Posts Tagged ‘Wiedereintritt’

Weitere größere Artikel

21. Februar 2014

lmc

Hubble beobachtet die LMC beim Rotieren ganz direkt – auch eine wörtliche Übersetzung des HST Release [NACHTRAG: und ein später Artikel].

ESA verschärft Exoplanetenjagd: PLATO kommt.

Deutschland hat seine ersten zwei »Dark Sky Places« in Brandenburg und NRW.

Bilder-Album

Meeting the prototypes of „universe2go“, samt Test unter Restaurant-Bedingungen … [NACHTRAG: ein Artikel dazu]

Kleinere Artikel

Absurdes Spektakel um einen erdnahen Kleinplaneten, 2000 EM26.

Saudi-Araber filmten Satellitenabsturz im Morgengrauen, Kosmos 1220.

Ein radioaktives Fenster in den Supernova-Prozess durch NuSTAR vs. Cas A.

pulse

Fallen Kleinplaneten auf einen fernen Pulsar? Das Pulsprofil verändert sich charakteristisch über Jahre (rot = mittleres); auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier.

In Franken ist jetzt Simon-Marius-Jahr, nebst großem Web-Portal.

Shefex II: DLR-Reentry-Experiment ein voller Erfolg – oder Schlüsseldaten im Meer versunken?

23. Juni 2012

Trond Abrahamsen, Andøya Rocket Range

Nach dem letzten nordkoreanischen Satelliten-Start-Versuch hat man schneller Bescheid gewusst, wie es ausgegangen ist, als jetzt nach dem Suborbitalflug des zweiten Sharp Edge Flight Experiments (Shefex II) gestern Abend in Nordnorwegen. Der eigentliche Flug verlief nach Plan, vom Abheben auf Andøya um 21:18 MESZ über eine Gipfelhöhe von 177 km bis zum Niedergang vor Spitzbergen nach 10 Minuten. Bald darauf hieß es in einer PM des DLR, dass Shefex „Messdaten von über 300 Sensoren zum Boden“ gesandt habe, was laut einer noch schnelleren DPA-Meldung „die Wissenschaft um Hunderttausende Messdaten bereichert“ habe. Ein einsamer L&R-Journalist vor Ort zeichnete jedoch – via Twitter – ein anderes Bild: Danach wurden keine Daten unterhalb von 37 km Höhe empfangen, als Shefex unter den Horizont von Andøya getaucht war, denn in Spitzbergen wurden keine Daten empfangen. Nun sollten die auch an Bord aufgezeichnet werden, aber zunächst war unklar, ob der Fallschirm funktioniert hatte oder die Festplatte mit den wertvollsten Daten auf dem Meeresgrund lag.

Später gab es Gerüchte, ein Signal des Wiedereintrittskörpers sei empfangen worden, aber einer DPA-Story von heute, nach der ein Bergungsschiff den Körper „eingesammelt“ habe, steht bislang keinerlei offizielles Wort vom DLR oder dem Shefex-Team zur Seite (und die falsche genannte Gipfelhöhe weckt kein Vertrauen). Was Deutschland mit den Daten von Shefex II überhaupt einmal anfangen kann, ist übrigens auch nicht klar: Für eine direkte – zivile – Nutzung der Erfahrungen gibt es keinen Plan. NACHTRAG: Knapp 24 Stunden nach dem Flug hat das DLR eingestanden, dass es keine Daten unter 37 km Höhe gibt – was aber nur ein 5%-Verlust sei. Und die Schiffssuche nach dem Flugkörper, dessen Peilsender tatsächlich ein Flugzeug ortete, dauert – wie oben korrekt vermutet – an, mit nur einer 50%-Chance auf Erfolg, bis der Sender am Montag schweigt. NACHTRAG 2: ein Amateurfilm vom Start! NACHTRAG 3: Und die Suche geht weiter … NACHTRAG 4: ein norwegischer Artikel mit Video aber keinen neuen Erkenntnissen. NACHTRAG 5: keine Bergung gelungen, zum Schaden der Erforschung der letzten Flugphase. NACHTRAG 6: Nach dieser Einschätzung wiegt der Datenverlust doch empfindlich. NACHTRAG 7: Nach einem späten DLR-Update fehlen nur 5 Sekunden Daten unter 29 km Höhe – und eine Bergung vom Meeresboden wird erwogen.

Fobos-Grunt: feuriges Ende in ca. zehn Tagen

5. Januar 2012

Hier kommt die todgeweihte russische Marssonde („Kaum noch Hoffnung …“; Update in ISAN 152-7) Fobos-Grunt am 1. Januar über den Himmel gezogen: ein Teleskop-Video von T. Legault (der mit guten Argumenten entsprechende Versuche von R. Vandebergh für zweifelhaft hält; letzterer war gegenüber diesem Blog zu keiner konkreten Stellungnahme bereit). Das russische Militär geht jetzt von einem Wiedereintritt am 15. Januar aus, ohne die Unsicherheit genauer zu beziffern, während der erfahrene Bahnanalytiker Harro Zimmer auf den 15. oder 16. Januar tippt und der nicht minder bekannte T. Molczan auf den frühen 16. Januar (±2 Tage) kommt – einen Zeitpunkt, auf den der Trend der Prognosen seit zwei Wochen sehr stabil hinweist. Updates zum Reentry gibt es u.a. auf dieser und dieser Webseite, während der augenblickliche Aufenthaltsort des großen Satelliten hier angezeigt wird; wenn das Ende näher kommt, wird wieder ein Live-Blog fällig …

Soyuz-Oberstufe verglüht über Deutschland!

24. Dezember 2011
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Dies sind nur drei von zahlreichen Videoclips einer Leuchterscheinung am Himmel über Deutschland und BeNeLux heute gegen 17:26 MEZ, die bereits im Internet kursieren, weitere gibt es z.B. hier, hier, hier, hier, hier und hier, während sich Berichte etwa hier, hier, hier, hier und hier ansammeln. Erste Medienstories wie hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier (z.T. inzwischen editiert) waren von Verwirrung oder der Fehlinterpretation Meteor geprägt, aber die Erklärung war längst bekannt: Es handelte sich um den Wiedereintritt der Oberstufe einer Soyuz-Rakete, mit der vor drei Tagen der Rest der ISS-Besatzung gestartet war. Die letzte Berechnung des Eintritts durch USSTRATCOM, die US-Weltraum-Überwachung, hatte genau auf den mittleren Westen Deutschlands und die korrekte Minute getippt! NACHTRAG: Inzwischen gibt’s auch ein Video (leider undokumentiert) und ein Foto mit dem Zerbrechen der Raketenstufe im Detail! NACHTRAG 2: ein weiteres detailreiches Video, aus Bergisch-Gladbach und mit passender O-Ton-Musik … NACHTRAG 3: Auch am Tag danach wird weiter Verwirrung verbreitet und erst zaghaft setzt sich die Einsicht durch (auch hier) – noch ein weiteres Video und Details zum (einzigen?) scharfen Foto.

Cosmic Mirror Nr. 344 abgeschlossen

29. Oktober 2011

Gedanken – und neue Links – zu den Reentries von UARS und ROSAT (und was man alles nicht erfahren hat; hier ein TIRA-Radarbild vom 20. Oktober, der letzte Kontakt dieser Antenne war am 22.10. um 18:00 MESZ gewesen), zum Physik-Nobelpreis und der GRAIL-Mission, dazu viele weitere Link-Sammlungen zu Dawn, diversen Mars-Missionen, Tiangong 1 & Shenzhou 8 (Start des letzteren für den 31.10. geplant!) und Unmengen mehr im Cosmic Mirror #344 (8.8.-29.10.2011)!

Live-Blog zum Wiedereintritt des ROSAT

20. Oktober 2011

Information Sources on the ROSAT Reentry

Mailing List from satellite experts: SeeSat-L (Oct. 2011 latest)

Websites, more or less real-time: Live Satellite Tracking / SATTrack / Reentry News / DLR Predictions (Background, also in English) / AGI Blog / SF101 & Zarya & ROSAT Reentry collections

Twitter Feeds from
DLR (English) / ROSAT Reentry / this blogger

DLR will sich viel Zeit für das ROSAT-Schlusswort lassen

„Uns ist es, ob unserer Verantwortung, wichtig klarzustellen, dass die letzte Aussage [bzgl. des Verbleibs von ROSAT] auch wirklich die letzte ist. Eine Lehre, die wir aus der Kommunikation rund um UARS gelernt haben“: So begründete DLR-Sprecher Andreas Schütz heute gegenüber diesem Blog, warum es auf der ROSAT-Aktuelles-Seite auch weiterhin keine Updates gibt. „Die mit uns zusammen arbeitenden Agenturen versorgen uns weiter mit Daten, aus denen dann die finale Aussage getroffen wird.“ Und das kann noch Tage dauern, wie er gegenüber der DPA erklärte. So bleibt die ‚Deutungshoheit‘ einstweilen bei dem US-Astronomen J. McDowell, dessen Wiedergabe der USSTRATCOM-Analyse (selber gerechnet hat er nichts, wie er auch diesem Blog gegenüber erklärte) via AP inzwischen die ganze Welt erobert hat: Beispiele auf Indonesisch, Russisch, Spanisch, Französisch und im ‚Ausriss‘ aus der österreichischen Kleinen (Online-)Zeitung oben Deutsch. Bei Global Disaster Watch wird kurioserweise der unabhängigen Rechnung von Harro Zimmer Priorität gegeben – während der Stern völlig durch den Wind ist: „Auch wenn der Absturz noch einige Tage auf sich warten lassen könnte“, schrieb man dort gestern Mittag. Noch bizarrer allenfalls eine spanische Nachrichtenseite, die auf einen – reichlich geschmacklosen! – ROSAT-Witz hinein gefallen zu sein scheint (trotz auffälliger Markierung als ‚Satire‘). Zum Schluss noch eine argentinische Entwarnung, ein ROSAT-Nachruf und eine weitere Erwähnung dieses Live-Blogs, mit schon jetzt über 5000 Zugriffen der ‚erfolgreichste‘ Artikel aller Zeiten auf Skyweek 2.0 (der auch zum Durchbrechen der 150’000-er Gesamt-Marke beitrug): Den Lesern herzlichen Dank für ihre Wahl! [15:10 MESZ am 24. Oktober – Ende]

Drei Analysen für die Eintrittszone stehen im Raum …

… nunmehr 19 Stunden nach ROSATs Ende: Mit dem SATrack-Online-Tool kann man sie alle plotten. Oben die Analyse von USSTRATCOM (in dieser neuen Grafik samt möglichem Trümmerfeld geplottet), darunter eine semi-unabhängige von Harro Zimmer (unter Einbeziehung der ’neuen‘ letzten Bahnelemente) – und unten die 18 Stunden alte des DLR, die dort weiter vertreten wird: Warum man die USSTRATCOM-Analyse explizit erst einmal nicht übernehmen will, wollte man gegenüber diesem Blog heute nicht erläutern. Es könne noch Tage dauern, bis man zu einer offiziellen Einschätzung komme, wurde aber gegenüber Nachrichtenagenturen angedeutet – Associated Press hat sich daraufhin beim Astronomen J. McDowell (siehe 11:15 MESZ) eine zweite Meinung eingeholt. Der hat zwar gar nicht selber gerechnet, sondern nur das USSTRATCOM-Ergebnis referiert, aber immerhin wurden seine konkreteren Aussagen vom Spiegel oder der Tagesschau dankbar übernommen. McDowell-frei geht’s hingegen offenbar gar nicht, wie dieser britische Artikel zeigt, wo man nicht mal den Kontinent zu benennen weiß, wo ROSAT nieder gegangen ist. Ein russischer Artikel „weiß“ wiederum, dass die Amerikaner wüssten, dass ROSAT nahe Chinas Megametropole Chongqing gefallen sei – seltsam nur, dass man von dort noch nicht das Geringste gehört hat. Mal sehen, ob sich der Nebel morgen lichtet … [22:45 MESZ am 23. Oktober]

Keine Konfusion über die Lage der Absturzzone mehr gibt es jetzt, nachdem USSTRATCOM soeben mit neuen Bahnelementen heraus gerückt ist, die nur zwei Stunden vor dem Absturz gültig waren: Jetzt passen die Koordinaten zur Uhrzeit. Womit tatsächlich eine gewisse Möglichkeit besteht, dass Trümmer – v.a. die größeren, die am schrägsten durch die Atmosphäre geflogen sein sollten – Myanmar, Laos oder Südchina erreichten. Berichte über Beobachtungen feuriger Spuren am (Tag-)Himmel oder verdächtige Fälle oder Funde scheint es aber weiterhin nicht zu geben. [18:05 MESZ]

Moderate Rest-Konfusion über die Absturzzone – und ein völliger Blackout bei der DPA …

Für die Grafik im letzten Update war das 14-Minuten-Intervall, das USSTRATCOM angab, so entlang der ROSAT-Bahnebene geschoben worden, dass die Zentralkoordinate mit den ebenfalls von den Militärs gelieferten 7° Nord und 90° ost übereinstimmte: Das würde allerdings nach den letzten bekannt gegebenen Bahnelementen einem Impakt von 3:55 MESZ entsprechen. USSTRATCOM nennt aber 3:50 MESZ: Offenbar kam ROSAT am Schluss 5 Minuten ‚zu früh‘. Je nachdem ob man dies rekonstruiert oder die ‚alte‘ Bahn und 3:50 MESZ nimmt, verschiebt sich der Groundtrack spürbar, wie diesem direkten Vergleich hier zu entnehmen ist; die generelle Impaktzone – die Andamanen-See im Indischen Ozean, mit nur geringer Wahrscheinlichkeit für Einschläge auf dem asiatischen Festland – ist aber völlig klar. Um so unbegreiflicher ist da ein z.B. vor wenigen Minuten hier erschienener DPA-Artikel, dessen Autor barmt: „Vielleicht über Asien, vielleicht über Amerika – am frühen Sonntagmorgen ist ein Satellit Richtung Erde gesaust. Das berichteten Experten. Doch wo genau der Satellit Rosat in die Atmosphäre der Erde eingedrungen ist, das wissen die Fachleute noch nicht.“ Kein Gefühl für Himmelsmechanik oder Antrieb, mal die Experten zu fragen … Nützlicher da ein detaillierter Artikel zu den technischen Umständen des Absturzes. [17:45 MESZ]

Irgendwo in diesem Streifen ist ROSATs Schrott herunter gekommen, laut der letzten Analyse der US-Militärs – die vermutlich dank einer passenden Basis im Indischen Ozean auf Diego Garcia bessere Daten hatten als beim pazifischen Untergang des UARS. Die Amateur-Bahnrechner beklagen sich derweil, dass man ihnen diesmal zeitnahe Bahnelemente in den Stunden vor dem Ende vorenthielt … [12:30 MESZ]

Neue US-Berechnung: Reentry schon 3:50 MESZ ±7 Min.

Wenn die neue Analyse der US-Militärs – mal wieder weiß keiner, aufgrund genau welcher Daten – zutrifft, dann liegt die mögliche Absturzzone zum größten Teil über dem Indischen Ozean, und die Wahrscheinlichkeit, dass ROSAT-Trümmer festen Boden erreichten, ist eher gering (mit dem alten 1/2-Stunden-Intervall hätte es noch so ausgesehen, mit höherem Erd-Anteil). Auch ein Bild von einer ROSAT Reentry Party in Massachussets von Jonathan McDowell (in Gelb) mit Röntgenastronomen und bayerischem Schoko-Kuchen, eine der letzten ROSAT-Aufnahmen überhaupt über Florida gegen 1:30 MESZ und ein paar Artikel – mit früherem Infostand – hier, hier, hier, hier und hier. [11:15 MESZ]

Rest in Pieces, ROSAT! Das DLR hat den Absturz verkündet

„Letzte Aktualisierung: 23. Oktober 2011, 04:45 MESZ / Am Sonntag 23. Oktober 2011 in der Zeit zwischen 3.45 Uhr und 4.15 Uhr MESZ (1.45 to 2.15 UTC) ist der deutsche Satellit ROSAT wieder in die Erdatmosphäre eingetreten“, so die ROSAT-Aktuelles-Seite: „Eine Bestätigung, dass Teile die Erdoberfläche erreicht haben, liegt gegenwärtig nicht vor.“ Man darf vermuten, dass die Angaben zum Zeitfenster des Absturzes – das durchaus den Fall von Trümmern auf südostasiatischem oder ostchinesischem Boden erlauben würde – auf der Analyse der letzten vom US-Militär übermittelten Bahninformationen und nicht direkten Beobachtungen basieren. Und hier wären dann schon mal die nächsten drei großen abstürzenden Stücke Weltraumschrott … [4:55 MESZ]

Die Mitte des Absturz-Zeitfensters liegt nun hinter uns

Während der virtuelle ROSAT von Live Satellite Tracking gerade quer über China geflogen ist (direkt an Chongqing vorbei, der mit 32 Millionen Einwohnern größten Stadt der Welt). Aber ist er überhaupt so weit gekommen? Weder aus Nord- noch Südamerika liegen Beobachtungen vor, wobei aber die Bedingungen oft schwierig waren, etwa auf dem Kitt Peak in Arizona. [4:10 MESZ]

ROSATs letzter Orbit … vermutlich: Der wahrscheinlichste Einschlagsort ist im Augenblick China. (An dieser Stelle mal ein herzlicher Dank an all die Enthusiasten, die diese tollen Orbit-Grafik-Tools ins Web gestellt haben!) Der Satellit – von dem zuletzt weder aus den USA noch Mexiko noch Ecuador irgendwelche Sichtungen eingegangen sind – wird ab dem Indischen Ozean im Tageslicht sein und erst wieder in Asien Land erreichen. Wenn er überhaupt noch im Orbit ist. [3:35 MESZ]

Neue DLR-Prognose: 4:00 MESZ ±1 1/2 Stunden = 1 Orbit

„Letzte Aktualisierung: 23. Oktober 2011, 03:04 MESZ / Stand der Daten: 22.10.2011, 20:00 Uhr UTC (22.00 Uhr MESZ) / Der ROSAT-Wiedereintritt wird im Zeitraum Sonntag, 23.10.2011, von ca. 00.30 Uhr UTC (02.30 Uhr MESZ) bis ca. 03:30 Uhr UTC (05.30 Uhr MESZ) erwartet. / Auf Grundlage der aktuellen Daten wird ROSAT nicht über Europa, Afrika und Australien wiedereintreten“. Sagt die DLR-Seite, inzwischen die aktuellste Quelle geworden: Die meisten anderen Bahnrechner haben’s offenbar dran gegeben oder liegen in der Heia … Während des US-Überflugs wurde ROSAT weder in Phoenix, AZ noch in Santa Fe, NM gesehen – was immer das bedeutet. [3:15 MESZ]

ROSATs letzter Überflug der USA hat jetzt begonnen (Screenshot von einem Echtzeit-Tracker; Anklicken!) – und USSTRATCOM sagt jetzt, dass es um 4:04 MESZ ±2 Stunden krachen wird. Wobei von den „-2 Stunden“ die erste inzwischen schon um ist (andere neue Analysen liegen nicht vor). Die Spannung steigt … [3:00 MESZ]

ROSAT gerade hell blitzend über den USA gesehen

Es gibt ihn also noch – aber er schlingert bereits in der drastisch sinkenden Umlaufbahn: Meldungen hier (mehr), hier, hier und hier. Ein paar letzte Fotos – nicht derart aktuell – sind hier versammelt. Die Kunde von der ‚Verschonung‘ Europas hat derweil auch die ‚alten‘ Medien erreicht: Meldungen in Deutsch (mehr und mehr), Englisch und Russisch (Novosti folgt offenbar dem DLR auf Twitter). Und noch zwei zur Nacht des fallenden Satelliten (keine neuen Berechnungen in Sicht) passende Videos: Conan über UARS – und Major Tom mal anders, mit NASA-Capcom … [1:50 MESZ]

Hier kann der ROSAT noch herunter kommen – irgendwo auf einer der eingezeichneten Bahnen, die der USSTRATCOM/DLR-Prognose aus dem letzten Update entsprechen. Auch ein Nachruf auf ROSATs wissenschaftliche Leistungen und Links zu weiteren Artikeln. [0:50 MESZ]

Die Prognosen von DLR und USSTRATCOM stimmen jetzt genau überein

Sie lauten nun 4:15 – wie bekannt – bzw. 4:31 MESZ, jeweils ±3 Stunden; selbst der Kontinent (oder Ozean), der getroffen werden wird, lässt sich also noch nicht angeben. Die Bahnhöhe ROSATs liegt nun bei etwa 157 x 162 km (extrapoliert, nicht direkt gemessen): Was gleich passieren wird, beschreibt dieser 7-Minuten-Webcast des DLR vom Juli. [0:15 MESZ]

„Entwarnung“ für Deutschland jetzt auch ganz amtlich!

Was heutzutage natürlich gleichbedeutend mit „per Twitter“ ist: Das DLR hat seine Absturzprognose praktisch zeitgleich mit dem letzten Update hier noch einmal heftig präzisiert auf 4:15 MESZ ±2 3/4 Stunden und daraus den Schluss gezogen, dass „auf Grundlage der aktuellen Daten“ kein Wiedereintritt über Europa stattfinden wird. Wie mit SATrack zu sehen war, galt dies aber – zumindest für Deutschland – auch schon bei der viel ungenaueren Prognose eine Stunde früher. Hier die aktuell nach der neuen DLR-Prognose noch ‚erlaubten‘ Tracks für den Absturz, berechnet mit SATrack (Satellitenposition & Lichtverhältnisse von 4:15 MESZ) – wo die DLR-Daten in der letzten Stunde auf Betreiben dieses Bloggers hin aufgenommen wurden. [22:30 MESZ (Grafik ergänzt 22:50 MESZ) am 22. Oktober]

Das US-Militär und das DLR haben Deutschland bereits für gerettet erklärt – zu dieser Erkenntnis gelangt man, wenn man bei SATrack (einfach auf die Grafik klicken) ganz unten bei „USSTRATCOM“ oder „DLR“ auf „See the Ground Track“ klickt: Keiner der nach der bereits im letzten Update erwähnten bzw. vor einer Stunde beim DLR erschienenen Berechnungen mehr möglichen Orbits führt über Deutschland. Dito für die aktuellen Prognosen von Molczan und Zimmer; lediglich die Aerospace Corporation gibt noch keine Entwarnung für das Heimatland ROSATs. [22:05 MESZ]

Neue Prognosen, weiter ziemlich unscharf: Absturz irgendwann am Sonntag-Vormittag?

Die Grafik von ROSAT Reentry (Punkte: gemessene Apo- und Perigäumshöhen), ein Artikel von Langbroek und am aktuellsten ein Posting von Molczan fassen den Stand der Berechnungen zusammen: USSTRATCOM sagt 4:34 MESZ ±7 Stunden, Zimmer sagt 6:17 MESZ ±4 Stunden, ROSAT Reentry selbst (dahinter scheint eine australische Software-Firma zu stecken) sagt 10:00 MESZ ±4 Stunden, Langbroek selbst sagt 12:20 MESZ ±5 Stunden, Molczan selbst sagt 12:22 MESZ ±7 Stunden (darf aber auch 3:37 MESZ sein) und Aerospace Corp. sagt 13:12 MESZ ±10 Stunden. Und noch ein paar Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr) und hier – und ein Song über abstürzende Satelliten, der dem Blogger zugezwitschert wurde … [19:25 MESZ]

In diesen Streifen könnte der ROSAT noch herunter kommen, nach derzeitigem Wissensstand – konkret der letzten Reentry-Prognose des USSTRATCOM von heute morgen 5:30 MESZ: Danach fällt der Satellit – hier eine schöne Strichspur aus Tucson – kommende Nacht um 3:31 MESZ ±14 Stunden. Die Breite der konkreten Prognosen ist immer noch nicht kleiner geworden und reicht von in ein paar Stunden bis morgen Abend. Auch das DLR hat eine neue Webseite mit konkreten Zahlen gestartet, die aber zuletzt gestern Abend aktualisiert wurde, mit einem inzwischen gut 24 Stunden alten Datenstand. Da hieß es: „Der ROSAT-Wiedereintritt wird im Zeitraum Samstag, 22.10.2011, ca. 18.00 Uhr UTC (20.00 Uhr MESZ) und Sonntag, 23.10.2011, ca. 12:00 Uhr UTC (14.00 Uhr MESZ) erwartet“. Und es gibt inzwischen eine NOTAM: „SPECIAL NOTICE .. ……….EFFECTIVE IMMEDIATELY UNTIL 1110252359 UTC.

AIRCRAFT ARE ADVISED THAT A POTENTIAL HAZARD MAY OCCUR DUE TO REENTRY OF THE SATELLITE ROSAT INTO THE EARTH’S ATMOSPHERE. THE FEDERAL AVIATION ADMINISTRATION (FAA) IS WORKING WITH THE DEPARTMENT OF DEFENSE (DOD) AND THE NATIONAL AERONAUTICS AND SPACE ADMINISTRATION (NASA) TO ENSURE THAT THE MOST CURRENT RE-ENTRY INFORMATION IS PROVIDED TO OPERATORS AS QUICKLY AS POSSIBLE. FURTHER NOTAMS WILL BE ISSUED IF SPECIFIC INFORMATION BECOMES AVAILABLE INDICATING A UNITED STATES (US) AIRSPACE IMPACT. IN THE INTEREST OF FLIGHT SAFETY, IT IS CRITICAL THAT ALL PILOTS/FLIGHT CREW MEMBERS REPORT ANY OBSERVED FALLING SPACE DEBRIS TO THE APPROPRIATE ATC FACILITY AND INCLUDE POSITION, ALTITUDE, TIME, AND DIRECTION OF DEBRIS OBSERVED.“ [16:50 MESZ]

Nur ein europäisches Radar verfolgt ROSATs letzte Orbits – in Deutschland

Und zwar ist es das Tracking and Imaging Radar (TIRA) des Fraunhofer-Instituts für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR in Wachtberg bei Bonn, woran die Fraunhofer-Gesellschaft gerade in einer PM erinnert: Mit dieser unter einem weithin sichtbaren – der Blogger wohnt in relativer Nähe – Radom versteckten Antenne wurde auch das Radarbild ROSATs oben aufgenommen. Ansonsten gibt’s noch eine neue Zimmer-Prognose (die sich bei 7:30 MESZ am Sonntagmorgen zu stabilisieren scheint), eine Erwähnung der ROSAT-Flares, zwei deutsche Blogs hier und hier, die jeweils – Danke! – auf dieses Live-Blog verweisen, Artikel zu ROSATS Leistungen und der Rechtslage im Schadensfall sowie einen Radio-Beitrag. [17:20 MESZ am 21. Oktober. NACHTRAG: Die Fraunhofer-PM ist inzwischen verschwunden, und die Links zu ihr und dem Bild wurden durch eine textgleiche Version auf der Homepage des FHR ersetzt – die mit dem „25.10.“ übrigens falsch datiert ist]

Eine neue Simulation des ROSAT-Reentrys von der Aerospace Corp., wo aber immer noch nicht das überlebende Röntgenteleskop als besonders großes Trümmerstück hervor gehoben wird. Die neueste Übersicht aller Absturz-Prognosen hat weiterhin allerlei Spielraum am 23. Oktober (konkret: spät am 22. bis spät am 23. deutscher Zeit), es gibt ein neues Video des rasenden Satelliten (hell wie Vega und rötlich) – und einen weiteren Live-Ticker mit ROSAT-Untergangs-News. [14:15 MESZ]

Noch drei Tage bis zum Ende des Röntgensatelliten

Irgendwann am Sonntag, dem 23. Oktober, wird es wohl passieren, da sind sich praktisch alle Modellrechner einig – und wie bei der unkontrollierten Rückkehr des UARS vor einem Monat gibt’s nun ebenfalls ein Live-Blog zum Wiedereintritt des ROSAT. Informationsquellen zum Status des Satelliten und dem Zeitfenster seines erwarteten Absturzes gibt es viele, die in einem immer oben ‘klebenden’ Infokasten verlinkt sind: Da sich die Sonnenaktivität derzeit nicht groß verändert, sind die Prognosen – anhand der letzten Bahnelemente, Modellierungen der Sonnen und mehr oder weniger trickreicher Software – bereits seit einer Woche ziemlich stabil. Die Grafik oben fasst den aktuellen Stand zusammen: Alle fünf in dieser Sammlung – konkret: die letzten von Molczan und Zimmer – gehen vom 23. Oktober 10:30-13:30 MESZ aus, mit angegebenen Fehlern zwischen ±7 und ±72 Stunden. Eine Faustregel der Impaktologie scheint zu besagen, dass die Unsicherheit immer ungefähr 20% der verbliebenen Restzeit beträgt, was für ±15 Stunden spräche; entsprechend heißt es auch beim DLR noch “zwischen 22. und 23. Oktober 2011“.

Die mittlere Grafik zeigt den Groundtrack ROSATs ±1 Tag um den 23. Oktober 12:33 MESZ: blau vor, gelb nach diesem Zeitpunkt – Deutschland wäre danach noch gut “in der Zone”, wenn sich der Satellit etwas verspätet. Die Grafik unten dokumentiert schließlich die Entwicklung der Prognosen für den Absturzzeitpunkt in der zurück liegenden Woche: Die dunklen Rauten sind von Molczan, die roten Kreise von Zimmer, die grünen Rauten von den Reentry News der Aerospace Corporation – inzwischen liegen die Prognosen dicht beeinander, aber die Fehlerbalken sind viel größer als die Streuung zwischen den Prognosen, weil der Zustand der Atmosphäre die größte Unbekannte bleibt. Laut H. Klinkrad vom ESA Space Debris Office wird man einen Tag im Voraus – der Satellit ist dann auf 150 km gesunken – den konkreten Orbit angeben können, während dem ROSAT abstürzen wird: Die geografischen Regionen, die noch in Gefahr sind, lassen sich dann klar angeben bzw. Entwarnung für den Großteil des Planeten. Konkret eingrenzen lässt sich die Absturzzone aber erst mit 1 bis 2 Stunden Vorwarnung, wenn die Bahn auf 120 bis 110 km geschrumpft ist.

Das Ende kommt dann ab 80 km Höhe, wenn die Bremshitze ihr Maximum erreicht und der Satellit auseinander zu brechen beginnt und eine lange Trümmerschleppe entsteht: Die leichtesten Fragmente erreichen den Boden als erste, die größten Brocken schießen noch am weitesten durch die Atmosphäre. Vom 2.4-tönnigen ROSAT wird mit 20 bis 40% der Gesamtmasse ungewöhnlich viel den Boden erreichen, vor allem “dank” des besonders hitzebeständigen und großen Röntgenteleskops. Die Wahrscheinlichkeit, dass ROSAT in seine deutsche Heimat zurück kehrt, liegt freilich nur bei ca. 1:580. Die letzten detailreichen Bilder ROSATs im Orbit gelangen R. Vandebergh am 14. Oktober (Bilder, prozessiert) und T. Legault am 16. Oktober (mehr), eine Strichspuraufnahme gibt’s vom 14., Videos vom 17., einen visuellen Bericht vom 18. und ein Video mit grellem Flare vom 19. Oktober (Erläuterung; mehr). Schließlich noch ein paar Artikel vom 20. (mehr und mehr), 19. (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 18. (mehr) und 17. Oktober (mehr und mehr) – und sehr passend die gestrige PM des MPE zu eRosita, einer Art ROSAT-Nachfolger, der 2013 an Bord des russischen Satelliten Spekr-X-Gamma starten soll. [16:25 MESZ am 20. Oktober]

ROSAT kommt! DLR: 21.-25. Zimmer: 24.±1 Tag

15. Oktober 2011

Eine Woche noch bis zum Reentry des deutschen Röntgensatelliten ROSAT, von dem mehr die Reibungshitze überstehen sollte als letzten Monat vom UARS (siehe ISAN 146-6). Der endete schließlich mitten im Pazifik und folgte damit der statistschen Erwartung, aber noch kann der ROSAT jeden Punkt zwischen 53°N und S treffen. Zur Zeit ist er übrigens gut über Europa zu sehen! Und wann ist’s vorbei? Das direkt verantwortliche DLR nennt auf seiner Webseite zum Reentry seit ein paar Stunden das Intervall 21. bis 25. Oktober (zuvor: 20.-25.10.), und praktisch zeitgleich hat der Satellitenbahn-Veteran Harro Zimmer seine eigene Analyse publik gemacht: 24. Oktober ±1 Tag. Einen Tag früher hatte sich der Satellitenexperte Ted Molczan für das Intervall später 22. bis früher 24. Oktober UTC ausgesprochen und mit dieser Grafik argumentiert, in der sich der Vorhersagezeitpunkt seit einer Woche stabilisiert hat (und die SpaceWeather an erster Stelle nennt, noch vor den DLR-Angaben).

Ebenfalls vom 13. Oktober stammt die Analyse in dieser Grafik, wo der Trend der letzten drei Wochen (rosa Fit) zur selben Zeit gleichfalls auf den 22. als Absturztag (Kreuzung mit der roten Linie) weist. Der UARS-mäßige Medienrummel – letzte Gedanken dazu hier (früher), hier und hier – hat bereits wieder eingesetzt, wobei der Inhalt aller Artikel nahezu identisch ist und weitgehend der DLR-Webseite folgt (General-Anzeiger, Spiegel, Stuttgarter Zeitung, Space Policy Online, Spaceflight Now, Space.com, Cosmic Log, Daily Mail, Space Today, VivaNews etc.) – nur im 50-Minuten-Podcast RaumZeit gab’s ein wenig mehr Details zu den technischen Umständen. Weitere unabhängige Prognosen dürften am ehesten auf der SatObs-Mailing-Liste zu finden sein. Und natürlich gibt’s für die letzten Stunden ROSATs – der Blogger war 1990 auf der Launch Party in einem Bierzelt mit Blasmusik auf dem DLR-Campus in Oberpfaffenhofen! – auch wieder ein Live-Blog mit offenem Ende …

Rücksturz zur Erde: Live-Blog zur Rückkehr von Hayabusa

13. Juni 2010

Hier verglüht Hayabusas Mutterschiff und bremst die Kapsel ab mit – ja, was eigentlich?

Erst sorgte das Quasi-Live-Weitwinkel-Bild aus der Wüste für Begeisterung, dann das Video aus dem NASA-Flugzeug – aber es geht tatsächlich noch besser: Der japanische TV-Sender NHK hat eine kurzen Videoclip veröffentlicht, der am Boden gedreht wurde, das dramatische Zerbrechen des Hayabusa-Mutterschiffs genau so gut auflöst wie die Flugzeug-Aufnahmen – und auch zeigt, wie die kleine voraneilende Probenkapsel überlebt, indem ihr Hitzeschild immer weiter abgebrannt wird (Ablation) und eine intensive Leuchtspur produziert. Genau diesen Hitzeschild möchten die Raumfahrttechniker unbedingt ins Labor schaffen, doch er wurde nicht auf Anhieb gefunden, und die Suche wird jetzt im Hellen fortgesetzt. Dann findet auch die Bergung der sogleich lokalisierten Kapsel statt, die sich in 10 km Höhe von dem Schild befreit hatte und am Fallschirm sanft zu Boden schwebte.

Auch wenn bei der Probenentnahme auf dem Asteroiden Itokawa viel schiefgegangen war und vermutlich keine Pellets abgefeuert wurden, um viel Staub aufzuwirbeln (die erste Einschätzung damals war zu optimistisch), so gehen Experten doch davon aus, dass allein die Landung beim ersten Versuch eine Menge hochschleuderte, von dem während der 30 Minuten Aufenthalt auf der Oberfläche etwas im Sammelbehälter kleben blieb. Vielleicht ist die Gesamtmenge so gering, dass man sie nicht einmal mit dem bloßen Auge sehen kann, aber für eine Analyse mit moderner Labortechnik würde auch das noch reichen. Im Gegensatz zu meteoritischem Material – auch solchem, das direkt bestimmten Asteroiden(typen) zugeschrieben werden kann – hätte man es mit Staub zu tun, der keine große Hitze erlebte und zugleich lange der „Weltraum-Verwitterung“, dem Sonnenwind usw. ausgesetzt war: So etwas gibt es auf der Erde bislang nicht.

Schnellstmöglich wird die Kapsel nach der Bergung nach Japan in eine spezielle Einrichtung in Sagamihara geschafft, etwas südlich von Tokyo – und erst einmal geröngt: Ob und wieviel Itokawa-Staub enthalten wird, wird man dann sehen. Erst danach wird die Kapsel geöffnet, um die wertvolle Fracht zu bergen und ausgiebig zu analysieren, und wenn die Menge ausreicht, werden etwa ein Jahr später auch Forschergruppen in aller Welt damit arbeiten können. Und was, wenn der Behälter doch komplett leer sein sollte? Auch dann hätte sich die mühsame Rückreise zur Erde noch gelohnt, denn der Zustand der Kapsel nach dem rasanten Reentry könnte bei der Vorbereitung weiterer Missionen dieser Art helfen. Und das Erproben neuer Raumfahrttechnologien war schließlich die eigentliche Aufgabe Hayabusas gewesen. [23:50 MESZ]

Als der Hayabusa-Bolide am hellsten war, ein weiteres Standbild aus dem Video aus dem NASA-Flugzeug. U.a. dank dieser und dieser JAXA-PM kenne wir auch die genauen Zeiten: 12:51 MESZ Abtrennung der Kapsel, 15:28 letzte Kommunikation mit Hayabusa, 15:51 Eintritt, ~16:11 Landung, 16:56 Entdeckung der Kapsel auf dem Boden. Geborgen wird morgen, wenn es wieder hell ist. [19:20 MESZ]

Hayabusas Leuchtspur, gesehen von einer der Beobachtungsstationen am Boden in Australien aus – auch eine weitere Ansicht mit klar zwei Spuren nebeneinander. Und das DC-8-Video gibt’s jetzt auch kundenfreundlich auf YouTube – erste Sahne!!! Bonus: Hayabusas letztes Erdbild, schöngerechnet. [18:00 MESZ]

Das Zerbrechen Hayabusas aus dem NASA-Flugzeug gesehen! Ein Standbild aus dem Video, dessen Download wegen des großen Interesses momentan etwas schwierig ist – aber es soll umwerfend genial sein. [17:40 MESZ]

Die Kapsel ist am Boden lokalisiert – und ihr Sender funkt!

So hieß es in den letzten Minuten im (hier maschinenübersetzten) Twitter-Feed der JAXA: „Beacon has been confirmed from a separate capsule.“ / „Capsule separated from the JAXA confirmed the beacon.“ / „And a helicopter searched the Capsule by JAXA confirmed its Position in WPA“, also der Woomera Prohibited Area. Und ein früher Artikel zur Rückkehr sowie ein erstes Video aus dem NASA-Flugzeug. [17:25 MESZ]

Eine letzte Erdaufnahme durch das Hayabusa-Mutterschiff, kurz vor seinem feurigen Ende – und hier noch ein Augenzeugen-Bericht vom Feuerball über Australien! [16:55 MESZ]

Feuerball am Himmel dauerte – mindestens – 45 Sekunden!

Und hier nun das Video in Originalgeschwindigkeit und mit aufgeregtem Ton: Der dramatische Feuerball an Australiens Himmel – erst grün, dann rötlich – ist von 2:58 bis 3:45 zu sehen. Macht mehr her als die Zeitraffer-Fassung. Und dieses sagenhafte Pressefoto aus Japan zeigt ihn offenbar auch. Aber noch keine Bestätigung, dass die Kapsel sicher am Boden angekommen ist? Die Suchmannschaften dürften bereits ausgeschwärmt sein. [16:30 MESZ]

Langer Beifall in Mission Control – kann doch eigentlich nur bedeuten, dass sie die Bestätigung haben, dass die Kapsel den Boden erreicht hat!? [16:15 MESZ]

Hayabusa spektakulär verglüht – und der Funk der Kapsel wird empfangen!

So sah es aus, als das Mutterschiff von Hayabusa über der australischen Wüste verglühte – wie eine ganz langsame Feuerkugel. Hier noch ein Screenshot der verblassenden Spur am Himmel – und die ganze Sequenz im Zeitraffer und als Bildsequenz. Man hört auch, dass das Funksignal der Kapsel empfangen wird, die in diesen Minuten landen sollte. Sagenhaft … [16:10 MESZ]

Die beiden Webcasts, die gut funktionieren – jetzt gilt’s … [15:50 MESZ]

Keine halbe Stunde mehr bis zum Atmosphäreneintritt!

Die Spannung steigt: Der (stumme) Webcast aus dem Kontrollraum in Japan hat bereits über 31’000 Zuschauer – und auch aus Australien kommt vom Boden eine Übertragung, die natürlich nur schwarzen Himmel zeigt. Vom NASA-Beobachtungsflugzeug gibt’s dagegen nichts – selbst die Homepage des Projekts ist in die Knie gegangen … [15:25 MESZ]

Eine Bilderserie von Hayabusa im Anflug über Hawaii aufgenommen mit dem Canada-France-Hawaii-Teleskop und gerade verbreitet über die JAXA und dann UMSF – z.Z. die beste Quelle für Hayabusa-News. [14:25 MESZ]

Über 100 Spezialisten warten auf Hayabusa – in und über Australien

Mit Geländewagen und Hubschraubern halten sich derzeit fast 100 Japaner und Australier bereit, um in wenigen Stunden mit der Suche nach der Hayabusa-Kapsel zu beginnen, während 27 Astronomen mit 36 Kameras an Bord einer DC 8 in 11.9 km Höhe auf die Leuchtspur am Himmel warten – auch diese Beobachtungen (nicht zeitnahe Blogs von dort hier und hier) sollten bei der Lokalisierung der Kapsel helfen. Zwar ist die Zielellipse 100 km lang (und ein gehöriges Stück des Steward Highway – der wichtigsten Nord-Süd-Straße Australiens – wird zwei Stunden lang gesperrt, um ganz sicher zu gehen), aber vermutlich wird der ideale Landepunkt bis auf wenige km genau erwischt werden. Die Flugzeug-Beobachtungen haben indes vor allem einen technologischen Zweck: Das Verhalten des ungewöhnlichen Hitzeschildmaterials der Kapsel soll analysiert werden, zusammen mit weiteren optischen, Infraschall- und Radar-Beobachtungen des Eintritts vom Boden aus und der Untersuchung der Reste des Schilds selbst, wenn die Kapsel geborgen ist.

Der Atmosphäreneintritt der Sonde und der ihr dann um 2 km vorauseilenden Kapsel beginnt in rund 200 km Höhe um 15:51 MESZ, in einem flachen Winkel nur 10° gegen die Waagerechte geneigt. Minuten später, wenn die Kapsel 58 km Höhe erreicht hat, dürfte die Temperatur des Schilds auf 2750°C gestiegen sein, während die Luft davor mit 7200°C heißer als die Oberfläche der Sonne brennt. Man erwartet, der leuchtenden Spur noch bis in etwa 45 km Höhe folgen zu können, dann wird der Rest der Reise im Dunklen erfolgen. In 10 km Höhe sollte sich der Fallschirm öffnen, und gegen 16:11 MESZ müsste die Kapsel landen. Dem Mutterschiff dürfte es derweil bereits in 91 km Höhe die Solarzellen abgerissen haben, dann bricht die Hauptstruktur auseinander, und praktisch alles verdampft. (Ein Live-Blog aus Australien hat übrigens hier begonnen, mit den aktuellsten Einträgen am Ende. Und Twitter-Probleme der letzten Stunden scheinen gelöst zu sein – uff!) [14:00 MESZ]

Ein funktionierender Webcast aus dem Hayabusa-Kontrollraum

ist von der ESA „entdeckt“ worden und hier zu sehen (rund 10’000 Zuschauer im Moment). Die nächsten Stunden passiert vermutlich nicht viel – dafür wird’s beim Atmosphäreneintritt um 15:51 MESZ um so hektischer, kommen Hayabusa und die Kapsel doch mit der zweithöchsten Geschwindigkeit an, die es je gab: Die 12.2 km/s wurden nur von den 12.8 km/s der zurückkehrenden Stardust-Kapsel (siehe Artikel B73) übertroffen. Auch damals wurde der Reentry aus der Luft beobachtet (siehe ISAN 72-2), später dann auch das Verglühen des wesentlich größeren ATV-1. [13:30 MESZ]

Abtrennung der Proben-Kapsel hat geklappt!

Im Live-Feed aus dem Kontrollzentrum (der Zugriff zu den diversen Streams ist reine Glückssache) gab es erkennbaren Jubel, wie bei Unmanned Spaceflight berichtet wird. Kurz darauf kam dann die Bestätigung durch die JAXA höchstselbst: Trennung um 12:51 MESZ! Und auch schon ein Artikel von Spaceflight Now. [13:15 MESZ]

Hayabusas Rückkehr: Wo die Informationen herkommen

Die direkteste Quelle sind wohl der Missions-Twitter-Feed und das Missions-Blog, hier jeweils durch den Google-Translator geschickt (in der englischen Version, weil da die Grammatik besser klappt). Dort gibt’s z.B. den Link zu einem Videoclip vom Subaru-Teleskop, das Hayabusa beim Vorbeihuschen zeigt! Weitere Quellen listen das Planetary Society Blog und AstroSwanny’s Blog auf – darunter eine ganze Menge Webcasts oder besser, deren Versuche. Die letzten interessanten Artikel zur Mission, die noch hereinkamen, sind von National Geographic, Spaceflight Now, BBC, Reuters und Sydney Morning Herald – viele weitere sind im Header des Cosmic Mirror #336 und in den Artikeln in diesem Blog (das war der letzte, jeweils der Vorgänger ist verknüpft) verlinkt. [12:25 MESZ]

Noch eine Stunde bis zur Trennung von Probenkapsel und Mutterschiff!

Um 13:00 MESZ soll sich die Kapsel, in der sich ein wenig Staub von der Oberfläche des Asteroiden Itokawa befinden sollte, vom Mutterschiff trennen – abgestoßen von einer Feder, mit nur 10 cm/s. Beim Atmosphäreneintritt drei Stunden später (15:51 MESZ) sind dann die beiden nur 2 km von einander entfernt: Beide glühen rapide auf, das Mutterschiff mit bis zu -7 mag., die Kapsel viel schwächer. Während der Satellit explodiert, wird die Kapsel dank ihres speziellen Hitzeschilds, von dem sich Teile ablösen und Hitze davon tragen (Ablations-Verfahren) sanft gebremst – und sollte 20 Minuten später am Fallschirm im Woomera Prohibited Area in Australien landen. Dort soll sie dann ein Hubschrauber lokalisieren, geleitet auch von der letzten Bahnverfolgung Hayabusas im Weltraum und den Beobachtungen des Reentry durch die DC 8 der NASA, drei optische Beobachtungsstationen am Boden und – so er noch funktioniert – eine Funkbake an Bord der 40 cm kleinen Kapsel. Der Hubschrauber bestimmt per GPS die genau Position, geborgen wird die Kapsel aus Sicherheitsgründen aber erst am nächsten Morgen. [12:00 MESZ]