinem großen Krater)

Nachrichten aus dem Planetensystem kompakt

17. Mai 2010

Sauwetter in Japan verhindert Dreifach-Start zur Venus

Sechs Satelliten sitzen in der H-2A-Rakete auf dem japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima, und drei von ihnen sollen auf den Weg zur Venus geschickt werden – doch ausnehmend schlechtes Wetter hat gerade (bzw. am Morgen des 18. Mai japanischer Zeit) zur Verschiebung des Starts geführt, obwohl man bis fünf Minuten vorher noch Hoffnung gehegt hatte. Bei den Venus-Reisenden in spe handelt es sich mit Akatsuki und IKAROS („Die nächste Mission …“) um Japans ersten Venus-Orbiter und einen Sonnensegler, und auch der experimentelle Nanosatellit UNITEC-1, einer von vier Kleinsatelliten an Bord, sollte das Paar Richtung Venus begleiten. Ein Termin für den nächsten Startversuch wurde zunächst nicht genannt; das Wiederbetanken der Rakete würde zwei Tage dauern, und die Konstellation der Planeten spielt natürlich auch eine Rolle. Das Startfenster reicht bis zum 3. Juni. (Status, Science 7.5.2010 S. 677; viele weitere Links im Cosmic Mirror #336) NACHTRAG: Der JAXA Release zum Scrub kommt wenigstens mit einem bunten Diagramm … NACHTRAG 2: Neue Zielstartzeit ist 23:58:22 MESZ am 20. Mai.

Der Venus Express maß die Dichte der Planetenatmosphäre durch ihre Reibung an den Solarzellen, die in 180 km Höhe in unterschiedlichen Winkeln zur Flugrichtung gestellt wurden: nicht die erste und nicht die letzte derartige ‚aerodrag‘-Kampagne. (Mission Ops Update #219 7., ESA Release 21., LichtEcho 22.4.2010. Und das Planetary Society Blog zu Wissenslücken in der Venusforschung)

Hayabusas Proben-Kapsel landet am 13. Juni gegen 17:00 MESZ in Australien

im Woomera Prohibited Area im Outback Südaustraliens: Obwohl Ort und auch Datum schon länger ‚in der Szene‘ bekannt waren, ist dies erst seit dem 21. April offiziell, nachdem Japan von Australien den „Authorized Return of Overseas Launch Space Object“ (AROLSO) erhalten hatte. Noch „zielen“ die Sonde Hayabusa („Asteroiden-Sampler …“) und die – vielleicht mit ein wenig Staub des Asteroiden Itokawa gefüllte – Kapsel knapp an der Erde vorbei, und erst die letzten beiden Bahnkorrekturen werden die Trajektorie Richtung Australien biegen: Während die Kapsel eine Stunde nach dem Atmosphäreneintritt am Fallschirm landen soll, verglüht Hayabusa selbst. Und auch dies soll noch einmal Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sein, wird doch dieser ‚kontrollierte Meteor‘ mit immerhin 12 km/s von Instrumenten auf einem Flugzeug und vom Boden aus beobachtet werden. (Hayabusa Live, Science 30.4.2010 S. 565; zahlreiche Links im Cosmic Mirror #336)

Dawns Orbits um den Asteroiden Vesta werden „die bisher komplexeste operationelle Umgebung für eine NASA-Mission“ sein: Da kann es zu resonanten Einfängen kommen, und unterhalb von 400 km Radius kann nicht garantiert werden, dass Dawn während des Aufenthalts von Juli 2011 bis Juli 2012 nicht versehentlich auf die Oberfläche knallt. Die genaue Bahn um den Asteroiden kann überhaupt erst geplant werden, wenn Dawn in größerer Höhe erste direkte Messungen des Schwerefelds absolviert hat. (Tricarico & Sykes, Preprint 21.4.2010. Und Science@NASA zu Dawns Antrieb)

Kann Voyager 2 schon bald wieder Daten liefern?

Während ansonsten an Bord alles in Ordnung zu sein scheint, liefert die Raumsonde Voyager 2 seit letztem Monat keine verständlichen wissenschaftlichen Daten der immerhin noch 5 funktionsfähigen Instrumente mehr: Wahrscheinlich hat ein Teilchen der Kosmischen Strahlung ein einzelnes Bit im Programmspeicher ‚gekippt‘, keine Seltenheit in der interplanetaren Raumfahrt. Jetzt ist der Speicher komplett ausgelesen worden, und der Zustand der Bordsoftware wird überprüft: Wird das defekte Bit gefunden, kann es entweder wieder auf den richtigen Wert gesetzt werden, oder man lässt diesen Teil des Speichers unbenutzt. (Planetary Society Blog 13., Spaceflight Now 11., JPL Release 6.5.2010. Ist doch leicht zu verstehen – außer für gewisse Spinner, deren Bullsh*t dann auch noch die Runde macht …) NACHTRAG: Na bitte – es war ein geflipptes Bit, das nun gerichtet werden soll!

Zu wenig Anerkennung für Indiens Forscher bei der Entdeckung von Wasser auf dem Mond mit dem ersten Mondorbiter des Landes, Chandrayaan-1, wird jetzt beklagt, seien doch die entsprechenden Messungen des CHACE-Instruments („Chandrayaans Moon Impact Probe …“) den wässrigen Daten der Instrumente M3 und MiniSAR auf dem Orbiter zuvor gekommen – aber nur die Erfolge dieser beiden amerikanischen Geräte würden gefeiert. Allerdings war ein frühes CHACE-Paper im Frühjahr und Sommer 2009 bei Science bzw. Nature durchgefallen und ist erst kürzlich formell publiziert worden … (Times of India 15.5.2010) NACHTRAG: noch ein Artikel zu CHACE.

Der Kern des nächsten Kometen-Sondenziels Hartley 2 ist keine 2 km groß

Das haben Untersuchungen am Kern von 103P/Hartley 2 nahes seines Aphels von Mai bis Juli 2008 gezeigt, die ersten Beobachtungen dieses Kometen überhaupt mit – fast – keiner Kernaktivität. Ein bisschen Restkoma vom letzten Periheldurchgang war übrigens auch im Aphel noch nachzuweisen (siehe auch ISAN 88-6), die im Lauf der Wochen aber immer schwächer wurde, obwohl der Komet der Sonne sogar wieder ein wenig näher kam. Hartley 2 ist damit kleiner aber zugleich aktiver als Tempel 1, den 2011 das alte Stardust-Mutterschiff besuchen wird – an Hartley 2 wird dagegen am 4. November diesen Jahres das Mutterschiff von Deep Impact im Rahmen der EPOXI-Mission vorbeifliegen: Beobachtet wird der Komet von 60 Tagen vor bis 21 Tagen nach der größten Annäherung. (Snodgrass & al., Preprint 10.5., Discovery & New Frontiers News April 2010 S. 2)

Nachrichten aus der Planetenforschung kompakt

15. Februar 2010

So sah Cassini den Saturnmond Mimas am Wochenende: Vom seltenen Flyby („Der erste …) sind vor einigen Stunden sowohl Nahaufnahmen des markanten Riesenkraters als auch Gesamtansichten auf der Erde eingetroffen; Anklicken liefert jeweils die Originalbilder. Davor hatte es auch die kleine Calypso aus der Nähe gegeben, geeignet für Farbbilder zum Selbermachen (die aber keine Farbe zeigen). NACHTRAG: Was man aus den Mimas-Rohbildern so alles machen kann. Und ein JPL Press Release wurde auch noch nachgereicht.

Schon wieder ein ’neuer‘ Ring des Jupiter entdeckt?

Als die Raumsonde New Horizons auf ihrem Weg zum Kuipergürtel am Jupiter vorbei kam, war auf Bildern der Telekamera LORRI des Jupitermonds Himalia diffuses Licht zu erkennen: Damals hielt man das für Streulicht in der Optik, doch inzwischen neigen die Auswerter zu der Interpretation, dass sich da ein weiterer, unbekannter Jupiterring bemerkbar gemacht hat – dessen Quelle Himalia selbst ist. Denn egal wie der Blickwinkel war, immer passte dieser „Lichtstrahl“ zur Orientierung der Bahnebene Himalias. Leider gibt es keine Aufnahmen vom Cassini-Vorbeiflug vor 10 Jahren unter passenden Lichtverhältnissen, aber LORRI wird diesen Sommer noch einmal das Jupiter-System aus der Ferne aufnehmen und dabei auch nach dem möglichen Ring schauen. (Stryk, Planetary Society Blog 19.1.2010) NACHTRAG: das LORRI-Foto des Lichtstreifens – und bereits in Nature vom 22.10.2009 S. 1065 wurde auf einen möglichen Himalia-Ring und Parallelen mit dem Phoebe-produzierten Saturnring hingewiesen.

Warum Ganymed stärker als Callisto entwickelt ist, könnte ein neues Modell erklären: Während des Late Heavy Bombardement in der Frühzeit des Sonnensystems wurden die anfliegenden Kometen vom Schwerefeld Jupiters in dessen Nähe fokussiert und stärker beschleunigt – der weiter innen umlaufende Mond wurde stärker „verprügelt“ und konnte aufschmelzen. (SwRI Release 24., Space Today 26., Science 29.1.2010 S. 515) NACHTRAG: ein Bericht dazu von der LPSC.

Manche Mars-„Gullies“ auch durch fließendes CO2 zu erklären

Das berühmte Mars-Phänomen („Mars-Gullies …“) ist enorm verbreitet, und auf Aufnahmen der Mars-Orbiter werden ständige neue Rinnen entdeckt, die auf früheren Bilder fehlten. Doch dass dahinter zeitweise flüssiges Wasser steckt, ist nach wie vor unbewiesen – im Gegenteil: Zeit (mitten im Winter!) und Ort vieler der neu entdeckten Gullies scheinen eher zu Hangrutschungen zu passen, bei denen CO2 als Schmiermittel wirkte; teilweise wurden ganze Felsen mitgerissen. Ein schlüssiges Gesamtbild des Gully-Wesens zeichnet sich aber nicht ab. (Science 22.1.2010 S. 408. Dazu: Harrison, Planetary Society Blog 25.1.2010 zu Gully-Beobachtungen mit den MRO-Kameras CTX & MARCI)

Ein neuer „Atlas“ des Planeten Merkur ist aus den Aufnahmen der drei MESSENGER-Flybys erstellt worden, schöner anzuschauen als die erste Gesamtkarte daraus. Noch sind manche Längenzonen nur in schrägem Licht bekannt – am Ende der Orbitalmission wird das Bild dann völlig gleichmäßig sein. (Planetary Society Blog 6.1.2010)

Neue Erkenntnisse über die Asteroiden Pallas und Vesta

haben das Very Large Telescope und Keck II geliefert: Demnach hat Pallas eine Dichte von 3.4±0.9 g/cm³, signifikant höher als die 2.2±0.1 g/cm³ von Ceres, während sich die Oberflächen der beiden nur wenig unterscheiden (vgl. ISAN 96-7) – ihre innere Struktur und/oder Beschaffenheit müssen ganz verschieden sein. Und Vestas Oberfläche ähnelt ihrem Spektrum nach insgesamt Meteoriten des Howardit-Typs, wobei aber ein kleiner Fleck eher zu einem Diogeniten passt. (Carry & al., Preprints zu Pallas und Vesta 18.12.2009)

Schwankungen der Sonnenleuchtkraft sind irrelevant für das Erdklima und seine – anhaltende – Erwärmung in den vergangenen Jahrzehnten gewesen: Das kommt auch bei der jüngsten Analyse weltweiter Daten wieder heraus (vgl. ISAN 25-5 und 43-5). Um höchstens 0.1°C geht es im Rhythmus der Sonnenaktivität auf und ab (vgl. ISAN 45-4), was gegen den anthropogenen Effekt wie auch irdische Faktoren, etwa Vulkanismus, völlig verblasst. (NASA Feature 21.1.2010. Auch: Independent 14.12.2009, Scientific American 9.2.2010 über die Nicht-Rolle – sonnenmodulierter – Kosmischer Strahlung und RealClimate 14., Deltoid 15.2.2010 zur ungebrochenen Glaubwürdigkeit des IPCC AR4 in Klimafragen. Und bei der NOAA kann man alle relevanten Daten gleich per Schieberegler abrufen) NACHTRAG: Wegen der geringen Klimawirkung des Sonnenzyklus hätte selbst ein neues Maunder-mäßiges Minimum für die Erdtemperatur nur minimale Auswirkungen.