Live-Blog zur Raumfahrt ab dem 24. Januar

24. Januar 2022

25. Januar

Was der Solar Orbiter alles mit dem Kometen Leonard anfangen konnte, dem die ESA-Sonde recht nahe kam, ist nun hier detailliert beschrieben: Neben Fernerkundung durch das Instrument METIS – hier Bilder im Visuellen – kamen auch In-Situ-Messungen des Schweifs zustande, auf die britische Forscher aufmerksam gemacht hatten. Auch die VAE-Mondmission im Plan für einen Oktober-Start, die Flut von Mars-Bildern von Hope (weitere Amateur-Verarbeitungen hier und hier), die schwierige Interpretation der MARSIS-Radarechos vom Mars Express – und vor 36 Jahren flog Voyager 2 am Uranus vorbei (der erste Erst-Besuch bei einem Planeten seit gut 6 Jahren): damals live aus dem JPL eine PK vorab, ein Update und lange Sondersendungen Nr. eins, zwei, drei und vier. [17:35 MEZ]

Ein netter Zeitraffer über die Start-Kampagne des JWST, die mit etlichen neuen Kamera-Perspektiven auf das Abheben endet – auch ein Berkeley Release zur weiteren Inbetriebnahme, ein Glückwunsch von Ministerin Stark-Watzinger, der erste Übungs-Stern für Webbs Spiegel-Justage, ein weiterer MIRI-Thread, das JWST jetzt am Himmel, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und morgen gibt’s um 18:00 MEZ ein Q&A auf Twitter und um 21:00 MEZ und um 4:00 MEZ Online-Shows zu Webb vs. Planeten und Exoplaneten. [20:45 MEZ]

Eine mysteriöse Struktur auf der Meeresoberfläche direkt bei den Überresten der Inseln zwischen denen der Vulkan explodierte, beobachtet von einem Capella-Satelliten per Radar sechs Tage später: Macht sich hier die Topografie unter der Oberfläche – insbesondere die riesige Caldera, die ungefähr dort ist – bemerkbar, sind es kuriose Strömungen, ist es Rest-Wärme? Auch Sat-Bilder der Schäden auf bewohnten Inseln, die große Troposphären-Welle tagelang unterwegs, einer PM des FZ Jülich zu den Schwerewellen, Sat-Messungen der Wolke vom Ausbruch, möglicherweise Asche schon bis Südamerika geweht, unerwartet starke NLC in Argentinien, die was mit dem Ausbruch zu tun haben könnten, und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Ferner die Pläne mit GOES-T (der nach dem Start am 1. März GOES-18 heißen wird), ein großer Gesundheits-Check der 52 Beidou-Navsats Chinas, Probleme mit der H3 Japans. die Sonne am Horizont von der ISS, die Wasserung des Cargo Dragon, ein Hörtest Maurers unter Experimenten auf der ISS – und die Crew von Chinas Station ist 100 Tage an Bord. [23:35 MEZ]


24. Januar

Das JWST ist jetzt im Halo-Orbit um den Lagrange-Punkt 2!

Mit einer 297-Sekunden-Zündung ab 20:00 MEZ hat der Satellit 1.6 m/s Geschwindigkeit hinzugefügt und damit den gewünschten Orbit um L2 des Erde-Sonne-Systems eingenommen, eine vor 40 Jahren entdeckte Konfiguration, die auch die Grafiken von dieser und das Video von dieser Seite zeigen – auch der Kontrollraum während des Manövers, die Rückkehr von Webbs Ariane-Oberstufe in Erdnähe 2047, Threads hier und hier zu MIRI und ein weiterer zu NIRSpec und wie Webbs Instrumente einst getestet wurden. [20:25 MEZ] Den Demokraten gefällt’s im L2 – auch ein ESA Release und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [21:15 MEZ] Und nun noch eine NASA-Telecon um 22:00 MEZ. [21:55 MEZ] Da ist zu hören, dass das Insertion-Manöver heute 30 Tage statt wie früher mal angekündigt 29 Tage nach dem Start durchgeführt wurde, weil ein Montag logistisch einfacher war – mehr Treibstoff wurde deswegen nicht gebraucht. Das kühlste Teil des Satelliten ist jetzt der Sekundärspiegel mit 35 Kelvin, alle Aktuatoren der Optik – ein Drei-Spiegel-Anastigmat – sind bereit, und die Justage an einem hellen Stern beginnt bald: Da muss noch viel passieren, bis es was zu sehen gibt. [22:15 MEZ] Nächste Woche sind die Instrumente kalt genug zum Einschalten (das Ziel ist 40 K, nur MIRI wird mit einem Cryocooler auf 7 K gebracht): Dann wird ein 6-mag.-Stern im UMa angepeilt, und das Justieren der Spiegelsegmente beginnt. Ihre Temperatur – z.Z. 60-80, Ziel 50-60 K – fällt genau nach Plan, der Sonnenschild funktioniert also perfekt. [22:40 MEZ]

Mal ein neuer Blick auf die ISS, aus einem Fenster des letztes Jahr angekommenen großen russischen Nauka-Moduls, der u.a. die Cupola zeigt – und umgekehrt ein Zeitraffer von Nauka bei der EVA vor 5 Tagen. Derweil gibt es Stress zwischen Russland und den USA, weil letztere dem Kosmonauten Nikolay Chub ein Visum verweigern, so dass er vor seiner ISS-Reise nicht im NASA-Mockup am JSC trainieren kann (mehr und mehr) und hat gerade die Präsidentin der EC bei Maurer angerufen [alt.], während der nächste Live-Call mit der Uni des Saarlandes schon übermorgen folgt: ein Live-Stream mit viel Rahmenprogramm am 26.1. ab 14:00 MEZ.

Hier wird ab 21:00 heute live zum Eintritt des JWST in den L2-Orbit informiert: eine Animation und Threads zum Manöver hier, hier und hier, die fallende Temperatur und steigende Datenrate des Satelliten und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Auch ein ESA-Weltraum-Gipfel am 16. Februar und der mögliche Raketen-Stufen-Einschlag auf dem Mond im März. [19:25 MEZ. NACHTRAG: weitere Artikel dazu hier, hier und hier – ist aber „not a big deal“ …]

Jede Menge Optikreflexe im Gegenlicht und ein Cargo Dragon auf der Flucht nach dem Abdocken von der ISS gestern um 16:40 MEZ: auch ein Videoclip, weitere Screenshots hier, hier und hier, ein NASA Update (früher), ein NASA Release zur Nutzlast und Artikel hier, hier und hier. Sowie ein 6-Minuten-Video aus der Kapsel (wo das Ganze wie eine Fahrt in einem Vergnügungspark rüber kommt) und ein Interview mit einem Passagier (der das alles viel bedeutsamer findet) des New Shepard-Flugs Nr. 19 vom Dezember. [0:05 MEZ]

Der Start einer Atlas V vor 3 Tagen („Pünktlicher Start einer …“) in ungewöhnlicher Konfiguration mit einem einzelnen seitlichen Booster: Press Releases von ULA Launch und Northrop Grummany, viele Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, am Himmel die ausgasende Oberstufe hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch ein japanischer Artikel zur Analyse der Ryugu-Proben von Hayabusa 2, ein Vortrag über Raumfahrtmissionen im Sonnensystem – und der Satellit IXPE bei der Arbeit. [0:20 MEZ]

Noch ein Weltraumbild der traurigen Überreste der beiden Tonga-Inseln nach der Explosion des Vulkans dazwischen („Nicht mehr viel übrig …“): diesmal von einem Satelliten der russischen Kanopus-V-Serie, gestrichelt der Umriss des Ex-Trios davor, mit dem Kreuz am Ort des Ex-Vulkans. Auch die Inseln vom Radar-Satelliten Capella gesehen und aus der Nähe fotografiert. Ferner eine besonders klare Animation der Druckwelle beim Zusammenlaufen Nr. 1 am Antipoden-Punkt, bei der es sich um eine Lamb-Welle gehandelt haben dürfte (dazu ein Skript von 2002 und ein Paper von 1971) und Themen des Tages vom DWD zu der Welle und zu anderen Aspekten des Ausbruchs. [0:35 MEZ] Eine Analyse der dramatischen Veränderungen am Ort des Vulkans, ein Experte zu dieser befragt und Wissenschafts-Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [18:30 MEZ]

Allgemeines Live-Blog vom 15. – 23. Januar 2022

15. Januar 2022

23. Januar



Dreimal (Amateur-)Astronomie live in den letzten drei Tagen: das January Meeting der BAA gestern, bei dem es u.a. um die sieben größten Sonnenfleckengruppen ging (eine von diesem Blogger 2014 abgelichtete steht auf Platz 6), eine Vorschau auf das 1. Halbjahr 2022 u.a. des Physikalischen Vereins Frankfurt vorgestern und „The Sky: Why it Matters and How We Might Lose It“ für die Astronomical Society of Glasgow vor drei Tagen. Auch der 100-Zöller auf dem Mt. Wilson 1930 (einige Minuten Filmschnipsel), die Idee für einen „Astronomischen Rundweg“, der die heimische Kultur von Zemmin „mit deren Entwicklung über das Bindeglied Astronomie ins Licht“ rücken soll, gleich drei Beiträge über Aurora-Beobachter hier, hier (am Ende) und hier, ein großes Lichter-Löschen in Franeker in Friesland im November 2021 (eine Projekt-Seite, Artikel hier, hier, hier, hier und hier und ein astro-lastiger Reisebericht aus der generellen Gegend) und ein tiefschürfendes Paper über Citizen Science und ihre Typen. Plus die Sonne heute, eine Lichtkurve von 1994 PC1 in Erdnähe, NEA 2022 AE1 weg aus allen Risiko-Listen [NACHTRAG: ein Artikel dazu] – und die Kometen 109P/Ciffreo gestern, 19P/Borrelly gestern und vorgestern und Leonard gestern und vorgestern: auch hier und hier und eine lange Serie bis dann. [17:20 MEZ] Und noch ein 67P/Chury von heute und ATLAS vom 8.1. [21:45 MEZ – Ende]


21. Januar

Die Vulkan-Explosion könnte 50+ Mt Energie gehabt haben

Also die Energie von mindestens 50 Megatonnen Masse hochbrisantem TNT-Sprengstoffs, in der im Explosionswesen gerne gerechnet wird: Diese noch ziemlich vage Abschätzung aus dem weltweit gemessenen Infraschall würde das Ereignis in der Dimension der größten Wasserstoffbombe der Geschichte ansiedeln, aber selbst diese ‚Zar-Bomba‘ produzierte eine deutlich geringere Amplitude der Druckwelle in der Atmosphäre als der Vulkan-Ausbruch. Oben ein Standbild aus einer Animation von Aufnahmen des Advanced Baseline Imager auf GOES-17 (die hinter dem Bild liegt), darunter ein Airmass RGB-Bild von Hiwamari-8, das die wohl erstaunlich hohe Wolke in der Stratosphäre und einen spontan sublimierten Ring aus Wasserdampf zeigt, und unten ein Foto von der ISS vom nächsten Tag mit reichlich Asche über dem Pazifik: Zahlreiche Satelliten-Bilder rund um den Ausbruch gibt es in kommentierten Sammlungen von EUMETSAT, NASA und JAXA, dazu die Vulkan-Insel vorher und nachher von Pléiades und Sentinel 2, die Druckwelle aus geostationärer Sicht animiert, ein globales Differenz-Bild, ihre Geschwindigkeit langsamer als der Schall (aus vielen Barometer-Daten), eine schöne Animation vs. Druckmessungen an verschiedenen Orten, wie sie zuerst Davos erreichte, die Ausbreitung der Schwefeldioxid-Schwaden bereits über Australien hinweg und vor Madagaskar, die Küste Tongas nach dem Tsunami und weitere Artikel zu wissenschaftlichen Aspekten hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier, hier, hier, hier, hier und hier]. Auch das gestrige Meeting des President’s Council of Advisors on Science and Technology (PCAST) über Satelliten-Messungen von CO2 und CH4 [NACHTRAG: ein später ESA Release dazu], MeckPomm aus dem Weltraum von Sentinel 2 und Datenverarbeitung von Erdbildern mit neuen Methoden. [17:25 MEZ]

Noch eins von weiteren Pretty Pictures der russischen EVA and Prichal und Nauka vorgestern (s. 2-mal u.): auch Artikel hier und hier und Clips in Space2Ground. Sowie ein Zeitraffer eines Europa-Überflugs im Vollmond-Licht am 17.1., ein Anruf bei Maurer aus Davos gestern, die morgige Rückkehr des Cargo Dragon, die Übergabe des Aufblas-Moduls an die NASA, der seltsame Plan eines „Space Arena Module“ 2024 (Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Merkwürdiges im Kontext) und das archäologische Projekt (auch ein Press Release und ein Artikel) auf der noch lange betriebenen Station. Auch ein Video vom Robot-Arm von Chinas Station, der aktuelle Zeitplan von Artemis mit längeren Lücken, Artemis I vor dem Roll-Out für ein Wet Dress Rehearsal auf der Rampe – und der Sonnensegler zu einem Asteroiden als eine der Beigaben.

Pünktlicher Start einer Atlas V am Cape mit zwei Satelliten des Geosynchronous Space Situational Awareness Program für die Space Force vor einer halben Stunde: der Webcast, der 15 Minuten nach dem Start endete (wo es noch viele Stunden dauern wird, bis die Orbits erreicht sind), Fotos hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [20:30 MEZ] Und hier und hier und weitere Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch eine enge Begegnung von ASAT-Schrott mit einem chinesischen Satelliten (auch ein Artikel, ein Gabbard-Diagramm mit 1200+ Fragmenten, eine eine Visualisierung und ein Grundsatz-Artikel über ASAT-Folgen), die Core Stage der Ariane 6 nun vor Tests in Kourou, ein Raketen-Testunfall in Mojave (mehr Bilder), eine Erdkamera für alle im Orbit – und wieder viele Menschen gerettet durch COSPAS-SarSat.

Ein Transit des Mondes vor der Erde aus Sicht des Satelliten DSCOVR im Februar 2021, auch animiert – der Einschlag der Raketenstufe, die den Satelliten startete, auf den Mond am 4. März wird immer wahrscheinlicher, auch eine Animation. Ferner das Paper „A 2-year locomotive exploration and scientific investigation of the lunar farside by the Yutu-2 rover“ (Artikel hier, hier und hier), neue Bilder von Hope aus dem Marsorbit (ein Artikel), eine Flug-Verschiebung von Ingenuity wegen schlechten Wetters (Artikel hier, hier und hier), Percys Stress mit den Kieseln, das Ende des Safe Mode von Ingenuity und der ExoMars-Rover im Plan. Derweil ist der Astro-Satellit Swift in einem Safe Mode (Artikel hier und hier), hat TESS schon 5000 Exoplaneten-Kandidaten und soll Webb am 24.1. in den L2-Orbit eintreten, was mit zwei TV-Events begangen wird: auch der Abschluss des Ausfahrens der Spiegelsegmente (Artikel hier und hier), ein wissenschaftlicher Ausblick, Threads zu NIRSpec hier und hier, mal wieder ein Flare des Satelliten, neue ESA-Fotos vom Start [alt., alt.] – und wie der ESA-DG gerade erzählt hat, hatte das 30-Minuten-Startfenster mehrere Lücken gehabt … wegen Überflügen von Starlink-Satelliten. [23:55 MEZ]


20. Januar

Der junge stellare Jet MHO 2147 gesehen von Gemini Süd mit Adaptiver Optik, ein Objekt – das andere – aus dem Paper „High-resolution images of two wiggling stellar jets, MHO 1502 and MHO 2147, obtained with GSAOI+GeMS“, das auch hier beschrieben wird. Auch die Rückkehr von RS Oph nach der Sonnenkonjunktion mit Fortsetzung der Lichtkurve – und ein M-Flare nahe des Sonnenrands heute früh: Visuals hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Der erste bekannte Asteroid mit drei Monden ist (130) Elektra, deren dritter Begleiter nun mit dem VLT-Instrument SPHERE entdeckt wurde, mit der Bezeichnung S/2014 (130) 2, weil die Daten schon gut 7 Jahre alt sind – die Bahnverhältnisse in dem Quadrupel-System werden durch die vorliegenden Zeitschritte aber noch nicht gut bestimmt. Auch Komet Leonard heute mit einem kleinen Ausbruch (mehr und mehr), ein Vergleich von Meteorbeobachtungen mit Video und visuell im Hinblick auf den Populations-Index, riskante Beobachtungen der Venus mit SOFIA – und ein Kinderbuch über „Forgotten Astronomers“.

Die Druckwelle der Vulkanexplosion in Tonga vor 5 Tagen läuft weiter um die Erde … oben sieben Nachweise aus der Schweiz (in Florida könnten sogar acht gelungen sein), darunter sechs sehr klare (jeweils ein Paar aus der Welle vorwärts und vom Antipoden-Algerien zurück) aus Island – und unten das erste Paar mit einem Mikrobarometer in Oberpfaffenhofen gemessen: Diese Technik bedarf einer besonderen Erklärung, den ’normale‘ Barometer-Daten sehen so aus. Auch ein angeblicher optischer Nachweis der Wellen am Himmel (Interpretation unklar, vielleicht zufällige Schwerewellen in Airglow) – und Lehren für die Mars-Forschung aus der Explosion sowie das Paper „Radiative thermal conductivity of single-crystal bridgmanite at the core-mantle boundary with implications for thermal evolution of the Earth“ nebst einem Press Release, eine weitere Analyse und bunte Visualisierung der steigenden Erdtemperatur – und ein Eisberg hat 152 Mrd. Tonnen Süßwasser freigelassen. [21:25 MEZ]


19. Januar

Bemerkenswertes IR-Live-Video vom Nachtstart einer Falcon

gab es gerade im Webcast zu sehen: oben Sekunden nach der Trennung der 1. Stufe, die sich gerade nach links davon macht (um auf einem Schiff zu landen, auch davon war das Live-Video ungewohnt Aussetzer-arm), darunter das Entschwinden von ihr und auch der beiden Hälften der Nutzlastverkleidung. An der Bord der 2. Stufe rechts waren die nächsten 49 Startlink-Satelliten … deren Impakt auf die Astronomie gerade wieder Gegenstand zweier Papers war: „Impact of the SpaceX Starlink Satellites on the Zwicky Transient Facility Survey Observations“ (auch ein Press Release, Threads hier, hier und hier und Artikel hier und hier) und „Analytical simulations of the effect of satellite constellations on optical and near-infrared observations“ (auch Threads hier und hier). Ferner eine Erwähnung des Nutzens systematischer astronomischer Beobachtung der Störenfriede in der Neujahrs-Botschaft des Chefs der japanischen National-Sternwarte, seltene offizielle Start-Statistiken (1469 Starlinks sind demnach aktiv und – mit den heutigen 49 – weitere 321 auf dem Weg nach oben), tiefe Fragen zur Start-Rate [unrolled], eine wohl besonders schlechte Satelliten-Charge letztes Jahr, ein unabhängiges Video vom letzten Start – und was der Konkurrent OneWeb bisher erreichte, 280 von 396 Satelliten sind in operationellen Orbits. [3:25 MEZ]

Die startende Rakete vor dem Vollmond, weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [4:35 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein OneWeb Release Artikel zu allen MegaCons von heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr und mehr), vorgestern, dem 16.1., 15.1., 13.1., 12.1., 11.1. (mehr), 10.1. (mehr, mehr und mehr), 8.1. und 6.1. und ein 6-Minuten-Video. [17:55 MEZ]

Ein Schnappschuss von der gerade laufenden EVA zweier Kosmonauten, hier auf Prichal am Werke: aus dem TV-Stream Clips hier, hier und hier und Screenshots hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch Bakterien-Forschung auf der ISS (und was da so wohnt), ein kurioses ‚archäologisches‘ Experiment auf der Station, wie dort ein Papierflugzeug fliegt, die Verdopplung des Impakt-Risikos (2. Slide unten) für die ISS durch die ASAT-Trümmer-Wolke, morgen schon wieder Maurer live (und nächste Woche mindestens zweimal), ein alter Booster für die Crew 4, der aktuelle Plan für den OFT-2 von Boeings Starliner vor dem Erstflug mit Crew, die nächste Phase der ESA-Astronauten-Auswahl, warum Maurer nicht Raumfahrer Nr. 600 ist, zu wenig NASA-Astronauten und Ende März immer noch offizielles Ziel für Artemis I. Sowie Ariane-6-Hardware in Kourou, die letzte Proton nach 6 Dekaden, wie sich die NASA nach einem Jahr Biden selbst sieht, eine neue Weltraum-Politik der NATO – und die Aufzeichnung der Jahres-PK des ESA-DG gestern: alle seine Slides (Aliens auf Enceladus: Folie 16), eine Auswahl davon, seine eigene Zusammenfassung und Artikel hier, hier und hier. [18:40 MEZ. NACHTRAG: und hier]

Was von Hunga Tonga-Hunga Ha’apai übrig blieb auf dem Bild eines Planet-Satelliten von gestern (oben) und einer Aufnahme von Sentinel 2 vorgestern (auch die Animation einer Zeitreihe) sowie unten die weiter westwärts vorgerückten Schwefeldioxid-Schwaden (mehr, mehr und mehr. Ferner ein IR-Sat-Video der Explosion, eine Visualisierung des DWD, zwei verschiedene seismische Effekte durch die Druckwelle in CA, ihr erneutes Eintreffen in den NL und im U.K. und was ein Ring-Laser in Bayern sah, eine unerwartete Beobachtung atmosphärischer Schwerewellen, weitere Satelliten-Bilder zur Lage hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel zu Geophysik und mehr hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [18:55 MEZ]

Die russische ISS-EVA – s.o., hier ein später Screenshot – ist nach 7 Stunden und 11½ Minuten zuende gegangen, Prichal ist bereit für die erste Soyuz im März: von dieser 246. ISS-EVA insgesamt weitere Video-Clips hier, hier und hier und Screenshots hier, hier, hier, hier und hier, auch die Vulkan-Asche von der ISS aus gesehen – und selten gehörte Astronauten-Worte hier und hier zur Lichtverschmutzung (sonst betiteln viele ihre ISS-Nachtaufnahmen heller Städte jubilant). Beim JWST sind nun alle Spiegel-Segmente ausgefahren, auch die letzten zwei, während die himmlische Helligkeit des Satelliten konstant geworden ist (auch die ESA Webb Challenges, Threads zu den Spiegel-Aktuatoren und IR-Sensorem und ein Artikel zur Rolle Canberras), InSight ist nicht mehr im Safe Mode, nachdem sich die Licht-Situation gebessert hat, Curiosity hat etwas zum Kohlenstoff auf dem Mars entdeckt (mehr, mehr und mehr) – und man kann Satelliten auch im Erdschatten nachweisen, beleuchtet von Stadtlicht. [21:15 MEZ]


18. Januar

SoFi 2021 – Druckmüller hat fertig: Der internationale Star der Korona-Bildverarbeitung Miloslav Druckmüller hat sich hier einer deutschen Belichtungsreihe der Sonnenfinsternis vom 4. 12. 2021 über dem Union Glacier in der Antarktis angenommen, wo auch dieses Video entstand, während sich dieser Artikel mit einem Schiff beschäftigt. Rechts unten ein koronaler Massenauswurf, auch die Sonne gestern – und der blasse Leonard heute. [16:55 MEZ]

Wie die Druckwelle der Vulkan-Explosion in Tonga – offizielle Lageberichte hier, hier und hier – mehrmals um die Erde lief: eine Erklärung der Grafik (Abstand von Tonga in Grad gegen die Tage 15.-17.1.), eine gute Meteosat-Animation der Welle und einzelne Messungen hier, hier, hier und hier. Auch die Temperatur der Erde im Jahr 2021, die Entwicklung seit 1880, eine Feuerkugel über Indien, der berühmte kanadische Meteorit analysiert – und eine Live-Beobachtung aus Italien des Asteroiden (7482) 1994 PC1 gerade in Erdnähe: Um 21:00 MEZ soll’s hier mehr geben. [19:25 MEZ]

Und schon isser vorbei … Bilder und Videos des Asteroiden in Erdnähe gibt’s z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – ein paar Sterne bedecken wird er auch noch. Derweil hat auf der Sonne einen M-Flare gegeben: mehr Visuals hier, hier und hier. [22:55 MEZ. NACHTRÄGE: eine CME im Zusammenhang hier und hier – und mehr Videos und Bilder von 1994 PC1 hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Der war auch Aufmacher von Colberts Monolog … wobei die Hochhäuser als schräge Größenvergleiche bereits diesem Blogger aufgefallen waren]


17. Januar

So lief die Druckwelle der Explosion zweimal um die Erde

Drei Einzelbilder aus jeweils dahinter liegenden faszinierenden Animationen durch japanische Spezialisten hoch-verarbeiteter Bilder von Wettersatelliten, die den Lauf der Wellen der Vulkan-Explosion von Tonga fort gegen 8:30 MEZ und das Zusammenlaufen der Hauptwelle über Europa und Afrika gegen 20:00 MEZ vorgestern (die minimale Ausdehnung wurde gegen 23:00 MEZ über Algerien erreicht) und ihr erneutes Zusammenlaufen im Pazifik gegen 14:30 MEZ gestern zeigen – die minimale Ausdehnung nun wieder bei Tonga wurde dann gegen 17:00 MEZ erreicht, ziemlich genau 36 Stunden nach der Explosion.

Diese Grafik des Deutschen Wetterdienstes – Zeit vorgestern von 19:00 bis 22:00 MEZ – zeigt das Fortschreiten der ersten Welle von Norden nach Süden über Deutschland, gemessen von Wetterstationen von Helgoland bis Hohenpeissenberg. Im Dokument hinter dem Bild gibt’s auch die zweite Welle, die Hohenpeissenberg zuerst und Helgoland zuletzt erreichte, auch die 1. Welle im Detail aus Göttingen und Teneriffa (mehr), die 1. und 2. aus Heidelberg, der Lauf der 2. über die USA und ein erneutes Signal im U.K. heute hier und hier.

Die bei der Eruption freigesetzte Wolke aus Schwefeldioxid heute nach Erreichen Australiens, andere Karten hier, hier, hier und hier: Nach ersten Abschätzungen der Menge ist mit keinem klima-relevanten Effekt zu rechnen. Auch die Asche-Wolke auf demselben Kurs nach Oz – ihr Eintreffen dort könnte der Auslöser einer peinlichen Falschmeldung von AFP über eine neue große Eruption gewesen sein.

Nicht mehr viel übrig ist von den beiden Inseln Hunga Tonga und Hunga Ha’apai, zwischen denen der junge Vulkan gewachsen war (oben ein Bild von Sentinel 2 vom 8. Dezember 2021): unten ein Pléiades-Bild von gestern Abend MEZ, das innerhalb der ehemaligen Umrisse fast nur noch Wasser zeigt. Die Bilder sind aus einer ersten Analyse der Situation (eine Zusammenfassung, es gibt auch erste Bilder bewohnter Inseln). Sie und auch andere Satelliten-Fotos bestätigen die Erkenntnisse von Sentinel 1 über das Verschwinden des Vulkans (Animationen der Radar-Entwicklung hier und hier): Dabei ist aber zu beachten, was für eine gewaltige Struktur unter der Wasseroberfläche verborgen liegt! Auch Daten von Aeolus zur Wolke, weitere Satelliten-Bilder von Tonga hier, hier und hier (Vorsicht, Asche auf Gebäuden!), ein leider reißerischer und schlecht dokumentierter Thread weiterer Visuals und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [18:55 MEZ] Und hier und hier sowie die Welle per Temperatur-Anomalie, eine vierte in Schottland, Nr. 1 & 2 in Moskau, 3D-Messungen per Seismografie, die Explosion in hoher Auflösung, die Inseln vorher & nachher mit Pléiades und Sentinel, noch früher und geologisch untersucht und weiteres Satelliten-Material hier und hier. Und in anderen Raumfahrt-News der Status von Sentinel 1b, das Paper „First measurements of low-energy cosmic rays on the surface of the lunar farside from Chang’E-4 mission“, der ExoMars-Rover im Test, weiter Bemühen um die Solarzellen der Asteroiden-Mission Lucy, die Inbetriebnahme des „Columbus Ka-Band Terminal“ auf der ISS [NACHTRAG: noch eine PM], das erste SLS repariert – und der Start von Shiyan-13 in China: Bilder hier, hier und hier, hier, hier und hier und Artikel hier und hier. [23:55 MEZ. NACHTRAG: und hier und hier]


16. Januar

Die Vulkan-Druckwelle aus Tonga kam zweimal in Europa an

In dieser Messung aus Hannover z.B. (hPa vs. UTC) erst gestern um 20:12 MEZ auf kürzerem Weg über den Norden (!), dann heute um 2:37 eine andere Stelle von Süden: Andere Barometrie-Plots mit beiden Durchgängen gibt's z.B. auch aus Berlin, München und Essen, der Schweiz hier und hier, England hier und hier, Schottland, Island, Südtirol, Moldau oder auch Alaska – und die erste Welle (ihr Lauf von Nord nach Süd über Mitteleuropa) im Detail aus Göttingen, Vechta, dem U.K., Algerien (nahe dem Antipoden-Punkt) und Indien. Die Abreise der Welle nach der Vulkan-Explosion – eigentlich eine Abfolge mehrerer Maxima – zeigt spektakulär ein Zeitraffer eines japanischen Wettersatelliten, der IR-Emission von Wasserdampf in der oberen Troposphäre betont, und auch ein amerikanischer sah was: Da gibt es offensichtliche Parallelen zu dem Impakten der Fragmente von SL-9 auf dem Jupiter 1994. Ferner Lidar-Messungen von heute, nach denen die Wolke (die über Europa so aussähe) immer noch > 20.5 km hoch ist, die Ausdehnung des Schwefeldioxids, die Radar-Daten von Sentinel der explodierten Insel prozessiert und animiert, der Tsunami simuliert – und all die Physik im Spiel. [20:25 MEZ]

Die beiden Passagen der Druckwelle über Präzisionsbarometer auf drei Vulkanen im Pazifischen Nordwesten der USA, die Zeit geht 30 Stunden von 13:00 MEZ gestern bis 19:00 MEZ heute, die lang anhaltenden Schwingungen des Luftdrucks sind jeweils farblich hinterlegt. Den Lauf beider Wellenteile über Deutschland – erst in eine, dann die Gegenrichtung – ist hier beeindruckend animiert. Auch ein weiterer Artikel zu Details der Explosion – und die Hilfe für Tonga läuft an. Anderswo im Sonnensystem Komet Leonard gestern über Australien, am 13.1. von NEOSSat, sein Plasmaschweif animiert vom 18.12.2021 bis 7.1.2022 und animiertes Detail. Auch der Asteroiden-Besuch übermorgen, die Venus gestern, der Uranus am 13.1., die Sonne heute (mehr), Action am Rand vorgestern (mehr und mehr), ein Versuch der Prognose der solaren Radiostrahlung mit KI, mal wieder Spekulation über ein kommendes großes Maximum der Aktivität, ein Amateur-Spektrum von Beteigeuze, Videos mit einer Himmels(vor)schau 2022 der VSW München und über Extreme Adaptive Optik für die Philosophical Society of Washington – und die multiplen Synergien mit dem Cherenkov Telescope Array. [23:25 MEZ]


15. Januar

Die Explosion des Hunga-Tonga Hunga-Ha’apai aus dem Orbit

heute früh MEZ gesehen von den Wettersatelliten Himawari 8 und GOES-17 und der Vulkan nur Stunden vorher (aber nachdem eine kleinere Explosion gestern den Kegel eingeebnet hatte) von einem Satelliten der Planet Labs, die die Inseln schon eine Weile überwachen, wo der junge Vulkan erst vor sieben Jahren entstanden war: ein Übersichts-Bild, weitere Videoclips aus Satelliten-Daten hier [alt.], hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, eine Animation der Druckwelle, wie sie in Japan ankam, Nachweise auch in Alaska und Oregon, ein Tsunami auf Tonga, ein Thread, ein News-Clip und Artikel hier, hier, hier und hier. [20:00 MEZ]

Die Druckwelle der Explosion hat kurz nach 20 Uhr MEZ Mitteleuropa erreicht: hier Live-Messungen einer Wetterstation in Essen, weitere deutsche Zacken hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie Daten aus den Niederlanden hier, hier, hier, hier und hier, dem U.K. hier, hier und hier, Frankreich und Slowenien. Der Knall wurde in Alaska gehört, eine 1-Meter-Tsunami-Welle hat gerade Chile erreicht [NACHTRAG: wie es weiterging], das ausgestoßene Gas dürfte hingegen keinen Klima-Effekt haben, eine Analyse des Vulkans, seine Explosion von chinesischen Satelliten und einigen mehr gesehen – und ein Überflug des Radar-Satelliten Sentinel 1 danach. [21:45 MEZ. NACHTRAG: dieses Bild im Daten-Viewer sowie Satelliten-Video-Kompilationen hier und hier] Die Himawari-Bilder in voller Auflösung in einem Viewer (mehr und mehr), warum es gerade da passierte, ein Meteotsunami auf Puerto Rico, die Druckwelle über den USA – und noch jede Menge mehr Druckspitzen aus Europa, registriert etwa in Deutschland (mehr und mehr), der Schweiz (mehr), den Niederlanden [NACHTRAG: mehr] und dem U.K. [NACHTRAG: und Moldau – und Australien].

Ein Hubble-WFC3-Bild der Spiralgalaxie NGC 976 – auch Threads zu Spiegel-Justierung (mehr und mehr) und IR-Sensoren des JWST, ein weiteres Start-Video, Artikel von vorgestern hier, hier und hier und ein langes Interview mit Hasinger. Ansonsten Verarbeitung von Hope-Bildern aus dem Mars-Orbit, Schritte gegen die Verstopfung von Perseverance, der mögliche Crash einer Falcon-Oberstufe auf den Mond am 4. März (vom DSCOVR-Start 2015) – und das Paper „Hemolysis contributes to anemia during long-duration space flight“: auch ein Press Release und Artikel hier, hier und hier. [23:55 MEZ]

Virtuelle Astronomie von der AAS: 239 (und 238)

15. Januar 2022

Dieses Jahr ist die große Wintertagung der American Astronomical Society kurzfristig abgesagt worden: Sie hatte eigentlich erstmals wieder in Präsenz stattfinden sollen, was dann doch nicht ging, und die Zeit reichte nicht für die Organisation einer kompletten virtuellen Tagung. Aber immerhin gab es ein paar Online-Events und insbesondere acht Pressekonferenzen (Aufzeichnungen jeweils hinter der Überschrift, Links zu allen Slides hinter Datum & Zeit):

Galaxies & Quasars

Hier ging es am 10. Januar 2022 um 18:15 MEZ u.a. um
A Map of the Molecular Ring and Arms of a Spiral Galaxy,
Uncovering a Hidden Mini-Monster: A Heavily Obscured Active Galactic Nucleus in a Dwarf Star-Forming Galaxy und das
• Paper „A Sample of Massive Black Holes in Dwarf Galaxies Detected via [Fe X] Coronal Line Emission: Active Galactic Nuclei and/or Tidal Disruption Events (auch ein Press Release dazu).

Black Holes & Transient Phenomena

Der 10. Januar um 22:15 MEZ behandelte u.a. die Papers
„FIRST J153350.8+272729: the radio afterglow of a decades-old tidal disruption event“ (auch ein Press Release) und

„The X-ray and Radio Loud Fast Blue Optical Transient AT2020mrf: Implications for an Emerging Class of Engine-Driven Massive Star Explosions“ (auch ein Press Release [NACHTRAG: auch einer von Roskosmos] und ein paar Slides).

SDSS: Passing the Torch to Phase 5

Am 11. Januar um 20:15 MEZ ging es um den Data Release 17 der SDSS, beschrieben in dem Paper „The Seventeenth Data Release of the Sloan Digital Sky Surveys: Complete Release of MaNGA, MaStar and APOGEE-2 Data“, und den nächsten Schritt (auch Press Releases hier, hier und hier und ein paar Slides).

Stellar Nurseries, Clusters & Streams

Der 11. Januar um 22:15 MEZ brachte
A New Window on Star Formation History at the Galactic Center,

Giant Molecular Clouds: Storytellers of the Galactic Center’s History in the Past Few Hundred Years (auch ein Paper im Kontext und ein paar Slides), das
• Paper „NGC 5128 Globular Cluster Candidates Out to 150 kpc: A Comprehensive Catalog from Gaia and Ground-based Data“ (auch ein Press Release und ein paar Slides) und das

• Paper „S5 : The Orbital and Chemical Properties of One Dozen Stellar Streams“ (auch ein interaktives Tool, eine Animation, Press Releases hier, hier, hier und hier und ein paar Slides).

Evolving Stars & Their Activity

Am 12. Januar um 18:15 MEZ ging es um
Detection of White Dwarf Companions to Blue Lurkers in Star Cluster M67 und die Papers
4FGL J1120.0-2204: A Unique Gamma-ray Bright Neutron Star Binary with an Extremely Low Mass Proto-White Dwarf (auch ein Press Release und ein paar Slides) und

„Discovery of Extreme, Roughly-Daily Superflares on the Recurrent Nova V2487 Oph“ (auch ein Press Release und ein paar Slides).

Mapping Local Structure & More Evolving Stars

Der 12. Januar um 22:15 MEZ behandelte das
• Paper „Star formation near the Sun is driven by expansion of the Local Bubble“ (auch hier sowie mehr Material, Threads hier und hier, eine Gaia-Story, Press Releases hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier und hier und im Kontext das Paper „The Per-Tau Shell: A Giant Star-forming Spherical Shell Revealed by 3D Dust Observations“ nebst Press Release dazu),
Mapping the Interstellar Medium in Our Rear-View Mirror: The Million Year History of the Heliosphere (auch ein paar Slides) und die Papers
„A WC/WO star exploding within an expanding carbon-oxygen-neon nebula“ (auch Press Releases hier und hier, ein paar Slides und zum Kontext die Notiz „Introducing a new Supernova classification type: SN Icn“) und
„The Type Icn SN 2021csp: Implications for the Origins of the Fastest Supernovae and the Fates of Wolf-Rayet Stars“ (auch ein Press Release und ein paar Slides).

Exoplanets & Their Atmospheres

Am 13. Januar um 18:15 MEZ ging es um
Revealing the Stormy, Turbulent Nature of Giant Exoplanet Analogs (auch ein Thread und ein paar Slides) und die Papers
„Thermal Phase Curves of XO-3b: An Eccentric Hot Jupiter at the Deuterium Burning Limit“ (auch Press Releases hier, hier und hier),
„TESS Giants Transiting Giants II: The hottest Jupiters orbiting evolved stars“ (auch Press Releases hier und hier und ein paar Slides) und
„A Mirage or an Oasis? Water Vapor in the Atmosphere of the Warm Neptune TOI-674 b“ (auch ein Press Release) und
Discovery of Debris Disks in Kepler Habitable Small Planet Candidates (auch ein paar Slides).

Intriguing Stars & Citizen Discoveries

Der 13. Januar um 22:15 MEZ schließlich befasste sich u.a. mit
Betelgeuse, the Great Dimming: Before and After, dem Paper

„The TESS-Keck Survey. VIII. Confirmation of a Transiting Giant Planet on an Eccentric 261 Day Orbit with the Automated Planet Finder Telescope“ (auch Press Releases hier, hier und hier, ein Thread und ein paar Slides),
Discovery of the Widest Known Brown Dwarf Binary (auch ein paar Slides) und

Galaxy Zoo: Clump Scout: Surveying the local Universe for giant, star-forming clumps (auch ein paar Slides).

Teile der Nicht-Tagung Nr. 239 waren z.a. auch eine ‚Townhall‘ zu SOFIA (ein Artikel dazu), eine NASA Townhall (auch ein Artikel dazu) und eine NSF Townhall (man arbeitet inzwischen mit mehreren Megaconstellation-Unternehmen zusammen), während es Berichte über die Tage eins [alt.], zwei [alt.], drei [alt.] und vier und fünf [alt.] gibt. Die vorangegangene AAS-Tagung 238 war letzten Juni komplett aber virtuell durchgeführt worden, damals mit sechs PKs:

Stars & Clusters

Die erste am 7. Juni 2021 um 18:15 MESZ behandelte die Papers
„Laboratory measurements of the physics of auroral electron acceleration by Alfvén waves“ (auch Press Releases hier, hier und hier und mehr Material),

„An Observational Study of a ‚Rosetta-Stone‘ Solar Eruption“ (auch Press Releases hier, hier und hier) und

„Confirmation of a Second Propeller: A High-Inclination Twin of AE~Aquarii“ (auch ein Press Release und ein weiteres Video) sowie
Eta Carinae’s Change of State as Seen by Hubble from 1998 to 2021 (auch mehr Material, eine Webseite zu Eta Car und ein früheres Paper) und das Paper
„Rotation and Lithium Confirmation of a 500 Parsec Halo for the Open Cluster NGC 2516“ (auch ein Press Release und mehr Material).

Black Holes & Active Galactic Nuclei

Die PK am 7. Juni um 22:30 MESZ befasste sich mit
A Giant Arc [aus fernen Galaxien] on the Sky, den Papers
„Discovery of Dying Active Galactic Nucleus in Arp 187: Experience of Drastic Luminosity Decline within 10^4 yr“ und „BAT AGN Spectroscopic Survey. XI. The Covering Factor of Dust and Gas in Swift/BAT Active Galactic Nuclei“ (auch ein Press Release),
A Sensitive X-Ray Survey of the Rubin/LSST Deep-Drilling Fields,

A Merging Galaxy Triple Hosting a Potential Dual Active Galactic Nucleus und dem Paper
„Maximum black hole mass across cosmic time“ (auch ein Press Release).

Molecules in Strange Places / Get Ready for Webb

Am 8. Juni ging es um 18:15 MESZ um
Clues About Dying Stars and Outskirts of the Milky Way von ALMA (drei Präsentationen) und

The Giant Molecular Cloud Population of the Local Universe (auch ein weiterer Press Release), während um 22:15 MEZ in Erwartung des baldigen Starts Werbung für das JWST gemacht wurde.

Fast Radio Bursts / Exoplanets & Brown Dwarfs I

Die vorletzte PK am 9. Juni um 18:15 MESZ befasste sich mit dem
CHIME-Instrument zur Jagd nach FRBs und den Papers „First CHIME/FRB Fast Radio Burst Catalog“, „No Evidence for Galactic Latitude Dependence“, „Cross-correlations with large-scale structure“ und „Fast Radio Burst Morphology“ (auch Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier), dem Paper

„Statistics of the Chemical Composition of Solar Analog Stars and Links to Planet Formation“ (auch ein Press Release) und
Using Proper Motions from CatWISE2020 to Uncover New Objects in the Solar Neighborhood.

Exoplanets & Brown Dwarfs II

Und bei der letzten PK am 9. Juni um 22:15 MESZ ging es u.a. um
Revealing the Vertical Cloud Structure of a Beta Pictoris b Analog und
How Two Old, Unrelated Exoplanet Systems Turned Out to Be 400-Million-Year-Old Siblings

Aus den Konferenz-Sessions selbst Slides aus Session 105 zu Venus-Forschung und DAVINCI+, zur Session 117 (NASA Townhall) die Slides, ein ausgewähltes und ein Artikel, aus Session 133 (Betel Prize Talk) Gedanken zu Beteigeuze (auch ein ähnlicher älterer Talk über „The Weirdest Stars in the Universe“), aus Session 300 die offenen Fragen zu Coronal Mass Ejections), zur Session 335 (AAS Policy Town Hall) Slides hier und hier und ein Artikel – und noch Berichte zu den Konferenz-Tagen eins, zwei und drei und insgesamt. Und von anderen größeren virtuellen Tagungen 2021 gibt es Berichte vom DPS Meeting hier bzw. hier und hier, von der EAS-Tagung einen Thread zur Session über Megaconstellations – und von der CAP-Tagung sind alle Videos hier bzw. hier zu finden.

Allgemeines Live-Blog vom 13. – 15. Januar 2022

13. Januar 2022

15. Januar

Ringen um die Hubble-Konstante: Klarheit dieses Jahrzehnt

Der ewige Streit um die wahre aktuelle Expansionsgeschwindigkeit des Universums ist zuende, wenn drei unabhängige Methoden ein Ergebnis mit 1% Genauigkeit liefern – und diese drei Werte auch übereinstimmen: Das sagt Wendy Freedman, die vor zwei Jahrzehnten jene Hubble-Konstante H0 mit einem großen Projekt des Hubble Space Telescope auf 10% genau bestimmte und die gestern Abend in der „Golden Webinars“-Serie den Stand der Forschung u.a. mit diesen drei Grafiken zusammen fasste, von ihrem „Key Project“ bis heute. Oben in Braun Methoden, die mit Ia-Supernovae arbeiten, und in Grau die Ableitung von H0 aus der kosmischen Hintergrundstrahlung: Seit Planck (letzte vier Punkte) überlagern sich die Fehlerbalken nicht mehr, die ‚tension‘ beträgt 3 bis 6 Sigma. In der Mitte die Wahrscheinlichkeitsdichte einer ganzen Reihe Methoden, mit auffällig in der Mitte dem Tip of the Red Giant Branch (TRGB), mit dem als Weg zur Entfernungsmessung Freedman selbst auf 70±1 km/s/Mpc kommt. Mit so viel Überlapp mit Planck (auch in der unteren Grafik), dass Freedman ätzt, ohne die Supernovae & Cepheiden würde es schlicht keine Tension geben … und vermutet, dass v.a. in der Eichung letzterer ein übersehener systematischer Fehler stecke und ihre Genauigkeit zumindest deutlich geringer sei als bisher gedacht.

Das sehen die großen Cepheiden- und Supernova-Projekte natürlich völlig anders: Vor einem Monat erschien das Paper „A Comprehensive Measurement of the Local Value of the Hubble Constant with 1 km/s/Mpc Uncertainty from the Hubble Space Telescope and the SH0ES Team“, das ebenfalls in einem Webinar (die wichtigsten Folien, ein Thread und ein Gag) und einem langen Interview präsentiert wurde und auf 73±1 km/s/Mpc kommt – auch eine Material-Sammlung und Artikel hier und hier. Und was ist mit den Gravitationslinsen, die hier 2019 als dritte starke Methode neben Cepheiden/Supernovae und Hintergrundstrahlung diskutiert wurden? Von der hält Freedman wenig, was wiederum diese Community völlig anders sieht. Freedmans Vortrag – der bald in dieser Playlist erscheinen wird – endete jedenfalls optimistisch: Gaia, Hubble und das JWST würden es noch in diesem Jahrzehnt richten, wobei Gaia mehrere Methoden in der Milchstraße supergenau eichen kann und das JWST dank IR besonders gut geeignet ist, die TRGB-Methode auf ferne Galaxien anzuwenden. Und am Ende werden wir wissen, ob es die inzwischen bald 10 Jahre alte H0-Tension wirklich gibt – die einen Weg zu neuer Physik weisen könnte. Und wenn nicht: auch gut, denn das Standardmodell der Kosmologie alias ΛCDM lässt ansonsten kaum etwas zu wünschen übrig. [0:35 MEZ – Ende]


14. Januar

Donald Gurnett, Pionier der Astro-Sonifikation, 1940-2022

Gestern ist der Weltraum-Plasmaphysiker Donald „Don“ Alfred Gurnett im Alter von 81 Jahren gestorben: Diesen Blogger hatte er 1989 im JPL während des Encounters von Voyager 2 mit Neptun mächtig beeindruckt, denn er spielte auf einer Pressekonferenz die Messungen seines Plasma Wave Systems als Audiofiles vor … die er danach auf Musikkassetten an uns Berichterstatter verteilte! Dabei erzählte Gurnett Erstaunliches über das Thema seines Lebens, Plasmen im Weltraum: Er hörte sich deren Wellen in Töne umgesetzt auch selbst intensiv an, nahm dabei z.B. Parallelen zu den Geräuschen von Wasser in einem Bach wahr und zog dann daraus Schlüsse über Vorgänge in den Magnetosphären anderer Planeten. Auch das neue Paper „A source of very energetic oxygen located in Jupiter’s inner radiation belts“ – in dem Gurnett 3-mal zitiert wird (Ref. 36-38) – nebst einer PM des MPI für Sonnensystemforschung dazu und ein weiteres über Messungen von InSight während EDL von Zhurong auf dem Mars, die keinen Effekt nachweisen konnten. [1:55 MEZ]

Ein Abhang auf dem Mars, von dem mehrere Steine herunter gekullert sind: ein Stück aus einem Bildstreifen dem CaSSIS-Kamera auf ExoMars TGO von 2020. Auch Überlegungen hier, hier und hier zum mutmaßlichen neuen Orbit des Mutterschiffs von Chang’e-5 (distant retrograde um den Mond) und ein Falschfarbenbild des Kangerlussuaq-Gletschers von Sentinel 1. Und die Exoplaneten-Mission PLATO hat eine weitere Hürde genommen mit einer umfangreichen Critical Milestone Review, während das Paper „Beating the Lyth bound by parametric resonance during inflation“ Hoffnung auf mehr Ausbeute mit dem Kosmologie-Satelliten LiteBIRD macht – und sich die kuriose Lichtkurve des JWST am Himmel, auf dem derzeit nur ganz kleine Bewegungen an den Spiegelsegmenten stattfinden, exakt wiederholt [NACHTRAG: ein Zeitraffer dazu].

Raumfahrt gestern ganz im Gegenlicht … hier der Start einer Falcon 9 mit „Transporter 3“ = je nach Zählweise etwa 105 Kleinsatelliten und die Rückkehr der Unterstufe zum Cape mit ihrer 10. Landung (wobei sie ein Video aus dem Orbit danach zeigt): der Webcast, daraus Start, Staging, Landung (Detail), ein Deployment und Screenshots, ein anderer Webcast, mehr Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, die 44 SuperDoves (mehr), Sich-2-30 und Artikel hier, hier, hier, hier (früher), hier (früher), hier, hier, hier, hier und hier.

Und das Trägerflugzeug und der Abwurf der Rakete von Virgin Orbit mit sieben weiteren Kleinsatelliten: das Flug-Profil, der Webcast, in dem es aber wenig zu sehen gab, Press Releases von NASA, U.K. Gov’t und Spaceforce, Artikel hier, hier, hier und hier – und ein Kuriosum bei Virgin Galactic und der Abwurf-Prozedur. Heute gab es den vielleicht unterhaltsamsten Live-Auftritt von Matthias Maurer während seiner bisher zwei Monate auf der ISS, diesmal gleich mit sieben deutschen Schulen verbunden – und nach dem Inflight Call ist vor dem Inflight Call: Am 26. Januar gibt’s hier den nächsten, diesmal mit der Uni Stuttgart. Derweil wird in Köln die Mond-Simulation LUNA gebaut, hofft die NASA noch auf einen SLS-Erststart noch im März (während Beobachter eher auf den Sommer tippen), legt die neue Chef-Wissenschaftlerin der NASA mehr Wert auf Klima – und lässt die ESA in Sachen Solar Power aus dem Orbit forschen. [17:35 MEZ]


13. Januar

Leonard gibt nicht auf: noch einiger Schweif – und ~6 mag.

Zwar ist der Plasmaschweif von Komet C/2021 A1 inzwischen arg verblasst, aber der Staubschweif sieht noch gut aus (oben ein 12-ZollBild von Gerald Rhemann vom 10. Januar) – und die Helligkeit ist gar am 8. Januar noch einmal von 6.5 auf 5.5 mag. gesprungen (mehr), wobei sich das Aussehen des Kometen deutlich veränderte, und liegt jetzt um 6.0 mag. Oben noch zwei Videos von Beobachtern auf Hakos in Namibia und auf La Palma – neue Fotos sind inzwischen rar geworden, aber es gibt noch welche von gestern, vorgestern, dem 10.1. (mehr und mehr), 9.1. (mehr) und 8.1. (mehr und mehr) sowie einen Nachzügler vom 2.1. [2:55 MEZ] Soeben wurde Leonard übrigens auf nur noch 6.8 mag. geschätzt – ist nun wirklich Schluss? Auch der vermutlich fragmentierte 108P/Ciffreo am 9.1. (mehr und mehr), 8.1. (mehr, mehr und mehr) und 7.1., C/2022 A1 (Sarneczky) am 9.1., 8.1. und 7.1., 67P/C-G gestern, am 10.1., 8.1. (Zeichnung), 7.1. und 6.1., C/2019 L3 (ATLAS) gestern, 4P/Faye am 9.1. und 6.1., der Fern-Komet „Bern-Bern“ am 4.1. – und das Paper „Cometary Activity beyond the Planets“ über u.a. C/2017 K2 und diesen.

Eine bemerkenswerte eruptive Protuberanz mit einem koronalen Massenauswurf hat sich gestern früh am Sonnenrand ereignet: diverse Animationen im XUV sowie die Sonne vorgestern (mehr), am 10.1., 9.1. (mehr, mehr, mehr und mehr) und 8.1., der Anstieg des neuen Zyklus, Korrelationen von Röntgen- und Radio-Emission mit der Fleckenzahl, geomagnetische Effekte der arktischen SoFi vom Juni 2021 und drei Sonnenfinsternisse durch die Erde bei Mondmissionen 1967-2009. Ferner die Venus-Sichel heute, vom 8.-10.1. und am 9.1. (wegen der Unflachheit des Sonnensystems weit nördlich der Sonne und daher als Morgenstern noch am Abend zu sehen; mehr [roh], mehr, mehr und mehr), 8.1. (mehr, mehr, mehr und mehr) und 7.1. (mehr, mehr und mehr), die Geminiden 2021, Feuerkugel-Meldungen aus Heilbronn und Uruguay, der Asteroid 2022 AE1 mit heute einer Impakt-Wahrscheinlichkeit von 1:2800 (gestern waren’s noch 1:1500 gewesen), Palermo -1.15 und Torino 1 – und in 5 Tagen kommt (7482) 1994 PC1 recht nahe und sollte 10 mag. erreichen: Grafiken hier, hier und hier und Artikel hier und hier. [15:15 MEZ] 2021 war das sechst-wärmste Jahr, trotz La Nina, hat die NASA heute auf einer Telecon verkündet: auch Grafiken, ein Press Release und mehr dazu, eine weitere Kurve, noch mehr Daten und ein Artikel.

Der Chamaeleon Infrared Nebula, ein Outflow in der Dunkelwolke Chamaeleon I, aufgenommen mit Gemini South und dem Instrument GMOS-South – auch die größte 3D-Karte des Kosmos vom Dark Energy Spectroscopic Instrument (auch ein Thread [NACHTRAG: und ein Artikel]), wann das Rubin Observatory fertig sein soll (Mitte 2024), 50 Jahre Rothney Astrophysical Observatory in Kanada und Weltraum-Wetter-Forschung mit LOFAR. Sowie ein Nachruf auf Eric Elst, ein Vortrag über einen indischen Astronomie-Text in Kanaresisch von 1604, eine Bilanz der letzte Sonderausstellung zur Himmelsscheibe in Halle, die jetzt ein Gastspiel in England hat, Erfahrungen mit einem Aufblas-Planetarium in Österreich, das 292-seitige „Technical Document: Dark and Quiet Skies II Working Group Reports“, ein Keogramm von 2021 aus den Niederlanden – und das Paper „The International Pulsar Timing Array second data release: Search for an isotropic Gravitational Wave Background“ mit eventuell Hinweisen auf ein Signal: Press Releases hier, hier, hier und hier. [23:25 MEZ]

Raumfahrt-Live-Blog, u.a. zur JWST-Entfaltung

8. Januar 2022

12. Januar

Helligkeitsschwankungen des JWST über 6 Stunden hinweg

mit der bereits (siehe 2-mal unten) bekannten Peak-to-Valley-Amplitude von drei Größenklassen: Da deutet sich eine gewisse Symmetrie an. Und das könnte – so das Ergebnis energischer Online-Diskussionen – bedeuten, dass der Satellit ruhig im Raum liegt und mit seinem Sonnenschild und anderen sonnenseitigen Komponenten mehrere ziemlich spekulare (also quasi gebündelte) Reflexionen des Sonnenlichts produziert. Und der Beobachter bewegt sich auf der rotierenden Erde durch dieses Muster an Strahlenkegeln und erlebt immer wieder scharfe Flares, wenn er durch einen hindurch geht. Aktive Änderungen der Lage des JWST würden das Bild natürlich noch weiter verkomplizieren, aber mit dem 4-Zöller eVs ist der Satellit erneut erwischt worden. Auf seiner dunklen Seite hat gerade die Aktivierung der Spiegel-Segmente begonnen, was sich nun über Monate hin ziehen wird – auch Erwartungen einer Forscherin mit JWST-Plänen, ein paar Soundbites, was das JWST mit der Venus anfangen kann und ein langer Thread über MIRIs Filterrad. Ferner die bisherige Ausbeute von TESS, eine Vorschau zum Data Release 3 von Gaia – und zum Beginn der Arbeit des Röntgensatelliten IXPE ein Press Release und Artikel hier und hier.

Der 18. Flug von Ingenuity über den Mars interpoliert, die Aktivität von ‚Megaripples‘ auf dem Mars (von dort auch ein bunter HiRISE-Krater und InSights Sturm-Probleme und Safe Mode) 43 Hours of Saturn & Moons (Voyager 2, June 1981). Auch die Störung von Sentinel-1B, eine Vega C für FLEX & Altius, das Zerbrechen von Yunhai 1-02 nach einer Kollision, der morgige Flug von Virgin Orbit, der erste kommerzielle Forschungsflug vom StarShipTwo, ein Portrait der neuen Raumfahrt-Koordinatorin Anna Christmann, allerlei Antworten von Matthias Maurer auf Fragen (am 14.1. wird es auch wieder ein großes Live-Event online geben), der Robot-Arm der ISS in Action – und in Russland wird der 115. Geburtstag von Sergey Korolev gefeiert: mehr zu der Persönlichkeit der frühen sowjetischen Raumfahrt auch hier, hier, hier, hier und hier. [23:25 MEZ – Ende]


11. Januar

Die ISS aus einem abreisenden Crew Dragon aufgenommen am 8. November 2021: Diese Bilder sind erst heute veröffentlicht worden [NACHTRAG: ein Artikel dazu]. Auch die Beobachtung eines Magnetars durch das gestern verpflanzte (s.u.) ISS-Instrument ASIM, weiter gespannte Ruhe in Baikonur – und eine enorme Karte mit 80 (!) Startplätzen für orbitale und suborbitale Flüge in aller Welt.

Der Vesuv schaut aus einem Wolkenmeer, auf einer Aufnahme des Operational Land Imager (OLI) auf Landsat 8 vom 2. Januar – auch Gewitter-Überwachung aus dem Weltraum mit mehreren Instrumenten, der Mars-Lander InSight im Safe Mode, weil ihm ein regionaler Staubsturm den Strom raubt, Animationen der Ingenuity-Flüge Nr. 17 und Nr. 18 – und das Paper „Moist convection drives an upscale energy transfer at Jovian high latitudes“ über die Entstehung von Zyklonen auf dem Jupiter.

So kalt sind bereits die Spiegel-Segmente des James Webb Space Telescope geworden: Messwerte von gestern, gezeigt auf Folie 17 diese Präsentation bei einer NASA Town Hall im Rahmen der ausgefallen AAS-Tagung 239. Dort wurde auch – Folie 18 – eine genaue Timeline der nächsten Monate gezeigt – und die Ankündigung gemacht, dass es in spätestens zwei Wochen genauere Erkenntnisse darüber geben sollte, wie viele Jahre über die nominellen 10 hinaus Lebensdauer das JWST durch die Treibstoff-Einsparung dank des perfekten Ariane-Starts gewonnen hat und ob die vage Schätzung von 10 Extra-Jahren zutrifft. Und es gibt diese originelle Animation des JWST … korrekt (un-)beleuchtet und ein Scherzchen. [23:55 MEZ]


10. Januar

Patagonien aus der ISS bei schrägem Sonnenstand: Die südamerikanische Landschaft aus Bergen, Gletschern und Seen ist stets ein beliebtes Fotomotiv für Astronauten am Fenster, so auch für Matthias Maurer. Auch ein 360°-Video mit den Astrobee-Freeflyern in der Station vor dem Experiment ReSWARM, ein offizieller Podcast zu Maurers Mission mit nunmehr 6 Folgen, der erfolgreiche Umzug per Robotarm des Atmosphere-Space Interactions Monitor (ASIM) an eine andere Stelle auf dem Columbus-Modul der Station – und ein Artikel über internationale ISS-Planungen nach der US-Ankündigung, die Station bis 2030 halten zu wollen.

Eine weitere optische Lichtkurve des JWST (s.a. unten), das über 4 Stunden hinweg zwischen 16.5 und 13.2 mag. schwankte, teilweise sehr schnell: Die reflektierenden Flächen haben offenbar nicht-triviale Formen. Auch wie das finstere Teleskop (auf der anderen Seite des Sonnen-Schilds) dem menschlichen Auge erschiene, was den Hauptspiegel ausmacht, wie sich SOFIA und das JWST ergänzen könnten, wie der saubere Ariane-Start mehr Lebenszeit ermöglicht, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und ein TV-News-Clip aus Australien. [20:05 MEZ] Ein Update zu den nächsten Schritten bei Webb, über das es morgen 19:00 MEZ einen Vortrag gibt. Derweil wurde gerade auf einer Pressekonferenz der AAS verkündet, dass der am 9.12.2021 gestartete („2 Kontinente, …“) Röntgensatellit IXPE erfolgreich in Betrieb genommen worden ist. Auch wurden eine IR-Kamera des Europa Clipper getestet und der für Juli geplante Start von Luna 25 als Höhepunkt des Raumfahrt-Jahres 2022 in Russland erklärt – und der Erdbeobachter Sentinel-1B ist schwer gestört, die Stromversorgung des Radars streikt. [22:30 MEZ]


9. Januar

Der Start eines Detektors für Röntgen-Astronomie letzte Nacht (6:00 MEZ bzw. Mitternacht Ortszeit in Wallops) auf einer Black Brant IX: Diffuse X-rays from the Local galaxy (DXL) erreichte 267 km und lieferte gute Daten – der Webcast, der rasante Start und Screenshots daraus, ein fernes Foto, ferne Videos hier und hier, Strichspuren hier, hier, hier und hier und Artikel hier und hier. [16:25 MEZ]


8. Januar

Das Entfalten des JWST ist erfolgreich beendet!

Knapp drei Stunden nach dem Schwenken des letzten Flügels war dieser um 19:17 MEZ erfolgreich festgeschraubt: Der letzte Schritt wurde in 1000-er-Schritten eines Motors laut herunter gezählt, gefolgt von Doppel-High-Fives (mit beiden Händen gleichzeitig) und Festreden im Kontrollraum am STScI in Baltimore. Haken drunter, genau zwei Wochen nach dem Start und nur einen Tag später als auf dieser Checkliste mit Stand vom 29.12. vorgesehen! Jetzt folgen noch zahlreiche weitere Operationen, auch reichlich mit bewegten Teilen wie beim Justieren der Spiegelsegmente aber keine großen ‚Deployments‘ mehr – auch erste Artikel hier und hier und ein Thread aus China. [19:45 MEZ] Press Releases von NASA und ESA – und eine Pressekonferenz zum Erfolg hat begonnen. [20:30 MEZ] Dort ist zu hören, dass von den ursprünglichen 344 möglichen Single Point Failures nun noch 49 übrig sind – aber die bleiben nun bis zum Ende der Mission. Und 15 davon betreffen einzelne Instrumente: Die würden dann verloren gehen, aber die Mission ginge weiter. [20:40 MEZ] Der Insertion Burn in den L2-Orbit wird jedenfalls als völlig harmlos eingeschätzt. [20:55 MEZ] Es sollen keine hässlichen Bilder während der Spiegeljustage vorgezeigt werden, erst „Wow“-Bilder aller vier Instrumente ganz am Ende, die die Fähigkeiten des JWST demonstrieren. [21:20 MEZ] Weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [22:10 MEZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie die topozentrische JWST-Bahn am Himmel animiert, ein poetischer Thread, ein passender Kuchen zum fertigen Spiegel und weitere Szenen aus dem STScI hier, hier, hier und hier]

Die Live-Show zum Abschluss der Entfaltung des JWST beginnt nach derzeitiger Planung um 15:30 MEZ. [6:45 MEZ] In other news: ein Problem beim Verstauen von Percys 6. Mars-Probe durch eine Obstruktion im System, ein manuelles Rendezvous- und Andock-Experiment mit Tianzhou-2 an Chinas Station, was die Expedition 66 im Dezember trieb – und eine transatlantische Kontroverse um Regularien für den Mond. [15:15 MEZ] Die Sendung läuft – auch Threads zum Spiegel und zur WinkelAuflösung und ein langer Artikel. [15:50 MEZ] Die Verankerungen sind gelöst, die letzten vier von 178 insgesamt, von denen jede aufgehen musste! Gegen 16:25 MEZ sollte sich der Flügel bewegen: Das dauert nur vier Minuten, es folgen danach aber noch Stunden der Arretierung. [16:10 MEZ]

Der Hauptspiegel ist komplett!!! Hier ein Blick in den Kontrollraum am STScI in Baltimore unmittelbar vor dem Beginn des Schwenkens, dessen Abschluss mit Applaus bedacht wurde. Die Live-Show geht noch Stunden weiter, während das Latching läuft; es werden Gäste erwartet. [16:30 MEZ] Der NASA-Science-Chef freut sich, nachdem der Spiegel komplett ist – aber es muss noch viel passieren in den kommenden Monaten. [16:35 MEZ]

Insbesondere das Alignment der 18 Spiegelsegmente, wie der Webb Optics Manager gerade im Webcast erzählte: ‚Befreit‘ werden sie voraussichtlich ab dem 11.1., später werden sie – mit der NIRCam anhand eines helles Sterns – so ausgerichtet, dass sie, vermutlich bis März, nicht mehr 18 sondern 1 Bild liefern. Und nach diesem sog. Stacking kommt das Phasing: Dazu werden im Wesentlichen dieselben Algorithmen benutzt, mit denen einst der Spiegelfehler des HST charakterisiert wurde, anhand von Out-of-Focus-Aufnahmen. Bild: Fistbumps nach Komplettierung des Spiegels, aus einem neuen Album der NASA. [17:45 MEZ]

Nur noch ein Schritt, dann ist das JWST komplett entfaltet!

Nachdem gestern die erste Hälfte der Hauptspiegel-Flügel ausgeklappt wurde (wobei die eigentliche Bewegung nur 5 Minuten dauert; die Grafik oben zeigt den jetzigen Zustand) und vorgestern ein Radiator für die Instrumente, steht für heute mit dem anderen Spiegel-Flügel bereits das letzte Entfaltungs-Manöver des James Webb Space Telescope an, was die NASA groß zu zelebrieren gedenkt, beginnend mit der dritten Live-Show ab frühestens 15:00 MEZ. In der Mitte ein neues Video zum Start vor keinen drei Wochen – und unten eine bemerkenswerte Lichtkurve des Satelliten vom Abend des 5. Januar (Helligkeit gegen UTC): Was da zwischen dem Ausklappen des Sekundärspiegels und der Radiatoren mit der Lageregelung geschah, harrt der Erklärung, aber es gibt Parallel-Beobachtungen. Auch in der folgenden Nacht schwankte die Helligkeit erneut ausgeprägt – zeitweise zumindest ist das JWST auch mit sehr kleinem Gerät zu erreichen. Ferner warum es keine Mini-Kameras an Bord gibt, Threads zu den Meilensteinen bisher, den Radiatoren, dem Hauptspiegel und IR-Strahlung und Artikel von gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr und mehr) und dem 5.1. [0:25 MEZ]

Von Kohlendioxid-Eis bedeckte und daher hell strahlende Terrassen in einem Mars-Krater, gesehen vom ExoMars TGO mit CaSSIS – der Krater hat 11 km Durchmesser und liegt auf 55° Nord. Auch die Papers „On the trail of a comet’s tail: A particle tracking algorithm for comet 67P/Churyumov-Gerasimenko (für Rosetta-Bilder des Kometen) und „In situ detection of water on the Moon by the Chang’E-5 lander“ [NACHTRÄGE: zu letzterem ein CAS Release und Artikel hier, hier, hier und hier], die enthüllte Natur der ‚Hütte auf dem Mond‘ von Yutu 2, die ein Stein am Rand eines Kraters ist – und große Hoffnungen des Raumfahrt-Sektors in Neuseeland vor dem Start von CAPSTONE.

Eine Karte der Lava-Dicke nach dem Vulkanausbruch auf La Palma, erstellt aus Bildern der Pléiades-Satelliten, aus denen durch Stereo-Paar-Bildung ein 3D-Geländemodell erstellt wurde, von dem dann eins von vor dem Ausbruch subtrahiert wurde: Die Dicke erreicht, gelb dargestellt, bis zu 50 Meter, rot ist 10 m. Auch der erste Einsatz eines Robotarms auf Chinas Raumstation (mehr, mehr und mehr), der für deren Weiter-Bau 2022 wichtig ist, das Erkennen gefälschter Satelliten-Bilder – und bisher wenig Auswirkungen der Kasachstan-Krise auf Baikonur: weitere Artikel hier und hier. [0:45 MEZ]

49 weitere Starlink-Satelliten sind vorgestern gestartet worden, so dass nun rund 1840 im Orbit sind: der Webcast, ein Ausschnitt, ein Standbild, Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ferner endlich mal eine sinnvolle Verwendung von Starlink-Schüsseln, eine weitere Analyse der LEO-Problematik, ein absurdes Musk-Statement dazu widerlegt und Artikel zu dieser und anderen Megakonstellationen und Kollisionen von gestern (mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr, dem 4.1. (mehr), 3.1. (mehr), 2.1. und 29.12. [0:55 MEZ]

Allgemeines Live-Blog vom 1. bis 7. Januar 2022

1. Januar 2022

7. Januar

Leonard auf 6.5 mag. gefallen, Plasmaschweif schwindet

Der Abschied vom unterhaltsamen Kometen C/2021 A1 rückt näher – die Helligkeit fällt jetzt steil, und einen schönen Plasmaschweif gab es zuletzt vorgestern zu sehen wie hier auf diesem Bild von Michael Jäger und Lukas Demetz mit 8 Zoll aus Namibia: Aufnahmen von gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 4.1. (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 3.1. (mehr, mehr und mehr) und 2.1. (mehr und mehr), ein Artikel, ein Gemälde (!) und ein Instrumental-Stück. [22:35 MEZ] Das Jahr hat mit C/2022 A1 (Sarneczky) seinen ersten Kometen, der aber nicht heller als die 17 mag. bei der aktuellen Erdnähe wird: Bilder hier und hier sowie 67P/C-G gestern hier und hier, C/2019 L3 (ATLAS) heute und am 4.1. und 108P/Ciffreo am 4.1. – und die Feuerkugeln am 1.1. über den USA hinter Wolken und am 20. Oktober 2021 über dem Plattensee.

Der „Flammennebel“ NGC 2024, der Reflexions- und Emissionsnebel NGC 2023 und der Pferdekopfnebel (rechts oben) bei 867 µm Wellenlänge oder 346 GHz Frequenz im Radio-Licht des 3-2-Übergangs des Kohlenmonoxids im Rahmen der APEX Large CO Heterodyne Orion Legacy Survey (ALCOHOLS) mit dem chilenischen Radioteleskop APEX aufgenommen. Auch eine Aufzeichnung der vierstündigen „Global Star Party 79“ mit mehreren Vorträgen zum Thema ‚Cosmic Dust‘ – aber auch (von 0:20 bis 0:45) über die SoFi vor einem Monat tief in der Antarktis. [23:15 MEZ]

Die Aktivitätsregion (1)2924 hat sich rasant zu einer fetten Gruppe entwickelt, die sich – hier heute 22:53 MEZ – bereits der Mitte der Scheibe nähert: mehr Bilder der Sonne von heute (auch H-Alpha) und gestern. Auch auf der Rückseite tut sich was, ferner die Papers „Prediction of Sunspot and Plage Coverage for Solar Cycle 25 und „The Great Aurora of 4 February 1872 observed by Angelo Secchi in Rome“, der DWD-Bericht zum Jahr 2021 und ein niederländisches Himmels-Keogramm des ganzen Jahres, der Mond mit 1, 2 oder gar 3 Planeten gestern (mehr, mehr und mehr) – und die Venus-Sichel kurz vor der unteren Konjunktion heute (mehr, mehr und mehr), gestern mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr). [23:50 MEZ – Ende]


5. Januar

Stetig sinkende Temperaturen auf der dunklen Seite des JWST zeigt die Grafik in der Mitte in Kelvin gegen Tage nach dem Start – und bereits gestern war das Straffen aller 5 Lagen des Sonnenschirms fertig geworden: Nachdem es auch mit Nr. 2 und Nr. 3 flott geklappt hatte, wagte die NASA eine 2½-stündige Live-Übertragung, aus der auch die Standbilder oben von Erläuterungen des Sonnenschilds und unten von Jubel nach dem Straffen auch der letzten Lage stammen. Auch eine Medien-Telecon direkt danach, neue optische Astrometrie & Bahnanalyse für das JWST und seinen alten Booster, ein weiteres Video, Bilder und visuelle Beobachtungen, Artikel von gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr) – und hoher Besuch in einer Kunstausstellung zum JWST sowie Scherzchen hier, hier und hier. [2:05 MEZ] Ohne Pause geht es weiter: Schon heute wird der Sekundärspiegel ausgeklappt, wieder live übertragen ab ca. 15:45 MEZ! [5:35 MEZ] In Visualization Tool ist jetzt – auf der Basis von Sensor-Daten – klar zu sehen, wie sich die Arme des Sekundärspiegels bewegen. [17:20 MEZ] Der Sekundärspiegel ist ausgeklappt! [17:35 MEZ] „We actually have a telescope“, hat gerade der Programm-Manager im Live-Stream gesagt. [17:55 MEZ] Was verspätet auch die schriftliche Bestätigung, dass der Sekundärspiegel ausgeklappt und fest eingerastet ist. Auch ein erster Schritt für MIRI, ein weiteres Mal das JWST am Himmel und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:50 MEZ] Und hier und hier plus ein Fan.

Die Lava-Massen auf La Palma Anfang Januar nach Ende des Vulkan-Ausbruchs, basierend auf Daten des Satelliten Sentinel 2: auch Bilder während des Ausbruchs und ein Video und eine Einschätzung desselben. Derweil sind wie erwartet der erste SLS-Start in den Sommer gerutscht, die ersten Stufen der Ariane 6 unterwegs nach Kourou, die kaputte Angara-Oberstufe abgestürzt (heute um 22:08±1 MEZ, auch die letzten Vorhersagen hier, hier und hier und Artikel hier und hier), das Versagen einer koreanischen Rakete erklärt, das einer iranischen nicht unerwartet und das Zerbrechen des Satelliten YunHai 1-03 als Folge einer Kollision verstanden (Seite 1). Und Ingenuity steht vor dem 19. Flug über den Mars, China hat weitere Mond-Missionen abgesegnet – und Deutschland hat eine neue Koordinatorin für Luft- und Raumfahrt von den Grünen. [23:55 MEZ]


4. Januar

Just zum Perihel: Leonards Staubschweif immer auffälliger

Bereits seit Ende 2021 tritt neben dem strukturreichen Plasmaschweif des Kometen (unten vorgestern von Michael Jäger heraus gearbeitet) zunehmend auch ein diffuser Staubschweif auf, mal dahinter, mal – wie im oberen Bild von Gerald Rhemann von gestern – daneben und heute sogar beiderseits zu sehen. Auch visuelle Berichte von gestern (mehr und vorgestern), eine Zeichnung vom 1.1., Schweif-Vergleiche vom 21.12.-3.1., 29.12.-4.1. und 1.-3.1. und Bilder von heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 1.1. (mehr, mehr, mehr und mehr), 31.12. (mehr) und 30.12. sowie eine mögliche Fragmentation von 108P/Ciffreo (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und periodische Koma-Stukturen von C/2017 K2 (PANSTARRS). Ferner ein großer Knall über den USA, der von einer Feuerkugel über dichten Wolken stammte (auch Artikel hier, hier, hier und hier), die Venus-Sichel heute (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern, die Rekonstruktion der Aurora in 3D – und der datenreiche Vortrag von Stefan Rahmstorf „Die unterschätzte Klimakrise“. [23:55 MEZ]


3. Januar

Kaum Probleme: Gute Stimmung unter den JWST-Managern

machte sich gerade bei der ersten Medien-Telecon seit dem Start des komplexen Weltraum-Teleskops (oben eine weitere Variante des Aussetz-Videos, auch ein Vergleich mit Hubble) vor 9 Tagen breit. Das 2 oder 3 Tage dauernde Straffen des großen Sonnenschirms hat vor wenigen Stunden begonnen, schon am Wochenende könnte das Ausklappen der Teleskop-Spiegel folgen – und der Betrieb könnte nach derzeitiger Einschätzung „a lot more“ als 10 Jahre währen. Die Straffungs-Operation war gestern um einen weiteren Tag verschoben worden, um das Verhalten des JWST im Weltraum besser zu verstehen. Ein etwas anderes thermisches Verhalten von ein paar Komponenten als auf der Erde – prinzipiell auch zu erwarten – war aber bisher die einzige Abweichung: Mit den Solarzellen muss etwas anders als nach den ‚Fabrik-Einstellungen‘ gearbeitet werden, und die Motoren, die jetzt an den 5 Lagen des Sonnenschirms ziehen, werden etwas zu warm und müssen ggf. Pausen zum Abkühlen einlegen, auch wurde die Orientierung des Satelliten zur Sonne geändert, der danach wieder die alte einnehmen soll. Die nicht vorhersagbare Notwendigkeit solcher Manöver erlaubt vor dem Abschluss der Inbetriebnahme auch keine verlässliche Abschätzung, wieviel von dem durch den präzisen Ariane-Start eingesparten Treibstoff übrig bleiben wird. Auch weitere Beobachtungen des JWST von der Erde aus – die Helligkeit schwankt wohl klar mit der Orientierung des Satelliten – hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Threads zum Sonnenschirm und Signal-zu-Rausch-Verhältnis und Artikel von heute (mehr), gestern (mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr und mehr). [20:55 MEZ] Und die größte der fünf Lagen des Sonnenschirms, Richtung Sonne, ist erfolgreich straff gezogen! Weitere Artikel hier, hier und hier – und eine neue Liste zum Abhaken. [23:20 MEZ]

Immer mehr enge Begegnungen von Satelliten und Weltraumschrott miteinander zeigt die Analyse von SOCRATES: hier für die letzten zwei Jahre die Wochenzahlen in 1000-er-Schritten für weniger als 1 km Abstand für alle (oben) und nur die Starlinks (unten). Sie sind in der ersten Januar-Woche 2022 für 57% aller Konjunktionen < 1 km (und 35% aller < 5 km) verantwortlich – und Trümmer von Kosmos 1408 für 8% bzw. 13%. Wegen ihnen – inzwischen sind 903 Teile katalogisiert – hat wiederum die Zahl der nötigen Ausweichmanöver von Starlink-Satelliten zugenommen; auch eine weitere Analyse der Folgen des ASAT-Experiments. Und auf der erfreulicheren Seite die Reise von Zhurong auf dem Mars bisher und was China 2022 so alles vor hat. [23:55 MEZ]


2. Januar

Komet Leonard gesund und gut beschweift vor dem Perihel

Wie oft wurden dem Kometen C/2021 A1 in den letzten Monaten ein Einbruch der Helligkeitsentwicklung oder ein Zerbrechen des Kerns angedichtet – aber er hat es allen gezeigt: Dank nicht zuletzt mehrerer Helligkeits-Ausbrüche ist er nicht etwa seit der Erdnähe Mitte Dezember um zwei Größenklassen von 4 auf 6 gefallen, wie Anfang Dezember vorausgesagt, sondern hat weiter mindestens 5.0 mag., ist am Himmel im Süden auch mit bloßem Auge noch zu finden, und hat weiter einen strukturreichen Plasmaschweif, wie hier gestern über Namibia von Gerald Rhemann mit dem 12-Zöller auf Tivoli festgehalten. Visuelle Impressionen von heute und gestern, viele Bilder aus Chile nebst Schweif-Animationen, der Schweif vom 18. bis 31. Dezember, Bilder vom 2. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 1. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 31. Dezember (mehr), auch C-G heute (mehr) und Borrelly gestern sowie die Venus in Sichel-Gestalt Tage vor der unteren Konjunktion heute (mehr), gestern und vorgestern (mehr und mehr), der Merkur vorgestern bei der Venus – und starke Radiostrahlung von der Nova Cas 2021, eine Seltenheit. [20:25 MEZ]


1. Januar

Der große Sonnenschirm des JWST ist komplett ausgefahren!

Heute sieht das James Webb Space Telescope schon fast so aus wie in dieser 3D-Simulation (in einer Planetariumskuppel): Zwischen 19:30 MEZ gestern und 4:13 MEZ heute sind beide Seiten des riesigen Sonnenschilds entfaltet worden, indem zwei Teleskop-Stangen ausfuhren. Der Beginn der Operation hatte sich gegenüber der Timeline um mehrere Stunden verzögert, weil die klare Bestätigung fehlte, dass sich eine Abdeckung ganz zurück gezogen hatte – die erste größere Abweichung seit dem Start, durch die es so spät wurde, dass man heute einen ungeplanten Ruhetag eingelegt hat: Updates von heute, gestern (mehr), vorgestern (mehr) und dem 29.12. (mehr). Mit dem Schirm ist der Satellit am Himmel wieder deutlich heller geworden (mehr, mehr, mehr und mehr, frühere Beobachtungen hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), aber nun muss – nunmehr erst ab morgen – das Material noch in Form gebracht werden, bevor die komplexe Prozedur (mehr und mehr) abgeschlossen ist. Auch eine Checkliste zum Ausdrucken und Abhaken, eine Visualisierung des Ziel-Orbits, was der geringere Treibstoff-Verbrauch nach dem präzisen Ariane-Start (ein Video-Clip dazu) tatsächlich für die Betriebsdauer des JWST bedeutet, warum die ‚momentum flap‘ signifikant Treibstoff spart, das erste Licht im System, eine neue ESA-Webseite und Artikel von heute (mehr und mehr), gestern, vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und dem 29.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) – und gestern war Hubble eine Millarde Sekunden im Einsatz.

Das ist ein echtes Foto von Chinas Tianwen-1 im Mars-Orbit, aufgenommen von einer kleinen ausgeworfenen kleinen Kamera, die auch noch mehr schickte: auch ein Artikel [NACHTRAG: noch einer]. Letztes Jahr hat China 55 Starts durchgeführt, ein Rekord mit den letzten beiden am 29.12., für die Satelliten Tongxin Jishu Shiyan Weixing 9 (mehr und mehr) und zuvor Tianhui-4 (mehr und mehr) – auch Chinas Pläne für 2022 und das weitere Mond-Programm in diesem Jahrzehnt.

So geht es abwärts mit den Hinterlassenschaften des missglückten Angara-Starts („Während Roskosmos …“): der Bahnverfall der ausgefallenen Persei-Oberstufe (oben) und mehrerer Schrott-Stücke (mit hohem Luftwiderstand, eins sollte schon verglüht sein) gegen UTC, auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier, das russische Raumfahrt-Jahr 2021 (in der Startbilanz wieder nur der 3. Platz), ein iranischer Fehllstart (Videoclips hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier), der Beinahe-Verlust einer Falcon-Stufe nach der Bergung, der US-Wunsch nach einem ISS-Betrieb bis 2030 (auch eine Reaktion der ESA und Artikel hier und hier), ein besonders langes Interview mit Maurer daselbst – und ein Nachruf auf Rich Clifford. [19:15 MEZ]

Leonard mit ~5.0 mag. und noch viel Schweif ins neue Jahr

Oben nimmt er Abschied von 2021 (Aufnahmen von Michael Jäger und Lukas Demetz vom 31. und 30.12., letzteres auch weiter prozessiert), und auch die ersten Bilder von heute zeigen weiter einen ordentlichen Schweif bei einer Helligkeit der Koma um 5.0 mag.: Schweif-Sequenzen vom 19.-30. und 20.-29. Dezember, visuelle Eindrücke vom 31., 30. und 29. Dezember, Bilder von heute (mehr, mehr, mehr, , mehr und mehr), 31.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 30.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 29.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 28.12. (mehr, mehr, mehr und mehr) sowie Nachträge vom 26.12. (mehr und mehr), 25.12., 22.12. und 21.12. und Artikel hier und hier.

Die Fleckengruppe 2916 nähert sich dem Rand (ein SDO-HMI-Bild von 13:29 MEZ), die 2918 hat noch einen M-Flare vom Sonnenrand geschickt, aber erstmal kommt nichts nach: Bilder von heute, gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern und dem 29.12., ferner die Wanderung des magnetischen Nordpols der Erde, die Statistik der NEO-Entdeckungen (die jetzt von Catalina und Pan-STARRS dominiert werden), das Paper „New Evidence for Wet Accretion of Inner Solar System Planetesimals from Meteorit Chelyabinsk and Benenitra“), Auswertungen der Ursiden und Kappa-Cygniden 2021, Artikel über Lichtverschmutzungs-Aktivisten in Deutschland und Frankreich – und alle Flüge von SOFIA 2021, wobei die Zukunft der fliegenden Sternwarte weiter offen ist. [16:35 MEZ]

Bedeutendes am Himmel im neuen Jahr 2022

31. Dezember 2021

Dieses Mal gibt es das Feuerwerk des vergangenen Jahres: den Start des JWST, gefolgt vom Aussetzen des Satelliten, hier in einem neuen Video einer Kamera auf der Oberstufe der Ariane 5 (auch zahlreiche Standbilder daraus), die danach selbst Bemerkenswertes zu bieten hatte.

3. Januar: Peak der Quadrantiden am Abend MEZ ohne Mond – und Komet Leonard im Perihel.

4. Januar: Die Venus zieht durch das Gesichtsfeld von SOHO LASCO C3, bis 13. Januar.

8. Januar: Venus in unterer Konjunktion zwischen Abend- und Morgensichtbarkeit, obere Konjunktion ist am 23. Oktober.

14. Januar: Iris in Opposition, 7.7 mag.

1. Februar: Chinesisches Neujahr, das Jahr des Wasser-Tigers 壬寅 folgt auf das Jahr des Metall-Büffels.

8. Februar: größter Glanz der Venus während ihrer Morgensichtbarkeit; Mitte des Monats Planet bei gegebener Dämmerung am höchsten.

17. März: Komet C/2021 O3 (PANSTARRS) zieht durch das Gesichtsfeld von SOHO LASCO C3, bis 30. März.

20. März: größte westliche Elongation der Venus während ihrer Morgensichtbarkeit, tags darauf Dichotomie.

1. April: Komet 45P/Honda–Mrkos–Pajdušáková zieht durch das Gesichtsfeld von SOHO LASCO C3, bis 26. April – und vom 13.-18. April auch durch C2.

Zweite Aprilhälfte und Anfang Mai: beste Abendsichtbarkeit des Merkur.

21. April: Komet C/2021 O3 (PANSTARRS) im Perihel, könnte sich aber vorher auflösen.

30. April: partielle Sonnenfinsternis, v.a. südlicher Pazifik.

1. Mai: enge Konjunktion von Venus und Jupiter in der Morgendämmerung, Minimalabstand 1/4°.

2. Mai: Schmale Mondsichel beim Merkur in ordentlicher Höhe.

16. Mai: totale Mondfinsternis, aber der Mond geht noch während der ersten Partialität unter.

31. Mai: Peak der Tau-Herculiden von Komet 73P/Schwassmann-Wachmann 3 – das könnte interessant werden, doch es ist alles möglich

24. Juni: Aufreihung aller Planeten + Vesta + Mond am Morgen, z.B. für Australien.

Mitte Juli: Venus noch einmal am höchsten am Morgenhimmel bei gegebener Dämmerung.

6. August: Der Mond bedeckt Delta Scorpii.

12./13. August: Peak der Perseiden, im Licht des Vollmonds gebadet.

14. August: Saturn in Opposition, 19″ Durchmesser, +0.3 mag.

25. August: Vesta in Opposition, 6.0 mag.

Ende August: Der Mars saust durch das Goldene Tor der Ekliptik.

6. September: Juno in Opposition, 7.8 mag.

7. September: Erste und engste von drei Konjunktionen Mars / Aldebaran, Mars 2.7-mal heller.

17. September: Neptun in Opposition, 7.7 mag.

22. September: Die Venus zieht durch das Gesichtsfeld von SOHO LASCO C3, bis 23. November – und im Oktober auch durch C2.

26. September: Jupiter in Opposition, 50″ Durchmesser, -2.9 mag.

Erste Oktober-Hälfte: Beste Morgensichtbarkeit des Merkur.

25. Oktober: partielle Sonnenfinsternis gegen Mittag, in Deutschland der vom Juni 2021 recht ähnlich und wohl der Höhepunkt des wie 2021 eher ereignisarmen Himmels-Jahres in Europa.

9. November: Uranus in Opposition, 5.7 mag.

8. Dezember: Mars in Opposition, mit 17″ Durchmesser, -1.9 mag. und weit nördlich – und am gleichen Tag wird er morgens vom Vollmond bedeckt, der wiederum eine totale Finsternis erlebt, leider erst zu Mittag unsichtbar in Europa.

14. Dezember: Peak der Geminiden, gestört vom Mond sechs Tage nach voll.

19. Dezember: Komet C/2017 K2 (PANSTARRS) im Perihel, vielleicht mit 6. Größe.

Gegen Weihnachten: Abendsichtbarkeit des Merkur, mit der Venus in der Nähe, deren Abendsichtbarkeit beginnt.

Das unerwartete Himmels-Highlight des zuende gehenden Jahres, der Komet Leonard in den Wochen nach seiner Erdnähe, hier eingefangen von Gerald Rhemann am 30. Dezember.

Weitere “kosmische” Ereignisse, 2022 erhofft

Alle Journale der AAS werden komplett Open Access, auch rückwirkend, ab dem 1. Januar: Damit wird tonnenweise Astrophysik aus vielen Jahrzehnten schlagartig für jeden frei verfügbar.

Impakt von DART in den Asteroidenmond Dimorphos, geplant für den 27. September um 1:14 MEZ.

Juno fliegt dicht an Europa vorbei, am 29. September: Teil der Missions-Verlängerung bis 2025.

Start des ExoMars-Rovers „Rosalind Franklin im September für eine Landung im Juni 2023.

Start der Asteroiden-Mission Psyche zum gleichnamigen Asteroiden, geplant für den 1. August zusammen mit den zwei Janus-Satelliten zu Doppelasteroiden.

Starts zahlreicher Mond-Missionen, staatlich wie privat: Luna 25 aus Russland (im Juli?), Chandrayaan 3 Indiens (2. Halbjahr), Korea Pathfinder Lunar Orbiter (im August?), SLIM aus Japan (Ende des Jahres?), Rashid der VAE (auf dem japanischen Lander Hakuto-R) sowie CAPSTONE und als Commercial Lunar Payload Services in den USA Nova-C und ggf. Peregrine.

Start des ESA-Weltraumobservatoriums Euclid mit einem 1.2-Meter-Spiegel, vielleicht im Herbst, und ggf. – zusammen mit SLIM – des japanischen Röntgenteleskops XRISM.

Start der indischen Sonnenmission Aditya, geplant im 3. Quartal, und bis zu zweier noch crewloser Gaganyaan-Raumschiffe.

Starts mehrerer Missionen / Instrumente zur Erdbeobachtung durch die NASA (auch ein Artikel): die sechs TROPICS-Kleinsatelliten, die Satelliten JPSS-2 und SWOT sowie EMIT für die ISS.

Start des österreichischen CubeSat ADLER-1 mit Virgin Orbital, geplant für den 11. Januar: Es geht um Raumschrott-Forschung vor Ort.

Starts des ersten SLS und zweiter Versuch mit dem Starliner, beide ohne Crew, um den Mond bzw. zur ISS – vielleicht im Frühjahr oder in der Jahresmitte.

Start-Premieren zahlreicher weiterer neuer Raketen, darunter der ersten Ariane 6, der ersten Vulcan (darauf ist Peregrine gebucht), der ersten Vega C, des ersten Small Satellite Launch Vehicles Indiens und der ersten Super Heavy nebst Starship von SpaceX.

Kompletter dritter Data Release der Gaia-Mission, im zweiten Quartal: noch viel mehr scharfe Daten für die Astrophysik.

Wiederaufnahme der Messungen mit dem LHC und den LIGOs nach längeren Pausen für Upgrades, im Juni bzw. Dezember.

Fertigstellung der chinesischen Raumstation mit dem Start zweier weiterer Module und dann permanenter Nutzung.

Vorstellung der nächsten Generation ESA-Astronauten sowie ESA-Ministerrat in Paris, beides im November.

Die ISS bekommt ihre erste Kommandantin aus Europa, wenn Samantha Cristoforetti im April mit der Crew-4 eintrifft – und auf der Station soll bereits der zweite Spielfilm gedreht werden, diesmal mit Tom Cruise.

Was nicht kommen wird, ist die traditionelle Riesen-Astro-Tagung der AAS im Januar – denn die ist ersatzlos abgesagt worden, Pressekonferenzen soll es aber geben.

Und weil’s so schön war, nochmal der JWST-Start – diesmal in einem indischen Fan-Musik-Video. Und ein Bildbericht eines Augenzeugen in Kourou, während der Fortgang der Entfaltung außer bei der NASA auch hier verfolgt werden kann.

Runde Jahrestage im Jahr 2022

Vor 250 Jahren …

… veröffentlicht Joseph-Louis Lagrange sein „Essay über das Dreikörper-Problem“ (1772) und entdeckt die Lagrange-Punkte L4 und L5 – zu denen (des Sonne-Jupiter-Systems) jetzt die Raumsonde Lucy unterwegs ist.

Vor 150 Jahren …

… fotografiert Henry Draper erstmals ein Sternspektrum (1872) mit deutlichen Absorptionslinien.

Vor 100 Jahren …

… veröffentlicht Alexander Friedmann eine dynamische Lösung der Relativitäts-Gleichungen Einsteins (1922), einer von mehreren Meilensteinen zur Entdeckung der Expansion des Universums.

Vor 75 Jahren …

… fallen die Meteoriten von Sikhote-Alin in Ostsibirien (12.2.1947).

Vor 50 Jahren …

… gelingt der SU mit Luna 20 die zweite robotische Sample Return Mission vom Mond (14.-25.2.1972).

… enden die astronautischen US-Mondlandungen mit Apollo 16 (16.-27.4.1972) und Apollo 17 (7.-19., Mond verlassen 14.12.1972).

… startet mit Pioneer 10 (3.3.1972) die erste Raumsonde zum Jupiter, die im Juli als erste in den Asteroidengürtel eindringt und ihr Ziel im Dezember 1973 erreicht.

… startet der Astro-Satellit OAO-3 alias Copernicus (21.8.1972).

… startet Landsat 1 (22.7.1972), der erste einer Serie von Erdbeobachtern bis heute.

… streift ein Mini-Asteroid die Erdatmosphäre, was zu einer spektakulären Tageslicht-Feuerkugel über Utah (10.8.1972) führt.

… gibt es die erste Schaltsekunde (30.6.1972), um die Atomzeit mit der Erdrotation zu synchronisieren.

Vor 40 Jahren …

… landen mit Venera 13 (1.3.1982) und Venera 14 (5.3.1982) zwei sowjetische Sonden auf der Venus und liefern u.a. die ersten Farbbilder.

… wird die Raumstation Salut 7 gestartet (19.4.1982) und verglüht ihr Vorgänger (29.7.1982).

… erreicht mit der Conestoga 1 die erste private Rakete den Weltraum (9.9.1982).

Vor 30 Jahren …

… bestätigt der Detektor GALLEX das „Neutrino-Problem“ (Juli 1992) und weist den Weg zur Lösung über eine winzige Masse des Elementarteilchen.

… werden der erste Pulsar-Planet (22.1.1992) und das nach Pluto zweite Kuiper-Gürtel-Objekt 1992 QB1 entdeckt (30.8.1992), der erst viel später (15760) Albion getauft wird.

… passiert Giotto in einer Missions-Verlägerung den Kometen Grigg-Skjellerup (10.7.1992).

… fliegt Ulysses am Jupiter vorbei (8.2.1992) und wird aus der Ekliptik abgelenkt.

… startet der Mars Observer der NASA (25.9.1992), der jedoch kurz vor dem Ziel verloren gehen wird.

… startet der erste Small Explorer SAMPEX (3.7.1992), der Solar Anomalous and Magnetospheric Particle Explorer.

… wird bei der Shuttle-Mission STS-49 (7.-16.5.1992) während einer improvisierten EVA ein Satellit mit bloßen Händen eingefangen.

… fällt nach einer viel beobachteten Feuerkugel über den USA der Meteorit von Peekskill (9.10.1992).

… erscheint „The Spaceguard Survey: Report of the NASA International Near-Earth-Object Detection Workshop“ (25.1.1992) und begründet die modernen Anstrengungen in Sachen NEO-Katalogisierung, die ab Ende des Jahrzehnts in die Tat umgesetzt werden.

Vor 25 Jahren …

… erreicht der Komet Hale-Bopp sein Perihel (1.4.1997), der dabei -0.7 mag. erreichte – und 215 Tage heller als +3.4 mag. blieb, ein Rekord.

… landet der Mars Pathfinder (4.7., letzter Kontakt 27.9.1997) und tritt der Mars Global Surveyor in den Orbit ein (11.9.1997) – die erste erfolgreiche Landung und der erste erfolgreiche Orbit-Eintritt seit 1976.

… startet der Advanced Composition Explorer (ACE, 25.8.1997), der immer noch beim Lagrange-Punkt L1 arbeitet.

Quellen und noch viel mehr Vorschauen: Das Jahr 2022 von der WAA, Meteorstrom-Kalender 2022 der IMO, Planets in 2022 und Planet Visibility Chart 2022, Notable comets of 2022, was der Sternenhimmel im Jahr 2022 bietet, Top Skywatching Events, Transits of Objects through LASCO, Astronomie ohne Teleskop: Überblick zu Ereignissen, Asteroid – Deep Sky Appulses 2022 (S. 56) der JPL Space Calendar, Launch Schedule, Space Missions 2022, wer 2022 alles ins All fliegt, ESA Highlights 2022, This may finally be the year we see some new chunky rockets take flight, 5 milestones to watch for in 2022 und The science events to watch for in 2022 sowie die Videos Main Astronomy Events in 2022, Die astronomischen Höhepunkte 2022, Off-Nominal Happy Hour, Geplante Weltraummissionen 2022 und NASA’s 2022 Earth Science Launches und wie immer Paturi, Schlüsseldaten Astronomie 1996 – und diese Seite vor einem Jahr.

Allgemeines Live-Blog vom 25. bis 29. 12. 2021

25. Dezember 2021

29. Dezember

Leonard nur noch bei ~5.2m – aber bis zu 60(!) Grad Schweif

Während Detailaufnahmen – oben gestern von Michael Jäger, auch länger und kürzer, darunter vorgestern von Gerald Rhemann – weiterhin jede Menge Detail im Plasmaschweif enthüllen und bereits Bilder in der Dämmerung (unten aus Chile) seine ersten Grade zeigen, erschien er gestern auf richtig tiefen Weitwinkelaufnahmen 45 Grad oder gar 60° lang: Details zu letzterem Mosaik auch hier und hier. Und bereits am 22.12. hatte der STEREO-Satellit ebenfalls 60° Schweif gesehen, wobei seine Bilder aber sehr viel Bearbeitung erfordern: auch eine Animation über mehrere Tage und ein Press Release des NRL. Ferner Schweif-Entwicklungs-Serien vom 20.-27., 21.-24. und 23.-26. Dezember, visuelle Eindrücke von gestern und vorgestern (mehr), ein Spektrum vom 25.12., eine Mini-Doku aus La Palma, Bilder von heute (mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mit Aurora, aus Australien; mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 26.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und dem 25.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Artikel hier und hier – und Leonard live aus Australien heute und eine geplante Live-Sendung heute Nacht um 1:30 MEZ. [22:05 MEZ] Auch Komet C-G heute und am 26.12.

Die Sonne gestern und heute vom SDO HMI: oben die AR 2916 und zwei weitere Gruppen gestern um 19:23 MEZ, unten die 2916 heute um 22:53 MEZ – auch mehr Sonne heute (mehr) und gestern (mehr und mehr) nebst zwei M-Flares, dem zweiten (mehr, mehr und mehr) und ersten. Ferner eine ungewöhnliche Aurora gestern, das Spiel von Merkur & Venus derzeit tief in der Abenddämmerung und vernichtende Kritiken hier [alt.] und hier an dem absureden Paper „A Tunguska sized airburst destroyed Tall el-Hammam“ (mehr und mehr). Und ein neues Instrument in Hawaii, überholte Teleskope auf Teneriffa – und was Asteroiden-Radar so alles gebracht hat. [23:45 MEZ – Ende]

807 Trümmer von Kosmos 1408 nach dem russischen ASAT-Test sind inzwischen katalogisiert und hier als Gabbard-Diagramm dargestellt: auch ein früheres mit den Bahnhöhen der Raumstationen und dem chinesischen ASAT-Experiment von 2007 zum Vergleich sowie animierte Gabbard-Plots vieler ASAT-Tests und Erläuterungen dazu (sowie eine Gabbard-Animation allen Raumschrotts seit den Anfängen) plus ein älteres Statement der AAS und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Ferner 99 Objekte des ESTEC als Historie der ESA-Technlogie, viel Raumfahrt unter Chinas erklärten Erfolgen 2021, die dortige Entwicklung einer Rakete für 150 Tonnen – und Experimente mit Algen für den Mars für Terraforming-Visionen. [3:10 MEZ]

Während Roskosmos und russische Militär den jüngsten Teststart einer Angara-Rakete feiern, steht offenbar außer Frage, dass die Persei-Oberstufe versagt hat: der resultierende Orbit, auch von mysteriösen Trümmern, vom Start Videoclips hier, hier und hier und ein Artikel. Auch der Erfolg von Frankreichs erstem industriellem Nanosatelliten namens ANGELS, vor 2 Jahren gestartet, die ersten Daten von ZY-1 02E [NACHTRAG: ein später Artikel], spätere Artikel zur chinesischen EVA (mehr, mehr und mehr) und den Starts von Shiyan 12-01 und -02 [NACHTRAG: noch später] und Inmarsat 6 F1, ferner SOHO-Beobachtungen eines moderat hellen Sungrazers (zu Kometen-Beobachtung aus dem Weltraum heute auch ein Twitter-Q&A ab 17:00 MEZ), die übersetzten Slides einer Hayabusa-2-PK vom 6.12., was Yutu 2 in einem frischen Mondkrater fand, das Paper „Evidence for Energetic Neutral Hydrogen Emission from Solar Particle Events“ basierend auf uralten Daten von SAMPEX, das Ende der 4. und der Anfang der 5. Himmelsdurchmusterung von Spektr-RG – und eine detaillierte Analyse des Fishback-Ramjet-Konzepts erklärt es für ungeeignet für interstellare Reisen; mit der bereits erwähnten Vision einer interplanetaren Raumsonde hat das nichts zu tun. [6:25 MEZ]

394 OneWeb-Satelliten oben / China-Protest wegen Starlink

Beide bereits im Aufbau befindlichen Megakonstellationen von Internet-Satelliten im niedrigen Orbit sorgten für Schlagzeilen: Mit dem Soyuz-Start vorgestern (oben) weiterer 36 OneWeb-Satelliten – weitere Press Releases hier, hier und hier, mehr Bilder, Webcasts von Roskosmos (mehr), Arianespace und OneWeb mit Auszügen hier und hier – sind nun fast 400 im Orbit. Während sich China bei den Vereinten Nationen über Starlink beschwert hat, weil von dessen 1800 Satelliten zwei der chinesischen Raumstation so nahe kamen, dass diese jeweils Ausweichmanöver durchführen musste: Details hier, hier, hier und hier sowie eine größere Zahl Starlink-Deorbits und Artikel zu beiden Megacons von gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vom 19.12. und 18.12. (mehr). [1:45 MEZ]


28. Dezember

Das Entfalten des Sonnenschirms vom JWST hat begonnen!

Die fünftägige Operation nahm heute mit dem Ausklappen der vorderen Halte-Struktur ihren Anfang, die in dem Bild unten vom finalen Bodentest im Vordergrund zu sehen ist – und wenn alles weiter nach Plan verläuft, sollte der Satellit schon in etwa 10 Tagen so aussehen wie in der Grafik in der Mitte. Auch weitere NASA-Updates zu Details des Starts (der – oben ein erst jetzt verfügbar gewordenes Start-Bild einer autonomen Kamera an der Rampe – besonders präzise verlief, was dem Satelliten längere Lebensdauer verspricht) und zum ebenfalls erfolgreichen zweiten Burn zur Kurskorrektur, womit die entsprechenden Triebwerke nun im Ruhestand sind. Ferner eine unabhängige Bestätigung des hellen Flares vom Satelliten am Morgen des 26. (s.u.), eine lange Strichspur und der Satellit in Bewegung hier und hier … sowie eine Analyse des Funk-Trägers und seine Start-Verspätungen verglichen mit Hubbles, während sich Obama als Webbs Retter fühlt. Plus Artikel von gestern (mehr und mehr) und vorgestern (mehr) sowie ein Scherzchen zur Webb-Flut im Web, die aber stark zurückgegangen ist, seit die NASA nur noch im Tages-Rhythmus Updates heraus gibt, was einigen Unmut auslöst. [21:35 MEZ. NACHTRAG: Auch das hintere Sunshield Pallet ist ausgeklappt worden! Und Details zum mysteriösen Flare, Minuten nach dem Ende des 1. Bahnmanövers des JWST – dessen Delta-V nach dieser Analyse optischer Astrometrie etwa 20 m/s betrug]


27. Dezember

Namibische Leonard-Schweife vom 26., 25. & 24. Dezember

von Michael Jäger (1. Bild am 26., 3. am 25., auch in Farbe, und 4. am 24., jeweils mit Lukas Demetz, Veloce 8″ f/3 auf der Farm Hakos) und Gerald Rhemann (2. Bild, ASA Astrograph 12″ f/3.6 auf der Farm Tivoli; auch eine Animation). Ferner 25-er Bilder von mehreren im Vergleich, Schweif-Serien vom 19.-25., 20.-26., 21.-24. und 23.-26., visuelle Eindrücke gestern (andere Schätzungen streuten um 4.0 mag.) und vorgestern und weitere Bilder von gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 24.12. (mehr, mehr, mehr und mehr), 23.12. (mehr) und 22.12. und ein Artikel. [1:25 MEZ]



Auf der Sonnenscheibe ist weiter schwer was los: das SDO-HMI-Bild von heute 0:53 MEZ mit den Gruppen 2918 und 2916 in voller Auflösung heraus geschnitte – auch die ganze Sonne jetzt und eine und zwei Nächte früher, eine Animation, weitere Bilder von gestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern.

Das ALMA-Interferometer in den chilenischen Anden kann derzeit nicht benutzt werden, weil … der Winter eingebrochen ist. Winter – jetzt auf der Südhalbkugel?!? Aber ja: Es handelt sich um die lokale Klima-Kuriosität des Altiplanic Winter in Nord-Chile, starke Regenfälle in diesen Wochen, die in den Bergen als Schnee fallen. Und dessen Bedeutung speziell für ALMA sogar vor 10 Jahren ein kleines Paper diskutiert hatte. [2:00 MEZ]

Ein 4-Kilometer-Krater auf dem Mars mit Wassereis darin in der Nordpolarregion Vastitas Borealis, aufgenommen vom ExoMars Trace Gas Orbiter im Juli. Auch ein Interview zu Chinas Mars-Rover Zhurong und was danach kommen soll, was Chinas Chang’e-4 und Yutu 2 auf der Rückseite des Mondes schon alles entdeckt haben – und wo die Mond-Proben von Chang’e-5 verwahrt werden.

Und China hat gestern schon wieder was gestartet, den Satelliten Ziyuan-1 02E und einen weiteren, den Amateurfunk-Satelliten CAMSAT XW-3 (CAS-9): mehr Bilder hier, hier und hier, ein Videoclip und Artikel hier, hier und hier. [0:40 MEZ. NACHTRAG: Der primäre Satellit hat sich gemeldet]

Eine zweite EVA aus Chinas neuer Raumstation hat gestern stattgefunden: eine 45-minütige Live-Sendung (ab Minute 39 wird auch das kommende Weltraum-Teleskop diskutiert), Clips von 2 Minuten und 44 Sekunden und Artikel hier und hier. Auch das lanhe Paper „Visual Displays in Space Station Culture – An Archaeological Analysis“ (ja, was die ISS-Besatzung an die Wände klebt, ist Gegenstand echter Forschung), ein Video vom Abdocken des Progress ohne Kopf – und die laufende Arbeit an dem Film, für den ausgiebig auf der ISS gedreht wurde. [0:20 MEZ]


26. Dezember

Das JWST hat die erste große Bahnänderung absolviert, hat die NASA gerade mitgeteilt und wurde auch von einem Funkamateur live verfolgt: Man startete gezielt etwas zu schwach, weil ein versehentlich zu schnelles Vehikel schlechter zu bremsen wäre als ein zu langsam abgeflogenes. Oben zwei weitere Start-Bilder, unten bedankt sich der NASA-Wissenschafts-Chef beim ESA-Direktor für den Service – auch ein früherer Carnegie Release, die erste Episode der ESA/Webb Space Sparks, ein Soundbite eines Webb-Forschers, Tweets von POTUS und VP, der Start aus der Ferne, das Ausgasen der Oberstufe über Indien als Spur und gestackt und über Malaysia gefilmt, das Paar Oberstufe / Webb über Sachsen, en Niederlanden, Südfrankreich, Rumänien und Chile, die Bahn Webbs vom Erdzentrum, aus Europa und aus den USA gesehen, JWST & Gaia im Größenvergleich und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [4:45 MEZ]

Webb als Aufmacher in Dubai heute – und noch mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie die deutsche Fassung des ESA Releases zum Start hübsch gemacht. Und das nächste Deployment hat gerade funktioniert, die Antennen-Vorrichtung wurde ausgefahren. Schließlich noch eine Erklärung für das verfrühte Ausfahren der Solarzellen, das schon 30 statt wie geplant 33 Minuten nach dem Start erfolgte (und nur deswegen überhaupt noch von einer Kamera erfasst wurde): Die Ariane hatte den Satelliten viel sanfter als vermutet ausgesetzt, da kam der Auslöse-Trigger über Messungen seiner Rest-Drehungen schneller … was man übrigens im Projekt erst heute herausfand.

Das Strichspur-Paar vergangene Nacht über Deutschland – aufgenommen mit der Schmidtkamera in Tautenburg. Auch Webb und Oberstufe über Italien un Brasilien, mehr Bilder des Ausgasens über Indien und hier und hier noch mehr Fotos vom Start. [17:20 MEZ] Ein Flare vom Satelliten bei seiner optischen Verfolgung und ein überraschend starker Funkträger nach dem Ausklappen der Antennen – und morgen 22:48 MEZ sollte Webb die Mondbahn passieren. Gemäß dem Deployment Explorer sollten übrigens alle Entfaltungen bis zum 7. Januar abgeschlossen sein und bis zum Eintritt in den L2-Orbit am 23. Januar dann nur doch Bewegungen der einzelnen Spiegelsegmente anstehen. Let the jokes begin … [20:45 MEZ]


25. Dezember





Abtrennung: Die Mission des JWST hat begonnen!

Die – für lange Zeit – letzten Blicke der Menschheit auf das JWST, gesendet von Kameras auf der Oberstufe nach seinem problemlosen Freisetzen 27 Minuten nach dem Start. Auch das Ausfahren der Solarzellen war noch bestens zu sehen, gefolgt von der Ansage, dass der Satellit power positive ist. [14:00 MEZ] Ein NASA-Update, Press Releases von ESA und UKRI, Video-Clips hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und was wohl als nächstes passiert. [14:30 MEZ] Auf der Post-Launch-PK – die u.a. im ESA-TV streamt – hat der ESA-Chef gesagt, dass der Start extrem präzise verlief und Webb deswegen keinen Treibstoff für Korrekturen verschwenden muss. [15:05 MEZ]

Zum Start – hier NASA- und ESA-Bilder, von letzterer auch eine Slideshow und die PM auf Deutsch – Press Releases von NASA, CSA, DLR, CNES, Arianespace [alt.] und Ball Aerospace sowie eine NASA-Blog-Story zum Start-Erlebnis in Mission Ops in Baltimore, ein Grußwort von Matthias Maurer von der ISS, Threads aus Sicht des MPI für Astronomie und einer Augenzeugin in Kourou, die Ariane beim Aufstieg vom Wettersatelliten GOES-16 erwischt und irdische Bilder von der Entleerung der Oberstufe über Indien, Thailand, Malaysia und Australien und von Webb und der abgetrennten Oberstufe über Indien.

Die Antenne des Deep Space Network bei Canberra in Australien lauscht auf den Funkträger von Webb – und da ist er! Die Sonnenzellen fuhren übrigens mehrere Minuten früher als erwartet aus (dass man dies noch sehen würde, überraschte auch Webbs Manager) – und eine Erklärung ist nicht zu bekommen. Weitere Artikel jedenfalls hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [17:30 MEZ] Und hier – plus die erfolgreiche Detektion des JWST-Trägers auch durch einen Amateurastronomen. [18:10 MEZ] Ein besonders spektakuläres Bild der ausgasenden Oberstufe mit Komet Leonard und einem Thai-Tempel (es war übrigens der 140. Start des Jahres, ein neuer Rekord). Und nochmal das JWST selbst am Nachthimmel. [20:15 MEZ] Dito gerade aus Finnland. [21:15 MEZ]

Alles grün in Kourou für den Start des JWST in 80 Minuten, wo bereits der Tag begonnen hat, und es sind der Startkontrolle offenbar derzeit keinerlei Probleme bekannt, weshalb das Betanken der Rakete begonnen hat. Es laufen Webcasts der NASA zusammen mit Arianespace, und von Raumfahrt-Fans, auch die Arianespace-Seite zum Start, unabhängige Updates, für später ein Deployment Tracker, ansonsten noch Gedichte hier und hier, ein Liedchen, ein essbares Modell, Videos von 62, 17, 9, 7 und 3 Minuten Länge und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [12:00 MEZ]

Am Space Telescope Science Institute in Baltimore hat eine Launch Party begonnen: Dort wird das Teleskop gesteuert und die wissenschaftliche Arbeit koordiniert. Und ein Blick auf die Startrampe vom Beobachtungsplatz „Toucan“ aus. Und auf der ISS gucken sie auch. Im Media Channel der NASA gibt’s übrigens nur die Ariane auf der Rampe und sonst nix … noch eine Stunde! [12:20 MEZ]

Und die Ariane ist gut weg gekommen! Und verschwand schnell in den Wolken, so dass der weitere Verlauf ausschließlich per Ansagen und Grafik zu verfolgen war. Webb und seine Oberstufe haben sich im Orbit getrennt, und diese arbeitet jetzt – Aussetzen des Satelliten (der schon kurz auf Bildern einer speziellen Kamera zu sehen war) bei t+27 Minuten. [13:30 MEZ]

Komet Leonard ist schon wieder im Ausbruch, mit ~3.5 mag.

seit gut 24 Stunden, wie die gesammelten Schätzungen wie auch gestrige Einzelberichte hier und hier belegen, während es tags zuvor eine Größenklasse weniger war. Auch der Schweif bleibt aufregend: oben ein Skygems-Bild von Michael Jäger und Lukas Demetz von der namibischen Farm Hakos von gestern, unten ein Bild von Gerald Rhemann von der Farm Tivoli von vorgestern abend und in der Mitte ein zur selben Zeit von Hakos aufgenommenes Bilda von Demetz für Qi Yang, das Jäger mit Larson-Sekanina verarbeitete – die kernnahen Koma-Strukturen hängen wohl schon mit dem neuerlichen Ausbruch zusammen, wobei die schnelle Kadenz der Ausbrüche überrascht und auf einen potenziell instabilen Kern hinweisen kann. Auch Schweif-Vergleiche 19.-23.12. und 20.-24.12., eine Längenmessung von über 20°, mit TRAPPIST bestimmte Produktionsraten, der Komet im Sichtbaren und Ultravioletten mit METIS auf dem Solar Orbiter verfolgt, weitere Bilder von gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und dem 22.12. von den Kanaren sowie ein Artikel aus Australien.

Ein Ausschnitt der Sonne von heute 0:23 MEZ im SDO-HMI-Bild, wo sich die Fleckengruppen (1)2916 unten und 2918 gut entwickelt haben. Auch ein neuerlicher Anlauf, den Sonnendurchmesser bei der nächsten (hybriden) Finsternis koordiniert zu messen, für den auch die totale Finsternis vor genau drei Wochen erneut einen höheren Wert als den unter anderen Astronomen üblichen geliefert hatte.

Von dieser ist seit der letzten Bestandsaufnahme vor zwei Wochen noch einiges interessante Bildmaterial herein gekommen: von den Flugzeugen die obigen 13-Minuten-Dokumentation sowie eine Bilder-Galerie (auch hier und hier präsentiert), weitere Videos hier (auch mit dem Blick in die Gegenrichtung), hier und hier, ein Weitwinkel-Komposit mit äußerer Korona, ein Korona-Spektrum, die Korona mit LASCO kombiniert, eine Protuberanz und ein Bericht und aus dem Union Glacier Camp ein neues Korona-Komposit, Einzelbilder hier und hier und ein weiteres Weitwinkel-Video – und ein Bericht von einem Schiff ohne SoFi-Erfolg aber wenigstens südlichem Sternenhimmel. Am nördlichen beginnt derweil eine Abensichtbarkeit des Merkur, wobei diese Grafik aber für Spanien gilt – daher treibt sich auch noch Leonard herum, in Deutschland längst nicht mehr der Fall. [1:55 MEZ]

Das James Webb Space Telescope vor dem Start

24. Dezember 2021

Morgen soll es tatsächlich passieren, fast 40 Jahre nach den ersten Ideen und 25 Jahre nach dem formellen Projektstart: Eine Ariane 5 (ganz oben: in der Nacht 23./24. auf der Startrampe) soll das James Webb Space Telescope (hier drei Fotos des Originals, von 2016, 2019 und 2020), vormals Next Generation Space Telescope, auf den Weg zum Lagrange-Punkt 2 des Sonne-Erde-Systems befördern, wo es dann mit seinem segmentierten 6.5-m-Spiegel und vier wissenschaftlichen Instrumenten mindestens 10 Jahre lang den Weltraum von 600 nm bis 28.8 µm Wellenlänge beobachten soll – kein Nachfolger des auf deutlich kürzere Wellenlängen zentrierten Hubble Space Telescope also, eher des kleinen Spitzer Space Telescope, dessen Mission im Gegensatz zu Hubbles 2020 endete. Die Anspannung in der (nicht nur Profi-)Astronomie vor dem Start und den folgenden vier Wochen kritischer Entfaltungs-Prozeduren (im 2. Video sowie diesem und ausführlich auch diesem älteren geschildert) ist bereits Gegensatz mancher Scherze wie hier, hier oder hier.

Grundlegendes bieten die Homepages bei der NASA, der ESA (die neben der Ariane für das Instrument NIRSpec und Teile von MIRI sorgte und im Gegenzug wie bei Hubble Anspruch auf 15% der Beobachtungszeit hat), der CSA (Lieferant des Fine Guidance Sensors und von NIRISS. ebenfalls gegen Messzeit) und dem STScI, das das Observatorium betreuen wird, Press Kits von NASA (52 Seiten, alt. und ein Start-‚Paket‘ sowie weitere Links) und ESA (24 Seiten, auch eine Broschüre gleichen Umfangs) und Arianespace (7 Seiten), ein ‚Pocket Guide‘ zu den Instrumenten und ein 122-seitiges Paper (von 2006; alt.). Bilderalben zum Start bieten die NASA (mehr und viele weitere Alben) und die ESA, es gibt einen Countdown-Zähler, die URL des NASA-Webcasts und ein NASA-Blog zur Mission: mit z.B. der langen Reise nach Kourou, erfreulich guten Wetter-Aussichten für morgen, Tipps zum Gucken des Starts – und laut dieser Ankündigung soll das Blog die tagesaktuelle Informationsquelle für die Zeit danach werden. Hilfreich auch eine unabhängige Timeline (die NASA hat keine rechte Lust dazu), Hinweise der ESA zu Live-Übertragungen und einer Pressekonferenz – und wo Webb am Himmel entschwinden wird.

Die Geschichte des NGST begann Mitte der 1980-er Jahre, u.a. mit dem Paper „A space telescope for infrared spectroscopy of Earth-like planets“, das zu dem Schluss kam, ein tiefgekühltes 16-Meter-Teleskop im Weltraum wäre nicht nur ideal für den Nachweis von Sauerstoff auf erdähnlichen Exoplaneten sondern ein fantastisches Universal-Instrument für die Astrophysik. Konkret gefordert wurde es dann 1988 in dem Report „Space Science in the Twenty-First Century“ der National Academies auf den Seiten 47-48: Von 8 bis 16 Metern Durchmesser war da die Rede und einem Wellenlängenbereich von 91 nm bis 30 µm, zu starten 10 bis 20 Jahre nach Hubble (was dem Zeitraum 2000-2010 entsprochen hätte). Schon ziemlich konkret diskutiert wurde dieses ‚Next Generation Space Telescope‘ schließlich auf einem dreitägigen Workshop im September 1989, dessen 384-seitige Proceedings oft als Beginn des Projekts gesehen werden, das neun Jahre später so weit gediehen war und gegen dessen viel spätere Taufe nach einem Ex-NASA-Chef es nichts einzuwenden gibt.

Spezielle Webseiten gibt es z.B. zu MIRI von der ESA und der ETH Zürich, zu Webb-Beiträgen aus Ames und der Bedeutung von Herschel (dem Astronomen) für das Projekt sowie hier mit einfacher und hier und hier in kindgerechter Darstellung. Ferner ein Interview zur Startkampagne, Bilder der Rakete heute und letzten Monat und vom Startgelände aus dem Weltraum und Threads zum Hauptspiegel, der Point Spread Function, den umfassenden Optik-Tests, der exakten Masse des Satelliten – und der entfernten Möglichkeit zum Nachtanken, was die Lebensdauer über 10 Jahre hinaus steigern würde. Press Releases hat’s z.B. von der NASA von vorgestern hier und hier, vom 14.12., 17.11., 2.11., 27.10., 20.10., 22.9. und 18.8. 2021, dem 14.10., 19.8., 12.8., 31.7., 24.6., 21.5., 30.4., 10.4., 26.2. und 5.2. 2020 und 2.12. und 25.9. 2019, von der ESA vom 21.12., 20.12. (auch auf Deutsch und eine Grafik), 8.12., 3.12., 9.11. und 7.9. und von der UA, der UHI, dem MPIA (noch mehr Material), UCR, UKRI, CNRS, PITT und Uni Wien sowie der Aerospace Corp.

Videos gibt’s ohne Ende, etwa einen 13-Minuten-Beitrag von „60 Minutes“, Aufzeichnungen von Pressekonferenzen vom 21.12., 16.12. und 18.11. (mehr), einem 3-Stunden-Event im Planetarium Luzern, einem Vortrag zur langen Vorgeschichte und weiteren Online-Events vom 18.12., 16.12., 14.12., 9.12., 4.12., 2.12. (ein kurioses Bild daraus), 11.11. und 10.11., weitere Videos von 55 Min., 38 Min., 37 Min., 29 Min., 17 Min., 9 Min., 5 Min., 4 Min. (mehr), 1½ Min. (mehr) und 1 Min. Länge (mehr), Unmengen NASA-Material bis 2009 zurück – und Webb auf Schwyzertüütsch. Und Artikel hat’s von heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und dem 21.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 20.12. (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 19.12. (mehr), 18.12. (mehr), 17.12., 16.12. (mehr), 15.12. (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 14.12. (mehr), 10.12., 9.12. (mehr), 8.12., 7.12., 4.12., 3.12., 29.11., 26.11., 22.11., 18.11. (mehr), 16.11., 15.11., 13.11., 8.11., 5.11., 3.11. (mehr), 2.11., 28.10., 25.10., 20.10. (mehr und mehr), 19.10., 6.10. (mehr), 1.10., Okt., 30.9., 22.9. (mehr), 20.9., 16.9., 3.8. und 12.4.

Allgemeines Live-Blog vom 21. bis 23. 12. 2021

21. Dezember 2021

23. Dezember

Ein prächtiger Komet mit zeitweise mindestens 15° Schweif

war Leonard in den letzten Tagen: in südlichen Breiten, bei dunklem Himmel und mit entsprechendem Gerät (oben heute über Hakos und gestern über Tivoli in Namibia, von Michael Jäger bzw. Gerald Rhemann, unten ein kurioses Bild mit einem Sprite und der eingebrannten Venus) – unter ungünstigeren Umständen machte er allerdings weit weniger her. Abermals eine Auswahl Bilder ganz unterschiedlicher Art von heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr und mehr) sowie ein Interview mit dem Entdecker. Auch die Amateur-Endeckung des Monds von (4337) Arecibo (Seiten 3-5), die Sonne gestern & heute früh, mit Abschied von der Gruppen-Kette, ihr Tagbogen vorgestern am Tag der Sonnenwende, wieder Radioastronomie in Arecibo – und der theoretische Physiker Ed Witten schüttet sein Herz aus und wird prompt von einem Widersacher gedisst: So sind die halt, die String-Denker und Hater … [23:55 – Ende]

Die Ariane 5 mit dem James Webb Space Telescope ist auf der Startrampe angekommen: oben eine Nah-Infrarot-Aufnahme des Roll-Out heute Nachmittag MEZ – übrigens von einem deutscher Truck gezogen – in Falschfarben (passend für ein Satelliten-Observatorium für 600 nm bis 28 µm Wellenlänge), darunter zwei Luft-Aufnahmen der Rakete auf der Rampe, auch Videos vom Roll-Out hier, hier und hier, Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein NASA-Update (früher) und Artikel hier und hier. [21:00 MEZ] Auch ein ESA Release – und was das andere Weltraumteleskop der 10-Mrd.-Euro-Klasse Hubble so gebracht hat.

Was der Vulkan auf La Palma (der jetzt ruht) seit September an Lava hinterlassen hat: ein Landsat-8-Bild vom 15. Dezember, auch im Vergleich mit vorher sowie ein Sentinel-2-Bild vom 9.12. und die Verfolgung der SO2-Schwaden durch Copernicus (auch eine Animation – und der Status des Programms), plus ein Video, neue Bilder und Artikel hier, hier und hier. Und noch ein DLR-Planeten-Rover im Test, ein TV-Interview mit Maurer, was die japanischen ISS-Touristen sagen – und schon wieder ein Start in China mit zwei Satelliten – und himmlischen Effekten. [22:55 MEZ]

Der irre Plasmaschweif von Komet Leonard über Namibia

von Michael Jäger (1 und 2) und Gerald Rhemann (3) gestern (1) und vorgestern (2 und 3) mit Hilfe der Remote-Sternwarte Skygems auf der Farm Hakos aufgenommen: Zum mittleren Bild gibt es auch eine S/W-Version, eine Animation, ein Gegenstück von Rhemann und beide nebeneinander. In einem CBET von gestern erschienen zahlreiche Beobachtungen v.a. zum Ausbruch der Helligkeit – jetzt liegt sie bei rund 4.5 mag. Auch visuelle Berichte von gestern (mehr) und vorgestern und Bilder von gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und dem 20.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). [2:25 MEZ]

Ein kopfloser Progress hat gerade die ISS ver- und Prichal zurückgelassen: ein ungewöhnlicher Anblick im Video (auch hier und hier) und auf Fotos, auch die Drehungen der Station dabei [NACHTRÄGE: und ein Roskosmos Release und ein NASA-Update]. Gestern hatte der Cargo Dragon die Station erreicht (früher [NACHTRAG: und ein Artikel]), die japanischen Touristen haben viele Videos im russischen Teil gedreht und im jüngsten die Küche demonstriert, der (dann gar nicht gestartete) Gewinner der Blue-Origin-Versteigerung hat sich geoutet – und in Köln nimmt LUNA Gestalt an, wo bald eine künstliche Mondoberfläche eingerichtet werden soll.

Der gestrige Start eines Inmarsat-Satelliten in Japan: der Webcast, daraus das Abheben, ein paar Standbilder, eine nebulöse Strichspur und ein Artikel [NACHTRAG: weitere hier und hier sowie ein Inmarsat Release und Strichspuren mit beachtlichem Vordergrund hier und hier]. Derweil ist der JWST-Start am 25.12. bestätigt (zu den Wetter-Kriterien siehe auch dieses Video und Anmerkungen hier, hier und hier), mit dem Roll-Out heute. Und am 26. Dezember soll ein neuer Amateurfunk-Satellit starten, als sekundäre Nutzlast bei einem chinesischen Start.

Was ist was in dem Video des Solar Orbiter (siehe unten) mit dem Kometen Leonard, den inzwischen mehrere Sonnen-Sonden gesichtet haben – auch ein Interview zur Parker Solar Probe und eine ganze Stunde SDO im Zeitraffer (die 17-nm-Sonne 2014). Und die Asteroiden-Sonde DART hat ihre ersten Testaufnahmen mit der einzigen Kamera an Nord: auch frühere Press Releases von NASA und Harvard, Konferenz-Slides zu den zusätzlichen Erkenntnissen durch HERA, Videos von 2 Stunden, 26 Minuten und 2 Minuten – und ein Song über DART, auch unplugged, und ein Metal-Stück über Dimorphos, das Ziel, mit Text und instrumental. [1:10 MEZ]


21. Dezember

Leonard: erneuter Ausbruch auf ~2.8m, jetzt wieder ~3.8m

Gestern hat der Komet erneut einen Helligkeitsausbruch vollführt, der bis mindestens 3.0 mag. führte, was eine unverhoffte Zugabe für Mitteleuropa bot: In Deutschland blieb es allerdings extrem schwierig, während Leonard auf der Südhalbkugel leicht mit bloßem Auge zu sehen war. Oben zweimal Leonard gestern (Gerald Rhemann remote in Namibia bzw. ein AURA-Bild des Kometen rechts oben über der Baustelle des Rubin Obs. in Chile) und unten vorgestern mit einem Disconnection Event im Plasmaschweif, vom Southern Observatory for Near Earth Asteroids Research (SONEAR) in Brasilien. Auch ein Radio-Spektrum und Bilder von heute hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, gestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, vorgestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier,

vom 17.-19.12. in einem Zeitraffer des Solar Orbiter mit SoloHI und vom 18.12. hier, hier und hier. Ferner der neueste BAA Jupiter Report (und der Vorgänger), die Venus-Sichel und abendliche Planeten-Kette vorgestern, die letzten 2½ Tage Sonnen-Rotation und Entwicklung der vielen Gruppen, ein M1.2-Flare heute, die Scheibe, die Magnetfelder und ein M1.9-Flare gestern (mehr, mehr und mehr), eine Sonnenprojektion vorgestern in einer Meridiana im NW-italienischen Perinaldo, die 2007 gebaut wurde (mehr, mehr und mehr), ein iranisches Online-Event [EDIT: neuer Link nach Entfernen eines Trolls] anlässlich der Sonnenwende, ein Live-Stream aus Australien heute (mit Leonard live), ein Ableger des Effelsberger Galaxien-Wegs in Mannheim, die Eröffnung des Besucherzentrums auf dem Roque auf La Palma (mehr, mehr und mehr) – und mal wieder Lichtverschmutzung & Mensch in der Massenpresse. [16:10 MEZ]

Amphibien-Fahrzeuge statt Helikopter bei der Bergung der japanischen ISS-Touristen erzwang gestern schlechtes Wetter in Kasachstan – das auch jedwedes Live-Bild der Landung von Soyuz MS-20 verhinderte. Selbst die folgende halbe Stunde fehlten irgendwelche Bilder – und dann waren plötzlich (Mitte und unten) zwei blaue Spezialfahrzeuge des Typs ZIL-49061 Blue Bird zu sehen, zwischen denen die Kapsel kaum auffiel. Und noch später gab es dann Videoaufnahmen von der Extraktion der Passagiere (oben), die längt stattgefunden hatte, direkt in die Kabine für eine lange Fahrt: ein Video vom Abdocken, die russische Live-Übertragung der Landung hier = hier, Szenen daraus aus der Steppe hier, hier, hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, NASA-Updates hier, hier, hier, hier und hier – und schlechte Wetter-Aussichten verhindern vielleicht den heutigen Start des nächsten Cargo Dragon, der für 11:06 MEZ geplant ist. [2:45 MEZ]

Das Aussetzen des Dragons nach erfolgreichem Start direkt in Wolken hinein mit der 100. Landung einer Unterstufe: der Webcast, ein Auszug, Fotos hier und hier und Artikel hier, hier (zu einem Satelliten aus Bahrain an Bord), hier und hier – und was aus dem Starliner geworden ist und warum es beim SLS schon wieder hakt und der Starttermin weiter ins Jahr 2022 hinein wandert. [14:35 MEZ]

Eine andere Perspektive auf die Einkapselung des JWST in Kourou, die Nutzlast-Verkleidung schwebte in einem Stück aus dem „Stockwerk“ darüber in die Ebene mit dem Satelliten, der selbst wiederum in einer Art Aquarium als Reinraum auf der Ariane sitzt: ein Zeitraffer der Operation, ein Album mit weiteren Bildern der Startkampagne, ein weiteres mit früheren Bildern, ein ESA Release und ein Artikel. [NACHTRAG: Die Launch Readiness Review hat stattgefunden, und das JWST ist weiter GO für den 24. Dezember! NACHTRAG 2: Nö, ist es nicht mehr, wegen schlechten Wetters – frühestens geht’s jetzt am 25.12. (wieder 13:20 MEZ) los, wobei das Wetter bis Jahresende konstant schlecht aussieht …] Auch die Planeten-Geometrie im WISPR-Video von der PSP erklärt – und die Papers „Preliminary analysis of the Hayabusa2 samples returned“ und „First compositional analysis of Ryugu samples by the MicrOmega hyperspectral microscope“ sowie Zusammenfassungen hier, hier und hier. [15:00 MEZ. NACHTRAG: ein langer JAXA Release zum ersten Paper]