Ein direktes Bild von einem – jungen & warmen – Exoplaneten von nur 4 bis 5 Jupiter-Massen

exoplanetenbild

zeigt offenbar eine Aufnahme des ESO-VLT mit der Adaptiven Optik NaCo (bei der der Stern selbst ausgeblendet wurde und hier nur markiert ist, ebenso wie im Größenvergleich der Neptun-Orbit um die Sonne): Ein Planetenfoto im Sinne eines von seinem Stern beleuchteten dunklen Körpers ist das zwar – wieder – nicht, aber doch ein neuer Meilenstein hin zu solch einem „echten“ Exoplaneten-Bild. Denn zwar wurden schon rund ein Dutzend warme Exoplaneten in ihrer eigenen Wärmestrahlung aufgenommen, aber ihre nur schwer zu bestimmenden Massen lagen immer höher und oft bedenklich nahe an der Grenze zu Braunen Zwergen.

Der neue Fall HD 95086 b – entdeckt bei einer systematischen Suche – liegt klarer (und darf seit dieser Minute ‚offiziell‘ präsentiert werden, auch wenn das Embargo schon vor gut 9 Stunden gebrochen wurde, als die Autoren das gesamte Paper publik machten, was hier und anderswo gleich aufgegriffen wurde). Da gibt es einen A8-Stern, der nur 10 bis 17 Mio. Jahre alt ist, und in einem Abstand von 0.6 Bogensekunden, der einer projizierten Distanz von 56±7 au entspricht, eine Punktquelle: Einmal wurde sie sehr eindeutig, in einer zweiten Epoche mäßig überzeugend nachgewiesen. Sie bewegt sich – auch das ist nur mäßig deutlich – mit dem Stern am Himmel und dürfte daher ein echter Begleiter sein. Der aber nur im L‘-Band bei 3.8 µm zu sehen ist, im Ks-Band (2.2 µm) dagegen nicht.

Damit hat das Objekt eine Temperatur von 1000±200 Kelvin, und Modellrechnungen geben ihm eine Masse von nur 4 bis 5 Jupiters. „If the comoving status of the companion is con firmed, this giant planet may become a benchmark for physical studies of young giant planets but also for formation and evolution theories of planetary systems,“ heißt es in dem Paper zu der Entdeckung: „Future observations with NaCo and next-generation planet imagers will be important for, fi rst, providing new photometric points at the predicted H ~ 18.9 mag and K ~ 18.5 mag to further explore its atmospheric properties, and second to search for additional close-in planets.“ [NACHTRÄGE: ein paar Links – und ein substanzieller Nachzügler]

Deutscher Amateur entdeckt Asteroid auf exotischer Bahn

Der Kleinplanet 2013 KN6 ging am 28. Mai Jost Jahn ins Netz, der sich des von einer deutschen Stiftung betriebenen ROTAT-Teleskops in Frankreich bedienen konnte (dass als Stationscode benachbarte Remote-Teleskope derselben Stiftung angegeben wurden, hatte nur bürokratische Gründe). Das Objekt war gerade erst hell geworden – und blieb auch auf tiefen Aufnahmen punktförmig, obwohl die Bahn bald ziemlich kometenähnlich aussah, mit starker Exzentrizität die Bahnen aller inneren Planeten kreuzend. In irgendeiner Dimension rekordverdächtig ist die Bahn aber nicht, doch immerhin „hoch entwickelt“, nach diversen nahen Begegnungen mit Merkur und Venus. Sollte es jemals ein Komet gewesen sein, dann jetzt gewiss nicht mehr. Da 2013 KN6 immerhin rund 500 Meter groß ist und der Erde recht nahe kommen kann, wird er auch als Potentially Hazardous Asteroid (PHA) gelistet; irgendwelche Impakt-Wahrscheinlichkeiten sind aber keine bekannt.

Ist der im Adler explodierte Stern eine Zwergnova? Das weiterhin etwa 10 mag. helle Objekt – ein Foto – gehört nach Beobachtungen der VdS-FG Spektroskopie eher in diese Kategorie kataklysmischer Variabler als zu den klassischen Novae. Auch weitere PANSTARRS-Bilder vom 2. Juni (mehr), 1. Juni und 31. Mai (mehr), die zeigen, wie der Staubschweif langsam wieder breiter wird, da sich die Erde von der Kometen-Bahnebene entfernt, plus eine Sammlung v.a. von Mai-Bildern. Und ein Zeitraffer-Film aus New Mexico vom 1. Juni mit einem Waldbrand und den drei Planeten am Ende (von denen die Venus nun bei M 35 vorbei kommt) sowie nur wenig Polarlicht-Aktivität in der Nacht 1./2. Juni, während es aus der Nacht davor um so mehr zu sehen gibt.

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