Allgemeines Live-Blog ab dem 20. November

20. November 2018

20. November

Heute vor 20 Jahren: Start des ersten ISS-Segments Заря

Eine Proton – hier beim Roll-Out – brachte Zarya am 20. November 1998 in den Orbit, wie die Aufzeichung einer Live-Sendung der ESA und ein Foto der NASA (mit mysteriös blauem Himmel trotz schlechten Wetters [NACHTRAG: und erklärt vom Fotografen selbst in einem Kommentar) bezeugen. Aber ganz komplett ist die Raumstation immer noch nicht, da das letzte russiche Segment erst 2022 fertig werden soll: Press Releases von Roskosmos, ESA und DLR, wie sich die Bahnhöhe seither entwickelt hat, Artikel von damals und heute (mehr, mehr und mehr) – und ein Live-Event auf der ISS dazu ab ca. 16:50 MEZ. Auch vage NASA-Ideen für eine Mondlandung, schon wieder ein Start in China mit mehreren Satelliten, der Bau eines Teils der Ariane 6 in Bremen, ein neuer Name für die BFR, wie in Europa der Deorbit-Burn einer Falcon wahrgenommen wurde – und Listen ohne Ende zu Raketen-Flügen für extrasolare Röntgen-Astronomie. [16:10 MEZ]

Die ISS-Crew und der Program Manager kommentieren das Jubiläum – auch ein NASA Release dazu, was die Crew heute tat (die Frachter auspacken), eine Aufzeichnung des Jubiläums-Gesprächs, eine kuriose Entdeckung an Bord und weitere Artikel hier und hier. Auch ein kurioser Sicherheits-Review des Commercial Crew-Programms … Und nach 16 Jahren ist der Reuven Ramaty High Energy Solar Spectroscopic Imager (RHESSI) abgeschaltet worden, während die Parker Solar Probe das erste Perihel gut überstanden hat. [23:55 MEZ. NACHTRAG: Die gefundenen Disketten sind Teil der ganz frühen ISS-Geschichte …]

Advertisements

Zwei Frachter erreichen ISS binnen 15 Stunden

19. November 2018

Von oben der Einfang des Cygnus heute früh (mehr und mehr) und exakt 15 Stunden früher von Progress MS-10 gestern Abend (mehr und mehr, weitere Bilder und das obige erklärt), das Verglühen der Soyuz-Kernstufe von der ISS aus gesehen, der Abwurf ihrer Booster von der Soyuz aus und wiederum von der ISS aus ihr Start.

Morgen werden seit dem Start des ersten Moduls der Raumstation 20 Jahre vergangen sein, was hier schon mal mit einem eine Viertelstunde langen Zeitrafferfilm – ein Rekord – gefeiert wird. Auch die Frage, wie es mit der US-Raumfahrt Richtung Mond wohl weiter geht, nachdem die erste Orion nun ihr europäisches Hinterteil bekam.

Und so war das bei der Landung von Apollo 11 vor fast 50 Jahren: In einem Vortrag im National Air & Space Museum vor ein paar Tagen berichtete der legendäre Flugdirektor Gene Kranz aus erster Hand. Der Vortrag (mit speziellem Echtzeit-Film aus Mission Control ab 33:33) endet praktisch mit der – Spoiler! – erfolgreichen Landung, dafür ist er vorher extrem detailliert: ein Traum für Apollo-Nerds. Und die Landung von Apollo 12 ist heute exakt 49 Jahre her: Third Man und Fourth Man sozusagen …

Krater Jezero: Hier wird der NASA-Rover 2020 landen

Genauer gesagt beginnt seine Reise im Juli 2020 und endet mit der Landung im Februar 2021 – in einem Krater, der einmal ein See war (wobei Jezero übrigens auf Serbokroatisch „See“ bedeutet). Die Landeellipse enthält ein ehemaliges Delta, wo jede Menge interessantes Material zurück geblieben sein dürfte: ideal für die Vor-Ort-Suche nach Lebensspuren wie auch das Einsammeln von Bodenproben, die einmal eine künftige Mission abholen könnte – vor den 2030-ern Jahren dürfen wir sie aber nicht auf der Erde erwarten. Unter Umständen könnte der Rover auch zu einer anderen reizvollen Stelle weiter fahren, aber diese interessante Option hat erstmal keine Priorität: jede Menge HiRISE-Bilder vom und ein Fact Sheet und ein Press Release von 2015 zum 45 km großem Krater Jezero, eine Amateur-Bildverarbeitung der Landschaft (oben auch ein Fan-Video, auch mit anderer Textur verfügbar) und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier und hier].

Ein 23-Minuten-Musik-Video, das u.a. auf den Deep Fields des Hubble Space Telescope basiert, aber insgesamt eine Reise quer durch den Kosmos unternimmt – auch die Ablieferung des Hauptspiegels für Euclid, das europäische Weltraumteleskop, wie einst der Satellit Integral Polarlicht der Erde im Röntgenbereich sah, wie Satelliten die Landwirtschaft in Deutschland beobachten und Archäologie aus dem Orbit in Ägypten.

Das letzte indische GSLV auf der Rampe – aus dem Orbit gesehen vom Satelliten WorldView 3 von Digital Globe, einen Tag vor dem Start am 14. November (mehr und mehr).

Und in China sind schon wieder zwei Beidou-Satelliten gestartet worden (womit die Basis-Konfiguration dieser Navigations-Satelliten-Konstellation komplett ist): Damit ist der Weg frei für den nächsten Start zum Mond am 7. Dezember [NACHTRAG: noch ein Artikel].

Der erste Captive-Carry-Flug der Rakete „Launcher One“ von Virgin Orbit ist erfolgreich absolviert worden: auch Artikel hier, hier, hier und hier. Sowie Träume von einem Weltraum-Bahnhof in Schottsland – und welche NASA-Fans schon alle aus dem US-Kongress geflogen sind, man zählt ja mancherorts immer noch …

Allgemeines Live-Blog vom 12. bis 18. 11. 2018

12. November 2018

18. November

Machholz-Fujikawa-Iwamoto: Sichtbarkeit fast vorbei

Eine Aufnahme des Amateur-Kometen von Michael Jäger von heute früh mit einem 8″ f/2.8 PowerNewton Astrograph, auch eine Animation: Zwar ist der Plasmaschweif fotografisch hübsch, aber die Helligkeit stagniert seit einer Woche bei 8.0-8.5 mag., wie auch die Schätzungen hier bestätigen – Spekulation über einen rasanten Anstieg der Aktivität des Kometen waren falsch. Und das Sichtfenster schließt sich: Morgen steht C/2018 V1 bei beginnender Morgendämmerung noch ca. 15° hoch, am 23. sind es nur noch 10°, am 26. beginnt die Morgendämmerung beim Kometenaufgang – dann gibt es nur noch eine marginale Abendsichtbarkeit vom 3.-13. Dezember mit V1 nur maximal 5° hoch bei Dämmerungsende. Auch weitere Aufnahmen von heute, gestern (mehr), vorgestern, dem 15. November, 14. November (mehr) und 13. November sowie ein Spektrum und die Bahn durchs Gesichtfeld von STEREO HI-1A.

Von Komet Wirtanen gibt es derweil eine marginale Sichtung mit bloßem Auge aus Australien, während andere visuelle Beobachtungen – oben die aktuelle COBS-Lichtkurve – z.Z. um 6.6 mag. ergeben: auch ein Versuch aus Deutschland, eine Zeichnung, Aufnahmen von heute (mehr), vorgestern und dem 14. November (mehr, mehr und mehr), die Entwicklung über drei Monate und Prognosen des Staubschweifs. Ferner Giacobini-Zinner am 14. November, der Schweifstern vom November, eine Feuerkugel über Texas, der Mars heute, gestern (Zeichnungen und mehr), vorgestern und am 15., 14., 13. und 12. November sowie während der gesamten Erscheinung, der Oppositionseffekt am Pluto nachgewiesen und eine ProAm-Exoplaneten-Datenbank.

Das nächtliche Nordamerika heute früh in weiten Teilen wolkenlos (mit Wolken vom Mond beleuchtet): aufgenommen vom Satelliten NPP Suomi mit seinem empfindlichen s/w-Kanal, Nordlicht inklusive. Auch wie Sonnenstürme Pipelines beschädigen können (2017 in Neuseeland) und Seeminen explodieren ließen (während des Vietnam-Kriegs), eine große Raketen-Kampagne zur Erforschung der northern polar cusp, Messungen des Erdmagnetfelds mit künstlichen Sternen, der Einsturz des Radioteleskops vor 30 Jahren in Green Bank (mehr) – und ein bizarrer Marketing-Gag mit dem alten Radioteleskop auf dem Stockert … [23:25 MEZ – Ende]


17. November

Auch der Cygnus ist unterwegs zur ISS, nach pünktlichem Start in Wallops vor 1/4 Stunde: weitere Screenshots und ein Artikel. Auch Didaktik auf der ISS, ein weiterer Triebwerkstest für’s SLS, mechanische Tests mit dem TAGSAM auf OSIRIS-REx, die Inbetriebnahme des Ionenantriebs von BepiColombo – und übermorgen eine Erklärung zur Landestelle des NASA-Marsrovers 2020. [10:15 MEZ]

Auf einem NASA-Foto ist schon mal mehr zu sehen – auch eine Langzeit-Belichtung, ein kurioses Foto und weitere Bilder des Starts sowie ein weiterer Artikel. [10:35 MEZ]

Eine Langzeit-Aufnahme aus Washington, DC – und eine andere mit reichlich Stern-Strichspuren aus großer Distanz. [10:45 MEZ] Und eine von noch weiter weg, eine PM des DLR zur Cygnus-Fracht EXCISS (ein ISS-Studenten-Experiment zur Planetologie) und ein weiterer Artikel – derweil steht das halbstündige Entfalten der Sonnensegel bevor. [11:05 MEZ] Das geklappt hat. Auch ein Zeitraffer und noch ein Bild vom Start, NASA und Northrop Releases und Artikel hier, hier, hier und hier. [21:10 MEZ] Der simultane Start von 71 Satelliten am 19. ist verschoben worden, angeblich auf nach den 22. November bzw. um 5 bis 6 Tage. [22:15 MEZ. NACHTRAG: ein Artikel dazu – es sind auch „nur“ 64 Satelliten an Bord, denn 7 CubeSats wurden nicht fertig]


16. November

Große Reform der SI-Einheiten: nun alles aus Konstanten

Das Internationale System der Einheiten (SI) ist heute auf der 26th General Conference on Weights and Measures (CGPM) von Vertretern von 60 Nationen einmütig reformiert worden: Ab dem 20. Mai 2019 werden die sieben Grund-Einheiten (Grafik oben) ausschließlich durch aller Wahrscheinlichkeit unveränderliche sieben Naturkonstanten mit festgelegten numerischen Werten (komplette Tabelle unten) bestimmt. Wie diese Definitionen aussehen, ist für Sekunde, Meter und Kilogramm (letztere neu) der Tabelle oben zu entnehmen, die Definitionen für Ampere, Kelvin, Mol (alle drei ebenfalls neu) und Candela wie auch der exakte Wortlaut der Resolution sind hier zu finden. Damit ist es nun insbesondere um das Ur-Kilogramm geschehen, das seit über 130 Jahren diese Einheit definierte: Jetzt muss die Planck-Konstante ran, das Produkt von Energie und Frequenz jedes Photons (deren Einheit aus kg, m und s besteht, wobei die letzteren beiden schon länger über die Vakuum-Lichtgeschwindigkeit bzw. eine bestimmte Schwingung eines Atoms definiert sind). Im täglichen Leben ändert sich erst einmal nichts, aber Metrologie-Experten sprechen jetzt von einem „Wendepunkt der Menschheit“: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und zu den fundamentalen Konstanten des Universums. [23:00 MEZ]

Die Experimente mit CIMON haben stattgefunden, gestern auf der ISS: der Crew Interactive Mobile CompanioN und der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst haben rund 90 Minuten im Columbus-Modul der Internationalen Raumstation ISS miteinander gearbeitet. Und in 1/4 Stunde gibt’s eine Feierstunde zur Ankunft des ersten Orion-Service Modules, die u.a. hier gestreamt wird. [14:45 MEZ] Oops, wegen schlechten Wetters ist der NASA-Chef nicht am KSC eingeschwebt und hat nur eine Mini-Video-Botschaft geschickt … [15:05 MEZ] … dafür erzählt Wörner, dass ihm sein Vater Sputnik 1 am Himmel gezeigt, er aber nichts gesehen habe. Auch ein DLR-Experiment für die Orion zur Strahlungs-Messung mit zwei weiblichen „Phantomen“ für die EM-1 und eine ESA-Blog-Story und ein Artikel zu CIMON. [15:25 MEZ]

Dieser Sitzsack mit Mondbild sollte ein Geschenk von ESA-Wörner für NASA-Bridenstine werden und wurde auf dem Festakt am KSC immerhin mal kurz hoch gehalten. Man ist ja nun im Critical Path der NASA-Mondfahrt. [15:40 MEZ] Der Progress-Start heute ist bestätigt für 19:14 MEZ – und für den Cygnus morgen sieht es nun auch gut aus. [15:55 MEZ] Der Juni 2020 für den 1. SLS/Orion-Flug könnte mal wieder wanken, auch ein Artikel zum SM. Der russische Webcast für den Progress-Start läuft derweil. [18:45 MEZ] Der amerikanische nun auch schon. [19:05 MEZ]

Und da fliegt sie – in den ersten 5 Minuten des Aufstiegs keine Probleme gemeldet, die Oberstufe brennt bereits. [19:20 MEZ] Und der Progress ist im Orbit abgeliefert worden. Wenn auch die Antares – für die sich das Wetter stark gebessert hat – morgen weg kommt, erreichen beide Frachter binnen 15 Stunden die ISS. [19:25 MEZ] Eine NASA-Blog-Story, ein Artikel und weitere Standbilder. [19:35 MEZ] Der Start von der ISS aus und vom Boden als Strichspur fotografiert und weitere Artikel hier und hier sowie über die Orion-Übergabe. Außerdem kehrt der ICON-Pegasus wirklich zurück and die Westküste – und Kepler erhielt die letzten Kommandos zur Abschaltung. [21:50 MEZ. NACHTRAG: ein 6-Minuten-Video von einer Kamera auf der Soyuz-Rakete – die Booster fliegen sauber weg bei 1:56!]

Erster geostationärer Satellit mit AMSAT-Anlage unterwegs

Nach dem gelungenen Start gestern Abend (nebst Landung der bereits gebrauchten 1. Stufe auf einem Boot) ist der katarische Satellit Es’hail-2 mit u.a. den ersten Amateurfunk-Transpondern für den geostationären Orbit auf dem Weg zu demselben: weitere Bilder vom Start (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), die Aufzeichnung des Webcasts (mit unheimlichen Begegnungen der 1. Stufe bei der Rückkehr bei t+5:35 und vor allem t+6:02) und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie die ISS vor den Cargo-Starts, wohl erneut längere Verzögerungen bei ICON und der Status der Raketen-Industrie in Japan.

So sieht der neue US-Wettersatellit GOES-17 Hawaii, nachdem er seine Position auf 137.2° erreicht hat – auch Chinas Pläne mit den Beidou-Navigations-Satelliten als Service für die Nachbarn und Sorgen um noch mehr Raumschrott durch Riesen-Konstellationen von Kommunikations-Satelliten: Gerade hat die FCC noch tausende mehr genehmigt, die SpaceX für „Starlink“ einsetzen will.

Ein kurioses Bild des Galaxienhaufens Abell 1033 von Chandra (lila) und LOFAR (blau) – auch die Fortschritte von Voyager 2 aus dem Sonnensystem hinaus, wie MMS das Weltraumwetter überwacht, ein detaillierter Update zu Hayabusa-Mission vor der Konjunktion mit der Sonne, wie die Prognose der Form von Bennu gelang und wachsende Akzeptanz für die neue Rolle des Mondes in den HSF-Plänen der NASA, aber einem Ex-Chef nicht schmecken, Kanada weiß auch nicht recht, und die Kohle reicht echt kaum für die lunaren Träume. [3:25 MEZ. NACHTRÄGE: mehr und mehr dazu sowie weitere Falcon-Startbilder hier, hier, hier und hier – und der wichtige Hinweis, dass die AMSAT-Nutzlast von Es’hail-2 erst in mehreren Monaten eingeschaltet wird!]


14. November

Die erste Rückkehr von ISS-Material mit japanischer Technik, aus einem umfangreichen Bilder-Album zur Mission des HTV-7 und der erfolgreichen Wasserung einer kleinen Proben-Kapsel. Derweil stehen die nächsten beiden Frachter-Starts zur ISS an: am 15.11. um 10:49 MEZ eine Antares mit einem Cygnus (mit teilweise exotischer Fracht) und am 16.11. um 19:14 ein Progress auf einer Soyuz. Weitere geplante Starts der nächsten Tage sind ein GSLV am 14.11. und 12:38 MEZ und zwei Falcon 9s an der Ostküste mit Katars Es’hail 2, der die erste geostationäre Amateurfunk-Nutzlast trägt, am 15.11. um 21:46 MEZ (wie auch der Antares-Start aus Wettergründen fraglich) und an der Westküste mit vielen Dutzend Satelliten aus 16 Ländern am 19.11. um 19:32 MEZ – und am 16.11. um 15:00 MEZ feiert die NASA das europäische Orion-Service-Modul. Auch ein Videoclip vom Aussetzen zweier der Satelliten nach dem ersten kommerziellen Electron Start in Neuseeland (mehr, mehr und mehr), die Übergabe von MetOp-C nach dem Soyuz-Start von der ESA an EUMETSAT, das 4. Asteroid Approach Maneuver von OSIRIS-REx, Dunkelfeld-Beobachtungen von Hayabusa 2 (Status vom 13.11.) zur Eichung der Instrumente – und vor 50 Jahren gab es Grünes Licht für Apollo 8 als erste Mission bis zum Mond. [0:30 MEZ] Der Webcast des indischen TV zum Start des GSLV läuft, der für 12:38 MEZ geplant ist. [12:15 MEZ] Gut weggekommen – und im Webcast gibt’s zuweilen abgefilmte Bildschirme mit Rocketcam-Bildern. [12:45 MEZ]

Der Roll-Out einer Союз-ФГ mit Прогресс МС-10 heute früh. Und das GSLV hat seinen Satelliten ausgesetzt – auch allerlei Screenshots aus dem Webcast. [12:55 MEZ. NACHTRAG: ein längeres Video vom Roll-Out] Die ESA verlängert den Betrieb von 10 Wissenschafts-Missionen, darunter auch von Gaia und SOHO. [13:15 MEZ] Ein ISRO Release und ein Artikel über den GSLV-Start: Er galt als 3. und letzter Testflug der Version Mk.3, und die Rakete ist nun operationell – mit der Mondmission Chandrayaan 2 im Januar als nächstes. [14:50 MEZ]

Da fliegt das GSLV heute – auch ein fernes Handy-Video aus Chennai sowie die Entwicklung einer neuen man-rated Rakete in China, Spekulationen zur Rollen-Verteilung bei der Lunar Orbiting Platform, wie auf der ISS trotz kleiner Crew geforscht wird, die DLR-Entwicklung eines wiederverwendbaren Triebwerks für den Start von Kleinsatelliten, eine ESA-Erdbeobachter mit KI, eine Startdatum für Chang’e-4 zum Mond (7.12.) und weitere Vorbereitungen von OSIRIS-REx für die Ankunft an Bennu am 3.12. [15:10 MEZ] Wie passend: das GSLV in der Luft mit dem Mond, der ihr nächstes Ziel sein wird. [16:55 MEZ] Der Antares-Start mit dem Cygnus ist auf den 16.11. um 10:23 MEZ verschoben worden: das Wetter … [17:10 MEZ] Womit es zwei Starts zur ISS am selben Tag geben soll: die Fracht des Cygnus auf der Antares sowie ein 3D-Bioprinter für die ISS mit der Crew im Dezember, ein längerer ISRO Release und Artikel hier und hier zum GSLV-Start, die Amateurfunk-Nutzlast des GEO-Satelliten, der weiterhin am 15.11. starten soll – und ein Demo-Flug des „Space Rider“ der ESA vielleicht 2021. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: eine weitere Vorschau auf den Start der Falcon am Cape – und der Anatares-Cygnus-Start ist wetterhalber abermals verschoben worden, auf den 17.11.]


13. November

Na, endlich mal eine sinnvolle Verwendung des VLT … 😉

Da haben sie doch glatt – während eines Outreach-Events – einen transparenten Schirm in einen Nasmyth-Fokus eines der 8-Meter-Telescope des Very Large Telescope der ESO auf dem Paranal montiert und damit eine Projektion des Mondes in der Abenddämmerung. durchgeführt. Schöne Demonstration des Abbildungsmaßstabs in der Brennebene – und späte Antwort auf eine Frage dieses Bloggers während eines VLT-Medienevents in Garching vor rund 20 Jahren: Damals wurde die Frage nach der Möglichkeit verneint, ein Okular in der Brennebene eines der Teleskope zu montieren (wie es z.B. Astronomen für optische Experimente mal beim 5-Meter-Teleskop des Palomar Observatory gemacht haben oder zur Saturn-Beobachtung mit 4000-facher Vergrößerung mit dem 4-m-Teleskop WHT auf La Palma). Nein, das sei zu gefährlich, da die nachts ferngesteuert werden und keiner im Schutzbau zu sein hat – aber wie man nun sieht, geht ein bisschen visuelle Astronomie mit dem VLT ja doch. (Und nicht zum ersten Mal, wie ähnliche Bilder von 2009 und 2017 zeigen.) Auch die Ankunft der Bedampfungs-Kammer für das LSST auf dem Cerro Pachón, Planungen für die Speicherung der Daten des Square Kilometer Array – und endlich mal kritische Anmerkungen zur Lichtverschmutzung durch die ESA in der BU einer nächtlichen Europa-Aufnahme von der ISS. [22:15 MEZ]


12. November

Hier läuft der Exoplanet Beta Pictoris b um seinen Stern auf direkten Bildern des VLT-Instruments SPHERE (hinter dem Bild noch mehr Zeitschritte, hier animiert) – nach zwei Jahren zu nahe an Beta Pic ist er jetzt auf der anderen Seite wieder zu sehen. Auch der Mars gestern, vorgestern und am 9. November und 7. November, der von drei Amateuren entdeckte Komet C/2018 V1 (Machholz-Fujikawa-Iwamoto) heute (mehr) und gestern (mehr), Komet Wirtanen heute, gestern (mehr und mehr) und vorgestern, allerlei Polarlicht auf Spitzbergen – und hier und hier Artikel zu einer Planetariumsshow mit besonders realistischer Aurora. [18:25 MEZ. NACHTRAG: massig aktuelle Aurora von den Lofoten] Noch mehr Wirtanen-Bilder von heute vs. vorgestern (Schweif futsch!), gestern (mehr, mehr und mehr) und vorgestern. [21:30 MEZ] Ein 2018 V1 mit dem INT und ein weiterer Wirtanen von heute. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: V1-Bilder aus der folgenden Nacht mit ordentlich Schweif hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und eine angemessen vorsichtige Seite zu Wirtanen – und ein aufgemotztes Bild von vorgestern]

Wohin will „Weihnachtskomet“ Wirtanen wohl?

11. November 2018

Nach den jüngsten visuellen Helligkeits-Schätzungen – immer noch das relevante Maß für die Beurteilung der Sichtbarkeit eines Kometen – hat er etwa 7.0 mag. erreicht (Grafik oben), mit einem Komadurchmesser von einem knappen halben Grad (Mitte, in Bogenminuten) und einen sehr geringen Kondensationsgrad (unten, Degree of Condensation, Skaka 0 bis 10): Der kurzperiodische Komet 46P/Wirtanen, zeitweise als Ziel für die Raumsonde Rosetta vorgesehen, hat sich einen Monat vor dem nächsten Perihel am 12. Dezember (1.06 au Sonnenabstand) erwartungsgemäß entwickelt.

Denn er kommt dieses Mal der Erde besonders nahe (schon jetzt 0.20 au, Minimum am 16. Dezember nur 0.08 au), so dass seine Gesamthelligkeit deutlich stärker ansteigt als bei vergangenen Periheldurchgängen, als stets bei etwa 8 mag. Schluss war – aber das Licht verteilt sich auch über eine viel größere Fläche, so dass die Kometenkoma zu einer riesigen diffusen Scheibe wird, deren Durchmesser auf tiefen Fotos bereits 40 Bogenminuten erreicht hat.

Die Fortschreibung der Helligkeitsentwicklung der vergangenen zwei Monate – wie die Grafiken zuvor heute aus der internationalen Comet Observers Database erzeugt – lässt die Gesamthelligkeit noch bis auf knapp 4 mag. steigen: Das ist etwa so hell wie die Sterne der Deichsel des Kleinen Wagens (und eine Größenklasse schwächer als der schwächste Kastenstern des Großen Wagens), nur eben über die dann wohl mehrfache Fläche des Vollmonds verschmiert.

Extrapoliert man aus den Komadurchmesser-Schätzungen eines Beobachters (Marco Goiato, im Bogenminuten) aus besagter Database, dann würde Wirtanens Durchmesser am Himmel in der Nähe des Perihels (rote Marke) sogar 2 Grad überschreiten. Wobei natürlich die Helligkeit der Koma nach außen immer weiter abnimmt und irgendwann im Himmelshintergrund verschwindet: für den visuellen Beobachter definitiv, fotografisch ist aber noch einiges mehr heraus zu holen. Doch was das Auge – im Teleskop, Fernglas oder ohne Hilfsmittel – überhaupt sieht, hängt entscheidend von der Hintergrundhelligkeit des Himmels ab, die heute für die meisten vom Grad der Lichtverschmutzung abhängt. Auch relativ helle Kometen der letzten Jahre, die ihre Helligkeit nur der Erdnähe verdankten, haben sich bereits bei suburbanem Himmel schlicht unsichtbar gemacht, da hilft dann auch – und da irren leider auch die Experten („The Good News“) – kein Fernglas oder Fernrohr mehr, wenn der Himmelshintergrund die diffuse Kometenwolke schlicht verschluckt hat.

Hier noch einmal die komplette Helligkeitsentwicklung seit dem Frühjahr und Extrapolationen: oben für die Beobachtungen aus der Database, unten für Messungen nur des kernnahen Bereichs durch Astrometriker. Leider hat es ein Wirtanen-Perihel, das mit einer derartigen Erdnähe zusammen fällt, seit seiner Entdeckung 1948 nie gegeben, so dass die Erscheinung – oder Unsichtbarkeit – im Dezember schlicht nicht seriös vorhergesagt werden kann. Vielleicht hilft die Erfahrung mit der Riesenkoma von 17P/Holmes nach dem Ausbruch im Oktober 2007: Die Situation Wirtanens Mitte Dezember könnte der von Holmes im Januar 2008 ähneln. Der Öffentlichkeit einen tollen „Weihnachtskometen“ zu versprechen, wie es zunehmend geschieht, ist jedenfalls völlig unseriös! Was dagegen perfekt vorausgesagt werden kann, ist die Position Wirtanens am Himmel, und zumindest die lässt für Nordhemisphäriker nichts zu wünschen übrig! Denn Mitte Dezember steht er im Stier, erreicht Höhen von über 50°, und nach Mitternacht ist auch – extrem wichtig für den nötigen dunklen Himmelshintergrund – der zunehmende Mond untergegangen. Ein Fahrplan berechnet für Bochum, aber im Groben für weite Teile Europas gültig:

  • Um den 22. November: Wirtanen erreicht im Fornax erstmals mehr als 10° Höhe über dem Horizont, aber es ist Vollmond. Sonnenelongation 126°, Sonnenabstand 1.09 au, Erdabstand 0.16 au, Gesamthelligkeit vielleicht 6.5 mag.

  • 28. November: Kulmination des Kometen im Cetus in 16° Höhe, der Mond geht gerade auf – ein zweiwöchiges dunkles Fenster beginnt! Sonnenabstand 1.07 au, Erdabstand 0.13 au, ~5.5 mag.

  • 4. Dezember: Die Kulminationshöhe Wirtanens im Eridanus erreicht 25°. Fast Neumond. Sonnenabstand 1.06 au, Erdabstand 0.10 au, ~5.0 mag.

  • 10. Dezember: Der Komet – wieder im Cetus – kulminiert 40° hoch, zunehmender Mond längst untergegangen. Sonnenabstand 1.06 au, Erdabstand 0.08 au, ~4.5 mag.

  • 14. Dezember: Wirtanen im Taurus kulminiert 55° hoch, während der Mond kurz vor dem ersten Viertel gerade untergeht – Ende des optimalen Fensters. Weiter Sonnenabstand 1.06 au, Erdabstand 0.08 au, ~4.0 mag., etwa das erwartete Maximum.

  • 19. Dezember: Am Morgen Untergang des zu 83% beleuchteten Mondes, wenn Wirtanen im Perseus noch 35° hoch steht – danach dürften sich zumindest visuell die Bedingungen drastisch verschlechtern. Weiter Sonnenabstand 1.06 au, Erdabstand 0.08 au, ~4.5 mag.

  • Am Abend des 25. Dezember beginnt wieder ein langes dunkles Fenster vor Aufgang des abnehmenden Mondes, mit Wirtanen im Auriga 50° hoch. Sonnenabstand 1.07 au, Erdabstand 0.10 au, ~5.0 mag.
Bis zum 15. Januar – Sonnenabstand 1.15 au, Erdabstand 0.20 au – kann der Komet dann in bis in über 80° Höhe ohne Mond gesehen werden, während seine Gesamthelligkeit wieder unter 6 mag. fällt. Aber gleichzeitig der Durchmesser wieder schrumpft: Vielleicht ist Wirtanen gerade dann visuell am interessantesten – aber nur für Besitzer von Newton-Teleskopen oder Zenitprismen … Und mit großer Optik und speziellen Filtern gibt es schon jetzt Interessantes zu sehen: Eine „sequence of enhanced narrowband CN images, obtained during Nov. 1-4 […] reveal at least two rotating spiral-arc structures in the coma“, hieß es gestern im CBET #4571 vom Lowell Observatory. „Images obtained on Nov. 1, 2, and 4 show nearly identical morphology, with the first pair indicating that the rotation period is a sub-multiple of about 26.5 hr. The sequence of images was phased to periods around 13.3, 8.8, 6.6, 5.3 and 4.4 hours, with the smoothest apparent motion resulting for a value of 8.91 +/- 0.03 hr, which is assumed to represent the rotation period of the nucleus“ – die auch stabil zu sein scheint.

Hier noch kurze Anmerkungen zu Wirtanen auf einem NASA-Meeting im Sommer. Aus der Amateurszene (aber mit z.T. sehr großem Gerät!) ganz aktuelle Aufnahmen – z.T. schon mit einem langen schmalen Schweif – hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und vom 8. November (mehr, mehr und mehr und im Vergleich mit dem 6.11.), 7. November (mehr, mehr und mehr), 6. November (mehr), 4. November (mehr), 3. November (mehr und mehr), 2. November, 29. Oktober (mehr) und 27. Oktober. Und Webseiten zu Komet Wirtanen, auf denen zumindest die Aufsuchkarten nützlich sein dürften, und Vorschau-Artikel gibt es inzwischen eine Menge: zum Beispiel hier (von einer internationalen Pro-Am-Kampagne), hier (eine Kampagne speziell zur Koma-Morphologie), hier (jede Menge Tabellen), hier (jede Menge Karten), hier (jede Menge Himmels-Ansichten), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Allgemeines Live-Blog vom 2.-10. November 2018

2. November 2018

10. November

Der ExoMars-Rover soll in Oxia Planum landen, ist die Empfehlung eines Auswahl-Workshops: Die letzte Alternative Mawrth Vallis war wissenschaftlich wie landetechnisch schlechter eingestuft worden. Auch eine kuriose Sonifikation einer alten Oppy-Aufnahme, jetzt und demnächst massenweise Asteroiden-Besuche (auch eine weitere Bennu-Animation und die Ursache der Formen von ihm und Ryugu), ein animierter Jupiter von Hubble, die unklare Zukunft eines Europa-Landers nach den Midterm Elections, wie Suomi die South Atlantic Anomaly erlebt, wie die ISS ohne Crew zurecht käme – und die Ethik der Mars-Forschung in der Zukunft … [18:15 MEZ] Eine beim Wiedereintritt des HTV-7 abgetrennte Kapsel mit Materialproben ist offenbar erfolgreich gewassert. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRAG: ein JAXA Press Release weiß nichts bzgl. des Status‘ ihrer Bergung; laut diesem Artikel „eilt ein Schiff“ zur Landestelle. NACHTRAG 2:

Die Kapsel ist geborgen! Und in Neuseeland soll gleich die erste Electron mit bezahlter Nutzlast starten: ein Webcast und Updates. NACHTRAG 3: Der Start ist geglückt – und von Bord gibt es tolle Bilder, Videoclips hier, hier, hier und hier. NACHTRAG 4: Der (Park-)Orbit ist erreicht und die 2. Stufe abgeworfen! Nun wird 42 Minuten gecoastet, bevor die Kickstage Curie zündet und die sechs Satelliten ausgesetzt werden. NACHTRAG 5: ein Press Release zur Bergung der HTV-Kapsel. NACHTRAG 6: Der 2. Curie-Burn und das Aussetzen aller Satelliten sind geglückt! Eine Stunde später soll dann noch ein – deutsches – Bremssegel an Curie entfaltet werden. NACHTRAG 7: Artikel zur Kapsel-Rückkehr hier, hier und hier und zum Electron-Start hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Bald im Perihel: Amateur-Komet wird keine große Leuchte

Die Bahnelemente des immer noch nummern- wie namenlosen von drei Amateurastronomen entdeckten Kometen (s.u.) konvergieren zur einer Parabel mit Perihel am 3.12. in 0.4 au Sonnenabstand: Die Elongation des z.Z. auf etwa 10 mag. geschätzten Kometen fällt demnach bis Monatsende auf 19° und erreicht nur nocheinmal 25°, bevor er hinter der Sonne verschwindet. Weitere Bilder hier (mit einem dünnen Schweif!), hier und hier. [17:50 MEZ. NACHTRÄGE: weitere Bilder des schlussendlich C/2018 V1 (Machholz-Fujikawa-Iwamoto) getauften Kometen mit Schweif hier, hier und hier – und er ist deutlich heller geworden, nur hilft nur wegen der sinkenden Elongation wenig]


8. November

Ein schräger Blick auf den Jupiter von Junos 16. Perijovium in Verarbeitung von Kevin Gill – auch Thermal-Tests am Magnetometer-Arm von JUICE, die erfolgreiche Rückmeldung der Parker Solar Probe nach der Sonnen-Konjunktion, allerlei koronale Löcher gestern aus Sicht von Proba 2, wie Cluster das Weltraum-Wetter überwacht und Reste alter Kontinente unter dem Antarktis-Eis in Schwerkraft-Daten des Satelliten GOCE. [19:55 MEZ] Wie DSCOVRs EPIC die Erde überwacht und Fermi bei Multi-Messenger-Astronomie involviert ist. [22:25 MEZ]

Drei Amateurastronomen entdeckten unabhängig Komet!

Gestern haben unabhängig voneinander der amerikanische Kometenjäger Don Machholz visuell mit einem 18.5″-Reflektor und die japanischen Amateurastronomen Shigehisa Fujikawa und Masayuki Iwamoto fotografisch einen neuen Kometen grob 10. Größe entdeckt, der in dieser Liste [NACHTRAG: inzwischen dieser Liste] z.Z. „DM001“ ist: aktuelle 2000-er Koordinaten demnach 12°24′ -02°03′, Elongation 39°. Frühe Bilder gibt’s hier, hier und hier [NACHTRAG: und eine Tabelle aller Beobachtungen der ersten Stunden, aus dem CBET #4569 von heute].

Namibia bei Nacht … auch die Venus und der Mond am 5. November in Japan, der Mars heute (mehr), gestern (mehr), vorgestern, am 5. November, 4. November (mehr), 3. November (mehr), 2. und 1. November und 31., 30., 29., 28. und 27. Oktober – und der Ballon-Koronograph BITSE in etwa einem Jahr. [19:45 MEZ]

Der Atmosphere-Space Interactions Monitor (ASIM) auf der ISS, kürzlich aufgenommen von der External HD Camera #3. Demnächst kommen auf die ISS auch das Instrument GEDI für Wald-Forschung und ein Refueling-Experiment von Orbit Fab – derweil ist der ausgefallene Computer wieder in Betrieb (auch Artikel hier und hier) und gibt es offenbar keine baldige zweite Chance für die Crew von Soyuz MS-10. Auch der erste Wettlauf zum Mond vor nunmehr 60 Jahren – und Artikel zu Raumfahrt-relevanten Konsquenzen der Midterms hier, hier, hier, hier und hier. [19:30 MEZ]


7. November

Zwei Orbitalstarts in 7½ Stunden Abstand heute Nacht

soll es geben: MetOp-C auf einer Soyuz – oben deren Rollout – in Korou um 1:47 MEZ (mehr und mehr, eine Live-Übertragung, einige Bilder und Artikel hier, hier, hier und hier) und ICON auf einem Pegasus über dem Atlantik um 9:05 MEZ. [0:55 MEZ] Ein Live-Stream vom Launch Event in Darmstadt … [1:15 MEZ] … und auch Arianespace sendet jetzt. [1:30 MEZ] Alles im grünen Bereich. [1:40 MEZ]

Pünktlicher Start der Soyuz mit MetOp-C! Und auch die Booster-Trennung war kein Problem. [1:50 MEZ] Die Fregat brennt, wenn auch nur kurz – und der Start im Video. [2:00 MEZ] Jetzt wird erstmal gecoastet bis zur 2. Fregat-Zündung um 2:39 MEZ. [2:05 MEZ]

Von Eumetsat ein erstes Foto vom Start – und die Fregat-Stufe brannte wieder, 75 Sekunden lang, während sich MetOp-C gemeldet hat. [2:45 MEZ] Und ausgesetzt wurde! Es geht ihm gut, und die Fregat wird bald versenkt. [2:50 MEZ] Arianespace und Eumetsat Press Releases. [3:00 MEZ] Die Sonnensegel fahren aus … [3:10 MEZ] … und sind ausgefahren. [3:30 MEZ] Ein ESA Release – und der ICON-Start wurde abgesagt, das Pegasus-Trägerflugzeug kehrt zurück. [9:15 MEZ] Nächster Versuch morgen [NACHTRAG: Text revidiert, kein neuer Starttermin mehr] – und Pressemitteilungen zum Start von MetOp-C auf Deutsch von ESA und DLR und Artikel hier und hier. [10:05 MEZ] Der nächste Soyuz-Start mit Crew am 3.12. ist bestätigt, ebenso die Crew-Rückkehr am 20.12. [14:30 MEZ] Gleich wird das HTV-7 frei gelassen. [17:30 MEZ] Und weg. Auch weitere Artikel zum MetOp-Start und hier und hier zur ICON-Verschiebung – um wohl mehr als 24 Stunden. [18:10 MEZ] In der Tat: kein Start morgen und wohl auch nicht so schnell. Und beim Abtrennen vom HTV war etwas anders. [23:45 MEZ. NACHTRAG: Fotos vom Abschied – der den Weg frei gemacht hat für die nächsten Transporter]


6. November

Ansichten zweier Seiten von Asteroid Bennu aus ~200 km Abstand Anfang November, im Kontrast gesteigert, um dunkle Flecken auf der Oberfläche deutlicher zu machen: auch ein Artikel und eine PK zu Bennu und 2014 MU69 morgen. Sowie Io hinter dem Jupiter von Juno, ein endloser Artikel über das Schweigen von Opportunity, die Suche nach einer Landestelle für den NASA-Rover 2020, der Mars-Orbiter der UAE, die Parker Solar Probe im 1. Perihel mit 24 Mio. km, eine Start-Möglichkeit für ICON morgen (mehr und früher), der Reentry eines Iridium-Satelliten über Tibet gefilmt – und eine lukrative Auktion von Memorabilia von Neil Armstrong (mehr und mehr). [3:45 MEZ. NACHTRAG: eine komplette Rotation von Bennu – auch kontrastreicher bzw. weicher bzw. in 3D bzw. ein reales Modell daraus] Noch mehr JunoCam-Kram vom 16. Perijovium. [4:15 MEZ] Dito hier und hier – und Parkers 1. Perihel ist Geschichte. [4:55 MEZ. NACHTRAG: die genauen Zahlen dazu]

Die seltene Sichtung einer Glorie von der ISS aus (hier kontrastverstärkt) – wobei die von der ESA genannte Lichtbrechung aber nur ein Teil der hoch-komplexen Erklärung dieses (auch von diesem Blogger schon beobachteten) Phänomens ist, über das immer noch diskutiert wird. Oh, und auf der ISS ist ein Computer im russischen Segment kaputt, es gibt aber Redundanz. [15:05 MEZ] Die Bilanz der „Raumfahrt-Show“ des DLR zur Gerst-Mission Nr. 2 – und wie Raumfahrt das Hirn altern lässt. [15:55 MEZ] Die Rotation von BepiColombos Sonnensegel komplett, der ISS-Computer-Ärger – und das Orion-SM ist in den USA angekommen. [23:30 MEZ. NACHTRAG: ein ESA Release dazu]


4. November

Die JunoCam-Bilder vom 16. Perijovium Junos sind da

Hier mal eine besonders farbenfrohe Verarbeitung der Jupiterwolken durch Seán Doran und diesen Blogger, andere Ergebnisse hier und wie immer hier. Auch eine weitere Sichtung des Target Markers auf Ryugu durch Hayabusa 2 wieder etwas näher, wie Bennu immer größer wurde – und jetzt der 7. November als frühester Starttag von ICON.

Der Soyuz-Start eines GLONASS-Satelliten in der Nacht: ein Video und weitere Bilder hier, hier und hier. Auch ein privater Amateurfunk-Kontakt mit der ISS – und wer schon alles oben war. [11:30 MEZ]


2. November

Die Raumsonde Dawn meldet sich nicht mehr aus dem Orbit um Ceres: Offensichtlich ist aller Treibstoff verbraucht, so dass sie ihre Antenne nicht mehr auf die Erde ausrichten kann – das Ende der Mission. Dies ist eines der letzten Bilder, die noch ankamen, der Krater Occator mit seinen berühmten hellen Flecken (Cerealia Facula in der Mitte und die Vinalia Faculae) am 1. September aus 3370 km Höhe. Vom selben Datum auch Ahuna Mond am Horizont sowie Nachrufe hier, hier, hier, hier und hier. Plus die wunderliche Übernahme von Planetary Resources durch eine Blockchain-Firma.

Der Serpens Nebula, beleuchtet vom Stern HBC 672 (wobei eine Staubscheibe um den Stern große Schattenkegel produziert), auf einer Hubble-Aufnahme – auch detaillierte Wal-Beobachtung aus dem Orbit mit kommerziellen Erdsatelliten, die mit 30 cm Auflösung sogar einzelne Spezies unterscheiden können.

Das erste Service Module für eine Orion-Kapsel in Deutschland vor der Übergabe an die NASA heute und den Flug mit einer An-124 zum Kennedy Space Center am 5. November. Auch der bereits 32. Raketenstart Chinas in diesem Jahr (mehr und Bilder hier und hier) – und warum Chinas erster privater Start scheiterte. [0:00 MEZ] Ein Video vom und weiterer Artikel zum China-Start, weitere Dawn-Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und war das JWST einfach zu schwierig für die NASA? [12:00 MEZ. NACHTRÄGE: Artikel hier, hier, hier und hier zur SM-Übergabe, seine Abreise, der Flug über den Atlantik und weitere Vorbereitungen für EM-1. Sowie ein DLR-Nachruf auf Dawn, der Orbit der Sonde jetzt und noch mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Man möge fürderhin vom Hubble-Lemaître-Gesetz sprechen

Eine elektronische Abstimmung unter den Mitgliedern der Internationalen Astronomischen Union hat das Votum der bei der Vollversammlung in Wien im August Anwesenden ziemlich genau bestätigt: Von 4060, die ihre Stimme abgaben (Wahlbeteiligung 37%), stimmten 78% für die Resolution „to recommend that from now on the expansion of the universe be referred to as the ‚Hubble-Lemaître law'“ (im Plenum: 74% von 385) und 20% (14%) dagegen. Wie aus einer Reihe von historischen Arbeiten z.B. von 2011 (eine Schlüssel-Quelle der Resolution), 2012, 2013, 2015 und 2018 (nach der Abstimmung erschienen) klar wird, haben viele früh einen Zusammenhang zwischen Rotverschiebung und Entfernung ferner Galaxien erahnt oder erkannt – aber Lemaître war 1927 nun mal der erste, der sowohl das korrekte lineare Gesetz hin schrieb wie auch darin eine Expansion des Universums sah. Während Hubble mit nahezu denselben Zahlen 1929 erheblich mehr Aufsehen erregte: Daher erscheint die erweiterte Benennung des Expansions-Gesetzes gerechtfertigt. Dazu noch ältere Artikel hier und (jede Menge) hier und aktuelle hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier und hier]. Auch grünes Licht für das TMT auf Hawaii (ein Statement des Gouvernors und Artikel hier, hier, hier, hier und hier) – und Komet G-Z am 30. Oktober. [0:00 MEZ. NACHTRÄGE: und gestern und heute]

Sensor-Montage-Fehler ließ Soyuz scheitern

1. November 2018

So sah der Fehlstart von Soyuz MS-10 am 11. Oktober aus der Perspektive einer Kamera auf der Rakete aus, die nach unten an der Rakete und drei der vier Booster (der „ersten Stufe“) vorbei schaute: sieben Standbilder aus dem vor wenigen Minuten veröffentlichten Video

mit dem Unfall ab 1:25. Man sieht, dass sich die Booster in der Mitte und rechts planmäßig entfernen, der links aber hängen bleibt – dann geht alles rasend schnell, viel Qualm (als er in den Kern, die „zweite Stufe“ einschlägt): Die Rakete schlingert gewaltig, dann Abblende. Der Untersuchungsausschuss hat auf einer Pressekonferenz heute mitgeteilt, dass für das Versagen der Booster-Trennung ein beim fehlerhaften Einbau um 6 Grad verbogener Sensor-Stift verantwortlich war: Zwei andere schon montierte Soyus-Raketen werden jetzt untersucht, ob da derselbe Fehler gemacht wurde.

Hier der komplette Flugverlauf (Grafik hinter dem Bild in größer) der unfreiwilligen Suborbitalreise: bei Sekunde 114 Abwurf des Rettungsturms, 118 Unfall, 121 Abbruch und 1189 (also 19.8 Minuten nach dem Start) Landung. Auch Bilder der Booster-Trümmer von der PK und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG: obige Grafik auf Englisch und weitere Artikel hier, hier und hier. Der Booster D war ohne das korrekte Werkzeug falsch montiert worden, heißt es in einem langen Interview – ab jetzt wird alles extrem überwacht. Und bevor man sich im Dezember zum Loch in der Soyuz MS-09 äußert, soll erst eine EVA am 10. oder 11. Dezember zwecks Außen-Inspektion abgewartet werden. NACHTRAG 2: Das Video hat offenbar eine Lücke – wie hart die Reaktion des Kerns auf den Booster-Crash war, kann man daraus nicht ableiten. Auch weitere Screenshots daraus – und der kleine Sensor, an dem es lag. NACHTRAG 3: ein Press Release von Roskosmos (in der russischen Version mit vielen Bildern von der PK), bloggige Reaktionen von NASA und ESA, ein Stück aus dem Video in Zeitlupe (man sieht deutlich, dass Bilder fehlen), weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und (von diesem Blogger) hier und ein langes ZDF-Interview mit Alexander Gerst zur Lage auf der ISS.

Allgemeines Live-Blog vom 27. bis 31. 10. 2018

27. Oktober 2018

31. Oktober

Super-Bennu / R.I.P. Kepler / Parker bricht zwei Rekorde

Aus acht OSIRIS-REx-Aufnahmen aus 330 km Abstand ist obiges Superresolution-Bild von Bennu erzeugt worden – nicht leicht, da der Asteroid während der Aufnahmen um 1.2° rotierte: auch eine alternative Verarbeitung, Vergleiche mit dem ähnlich geformten aber kleineren Ryugu hier und hier, eine weitere Bahnkorrektur, der Zeitplan der Mission und ein Paper über Image-based Mapping of Small Bodies in Preparation for the OSIRIS-REx Mission.

Die NASA hat Kepler aufgeben müssen, der jedweden Treibstoff verbraucht hatte: allerlei Statistiken zum Exoplaneten-Star-Jäger, ein Paper über 21 Important Scientific Opportunities with Kepler & K2 Archive Data, Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein 1-Stunden-Chat am SETI-Institut zum Vermächtnis. Die Parker Solar Probe ist derweil der Sonne näher gekommen und auch schneller geworden als Helios 2, womit beide Rekorde der deutsch-amerikanischen Mission nach 42 Jahren gebrochen sind: genauere Zahlen hier und hier, eine Simulation und Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

Die letzte Lande-Übung TD1-R3 von Hayabusa 2 von einer Mini-Kamera neben dem Proben-Sammel-Horn gesehen, die durch öffentliche Spenden finanziert worden war: Hier das bodennächste Bild aus 21 m Höhe aus einer Animation, die Fans bereits hier, hier und hier durch Interpolation flüssiger gemacht haben. Auch grünes Licht für die NASA-Asteroiden-Mission Lucy zu den Trojanern des Jupiter, eine weitere Animation einer Minikamera auf BepiColombo von der Drehung eines Sonnensegels, die weiteren Pläne der NASA für Opportunity schweigend auf dem Mars, der Start des LightSail 2 erst irgendwann 2019 – und keine Soyuz-Verzögerungen bei Arianespace durch den MS-10-Fehlstart. Zu dem eigentlich gestern ein Bericht vorgelegt werden sollte, von dem aber nichts zu hören war. [3:05 MEZ] Der ist nun da: Es war ein Sensor-Schaden an einem der Booster, der zur Kollision führte. Und die nächste ISS-Crew könnte am 3.12. starten, mit der Rückkehr der alten am 20.12. Auch die Abreise des ersten Orion-SM in Bremen am 5. November – und Parkers erstes Sonnen-Encounter von 24 läuft. [18:45 MEZ] Zu Keplers Missions-Ende weitere Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:35 MEZ – Ende. NACHTRAG: und noch ein Press Release zum Bennu-Bild]


30. Oktober

Super-scharfe Fotos der ISS von diesem Monat sind beim Ablegen von Soyuz MS-08 am 4.10. entstanden und gestern gestern von Roskosmos und heute von der NASA und einem der Insassen veröffentlicht worden – auch anhaltendes Rätselraten um die von aus dem ISS-Plan gekickte Astronautin, die eigentlich Gerst begleiten sollten, Vorbereitungen des Trainings für Commercial Crews zur ISS. Und was die NASA so alles verbummelt hat and historischer Hardware … [23:35 MEZ]


29. Oktober

Erfolgreicher Start einer H-IIA mit 2 großen und 4 kleinen

Satelliten heute früh, zuerst dem großen Umweltsatelliten GOSAT-2: ein ungewöhnlicher Webcast der JAXA voll übersprudelndem Enthusiasmus, Clips von Booster-Separation und GOSAT-Deployment (die anderen Nutzlasten sollten ohne Funkverbindung ausgesetzt werden, und eine Bestätigung ist erst viel später möglich) und Screenshots hier, hier, hier, hier, hier und hier und noch viel mehr. Und schon wieder ein Start in China, mit dem französischen Ozean-Satelliten CFOSAT (mehr und Bilder hier und hier) – plus farbenfrohe Amateur-Verarbeitung von Venus-Bildern des japanischen Orbiters Akatsuki. [5:55 MESZ] Das Aussetzen des nächst-größeren Satelliten KhalifaSat ist bestätigt, über die kleinen wurde nichts gesagt; zwei ganz kleine haben sich aber gemeldet. Und der chinesische Start wird gebührend nebenan gefeiert. [7:15 MESZ] JAXA und Mitsubishi Press Releases und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier zum H-IIA-Start. [22:15 MESZ]


27. Oktober

Der erste Soyuz-Start nach dem Unfall gelang, mit militärischer Satelliten-Fracht, vorgestern mit einer Союз-2.1б: Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und der NASA-Chef denkt, dass auch bald wieder Starts mit Crew möglich sein werden. Fast zeitgleich startete auch eine Langer Marsch 4b (mehr, mehr, mehr und mehr) – doch der erste private Orbitalstart Chinas ist heute gescheitert: Mitteilungen hier und hier, Artikel hier und hier, Bilder und Updates [NACHTRAG: und mehr Bilder, rare Emotionen und weitere Artikel hier, hier, hier und hier]. Trotzdem dürfte es für China ein Rekordjahr werden – auch das Marketing der Falcon Heavy, Triebwerkstests für die Orion und die Vorbereitungen für EM-1 am KSC. Und die ESA-Minister trafen sich, um die Ratstagung 2019 zu planen. [23:25 MESZ]

Zwei 2018-er Mars-Karten aus Amateur-Beobachtungen im Vergleich, aus dem Juli und August/September (auch alt. und als Globus animiert), auch als Globus animiert. Auch der Mars gestern (mehr), vorgestern (mehr) und am 24., 23., 22. und 16. Oktober – und die Venus beim Marsch durch die untere Konjunktion gestern in 6° Sonnenabstand heute [NACHTRÄGE: mehr und mehr – und vom 21. bis 28. Oktober], gestern (mehr) und vorgestern.

Das Sternentstehungsgebiet NGC 2467 auf einem Bild des VLT-Instruments FORS – das ‚für Spaß‘ entstand, im Rahmen eines ESO-Notprogramms, das astronomisch ungenügende Zeitfenster für pretty pictures nutzt. Auch ein Thread zum ESA-Teleskop FlyEye zur Asteroiden-Suche – und ein DPA-Artikel über die Rolle von Amateurastronomen in der Forschung, der aber einiges durcheinander bringt und viele wirkliche Leistungen dieser besonderen Art der Citizen Science nicht kennt …

Eine schöne Bilderserie vom persistent train einer Feuerkugel animiert (mehr, mehr und mehr), eine Feuerkugel über Nordeuropa am 10. Oktober – und hochauflösende Bilder des Asteroiden (2) Pallas von der Erde aus mit SPHERE. [15:40 MESZ]

Eine Hubble-WFC-3-Aufnahme von IC 63 bei Gamma Cassiopeiae, der sowohl ein Reflexions- wie ein Emissionsnebel ist. Auch ein langer Chat über Hubble und seine Gyros (ab Minute 10) und ihre inzwischen weitgehend gelösten Probleme (ab Minute 20), der vielleicht finale neuerliche Safe-Mode Keplers, Überlegungen zum Verhalten des Mars-Methans (dem Vernehmen nach hat auch der ExoMars TGO was darüber heraus gefunden, das aber noch unter Verschluss gehalten wird), der stark erodierte Mars-Krater Greeley, mal wieder ein CaSSIS-Bild vom TGO, ein ferngesteuerter Mars-Rover-Test in Spanien, die Beratung über den Rover-2020-Landeplatz – und eine harmlose JunoCam-Aufnahme, bei der eine winzige grüne ‚Anomalie‘ am Jupiter-Rand sitzt: zumindest mal ein ungewöhnliches Artefakt. [1:00 MESZ. NACHTRAG: Hubble ist wieder im regulären Betrieb (alt.), mit drei Gyros – auch Artikel hier, hier, hier und hier]

Weitere Artikel dieses Bloggers seit September

26. Oktober 2018

Die Staubmonde der Erde: ein Nachweis? Das Paper von 1961, ein Review von 2007 und der R.A.S. Press Release [NACHTRÄGE: und die beiden dort erwähnten ungarischen Originalarbeiten open access hier bzw. hier sowie weitere Artikel hier und hier plus einer von 2015 über eine Missions-Idee genau dorthin … von 1962]. (26.10.)

Sternbedeckung durch Transneptun nahm seltsame Wendung – Vanth statt Orcus und zwei Sterne statt einem: das Paper, die Speckle-Kamera, eine Arbeit damit und ALMA vs. Vanth. (26.10.)

Nein, hier bricht kein Mars-Vulkan aus … Auch ein späterer Press Release der ESA, mit den obigen Bildern, und ein Artikel [NACHTRAG: und weitere hier und hier]. (23.10.)

Eröffnung mit Ewald et al. einer Raumfahrt-Ausstellung in Bonn. (22.10.)

BepiColombo gestartet: zwei Orbiter auf 7-Jahres-Reise zum Merkur – hier die Entfaltung des Magnetometers, ein deutscher ESA-Text, wie es beim Start war, und ein Blog-Eintrag über MERTIS. (20.10.)

Ausgebrummt: Sonnenfinsternis legt Bienen still: das Paper, Artikel hier, hier, hier und hier – und ein Paper über die Sonnenkorona bei nämlicher SoFi 2017. (19.10.)

2015 TG387, ~300 km groß: ein dritter Vertreter der Inneren Oortschen Wolke: das Paper, ein MPEC, ein Orbit-Simulator, Press Releases hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. (17.10.)

Schroffer Asteroid Ryugu erschwert das Probensammeln für Hayabusa 2 (15.10.)

First (ashen) light: erste Experimente mit dem Erdschein – auch Bilder vom Folgetag hier, hier und hier und weitere 1 1/2 Stunden später. (13.10.)

Ein Morgengruß von Elon Musk: mehr zum Reentry Burn über Europa hier, hier und hier (mit diesem Blogger als Experten; früher und noch früher) und zum Start-Spektakel in den USA (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. (12.10.)

Soyuz-Crew übersteht Notlandung nach Raketen-Fehlstart unbeschadet. (11.10.)

Und sonst so im letzten Monat … u.a. mit Bildern der Planetentagung in Bonn im September – und unten Links zu großen Bilderstrecken von drei Tagungen im August. (10.10.)

Interstellarer Besucher bleibt heimatlos: das Paper [alt.], das andere Paper, ein Gaia IoW, Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier zum ersten und zum zweiten Paper sowie eine Nicht-Detektion durch Spitzer und was in einem Jahr erforscht wurde. (5.10.)

Der erste Exo-Mond: Die Evidenz wächst – das neue Paper [alt.], frühere hier, hier und hier und eins zur Berechnung der Habitablen Zone, Press Releases hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und interessante Twitter-Threads hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. (3.10.)

MASCOT auf Ryugu: Deutsch-französische Asteroiden-Landung gelungen! (3.10.)

Der ganze Himmel glüht – im Licht des Wasserstoffs ferner Galaxien: das Paper [alt.] und Press Releases hier und hier. (2.10.)

Ein Fenster in die Schattenwelt? Papers hier, hier, hier, hier und hier, ein Thread, eine Diskussion und Artikel hier, hier (mit Diskussion dazu), hier, hier, hier, hier und hier. (28.9.)

Landungen der MINERVAs geglückt: Willkommen auf dem Asteroiden Ryugu! (27.9.)

Lier, Flandern, Belgien: die umwerfenden astronomischen Uhrwerke des Louis Zimmer. (19.9.)

»Novaya Semlya« … über der Nordsee / Tin Hat Mirage & Novaya Zemlya Effect during a North Sea sunset / Sonnenuntergang in der Nordsee (16./17./21.9.)

Middelburg: Astronomie-Geschichte lebt auch am neuen Ort der Volkssternwarte. (14.9.)

Was wenn … die Erde aus Heidelbeeren bestünde? Das verrückte Paper, ein anderer Artikel dazu und Werbung hier und hier. (14.9.)

Bei der Urania in Hove – Rückkehr zur Volkssternwarte. (12.9.)

Allgemeines Live-Blog vom 21. bis 25. 10. 2018

21. Oktober 2018

25. Oktober

Da sitzt der Target Marker auf der Oberfläche von Ryugu!

Ein – dynamikarmes – Bild der Weitwinkel-Navigationskamera aus etwa 20 Metern Höhe. Abgeworfen worden war er in 13 m Höhe – und Hayabusa 2 kam bis auf 12 Meter an die Oberfläche heran, ein neuer Rekord. [13:00 MESZ] In dem Bild leuchtet der Marker in der Sonne – auf Blitz-Aufnahmen (ja, Hayabusa 2 hat ein Blitzgerät an Bord) ist die Oberfläche dagegen fast schwarz und nur der Marker zu sehen. [13:35 MESZ]

Auf einer Hayabusa-Pressekonferenz auf der DPS-Tagung in Knoxville gab es keine bisher unbekannten Aufnahmen Ryugus von den Landern auf der Oberfläche zu sehen aber immerhin ein paar Messungen anderer Instrumente auf MASCOT: hier von Störungen bereinigte Messungen seines Magnetometers, das ein ähnlich extrem schwaches Feld wie auf Komet C-G vorfand, dafür aber die Bewegungen des Landers verfolgen konnte. Auch Vergleiche von Ryugu und Bennu (der für OSIRIS-REx inzwischen einige Pixel groß geworden ist) generell. [19:00 MESZ] Der weitere Zeitplan für Hayabusa 2, grob jedenfalls. Und über einen internen Chat während der PK ist zu erfahren: „As for MINERVA-II1, we have two rovers, Rover-1A and Rover-1B. Rover-1A is still working and it is moving by hopping once in a day. Rover-1B is not moving now, but we have radio contact.“ [19:05 MESZ] Von MASCOT soll es im Dezember auf dem AGU FM mehr ausgewertete Bilder geben – MASCOT machte 120, auch in Farbe. Keine Instant Science für’s erste … [19:15 MESZ]

Aber was es heute gab, ist die schärfste Aufnahme von Ryugus Oberfläche durch Hayabusa 2 selbst: vom vorletzten Abstieg am 15. Oktober aus 42 Metern Höhe mit 4.6 mm Auflösung. Und hier gibt es Slides („Hayabusa2 Explores Asteroid Ryugu“) und eine komplette Aufzeichung (auch über diese Seite unter „Press Conferences from DPS 50 …“, Item 4) der heutigen Pressekonferenz. Derweil ist Bennu für OSIRIS-REx schon 13 Pixel groß (vorgestern aus 3000 km Abstand) und zeigt Form und erste Details! [20:50 MESZ] Ein Artikel über die Hayabusa-PK. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: der Kontext obigen Bildes, selbiges eingedunkelt, eine Animation weiterer Bilder vom 15.10., ein gewagtes Stereo-Bild daraus (und mehr), die Sampler-Horn-Kamera im Test, ein MASCOT-Abstiegsbild verschönert (aus Jaumanns Slide 8) und weitere Artikel hier und hier]

Ryugu und der Schatten von Hayabusa 2 auf einem um 4:11 MESZ empfangenen Bild: ein Ausschnitt in voller Auflösung. Auch ein weiterer Screenshot aus dem Simulator. Um im Webcast hieß es soeben, die Höhe sein nun laut LIDAR 214 Meter. [4:25 MESZ] Die größte Nähe sollte etwa jetzt erreicht sein – die Signallaufzeit ist 18 Minuten, d.h. gegen 5:00 MESZ könnte man was wissen. [4:40 MESZ]

Das um 4:42 MESZ empfangene Bild, komplett und etwas verkleinert und durch Anklicken auch in voller Auflösung. [4:55 MESZ] Zur Zeit nur Doppler-Information über den Funkträger, die Telemetrie kommt erst um 5:25 MESZ wieder: Dann wird man erst erfahren, ob der Target Marker abgesetzt wurde. [5:00 MESZ] Das Doppler-Signal zeigt, dass sich Hayabusa 2 wieder von Ryugu entfernt – was mit Applaus begrüßt wird. Und der MINERVA-Chef erzählt, dass sie immer noch Kontakt haben, 110 Ryugu-Tage lang schon, zuletzt am 22. Oktober. [5:10 MESZ] Die Telemetrie ist wieder da, die Höhe auf 134 Meter gestiegen. [5:30 MESZ] Der Target Marker wurde abgesetzt – und die Höhe ist schon wieder 1.2 km. [5:40 MESZ] Dito auf Englisch. [5:45 MESZ] Wo der Marker allerdings gelandet ist, weiß man noch nicht. [6:00 MESZ]

Das Manöver TD1-R3 von Hayabusa 2 kommt gut voran

Auf der um 23:48 MESZ empfangenen Aufnahme der Weitwinkel-Navigationskamera ist bereits der Schatten der Sonde zu erahnen, kurz vorher war die 2-km-Marke passiert worden: Gemäß dem Plan für das Rehearsal 3 des Touchdown 1 wird der Minimalabstand in vier Stunden erreicht. Frühere Aufnahmen der Kamera hatten wieder den markanten Felsen am Südpol des Asteroiden – eine Karte von Ryugu – gezeigt. [0:35 MESZ]

Ein Bild von 0:46 MESZ mit einem anderen interessanten Felsen am Horizont – und Schichtwechsel im Kontroll-Zentrum zufällig zeitgleich mit dem Sonnenaufgang in Japan. [0:55 MESZ] Dieses Bild enstand in ca. 1.5 km Höhe gegen 0:30 MESZ Sondenzeit – auch eine Animation bis 0:17 MESZ. [1:10 MESZ]

Und da kommt der Pol-Felsen wieder, auf einem um 1:44 MESZ empfangenen Bild – der Schatten von Hayabusa 2 ist nun schon sehr deutlich sichtbar. [1:55 MESZ]

Das um 2:42 MESZ empfangene Bild – die 1-km-Marke ist schon passiert. [3:00 MESZ] Ein Bild um 3:10 MESZ empfangen und wie die anderen etwas geschärft und deutlich im Kontrast angehoben – und ein 3D-Simulator des Anflugs, auch ein Screenshot davon. [3:30 MESZ] Jetzt unter 500 Metern. [3:40 MESZ]

Jetzt musste das Bild erstmals nicht vergrößert sondern ein bisschen verkleinert werden, um ins Layout zu passen: die um 3:42 MESZ empfangene Aufnahme. Und in fünf Minuten wird es hier auf Englisch und hier auf Japanisch Live-Sendungen aus dem Kontrollraum geben! [3:55 MESZ] Dort sagen sie, dass die größte Annäherung um 4:55 MESZ sein soll, und dass dann der Target Marker abgesetzt wird. Auch obiges Bild in voller Auflösung. [4:05 MESZ] Die Höhe ist noch ~300 m, aber bei 25 Metern wird autonom gesteuert, das ist nun ‚go‘. [4:15 MESZ]


24. Oktober

Der „Katzenpfoten-Nebel aus Sicht des IR-Satelliten Spitzer – auch der Satellit Kepler im Schlafzustand praktisch ohne Treibstoff (aber immer noch nicht aufgegeben) und seine neuerlichen Beobachtungen des Neptun animiert sowie der künftige Exoplaneten-Satellit Cheops in der Maxwell-Kammer bei Tests.

Ein Blick der Parker Solar Probe zurück auf die Erde neben den Plejaden am 25. September mit seiner einzigen Kamera WISPR – auch das baldige Ende des Pingens von Opportunity, seltsame Linien auf Dione, die unterschiedliche Popularität von Planeten für die Raumfahrt, wie ein Pluto-Orbiter machbar sein könnte, und wie neue Wettersatelliten Modelle verbessern helfen.

Ein nächtlicher Blick aus der ISS, bei dem es einiges zu sehen gibt – auch die medizinischen Folgen langer Aufenthalte in µg, das Kernmodul von Chinas Raumstation, anstehende Feierlichkeiten der Erd-Aufnahme von Apollo 8 vor 50 Jahren, der bevor stehende dritte Start derselben Falcon 9 und ein irrer indischer Werbespot mit astronomischem Bezug und schockierender Wendung … [23:55 MESZ]


23. Oktober

Zum zweiten Mal ganz nah an den Asteroiden Ryugu heran

geht es für Hayabusa 2 von heute bis übermorgen nach dem erfolgreichen Abstieg bis 22.3 Meter am 15. Oktober (TD1-R1-A; oben Blicke auf die künftige Proben-Entnahme-Stelle L08-B und den Orbiter-Schatten aus ca. 47 m Höhe): Wie den Slides einer PK heute und dem heutigen Missions-Update zu entnehmen ist, hat dabei der Laser Range Finder für die Höhenmessung im Tiefflug tadellos funktioniert und in ~25 m Höhe problemlos vom LIDAR für größere Abstände übernommen. Die Grafik zeigt den Plan für den laufenden Abstieg TD1-R3: Ein „R2“ gibt es nicht, da das erste Rehearsal für das Proben-Sammeln bekanntlich zweimal angegangen werden musste und dies nun wirklich das 3. ist. Gegen 5:00 MESZ am 25. Oktober soll Hayabusa 2 bis auf ein paar Meter an die Oberfläche heran kommen und der Rotation des Asteroiden folgen: Dabei soll einer der fünf kleinen Target Marker abgeworfen und anschließend fotografiert werden [NACHTRAG: ein genauerer Zeitplan (Minimalhöhe 20 m um 4:30 MESZ) und die gewohnten Quasi-Live-Bilder der Weitwinkel-Navigationskamera – und das Missions-Maskottchen, der größte Riemenfisch リュウグウノツカイ (Ryugu-no-tsukai), ist natürlich auch dabei]. Auch ein neuer Hayabusa-Manga, die Suche nach Gefahren bei Bennu durch OSIRIS-REx im Anflug (für den Bennu selbst mehrere Pixel groß geworden ist), Mounbounce-Messungen mit Chinas Mondorbiter als Sender, wie die Parker Solar Probe voran gekommen ist, schon wieder eine Startverschiebung von ICON [NACHTRAG: mehr] (um was es geht, hier, hier und hier), der Röntgensatellit Chandra wieder im Normalbetrieb, die Saga des CubeSats Dellingr, der erst nicht wollte, das erste Orion-SM vor der Abreise in die USA – und die NASA-Suche nach Lastentransport zur LOP und vage Ideen für einen wieder verwendbaren Mond-Lander. [23:55 MESZ]

Die Baustelle des Giant Magellan Telescope in Chile auf einer aktuellen Aufnahme einer Webcam auf Las Campanas – auch die Pläne auf dem Cerro Tololo für die SoFi 2019, die dort total sein wird, der Son of X-shooter (SOXS) für das NTT auf La Silla, das Dark Energy Spectroscopic Instrument für den Kitt Peak, das Gattini-IR-Teleskop für das Palomar Obs., Entwicklungen extremer Adaptiver Optik für künftige Teleskope und immer noch verrückte Ideen von Antoine Labeyrie. Ferner die Venus-Sichel heute (mehr) und gestern (mehr). Was der verstorbene Microsoft-Co-Gründer Paul Allen für die Astronomie (und andere Weltraum-Projekte wie Stratolaunch und mehr) tat. Und die ersten öffentlichen Vorführungen mit einem restaurierten Zeiss-Planetarium-Projektor der 1. Generation von 1924 (mehr und mehr) Anfang November in Billerbeck. [23:40 MESZ]


22. Oktober

Die Mars-Wolke ist normale – und bekannte – Meteorologie

Die lange Wolkenschleppe des Arsia Mons auf dem Mars (hier ein VMC-Bild von heute) ist ein normales Wetter-Phänomen und noch dazu ein lange bekanntes – das aber nach dem großen Staubsturm besonders auffällig ausgefallen ist, vielleicht kein Zufall: Diese sich allmählich herumsprechende Einschätzung teilen gegenüber diesem Blog auch eine ganze Reihe kontaktierte Marsforscher. „Das ist ein recht häufiges Phänomen und wurde z.B. schon vor 10 Jahren mit der VMC Kamera auf MEX beobachtet“, teilt z.B. Ernst Hauber vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin mit: „Mit der HRSC Kamera haben wir selber die Wolke vor kurzem aufgenommen.“ Agustín Sánchez-Lavega von der Universidad Pais Vasco schreibt: „The Arsia Mons phenomenon is a seasonal water ice cloud also observed in 2009, 2012 and 2015. In fact, Arsia Mons is the only volcano in Mars that forms orographic water ice clouds practically during the whole year (except during the season Ls (approx.) = 235°-255°).

However, cloud formation on the volcano depends on the amount of dust in the atmosphere, and the current images are being obtained after the great dust storm of this past summer (June-July), so they are of great interest. Another great advantage, over other years, is the excellent vision angle that VMC/MEx is offering us as well as the height of the Sun over the volcano and the formation of shadows.“ Und Eldar Noe Dobrea vom PSI, der 2005 über „a region of persistent water ice clouds on the flanks of Arsia Mons“ publizierte, die das TES auf dem MGS identifizierte, ergänzt dass „the SW region of Arsia does appear to exhibit water ice clouds in practically every observation performed by the Thermal Emission Spectrometer of the Mars Global Surveyor. Needless to say, that seems to be a very special region. Cloud trains coming off the Tharsis volcanoes such as the one you pointed out are not rare, although it in this case it certainly is intriguing how it only seems to emanate from only Arsia. However, this is not a unique occurrence. For example, here is an similar cloud train taken in 2015.“

Noe Dobrea fragte dann auch bei Kollegen herum: „We all agree that these are orographic clouds, and in fact this same Arsia cloud ‚train‘ (I’m not sure what else to call it) has been seen numerous times“ – wobei die Beobachtungen von 2009 im Detail diskutiert worden sind. „The interesting thing, however, is why does this cloud form off Arsia during periods when it is not forming off other volcanoes, and it likely has something to do with the location of Arsia closer to the Equator and its interaction with the atmosphere at those latitudes“ – darüber werde man wohl mal intensiv nachdenken müssen. Und auch Tanya Harrison von der ASU hält den Ort des Arsia Mons für entscheidend: „During northern hemisphere summer, we see these clouds over the other Tharsis volcanoes, Olympus, Elysium, etc.“ Die ESA wird dem Vernehmen nach bald eine Pressemitteilung heraus bringen, um die Fehlinterpretation als Vulkanausbruch zu erledigen. Ein solcher, so Noe Dobrea, würde sich übrigens auch in der Atmosphären-Chemie des Mars verraten – und davon (es wäre eine Sensation) hört man unter Marsforschern nichts. [23:55 MESZ. NACHTRAG: Dieser Artikel wird von Forbes zitiert …]

Die erste Aufnahme des Mars von einem CubeSat im Anflug von einer Mini-Kamera auf MarCO-B, einem der beiden CubeSats, die InSight begleiten, vom 2. Oktober. Auch ein Artikel dazu, wie NASA-Missionen den Airglow beobachten und das Hubble Space Telescope Fortschritte mit den Gyros macht (Artikel hier und hier [NACHTRAG: und hier, hier und hier]) – und angeblich amtliche Aufklärung über den Soyuz-Zwischenfall noch diesen Monat. [23:50 MESZ. NACHTRAG: und Crew-Starts zur ISS vielleicht schon ab Dezember wieder (mehr, mehr und mehr)]


21. Oktober

Die seltsame Wolke am Mars-Vulkan ist immer noch da

Was bereits Ende September Aufsehen erregte („Die bereits unten erwähnte Wolkenstruktur am Arsia Mons …“) ist auch auf den jüngsten Bildern der ‚Webcam‘ VMC auf dem Mars Express – von oben von heute, gestern und dem 16. Oktober – sehr auffällig: eine sehr lange weißliche Wolke, die am Tharsis-Vulkan Arsia Mons hängt (und in Social Media inzwischen zu Spekulationen über einen Ausbruch führt). Auch irdische Mars-Fotos von heute, gestern, vorgestern und dem 18. Oktober (mehr und mehr), 17. Oktober, 16. Oktober, 15. Oktober, 14. Oktober und 13. Oktober, die Venus-Sichel heute, gestern, vorgestern und am 18. Oktober und 17. Oktober und die Kometen Wirtanen am 18. Oktober (mehr), 17. Oktober, 15. Oktober, 12. Oktober und beim Wachsen und G-Z gestern. Sowie Meteor-Detektion per Infraschall, ein teurer Mond-Meteorit, Ausbildung am Barringer-Krater – und ein spekulatives Paper über den Tunguska-Airburst mit einem Fragment, das doch einschlug. [23:55 MESZ]

BepiColombo: Start-Liveblog der Merkur-Orbiter

20. Oktober 2018

Das erste „Selfie“ von BepiColombo im Weltraum: Eine kleine Kamera schaut entlang der entfalteten Solarzellen des Mercury Transfer Module (MTM) – und unten links ist einer der Sonnensensoren des MTM zu sehen. Auf dem MTM sitzen drei Mini-Kameras (die anderen werden morgen eingeschaltet), die bestimmte missionskritische Phasen beobachten sollen. Und Bilder während der Erd-, Venus- und Merkur-Vorbeiflüge des Stacks machen, denn die Kamera des MPO und die meisten anderen Instrumente können erst verwendet werden, wenn sich dieser Ende 2025 nach dem Erreichen des Merkur-Orbits vom MTM getrennt wird. [22:30 MESZ] Erst jetzt wird’s verraten: BepiColombo war einem Safemode, inzwischen vorbei. [22:55 MESZ. NACHTRÄGE: mehr Bilder von MTM-Kameras, alle drei zusammen, weitere frühe Aktivitäten, ein STFC Release und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Alles ist „entirely nominal“ auf dem BepiColombo-Stack

So wird es verkündet: auch ein ESA Release, mehr Telemetrie im Display, ein weiterer Artikel und oben weitere Start-Aufnahmen aus diesem Album. [5:15 MESZ] Eine Aufzeichnung des Webcasts. [5:25 MESZ] Eine Zusammenfassung von Arianespace. [5:35 MESZ] Ein JAXA Release, eine alternative Version des ESA Releases und ein weiterer Artikel. [5:45 MESZ] Der erste Startracker arbeitet, der Stack kann sich orientieren. [11:45 MESZ] Die Konfiguration von BepiColombo ist mühsamer als erwartet, weshalb Bilder von den Kameras an Bord erst einmal nicht zu sehen sein werden – auch ein Musikvideo der ESA zum Start und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [18:15 MESZ. NACHTRAG: und hier]

Eine Langzeit-Belichtung des Starts. Auch wie Telemetrie von BepiColombo im ESOC aussieht und wie die kritischen Minuten der AOS am ESOC abliefen. Plus ein Arianespace Press Release – und der Start infrarot aufgenommen. [4:35 MESZ] Die Entfaltung der Solarzellen von MTM und MPO ist bestätigt! Auch ein längeres Video aus Darmstadt mit der AOS am Schluss und Artikel hier, hier, hier und hier. [4:55 MESZ]

Perfekter Start – Booster und Fairing schon abgeworfen

Die ersten fünf Minuten nach dem pünktlichen Start sind schon mal perfekt verlaufen. [3:50 MESZ] Ein paar weitere Screenshots hier, hier und hier – und inzwischen ist die zweite Stufe dran. [3:55 MESZ] Die ersten zwei Minuten des Starts. Und em ESOC haben sie gerade nichts zu tun, weil zwischen Start und Aussetzen kein Kontakt zur Sonde möglich ist. [4:00 MESZ] Der BepiColombo-Stack hat sich von der Ariane getrennt und ist auf dem korrekten Escape-Orbit, wie der CEO bekannt gibt! AOS könnte in etwa 15 Minuten erfolgen. [4:15 MESZ] Nee, da ist der Carrier, und die Telemetrie fließt schongroße Freude im ESOC. [4:25 MESZ]

Die Webcasts laufen (wobei LiveStream ein paar Sekunden schneller als YouTube ist) – noch eine halbe Stunde. [3:15 MESZ] T-10 Minuten – und alles ist grün. Während BepiColombo jetzt mit eigenen Batterien läuft. [3:35 MESZ] Und die automatische Startsequenz hat begonnen. [3:40 MESZ]

Europa und Japan vor ihrem ersten Aufbruch zum Merkur

Heute um 3:45:28 MESZ (instantanes Startfenster) soll es – nach Jahren Verzögerungen – endlich losgehen mit der ersten europäischen Mission zum innersten Planeten Merkur, der bislang ganz der NASA „gehörte“: 1974 und 1975 flog Mariner 10 dreimal an dem kleinen Felsplaneten vorbei, und von 2011 bis 2015 war der MESSENGER in einer Umlaufbahn. Einen pünktlichen Start auf einer Ariane 5 vorausgesetzt (oben auf der Rampe), wird es immer noch gut sieben Jahre dauern, bis BepiColombo – benannt nach einem italienischen Planetenforscher – gleichfalls in einem Merkur-Orbit angekommen ist: Ein enger Vorbeiflug an der Erde, zwei an der Venus und sechs am Merkur selbst sind nötig, um genug Bahnenergie für die Ankunft in der Nähe der Sonne abzubauen. BepiColombo besteht aus zwei Satelliten: dem europäischen „Mercury Planetary Orbiter“ (MPO) und dem japanischen „Mercury Magnetospheric Orbiter“ (MMO).

Das Paket aus beiden Sonden wird unterwegs zusätzlich durch das solar-elektrische Antriebssystem auf einem großen „Mercury Transfer Modul“ (MTM) abgebremst, das sie zunächst trägt (unten der „Stack“ mit von unten MTM, MPO und MMO): Es treibt sie auf den monatelangen Phasen zwischen den „Swingby“-Manövern mit geringem, aber kontinuierlichem Schub an. Die Reise zum innersten Planeten unseres Sonnensystems ist kein einfaches Unterfangen und erfordert viel Treibstoff: Er macht ca. 1350 kg der Startmasse von 4200 kg aus. Etwa zwei Monate vor Eintritt in die Merkurumlaufbahn wird das MTM abgetrennt (künstlerische Darstellung ganz unten). Die polaren Umlaufbahnen um den Merkur werden mit dem chemischen Antriebssystem des Mercury Planetary Orbiter erreicht. Während dieser eine merkurnahe polare Umlaufbahn ansteuert, wird der Mercury Magnetospheric Orbiter in einem langgestreckten Orbit freigesetzt.

Beide Umlaufbahnen sind aufeinander abgestimmt und optimiert für die jeweiligen Aufgaben der Satelliten. Die europäische Sonde wird auf einer niedrigen polaren Umlaufbahn die Oberfläche kartografieren und die innere Zusammensetzung des Planeten erforschen. Und die japanische Sonde wird Merkurs Magnetfeld und dessen Wechselwirkung mit dem Sonnenwind untersuchen. Die Erforschung des Ursprungs und der Entwicklung eines Planeten nahe an seinem Muttergestirn ist das Ziel: Dabei geht es um die planetaren Eigenschaften Merkurs (Form, Inneres, Krater, Struktur, Geologie, Zusammensetzung), die Zusammensetzung und Dynamik seiner sehr dünnen Atmosphäre („Exosphäre“) und Struktur, Dynamik und Ursprung seines Magnetfelds – und nebenher auch noch um Tests der Allgemeinen Relativitätstheorie. Wichtige Fragen sind: Ist der Kern des Merkurs flüssig oder fest? Ist der Merkur tektonisch aktiv? Welche ungewöhnlichen Materialien enthalten die permanent in Dunkelheit liegenden Krater an den Polen des Planeten? Und wie setzt sich Merkurs Exosphäre genau zusammen?

Die wissenschaftlichen Nutzlasten des MPO bestehen aus 11 Instrumenten, darunter SIMBIO-SYS, einem Kamerasystem für Stereo-, Hochauflösungs- und Multispektralaufnahmen, während der MMO 5 Instrumente trägt. Ursprünglich sollte auch ein Lander mitfliegen, der allerdings aus Kostengründen wieder gestrichen wurde. Nach der langen Entwicklungszeit, Bau- und Flugzeit muss sich BepiColombo am Merkur beeilen: Die nominelle Mission endet schon im Mai 2027 und eine – de facto schon eingeplante – Verlängerung ein Jahr später: ein Live-Stream ab 3:15 MESZ, jede Menge Bilder und Updates hier und hier, bislang alles im grünen Bereich, auch beim Boden-Segment. Ferner Press Releases von ESA (früher), DLR, Arianespace (früher und mehr), SwRI, Uni Bern (mehr), Leibniz-Institut für Photonische Technologien, Telespazio, dem UK, der Schweiz, des CNRS und Plasapar, die Sonde zum Ausschneiden, ein Fact Sheet und ein Thread der ESA, ein DLR-Artikel, Ressourcen von Planetary Society und Uni Leicester, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein TV-Clip. [1:00 MESZ]