Live-Blog zum fatalen Finale der Rosetta-Mission

29. September 2016

1. Oktober

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Kometenforschung bis wenige Sekunden vor dem Aufschlag

hat Rosetta gestern betrieben, auch wenn die Welt davon – alle ESA-Kanäle sind kurz danach in Tiefschlaf verfallen – bis auf ein paar OSIRIS-Bilder fast nichts mitbekommen hat: hier immerhin direkt vom PI das allerletzte panoramische Spektrum des ALICE-Instruments Minuten vor dem Ende. Auch weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Rosetta am Anfang der BBC-Radionews, ein Bericht von ITV News – und wie das BBC-Fernsehen das Missions-Ende live komplett zerlabert und wesentliche Momente verpasst hatte … [14:55 MESZ]

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Rosettas letztes Bild aus 20 Metern Höhe – stark geschärft von Roman Tkachenko mittels Entfaltung mit automatischer Detektion der Point Spread Function: Andere Verfahren lieferten ähnliche Details, die daher glaubwürdig seien. Auch deutschsprachige TV-Berichte hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, eine Aufzeichung des ESA-Webcasts vom Ende und weitere Artikel hier, hier und hier. [0:00 MESZ]


30. September

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Live-Auftritt von G. Schwehm, A. Accomazzo und D. Koschny aus dem ESOC (in der auch hier zu sehenden Kabine) während der u.g. Rosetta-Show im Planetarium Bochum heute Abend – auch ein JPL-Release, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein BBC-Update und ein Scherzchen. [21:45 MESZ]

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Und da ist es, Rosettas allerletztes Bild – aus 51 Metern Höhe [NACHTRAG: später auf 20 Meter korrigiert] von der OSIRIS-Weitwinkelkamera aufgenommen, die trotz fehlender Fokussiermöglichkeit (schon mal ein schneller Versuch einer Entfaltung) eine Auflösung von 5 mm pro Pixel erreichte: Das Bildfeld ist 2.4 m groß [NACHTRAG: Da ein WAC-Pixel 101 µrad groß ist, sollten das m.E. 2 mm/Pixel und 97 cm sein]. Plus ein ESA Press Release und erste Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [14:15 MESZ] Hier und hier eine Sequenz der letzten Bilder, von einem Bildschirm abgefilmt. [14:30 MESZ] Zwei weitere andere abgefilmte Versionen der Landesequenz hier und hier und ein Artikel mit vielen Bildern. [14:40 MESZ. NACHTRAG: die Präsentation dieses und anderer Clips] Weitere Press Releases von DLR, Uni Bern und ESA in Deutsch, alle „amtlich“ veröffentlichten Bilder des Abstiegs – und ein erstes Fazit dieses Bloggers mit unamtlichem Aufmacherbild. [15:30 MESZ] Die Aufzeichnung einer Übertragung auf NASA TV (2 Stunden) und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [16:45 MESZ]

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Das war der Loss of Signal von Rosetta im ESOC-Kontrollraum

auf dem Display eines Spectrum Analyzers an der Wand. Details über den genauen Verlauf des Signalverlusts und was man daraus vielleicht über das Verhalten Rosettas beim Bodenkontakt lernen kann, wurden noch nicht kommuniziert. [13:25 MESZ] Wie High-End-Amateurfunker Rosetta empfingen bis zum Schluss – und die Szene aus dem ESOC-Festsaal nach dem LOS. [13:30 MESZ]

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Die letzten OSIRIS-Bilder vor dem Impakt, unverarbeitet präsentiert vom PI (weiterhin mit der zeitlichen Abfolge von unten nach oben) – die letzten, aus wenigen Metern Höhe, sind natürlich nicht mehr scharf, aber da geht sicher noch was. Derweil in voller Qualität verfügbar ein recht scharfes Tele-Bild aus 1.2 km Höhe und wieder nur als Screenshot eine scharfe WAC-Aufnahme aus ca. 300 m Höhe – und eine andere Screenshot-Serie und ein Video-Clip vom LOS. [13:45 MESZ] Ein anderer Screeshot vom PI mit der allerletzten OSIRIS-Aufnahme, die nie bildfüllend gezeigt wurde. Sowas … [13:55 MESZ]

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Die neueste OSIRIS-Aufnahme aus dem Webcast zeigt offenbar Material, das erst kürzlich von einer Klippe abgebrochen ist. [13:10 MESZ] Und das Signal ist weg! Wie berechnet ist Rosettas Funkträger um 13:19 MESZ schlagartig vom Spectrum Analyzer verschwunden. Erst betretenes Schweigen im Kontrollraum, dann tosender Beifall. [13:20 MESZ] Die Missions-Operation ist soeben offiziell für beendet erklärt worden. [13:25 MESZ]

Keine Stunde mehr bis zum erwarteten Ende der Mission

aus Sicht der Erde: Der finale ESA-Webcast hat begonnen … [12:25 MESZ] Keine ESA-Show ohne große Reden: Der ESA-Chef spricht live aus Mexiko in Darmstadt. [12:35 MESZ] Der LOS auf der Erde wird jetzt für 13:19:11 MESZ erwartet, hieß es gerade im Webcast – während auf dem Kometen der Impakt soeben stattgefunden haben sollte. [12:40 MESZ] Genauere Zeiten, die Landestelle nun im Bild von OSIRIS – und es gibt auch schon ein Bild aus 2.5 km Höhe. [12:45 MESZ]

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Das neueste OSIRIS-Bild, aus dem Webcast gegrabbt – die Veröffentlichung der Bilderflut im Web kommt längst nicht mehr mit. [12:55 MESZ] Eins der früheren Bilder in voller Qualität – und wie es mit den anderen zusammen passt. [13:00 MESZ] Und nun ein Mosaik zum Selberbauen aus etwa 1 km Höhe. Auch die Anzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen bisher. [13:05 MESZ. NACHTRAG: was man aus den Mosaik-Teilen bauen kann]

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Da waren’s nur noch 5.8 km Abstand vom Kometenkern: eine OSIRIS-Teleaufnahme von 10:18 MESZ. Ansonsten teilt die ESA keine Daten der aktiven Instrumente an Bord – hach wie toll war das 1992, als beim Giotto-Vorbeiflug an Grigg-Skjellerup ein Kamerateam in Echtzeit mit den Instrumententeams sprechen und deren Rohdaten von ihren Bildschirmen abfilmen durfte … [11:40 MESZ] Die letzten beiden veröffentlichten OSIRIS-Bilder gestitcht – die Landestelle ist noch knapp außerhalb des Bildfelds. [11:55 MESZ] Hey, Daten eines anderen Rosetta-Instruments von heute und fast in Echtzeit! Und ein Plot von ROSINA zeigt die Zunahme der Koma-Dichte. [12:10 MESZ]

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So sollte es die nächsten drei Stunden im ESOC aussehen

im Hauptkontrollraum: Entscheidend ist das (im Live-Feed zweimal zu sehende) Display eines Spectrum Analyzers, das jetzt das starke Träger-Signal von Rosettas Funk zeigt. Und dann plötzlich nicht mehr … [10:15 MESZ] Ein OSIRIS-Bild aus 8.9 km Abstand von 8:53 MESZ – auch mehr Spectrum Analyzer, weitere Live-Blogs hier und hier, eine 5-Minuten-Periscope-‚Sendung‘, eine Infografik und Artikel hier, hier, hier und hier. [10:25 MESZ] Die Software ist nun umgeschaltet: Sollte es jetzt zu einem Safe-Mode an Bord kommen, würde sich Rosetta komplett abschalten – so wie es bei der ‚Landung‘ passieren soll. Plus ein kurzes Statement von Taylor. [10:40 MESZ]

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Der Abstand betrug noch 11.7 km bei der OSIRIS-Aufnahme mit der Telekamera (ein Ausschnitt) um 7:25 MESZ – die neuesten Bilder erscheinen hier, last first. [9:20 MESZ] Der ESA-Webcast ist wieder live: Um 10:00 MESZ gibt’s einen kurzen Update. [9:55 MESZ] Alles bestens an Bord, die letzten Kommandos sind längst oben, jetzt kann man nur noch zugucken. Der Video-Feed aus dem Kontrollraum bleibt an, Kommentar gibt es wieder ab 12:20 MESZ. [10:05 MESZ]

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Die Landezeit: 12:38 MEZ -> Signal an der Erde 13:18 MESZ

Genauer gesagt soll Rosetta um 12:38:32 MESZ ±2 Minuten die Oberfläche berühren, mit dem Signalabbruch an der Erde entsprechend 40 Minuten später um 13:18 MESZ. Die letzten Kommandos sind bereits abgeschickt, und es gibt die Bestätigung, dass sie an Bord verarbeitet werden. Auf der OSIRIS-Weitwinkel-Aufnahme oben von 4:17 MESZ aus 15.5 km Abstand taucht gerade das Landegebiet am oberen Rand auf (es gibt auch eine Tele-Aufnahme von 3:20 MESZ), darunter zwei der letzten 5 NavCam-Aufnahmen aus 17.4 und 19.4 km Abstand um 2:59 bzw. 1:25 MESZ. Und von gestern Nachmittag gibt’s noch eine Fast-Totale von OSIRIS mit der Weitwinkel-Kamera aus 23 km Abstand. [8:55 MESZ]


29. September

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Ein OSIRIS-Bild des Kometen von heute aus 23 km Abstand mit der Weitwinkel-Kamera. Derweil wird hier die Aufzeichnung des heutigen Briefings in Teilen hoch geladen. Auch ein kleines BBC-Updatechen, allerlei persönliche Bemerkungen zur Mission und Artikel hier und hier. Derweil laufen die Vorbereitungen für den Burn, der Rosetta auf Kollionskurs schicken wird. [21:35 MESZ] Rosetta dreht sich schon für den Burn, während Malargüe lauscht … [22:00 MESZ] Die Bestätigung des Beginns des Burns … [23:35 MESZ] … und von seinem Ende: 208 Sekunden brannte das Triebwerk. Auch ein CNRS-Interview, ein JPL Release, Artikel hier und hier – und hunderte Amateur-Beobachtungen von C-G im Rahmen einer koordinierten Kampagne. [23:40 MESZ] Jetzt macht Rosetta ein paar NavCam-Aufnahmen, um die Kollisionsbahn genauer berechnen zu können – in den nächsten Stunden keine Updates zu erwarten. [23:50 MESZ. NACHTRÄGE: sondern gegen 6:00 MESZ, wenn die 5 NavCam-Bilder am Boden und ausgewertet sind – auch ein zusammenfassender Artikel dieses Bloggers, Interviews mit dem Flugdirektor und dem Projekt-Wissenschaftler (gleich noch eins) und weitere Artikel hier, hier, hier und hier]

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Beobachtungen vom Boden: C-G verhielt sich ganz typisch

während des Periheldurchgangs, den Rosetta begleitete – der Komet 67P variiert kaum zwischen seinen Erscheinungen, und auch 2014-16 war das nicht anders. Was Rosetta also messen konnte, war „normal“. Hier aus dem Vortrag von Cecila Tubiana eine Lichtkurve aus zahlreichen Messungen von Teleskopen am Boden: R-Helligkeit gegen reduziertes Julianisches Datum. [16:55 MESZ] Zum Schluss noch etwas Big Picture – Kometen sind nicht bewohnt, aber könnten relevante Moleküle zur Erde gebracht haben. [17:35 MESZ. NACHTRAG: eine Blog-Story dazu] Und zahlreiche Rosetta-Beobachtungen bestätigen das hierarchische Wachstum von Kometenkernen im jungen Sonnensystem, was wiederum Auskunft über dessen Eigenschaften verspricht. [17:55 MESZ]

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Wie die Aktivität des Kometen die Rotationsperiode von C-G verändert hat, nach Beobachtungen mit der OSIRIS-Kamera: ein Slide aus dem Vortrag von Jean-Baptiste Vincent auf dem Rosetta Science Briefing. [16:20 MESZ. NACHTRAG: eine andere Darstellung des Diagramms]

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Die Produktionsraten verschiedener Moleküle während der Mission (Wasser: siehe unten) nach Messungen von ROSINA und viel Computermodellierung. Auch wichtig: Das Gas/Staub-Verhältnis blieb die ganze Zeit sehr konstant. [16:30 MESZ]

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Diverse Plasma-Parameter des Kometen: alle sehr symmetrisch ums Perihel, was Charlotte Goetz freut – die auch eine neue Sonifikation dieser Daten präsentiert [NACHTRAG: auch eine PM der TU Braunschweig dazu]. Auch ein SwRI Press Release zu den Ergebnissen von ALICE und ein paar Artikel hier, hier und hier. [16:40 MESZ]

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Pläne für die letzten Stunden – und Rosettas Vermächtnis

Nach den 2014-er Live-Blogs zum Aufwachen von Rosetta und Philae, der Ankunft Rosettas, der Landung Philaes und seiner hektischen Stunden vor dem Einschlafen ist es nun ein letzes Mal so weit: Gegen Mittag MESZ am 30. September endet die Mission wie hier, hier und hier beschrieben mit einer „Landung“ des Orbiters – Video ganz oben – auf dem Kern von Komet 67P/C-G (oben ein OSIRIS-Bild vom 23. September aus 4 km Höhe; noch eins), die zum sofortigen Kontaktverlust und zur Selbstabschaltung Rosettas führen soll. Die Stunden davor sollen allerdings noch für reichlich Wissenschaft genutzt werden, wobei die Downlink-Möglichkeiten natürlich stark begrenzt sind exakt zugeteilt sind – und einige der finalen Missionsphasen können auf diesem Kanal live miterlebt werden, auch das NASA-Fernsehen ist dabei. Bislang ist allerdings unklar geblieben, wie direkt die einlaufende Telemetrie und die letzten Daten dabei zu sehen sein werden: Ein echtes ‚Live-Gefühl‘ wurde bei Rosetta in all den Jahren nie vermittelt (wohl aber vorbildlich bei Giottos Grigg-Skjellerup-Vorbeiflug … im Jahre 1992).

Gemäß dem aktuellen Zeitplan gibt es zunächst heute 14:30 bis 17:30 MESZ ein paar Vorträge über Rosettas wissenschaftliches Vermächtnis (im Video oben z.B. eine Übersicht zur Staub-Forschung, mehr s. u.). Das finale Bahnmanöver erfolgt um 22:50 MESZ, und in einer kurzen Übertragung morgen 9:55 bis 10:05 MESZ soll es einen Update zur Aufsetzzeit geben, die z.Z. 12:40 MESZ Rosetta-Zeit = 13:20 MESZ Erdempfangszeit ±20 Minuten ist, dann aber – anhand der letzten NavCam-Aufnahmen – auf ±2 Minuten genau bekannt sein sollte. Die Übertragung des Missionsendes ist dann von 12:30 bis 13:40 MESZ geplant, wobei die finalen Bilder während des Abstiegs bereits ab dem frühen Vormittag sporadisch im Web erscheinen sollten: Zu beachten ist, dass OSIRIS‘ Telekamera unter 1 km Abstand und die Weitwinkelkamera unter 200-300 m Abstand mangels Fokusbereich keine scharfen Bilder mehr liefern kann – und dass alle Bilder dramatisch stärker komprimiert werden müssen als gewohnt, da sie ja alle vor dem Bodenkontakt gesendet werden müssen. Das letzte Bild soll 15 Sekunden vor dem Aufschlag aufgenommen und gesendet werden …

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In den gut zwei Jahren seit der Ankunft Rosettas an Churyumov-Gerasimenko sind eine Unzahl von wissenschaftlichen Arbeiten erschienen, meist unkoordiniert in zig verschiedenen Zeitschriften, mal open access, mal irgendwie frei lesbar, mal hinter anachronistischen Paywalls verborgen. Zu aktuellen und frei lesbaren Papers gehören dieses und dieses zur Wasserproduktion des Kometen (y: in Tonnen/Tag) bei Annäherung und Entfernung von der Sonne (x: in au), in die auch viele Messungen mit bodengebundenen Instrumenten einflossen. Zur Freisetzung von Wasserdampf trugen aber auch eisige Aggregate von 5 bis 50 µm Größe auf Staubteilchen bei: Nur durch deren Sublimation läßt sich das Aussehen bestimmter Staubjets auf OSIRIS-Bildern erklären. Und ebenfalls OSIRIS-Aufnahmen ist zu entnehmen, dass Komet C-G Dezimeter-große Aggregate ausspuckt, die teilweise auf den Kern zurück sinken, mindestens zu 10% aber auch sein Schwerefeld verlassen und zum einem Dusttrail entlang des Kometenorbits beitragen.

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Neben regelmäßig wiederkehrenden Jets aus fixen Quellen hat Komet C-G in Perihelnähe im Schnitt alle 2,4 Kernrotationen extrem kurzlebige helle Jets produziert, die verschiedene Ursachen haben dürften: von Verformungen des Kerns am Morgen über Sonnenwärme, die in tiefere Eisdepots vorgedrungen ist bis zu einstürzenden Klippen, denn die Quellen sind oft in der Nähe von schroffen Übergangszonen zwischen Landschaften. Und ein Ausbruch am 19. Februar 2016 ist dank mehrerer Rosetta-Instrumente gleichzeitig besonders gut beobachtet worden. Inzwischen gibt es auch Arbeiten, die hinter der Flut von Einzelerkenntnissen Rosettas das große Bild suchen: etwa die nach Ansicht interdisziplinärer Wissenschaftler größten Überraschungen des Kometen. Und Indizien wurden zusammengetragen, dass C-G wirklich ein ganz ursprünglicher Körper des Sonnensystems ist – und Rosettas große Reise dorthin viel Sinn machte.

Mit dem nahenden Ende hat das Rosetta-Missionsblog noch einmal den Wasserhahn aufgedreht: Es gibt Artikel zu den Bodenstationen der finalen Wochen, den Befindlichkeiten der Instrumenten-Teams von MIDAS, GIADA, COSIMA, ROSINA, MIRO, CONSERT und ALICE, zu der Zufalls-Beobachtung Saturns 2010 und – in großem Detail – der kürzlichen Auffindung Philaes, woraus wiederum ein Fan dieses, dieses und dieses Anaglyphen-Bild kreierte. Auch ein Mini-Sequel zu dem Rosetta-Kurzfilm „Ambition“, eine Veranstaltung u.a. dieses Bloggers am Abend der ‚Landung‘ in Bochum (auch hier, hier und hier beworben) und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (mehr und mehr). [3:30 MESZ] Der Beginn des heutigen Briefings hat sich auf 14:45 MESZ verschoben; derweil sind im Rahmen der Living with a Comet-Serie noch Beiträge von OSIRIS (auch ein MPG-Interview mit dem PI) und RPC erschienen – und es gibt Details zur Selbstabschaltung Rosettas nach dem Bodenkontakt. [14:35 MESZ] Aus Vorträgen über C-Gs Landschaften und sein Innenleben (mehr) – und hier, hier und hier geballte Erkenntnisse über CGs Staub. [15:45 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 20. bis 28. 9. 2016

20. September 2016

28. September

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Eine Art Selfie von OSIRIS-REx zwei Wochen nach dem Start der Asteroiden-Sonde, als die StowCam am 22. September die Sample Return Capsule ablichtete – auch sonst ist alles bestens an Bord und der Kurs ist perfekt (weitere Artikel hier und hier). Auch ein Paper zur Inaktivität der Ceres-Oberfläche, wie Chang’e-3 die Halbschatten-MoFi am 16.9. für das UV-Teleskop nutzte (es gab weniger Streulicht von der Sonne), die koreanischen Mondpläne, der GLXP in Zeitnot, ein Paper zum Innenleben Saturns, doch etwas Aktivität auf Merkur (mehr) – und in Indonesien sind Teile einer Falcon 9 vom Himmel gefallen, während weiter nach der Ursache der Explosion auf der Rampe gesucht wird. [23:55 MESZ – Ende]

Night sky at La Silla

Der Himmel über der ersten ESO-Sternwarte auf La Silla – auch Bilder der Nova im Lupus (die wieder auf ~7.5 mag. gefallen ist) hier und hier, interessante Röntgenstrahlung von SN 2016gkg in NGC 613, eine Feuerkugel über Queensland (Artikel hier, hier, hier und hier, Fortschritte beim „Galileum“ in Soligne, wie Astronauten Komet Lovejoy gefiel, eine besonders gute Aurora aus dem Flugzeug und Reaktionen von US-Städten auf das LED-Problem nach der Warnung der AMA. [23:40 MESZ]


27. September

So möchte Elon Musk das Sonnensystem kolonisieren … In einer seit Monaten im Voraus verklärten und in der Ausführung dann ziemlich holprigen Rede vor ergriffenen Fans auf einer Raumfahrtkonferenz in Mexiko hat der SpaceX-Chef heute reichlich kühne Visionen ausgebreitet, die aber Sachkenner wenig begeisterten und weit mehr Fragen aufwerfen als beantworten: weitere frühe Artikel zu der Show (die wegen chaotischer Zustände beim Einlass in den Saal 1/2 Stunde verspätet begonnen hatte) hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: die 61 Slides des Vortrags, ein paar Ausschnitte, mehr Bilder aus dem Saal, alles offizielle Material und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier]


26. September

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Mehr Hubble-Evidenz für variable Wasserwolken Europas

Bereits Ende 2012 hatte das Hubble Space Telescope transiente Wasserdampf-Wolken über dem Südpol des Jupitermonds nachgewiesen (mehr, mehr und mehr), jetzt gibt es neue Daten – aus dem Jahr 2014, denn die Analyse war sehr mühsam, mit dem Signal nur sehr knapp über dem Rauschen. Die Autoren halten es zwar für signifikant, formulieren aber außergewöhnlich vorsichtig und halten Artefakte durchaus für denkbar. Beobachtet wurde diesmal – abermals mit dem Instrument STIS – Europa vor der Jupiterscheibe im fernen Ultravioletten bei 150 nm: In drei von 10 Fällen (Mitte; der erste vom 26.1.2014 auch oben im Original und unten mit einem Europa-Bild dazu, jeweils bereits heftig verarbeitet) waren am Rand in einer ähnlichen Zone schemenhafte dunkle Fingerchen zu erkennen. Da Europa gebunden rotiert, hat Hubble immer dasselbe Randstück gesehen: Die lokalen Ausdünstungen kommen und gehen also, wobei diejenigen vom 26. Januar im selben Breitenbereich wie der Nachweis von 2012 lagen (aber über einer um 90° anderen Länge Europas). Ein Zusammenhang des Auftretens der Wölkchen mit Europas Bahn ist nicht erkennbar, und vieles andere bleibt auch jetzt weiter unklar, etwa ob dort direkte Kanäle zu dem allgemein angenommenen untereisigen Ozean Europas bestehen. Und angesichts des bescheidenen Erkenntnisfortschritts durch die neuen Daten kritisieren auch viele im Astrojournalismus und außerhalb die NASA für das Abhalten gleich einer großen Telecon nebst reißerischer Werbung dafür: Sollte hier bloß Stimmung für die wohl kommende Europa-Mission gemacht werden? Alle Visuals der Telecon, Press Releases von STScI und NASA und Artikel hier, hier und hier. [21:05 MESZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und von diesem Blogger hier. [23:10 MESZ] Sowie hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: und hier]

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Erfolgreicher komplexer Start eines indischen PSLV heute, das acht Satelliten auf zwei verschiedene Orbits brachte: die Missionsseite, Screenshots einer Live-Übertragung hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:35 MESZ]


25. September

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Das ist Ma’at: Hier soll Rosetta in fünf Tagen niedergehen

Oben eine Animation der letzten Orbits, darunter eine NavCam-Aufnahmen der Zielregion von vor einer Woche: Der nominelle Auftreffpunkt liegt etwas rechts von der Bildmitte, in der Nähe der 130 Meter großen Grube Deir el-Medina weiter unten rechts. Die Uhr tickt: Es gab bereits die vorletzte Annäherung an den Kern – auch weitere aktuelle Bilder hier und hier, ein ESA Special in Deutsch und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Auch zwei Jahre Mars Orbiter Mission im Orbit (ein Manöver nächstes Jahr und ein möglicher Nachfolger), Erkenntnisse von SWARM über GPS-Ausfälle, eine Entscheidung über einen 2. Hitomi noch dieses Jahr – und der Orbit von Tiangong-2, wo nun die Nutzlast eingeschaltet wird. [15:25 MESZ]

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Chinas Riesenradioteleskop FAST ist seit heute in Betrieb, hier ein Luftbild von gestern: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein TV-Clip – und ein Besucherzentrum gibt’s auch. Derweil steigt eine Nova im Lupus auf nach letzten Beobachtungen 6.3 mag. heute – während Chi Cygni nahe des Maximums mit etwa 5 mag. verharrt. [15:05 MESZ. NACHTRÄGE: zu FAST ein australischer Press Release, weitere Videoclips hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und zur Lupus-Nova ein Foto aus Australien, weitere Fotometrie und Aufsuchtipps]


24. September

Heute vor 170 Jahren wurde der Planet Neptun entdeckt

(hier eine historische „Sky at Night“-Sendung zum ersten und einzigen Sondenbesuch am äußersten Planeten 1989 in entsprechender Bildqualität), was gerne als grandioser Triumph der theoretischen Astronomie gefeiert wird: Allein aus den Bahn-Residuen des Uranus sei seine Position am Himmel so präzise berechnet worden, dass Galle nicht lange zu suchen brauchte. Auf ein gerne übersehenes „Detail“ wurde hier indes schon vor fünf Jahren hingewiesen (letzter Absatz): Das klappte nur so gut, weil sich der Neptun 1846 zufälligerweise in der Nähe des Uranus befand. Die von beiden konkurrierenden Theoretikern berechnete Bahn des zusätzlichen Planeten war nämlich ziemlich falsch, da sie von einem starren Abstandsgesetz der Planeten ausgingen, das aber gerade beim deutlich sonnennäheren Neptun nicht zutrifft. Würde man jetzt nach dem Neptun suchen, stände er völlig woanders als vorgesagt mit den Bahnberechnungen von LeVerrier wie Adams! Ihre Idee war korrekt, die Ausführung aber nicht, und die Neptun-Entdeckung letztlich ein Zufall … Auch ein gravierender Stromausfall auf Puerto Rico vorher und nachher aus dem Weltraum gesehen, die auch unter Ingenieuren wachsenden Bedenken gegenüber blauen LEDs in der Straßenbeleuchtung, Polarlicht-Beobachtungsflüge als „Lustfaktor“ (!) – und das neue Ruhr Astroparticle and Plasma Physics Center (RAPP). [0:05 MESZ]


23. September

Altes Hubble-IMAX-Video in UHD 4K 16:9 wiedergeboren: Eine aufwändige 3D-Galaxienanimation von 2004 ist nun für ganz große Monitore umgesetzt worden. Auch die Mechanik des Sonnenschilds des JWST, ein Vortrag über Cassini, erste Spuren bei der Aufklärung der Explosion der Falcon 9 (Eintrag von heute; Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie zur Sicherheit verschiedener Treibstoffe) – und schon wieder Bilder vergammelnder Burane in Baikonur; siehe hier bzw. hier für frühere. [22:15 MESZ]


22. September

Was die JunoCam vom 11. Juli bis 10. September sah: Das Perijovium ist bei 1:55; aus einem der Bilder der irgendwie allen gehörenden Orbiterkamera dabei machte ein Fan dies! Es mühen sich viele; auch die Funktion der Jupiter-Aurorae, die MMS-Satelliten in bisher engster Formation, Highlights von 10 Jahren Satellit Hinode, die Bestätigung Chinas, dass der Absturz von Tiangong 1 unkontrolliert erfolgen wird (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr; es darf wohl mit Informations- und Medienchaos wie bei UARS, ROSAT und Fobos-Grunt gerechnet werden), die Feuer-Lage bei der VAB – und Jack Garman ist gestorben, einer der unsung heroes von Apollo 11, da er bei dem Computerfehler durchblickte, kurz vor der Landung. [22:55 MESZ]


21. September

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Eine Feuerkugel gestern über dem Mauna Kea, aufgenommen von einer automatischen All-Sky-Kamera (man beachte auch die AO-Laser). Auch eine Supernova in NGC 613 mit diesem Spektrum, die rasch heller wird, ein besonders cooler Sprite, der prompt missverstanden wird, ein kurioser Artikel über einen Planetariums-Besuch aus Neuseeland, Probleme mit dem Dark Sky Park Eifel aus unverhoffter Richtung – und der SF-Autor H. G. Wells wurde vor 150 Jahren geboren: mehr & mehr. [23:45 MESZ. NACHTRAG: „In the Avu Observatory“, eine Kurzgeschichte von Wells, die auf einer Sternwarte spielt]


20. September

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Der Komet Churyumov-Gerasimenko heute – genau 10 Tage vor Rosettas ‚Landung‘ – von der OSIRIS-Weitwinkelkamera aus 13.8 km Abstand aufgenommen: mehr Bilder der vergangenen Tage hier, hier und hier sowie ein einstündiger HangOut gestern, ein Behind-the-Scenes-Bericht, ein zweiminütiges Statement und ein Artikel zum Missionsende. Und der gute Zustand von OSIRIS-REx unterwegs und eine Analyse des ersten Bildes der Kamera sowie der Request for Proposals für den robotischen Teil der Asteroid Redirect Mission der NASA.

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Kaum zu glauben, aber das ist ein echtes Bild vom Mars: sublimierendes Eis auf Sanddünen im Krater Kaiser, aufgenommen von HiRISE auf dem MRO. Auch Curiositys Sicht, der PlanetServer für Bilder von v.a. Mond und Mars, ein möglicher Venus-Ozean ganz früh, was die JunoCam bereits an Jupiter-Details sah (analysiert von Amateurastronomen) und die erste Woche des letzten Jahres der Mission Cassinis, der enorm viel erreichte – zuletzt z.B. bgl. methangefüllter Canyons und ‚unmöglicher‘ Wolken auf dem Titan. [23:55 MESZ]

Die Rohbilder von Neptun, die Voyager 2 beim Vorbeiflug 1989 aufnahm, einfach hintereinander – der letzte Planeten-Besuch einer Sonde mal ganz anders und v.a. rund um den nächsten Punkt ein phychedelisches Pixelgewitter. Auch Erkenntnisse über Plutos Röntgenstrahlung, die Entstehung von Sputnik Planum (mehr) und die Rötung des Charon-Pols (mehr) – und eine Verlängerung der Mission des Sonnenbeobachters IRIS.

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Schwere Waldbrände bei der Vandenberg AFB in Kalifornien verhindern derzeit den Start von WorldView-4 auf einer Atlas V bis mindestens den 26. September. Auch das erste Infrarot-Bild der Erde des neuen indischen Satelliten Insat-3dr, ein indisches Teleskop zur Raumschrott-Verfolgung, ein neues Startfenster für den Return to Flight der Antares vom 9.-13. Oktober – und ein nordkoreanischer Triebwerkstest, der zu einer stärkeren Rakete führen soll. [23:35 MESZ. NACHTRAG: mehr dazu]

Start einer Vega-Rakete in Französisch-Guayana am 16. September in einer komplexen Mission mit fünf Satelliten – auch der Start von Chinas zweiter Raumstation (auch Bilder, ein Video, die ‚Landung‘ der Nutzlast-Verkleidung (mehr [NACHTRAG: und mehr]) und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), Israels jüngster Satellit in Schwierigkeiten, die Zukunft von SpaceXs ISS-Service nach der Falcon-Explosion, eine Verschiebung des nächsten Soyuz-Starts zur ISS nach Elektrik-Ärger (mehr, mehr, mehr und mehr) – und die geringen Auswirkungen der Crew-Reduktion auf zwei auf der russischen Seite. [22:35 MESZ]

Eintauchen in Gaias Sternen-Milliarde: Messier 13

19. September 2016

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Wie macht man sich klar, was die 1,14 Milliarden Punktquellen des Data Release 1 des Gaia-Projekts am ganzen Himmel eigentlich bedeuten? Bis auf ein paar Millionen extragalaktische Objekte sind es Sterne der Milchstraße, aber diese gern gezeigte Darstellung hilft nicht weiter, zeigt sie doch lediglich als „Helligkeit“ die Dichteverteilung all dieser Quellen – hier dieselbe mal mit einer Skala, in Objekten pro Quadratgrad, von der Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft in Bochum, wo es am 14. und 15. September gleich fünf(!) Veranstaltungen rund um den Data Release 1 gab:

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Überraschenderweise hatten weder das Gaia-Projekt noch die ESA daran gedacht, einen Zoom in die Karte der einzelnen Quellen selbst anzubieten, sei es als interaktives Tool oder Serie von Bildern mit immer kleinerem Ausschnitt. Dieses ‚Aladin Lite‘-Webtool erlaubt zwar ein beliebiges Hineinzoomen in den DR1, doch die Quellen werden alle als identische Quadrate dargestellt, die von Gaia gemessene „G“-Helligkeit fehlt. Doch auf o.g. Tagung wurden manche Astronomen-Wünsche erfüllt: vom German Astrophysical Virtual Observatory (GAVO), in Echtzeit in einer Kaffee-Pause am 16. September. Und so entstanden mit Hilfe von Hendrik Heinl und dem Viewer der Software TOPCAT die drei Gaia-„Bilder“ des Kugelsternhaufens Messier 13 oben: Die vertikalen Raster-Abstände sind 5′, 2′ und 1′, die Größenzuweisung der Sternsymbole zur G-Helligkeit ist willkürlich. So also fühlen sich eine Milliarde Sterne bis 20. Größe tatsächlich an … aber auch die Grenzen von Gaia werden schon deutlich: Zur Haufenmitte nimmt die Dichte der erfassten Sterne nicht weiter zu, weil die Winkelauflösung der Gaia-Teleskope nicht besser als 1/4 Bogensekunde ist (die enorme Positionsgenauigkeit ergibt sich erst durch die Kombination zahlreicher Scans), und das Zentrum schlicht nicht aufgelöst werden kann. Auch konnte Gaia für den DR1 keine Sterne heller als 6. Größe erfassen, die die Chips sättigen (mit cleveren Tricks hofft man später doch noch auf 2.5 mag. zu kommen): Bei prominenten offenen Sternhaufen wie den Plejaden hätten bei solch einer Demonstration schlicht alle vertrauten Sterne gefehlt.

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Wie man optimal mit dem DR1 umgeht, hatte das GAVO auch in einem Workshop auf der Tagung am 15. September demonstriert: Anstatt gleich die ganzen Daten – rund 800 Gigabyte – herunter zu laden, macht es viel mehr Sinn, mit Virtual-Observatory-Software wie o.g. TOPCAT auf die Daten zuzugreifen. Hier wurde z.B. binnen Minuten das Farben-Helligkeits-Diagramm eines Sternhaufens erzeugt, wobei die Farbinformationen der Sterne aus einem anderen Katalog beigemischt wurden.

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Die zwei Millionen hellsten Gaia-Sterne, für die dank Beobachtungen schon durch den Hipparcos-Satelliten vor einem Vierteljahrhundert auch Eigenbewegungen und Parallaxen – und damit Entfernungen – bekannt sind (das Unterprojekt TGAS, das wissenschaftlich die nächsten 15 Monaten das Gaia-Ergebnis schlechthin ist), wurden dem Konferenzpublikum wie auch der Öffentlichkeit am Abend desselben Tages im Planetarium von Bochum präsentiert, jedenfalls jene 600’000 mit zuverlässigen Entfernungen: mit der Software Gaia Sky erzeugte Flüge durch die Sternenwolke zeigten Stefan Jordan (oben links) in Fulldome-Projektion und Toni Sagristà Sellés (unten ganz links) auf einem 3D-Monitor.

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Perfekt im Timing ist derweil der 5. Data Release von RAVE mit den Radialgeschwindigkeiten und Spektren hunderttausender Sterne erschienen, was in Kombination mit Gaias DR1 und speziell TGAS eine Menge neue Einsichten über die Milchstraße verspricht. Auch Notizen über das erste unabhängige Paper mit Gaia-DR1-Daten und die Rolle Gaias bei der Planung einer Sternbedeckung durch Pluto, ein älterer Vortrag über Gaias Rolle bei Sternbedeckungen durch Asteroiden, weitere Press Releases hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier] und ein TV-Clip – insgesamt bleibt der mediale Impakt des DR1 außerhalb einer um so begeisterteren Filter-Bubble aber eher bescheiden. Aber der DR2 Ende 2017 …

Allgemeines Live-Blog vom 12. – 18. 9. 2016

12. September 2016

18. September

Chinas Riesen-Radioteleskop FAST ist praktisch komplett

mit der Installation der Fokus-Kabine über der stationären 500-Meter-Schüssel: Damit können die ersten Testbeobachtungen bald beginnen – pünktlich noch im September, wie schon lange angekündigt. Vielleicht sollte man chinesischen Radioastronomen den Bau eines gewissen Bahnhofs …

Eine rotierende Mars-Gesamtkarte vom Juni aus Bildern von Damian Peach; auch der neue Komet Borisov, der die Wiederkehr eines altes sein könnte – und der mögliche Nachweis des italienischen Erdebens durch einen Amateurastronomen beim Saturn-Beobachten in Deutschland. [16:20 MESZ]


17. September

Heute vor 50 Jahren hatte „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ TV-Premiere in der ARD, nur 11 bzw. 9 Tage nach „Star Trek“ in Kanada bzw. den USA: auch der Vorspann mit Untertiteln, auf Französisch und coloriert, der Abspann und das Thema pur sowie Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Die erste SF-Serie im deutschen TV war Raumpatrouille übrigens nicht: Das waren die amerikanischen „Men into Space“, die als „Menschen im Weltraum“ liefen – auch davon die erste Episode, im Original. [0:15 MESZ]


16. September

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Das war das „Gaia“ des 19. Jh.: Bonns Alte Sternwarte

in einer originellen Drohnenaufnahme von Volker Lannert, mit freundlicher Genehmigung der Universität, die das Bild gerade veröffentlichte. Hier wurde sowohl mit einem State-of-the-Art-Heliometer (das im Hauptturm stand) Präzisions-Astrometrie an einzelnen Sternen betrieben, auf einem der kleinen Türmchen wurden auch die Beobachtungen der Bonner Durchmusterung gemacht, des Mitte des 19. Jh. größten Sternkatalogs und direkten Urahns des DR1 von Gaia. [21:45 MESZ]

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Die – noch laufende – Halbschatten-Mondfinsternis um 21:05 MEST von Heinrich Bauer in Wien aufgenommen. Auch eine Serie aus Rhodos, ein Bild aus England, zwei Bilder vorher/nachher aus dem Iran, ein Screenshot mit Bild aus Singapur aus diesem Webcast (der gerade weitwinkig den Mondaufgang auf Teneriffa zeigt), eine Simulation des Verlaufs, Vorschauen hier, hier und hier – und Aufnahmen dieses Bloggers … allerdings vor 3 Jahren. [21:35 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]


14. September

Heute wird der Data Release 1 des Satelliten Gaia publik

wie hier schon näher beschrieben: zur Sicherheit ein Hinweis auf einen alternativen Server und die Bestätigung, dass der 3D-Teil des DR1 (TGAS) auch als eine Datei geladen werden kann. Obiges Video veranschaulicht die Entfernungsbestimmung per Parallaxe, wobei das im Detail aber viel komplizierter ist – auch der Link zu einem Webcast der ESA ab 11:30 MESZ, ein CNRS Release, eine neue Visualisierung der Daten des Vorgängers Hipparcos und weitere Vorschusslorbeeren hier, hier, hier, hier und hier: teilweise übertrieben, da der DR1 vieles noch nicht kann, was ab dem DR2 (von dem es jetzt heißt, er sei gegen Nikolaus 2017 zu erwarten) möglich sein wird. [3:10 MESZ]

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Drei Videos zum Data Release 1 des Gaia-Projekts: oben ein „Flug“ zu den Hyaden mit Sterndaten aus TGAS, also der Zusammenführung von Gaias und Hipparcos‘ ein Vierteljahrhundert älteren Positionsmessungen, darunter eine 13-Minuten-Doku aus Heidelberg (Untertitel in mehreren Sprachen) und unten eine Animation des Himmelsscans durch Gaia und wie sich aus den detektierten Sternen eine – noch etwas fleckige – All-Sky-Karte geformt hat. An zahlreichen Orten auf der Welt begleiteten Live-Events die Freischaltung der DR1 um 12:30 MESZ: auch auf der Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft in Bochum, wo Minuten später direkt auf den Katalog zugegriffen und die Gaia- und TGAS-Daten für RR Lyrae gezeigt wurden. Und erste wissenschaftliche Papers gibt es auch schon. [13:25 MESZ]

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Die Aufzeichung einer wegen Streaming-Ärger verspäteten ESA-Pressekonferenz von heute zum Data Release und Werbung für die erstaunliche freie 3D-Visualisierungs-Software Gaia Sky, vormals Sandbox – auch ein Visualisierungs-Tool für die 2D-Daten (leider alle Sterne gleich hell dargestellt), noch mehr Software, Gaias Exoplaneten und Kepler-Targets, ein UCL Release, Bilder von der Gaia-‚Enthüllung‘ im Bochum (etwa Seiten-Mitte) und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: wissenschaftliche Papers vom Gaia-Projekt hier, hier, hier, hier und hier, weitere hier, hier und hier, wie der Satellit funktioniert – und ein zusammenfassender Artikel dieses Bloggers und weitere hier und hier]

Die Bergung eines 30-tönnigen Meteoriten in Argentinien, der der zweitgrößte überhaupt sein könnte: Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Auch neue Fragen zum Late Heavy Bombardement, wie ein kleines Treffen von SoFi-Fans (das es vor jeder AME gibt) auf einen Zeitungsreporter gewirkt hat – und ein verlockendes Angebot aus Namibia: als eine Art Astro-Au-pair auf Sonja Enckes Sternwarte, die dieser Blogger 2004 bestaunen konnte. [2:55 MESZ]


13. September

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Das war der Beginn der siebenjährigen Reise von OSIRIS-REx

aus Sicht der Centaur-Oberstufe, die den Asteroiden-Sampler gerade in Richtung Bennu gekickt hatte – TAGSAM ist der „Rüssel“, mit dem die Regolith-Probe eingesammelt werden soll. Auch weitere NASA-Planung für die Asteroid Redirect Mission, ein weiteres Rosetta-Bild Wochen vor dem Ende, mal wieder ein Modell zur Klima-Geschichte des Mars, schon wieder ein ESA-Feature über den Über-Koronographen Proba 3 – und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier über eine angekündigte große Orbitalrakete von Blue Origin. [23:55 MESZ]


12. September

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Das war die Fleckengruppe (1)2585 auf dem Weg über die Sonnenscheibe, von diesem Blogger mit einer kleinen Kamera jeden Tag vom 1. bis 11. September aufgenommen: auch Detail-Bilder mehrerer Tage, der Abschied gestern (mehr – und ein Green Flash), eine tolle Protuberanz gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr und eine Animation). Sowie eine niederländische Meteor-Zeitschrift online für lau, mit gerade frisch der 3/2016, ein einsamer Artikel über die Gründung der Deutschen Astrobiologischen Gesellschaft, die Einweihung der audio-taktilen Planisphäre, die Einladung zu einem Treffen der Sternwarten und Astrovereine Deutschlands am 22. Oktober – und Populär-Astronomie in Afghanistan, von der Tagesschau entdeckt. [1:15 MESZ] Die Gruppe heute ganz knapp am Sonnenrand – und eine mögliche Rolle des Mondes bei der Erdbebenstärke weltweit. [17:15 MESZ] Eine weitere Serie der Fleckengruppe an verschiedenen Tagen – und wie Aurora & Magnerfeld der Erde zusammen hängen. [23:45 MESZ. NACHTRAG: ein weiterer Zeitraffer der Protuberanz gestern – und ein neuer großer Impaktkrater in Australien]

Noch drei Tage bis zum Milliarden-Sterne-Katalog

11. September 2016
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Am 14. September wird er hier online gehen und sofort der ganzen Welt zur Verfügung stehen: Der Data Release 1 der ESA-Astrometrie-Mission Gaia, ein erster Katalog, der in erster Linie ein Appetizer für die folgenden gewaltigen Datenpools sein wird. Der DR1 besteht aus drei Teilen: Der gewaltigste ist eine Liste von 1’142’679’769 Sternen bis zur Helligkeit 20.6 im breitbandigen „G“-Band mit diesen Helligkeiten (die mit Kenntnis des Farbindex ganz gut in gewohntere Systeme umgerechnet werden können) und ihren Koordinaten am Himmel auf typischerweise 10 mas (Milli-Bogensekunden) genau. Für diejenigen 2’057’050 dieser Sterne bis 12. Größe hinab, die bereits der Hipparcos-Satellit vor gut 25 Jahren vermessen hatte (davon wiederum 93’635 superpräzise und weitere 1’963’415 mit seiner Tycho-Kamera), wird es durch Kombination der Daten zusätzlich auch Parallaxen mit 0.3 mas und Eigenbewegungen mit 0.3 mas/Jahr Genauigkeit geben: Das ist dreimal genauer als was Hipparcos damals alleine konnte – und steht für 20-mal mehr Sterne zur Verfügung! (Der zweite Gaia-Katalog DR2 im dritten Trimester 2017 wird dann noch genauere Angaben zu den Orten und deren zeitlichen Änderungen – und damit Entfernungen – aller über eine Milliarde Sterne allein aus Gaias eigenen Messungen enthalten: erneut ein Sprung um einen Faktor von über 500.) Der 3. Teil des DR1 schließlich werden Lichtkurven einiger tausend Veränderlicher sein, von 599 Cepheiden und 2595 RR-Lyrae-Sternen: ein ESA Press Release, Pressemitteilungen der Uni Heidelberg und der TU Dresden und ein CNES Release zu PR-Events am 14. September, ein ESA-Feature zur Datenanalyse und Artikel hier und hier. Es gibt auch ein Portal zur Visualisierung der Datenflut, die dort am 14. September eingespielt wird – und wer gleich komplett in die 3D-Welt der 2 Mio. Sterne mit Gaia-vs.-Hipparcos-Entfernungen eindringen möchte, hat dazu am 15. September im Planetarium Bochum eine exklusive Möglichkeit, sogar bei freiem Eintritt: Weltweit erstmals werden dort im Rahmen eines Vortrags simulierte Flüge durch die so lokalisierte Sternenwolke (in einem kleinen Bereich der Milchstraße) in Fulldome-Projektion gezeigt. Dieser Blogger hat erste Versionen dieser Animationen bereits gesehen: wow …

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Keine drei Wochen mehr bis zum Ende der Mission Rosettas

Die Bestätigung des Missionsabschlusses wird im Hauptkontrollraum der ESA am 30. September für 13:20 MESZ ±20 Minuten erwartet: Der kontrollierte Abstieg Richtung Oberfläche wird zuvor auf eine Region mit aktiven „Gruben“ in der Ma’at-Regon gezielt haben, von denen einer Deir el Medina getauft wurde. Oben ein OSIRIS-Telebild mit vielen Staubteilchen (z.T. durch die Nähe zur Kamera unscharf) vom 5. September aus 5.0 km Abstand, unten ein Ausschnitt aus einer Weitwinkel-Aufnahme vom selben Datum aus 4.1 km – auch Frequently Asked Questions zum Missionsende und Artikel hier, hier, hier und hier.

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Fein geschichteter Sandstein auf dem Mars, wie ihn am 8. September Curiosity betrachtet hat – während der Rover unverhoffte Planetary-Protection-Probleme bekommen hat. Auch der offenbar bevorstehende Wiedereinstieg der NASA bei LISA, der ESA-Satelliten für Gravitationswellen-Jagd, die auch früher als 2034 kommen könnten, das Aussetzen von BEESAT-4 aus BIROS (womit nun wirklich klar ist, dass tatsächlich 21 Satelliten auf der indischen Rakete waren), Probleme mit der Stromversorgung des RapidScat auf der ISS, der Start kommende Woche der chinesischen Raumstation Tiangong-2 (mehr, mehr und mehr), ein NASA-Ruf für Nutzlasten für die Asteroid Redirect Mission – und erste Ergebnisse der Citizens‘ Debate der ESA.

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SpaceX ist ziemlich ratlos, warum die Falcon 9 explodierte

Und deswegen wird sogar die Öffentlichkeit um Hilfe gerufen, um dem Disaster am 1. September – im Bild ein Blick aus einem Einsatzfahrzeug des Incident Management Teams des 45th Space Wing – auf die Spur zu kommen: das offenbar einzige Video extrem verlangsamt und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und von früher ein Bericht über die ersten Maßnahmen am Cape nach dem Unfall – danach war OSIRIS-REx (ein Video seiner Abtrennung von der Centaur) auf der benachbarten Rampe 41 doch in größerer Gefahr gewesen als es damals hieß [NACHTRAG: hier näher diskutiert] – und Artikel hier, hier und hier.

Derweil hat das zweite Modell des SpaceShipTwo („Unity“) von Virgin Galactic seinen ersten Testflug erlebt, natürlich noch fest mit dem Trägerflugzeug verbunden: Bilder der Operation und Artikel hier, hier, hier, hier und hier – der Wettlauf zwischen Blue Origin und Virgin Galactic (sonstige ernsthafte Bewerber sind derzeit nicht erkennbar) um die ersten suborbitalen Touristen-Flüge wird nun wieder spannender.

Allgemeines Live-Blog vom 8. bis 10. 9. 2016

8. September 2016

10. September

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Abschied vom kosmischen Quartett gestern Abend, das uns seit dem Frühjahr allmonatlich beglückt hatte, wenn der Mond Mars, Saturn und Antares besuchte – aber damit ist es nun vorbei, denn eine Lunation weiter ist der Mars in die eine und der Antares in die andere Richtung entfleucht: mehr Bilder dieses Bloggers von der finalen Konstellation hier und hier sowie der Anblick vorgestern in Kalifornien. Plus die Sonne gestern (mehr) und wie sie rein gar nichts mit der Erderwärmung zu tun hat, aktuelle Feuerkugeln über North Carolina (mehr) und Zypern (mehr und mehr) – und wie Motten mit Lichtverschmutzung umgehen. [0:25 MESZ] Die Sonne heute – von den Philippinen … [3:05 MESZ] … und aus Deutschland. [20:45 MESZ – Ende]


9. September

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Noch eine Stunde bis zum Start der Atlas mit OSIRIS-REx

zu ersten Asteroid Sample Return Mission der NASA (die zweite der JAXA ist bereits unterwegs), und die Chance auf gutes Wetter ist 90%: ein Bild von letzter Nacht der beleuchteten Rakete auf der Rampe, mehr Bilder und noch mehr Bilder, eine ULA-Broschüre, weitere Press Releases von UA und MIT, die Startsequenz, auch als Grafik, ein weiteres Kurz-Video, die bereits laufende Live-Sendung, Launch-Blogs von NASA und CSA und unabhängige hier und hier, der Orbit von Bennu und weitere Animationen, neue Artist’s Views, Vorschau-Artikel hier (früher, noch früher und noch früher), hier (früher und noch früher), hier (früher), hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und noch viel mehr hier natürlich. [0:05 MESZ]

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So weit, so gut! Der Start verlief perfekt, OSIRIS-REx ist im Erdorbit, und die Centaur schiebt. Hier ein paar Impressionen aus den ersten zehn Minuten Webcast, mit Booster-Abwurf und Stufen-Trennung. [1:15 MESZ] Coast Phase im Orbit! Ein paar Fotos der aufsteigenden Rakete hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und ein Amateurfilm aus der Ferne. [1:30 MESZ]

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Eine besonders gelungene Weitwinkelaufnahme samt Plume-Schatten durch die tief stehende Sonne – vom Chefwissenschaftler der NASA John Grunsfeld persönlich gezwitschert. Und weitere Amateurfilme hier und hier, eine sehr weite Perspektive und die Rest-Wolke am Himmel hier und hier. Die Centaur hat gerade planmäßig zum zweiten Mal gezündet und soll 6:50 brennen. [1:45 MESZ] Und das nächste Coasting: Abtrennung der Raumsonde um 2:04 MESZ. Derweil sind hier erste Start-Fotos der NASA erschienen. [1:50 MESZ] OSIRIS-REx ist frei und auf dem Weg zum Asteroiden! Applaus im Kontrollraum. [2:05 MESZ] Die Sonnensegel haben sich entfaltet, und OSIRIS-REx spricht mit der Bodenstation in Canberra – auch erste Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [2:25 MESZ] CSA und ULA Press Releases und weitere Artikel hier und (von diesem Blogger) hier – und z.B. hier hat gerade die Post-Launch-PK begonnen. [3:15 MESZ]

Die ersten Minuten der Start-Übertragung – auch der Start aus Orlando gefilmt, also von weit weg. Alles bestens an Bord, heißt es auf der PK, denn OSIRIS-REx verhält sich genau wie’s sein soll – auch weitere Artikel hier, hier und hier. [3:40 MESZ] Ein NASA Release, Science@NASA, Start-Bilder und weitere Artikel hier und hier. [4:10 MESZ]

Liftoff of OSIRIS-REx from Pad 41.

Ein NASA-Bild vom Start – und ein längeres Feature dazu. [4:25 MESZ] Ein anderes gutes Bild, ein LockMart Release, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein TV-Clip. [5:35 MESZ] Noch mehr Start-Bilder hier, hier, hier, hier und hier, das immer noch wachsende NASA-Album, ein weiteres fernes Video, die Post-Launch-PK, ein U of AZ Release und ein Feature und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MESZ. NACHTRAG: auch am zweiten Tag der Mission alles bestens]


8. September

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Abermals hat sich ein kosmisches Quartett am Abendhimmel gebildet, mit dem Mond zu Besuch bei Mars und Saturn und darunter Antares: der Anblick über dem Rhein, mehr Bilder hier, hier und hier. Auch die Sonne heute (mehr und mehr) und wie es den Flecken geht – und Chinas Radioteleskop FAST soll noch diesen Monat in Betrieb gehen. [23:45 MESZ]

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Erfolgreicher Start eines indischen GSLV heute mit einem Wettersatelliten: eine TV-Übertragung (die entscheidenden Sekunden), viele Bilder und Artikel hier und hier – und beim nächsten Test des New Shepard im Oktober könnte das Suborbital-Vehikel zerstört werden. [19:45 MESZ. NACHTRÄGE: ein ISRO Release, mehr Start-Fotos und weitere Artikel hier, hier, hier, hier – und das GSLV mit dem Starterfolg qualifiziert für Indiens 2. Mission zum Mond und vielleicht bald auch zur Venus und Asteroiden …]

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Die moderat große Fleckengruppe heute um 0:53 MESZ in einem HMI-Bild des SDO-Satelliten – auch irdische Bilder der eigentlich langweiligen vom 7. September (mehr, mehr und mehr), 6. September (Video mit ISS-Transit; mehr, mehr und mehr) und 5. September (mehr, mehr und mehr). Plus der Mars bei M 19, die Kette Mars – Saturn – Mond gestern und als Quartett mit Antares in China sowie die Lage des Mondes in den kommenden Tagen für Europa und Amerika. Und der Mira-Stern Chi Cygni nähert sich dem Maximum: Der Schwan kann dann so aussehen. [2:00 MESZ]

Mal wieder Mini-Asteroid in moderate Erdnähe gekommen

Der frisch entdeckte 2016 RB1 mit rund 10 m Durchmesser kam gestern der Erde auf rund 40’000 km oder 0.0003 au nahe: Wie Listen hier oder hier zeigen, kommt so was ziemlich häufig vor und ist kaum der Rede wert. Aber bitte: eine Strichspur, mehr Aufnahmen und Artikel hier, hier und hier. Plus der neue sonnenferne aber aktive Komet C/2016 Q4 (Kowalski) und eine Perseiden-Expedition in Südfrankreich. Sowie ein neues Planetarium für Halle in einem alten Gasometer, ein älteres Buch über Caspar David Friedrichs Mond-Gemälde frei online, die offizielle Mitteilung, dass der Asteroid Nr. 17’473 jetzt Freddiemercury heißt – und die EM-Gruppe Tangerine Dream verwendet in ihren Konzerten (wie am 3. September in Schladern; Artikel hier und hier und Bilder dieses Bloggers auch Videoprojektionen von Sonnenfinsternissen: Was man in diesem Promo-Clip ab 0:09 sieht, ist die ringförmige von 2013 im Aufgang in Australien, die aus diesem Video ab 0:40 stammt. [1:45 MESZ]

Asteroiden-Einsammler OSIRIS-REx auf der Rampe

7. September 2016

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Die Atlas-V mit der Raumsonde OSIRIS-Rex, die am 9. September um 1:05 MESZ zur ersten Asteroiden-Sample Return Mission der NASA aufbrechen (und 2023 mit ein wenig Bennu zurück kehren) soll, ist heute auf die Startrampe gerollt worden: mehr Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

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Der Roll-Out im Zeitraffer, drei kurze Clips zu Start und Verlauf des sieben Jahre dauernden Unternehmens und drei Pressekonferenzen von Mitte August und gestern (zwei nacheinander, diese und diese) und ein NASA Social und noch ein Briefing von heute zu der Mission, zu der es auch Webseiten hier, hier, hier und hier, ein NASA Press Kit und Press Releases diverser Seiten hier, hier, hier, hier und hier gibt.

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Ein Stück Komet C-G aus nur 3.9 km Abstand aufgenommen mit der Telekamera von OSIRIS am 5. September mit 5 cm/Pixel im Original – derweil hat die erneute Anhebung der Bahn von Dawn um Ceres begonnen (Eintrag vom 6.9.2016), und es gibt neue Radar-Bilder Titans von Cassini, die auch in diesem Video-Clip vorgestellt werden.

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Expedition 48 Soyuz TMA-20M Landing

Expedition 48 Soyuz TMA-20M Landing

Expedition 48 Soyuz TMA-20M Landing

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Die letzte Landung eines Raumschiffs der Soyuz-TMA-Klasse

(dessen Reentry von der ISS aus aufgenommen wurde) fand heute im Morgenlicht und -nebel statt: auch Video-Zusammenschnitte hier und hier, Video-Stills hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

Ein beeindruckender Staubteufel auf einer Baustelle des Marshall SFC der NASA – auch ein Interview mit einer ESA-Astronauton, der diesen Monat geplante Start von Chinas nächster Raumstation und die Volksbefragung durch die ESA kommendes Wochenende.

Allgemeines Live-Blog vom 2.-6. September 2016

2. September 2016

6. September

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Heute vor 50 Jahren lief die erste Episode von „Star Trek“

Und zwar nicht im amerikanischen sondern im kanadischen Fernsehen, die US-Premiere war erst zwei Tage später, am 8. September 1966. Gezeigt wurde in beiden Ländern die Episode „The Man Trap“ (die in Deutschland erst 21 Jahre später als „Das letzte seiner Art“ auf den Bildschirm kommen würde; das ZDF hatte sie in den 1970-er Jahren wie so manche andere „Raumschiff Enterprise“-Folge auch einfach ignoriert). Die Auswahl dieser Episode für die Premiere aus mehreren bereits produzierten war kontrovers gewesen und das wohl zu Recht: Die meisten Kritiker scheinen sich damals nur am Kopf gekratzt zu haben. Auch die Vorgeschichte war turbulent gewesen: Die erhoffte neuartige TV-Serie in einigem Detail beschrieben hatte ihr Schöpfer Gene Roddenberry im März 1964, der mit seiner Vision die damals wichtige Produktionsfirma Desilu rasch überzeugen konnte.

Um den Jahreswechsel 1964/65 wurde der Pilotfilm „The Cage“ produziert: Leonard Nimoy war als ‚Mr. Spock‘ dabei, aber Captain war Jeffrey Hunter als ‚Christopher Pike‘ – und das Werk gefiel Desilus vorgesehenem US-Network NBC überhaupt nicht, das (recht ungewöhnlich) aber immerhin einen zweiten Piloten bestellte. Das wurde – nunmehr mit William Shatner als Captain ‚James T. Kirk‘, James Doohan als Chefingenieur Montgomery Scott und George Takei as ‚Lt. Sulu‘, damals noch als Bord-Physiker – „Where No Man Has Gone Before“: NBC gefiel’s, die erste Season von „Star Trek“ wurde für den Herbst 1966 in Auftrag gegeben, und „Where No Man Has Gone Before“ wurde schließlich auch als dritte Episode ausgestrahlt. „The Cage“ dagegen wurde zerstückelt und im Zweitteiler „The Menagerie“ für die erste Season recycelt: In der originalen Form erschien das ziemlich anspruchsvolle Werk erstmals 1986 auf VHS-Kassette und wurde Ende 1988 zu ersten Mal im US-TV und im Herbst 1993 im deutschen TV gezeigt.

Dort hatte „Star Trek“ als „Raumschiff Enterprise“ am 27. Mai 1972 seine Premiere gehabt, mit wieder einer anderen Episode, die in den USA erst gegen Ende der 1. Season gelaufen war. Nach 3 Seasons war dort wegen schlechter Quoten schon wieder Schluss gewesen, und das „Star Trek“-Universum existierte nur in Wiederholungen weiter. Die aber gewannen immer mehr Fans – und die Amerikaner machten schließlich zunächst preiswert mit einer Zeichentrick-Serie 1973-74 weiter, mit immerhin den Originalstimmen der Schauspieler und teilweise ziemlich cleveren Skripten und Ideen (wie dem Holodeck). Ab 1979 folgten dann auch Kinofilme mit der Original-Crew und ab 1987 die zweite echte TV-Serie mit neuer Crew und nur sporadischen Cameos der alten, die schließlich auch in der Kino-Serie den neuen Platz machte. Der Rest ist Geschichte – die mit kleinen Pausen beständig weiter ging und mit der nächsten TV-Serie „Star Trek: Discovery“ kommendes Jahr wieder einmal zum Ursprungsmedium zurückkehrt. [2:25 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: hier und hier seltene Artikel mit dem korrektem Datum des Jahrestags]


5. September

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Zoom in ein OSIRIS-Bild: So wurde Philae wieder gefunden!

Unten der komplette Frame vom 2. September, darüber ein Streifen davon ganz rechts am Rand in voller Auflösung und oben nochmals ein Ausschnitt daraus: Da sitzt Philae auf dem Kometenkern bzw. hängt irgendwie in einer Spalte. Ein Überflug in nur 2.7 km Höhe hatte die lang ersehnte Sichtung kurz vor dem Ende der Mission möglich gemacht: Press Releases in Englisch (mehr), Französisch (mehr) und Italienisch (mehr; DLR und MPG sind noch sprachlos), ein französisches Video, ein Versuch eines Fans, das Bild mit CIVA zu verbinden, die Reaktion eines Ex-Managers, Statements aktueller Rosetta-Chefs zur immer tieferen Bahn, den arbeitsreichen letzten Wochen und den Plänen zum Landeort von Rosetta selbst (auch auf C-Gs Kopf aber nicht bei Philae), ein anderes aktuelles OSIRIS-Bild aus 4 km Höhe und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [18:35 MESZ] Etwas Bildverarbeitung bzw. Colorierung des Bildes, eine PM des DLR, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Späßchen. [20:10 MESZ] Ein Zoom im Philaes Loch und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: warum Philae nicht in der Mitte des Bildfelds sitzt, ein Abschieds-Video, in dem einer von der NASA den besten Text hat, ein Live-Chat und noch ein Artikel]


4. September

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Die große Fleckengruppe ist auf dem Weg zur Mitte der Sonnenscheibe, hier aus einem SDO-HMI-Bild von 23:29 MESZ – auch weitere Bilder von heute (mehr und mehr), gestern (mehr) und vorgestern (mehr). Plus die junge Mondsichel gestern bei der Venus aus Brasilien, Namibia (mehr) und Malaysia und vorgestern beim Jupiter aus Chile (mehr), Brasilien, den USA (mehr), Kanada und Namibia (mehr und mehr) und noch mehr Bilder. Sowie die Chromosphäre bei der Ring-SoFi am 1. September (aus dieser Serie), eine Serie nur kurzer Belichtungen (mehr), ein Bild-Bericht aus Madagaskar, ein weicher Zeitraffer, ein Video vom SDO, bei dem auch die Erde vor die Sonne tritt, und Artikel hier und hier. [23:55 MESZ]

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Die letzten Wochen der Rosetta-Mission: ein Bild aus 4.5 km

Abstand vom 30. August von der OSIRIS-Telekamera, auf dem im Original ein Pixel 7 Zentimetern entspricht! Auch ein aktuelles NavCam-Bild, ein Update-Video zur Mission, warum die Landung am 30. September alternativlos ist und der Status der Dawn-Mission. Derweil zeigen die Bemühungen um den Satelliten STEREO-B erste Erfolge (frühere Artikel hier, hier, hier und hier) – und die Aufklärung der Falcon-Explosion kommt auch langsam voran, während die Konsequenzen deutlicher werden: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier. [23:40 MESZ. NACHTRÄGE: eine grafische Lokalisierung des Explosionszentrums und ein weiterer Artikel]


3. September

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Mehr Bilder und Daten von Junos erster Jupiter-Nähe mit eingeschalteten Instrumenten am 27. August liegen nun vor: hier Bilder der JunoCam von der Nordpol- (zweimal) und Südpol-Region, wo das Wetter jeweils noch chaotischer als in Äquatornähe und ohne jede Bänderstruktur ist – fast wie ein anderer Planet.

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Und hier ein animinierter Infrarot-Scan durch das JIRAM-Instrument und wie es die südliche Aurora bei 3.3 bis 3.6 µm sah sowie visualisierte und zugleich sonifizierte Radiowellen der Jupiter-Aurora vom Radio/Plasma Wave Experiment (Waves) – auch ein Press Release zu all dem (alt.).

Schließlich noch ein „Amateurfilm“ des Anflugs aus JunoCam-Sicht, schon mal vorgespult – weitere JunoCam-Bildverarbeitung durch Fans auch hier, hier, hier, hier (unten) und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein TV-Clip. Und die NASA hat beschlossen, dass InSight 2018 zum Mars darf, auch wenn die wegen des defekten französischen Experiments nötige gewordene Verschiebung um zwei Jahre 154 Mio.$ extra kostet und künftige Missionen gefährden könnte. [2:15 MESZ]


2. September

Falcon 9 beim Betanken – samt ihrer Fracht – explodiert

Gestern früh Ortszeit hat sich beim Betanken der Oberstufe Falcon 9 am Cape vor einem Triebwerkstest am Boden urplötzlich eine schwere Explosion ereignet (Einzelbilder, der Moment der Explosion und der fatale Sturz der Satellitenfracht aus der Explosionswolke), bei der zum Glück weder Menschen noch OSIRIS-REx auf seiner Atlas in der Nähe zu Schaden kamen: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und keinen Tag früher war offenbar ein chinesischer Start gescheitert, wozu es aber keine offiziellen Worte gibt. [1:35 MESZ. NACHTRAG: auch Tags darauf nicht …]

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Die neue Sonnenfleckengruppe heute um 0:53 MESZ vom HMI des SDO aufgenommen – Anklicken liefert das jeweils aktuellste Bild. Auch die Fleckengruppe gestern (mehr, mehr und mehr), ein Nachweis des Mondes gestern in 3.3° Abstand von der Sonne, der Himmel im September (mehr), ein 360°-Bild des Himmels aus Madeira, ein Besuch im Sommer beim Neutrino-Teleskop im Baikalsee, von dem dieser Blogger einst im Winter mehr sah – und die Umsiedlung der Anwohner von FAST zwecks zwangsweiser Radioruhe. [1:25 MESZ]

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Ein Rosetta-Bild aus nur noch 4.6 km über dem Kometen

von OSIRIS‘ Telekamera am 27. August, das im Original 7 cm pro Pixel hat – der letzte Monat der Mission hat begonnen, und es werden nun offenbar immer tiefere Überflüge riskiert, wobei der Plan für die ‚Landung‘ weiter in Entwicklung ist. Derweil wird der Orbit von Dawn angehoben, für die verlängerte Mission an Ceres, OSIRIS-REx hat die Readiness Review passiert für den Atlas-Start am 8. September – und der Vertrag über den Betrieb von Hubble wurde wieder mal verlängert.

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Ein New-Horizons-Bild der Cthulhu Regio auf dem Pluto nahe der beim Flyby im Dunkeln liegenden Zone – mit von Methan-Schnee bedeckten Bergen. Derweil sind mehr Bilder der JunoCam verfügbar geworden, aus denen Fans bereits – mit einiger Mühe – tolle Jupiter-Bilder geschaffen haben (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). Plus was Curiosity letztens für Aussichten hatte – und was im Sonnensystem diesen Monat passieren soll.

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Ein gehöriger Einschlag auf einem Sonnensegel des ESA-Satelliten Sentinel-1A hat sich am 23. August ereignet, beeinträchtigt den Betrieb aber nicht: Der Schaden ist 40 cm groß, das Teilchen dagegen hatte weniger als 5 mm Durchmesser. Der Impakt war durch leichten Stromabfall und den Impuls bemerkt worden, daraufhin hatte man die Kamera an Bord wieder eingeschaltet und dieses Bild gemacht. Auch die Einsicht, dass die USA nicht vor Ende 2018 Leute mit eigenen Vehikeln zur ISS schaffen können dürften – und eine erfolgreiche ISS-EVA gestern (mehr, mehr und mehr). [1:15 MESZ. NACHTRAG: Die US-Weltraumüberwachung trackt 5 kleine Trümmerchen von dem Sentinel-Sonnensegel]

Live-Blog zur ringförmigen SoFi vom 1. 9. 2016

1. September 2016

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Das war die ringförmige SoFi von 2016 auf La Réunion

im perfekten Webcast des Observatorie de Paris – merci beaucoup!!! Das Bild etwa 10 Minuten davor und die obigen Screenshots in Originalauflösung hier und hier – und weitere Impressionen von der Insel in den Minuten vor der Annularität hier und hier. [12:20 MESZ. NACHTRÄGE: eine komplette Aufzeichung des Webcasts (zweiter Kontakt bei 2:09) und ein Ausschnitt] Mitschnitte vom zweiten und dritten Kontakt dieses Feeds. Diesmal hatte es auch bei SLOOH geklappt, die einen anderen (und auch anders orientierten) Feed von derselben Insel hatten: Screencaps davon hier, hier und hier – und die ersten ‚Fotos‘ von dortselbst als Smartphone-Bilder von Displays, hier und hier. [12:30 MESZ] Ein Foto aus Tanzania, von wo es auch mehrere Erfolgsmeldungen gab. [14:30 MESZ. NACHTRAG: mehr hier und hier] Weitere Bilder aus La Réunion (die SoFi selbst weiter hinten). [15:00 MESZ. NACHTRÄGE: eine Auswahl und die Stimmung am Strand, wo sie entstanden] Der (japanische) SLOOH-Feed als Diaschau, eine Sequenz aus Mauritius (dicht daneben ist …) – und ein Zeitraffer aus Namibia mit partieller SoFi. [17:55 MESZ] Eine Galerie von Pressebildern (dito) und Bilder speziell aus La Réunion – wo in den Schulen vor der SoFi blankes Chaos herrschte: Erinnerungen an Deutschland 2015 … [19:00 MESZ] Ein 68-Bilder-Komposit und hier und hier kleinere Serien von der Insel – und eine besonders bescheidene Bildauswahl. [21:15 MESZ] Von der Insel das japanische Webcast-Original von SLOOH, ein weiterer Webcast mit schönen Beads und noch einer mit geringer Bildrate von nahe am Rand sowie spätere Kurz-Videos hier, hier, hier und hier – und ein resümierender Artikel dieses Bloggers. [23:45 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: wenig erhellende Artikel hier, hier, hier und hier]

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Ungefähr Halbzeit der ersten Partialität auf La Réunion, von wo auch wieder ein neues Bilderalbum von den Beobachtern dort eingetroffen ist – aber weiterhin scheinen keine Ring-Bilder aus Afrika vorzuliegen. SLOOH hat es nicht geschafft (und es noch gar nicht bemerkt, wie’s scheint) … [11:25 MESZ] … und leider auch aus Madagaskar nicht – während es zumindest an einer Stelle in La Réunion wolkiger und der Blick schlechter wird. [11:45 MESZ] Das erste Bild eines Rings! Aus Madagaskar, über eine deutsche Facebook-Gruppe eingetroffen. Noch 10 Minuten bis zur Ringphase auf La Réunion: Das Bild oben anklicken führt zum Live-Feed. [12:00]

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Die erste Partialität hat gerade auf La Réunion begonnen

Der Eintritt des Mondes konnte auf dem sehr scharfen Live-Bild – in H-Alpha; man erkennt schwach ein paar Protuberanzen aber auch die großen Sonnenflecken – bestens verfolgt werden. [10:25 MESZ] Auch ein Foto von dort, während der Webcast gut voran kommt – und es bei SLOOH auch eine tiefe partielle Phase aus dem wolkigen Tansania gab. [10:55 MESZ] Eine sehr schmale Sichel aus der DR Kongo, ein Bilderalbum mit Partialität aus La Réunion – und die Antumbra auf Afrika ist auch aus dem Weltraum zu sehen, von geostationären Wettersatelliten! [11:00 MESZ] Bilder desselben vorher und nachher: ein starker Effekt. [11:10 MESZ] Noch ein weiterer Live-Feed aus Südafrika, wo es leider keine Ringphase gab – und auch sonst scheint es nirgends Live-Ringe vom afrikanischen Kontinent gegeben zu haben, den die Antumbra soeben verlässt. [11:20 MESZ]

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Los geht’s! Eine frühe partielle Phase aus Südafrika aus der SLOOH-Sendung. Die ringförmige Phase hat den Westen Afrikas bereits begonnen, aber von dort gibt es wohl keine Live-Bilder – schade, denn das Wetter in der Annularitätszone Afrikas ist überwiegend gut. [9:45 MESZ] Der Live-Feed aus La Réunion hat auch begonnen: Hier ist erster Kontakt in ein paar Minuten. [10:15 MESZ] Ah, und auf SLOOH ein erstes partielles Bild – durch Wolken – aus Tansania. Und auch der Webcast aus Südafrika läuft, mit partieller Phase. [10:20 MESZ]

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Antumbra im Anmarsch auf Afrika und Indischen Ozean

In ein paar Stunden werden an Orten im südlichen Afrika, auf Madagaskar und der Insel La Réunion wieder Bilder wie dieses von 2005 in Tunesien von diesem Blogger möglich sein, wenn man in den richtigen Momenten extra lang belichtet und das Spiel von zackigem Mondrand, Photosphäre und Chromosphäre (oder gar wie 1999 der inneren Korona) einfängt: Sonst kommen der zweite und der dritte Kontakt, wenn sich der Ring gerade schließt bzw. wieder öffnet, weniger aufregend wie hier 1994 in den USA.

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Die Antumbra des Mondes rast von 9:40 bis 11:18 MESZ über Afrika, wo sie vor allem ganz im Osten in Tansania erwartet wird, passiert von 11:40-52 MESZ Madagaskar und von 12:09-10 MESZ La Réunion (wo eine deutsche Reisegruppe mit starkem Wind hadert). Webcasts wurden bislang auf diesem, diesem, diesem und diesem Kanal angekündigt.

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Und das ist der Gegenstand der Bedeckung, an dessen Rand pünktlich eine neue ausnehmend große Fleckengruppe erschienen ist: hier nur auf einem HMI-Bild von SOHO von 0:30 MESZ, da vom besseren HMI auf dem Satelliten SDO seit einem Tag nichts Neues mehr gekommen ist – immerhin gab es schöne Bilder der Gruppe gestern um 3:11 MESZ und 1:53 MESZ. Auch ein Bild des Bedeckers von gestern aus Borneo und Webseiten zur SoFi hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Live-Blogs von Ring-SoFis hatte es hier bereits im Mai 2013 (Einträge vom 9. und 10) und Mai 2012 gegeben. [2:45 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 24. – 30. August 2016

24. August 2016

30. August

Ein Aurora-Video, aufgenommen von einer Drohne über Island: Es gibt doch noch neue ‚Perspektiven‘, wie sie moderne empfindliche Kameras möglich machen. Auch die abnehmende Mondsichel heute hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, zwei Tage vor einer ringförmigen SoFi, die Sonne heute und gestern, ein toller Amateur-Zeitraffer von Hubbles Variablem Nebel über 24 Wochen – und schreckliche Aussichten für Düsseldorf und auch seine weitere Umgebung, wenn der hier, hier und hier nahezu unkritisch gefeierte Licht-Wahnsinn zu einer permanenten Installation würde (in dem Kommentaren hier gibt’s immerhin auch etwas Contra). [22:45 MESZ – Ende]

Nerviger Rummel um einen unbedeutenden SETI-Kandidaten

Das sagen die Betreiber des Radioteleskops RATAN-600 in Russland, das 2015 einmalig ein kurioses Signal empfing: „Die Verarbeitung und Signalanalyse ergab, dass es am wahrscheinlichsten ein Signal irdischen Ursprungs ist“ (nach Google Translate). US-Astronomen der Breakthrough Initiative, die dank gekaufter Messzeit mit dem Green Bank Telescope hinschauten und nichts fanden, erklären in diesem Mini-Paper: „[T]he RATAN transient is likely due to instrumental interference or to some other artifact of human technology“. Und ein anderer SETI-Experte hatte schon vorher festgestellt: „Because the receivers used were making broad band measurements, there’s really nothing about this ’signal‘ that would distinguish it from a natural radio transient (stellar flare, active galactic nucleus, microlensing of a background source, etc.) There’s also nothing that could distinguish it from a satellite passing through the telescope field of view. All in all, it’s relatively uninteresting from a SETI standpoint.“ Ende der Geschichte – aber wer unbedingt noch mehr will: ein früheres Statement des SETI Institute und mehr oder weniger brauchbare Artikel z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier. [22:40 MESZ. NACHTRÄGE: das russische Dementi in Englisch und weitere Artikel hier (man beachte den Nachsatz), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

An irregular island

Eine Hubble-Aufnahme der irregulären Galaxie NGC 5264: Blaue Knoten markieren Sternentstehungsgebiete, angeregt wohl durch gravitative Wechselwirkung mit einer anderen Galaxie. Derweil wurde bekannt, dass die erste Version des Gaia-Katalogs die Örter und (G-)Helligkeiten von genau 1’142’679’769 Sternen und die Entfernungen von Eigenbewegungen von 2’057’050 Sternen (die auch HIPPARCOS beobachtete) enthalten wird: All das steht allen ab dem 14. September zur Verfügung. Auch ein Paper über das einzige Ergebnis von Hitomi vor dessen Selbstzerstörung, erste Experimente mit Chinas Quanten-Satellit, ein schon für 2018 geplanter koreanischer Mondorbiter, die Asteroiden-Sonde OSIRIS-REx jetzt auf ihrer Rakete, ein aktuelles Curiosity-Mosaik, was der MRO in 10 Jahren sah, ein Paper über die Suche nach Charos Atmosphäre, die nur Limits fand – und der erste Kunde für eine „gebrauchte“ Falcon-Unterstufe. [22:20 MESZ]


28. August

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Die größte Annäherung von Jupiter & Venus ist Geschichte

seit 0:40 MESZ: hier das Paar von der Sternwarte Max Valier in Südtirol aus gesehen. Auch Bilder am Taghimmel aus Neuseeland (ganz aktuell, mit den Planeten ganz nahe zusammen), Brasilien, den USA, Frankreich und dem UK (früher). Und Bilder in der Abenddämmerung aus Portugal, Spanien, Deutschland (mehr, mehr und mehr), Österreich, Italien, Rumänien, Russland, den Iran, Südafrika, La Reunion, Borneo. Australien und Neuseeland (auch mit Beschriftung und weiterem und viel weiterem Feld) sowie noch mehr Bilder und die die Venus groß – und die Sonne gestern hier, hier und hier. [1:05 MESZ] Dämmerungs-Bilder aus den USA (mehr, mehr und mehr und zuvor hier, hier und hier am Tage), Puerto Rico, Brasilien (mehr), Kolumbien, Zimbabwe, Schweden (erstaunlich) und Italien. [3:45 MESZ] Das beste hochaufgelöste Bild bisher (Australien am Tage) und ein besonders enges, weitere US-Abend-Szenen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und eine aus Mexiko. [11:20 MESZ] Weitere Bilder von heute aus Australien (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und Malaysia und gestern aus Argentinien, Mexiko, den USA, Deutschland, Kroatien und Namibia (mehr und alt.). [19:30 MESZ] Eine Zusammenfassung und weitere Bilder von heute aus der Antarktis, Brasilien, dem Iran, Myanmar und Australien und gestern aus den USA (mehr), Deutschland (mehr und Berichte) und La Réunion sowie ein erstaunliches Bild durch einen Feldstecher mit Smartphone aus Spanien. Dito vom Sonnenuntergang mit Fleck – und ein kleiner Asteroid kam der Erde nahe und wurde dabei gefilmt. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: das Paar heute über dem Ruhrgebiet auf Bildern dieses Bloggers (unten) überraschend entdeckt; weitere heutige Bilder aus der Atacama, Venezuela, Namibia und Australien und gestrige aus Italien]


27. August

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Die erste Nahaufnahme Jupiters von Juno entstand in der Nähe des heutigen Apojoviums aus 703’000 km Abstand – auch ein Feature zu den Missionszielen, ein Artikel, die jüngsten Rosetta-Bilder (es sollen Aufnahmen bis zum Schluss entstehen), die überraschende Trockenheit der RSL und ein Mechanismus für die Gullies auf dem Mars – und Indien will morgen einen Scramjet testen. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: Der Test hat stattgefunden – Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und eine bearbeitete Version vom und mehr Hintergrund zum JunoCam-Bild und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier]


26. August

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Trotz flacher Ekliptik: Vier Abend-Planeten sind machbar

Diese Bilder aus Sankt Augustin (50.7° Nord) bei Bonn von gestern Abend 1/2 bis 1 Stunde nach Sonnenuntergang – mehr hier und hier (unten) – beweisen es: Trotz der spätsommerlich flach über dem Horizont liegenden Ekliptik waren das Paar Jupiter / Venus zwei Tage vor ihrer sehr engen Konjunktion mit dem Fernglas und bald darauf auch Saturn und Mars nebst Antares auffällig mit dem bloßen Auge zu sehen. Weitere Bilder hier bzw. hier, hier und hier und frühere hier. [3:25 MESZ] Noch ein Jupiter-Venus-Paar aus Europa sowie Aktivität des Hauptgürtel-Asteroiden 238P/Read und ein neuer Kracht-Gruppen-Komet in SOHO-Daten – und eine falsche Polarlicht-Warnung: Ein Rasenmäher störte ein Magnetometer … [17:00 MESZ. NACHTRÄGE: das schwierigere Paar heute aus Brasilien, aus den USA hier, hier und hier und aus Deutschland hier und hier sowie eine detaillierte Anleitung für den Großen Tag daselbst – und das einfachere heute aus Deutschland animiert (am Anfang ganz rechts), gestern aus Italien und vorgestern aus Kanada animiert und aus Deutschland]

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Der Jupiter aus der Sicht von Juno am 23. August aus 4.4 Mio. km Abstand, links in Echtfarben, rechts im Infraroten, wo der Große Rote Fleck hell erscheint – am 27. August Mittags MESZ ist die erste Jupiter-Nähe seit dem Einfang Anfang Juli, 4200 km über den Wolken des Gasriesen. mit allen wissenschaftlichen Instrumenten an und auch der JunoCam. Auch ein Wet Dress Rehearsal der Atlas V von OSIRIS-REx, ein Startvertrag für den NASA-Marsrover 2020 – und der Weltraumbahnhof Kodiak öffnet wieder nach einem Fehlstart 2014. [1:35 MESZ]


25. August

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Da standen Saturn, Mars & Antares exakt in einer Reihe

Ein Bild von Delfin Alagao, das gestern auf den Philippinen entstand – als dieses einfachere der beiden Planeten-Paare derzeit (mehr und Mars-Saturn-Konjunktionen generell) in Europa sichtbar wurde, war der Mars schon wieder etwas nach Osten ausgebrochen: Bilder von gestern und früher hier (unten), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und von der anderen Annäherung von Jupiter und Venus hier und hier. Plus Impressionen einer Sternbedecker-Tagung im UK. [1:15 MESZ] Ein Zeitraffer aus der Eifel und Bilder aus Österreich, den USA und Chile von Saturn/Mars/Antares, ein Bild aus Australien von Jupiter/Venus/Merkur, erneute Aktivität von Asteroid/Komet 288P – und das Ostberliner Planetarium ist wieder offen, nach großem Umbau. [16:45 MESZ]

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Eine Rekord-Gesamt-Nutzlast von 10’735 kg saß auf dieser Ariane 5, die gerade – offenbar wegen eines Schiffs am falschen Ort – verspätet gestartet ist und vor wenigen Minuten (auch das neu) zwei dicke Satelliten desselben Unternehmens Intelsat im GTO abgesetzt hat: weitere Screenshots hier und hier. Im Webcast wurde (zum ersten Mal?) auch erwähnt, dass eine Ariane 5 in zwei Jahren das JWST starten soll! Auch eine Entdeckung in MESSENGER-Daten von Merkur, wie groß die Strukturen auf dem Mars sind, die Curiosity letztens sah – und schon wieder ein US-Astronaut mit einem neuen Langzeitrekord im Orbit integriert. [1:00 MESZ. NACHTRÄGE: kleines Video vom Start, Press Releases von Arianespace und ESA und Artikel hier, hier und hier]


24. August

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Der Planet von Proxima Centauri: jede Menge Links

Was wir über den vom Pale-Red-Dot-Projekt entdeckten Planeten von Proxima Cen wissen, hat dieser Blogger bereits hier ausführlich diskutiert: hier noch eine Video-Zusammenfassung, alle Daten der Radialgeschwindigkeit (auch frühere) nach Phase geplottet, ein Interview mit dem PI, parallele Messungen, die eine Proxima-interne Quelle des RV-Signals ausschließen, und Highlights der zunächst vertraulichen Pressekonferenz der ESO, aus der diese Grafik stammt. Sowie Press Releases von ESO, Queen Mary, U. Texas, MPG, Carnegie, MPIA, McDonald Obs., PHL und NASA, Interviews mit dem PI und anderen Exoplanetologen hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Plus ein AMA in Kürze, die Frage ob Proxima an Alpha Cen gebunden ist, eine Analyse aufgrund dieses Papers und frühere Überlegungen zur Beziehung Masse/Durchmesser bei (Super-)Erden – und die Gefahren der interplanetaren Reise von Starshot-Satellitchen. [21:05 MESZ. NACHTRÄGE: zahlreiche weitere Papers sind nun da, zur Entstehung des Planeten, hier, hier und hier zu seiner Habitabilität, zum Flare-Verhalten Proximas (mehr) und zu möglicher Biofluoreszenz der Proximaner (alt. und mehr), auch weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Heute vor 10 Jahren wurde der Begriff „Planet“ definiert und die Kategorie „Zwergplanet“ geschaffen, in die dann sowohl der Pluto als auch Ceres umzogen: Links dazu hat’s hier, namentlich zu Artikeln dieses Bloggers von damals in Deutsch und Englisch quasi in Echtzeit und ausführlich danach. Dass die Definition eine gute war, steht längst außer Frage und inzwischen kann sie auch mathematisch klar gefasst werden: Eine angeblich andauernde Kontroverse ist unter Astronomen praktisch nicht vorhanden, und auch Planetenforscher können zufrieden sein, denn Zwergplaneten sind eine besonders interessante Klasse von Objekten im Sonnensystem. Wie aktuelle Beispiele hier und hier zeigen, muss ihr amtlicher Katalog aber dringend ergänzt werden. [15:50 MESZ]

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Saturn, Mars und Antares stehen nun fast auf einer Linie

so wie auf diesem Bild von gestern Abend aus Königswinter (unten); auch der Anblick früher am Tag aus Australien, vorgestern (mehr) und Grafiken dazu hier, hier und hier sowie zur Annäherung von Venus und Jupiter – die im Gegensatz zu diesem Jubelvideo der NASA zumindest in Deutschland nicht nur nicht auffällig sondern für’s bloße Auge praktisch unsichtbar ist.

Ein Video-Rückblick auf estnische NLCs der Saison – derweil hat es diese Nacht Polarlicht über den Niederlanden (alt., mehr und mehr), Norddeutschland und Schweden gegeben, auf der Sonne ist eine neue Gruppe erschienen, und es gibt ein STEREO-Video des Kometen-Sturzes vom Anfang des Monats. [1:00 MESZ. NACHTRAG: mehr Bilder der Aurora hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Video in Echtzeit]