Das AGU Fall Meeting 2019 in (bewegtem) Bild

13. Dezember 2019

Beim alljährlichen „Herbsttreffen“ der Americal Geophysical Union – in Wirklichkeit eine Mega-Tagung mit 25’000 Teilnehmern – in San Francisco ist viel des Programms auch frei online verfügbar, namentlich die zahlreichen Pressekonferenzen, von denen etliche einen Weltraum- bzw. NASA-Bezug haben. Hier in umgekehrter Reihenfolge, was es diese Woche weltraumrelevant zu sehen gab:

Donnerstag, 12. Dezember | Another giant polar cyclone discovered: Juno science results since jumping Jupiter’s shadow – oben der Südpol des Jupiter am 4. November mit Junos Jovian Infrared Auroral Mapper (JIRAM) aufgenommen, wo unten rechts ein neuer Wirbelsturm aufgetaucht ist, unten schwieriger wegen schrägen Lichts ein JunoCam-Mosaik, das auch in einer Analyse des letzten Juno-Perjoviums von der BAA präsentiert wird. Auf der PK wurde diskutiert, warum die Stürme nicht zu einem verschmelzen (der in der Mitte scheint dem entgegen zu wirken), und es wurden auch zahlreiche JunoCam-Bilder in Amateurverarbeitung vorgestellt: auch ein Mini-Thread und Artikel hier, hier, hier und hier.

X marks the spot: NASA’s OSIRIS-REx sample collection site announcement – als Landestelle unter den vier Finalisten ist „Nightingale“ ausgewählt worden. Dieses Gebiet von der Größe eines kleinen Parkplatzes ist wohl wissenschaftlich am interessantesten, allerdings von fiesen Felsen umgeben, was eine Punktlandung erfordert: unten eine Gefahren-Karte. Der weitere Zeitplan für OSIRIS-REx sieht zwei Erkundungs-Abstiege in 500 und 250 m Höhe, zwei Generalproben der Landung und dann das Probensammeln am 25. August 2020 vor – wenn es zu Problemen kommt, kann aber noch den ganzen Herbst weiter probiert werden: eine weitere Animation von Nightingale, Threads hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Geoscience Grab Bag 4: Lunar dust, Congo fish, illegal fishing, and collapsing tunnels – gleich zu Beginn die Erkenntnis, dass sich planetarer Staub unter menschlichem Einfluss triboelektrisch stark aufladen kann. Da reicht es schon, wenn Stiefel oder Räder über staubigen Boden schrubben. Und bei längerem Aufenthalt auf der Mondoberfläche kann der praktisch immer positiv geladene Staub sowohl Equipment wie auch Menschen schaden, ebenso bei Planeten-Rovern. In der zweiten Präsentation werden britische Eisenbahn-Tunnel mit Kosmischer Strahlung tomografiert.

Mittwoch, 11. Dezember | New science from NASA’s Parker Solar Probe mission – unter den diesmal präsentierten Resultaten der NASA-Mission war v.a. der Nachweis des Dust Trails von Asteroid (3200) Phaeton, dem Produzenten der Geminiden (der letztens auch mittels Sternbedeckungen erforscht wurde; weitere Ergebnisse hier, hier und hier), von Interesse: weitere Visuals hier und hier, Threads hier und hier und Artikel hier, hier und hier.

Dienstag, 10. Dezember | Postcards from the edge of space: New images, new phenomena, and new insights – die ersten Ergebnisse der Missionen ICON und GOLD über die Ionosphäre, mit vielen Visuals, auch von Effekten auf die sichtbare Aurora. Denn von der ist auf Svalbard zufällig eine kuriose Variante bei ruhiger Sonne entdeckt worden, die über eine bisher übersehene Art der Wechselwirkung mit dem Sonnenwind ausgelöst wird,

What controlled the rise of oxygen on Earth? Die komplizierten Prozesse in der Erdgeschichte – offenbar kann es allein durch die Meeres-Chemie immer wieder zu spontanem Anstieg des Sauerstoffs in der Atmosphäre kommen, ohne dass tektonische oder biologische Ursachen nötig sind – haben auch Implikationen für Exoplaneten! Denn von denen könnten deutlich mehr habitabel sein als bisher geschätzt.

Montag, 9. Dezember | Ice in motion: Decades of satellite images illuminate change – aus Satelliten-Bildern über Jahrzehnte hinweg lassen sich (mit einiger Mühe) aussagekräftige Zeitraffer-Sequenzen über den Eisverlust erstellen. (Wobei zu diesem speziell in Grönland auch gerade ein Paper erschienen ist: Press Releases hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Media Pack, ein Thread und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Während es zum Eisverlust insgesamt auch diesen Vortrag gab.)

Unter den zahlreichen Videos von der Tagung sind z.B. neben diesem hier auch Vorträge über die Mission New Horizons, Röntgen- und Gammastrahlung von Gewittern, den Blitzeinschlag in Apollo 12, Apollo & Artemis, kleine Mond-Missionen, die Geschichte der Rakete, künftige Raumfahrt-Ideen, Wasser im Sonnensystem, Weltraumwetter, das Innenleben von Planeten, das Magnetfeld der Erde, die Akkretion der Erde, ihre frühe Entwicklung, die Entstehung des Lebens, Paläoklimatologie, den Stand der Exoplaneten-Forschung, Astrobiologie, die Habitabilität der Erde, die großräumige Struktur des Kosmos und jede Menge Initiativen für die Öffentlichkeit zu finden, während ein Roundtable zu den aktuellen NASA-Mars-Rovern Curiosity und Mars 2020 und eine Vorschau auf den Solar Orbiter der ESA scheint’s leider nicht aufgezeichnet wurden. Dafür gibt’s einen Press Release zu Astronauten-Unterstützung auf dem Mars durch Geologen auf der Erde.

Allgemeines Live-Blog ab vom 3. bis 11. 12. 2019

3. Dezember 2019

11. Dezember

Die Röntgen-Himmelsdurchmusterung mit SpektrRG läuft

Die russisch-deutsche SRG-Mission, die am 13. Juli 2019 von Baikonur zum zweiten Lagrange-Punkt (L2) des Erde-Sonne-Systems gestartet wurde, hat nun mit ihrer Hauptaufgabe begonnen – nach umfangreichen Tests seiner beiden Röntgenteleskope (ART-XC und eROSITA, von dem dieses Bild eines Stücks Milchstraße stammt) startete der Satellit nun mit der Beobachtung des Himmels im kontinuierlichen Scan-Modus: Press Releases von Roskosmos und IKI und eine PM der MPG. Der Beginn des Himmelsscans fiel genau mit dem 20. Start-Jubiläum von XMM-Newton zusammen (mehr und mehr). Derweil hat eine von zwei van Allen Probes aufgegeben, wurde eine neue Liste der Sterne, denen die Voyagers „nahe“ kommen werden, berechnet, gibt es eine Karte der Eis-Verteilung auf dem Mars, eine Video zur bisherigen Mission von und die Details eines Zwischenfalls im Oktober auf OSIRIS-REx (dessen Landestelle auf Bennu morgen bekannt gegeben wird), allerlei neue Erkenntnisse zu Terrestrial Gamma-ray Flashes, ein 200-seitiges E-Book mit der Erde bei Nacht aus dem Weltraum, Schwerkraft-Messungen der Antarktis durch GOCE – und die Antennen-Netze der NASA neu visualisiert.

Drei Raketenstarts hat es heute innerhalb von neun Stunden gegeben – zuerst eine Soyuz 2-1b mit einem GLONASS-Navsat in Plesetsk: weitere Bilder hier und hier, Videoclips hier, hier und hier und weitere Artikel hier und hier [NACHTRAG: und hier].

Es folgte eine Stunde später das indische PSLV-C48 mit RISAT-2BR1 und 9 kleinen Satelliten: Bilder hier, hier und hier, Video von Bord und aus der Distanz aus Chennai, der Status, Updates, ein Thread und Artikel hier, hier und hier und zuvor hier, hier und hier.

Und zum Schluss – nach längerer Pause und zuletzt noch mehreren Verschiebungen wegen schlechten Wetters – der 12. Testflug eines New Shepard, der 104.6 km Höhe erreichte: Screenshots aus der Live-Übertragung (der zweite genau im Apogäum, mit der abgetrennten Kapsel oben), weitere hier, hier, hier und hier, Press Releases von NASA und SwRI zu Nutzlasten und weitere Artikel hier und hier [NACHTRAG: und hier plus ein Fazit] und zuvor hier und hier. Sowie der Test einer autonomen Selbstzerstörung beim jüngsten Electron-Start, der Auftrag der ESA für einen Raumschrott-Vernichter, der 2025 getestet werden soll (auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), mal wieder neue Termine für Commercial Crew-Tests – und eine „Comparison of Microgravity Analogs to Spaceflight in Studies of Plant Growth and Development“, die einen gewissen Vorteil von µg-Experimenten konstatiert. [23:45 MEZ – Ende]

Ein gewagter Versuch, den nächsten Sonnenzyklus vorher zu sagen, von einem internationalen Panel, das das Minimum im kommenden April ±6 Monate und das Maximum im Juli 2025 ±8 Monate sieht, mit einer Höhe vergleichbar dem letzten. Auch Erkenntnisse zu einem hohen Alter des Erd-Magnetfelds, die Venus heute, der Uranus am 3. Dezember, die Beteiligung von Amateuren an gezielter Exoplaneten-Suche und allerlei anderem, ein leichtes Verblassen von Betelgeuze und dessen komplexe Lichtkurve, allerlei Chatter über eine Himmelsüberwachung per Smartphone, die Pleite von Meade und jede Menge Artikel zur „Kultur der Dunkelheit“ (S. 19-30; mehr Lichtverschmutzungs-Relevantes auch hier, hier, hier, hier und hier). Ferner LOFAR-Beobachtungen des Crab-Pulsars, was China mit FAST vorhat – und ein Abriss der aktuellen Kosmologoe für das neueste Particle Data Book. [23:15 MEZ]


10. Dezember

ISS-Kamera sieht die Erde bei Nacht – erhellt vom Airglow

Die Near Infrared Airglow Camera (NIRAC) ist im Mai auf die ISS gebracht worden, als Teil eines militärischen Forschungs-Programms – und nun wurden erste Erdaufnahmen präsentiert: Zu sehen ist die Nachtseite der Erde, beleuchtet allein vom Airglow des OH-Radikals bei 1.6 µm Wellenlänge. Mondlicht – oder thermisches IR, das deutlich andere Eigenschaften als sichtbares Licht hat – wird damit nicht mehr benötigt, um Wolken oder auch Details auf der festen Oberfläche bei Nacht zu sehen (dafür aber ein aktiver Ausgleich der Bahnbewegung der ISS, da wegen der schwachen Lichtquelle jeweils 1.5 Sekunden lang belichtet werden muss): Das könnte für die Wettervorhersage wie zeitkritische Erdbeobachtung etwa bei Katastrophen nützlich sein. [2:15 MEZ]


9. Dezember

Die gestrige Ankunft des Dragon an der ISS: NASA Blog-Stories hier und hier, Artikel hier, hier und hier und ein Video-Clip. Als nächstes folgt in ein paar Stunden der Progress-Transporter – und morgen soll mal wieder ein New Shepard von Blue Origin fliegen. [1:20 MEZ] Progress MS-13 ist problemlos angekommen … hmm, lecker! [15:35 MEZ] Die beiden Transporter werden entladen, auch Screenshots und Artikel hier und hier. [23:50 MEZ]


7. Dezember

Hier startet (u.a.) der Satellit, der ‚Meteore‘ machen soll

Auf dieser gestern in Neuseeland gestarteten Electron-Rakete von RocketLab – der Webcast, ein Ausschnitt und Bilder danach hier und hier – waren insgesamt sieben Satelliten, mit ALE-2, dem zweiten Satelliten von „Astro Live Experiences“, als Hauptkunde (der Prototyp ALE-1 war im Januar gestartet worden). Diesmal sollen tatsächlich künstliche Meteore ‚auf Bestellung‘ erzeugt werden: eine Kurzfassung, Releases von ALE (früher, noch früher und noch früher) und Spaceflight, was auf welche Bahn gekommen ist, Updates hier und hier, Artikel zum Start hier, hier, hier, hier, hier und hier und frühere hier (noch früher), hier (noch früher), hier, hier, hier, hier und hier.

Die Kette der Starlink-Satelliten vorgestern früh, hektischere Videos vom selben Morgen hier und hier (auch Details und ein Stack). Auch ihre Radar-Echos sind auffällig, die AAS bemüht sich um Lösungen mit SpaceX, und die Sichtungen nehmen zu: Artikel hier (Video), hier, hier und hier und ein Radio-Beitrag (Audio). Kommendes Jahr soll dann in Russland mit den Massen-Starts der Satelliten von One Web (u.a. ab April vom Kosmodrom Vostochny) begonnen werden, einem Startlink-Konkurrenten, der aber ’nur‘ 672 Satelliten braucht – englische Zusammenfassung hier bzw. hier. Wieder einer anderen Firma, die mit 200 CubeSats ein nur bescheidenes Netzwerk aufbauen will, ist derweil schon das Geld ausgegangen, und es werden erstmal nur acht …

Hier startet gestern Прогресс МС-13 zur ISS: Video-Clips hier, hier und hier, mehr Fotos hier und hier und Artikel hier, hier und hier. Damit sind nun zwei Transporter zur ISS gleichzeitig unterwegs, die Sonntag und Montag ankommen sollen, um 11:30 MEZ (der Dragon) bzw. 11:38 MEZ, während ein schon länger abgedockter Cygnus versenkt wurde. Derweil wird die Zeit eng für weitere EVAs, und wann der letzte in Sachen AMS-02 folgen soll, ist noch offen. Ferner riefen Nobelpreisträger auf der ISS an, kommt das ICARUS-Projekt in die Gänge, gibt’s einen weiteren Abort-Test des Crew Dragon frühestens am 4. Januar – und eine Generalprobe für den Starliner-Testflug fand gestern statt: Die ist erfolgreich beendet, inklusive simuliertem Einstieg einer Besatzung, aber der Start ist auf den 20.12. gerutscht. Und in Russland wird geunkt, wegen der Triebwerke … [0:30 MEZ] Zur Test & Verschiebung Artikel hier, hier und hier, der erste OneWeb-Start mit 34 Satelliten in Baikonur nun für den 30. Januar geplant – und in China haben zwei Kuaizhou-1a-Raketen innerhalb von 6 Stunden vom selben Weltraumbahnhof abgehoben: Visuals hier und hier bzw. hier mit schönen Licht-Effekten und weitere Artikel hier, hier und hier. [14:45 MEZ] Orbits für den ersten und zweiten Start, Fortschritte beim Crew Dragon – und SpaceX wird bald mit dunkler Spezialfarbe für die Starlinks experimentieren (über deren Kollisions-Risiko ebenfalls diskutiert wird): Ausgang offen. [23:05 MEZ. NACHTRÄGE: immer mehr Sichtungen der Satelliten-Kette und durch sie versaute Astrofotos und mehr zu den China-Starts hier, hier, hier und hier]


6. Dezember

Ein 25-Gramm-Meteorit von der norddeutschen Feuerkugel vom 12. September ist bereits kurz nach dem damals viel Aufsehen erregenden Ereignis in der Nähe des Flensburger Flughafens gefunden worden: Die Kunde davon verbreitete sich nur zögerlich. Auch ein Fall in Michigan Anfang 2018, eine Vorschau auf die Geminiden mit Mond, Komet PANSTARRS am 2.12., eine neue Dark Sky Community in Arizona, Dark Sky in Texas, der Aurora-Verwandte STEVE vielleicht schon 1930 bemerkt, reichlich NLC auf der Südhalbkugel und ein viraler Halo mit Interpretations-Problemen. Sowie Astrofotos mit dem Handy, die Daten-Politik des LSST, der Status des GMT, Chinas Radioteleskop FAST für SETI, andere für Geodäsie, Beobachten mit APEX – und wieder zwei Gravitationswellen-Kandidaten gestern (vielleicht n* vs BH; mehr und mehr) und vorgestern (BH/BH; mehr und mehr). [18:00 MEZ]


5. Dezember

Dragon-Start zur ISS mit CIMON 2, vielen Satelliten & mehr

Mit einem Tag Verspätung wegen Höhenwinden ist heute der nächste Dragon zur ISS gestartet, wo er am 8.12. ankommen soll, mit u.a. einem verbesserten CIMON, einem „Roboter-Hotel“ und diversen Klein-Satelliten (mehr und mehr): weitere Fotos hier (mehr und mehr), hier (mehr und mehr), hier (mehr), hier, hier, hier und hier, die Webcasts von SpaceX und NASA (Highlights), diverse Videoclips hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Standbilder hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ferne Videos hier und hier, Updates, Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und früher hier, hier, hier, hier und hier und das Static Fire zuvor. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: ein ESA Release (zu einem Mini-Satelliten an Bord), weitere Videos hier, hier, hier, hier und hier, Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]


4. Dezember

Die ersten Ergebnisse der Parker Solar Probe aus der Nähe der Sonne sind heute in vier Papers erschienen, leider hinter Paywalls: daher außer diesen drei Videoclips mit Kernaussagen erstmal nur eine Art Zusammenfassung, Press Releases hier [alt.], hier, hier, hier, hier und hier [alt.], weitere Visuals hier und hier, Threads hier, hier und hier, noch mehr Videos hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein weiterer Press Release und ein Tumblr der NASA].

Der Jupiter beim letzten Perijovium Junos am 3. November: auch Auswertungen dieser 23. Planeten-Nähe, der Bennu-Orbiter OSIRIS-REx – ein Paper über Autonomous Detection of Particles and Tracks in seinen Bildern und ein Video mit Highlights der Mission bisher – kurz vor der Entscheidung über die Landestelle zum Probensammeln und mal wieder Schlafen auf der Mondrückseite nach dem 12. Mond-Tag [NACHTRAG: ein Artikel dazu]. So wie Chinas enorme Start-Rate, die fehlgestartete Soyuz ausgestellt, eine Verschiebung des heutigen Dragon-Starts windhalber auf frühestens morgen 18:29 MEZ – und der erste Testflug des Starliner wurde auch verschoben, auf den 19.12.: Artikel hier, hier und hier. [23:35 MEZ]


3. Dezember

Hier ist der indische Lander auf den Mond aufgeschlagen

Die Absturzstelle von Vikram ist endlich mit dem Lunar Reconnaissance Orbiter gefunden worden, Dank einer Vermutung eines indischen Programmierers aus Chennai, der schon lange auf der Suche war: Hier wurde eine neue Aufnahme nach dem Crash am 7. September durch eine davor dividiert, wobei Ground Zero als dunkle Strahlen in einem hellen Halo auffällt; auch die dunkle Spur unten rechts in ca. 100 m Abstand ist neu. Auch Artikel dazu hier, hier, hier, hier (früher) und hier sowie Probleme mit einer koreanischen Mond-Mission, die heute anstehende Aktivierung des Ionen-Antriebs von Hayabusa 2 für den Rückflug zur Erde, der Kampf um den Mars-Maulwurf – und das neue deutsche Weltraum-Radar GESTRA im Test [NACHTRAG: mehr] und neue australische Kooperationen in der Raumfahrt hier in Sachen Space Situational Awareness und hier.

Eine uralte Röntgen-Animation des Satelliten ROSAT ist endlich im Netz angekommen: Sie zeigt die Bedeckung der starken Quelle Sco X-1 durch den Mond. Auch ein Galaxien-Paar von Hubble, Messungen des Sonnenwinds von New Horizons weit draußen, Flugzeug-Messungen der Mond-Helligkeit zur Eichung von Satelliten, die Bedeutung von Landsat, Satelliten-Messungen des Salzgehalts der Meere, Ärger um Frequenz-Zuteilungen für Wettersatelliten – und die Messung des Merkur-Transits auf der ISS mit SAGE III, die Fernsteuerung eines Rovers auf der Erde von dort und noch mehr Forschung an Bord.

Auch die dritte EVA zur Reparatur von AMS02 war erfolgreich: Hier die beiden Astronauten mit der neuen Pumpe, auch eine Live-Show vom CERN, viele Standbilder, Threads hier, hier und hier, die EVA-Statistik, Artikel hier und hier und Fotos aller AMS-EVAs. Auch der geplante NASA-Kauf eines Kurz-Flugs zur ISS (mehr und mehr), die Ankunft des ersten Orion in Plum Brook, Ohio, für Tests vor Artemis 1 – und schon wieder ein Start einer Langer Marsch in China: Visuals hier und hier (und diesmal wohl ohne die Schäden am Boden, die bei einem anderen Start kürzlich für viel Aufsehen gesorgt hatten). [2:35 MEZ] Eine bearbeitete Version des LRO-Bildes und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie zur Rückkehr von Hayabusa 2 mit seiner Fracht und zur AMS-EVA hier und hier. [16:25 MEZ] Fotos von der EVA hier und hier und ein weiterer Artikel und ein TV-Interview mit dem Inder zum LRO-Fund. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: Die ISRO behauptet doch schon wieder, Chandrayaan 2 habe Vikram schnell gefunden – und legt weiter keinerlei Beweis vor; auch eine Amateur-Analyse der LRO-Bilder und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Die Starlinks … im Smartphone-Schnappschuss

1. Dezember 2019

Der zweite 60-er Schwall Starlink-Satelliten („Und die nächsten 60 Starlink-Satelliten sind im Orbit“) ist jetzt ‚bestens‘ am Morgenhimmel über Europa zu sehen – und die viel beachtete Satelliten-Kette (mehr Sichtungen hier und hier) ist immer noch ein Spektakel: Es gab bereits besorgte Meldungen in Berlin und UFO-Alarm in Cornwall, der erst später aufgelöst wurde. Die detailliertesten und bildreichen Berichte hat wohl Stu Atkinson in Kendal (NW-England) verfasst, von gestern (mehr) und heute (mehr). Besonders bemerkenswert ist seine simple Handy-Aufnahme von gestern, die dieses Blog oben mal ausgewertet hat: Insbesondere sind die Satelliten deutlich heller als von Heavens Above für diese Passage berechnet, eher 2. statt 4.-6. Größe – trotz bei den horizontnäheren über 1000 km Entfernung.

Wie sich ihre Bahnen in den knapp drei Wochen seit dem Start verändert haben, zeigt diese Grafik von Jonathan McDowell: Während die Bahnen von Raketen-Teilen (grün) langsam verfallen, sind 20 (blau) kontinuierlich gestiegen – aber 40 sind in 350 km Höhe stehen geblieben. Und wie üblich sagt SpaceX zu den Manövern nichts.

Wie sich die Satelliten der ersten beiden Starlink-Starts bereits an dunklem Himmel bemerkbar machen, zeigt dieser Zeitraffer aus Zeeland in den südwestlichen Niederlanden von vorgestern früh: Erst kommen einige alte, dann ’schießen‘ bei 0:20 in dichter Folge die neuen über den Himmel. Auch weitere Strichspuren über dem UK heute und die noch junge zweite Kette über Teneriffa kurz nach dem Start.

Auch mit den Satelliten des ersten 60-er-Pakets geht Seltsames vor, hier abermals von Jonathan McDowell geplottet: 44 haben ihre Standard-Höhe von 550 km wieder verlassen und sind bei 530 km angekommen. Und 44246 ist abermals abwärts in Richtung 44278: Im Juli waren sich beide Satelliten bis auf 1 km nahe gekommen – auch dies wieder ein mysteriöses Manöver, zu dem sich SpaceX bislang nicht geäußert zat …

Diese beiden Grafiken – diesem Blog exklusiv zur Verfügung gestellt von Marius Eickmans von deutschen Weltraumlagezentrum des DLR in Uedem – zeigen schließlich, wie sich der Besatz verschiedener Höhenbereiche über der Erdoberfläche (bezogen auf die Perigäums-Höhen der Bahnen) verändern würde, wenn SpaceX tatsächlich 42’000 Starlinks starten sollte: Die Säulenhöhen, linear bzw. unten logarithmisch, geben die Anzahl der Objekte > 1/10 Quadratmeter an, mit der ‚Zugabe‘ Starlink jeweils in rot. Wie sich dies auf die Zahl der für’s Auge bzw. astronomische Kameras ständig sichtbaren Satelliten am Himmel auswirken würde, bedarf aber noch weiterer Analysen. Auch Artikel zur politischen Dimension der Starlink-Schwemme und zu astronomischen Aspekten ein aktualisiertes Statement der AURA v.a. in Sachen LSST, eins von SPECULOOS auf dem Paranal und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier und hier (mit Link zu diesem Artikel) sowie weitere Bilder hier und hier – und Beobachtungen dieses Bloggers (Einträge vom 4. und 5. Dezember) eines verblüffend auffälligen Spektakels]. Und interessant auch, wie das Deorbiting der Iridium-Satelliten gelungen ist bzw. warum nicht so doll [NACHTRAG: der feierliche letzte Deorbit steht bevor] – und ein sehr technischer Artikel über ein mögliches Problem der Galileo-Navsats … mit der Relativitäts-Theorie?

Allgemeines Live-Blog vom 25. bis 29. 11. 2019

25. November 2019

29. November

Das war der Verlauf des schwachen aber deutlichen Ausbruchs der Alpha Monocerotiden vor einer Woche: Die ZHR erreichte – hochgerechnet auf eine volle Stunde! – für Minuten einen Wert von 100 zwischen 5:55 und 6:00 MEZ, was einen Faktor 3 bis 5 unter der Prognose lag; nächstes Mal wird sie sicher genauer. Auch eine Vermessung des KBO Varda durch eine Sternbedeckung, ein Riesen-Adé für’s „Large Heavy Bombardement“ ~50 Jahre nach Entstehung der Hypothese, warum der GRF des Jupiter stabil ist (auch Artikel des Autors selbst und hier, hier, hier, hier und hier), der mögliche Beginn des 25. Sonnen-Zyklus, wie STEVE & Lattenzaun funktionieren, künstliche „NLC“ nach einem Raketenstart, das Habitable Exoplanet Hunting Project per Transits auch für Amateure, eine Prognose von 100 Mrd. bekannten Exoplaneten im Jahr 2050 (und was die nächsten 50 Jahre in der Astronomie überhaupt bringen könnten), weitere Bauarbeiten am LSST in Chile, eine Tagung in Shanghai zum Design des Square Kilometer Array, ein australisches Netz von Heim-Radioteleskopen für 21 cm Wellenlänge, der erste Gravitationswellen-Kandidat seit 3 Wochen, der glaubwürdig scheint (es gab eine Kette von Fehlalarmen) – und das neue IAU-Büro für Bildung kommt nach Deutschland. [18:20 MEZ] Der Mond zwischen (von Osten) Saturn, Venus und Jupiter heute im UK (mehr, mehr und mehr), auf Fuerteventura, in Deutschland, den UAE, Pakistan, den Philippinen, China und Neuseeland und gestern in Kanada, den USA (mehr, mehr), Mexiko, Chile, Argentinien, La Palma, Spanien, Italien (mehr, mehr und mehr), Botswana, Israel, Südafrika, dem Oman, Indien (eine Jupiter-Bedeckung: Eintritt und Austritt) und den Philippinen (Mond noch westlich der Planeten) – und Dark-Sky-Fragen in Iowa, Nevada und Idaho und bzgl. Insekten. [23:50 MEZ – Ende]


28. November

ESA-Raumfahrt-Minister tagen: Ergebnis wohl völlig offen

Die Tagung des ESA Council at Ministerial Level in Sevilla, die gestern begann, soll heute mit einer Pressekonferenz voraussichtlich um 14:00 MEZ zuende gehen: Dem Vernehmen nach gibt es bei der astronautischen Raumfahrt über den LEO hinaus („Exploration“) weiter große Meinungsverschiedenheiten, dafür scheint’s für die Wissenschaft gut zu stehen. 12.5 Mrd. Euro hätte man gerne für die nächsten drei Jahre, etwa für den Einstieg in ein Lunar Gateway und die Mars Sample Return Mission oder die Asteroiden-Mission Hera: Pressemitteilungen von DLR, BMWi und ESA, lange Interviews mit Hasinger (jetzt), Jarzombek (gerade) und Wörner (früher), Artikel von heute, gestern (mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern, dem 25.11., 22.11. (mehr und mehr), 12.11., 11.11., 8.11., 23.10., 21.10. und 10.10. und ein detaillierter Thread. [2:45 MEZ] Lauter Gewinner in Sevilla? Jubel bei der Wissenschaft und in der deutschen Delegation – und die ESA kündigt Großes an … [12:55 MEZ] … und Details sickern durch: Copernicus ist oversubscribed, Hera kommt – und der (mandatory) Wissenschaftsetat steigt um 10%. [13:25 MEZ] Und die ESA macht mit beim Lunar Gateway – in das Deutschland 25 Mio.€ steckt – und der Mars Sample Return Mission mit der NASA. Auch ein weiteres Interview mit Wörner. [13:35 MEZ] Die Abschluss-PK läuft – und ein weiteres Statement aus deutscher Sicht: Hera, robotische Mondmission, reichlich Erdbeobachtung. [14:10 MEZ]

Es gibt 14.4 Mrd. Euro: ungefähr so viel wie gefordert, da einige Mittel für 5 Jahre statt 3 kalkuliert sind (das sind die zusätzlichen Zahlen in Klammern). Weniger als erhofft bekommt Space Safety, also Raumschrott, NEAs, Sonnenstürme. Dafür sind bei Space Transportation der Spacerider dabei, voll finanziert, und neue Microlauncher. Da Hera tatsächlich kommt, hier, hier und hier ein paar (von unzähligen) ESA Releases dazu, der letzte zur Rolle von Amateurastronomen, und ein 28-Minuten-Vortrag zur Asteroiden-Mission. [14:35 MEZ] Diesmal haben alle Programme zumindest etwas bekommen, im Gegensatz zum letzten Mal – auch für die Lagrange-Mission werden zumindest schon mal Instrumente entwickelt. [14:55 MEZ] Wie es mit der Wissenschaft nun weiter geht: Mit ATHENA und LISA geht’s voran, über die nächsten nun möglichen Missionen entscheidet später das Science Programme Committee. [15:00 MEZ] Viele Details zu den Beschlüssen von Sevilla – wo man auch erfuhr, wie es mit den ESA-Astronauten weiter geht: vielleicht sogar mit zwei zusammen auf der ISS. [15:30 MEZ] Und ein Statement des DLR zum Ausgang … [16:00 MEZ] … und die PM der ESA in Deutsch – und was fehlt, beim Mond und bei Hera & Co. [16:30 MEZ] Auch noch ein deutscher Thread der ESA. [17:55 MEZ] Und noch ein Interview mit Wörner, Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Radiobeitrag – und der Haushalt des BMBF ist auch der größte aller Zeiten. [23:00 MEZ. NACHTRÄGE: weitere Statements von Wörner hier und hier und Press Releases von ESA, Arianespace und nochmal ESA (zu Hera) und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]


27. November

Aktive Gullies auf Sanddünen an einem Krater auf dem Mars, gesehen vom MRO – auch die Mechanismen globaler Mars-Stürme. Sowie das erste dürre offizielle Statement zum Vikram-Crash, weitere Bilder von Chang’e-4 auf einem chinesischen Server, auch Videos von der kompletten Landung [NACHTRAG: auch siebenfach zeitgerafft] und der Ausfahrt von Yutu 2, die ewige Frage nach dem Alter der Saturn-Ringe, die enorme Haltbarkeit der Voyagers – und eROSITA hat die ersten Röntgen-Pulse gesichtet.

Der Start des PSLV C47 mit 14 Satelliten an Bord heute früh: der Webcast [alt.], Clips vom Start und Aussetzen der Hauptnutzlast Cartosat-3, von Meshbed und einigen Doves, entzerrte Standbilder, ein paar Fotos (früher), Updates hier und hier, die ersten Bahnelemente und Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

Der 250. Ariane-Start (und der 106. einer Ariane 5) gestern Abend: Arianespace und ESA Releases, der Webcast, ein Ausschnitt, ein Zeitraffer aus der Ferne, weitere Fotos hier, hier und hier und Artikel hier und hier. Wiederum einen Tag früher war eine Soyuz gestartet worden (mehr, mehr, mehr und mehr sowie ein Video), die Ariane 6 nimmt langsam Form an, Luca Parmitano steuerte einen Rover auf der Erde – und ein Deep-Fake-Video aus einem Medien-Projekt lässt Nixon um Apollo 11 trauern … [7:15 MEZ] Weitere Artikel zum PSLV-Start hier, hier, hier, hier [NACHTRAG: und hier] und hier und dem Ariane-Start hier und hier sowie Nahaufnahmen desselben hier und hier. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: und hier, hier und hier]


25. November

Ein Überflug der Starlink-Kette im Zeitraffer von einer Meteor-Kamera [NACHTRAG: weitere Details … und der nächste Starlink-Start droht womöglich noch Ende Dezember] und gleich noch einer, der hier diskutiert wird. Auch ein chinesischer Raketenstart, der besonders viel Schaden anrichtete (mehr und mehr), das Aussetzen des Satelliten bei einem früheren Start, der Ariane-Start nun für heute ab 22:08 MEZ geplant und wie die Ariane 6 verbessert werden soll.

Das Ausfahren der niederländisch-chinesischen Antennen für langwellige Radioastronomie auf dem Chang’e-4-Relais-Satelliten Queqiao, mit dem man gewartet hatte, bis Lander und Rover auf der Mondrückseite einige Mondtage hinter sich gebracht haben [NACHTRAG: Press Releases hier und hier und ein Posting aus den NL sowie ein Artikel]. Auch die Erkundung der Polarlichter Jupiters mit Computer-Simulationen & Raumfahrt-Daten, die Planung eines japanischen Fernseh-Studios auf der ISS – und was aus den Teilen des Landers Surveyor 3 wurde, den die Apollo-12-Astronauten aufgesucht und die sie mit zur Erde gebracht hatten. [2:25 MEZ] Ein weiterer Artikel zu Surveyor 3, was sonst in Houston ankam und neue Bilder von Chang’e-4 hier und hier. [15:45 MEZ] Und der Ariane-Start ist – nunmehr wegen schlechten Wetters – auf morgen verschoben worden. [17:35 MEZ]

So sieht das Instrument SPHERE am VLT den fünftgrößten Asteroiden (704) Interamnia mit einem mittleren Durchmesser von 330 km (vgl. Bilder der 4. größten von SPHERE): Da hat nicht mehr viel zu hydrostatischem Gleichgewicht gefehlt. Auch Komet 2018 T2 (PANSTARRS) vorgestern, eine neue Datierung des Kraters Wolfe Creek, die Venus am 22.11. und Mond, Mars & Merkur und dann Jupiter und Venus gestern, eine Flug mit SOFIA – und Jugends vs. Lichtverschmutzung in Chicago. [2:15 MEZ]

Eine fette SoFi für Apollo 12 … durch die Erde

24. November 2019

Heute vor 50 Jahren – ein paar Stunden vor der Wasserung im Pazifik – genoss die Besatzung von Apollo 12 einen Anblick, der wahrlich „out of this world“ war und den sie zu einem der spektakulärsten der ganzen Mission erklärten: Die inzwischen auf rund 15 Grad Winkeldurchmesser angeschwollene Erde verdeckte rund eine Stunde lang die 15-mal kleinere Sonne. Festgehalten wurde diese Mega-Sonnenfinsternis mit Schwarz-Weiß-Fotos und einem 16-mm-Farbfilm, aus dem oben ein berühmtes Standbild zu sehen ist – für das Bild hier ganz unten wurde die Farb-Information mit einem der Schwarzweiß-Bilder kombiniert, während ein Farbfoto am Ende dieses Magazins, auch hier gescannt, die Erde als Sichel zeigt, wohl kurz vor der Finsternis (und hier und hier knackiger verarbeitet). Die folgenden Schwarzweißbilder stammen dagegen aus diesem Magazin, auch diese Verarbeitung eines anderen:

Wie sich die Astronauten auf die Beobachtung vorbereitet hatten und wie ihre Eindrücke – vor allem von offenbar unfotografierbaren Erscheinungen auf der Nachtseite der Erde, die während der Totalität nicht mehr überstrahlt wurde – waren, ist ausgiebig in Transkripten des Funkverkehrs mit Capcom Paul Weitz nachzulesen: hier auf den PDF-Seiten 1040-58 von 9 21 04 24 bis 10 01 49 08 und hier von 237:05 bis 241:49. Im Folgenden alles aus diesen 4 Stunden und 44 Minuten, das mit der Sonnenfinsternis zu tun hat.

237:04:24 [Mission Elapsed Time = 14:26 MEZ am 24. November 1969] Gordon: Good morning, Paul. Is anybody down there thinking about getting this eclipse as far as we’re concerned when the Sun goes behind the Earth? We’ve got – What we’ve got is some – We’ve got some 16-millimeter black and white and some 70-millimeter black and white.

237:04:47 Weitz: Okay. We’ll check on it. We’re getting the times on that now. We’ll pass those up to you and, when we do, we’ll give you the dope on the – what they want it taken with. […]

238:48:25 Weitz: Hello, Apollo 12; Houston. I have some information for you on the solar corona photos.

238:48:33 Gordon: Stand by a second.

238:48:58 Bean: Go ahead, Paul.

238:49:00 Weitz: Okay. They just want you to take photos coming out of the shadow, and they’re requesting that you use the Hasselblad, because you indicated the black-and-white film. Use the 80-millimeter lens, an f-stop of 2.8 focused at infinity. They want you to take as many photos as you can, starting at a GET of 241:55:20. Now this is approximately 2 minutes before your sunrise. To start off with, use a shutter speed of 1 second. As you come out of the shadow, as soon as you can see a hairline Sun, change your shutter speed to 1/125th, and –Stand by 1. I’ll have your final setting in just a minute.

238:50:39 Weitz: Okay, 12. And, as I said, as soon as you can see any sign of the sun at all, switch your – change your shutter speed to 1/125th. Take photos at that setting for 5 to 10 seconds, after which as the Sun comes up, then change to f:16 at 1/500th of a second. And you can just take a bunch of photos at that; and, for information, the sunrise time is 241:57:18. Over.

238:51:25 Bean: Roger. Understand. We’ll start about GET 241:55:20; we’ll use black and white, 80-millimeter lens, and we’ll have it set at 2.8, infinity, 1 second. And the first time we see a sliver of Sun, we’ll switch it to 1/125th and work on that for about 15 seconds; then we’ll shift over to f:11, 1/500th, and take some more.

238:51:54 Weitz: Okay, Al. Change over after the Sun – After you see the first sign of the Sun, go about 10 seconds instead of 15; and after the Sun starts coming up, your final f-stop is 16. That’s f:16 at a 500th.

238:52:14 Bean: Understand; f:16 and 10 seconds at the earlier setting of f:2.8 at 1/125th. […]

Public Affairs Office – „This is Apollo Control, Houston at 238 hours, 59 minutes now into the flight of Apollo 12. We presently show Apollo 12 at 39,258 nautical miles away from Earth traveling at a velocity of 95,088 feet per second. Paul Weitz was passing along camera settings to Al Bean aboard Apollo 12 for the purpose of acquiring photography of the Sun as it rises out above the Earth. There will be a period in the Flight Plan leading up to that, where the Apollo 12 spacecraft will be passing through a period of total darkness. We’re at 239 hours into the flight and continuing to monitor. This is Apollo Control, Houston.“ […]

239:40:25 Weitz: Hello, Apollo 12; Houston. When you take those corona photos, it probably wouldn’t be a bad idea to turn the lights down in the cabin to try to minimize reflections off the window, Pete. Over.

239:40:40 Conrad: Okay. We’ll do that. […]

240:33:34 Gordon: Hello, Houston; Apollo 12.

240:33:37 Weitz: Go ahead, 12.

240:33:39 Gordon: We’re getting a spectacular view at eclipse. We’re using the Sun filter for the G&N optics, looking through, and it’s unbelievable.

240:33:48 Weitz: Roger. Understand, Dick.

240:33:57 Gordon: The reason it looks so much different is the limb of the Earth is eclipsing it. It’s not quite a straight line, but it’s certainly a large, large disk right now. Looks quite a bit different than when you see the Moon eclipse the Sun.

240:34:15 Weitz: Roger.

240:34:18 Bean: Anybody down there know how I – what we can set the camera at to use the Sun filter on it? To – to – take a couple of shots of this eclipse right through it?

240:34:31 Weitz: Stand by and we’ll check.

240:34:35 Bean: They’d better hustle.

240:34:38 Weitz: Okay.

240:34:47 Bean: Funny thing is, you cannot see the Earth at all when you just shield your hand from the Sun and look out right next to it where the Earth should be. It’s not there at all. When you stick your smoked glass up, you can see where it’s cutting the – the Sun. Otherwise, it’s completely invisible.

240:35:04 Weitz: Roger, Al. [Long comm break.]

Public Affairs Office – „You hear Dick Gordon and Al Bean describing the eclipse they are seeing. Very shortly they will start their photography on this scene. We now show Apollo 12 at an altitude of 30,044 nautical miles away from Earth and traveling at a velocity of 11,039 feet per second.“ […]

240:42:16 Bean: Fantastic sight. What we see now is – The Sun is almost completely eclipsed now, and what it’s done is illuminated the entire atmosphere all the way around the Earth, even though the Sun is still on what looks like the western limb of the Moon – the Earth to us.

240:42:34 Weitz: Roger. Understand, Al. And we’re still working on getting a procedure for taking some photographs of it.

240:42:40 Bean: Man, it’s too light. We’re using those for sunrise. I think they’ll be exactly the same.

240:42:45 Weitz: Okay.

240:42:46 Bean: But the diameter of the Earth now looks compared – to the Moon – I’d say about 15 times the diameter of the Sun; but it’s illuminating the whole atmosphere all the way around. It really looks pretty. You can’t see the Earth. It’s black just like the – space.

240:43:13 Weitz: Roger. Understand you cannot make out the Earth at all.

240:43:18 Bean: No. You can’t see any features on it. All you can see is this sort of purple-blue, orange, some shades of violet, completely around the Earth. It’s illuminated.

240:43:29 Weitz: Roger. [Long pause.]

Public Affairs Office – „Apollo Control, Houston. Giving that vivid description was Lunar Module pilot, Al Bean, describing the illumination around the entire atmosphere of the Earth, which at present is providing an eclipse over the Sun. We’re 240 hours, 44 minutes into the flight. We now show Apollo 12, 29,137 nautical miles away from Earth and traveling at a speed of 11,213 feet per second. “

240:44:18 Conrad: It’s very interesting looking at the atmosphere. It has blues and pinks in it, but instead of being banded, it’s segmented, which is very peculiar; I don’t understand why. It may be the difference between over the landmasses and water or something.

240:44:38 Weitz: Roger, Pete. Understand. Is it kind of like you would see in the desert in the evening sometimes when you get that blue and pink streaking in the sky?

240:44:48 Conrad: Yes. Except, like I say, it’s segmented for about – Right from the Sun, around about a quarter of the Earth is pure blue, and then it becomes pink to about 20 degrees of arc; and then it turns back to blue again. And it’s blue all the way around the bottom – to where it turns pink again, and then it turns blue again.

240:45:18 Weitz: Roger, 12.

Public Affairs Office – „That was – that was Pete Conrad adding his description of the view. We’re at 240 hours, 45 minutes now into the flight of Apollo 12. “

240:47:01 Bean: It’s a heck of a time to be without any 70-millimeter color film, I’ll tell you.

240:47:07 Weitz: …[garble]…

240:47:08 Bean: But I know how to get it on a 16-millimeter camera.

240:47:11 Weitz: Okay, Al. Good show. We were just thinking the same thing. [Comm break.]

240:50:45 Bean: Have you got a suggestion on the f-stop for the 16 millimeter?

240:50:50 Weitz: We’re working on it.

240:50:52 Bean: It looks – It looks like this is going to have a luminated atmosphere, probably the whole time it’s eclipsed. What it looks like now through the smoked glass is that the Sun is completely set behind the Earth, and you probably know better than I do from some…

240:51:16 Bean: Roger. We’re using it at 1/60th at 1 frame a second and I – using 1.4 f-stop and also at 2 – and what – and a 1. What it looks like is the Sun is set, but it’s so close to the limb of the Moon on the backside there, that that bright light is being channeled through the atmosphere, and so if you look at it with a naked lie – eye you can’t tell the Sun is set yet. Through the smoked glass, you can see that it’s no longer a disk there, but you just see a bright white line the diameter of the Sun.

240:51:57 Weitz: Roger, Pete. Understand. Al. […]

240:53:49 Gordon: We’re shooting these at 1/60th at 1.4, and that’s where we’re going to stay unless you come up with a better suggestion.

240:53:57 Weitz: Roger. We got that, Dick; 1/60th, 1.4 at 1 frame a second. They’re working on it in the back room and, actually according to our figures here, you should still be seeing a little piece of the Sun. You don’t enter the full umbra until a little after 241 GET.

240:54:16 Gordon: You’re absolutely correct. We still have a little bit of Sun through the horizon on the western limb.

240:54:22 Weitz: Roger.

240:54:25 Gordon: But right now, the Earth is completely – the atmosphere of the Earth is completely illuminated all the way around, 360, and right in the center it’s as black – it’s as dark at the –as space behind it itself. This is really spectacular.

240:54:42 Weitz: Roger.

240:54:47 Gordon: Have you got any more adjectives for spectacular? I’d like to use some if you have.

240:54:52 Weitz: No. We’ll put somebody to work on that, too. […]

240:55:44 Weitz: Hello, 12; Houston. You’re taking these pictures through the optics, right?

240:55:51 Gordon: Negative, Houston. Through the hatch window.

240:55:53 Weitz: Okay. [Long pause.]

240:56:12 Weitz: 12, Houston. Which lens do you have on the DAC?

240:56:16 Gordon: I have 18 millimeter.

240:56:18 Weitz: Okay. [Long pause.]

240:56:52 Weitz: Okay, 12; Houston. We’ve got some words for you. Set aligns to f:2, go to Time on your mode select and give us a 1-second exposure, if you would. Hit the button that opens the shutter; hit the button again that closes it.

240:57:16 Gordon: Understand. We’ll work on it.

241:00:18 Gordon: Houston, Apollo 12. One thing that puzzles us a little bit, perhaps FIDO can answer it. It looks to us like the Sun is being eclipsed by the Earth – Earth’s North pole or South pole. It’s kind of hard to tell what – whether it is its East or West limb. Have you got any additional dope there on that?

241:00:37 Weitz: Okay. We’ll find out and see which direction it’s moving. [Comm break.]

241:02:45 Weitz: Hello, 12; Houston. For the mode select in Time to function properly on the camera, the shutter speed has to be set to 1/60th even though that’s not our actual shutter speed.

241:02:58 Bean: I’d say we’ve got it. Thank you, though, Houston.

241:03:00 Weitz: Roger. […]

241:11:27 [18:33 MEZ] Bean: This has got to be the most spectacular sight of the whole flight. We can see now that the Sun’s behind the Earth. We can see clouds sort of on the dark part of the Earth; and, of course, the Earth’s still defined by this thin narrow – or thin blue-and-red segmented band. It’s a little bit thicker over at the – down where the Sun just set than it is at the other one, but it is really a fantastic sight. The clouds appear sort of pinkish gray, and they’re sort of scattered all the way around the Earth. It would be interesting to know exactly what part of the Earth we’re looking at or what our nadir is now, because that part doesn’t appear to have any clouds, and these others appear to be sort of revolving around it.

241:12:26 Weitz: Roger, Al. Understand that you can see clouds all the way around the Earth including the dark portion of it, and your nadir right now is just about the Indian Ocean.

241:12:37 Conrad: Well, the whole – the whole Earth is dark to us. We looking at the night side, but we can see all the clouds. We haven’t been able to distinguish landmasses yet, but we might be able to in a minute when we get a little bit better adapted, and I think the airglow is illuminating the clouds down there.

241:12:56 Weitz: Roger, Pete.

Public Affairs Office – „Apollo Control, Houston. That was both Al Bean and Pete Conrad who reiterating the spectacular view. “

241:13:12 Weitz: 12, Houston. I’ll give you a time hack to ignition so you can check your DET. It’ll be at 8 minutes which is about 40 seconds away.

241:14:04 Conrad: What happened to your time hack?

241:14:07 Weitz: Well, we’re going to come up on 8 minutes – Yes, I blew it. I’ll give you one at 7:30.

241:14:12 Conrad: Okay. [Laughter] I – you had me worried for a minute.

241:14:16 Weitz: Okay. We’re discussing the important parts, such as which side of the world the Sun’s set on. 5, 4, 3, 2, 1…

241:14:28 Weitz: Mark.

241:14:29 Weitz: 7:30.

241:14:30 Conrad: Okay. We’re right with you. [Long pause.]

241:15:22 Gordon: Say, Houston. It’s very interesting. We can see lightning and the thunderstorms down there on the Earth. I don’t know how many miles out we are, but all the cloud cover that has thunderstorms in it, we can see lightning – you can see it quite clearly, flashing from wherever we are.

241:15:40 Bean: Yes. They look like – sort of just like fireflies down there blinking off and on.

241:15:47 Weitz: Yes. Yes. You’re about 25,750 out.

241:15:55 Bean: Yes. We’re starting to look out for these synchronous satellites now. We’ve been looking up ahead.

241:16:01 Weitz: Okay.

241:16:05 Conrad: Sure hate to run into one up here.

241:16:09 Weitz: Yes. It could ruin your day. [Long pause.]

Public Affairs Office – „Apollo Control Houston. Synchronous satellites serve an altitude of approximately 22,000 nautical miles. We now show Apollo 12 at an altitude of 25,667 nautical miles from Earth, traveling at a speed of 11,941 feet per second. “

241:17:01 Weitz: Apollo 12, Houston. If those lightning flashes are fairly frequent, we’d like to see if we can capture some of them on film, which would be the mode you are presently in with the speed set to 1/60th at f:2, remain in the Time on the mode select, and leave the shutter open for 1 to 2 minutes.

241:17:24 Gordon: Oh, yes. They’re – they’re equally – they’re – They’re that frequent. There’s two areas down there that are quite active right now.

241:17:32 Conrad: Paul, have you got any idea of how to hold that camera still for 1 to 2 minutes?

241:17:37 Weitz: No.

241:17:39 Conrad: Okay.

241:17:40 Gordon: We’ll give it her go after we get this burn off.

241:17:43 Weitz: Okay. […]

241:19:06 Weitz: Hello, 12; Houston. On your question on where the Sun went behind the Earth, we’ve decided that it did go behind the western limb of the Earth in the Northern hemisphere and should reappear on the Eastern limb, still in the Northern hemisphere.

241:19:27 Conrad: Roger. […]

241:27:03 Conrad: Houston, 12. We – we’re better night-adapted now, and by golly, we can see India, and we can see the Red Sea, and we can see the Indian Ocean quite early. It’s amazing how well we can see, for that matter. We can see Burma and the clouds going around the coastline of Burma, and we can see Africa and the Gulf of Aqaba; it looks like the same photograph Dick and I took on 11.

241:27:37 Conrad: Roger, Pete. [Comm break.]

241:29:03 Conrad: We can also distinguish the lights of large towns with our naked eye, just barely, and by using the monocular, we can confirm that that’s what we’re seeing.

241:29:16 Weitz: Roger, 12. That’s very interesting. You may now hold the class record for seeing lights.

Public Affairs Office – „Apollo Control, Houston. We show Apollo 12 now 24,000…“

241:29:32 Conrad: I can tell you, there’s a couple of ripdoozer thunderstorms down there that are really – really letting go.

241:29:40 Weitz: From what can you see of the geography there, can you tell where the thunderstorms are, Pete?

241:29:46 Conrad: Okay. I’ll give you a fix on this one that is really bright.

Public Affairs Office – „Apollo 12 now 24,200 nautical miles from Earth. That’s…“

241:30:04 Conrad: I’m going to give you a fix and say that it’s about 2,300 miles to the southwest of the tip of India. There seems to be a weather system out there, and it’s got thunderstorms all the way along it.

241:30:28 Weitz: Roger, 12.

241:30:52 Conrad: It’s – Venus is just below the Earth, and we can see Venus quite clearly, well, you can see all kinds of stars, but Venus is just below the Earth. This is – This is really a sight to behold, to see it at night time like this.

241:31:10 Weitz: Roger. […]

241:32:10 Weitz: Hello, 12; Houston. For your information, weather does not have any surface reports from that region, but the satellite picture does show quite extensive cloud coverage of the area you’re reporting the lightning.

241:32:26 Conrad: Okay. I got a – Unfortunately, we’ve got our Earth map stashed away. I wish I had it out. I’m not sure that I’m giving you the absolute exact location. And the other thing is, it looks like, just north of India and I’d say all up through China and Russia, if that’s what we’re looking at, the whole area in there looks like it is completely covered with clouds.

241:32:54 Weitz: Roger. Understand, Pete.

241:33:04 Conrad: Also, also, right in the center of the Earth now, we have some real bright light shining, staying on – that – that Dick’s looking at with the monocular. It’s really bright.

241:33:20 Weitz: Roger. Understand. Does it appear to be coming from your nadir point, which should be just off the Eastern coast of India now?

241:33:28 Conrad: Yes. Looks like it’s coming just about out of the center of what we’re looking at. I would say south of Burma and east of India.

241:33:39 Weitz: Roger. That’s just about your nadir. [Long pause.]

241:34:11 Conrad: I can’t imagine what that is.

241:34:21 Weitz: We can’t either. We’re checking for possibilities.

241:34:27 Conrad: It’s a steady light, and it appears in size to be as big as any of the thunderstorms flashing.

241:34:39 Bean: Yes. It’s as big as Venus at least. [Long pause.]

241:34:59 Weitz: Roger. Understand.

241:34:59 Bean: It’s hard to tell if it is exactly in the center of the Earth or not, it’s pretty close to being right in the center. Maybe just a little bit to our right, whatever that means. Just a little bit to the side that the Sun did not go behind the Earth on.

241:35:21 Weitz: Roger. I think we understand that.

241:35:26 Conrad: And looking at the airglow with the monocular is – Boy, there is another sight now that is not like being in Earth orbit whatsoever. It’s -it’s a bright red next to the Earth, and then it’s got a green band in it, and then it’s got a blue band.

241:35:52 Weitz: Would you say these color bands encircle the Earth now, Pete?

241:35:58 Conrad: Yes. But it’s not the same all the way around. What I’m seeing is – is sunrise, really. The Sun is – this is about 40 degrees from the Sun, and there’s a red – bright red band – and then a sort of a light green band that’s very thin, and then a blue one which must be all of the atmosphere.

241:36:25 Weitz: Roger. […]

241:38:08 Weitz: 12, Houston. Can you still see that bright light about in the center?

241:38:14 Conrad: We’re – Al – Al – we rolled so Al could take the sunrise pictures, and the Sun has pretty well wiped out that view that we had. Now the Sun’s started up, and the Earth has turned black again.

241:38:26 Weitz: Roger. Understand. […]

241:48:43 Weitz: I understand, Al, that you can see the Sun, now. Is that right?

241:48:52 Bean: That’s affirmative. I’ve been watching it for about the last 4 or 5 minutes. I didn’t put a clock on it, but I started that sequence you gave me when the Sun started to peek around. I expect that the time I got that came out of the computer was the time when it’s going to be fully out.

241:49:08 Weitz: Okay, Al. Good show.

NACHTRAG: Den damals nicht fotografierbaren Anblick der Erde während der Totalität mit mondbeschienenen Wolken und bunt leuchtendem Atmosphären-Ring hat jetzt o.g. Weltraum-Künstler akribisch rekonstruiert, nach den Beschreibungen der Astronauten (von denen ihn Bean auch selber gemalt hatte, wenn auch erst 2001 leider) und dem 16-mm-Film, mit dem er auch direkt experimentiert hat. Und im 16-mm-Onboard-Film sieht man die fotografischen Bemühungen um die SoFi ganz am Ende ab 1:24:13.

Allgemeines Live-Blog vom 11. bis 23. 11. 2019

11. November 2019

23. November

Interstellarer Komet Borisov im Anflug auf eine Galaxie

in der Nacht 11./12. November, aufgenommen mit dem Gemini Multi-Object Spectrograph (GMOS) von Gemini North, wobei die Bilder durch drei Farbfilter wegen seiner schnellen Bewegung am Himmel übereinander geschoben werden mussten – auch Artikel über Borisov und ‚Oumumamua hier, hier, hier und hier. Und noch zwei weitere mögliche Ausbrüche der Phoeniciden, der erste heute Nacht, wie die MKID-Technologie bei Exoplaneten helfen kann, La Palma als bester Platz für ein europäisches Sonnen-Teleskop, ein neuer Dark Sky Park in Kroatien, ein Dark Sky Preserve in Kanada, Kampf gegen Lichtverschmutzung in den Niederlanden – und Open Science inkl. Open Access als ein „pivotal global movement to advance science and scholarship“, so! [4:55 MEZ – Ende]


22. November

Der neue Starlink-Schwarm kreuzt den Orion, dazu noch die ISS: ein Bild aus Singapur von YK Chia. Auch eine weitere Aufnahme der Satelliten, die inzwischen höher steigen: eine aktuelle 3D-Visualisierung, konkrete Voraussagen von Überflügen (vorher Ort eingeben; für Mitteleuropa kommen sie die nächsten Tage immer höher) und mehr zum astronomischen Impakt solcher Konstellationen hier, hier, hier, hier und hier, zur Frequenzvergabe hier und hier, zum Schrottproblem und den horrenden Kosten [NACHTRÄGE: ein Statement der AURA und weitere Artikel hier].

Staub-Lawinen auf einer alten Marslandschaft (die den dunkleren Boden freilegten): ein Bild des Mars Reconnaissance Orbiters – auch Gletscher-Landschaften vom Mars-Express, der Insight-Maulwurf wieder in Bewegung (mit Hilfe 3 cm tief) und eine Simulation einer wolkigen Nacht auf dem Mars. Ferner eine Animation der Abreise von Hayabusa 2, ein JunoCam-Bild, wie China Juno benutzt und von einer Art Voyager träumt, das Erwachen auf der Mond-Rückseite zum 12. Mond-Tag sowie ein Rekord von Yutu 2, ein wenig mehr Erkenntnisse über den Vikram-Crash (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Messungen von Cluster während eines Sonnensturms, die Start-Kampagne für den Solar Orbiter, wie Sentinel 6 den Meeresspiegel überwachen soll – und Crew Earth Observations von der ISS aus.

Hier explodiert das Starship MK1 bei einem Kryotest, was aber angeblich kein Rückschlag sein soll: Standbilder hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und kuriose Nebenwirkungen der Raketen-Experimente in Texas. Und der Ariane-Start Nr. 250 soll heute Abend stattfinden: ein Zeitraffer vom Roll-Out [NACHTRAG: aber der Start fiel aus … NACHTRAG 2: und wird frühestens am 24.11. kommen].

Der Boeing-Starliner wir zu seiner Atlas V gebracht, die den künftigen ISS-Crewtransporter am 17. Dezember zum ersten (passagierlosen) Testflug starten soll: auch Artikel hier, hier und früher hier sowie Updates von ULA und ein Video des Abort-Raketen-Tests des Crew Dragon. Plus ein neues ESA-Blog zum Ministerrat, weiter Ärger um Vostochny, Konfusion über China und Iran im Weltraum – und die Besucher-Statistik der Raumfahrtshow in Deutschland 2019.

Während der 2. ISS-EVA zur Reparatur von AMS-02 wird gerade kräftig an Leitungen des Teilchendetektors herum geschnitten: Updates z.B. hier und hier – und zur 1. EVA vor einer Woche ein Rückblick und ein Video-Clip aus neuer Sicht. [16:45 MEZ] Die 2. EVA ist erledigt. [21:35 MEZ] Und das wurde erreicht. [23:45 MEZ]


21. November

Ein möglicher starker spitzer Meteorschauer Freitag früh

könnte am 22. November gegen 5:50 MEZ von den Alpha-Monocerotiden verursacht werden, die zuweilen für scharfe Ausbrüche der Zenitstundenrate sorgen: zuletzt 1995 auf einen auf eine ganze Stunde hochgerechneten Wert um ZHR_effektiv = 400, wobei auch das obige Komposit-Bild entstand (aber 1985 wurden rund 700 und 1925 und 1935 über 1000 Meteore pro Stunde erreicht, bezogen jeweils auf einen einzelnen visuellen Beobachter unter hypothetischen Idealbedingungen). Dies war immerhin der erste – und korrekt – vorhergesagte Ausbruch, weshalb die Prognose für 2019 [alt.] durchaus ernst zu nehmen ist. Gerechnet wird mit einem knapp 15 Minuten langen Maximum der „AMOs“ und der gesamten Aktivität in nur 40 Minuten: Beobachtet werden sollte ab etwa 5:00 MEZ, und die ZHR_effektiv könnte zwischen ein paar 100 und über 1000 liegen. Da allerdings der Radiant etwas südlich von Procyon ziemlich tief am Himmel stehen bzw. schon die Dämmerung einsetzen wird, sind auch während des absoluten Maximums statt der theoretischen vielleicht 7-10 Meteore pro Minute nur ein paar zu erwarten, zudem noch statistisch verteilt, mit auch mal einer ganzen meteorlosen Minute: Ein Sturm-Gefühl wie bei den Leoniden vor zwei Jahrzehnten dürfte da schwerlich aufkommen. Dafür regnet es aber schon reichlich Artikel, etwa hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [3:20 MEZ]

Wie sich ein der letzte AMO-Ausbruch von 1995 ‚anfühlte‘: von einer empfindlichen Kamera von Sirko Molau tatsächlich registrierte Meteore pro Minute. Nach einer halben Stunde war alles vorbei – und die effektive Zenitstundenrate von 400, die damals erreicht wurde, ist eben eine erhebliche Extrapolation, aber halt das übliche Maß für die Aktivität. Auch ein Press Release aus Brasilien, noch mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und wo auf der Erde die Geometrie am besten ist. [23:10 MEZ. NACHTRAG 1: Nach Radio-Echos (aus dieser Quelle; noch eine) ist nicht viel passiert. NACHTRAG 2: In diesem Livestream aus Teneriffa sind in den 10 Minuten um 5:50 MEZ pro Minute 1-3 Meteore verschiedenster Art zu sehen – unklar welche AMOs sind, und kein scharfer Peak. NACHTRAG 3: ein Beobachter in den Alpen sah ~12 AMOs insgesamt: Da war ein klarer Outburst zwischen 4:55 und 5:00 UTC, aber schwächer als 1995. NACHTRAG 4: eine Bestätigung aus La Palma, mit 28 AMO insgesamt und einem klaren Peak um 5:55 MEZ – aber die meisten schwach. Und Echos. NACHTRAG 5: ein erstes Fazit und Artikel hier und hier. NACHTRAG 6: eine detaillierte Analyse des Mini-Ausbruchs]


19. November

Wenn der Schwarm der neuen Starlink-Satelliten einem 4-Meter-Teleskop begegnet, das gerade mit CCD-Mosaik-Kamera eine Himmelsdurchmusterung durchführt, dann sieht das so aus: auch ein Weitwinkel-Zeitraffer [NACHTRAG: und das Bild und das Video in besserer Qualität], Reaktionen hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, frühere Artikel hier und hier, die Landung ihrer Falcon – und ein mysteriöses Manöver eines früheren Starlink, der einem anderen sehr nahe kam. Ferner ein chinesischer Start mit geheiner deutscher Fracht (weitere Artikel hier und hier, Updates und weiter führende Tweets hier, hier, hier, hier und hier), die hohe Startrate Chinas, ein Statement von Boeing zum IG-Report (Kurzfassung) – und eine erfolgreiche Fernsteuerung eines Erdrovers von der ISS aus.

Die erste globale geologische Karte des Saturn-Monds Titan ist fertig geworden – auch die berühmte orografische Wolke auf dem Mars, der schrumpfende Asteroid Ryugu in Gesichtsfeld von Hayabusa 2 während der Abreise, mögliche chinesische Langzeit-Pläne mit den Mond oder auch nicht, angebliche Antworten zum Vikram-Crash, das 200-millionste AIA-Bild des SDO, die Erklärung eines Suborbital-Versagers – und der erfolgreiche Start der Rakete Texus 56 u.a. mit mal wieder einem Experiment zur frühen Planetenbildung.

Heute früh vor 50 Jahren, um 7:54 MEZ, landete das Lunar Module LM-6, Rufzeichen „Intrepid“, der Mission Apollo 12 auf dem Mond, und um 12:32 MEZ sowie 4:54 MEZ am nächsten Tag begannen die beiden EVAs von Pete Conrad und Alan Bean von jeweils knapp vier Stunden Dauer, bevor noch am 20. die Rückreise begann: hier drei auswählte Bilder aus den 6×6-Archiven hier, hier und hier. Richtig knackige Aufnahmen sind erstaunlich rar, dafür verblüffend viele von z.T. krassen Lensflares verziert: Stand die Sonne tiefer als zuvor geübt? Auch NASA-Stories zur Mission bis zur Landung Nr. eins, zwei und drei, ein Univ. AZ Release zur Landestelle, eine australische Seite zum Funkverkehr, ein Artikel über die entspannte Mission und noch mehr Bild-Selektionen hier, hier und hier. [1:25 MEZ] Die Ausstiege von Conrad und Bean nach der Landung, die Bestätigung der Identität des deutschen China-Kunden – und Ryugu verlässt das Gesichtsfeld von Hayabusa 2. [14:35 MEZ] Artikel zu Starlink als Himmels-Störer hier, hier und hier sowie zum orbitalen Risiko – und ein LRO-basierter Videoclip zur Landestelle von, hier und hier Artikel über und hier, hier, hier und hier weitere Threads zu Apollo 12. [22:55 MEZ]


17. November

Bilder bis 12/2018 zurück: Borisov wurde bei > 8 au aktiv

Eine intensive Suche nach Pre-Discovery-Aufnahmen des interstellaren Kometen (oben eine weitgehend kaum prozessierte Hubble-Aufnahme von gestern) war über frühere derartige Funde hinaus erfolgreich: Auf Archiv-Bildern der Zwicky Transient Facility ist er bereits im Dezember 2018 in ~7.8 au Sonnenabstand nachweisbar, wenn man viele stackt, während er im November in ~8.6 au unsichtbar blieb. Damit hat seine Aktivität rund 8 au von der Sonne entfernt eingesetzt: Die Autoren tippen auf sublimierendes CO oder CO2 als Antrieb, aber ein anderes Paper tippt auf große Wassereis-Teilchen, die der Kern schon in > 10 au Abstand absonderte und die zu sublimieren begannen (und die jetzt noch in der Koma zu sehen seien). Auch eine coole Bahngrafik, ein Thread, ein Artikel und ein neuer Borisov, diesmal aus dem eigenen Sonnensystem. So wie ein paar Meteore von Komet 289P/Blanpain, im IMO-Realtime-Viewer vielleicht die Andeutung erhöhter Leoniden-Aktivität und ein vermeintlicher Sonnenfleck des 25. Zyklus, der aber keiner war und gleich wieder weg. Die EHT-Bilder von Sgr A* werden nun vor Sommer 2020 erwartet (auch ein Paper und ein Arikel über die Rolle von ALMA beim M87-Bild und dessen öffentliche Inszenierung und Wirkung), die Heimkehr von Tombaughs Blinkkomparator an den Einsatzort in Flagstaff, was aus Yerkes noch werden könnte, 10 Jahre 1. Dark Sky Park des UK (und ein langer Artikel zu Lichtverschmutzung) – und ein Grundsatzpapier zur Wissenschaftskommunikation des BMBF: dazu auch eine PM, ein Interview und Reaktionen hier, hier, hier und hier. [22:30 MEZ]


15. November

Ein besonders psychedelischer Jupiter von der JunoCam in Bearbeitung von Seán Doran und diesem Blogger; auch dieser kann sich sehen lassen. Ferner weitere Verwirrung über Spurengase in der Marsatmosphäre und Spekulationen über aktuelles Leben daselbst, Mond-Topografie von Chandrayaan 2 mit TMC 2 und eine angebliche Mission Chandrayaan 3 (auch im Print, ein weiterer Artikel und Zweifel, die Crash-Stelle von Longjiang-2 mit dem LRO [NACHTRAG: mehr dazu], 60 Jahre Messungen des Earth Radiation Budgets aus dem Orbit, neue Anwendungen der Erdbeobachtung und Mond-Beobachtung mit U2 zwecks Satelliten-Eichung. Sowie zwei chinesische Starts binnen drei Stunden: zuerst eine Kuaizhou 1a (Visuals und mehr), dann eine Langer Marsch 6 (mehr und mehr), ein sehr kritischer Bericht des Inspector General der NASA (Tweets hier und hier und Artikel hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]), ein Static Fire der Fluchtraketen eines Crew Dragon diesmal ohne erkennbare Zwischenfälle (Artikel hier, hier, hier und hier), neue Forschung zu Plasmakristallen und in 1/2 Stunde ein Live-Talk über das Instrument OCO 3 auf der ISS – und eine Galerie mit detailreichen Bildern der ISS von Amateuren.

Die erste EVA zur Reparatur des Kühlsystems des Alpha Magnetic Spectrometer (AMS-02) auf der ISS – das neueste Paper über seine Messungen an kosmischen Helium-Isotopen – von Luca Parmitano und Andrew Morgan soll heute gegen 13:05 MEZ beginnen: ein Thread, ein kurzes Video, Live-Übertragungen hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [3:25 MEZ] Die laufende EVA in Updates und einem Thread. [14:30 MEZ] Der AMS Debris Shield ist weg geworfen worden: Stills hier und hier. [15:35 MEZ] Die drei Handgriffe für kommende EVAs sind installiert – und diese ist schon 90 Minuten „zu schnell“. [16:45 MEZ] Und wieder wurde ein Teil über Bord geworfen. [17:25 MEZ] Weil diesmal alles so schnell ging, müssen die nächsten AMS-EVAs stark umgeplant werden. [18:00 MEZ] Und die Klappe ist zu! Im ESA-Webcast hoffen sie nach der problemlosen und rasanten Arbeit – die Teile der nächsten EVA vorweg nahm – bereits, dass das AMS-02 schneller als gedacht wieder in Betrieb genommen werden kann. [19:20 MEZ] Und die Statistik zu dieser EVA. [19:30 MEZ] Beide Spacewalker haben die Luftschleuse verlassen. Auch ein Video-Clip, eine NASA-Blog-Notiz zur EVA, der komplette ESA-Webcast – nur bis Klappe zu aber mit viel AMS-Science in den ersten Stunden; AMS PI Ting 2:10-40 – und ein Artikel. [20:05 MEZ. NACHTRAG: auch hier, hier, hier in einer Serie Postings, hier und hier]


13. November

Mehrere Satelliten verfolgten den Merkur-Durchgang im UV

Neben dem Solar Dynamics Observatory (mit mehreren Kameras bei vielen Wellenlängen) haben auch der Wettersatellit GOES-R und der gerade 10 Jahre alt gewordene ESA-Satellit Proba-2 (oben eine Animation) den Transit jeweils im Extrem-UV verfolgt. Umgekehrt gibt es von der Erde Bilder der Sonne mit Merkur und Hubble und (beinahe) mit Merkur und Falcon 9. Und weitere Berichte und Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein kurioses Video, Bildersammlungen und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und TV-Berichte aus Hawaii und, nun ja, Deutschland.

Ein großes Feuerkugel-Ereignis in der Nacht 11./12. November über dem Mittleren Westen der USA ist von zahlreichen Videokameras aufgezeichnet worden: Das obige Video zeigt einige Highlights, weitere Clips gibt es hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier. Und gleich noch eine Feuerkugel, aus Okinawa. [0:25 MEZ] Jetzt gibt es auch eine NASA-Analyse der obigen Feuerkugel auf der Basis diverser Daten: Der Impaktor war demnach rund 40 cm groß und hatte knapp 100 kg Masse. [15:55 MEZ]

Der Merkurtransit mit dem Swedish Solar Telescope auf La Palma aufgenommen, vor der Granulation der Sonnenoberfläche bei 400 nm im Kontinuum, mit weiterer Verarbeitung durch diesen Blogger – auch Impressionen vom Big Bear Lake in Kalifornien, dem Kitt Peak in Arizona, dem Planetarium von Medellin und einem Hügel bei Wien sowie eine weitere Sammlung und ein Scherzchen. [20:45 MEZ. NACHTRÄGE: Berichte und Bildstrecken nochmals vom Big Bear Solar Observatory, vom Cerro Tololo, von der Open University, von eVscope-Betatestern, aus La Palma und Kanada und Paris und der Rhön und Cambridgeshire und von der Amateur Astronomers Association aus New York, ein gutes H-Alpha-Bild eine schöne Montage und wie der Merkur-Transit 2016 zur Bestimmung der au verwendet wurde (Paper endlich open access) – und eine hohe ausgesetzte Belohnung für den ersten Meteoriten von der obigen Feuerkugel]


12. November

So sieht die Parker Solar Probe ihren Himmel mit WISPR

Hier ein stark prozessiertes Bild des Wide-field Imager for Parker Solar Probe vom 6. April; die Daten der ersten beiden Sonnen-Besuche sind seit heute öffentlich: auch eine kleine WISPR-Animation, ein CfA Release und eine NASA-Blog-Notiz. Weiterhin wird Hayabusa 2 Ryugu morgen verlassen, mit zwei Bodenproben zurück zur Erde (weitere Artikel hier und hier und die Folien von einer PK auf Japanisch). Das zweite von New Horizons besuchte KBO 2014 MU69 heißt jetzt Arrokoth (letzte Seite; auch JHU APL und NASA Releases, Bilder einer Geheim-Zeremonie hier und hier, wie man „Arrokoth“ aussprechen soll und Artikel hier und hier). Und ein Video-Clip über Rosettas Vermächtnis, mysteriöse Atmosphären-Messungen durch Curiosity auf dem Mars – und eine Verbesserung neuer Wind-Daten von Aeolus. [22:35 MEZ. NACHTRAG: interessante Amateur-Verarbeitung der WISPR-Bilder – und ein Orden. Und Hayabusa 2 hat Ryugu mit 9.2 cm/s verlassen, wie einem JAXA Release (kürzere englische Fassung) und diesem Thread zu entnehmen ist – und dem Strom von Abschiedsbildern, hier das erste nach dem Manöver. NACHTRAG 2: die PK-Slides englisch, ein älterer PR aus Australien, ein Ryugu in Stereo, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und der Zeitplan für OSIRIS-REx bei Bennu sowie ein NASA-Videoclip und eine berechtigte Frage zur Taufe von 2014 MU69]


11. November

Das war der Merkurtransit: 10 Bogensekunden Faszination

Oben eine Aufnahme der Klostersternwarte Münsterschwarzach von Christoph Gerhard um 14:40 MEZ, in der Mitte eine Szene der erfolgreichen öffentlichen Beobachtung in Bochum am Planetarium (unter den Bildern vom 3-Stunden-Event überraschend viele Handy-Schnappschüsse durch’s Okular, die klar den Merkur zeigen) und unten ein Bild des SDO-Satelliten: auch weitere seiner Bilder und Animationen hier, hier, hier und hier. Und aus zahlreichen Ländern Animationen hier und hier, weitere aufgezeichnete Streams hier und hier, Videoclips hier, hier, hier und hier, Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Serien und Sammlungen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier. [23:45 MEZ. NACHTRAG: SDO-Animationen kombiniert]

Und die nächsten 60 Starlink-Satelliten sind im Orbit in 280 x 300 km Höhe, wobei dieses Bild vom Aussetzen nach dem pünktlichen Start zu belegen scheint, dass angeblich geplante Maßnahmen zur Verringerung der Helligkeit bisher nicht umgesetzt wurden: auch Start-Fotos hier und hier, Videoclips vom Start (alt. und frühe und spätere Stills), dem Abwurf der Fairings, der Landung der 1. Stufe (zum 4. Mal; alt. und Stills) und dem Aussetzen der Satelliten sowie Artikel hier und hier. [17:35 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie weitere Start-Fotos und Videos vom Start, dem De-Orbit-Burn über Österreich und der frischen Starlink-Kette über Spanien. [20:30 MEZ] Mehr Start-Fotos hier, hier und hier. [21:10 MEZ. NACHTRÄGE: Die Satelliten-Kette in Videoclips hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, in Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, per Radar, gemalt (!) und visuell beschrieben hier und hier sowie ein weiteres Video des Deorbit-Burns, wo man die Dinger findet und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Letzter Merkur-Transit für 13 Jahre bis zur Mitte sichtbar

Während der letzte Durchgang des Merkur vor der Sonnenscheibe vor 3 1/2 Jahren – übrigens das kürzeste Intervall zwischen zweien in diesem Jahrhundert – in Deutschland komplett zu sehen war, wird die Sonne diesmal kurz nach der Mitte untergehen. Auch ist das Planetenscheibchen mit 10″ noch etwas kleiner als damals (12″) – aber andererseits ist es der zentralste Durchgang des Jahrhunderts: Ein Blick lohnt sich, wofür mindestens ein Fernglas benötigt wird. Durch das man natürlich nicht direkt hindurch schaut, wenn kein nachgewiesen geeigneter Filter sicher davor montiert ist: Die einfachste Methode ist Projektion auf ein weißes Blatt im Schatten, wie die Erfahrung von 2016 gezeigt hat. So entstand freihändig das Bild in der Mitte; diesmal gibt’s allerdings nicht einen Sonnenfleck: mehr Lektionen von damals hier und hier, weitere Bilder von 2016 hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, angekündigte Webcasts oder heiße Bilder vom SDO, aus München, Italien, South Carolina, Arizona, Kalifornien und Neuseeland, allgemeine Webseiten zum Transit hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Ankündigungen öffentlicher Beobachtungen hier, hier, hier (Diskussion) und hier, ein Online-Rechner, eine interaktive Karte, Transits von Merkur und ISS gleichzeitig nur in Südamerika, zumindest der Versuch, mit dem Transit die Astronomische Einheit abzuschätzen, Press Releases von SDO (früher), RAS, Williams College und DLR, werbende Tweets hier, hier und hier, Videos hier, hier und hier, ein Live-Blog und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mit Tweets dieses Bloggers), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (wie der Text entstand), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [1:45 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Thread aus afrikanischer Sicht – und noch mehr Webcasts werden hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie in dieser Liste angekündigt. [11:35 MEZ] Die besten Bilder liefert derzeit dieser Webcast aus La Palma – und trotz dichter Wolken ist der Merkur auch (schemenhaft aber eindeutig) vom Bochumer Planetarium aus zu sehen, in einem Refraktor mit Herschelkeil und ohne weiteren Filter: ganz schön klein … [14:55 MEZ] Die Sicht wurde bis 15:30 MEZ immer besser, und der Merkur war am Ende sehr deutlich im Refraktor und auch einem H-Alpha-Teleskop zu sehen. Inzwischen hat es sich wieder zugezogen – aber auf dem Live-Bild aus La Palma sieht man den Merkur praktisch in der Sonnenmitte. [16:20 MEZ] Ein paar Bilder-Funde im Internet hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [17:30 MEZ]

Berlin bei Nacht aus der ISS vor 3 Jahren aufgenommen – West und Ost lassen sich an unterschiedlichem Straßenlicht unterscheiden. Auch eine Erklärung des Fallschirm-Versagens beim Starline-Abort-Test (mehr, mehr und mehr und die Fallschirm-Problematik generell), heute um 15:56 MEZ der Start einer Falcon 9 mit den nächsten 60 Starlinks (ein Webcast, Updates hier und hier, die Sperr-Zone und Artikel hier und hier zum Start und hier, hier, hier und hier zur Starlink-Problematik) und wie es zum Totalausfall des Galileo-Systems kam. Sowie ein NASA-Instrument für ARIEL der ESA, marginale Fortschritte bei InSight – und die NASA dementiert die 2 Mrd.$ nicht, die jeder SLS-Start kosten dürfte. [1:10 MEZ. NACHTRÄGE: mehr zum Starlink-Start und zu ARIEL]

Asteroid Sylvia wurde von vielen „Sehnen“ durchschnitten

bei der Sternbedeckung am 29. Oktober: Das Profil aus dem Verschwinden des Sterns an verschiedenen Orten ist nochmals deutlich genauer geworden, nachdem weitere Beobachtungen für die Gesamtauswertung eingegangen sind. Auch durch (3200) Phaeton schneiden inzwischen schon drei Sehnen. Ferner die Prognose eines Ausbruch der Alpha-Monocerotiden am Morgen des 22. November, der Impaktkrater Gosses Bluff aus dem Orbit, der Uranus am 6. November und das erste Int’l Dark Sky Reserve in Australien. Sowie endlich eine Bestätigung durch die Univ. of Chicago, dass es mit dem Yerkes Observatory weiter geht (auch Artikel hier, hier und hier), Gravitationswellen-Ereignisse vorgestern (mehr und mehr) und gerade eben (ein ungewöhnlicher Fall: mehr und mehr; ein weiterer Alarm war nix gewesen) – und ein Ballon-Test der SwRI Solar Instrument Pointing Platform (SSIPP). [0:55 MEZ. NACHTRAG: ein weiterer Thread zum seltsamen Gravitationswellen-Kandidaten … NACHTRAG 2: … der doch keiner war, die Trauer ist groß]

Facetten von der 38. Bochumer Herbsttagung

9. November 2019

Sie fiel auf durch den großen schwarzen Pudel eines Referenten, der in einem Kinderwagen immer wieder einmal heraus und wieder hinein gefahren wurde, die nahezu komplette Abwesenheit von Frauen (neben zweien mit Vereins-Posten waren nur ca. drei weitere im ganz gut gefüllten Hörsaal der Uni zu sehen) – und das gewohnte Spektrum an durchweg hochkarätigen Vorträgen aus vielen Bereichen der aktuellen Amateurastronomie: die 38. Ausgabe [alt.] der BoHeTa.

Da war z.B. der Vortrag von Sighard Schraebler, einem der Zufallsbeobacher des Impakts auf dem Mond während der MoFi im Januar, der das größte Amateurteleskop eingesetzt hatte und damit in diesem Paper Erwähnung fand.

Bernd Gährken berichtete über Erfahrungen mit NightSpace-Fotografie, inklusive Messungen der Polarisation der Aufhellung auch dunklen Wüsten-Himmels zwischen den Sternen (ohne einleuchtende Erklärung), Wolfgang Bischoff über präzise Farbfotos des Mondes, und Rolf Hempel stellte seinen Planetary System Stacker vor.

Udo Backhaus berichtete von langjährigem Bemühen, die Parallaxe von Barnards Pfeilstern zu messen: Aus Daten allein der MONET-Teleskope kamen zunächst erfreuliche 0.56 (Literatur: 0.55) Bogensekunden heraus, aber nach der Hinzunahme von späteren LCGOT-Daten verdüsterte sich das Bild aus mysteriöse Weise (was aber für diesen Blogger nach einem Astrometrie-Problem klingt).

Der 2. Reiff-Preis ging an die Sternwarte Fulda – die damit ein Projekt zur Messung der Aberration des Sternlichts fortführen wird, auf das sie durch einen Artikel dieses Bloggers in astronomie – das magazin Nr. 1 aufmerksam geworden war, der über dieses Paper berichtet und zum Mitmachen aufgefordert hatte. Der 1. ging an ein Gymnasium in Südtirol, das – dort eine Seltenheit – Deutsche und Italiener zusammen bringt.

Im Reiff-Vortrag machte Dietrich Baade von der ESO eloquent Werbung für Be-Sterne, zu deren Erforschung auch Amateurastronomen beitragen können, wenn sie über ordentliche Spektrografen verfügen.

Erst Pollmann berichtete mit Begeisterung über (auch) Amateurbeobachtungen der gerade zuende gegangenen Bedeckung des Partners von VV Cephei (Objekt Nr. 9), aus denen ein überaus komplexes Modell des Betragens des ersteren gewonnen werden konnte.

Peter Köchling startete kabarettreif im Duktus von Heinz Strunk, um Fehler bei der Bildebnung aufzuspießen, bevor er im Detail erklärte, wie man’s richtig macht.

Peter Slansky ging auf den kuriosen Perseiden von 2018 mit mutmaßlich großräumigen Leuchteffekten ein, den auch Gährken beobachtet hatte, und die Mondfinsternis diesen Januar – bei der sich der Mond im Blauen um 16 und im Roten um 14, im Nah-IR (bis 1.1 µm) aber nur um 10 Blendenstufen verdunkelte, „echt krass“. Und Kai Wicker verstärkt den H-Alpha-Anteil von Deep-Sky-Aufnahmen durch Kombination eng- und breitbandig gefilterter Aufnahmen, wobei der Farbeindruck aber erhalten bleibt. Allerdings sind dafür oft Gesamt-Belichtungszeiten von über 30 Stunden und bei Jones-Emberson 1 sogar 45 Stunden erforderlich … Na ja, bis zur nächsten BoHeTa ist ja auch noch Zeit: wahrscheinlich am 31. Oktober 2020.

Allgemeines Live-Blog vom 30. 10. – 7. 11. 2019

30. Oktober 2019

7. November

So sieht der Exoplaneten-Jäger TESS – 29 Entdeckungen, 1000+ Kandidaten – den Himmel: ein Mosaik aus Bildern des ersten Betriebs-Jahres. Auch Russlands Millimetron-Pläne mit Frankreich, 10 Jahre Sonnen-Satellit Proba 2 im Einsatz, ein virtuelles Instrument für das SDO und der Bau des Solar Orbiter zeitgerafft. Ferner was Voyager 2 am Rande zum ISM sieht (mehr und mehr, eins der Papers und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier), die Bilder der JunoCam vom 23. Perijovium in Fan-Verarbeiting hier, hier und hier, ein Modell von Juice, wie es MINERVA II2 bei Ryugu und den anderen Landern erging, eine FAQ von NASA und DLR zum Status des Maulwurfs HP3, der ein Opfer mangelnden Wissens über die Physik des Marsbodens wurde, ein Paper über Hot oxygen and carbon escape from the martian atmosphere, die bisherige Reise des Mond-Rückseiten-Rovers Yutu 2 und der LRO 10 Jahre im Orbit um den Mond. Und „Surface Biology and Geology“ der NASA, wie kleine Privat-Satelliten die Erde beobachten, zwei Cygnusse gleichzeitig unter Kontrolle, Kosten von 2 Mrd.$ pro SLS-Start (oder eigentlich 4 Mrd.$, Entwicklung inklusive), eine US-Senats-Initiative zur Verlängerung des ISS-Betriebs bis 2030 (mehr und mehr) – und heute Orts- bzw. morgen deutscher Zeit vor 50 Jahren startete der erste deutsche Satellit Azur! [19:00 MEZ – Ende. NACHTRAG: ein langer Artikel dazu]


6. November

Heute vor 100 Jahren: Was Eddington & Co. gefunden hatten

Auf einem gemeinsamen Meeting der Royal Society und der Royal Astronomical Society in London wurden am 6. November 1919 die Ergebnisse der beiden Expeditionen zur Sonnenfinsternis am 29. Mai bekannt gegeben, bei der die Lichtablenkung am Sonnenrand gemessen werden sollte: der erste neue Test der gerade vier Jahre jungen Allgemeinen Relativitätstheorie. Darüber gibt es einen detaillierten zeitgenössischen Bericht, Erwähnungen in zwei Briefen an Einstein von de Sitter und Eddington, eine historische Einordnung (Seite 16), einen Thread und Artikel hier, hier und hier über den an diesem Tag begründeten Weltruhm Einsteins. Auch eine Art Deklaration [alt.] über eine Rettung des Yerkes Observatory mit unklarem Status, zum Anschluss der fränkischen Simon-Marius-Feierlichkeiten nun auch eine englische Ausgabe der gefeierten Monografie, deren deutsche Kapitel hier verlinkt sind, und zu der Himmelsscheibe von Nebra eine reichlich spekulative Pressemitteilung, die hier und hier aufgegriffen wird. Ferner gibt’s die erste Gravitationswelle vom Run O3b (mehr, mehr und mehr plus ein Stachelschwein), eine detaillierte Datenpolitik für das LSST, von dem z.B. Unmengen Asteroiden erwartet werden, Unterstützung von LOFAR durch den Supercomputer JUWELS im Forschungszentrum Jülich, einen Vortrag über Key Inventions Behind the Modern Telescope, ein Town Hall Webinar Update on the Decadal Survey on Astronomy and Astrophysics und von einer laufenden Tagung über Exoplaneten jede Menge Vorträge live & archiviert. Und schließlich Artikel zu Lichtverschmutzung hier, hier und hier und der Komet C/2017 T2 (PANSTARRS) vorgestern (auch sein Orbit am ganzen Himmel) und 260P/McNaught am 23. Oktober. [23:45 MEZ]


5. November

Ein Test des Astronauten-Rettungssystems des Starliner von Boeing gestern … mit gemischtem Ergebnis: Die Kapsel ist nach dem Mini-Ausflug zwar weich gelandet, aber nur mit zwei der drei Fallschirme, was Stoff für jede Menge Meinungen z.B. hier, hier, hier, hier und hier liefert – auch Boeing sah sich genötigt, einem Jubel-Press Release noch ein weiteres Statement folgen zu lassen. Auch ein komplettes Video der Aktion (Ausschnitte hier, hier und hier und Screenshots hier, hier und hier), zwei Fotos, ein NASA Release und Blog-Stories davor und danach, ein Boeing-Feature und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die Atlas V für den echten Flug des Starliner bereits „on Stand“ sowie die laufenden Fallschirm-Tests des Crew Dragon: eine Präzisierung und Artikel hier und hier.

Die Ankunft des neuesten Cygnus ebenfalls gestern: ein Video-Clip (früher und Screenshots), spätere Astronauten-Fotos hier und hier, eine NASA-Blog-Story (früher) und Artikel hier, hier und hier. Auch chinesische Starts eines Navigations-Satelliten (mehr, mehr und mehr und Visuals hier und hier) und des Erdbeobachters Gaofen-7 (der Orbit, Artikel hier, hier, hier und hier und Visuals hier und hier) – und frühestens am 11.11. der nächste Start einer Falcon 9 mit dem nächsten Schwung Starlink-Satelliten, wobei gerade derartige Mega-Konstellationen auf der World Radio Conference diskutiert werden. [17:30 MEZ] Ein Static Fire der Falcon war gut, der Start zielt damit auf den 11.11. – und der Cygnus wird entlanden, der u.a. ein Wein-Experiment an Bord hat … [21:45 MEZ] Bei pünktlichem Start der Falcon könnten die neuen Starlinks noch am 11.11. zu sehen sein, danach schlechter. [22:10 MEZ]


3. November

Neue Daten, alter Schluss: Interstellar-Borisov ganz normal

Nach den Molekülen CN und C2 (wobei letzteres von weiteren Beobachtungen nicht bestätigt wird) ist im Spektrum des interstellaren Kometen 2I/Borisov nun auch verbotene Emission des Sauerstoff-Atoms [OI] bei 630 nm nachgewiesen worden, das wahrscheinlich aus dem Wasser-Molekül entsteht: Damit ergibt sich ein für Kometen des Sonnensystems nicht ungewöhnliches CN/H2O-Verhältnis von ~1/2%. Und eine Wasser-aktive Fläche auf dem Kometenkern von ~1.7 km²: Je nach seinem weiterhin umstrittenen Durchmesser (zwischen wenigen 100 m und 3 km) sind zwischen 1 und 150% seiner Oberfläche aktiv, in letzterem Fall spräche man von Hyper-Aktivität. Ein weiteres dickes Borisov-Paper präsentiert derweil Pre-Discovery-Beobachtungen von Borisov mit der Zwicky Transient Facility (oben und ganz links in der Lichtkurve unten), die auf damals noch von CO getriebene Aktivität hindeuten (blau in der Grafik), denn damals war es noch zu kalt für HO-Sublimation (orange Kurve). Und die Grafik in der Mitte zeigt, dass die Farbe Borisovs (g-r vs. r-z) nicht sonderlich aus dem Rahmen fällt. Weitere neue Papers wittern alte cm-große Teilchen in der Koma auf dem Hubble-Bild, betonen die Schwierigkeit der Beobachtung von Sternbedeckungen durch den Kern und stellen Parallelen zu 8 Kometen aus unserer Oort-Wolke mit ähnlicher Periheldistanz und guten Daten fest; auch Bilder von gestern, vorgestern (mehr) und dem 30. und 26. Oktober sowie Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Sowie Komet 260P gestern, der Uranus am 21. Oktober, eine Visualisierung der sonnennächsten Sterne [NACHTRAG: alles Material dazu in GitHub zur freien Verfügung] – und ein neues Zooniverse-Citizen-Science-Projekt zur Klassifizierung von Stern-Lichtkurven der ESO-Durchmusterung VVV. [21:30 MEZ. NACHTRÄGE: In diesem Borisov-MPEC von heute – mit viel neuer Astrometrie, die die Bahn weiter verbessert hat, die hier über Jahrhunderte geplottet ist – taucht auch eine ZTF-Sichtung vom Dezember 2018 auf. Und im CBET #4691 wird ein marginaler Nachweis des OH-Radikals mit dem Nancay-Radioteleskop gemeldet]


2. November

Hier wartet eine Antares mit dem nächsten Cygnus für die ISS in Wallops unter der gestrigen Mondsichel – das 5-minütige Startfenster beginnt heute um 14:59 MEZ: weitere Bilder hier und hier, Infos zur Nutzlast hier, hier (zur EVA-Reparatur vom AMS-02) und hier und Artikel hier, hier und hier. Auch die Abreise des jüngsten HTV gestern (früher, Bilder hier und hier und Artikel hier und hier), der kommende Abort-Test des Starliner von Boeing (mehr und mehr) und die entsprechenden Probleme des Dragon, die Rückkehr der Langer Marsch 5 inklusive Chang’e-5 zum Mond, Beobachtungen von von Argon 40 daselbst durch Indiens Chandrayaan-2, 25 Jahre Satellit Wind im Einsatz, das NASA-Budget des Senats – und mal wieder Indiens ASAT-Müll weiter im Orbit. [2:15 MEZ]

Der Solar Orbiter ist am KSC ist am KSC gelandet [NACHTRAG: Fotos hier und hier und ein Artikel], Indien will’s mit der Mondlandung noch mal versuchen – und der Cygnus wartet auf der Antares von Northrop Grumman auf den Start um 14:59 MEZ: Die Sonne ist aufgegangen, und die Wetter-Chancen sind 100%. [13:55 MEZ] Der Webcast hat begonnen. [14:35 MEZ] Was alles an Bord ist. [14:40 MEZ] Der Start ist pünktlich erfolgt (weitere Screencaps) – und die 2. Stufe brennt schon. [15:05 MEZ] Und Cygnus ist im Orbit ausgesetzt! [15:10 MEZ]

Das erste NASA-Foto des Starts: Die lebenden Fotografen hatten Gegenlicht; bessere Bilder dürfte es von automatischen Kameras geben – die aber erst eingesammelt werden müssen. [15:20 MEZ] Fotos anderer hier und hier sowie aus der Ferne, ein Tele-Video der Rampe, allerlei Screencaps aus dem Webcast und Artikel hier und hier. [15:35 MEZ] Und hier sowie ein Video aus Distanz, eine NASA-Blog-Story und weitere Fotos von nah und ganz fern. [16:30 MEZ] Fotos mit der Sonne im ‚Rücken‘ / von automatischen Kameras hier, hier, hier, hier und hier, ein weiteres im Gegenlicht, ein besserer Amateurfilm und weitere Artikel hier und hier. [18:35 MEZ] Was im Orbit ist, ein NASA Release und eine Blog-Story und mehr Bilder hier und hier. [20:40 MEZ] Und hier, hier, hier und hier sowie weitere ferne Amateurfilme hier und hier und ein Thales Release. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: Videos aus der Nähe hier, hier und hier und aus der Ferne, mehr Fotos hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und das HTV ist verglüht (ein JAXA Release dazu), während der Cygnus Montagfrüh ankommt]


1. November

So viele Sehnen schneiden bereits durch (87) Sylvia

Die Liste erfolgreicher Beobachtungen der Sternbedeckung durch den Asteroiden und seine beiden Monde (siehe vorgestern) wird immer länger: Hier sind die positiven ‚chords‘ auf ein 3D-Modell des zu 277±2 x 230±4 km groß bestimmten Körpers geplottet, während in dieser Grafik auch Bedeckungen durch die beiden Monde gezeigt werden. Nach gegenwärtiger Datenlage ist Romulus mindestens 22.3 und Remus mindestens 11.5 km groß. Von den derzeit sichtbaren Kometen Bilder von 260P und C/2018 N2 vom 30. und C/2017 T2 vom 27./28. Oktober sowie mal wieder ein LTP-Projekt, ein Paar Sonnenflecken vom neuen Zyklus 25 und die Nova Scuti 2019. Außerdem der Auftrag zum Bau der Struktur des GMT u.a. an eine Tochter von OHB in Mainz: noch mehr Press Releases hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und verspätet hier aus Italien], die Baustelle in Chile und Artikel hier und hier – und das Projekt hat diesem Blog gestern mitgeteilt: „Yes, the current timeline for the GMT expects first light in 2029.“ Damit dürfte das GMT mit seinen 24.5 Metern nie das größte optische Teleskop werden, denn das ELT mit 39 m soll – wie der ESO-Chef im September sagte – Ende 2025 sein. Weiterhin ein neues 1-m-Teleskop in Texas (vom LCO), der Haus-Coyote von LIGO-WA (alle drei Gravitationswellen-Detektoren laufen seit heute wieder für den Run O3b), eine Neu-Organisation der US-Sternwarten und Streit in den Niederlanden … [23:30 MEZ]


31. Oktober

Ein Hubble-Bild der Spiralgalaxie NGC 1706 – auch von Arp-Madore 2026-424 sowie ein Spitzer-Bild eines O-Sterns mit Umgebung aus dieser Arbeit. Ferner die Rolle des DESY beim israelischen UltraSat, der unglückliche eROSITA-Vorgänger ABRIXAS und vielleicht doch noch der Satellit NEOCam. Sowie die Frage, ob der Erfolg von InSight von HP3 abhängt [NACHTRAG: der zumindest stabil im Loch hängt], das Ende des Aufenthalts von Hayabusa 2 an Ryugu, weitere Anaglyphen-Bilder möglicher Landeplätze von OSIRIS-REx auf Bennu hier, hier und hier, ein deutscher Prototyp für ein Europa-Uboot, weitere Pläne Chinas für Forschungssatelliten, wie die ESA Wissenschaft bis 2050 denkt, ein Pluto-Orbiter unter den 10 Ideen, die im Vorfeld des nächsten NASA-10-Jahr-Plans untersucht werden, der Mini-Satellit HARP und die Identifikation mysteriöser Satelliten. Und der nächste Cygnus zur ISS, die kommenden Abort-Tests beider Commercial-Crew-Projekte, große Töne von SpaceX und einem Verehrer aber Kritik an den Mega-Konstellationen wie den Starlinks, was vor STS-51L gesprochen wurde – und ein suborbitaler Fehlstart. [17:00 MEZ]


30. Oktober

Sternbedeckung durch Sylvia an mehreren Orten gesehen!

Die große Beobachtungskampagne heute Nacht war ein Erfolg: oben die erste publizierte Lichtkurve, von Pierre-Michel Bergé, Jean Christophe Lachurie, Frédéric Pailler und Pascal André in Belesta en Lauragais in Frankreich mit einem 30-cm-Spiegel, für den der Stern mehr als 20 Sekunden verschwand. Und mehrere andere berichten von Bedeckungen von 1 Sekunde bis 22 Sekunden Länge, so dass etliche ‚Sehnen‘ durch den Asteroiden Nr. 87 geschnitten wurden – und vielleicht auch eine durch Mond Remus. Auch die Arecibo-Analyse von Asteroid 2019 OK, die superschmale Mondsichel vorgestern, das neue Instrument DESI auf dem Kitt Peak (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) – und das Projekt Straßen-Spektren in Spanien. [2:15 MEZ] Christian Weber in Berlin war auch wieder erfolgreich: 20 Sekunden saubere Bedeckung! [2:45 MEZ] Weitere Erfolge im Bereich 10 bis 15 Sekunden sind bekannt. Und in Biesental im Landkreis Barnim in Brandenburg bedeckte erst Romulus den Stern für 0.6 und später Sylvia für 19.5 Sekunden, während es in La Bastide des Jourdans in Frankreich zu einer 0.3-Sekunden-Bedeckung vermutlich durch Remus kam! [14:15 MEZ] Eine andere Beobachtung von Remus. Die Sammlung aller Beobachtungen füllt sich mit reichlich Erfolgen – und die Gestalt von Sylvia wird bereits grob erkennbar. [21:30 MESZ. NACHTRÄGE: Das Bild Sylvias wird immer besser, das die Sehnen formen – und eine tolle Lichtkurve mit Romulus und Sylvia aus Berlin]

Es steht 2 zu 1 für eine Hubblekonstante um 74

29. Oktober 2019

km/s/Mpc, wenn man die drei wichtigsten und in sich stabilsten – und gänzlich voneinander unabhängigen – Methoden zur Bestimmung der Expansionsgeschwindigkeit des Universums nach Lage aktueller Papers vergleicht, von denen gerade dieses Jahr mehrere wichtige erschienen sind. Die Planck-Kollaboration kommt aus den Eigenschaften der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung (unter Annahme der Standard-, also ΛCDM-Kosmologie) in ihrem jüngsten Paper von Mitte 2018 auf H0 = 67.4±0.5 km/s/Mpc, was sich – bis auf einen halbierten angegebenen Fehlerbalken – kein Bisschen vom ersten Ergebnis fünf Jahre früher unterscheidet, mit dem die ‚tension‘ zu fast allen anderen Methoden zur H0-Bestimmung ihren Anfang nahm, die heute allerdings signifikanter denn je geworden ist, weil zwar die Zahlen aller Beteiligten inetwa gleich geblieben, die Fehlerbalken aber überall geschrumpft sind.

Denn zwei andere Techniken, die oft als „lokal“ bezeichnet werden, auch wenn sie auf Messungen in Galaxien in bis zu einigen Milliarden Lichtjahren Entfernung basieren, und die besonders gut abgesichert sind, liefern konsistent Hubble-Konstanten von etwa 72 bis 76, mit ebenfalls immer kleineren statistischen wie (so hofft man) systematischen Fehlerangaben. Der Klassiker ist die kosmologische Entfernungsleiter, bei der Supernovae in fernen Galaxien als Standardkerzen verwendet werden, wobei die Galaxien-Entfernungen wiederum über andere Sterne bekannten Verhaltens, am liebsten Cepheiden, heraus kommen, deren Parameter wiederum tatsächlich lokal – in den Magellanschen Wolken etwa oder gar in der Milchstraße – geeicht werden. Hier wird als bestes Paper derzeit meist Riess et al. von Anfang 2019 zitiert, die auf H0 = 74.0±1.4 (genauer: 74.03±1.42) km/s/Mpc kommen. Was in jenem Rahmen liegt, den 20 Jahre früher das Hubble Space Telescope Key Project on the Extragalactic Distance Scale auf demselben Weg ermittelt hatte, H0 = 71±7 km/s/Mpc.

Und just dieses Jahr ist auch Methode Nr. 3 quasi erwachsen geworden, die zwar bereits 1964 erstmals vorgeschlagen wurde, für die aber erst jetzt die notwendigen guten Daten zur Verfügung stehen: Time-delay Cosmography. Dabei werden Gravitationslinsen beobachtet, bei denen die Quelle im Hintergrund, deren Bild von der Schwerkraft des Vordergrundobjekts verformt wird, zeitlich variabel ist. Ihr Licht erreicht uns auf verschieden langen Wegen aus etwas anderen Richtungen, und wenn man den zeitlichen Versatz der Lichtkurven dieser Bilder misst und die Massenverteilung der linsenden Vordergrund-Galaxie gut kennt, kommen – da die Lichtgeschwindigkeit bekannt ist – die Distanzen beider Beteiligten direkt heraus. Woraus sich dann über ihre gemessenen Rotverschiebungen abermals eine Hubblekonstante ergibt, die weder von Informationen über die Hintergrundstrahlung oder anderen Gesamt-kosmischen Strukturmessungene einerseits noch der ‚lokalen‘ Entfernungsleiter andererseits abhängt.

Die Time-delay Cosmography ist nun dieses Jahr in einen Genauigkeitsbereich vorgedrungen, der die anderen beiden Methoden einzuholen beginnt. Da ist zum einen das H0LiCOW-Projekt, das im Juli mit drei analysierten Linsen [alt.] auf 76±3 bzw. 77±3 km/s/Mpc gekommen ist, je nach Methodik bei der hochauflösenden Abbildung der Linsen-Galaxie (was jetzt zu diesem, diesem und diesem Press Release geführt hat, letzterer mit arg reißerischer Überschrift), und mit sogar sechs Linsen auf 73±2 km/s/Mpc – was nur noch ein Fehler von 2.4% ist und geradezu perfekt zu dem besten Supernova-Resultat passt. (Erlaubt man sich etwas exotischere Kosmologien, so ist das konservative Fazit dieser Arbeit übrigens H0 ~ 73 bis 78 km/s/Mpc.) Und eine andere Gruppe, STRlDES, ist mit einer einzelnen besonders guten Linse auf 74±3 km/s/Mpc gekommen, was hier gewürdigt wird.

Beide Gruppen sind sich einig, dass es eingehender Untersuchungen von etwa 40 Graviationslinsen bedarf, um den Fehler von H0 auf 1% zu drücken, was dann die ‚Spannung‘ zu Planck – die schon jetzt bei 5 Standardabweichungen liegt – endgültig etablieren würde, aber das ist keine Utopie mehr. Und die H0-Forschung macht auch anderswo gerade Fortschritte:

  • Eine alternative Verwendung von Gravitationslinsen mit Lichtlaufzeiten und mehr Geometrie, die dafür weniger kosmologischer Annahmen bedarf, kommt mit zwei starken Linsen auf 82±8 km/s/Mpc, was angesichts des 10%-Fehlers derzeit nur generell in Richtung eines hohen H0 weist.

  • Statt Cepheiden lassen sich auch Mira-Sterne für die untere Stufe der kosmologischen Leiter-Methode verwenden, was aber mühsam ist (laaange Perioden, besser im Infraroten) – doch es gibt nun eine Entfernungsbestimmung von NGC 1599 mit 115 Mirasternen, und weil es in dieser Galaxie auch eine Supernova des Typs Ia gab, kommt via Leiter ein H0 = 73±4 km/s/Mpc heraus, was hier bewundert wird.

  • Wichtig ist auch eine Neuberechnung der Entfernung von NGC 4258 über Wasser-Maser in Bewegung, eine direkte geometrische Technik unter Umgehung der Entfernungsleiter, weshalb sich viele Arbeiten zur Hubblekonstanten hier ‚bedienen‘: 7.6±0.1 Mpc. Und daraus folgt über Cepheiden-Eichung und Supernovae ein H0 = 72±2 bzw. zusammen mit weiteren Informationen 73.5±1.4 km/s/Mpc.

Und zu erwähnen ist schließlich noch diese Analyse zahlloser Supernovae, die ausschließen kann, dass ‚lokale‘ Hohlräume und große Strömungsbewegungen von Galaxien ein zu großes H0 vortäuschen: Die bald 7 Jahre alte ‚tension‘ zwischen zwischen H0 aus der Urknall-Reststrahlung und zig anderen Methoden will nicht weichen – und das intensive Nachdenken über Erweiterungen der ΛCDM-Kosmologie, die alles unter einen Hut bringen könnten, ist mehr als gerechtfertigt. NACHTRAG: Das sagt auch dieser Artikel, der leider die Linsen als 3. großen Test nicht kennt.

Allgemeines Live-Blog vom 18.-28. Oktober 2019

18. Oktober 2019

28. Oktober

Asteroid Hygiea verblüffend rund: Kandidat für Zwergplanet

Oben ein – stark prozessiertes (‚entfaltetes‘) – Bild des Asteroiden (10) Hygiea mit 20 Millibogensekunden Auflösung, das mit dem Instrument SPHERE erstellt wurde: Im Gegensatz zu Erwartungen einer zerbeulten Form mit einem dominanten Impaktkrater ist der 430-km-Körper ziemlich rund. Nach neuen Simulationen könnte sich der Körper nach dem großen Impakt eines rund 100 km großen anderen Asteroiden (von dem seine riesige ‚Familie‘ von ~7000 kleinen Asteroiden zeugt) in nahezu Kugelform wieder zusammengefügt haben, weil sich sein zertrümmertes Material zeitweise wie eine Flüssigkeit verhielt. Und das könnte ihn nach den IAU-Kriterien als Zwergplanet qualifizieren , wobei er kurioserweise in der großen Kandidaten-Tabelle fehlt: Die Annahme war, dass im Hauptgürtel nur die 950-m-Ceres massiv genug sei, um von selbst Kugelgestalt anzunehmen. Hygiea ist der viertgrößte Asteroid dort (unten SPHERE-Aufnahmen aller vier) und der einzige mit Ceres-ähnlicher Oberflächen-Zusammensetzung. Die Zahl der amtlichen Zwergplaneten ruht seit September 2008 bei fünf: Vor Hygiea ständen etwa 130 Bewerber aus o.g. Liste in der Schlange, alle im äußeren Sonnensystem, von denen allerdings noch keiner per direkter Abbildung seine Quasi-Kugelgestalt beweisen kann. Die doppelt logarithmische Grafik ordnet einige Planeten (blau), Zwergplaneten (gelb) und Asteroiden (weiß) nach mittlerem Radius in km (x-Achse) und der Asphärizität – so dargestellt ist Hygiea ein Schwesterchen von Ceres … [19:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: warum Hygiea die IAU-Definition doch nicht erfüllen dürfte (es könnte am Wörtchen „rigid“ scheitern), weitere Verarbeitungen der Rohbilder und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Ein farbiger Komet 260P/McNaught von den zwei (!) Kloster-Sternwarten Münsterschwarzach vom 22. Oktober gleichzeitig aufgenommen – die L-Information stammt vom bewährten 30-cm-Newton, RGB vom 18-cm-EDT-Refraktor der neuen Sternwarte. „Die RGB-Information ist alleine vom Refraktor“, so Pater Christoph: „Der hatte einen Reducer von 0,65 – ein Prototyp von der Astro-Optik-Manufaktur, und damit 1080 mm Brennweite. Die L-Information wurde aus den L-Aufnahmen des Newton (1123 mm Brennweite) und den L(aus RGB)-Aufnahmen des Refraktors gewonnen. Dadurch konnte ca. 0,7 mag mehr an Tiefe erreicht werden.“ Auch der Uranus am 22.10., der Saturn am 26.10. und eine ‚innere Uhr‘ der Sonne. Sowie ein kurioser Zwischenfall mit einer alten Nachführung über Gewichte, wie der Supercomputer Summit den SKA simulierte – und der erste Urban Night Sky Place (eine neue Kategorie der IDA), eine Dark-Sky-Konferenz in Neuseeland und wie künstliches Licht das Verhalten von Tieren stört. [2:10 MEZ]


27. Oktober

Drama auf dem Mars: „Mauswurf“ aus dem Boden gehüpft!

Es hatte alles so gut ausgesehen: Nach monatelangen vergeblichen Versuchen, den deutschen ‚Mars-Maulwurf‘ HP3 des NASA-Landers InSight in den Boden zu hämmern, schien das mit Hilfe von seitlichem Druck der Schaufel des Robotsarms endlich in die Wege geleitet zu sein – aber in den letzten Stunden angekommene Bilder der Arm-Kamera zeigen, wie HP3 plötzlich wieder an die Oberfläche kommt. Oben ein Bild von Sol 325 um 15:30 Uhr Ortszeit …

… und hier Aufnahmen von 12:28 und 12:48, die zeigen, wie schnell das gegangen ist. War es ein technisches Versagen der Hammer-Technik, ist der Marsboden derart widerspenstig, dass sie nie funktionieren konnte? Spekulationen in diesem Forum (bereits über mehr als eine Seite) in Deutsch und diesem Thread in Französisch – offizielle Stellungnahmen von DLR oder NASA gibt es so früh noch nicht. [11:45 MEZ] Eine längere Animation des Herauskommens, nachdem weitere Bilder eingetroffen sind. [13:15 MEZ] Und noch eine, mit Zeitmarken. [17:55 MEZ] Die NASA glaubt, dass unerwartete Eigenschaften des Marsbodens die Ursache des Problems sind – morgen soll es Details geben. [19:35 MEZ] Ein Artikel ohne Neuigkeiten, woher auch. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: im Missions-Blog ein Eintrag vom 28.10. und weitere Artikel hier, hier, hier und hier]


26. Oktober

Das meist-zitierte Paper von der ISS … stammt von AMS-02

In dem dicken Dokument „Benefits for Humanity“ zu überwiegend wissenschaftlichen Ergebnissen von Forschung auf der Raumstation findet sich auf den Seiten 39 bis 42 eine selten diskutierte Statistik: Welche wissenschaftlichen Arbeiten wurden am meisten in anderen zitiert (was bei allen Mängeln immer noch der Gold-Standard für Bedeutung ist)? Und auf Platz 1 liegt nicht etwa eine Arbeit zu Forschung unter Mikrogravitation (das sind die Plätze 2-4) sondern „First Result from the Alpha Magnetic Spectrometer on the International Space Station: Precision Measurement of the Positron Fraction in Primary Cosmic Rays of 0.5–350 GeV“ – dabei ist der gewaltige Teilchendetektor auf der Station, dem bald eine EVA angedeihen soll, durchaus umstritten gewesen. Und auf Platz 5 schon wieder Astronomie: „Discovery of the Onset of Rapid Accretion by a Dormant Massive Black Hole“ mit (u.a.) dem Röntgenteleskop MAXI auf dem Kibo-Modul! [NACHTRAG: die wirtschaftliche Bedeutung der ISS aus demselben Dokument.] Derweil hat das deutsche Hyperspektral-Instrument DESIS auf der ISS den Betrieb aufgenommen, es gab zeitweise Probleme mit der Küche, und der Kauf weiterer Soyuz-Sitze scheint unausweichlich: Updates zu den beiden Commercial-Crew-Programmen hat’s hier, hier, hier und hier.

Ein neues ‚Selfie‘ von Curiosity aus 57 Bildern mit der Kamera auf dem Arm – auch ein Update von gestern zum InSight-Maulwurf, der auch ohne den seitlichen Druck vom Arm langsam weiter in die Tiefe geht, und die ersten Daten vom Seismometer InSights. Sowie Chinas Mars- und Mond-Pläne 2020, das erneute Erwachen auf der Mondrückseite (mehr und mehr), der NASA-Mond-Rover VIPER für 2022 (mehr, mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und mehr]), ein Anaglyphen-Bild von Bennu, der beginnenden Bau von JUICE – und was New Horizons so treibt, wobei in dem Text der umstrittene inoffizielle Name von 2014 MU69 nicht mehr vorkommt: Gibt es womöglich bald einen richtigen?

Eine Hubble-Aufnahme der Galaxie IC 4653 – während das Missionsende des Spitzer Space Telescope immer näher rückt. Auch die Arbeit deutscher Radar-Satelliten, ein Sonnensegel-Problem eines Eutelsat, gemeinsame deutsch-schwedische Raketen-Entwicklung (aber die kuriose Forderung nach einem deutschen ‚Weltraumbahnhof‘ macht natürlich keinen Sinn), ein baldiger Lande-Test mit dem „Starship“ von SpaceX (sowie das Wesen von dessen Fans, große Sprüche über die Konkurrenten und die Starlink-Plage animiert mit ’nur‘ 12’000 Satelliten) und diverse Vereinbarungen Australiens mit u.a. Deutschland in Sachen Raumfahrt. Sowie der Börsengang von Virgin Galactic (mehr und mehr und frühere Artikel hier und hier), ein Raktenstart auf Wallops (Visuals hier, hier und hier) – und die Ballonfahrt von BEXUS 29 hat begonnen, zu u.a. Planeten-Entstehungs-Forschung, gefolgt von BEXUS 28. [2:15 MESZ. NACHTRAG: der erste Tag an der Börse von Virgin Galactic]


24. Oktober

Eine Sternbedeckung durch den Geminiden-Macher Phaeton

hat Christian Weber am 15. Oktober westlich von Berlin mit einem mobilen 10-Zoll-Newton aufzeichnen können: Die „conditions were not very good because of high thin clouds, strong dew and nearly full Moon, distance 41°“, schrieb er auf einer Mailingliste, aber ein 0.22-Sekunden-Drop der Helligkeit des 11.3-mag.-Sterns (blaue Kurve, gelb ein Vergleichsstern) um 5 mag. ist deutlich zu erkennen. Auch Upcoming Occultations by New Binary Asteroids für Europa am 25.10. und 8.11., das große Sylvia-Event mit zwei Monden am 29./30.10., mal wieder ein NEA im Anflug, der kaum der Rede wert ist und nur 12. Größe erreichen wird – und die Folien von jeder Menge Talks der International Meteor Conference diesen Monat (ein bildreicher Bericht eines Teilnehmers) sind über die Programm-Seite verlinkt.

Ein fundierter Kurzbeitrag des BR über Lichtverschmutzung, der insbesondere die Initiative „Paten der Nacht“ würdigt (während eine halbstündige Sendung desselben Senders nur temporär online ist) – auch wie in Arizona die Stadt Flagstaff Astronomen-freundlich auf LEDs wechselte, ein sehr bunter Amateur-Mond, der Jupiter vorgestern, ein Artikel über die AAVSO von 1939 (mit Hunde-Story als Zugabe) – und die Erdrotation hält an, jedenfalls ein wichtiger Info-Service darüber. Während die Himmelsscheibe von Nebra von Halle nach London reisen wird … und wieder zurück.

Die Linse L3 des Large Synoptic Survey Telescope ist in einem Cleanroom am SLAC angekommen – und von drei Linsen seiner Kamera ist sie mit ~1 m Durchmesser noch die kleinste … Auch der Long Wavelength Array im Owens Valley (eine Art Prototyp für FARSIDE auf dem Mond) – und große Probleme für die vielen Sternwarten in Chile wegen der Unruhen und des Ausnahmezustands: ein Rundschreiben der ESO (plus Mitteilungen hier und hier) und Tweets von Las Campanas (früher), Gemini Süd und Cerro Tololo (früher). [0:55 MESZ] Ein illustrierter Augenzeugen-Bericht aus einer betroffenen Stadt, Valparaiso. [19:30 MESZ. NACHTRAG: ein AURA Release und Hintergrund-Artikel hier, hier und hier]


22. Oktober

So sieht das deutsche Röntgenteleskop eROSITA auf Russlands SpektrRG die Große Magellansche Wolke: Dieses ‚First Light‘-Bild (das auch das große Gesichtsfeld relativ zum ESA-Satelliten XMM-Newton demonstriert) gehört mit u.a. auch einem Pulsar, einem Supernova-Überrest, einer Seyfert-Galaxie und zwei interagierenden Galaxienhaufen zu den ersten Resultaten, die heute bei einem kleinen Symposium in Garching vorgestellt wurden – kurz zuvor hatte SpektrRG den finalen Orbit am L2-Punkt erreicht. Die Inbetriebnahme von eROSITA dauerte wegen einiger Anomalien in der elektronischen Steuerung der Kameras länger als erwartet, aber die Probleme erwiesen sich als nicht kritisch: Man arbeitet weiter daran, aber in der Zwischenzeit kann das Programm normal fortgeführt werden. Das Teleskop ist nun in einer Phase der Kalibrierung und Überwachung, mit astronomische Beobachtungen, um das Instrument besser zu verstehen [NACHTRÄGE: noch mehr Resultate via Roskosmos, eine Lichtkurve der o.g. Galaxie, ein Vortrag bei AoT Bonn, zwei Video-Clips, ein IAC-Auftritt und eine PM des DLR und Artikel hier, hier, hier, hier und hier]. Auch ein Paper über TESS und Körper in unserem Sonnensystem – und Keplers Exoplaneten-Systeme sonifiziert, was beim Verständnis ihrer Entstehung helfen mag.

Junos 20. Perijovium animiert. Derweil ist InSights Mars-Maulwurf 28 cm tief in den Boden vorgedrungen (die auch in einem Logbuch-Eintrag vom 18.10. beschriebene Rettungs-Methode funktioniert wirklich), und es gibt neue Bilder von Indiens Marsorbiter MOM. Auch das Innenleben von Io, ein 48-Seiten-Dokument der NASA zu neuen Regeln bei der Planetary Protection [NACHTRAG: ein weiterer Artikel], die Voyagers am Rand des Sonnensystems, das Ende der Mission der Van Allen Probes, die USA-Reise des Solar Orbiter (Artikel hier, hier, hier und hier) und das Ozon-Loch diesmal extra klein. Sowie die Orbital-Familien von Satelliten, ein Katalog besonders weit entfernter, ein mysteriöser geostationärer Satellit aus China, das kommerzielle Raketen einführen will, ein USAF-Satellit auf Inspektions-Kurs, diverse Einsprüche gegen die Starlink-Schwemme [NACHTRAG: was SpaceX da plant], der Status des Starliner, das Ende von HDEV von der ISS, ein Auftritt von Samantha, neue Dokumente über Voskhod-1 – und in Washington, DC, läuft der 70. Int’l Astronautical Congress: ausgewählte Live-Übertragungen und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [15:45 MESZ. NACHTRAG: und hier, hier, hier und hier]

Und noch mehr Pretty Pictures aus der Weltraumforschung heute: vom Dual-Frequency Synthetic Aperture Radar (DF-SAR) auf Indiens neuem Mond-Orbiter Chandrayaan-2 liegen die ersten Resultate vor! Drei verschiedene Echo-Typen wurden hier R, G und B zugeordnet, so dass sowohl Ejekta-Felder von Kratern als auch deren Verwitterungsgrad erkennbar werden – und die ISRO betont, so etwa sei bei früheren Radaranlagen im Mondorbit nicht möglich gewesen, auch dem LRO nicht. Auch neue Erkenntnisse über einen Fund von Chang’e-4 auf der Rückseite. [18:05 MESZ. NACHTRAG: Der LRO hat den gecrashten Vikram auch am 14. Oktober nicht gesichtet] Und auch dieses Bild ist bemerkenswert: ein (Fan-)Mosaik des Olympus Mons aus drei Aufnahmen der kleinen Kamera VMC auf dem ollen Mars Express der ESA – die eigentlich nur an Bord war, um den Abflug des (gescheiterten) Landers Beagle 2 zu beobachten. [19:35 MESZ]


20. Oktober

Nach CN jetzt auch C2 im interstellaren Boris nachgewiesen

Nach dem Nachweis von CN in 2I/Borisov (Press Releases hier und hier und Artikel hier und hier) ist nun auch der Nachweis von C2 in der Koma gelungen: Das Verhältnis der Produktionsraten Q(C2)/Q(CN) von 0.5±0.1 würde Borisov im Sonnensystem als „abgereicherten“ Kometen einordnen, was für die Jupiter-Familie typisch wäre – aber die Bedeutung für einen Kometen aus einem anderen Sonnensystem ist natürlich offen. Weitere aktuelle Borisov-Papers behandeln die Geschwindigkeit seiner Staubteilchen (70 bis 90 m/s) und diverse andere Eigenschaften (z.B. dass der Kern wohl nur ein paar 100 m groß ist) – ein Press Release [alt.] und zahlreiche Artikel wie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier beziehen sich dagegen auf ein altes Paper, dessen generelle Schlussfolgerung, dass sich Borisov nicht von Kometen des Sonnensystems unterscheidet, die neueren allerdings nicht verändert haben. Oben eine Hubble-Aufnahme von Borisov (weitere Press Releases hier, hier und hier, ein Video, Amateur-Bearbeitungen der Rohbilder hier und hier und Artikel hier und hier), und es gibt Bilder vom Boden vom 12., 10. und 4. Oktober, Papers über interstellare Objekte als Quelle langperiodischer Kometen, die möglichen Querverbindungen zwischen solchen Gästen und Bildern zirkumstellarer Scheiben von ALMA (ein Artikel dazu) und die Natur des ersten Besuchers ‚Oumuamua, der mal als eine Scheibe und mal als fraktales Staub-Aggregat betrachtet wird – und die Frage einer Reise zu einem solchen Objekt.

Der Komet 260P/McNaught am 11. Oktober von Pater Christoph mit dem 30-cm-Newton der Klostersternwarte Münsterschwarzach – quasi im Auftrag dieses Blogs – aufgenommen. Auch ein Bild von heute, wie mit dem eVscope eine Sternbedeckung durch den Trojaner Orus beobachtet wurde, einem Ziel für die NASA-Mission Lucy [NACHTRAG: die gerade die Critical Design Review geschafft hat] – und der Status und die Strategie der AAVSO: Die über 100 Jahre alte Gesellschaft für Veränderliche tagt gerade.

Ein großes Citizen-Science-Projekt u.a. zur systematischen Erfassung von Quellen der Lichtverschmutzung im Kontext von Satelliten-Beobachtungen ist am Wochenende in Jena ernsthaft gestartet: ein Artikel mit vielen Links in einem anderen Blog in den Einträgen vom 18. und 19. Oktober und viele Bilder, insbesondere auch von Folien – diesmal ist der Ansatz „Co-Design“, d.h. Bürgerforscher sind bereits in der Planungsphase involviert. Auch ein Artikel zu legalen Aspekten von Lichtverschmutzung, ein besonders absurdes Beispiel unter einer Brücke in Leiden, wie die NASA Nationalparks hilft, u.a. die Wirkung von Licht auf Wildtiere zu tracken, ein großer Plan für ein „Dark Sky Center“ in der Nähe der Großstadt Phoenix in Arizona, Neuseeland auf dem Weg zur ersten Dark Sky Nation – und vom Erfinder ein Buch über das ‚Zooniverse‘, das erste große Citizen-Science-Unternehmen in der Astronomie. [23:55 MESZ]


18. Oktober

Infrarotspektren verschiedener Punkte auf dem Mond vom Imaging IR Spectrometer (IIRS) auf Chandrayaan 2, das 800 nm bis 5.0 µm abdeckt – die Unterschiede hängen sowohl mit Differenzen in der Chemie wie unterschiedlicher Ver(weltraum)witterung zusammen. Auch die Suche des LRO nach Vikram, ein chinesisches Mond-Paper hinter einer amerikanischen Paywall von Chang’e-4, der nun schon 10 Mond-Tage auf der Mondrückseite durchhält, neue Bilder von HiRISE auf dem MRO von Curiosity und InSight, wo die neue Maulwurf-Methode offenbar funktioniert (mehr, mehr und mehr), ein erstes Bild von Chinas Mars-Lander 2020, gewisse Fortschritte beim Fallschirm-Problem des ExoMars-Landers 2020, neue Bennu-Nahaufnahmen hier und hier und ein verrückt entzerrtes Juno-Bild mit GRF. Sowie die 1-m-Bilder von Iceye zu kaufen, das Mikrowellen-Experiment für JPSS-2, die Top-Entdeckungen der Van-Allen Probes, der Starttermin für den Solar Orbiter von ESA & NASA (der 5.2.2020), alle Kameras von eROSITA in Betrieb – und der Flug von CHEOPS nach Französisch-Guyana, mit einem Co-Passagier an Bord. [1:00 MESZ]

Schon wieder eine große Feuerkugel über Mitteleuropa

Diesmal passierte es am 16. Oktober um 20:58 MESZ und wird außer in den Meldungen hinter der Karte von Beobachter-Verteilung und grob rekonstruierter Flugbahn auch in Artikeln hier (mehr) und hier erwähnt. Auch die Kometen Africano gestern und 260P am 29.9., ein Besuch im Meteor Crater, die neueste Ausgabe des Journal for Occultation Astronomy, ein Reiseführer zu dunklen Orten, eine Amateur-Messung der Polarisation des Nachthimmels am Cerro Paranal, die Daten-Verfügbarkeit der VISTA Magellanic Survey, die Astronomie in Argentinien, die La-Palma-Option für das TMT – und wie man mit LOFAR Kosmologie betreiben kann. [1:00 MESZ]

Da sitzt ein 16-Cubesat auf einer gerade abgetrennten Kickstage auf einem Live-Bild aus 433 km Höhe, aufgenommen von der Oberstufe einer Electron-Rakete, die in Neuseeland gestartet war: Es handelt sich um Palisade von Astro Digital. Die Live-Übertragung, daraus das Staging, der Fairing-Abwurf und besagte Kickstage im Abflug sowie Screenshots hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier; später will man mit der Bergung der Raketen beginnen. Ferner was nach Indiens ASAT-Test immer noch im Orbit ist, der Start des Zentralmoduls von Chinas Raumstation 2020, der Bau des Dream Chaser als künftigem ISS-Transporter, der Status der Commercial Crew bei Boeing und SpaceX, die erste EVA nur mit Frauen heute (mehr), ein neuer NASA-HSF-Chef (mehr), was die ESA von den Ministern will, kuriose BDI-Weltraum-Visionen und der XXXII Planetary Congress der ASE in Houston, von dem die Eröffnung und ein paar Sessions online sind. [1:00 MESZ. NACHTRÄGE: die „Berliner Weltraumerklärung“ und eine PM des BDI sowie erste Reaktionen – und zur all-female EVA eine NASA-Notiz, ein Gruppenbild und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]