Allgemeines Live-Blog ab dem 24. Juli 2017

24. Juli 2017

24. Juli

Allerlei Entdeckungen Cassinis auf seinen finalen Orbits

sind heute bekannt geworden: Die größte Überraschung ist, dass die Achse des Planeten derart exakt parallel zur Rotationsachse steht, dass keine Modulation und damit Bestimmung der ‚wahren‘ Tageslänge Saturns möglich ist. Auch gibt es inzwischen besser aufbereitete Animation der Saturnwolken aus der Nähe (oben), und der Staubanalysator hat in der Ringebene extrem kleine Staubteilchen vorgefunden, die sich über ihre Impakte auf dem Orbiter auch dem Radio and Plasma Wave Science-Instrument verraten (unten). Auch weitere Hinweise auf Wasser auf dem Mond (mehr und mehr), gemeinsames Astronauten-Training von ESA & China – und irre Nachtaufnahmen aus einem Flugzeug von einem Raketenabwehr-Test in Nordwest-China. [23:35 MESZ]

Dieser Schuss ging nach hinten los … Zu guter Letzt hat die Aktivitätsregion 2665 doch noch eine substanzielle Coronal Mass Ejection losgeschickt, der auf SOHO-Bildern als expandierender „Halo“ erscheint (Anklicken -> Zeitraffer) – nur stand die AR inzwischen leider auf der Rückseite der Sonne. Auch eine langsam heller werdende Nova (mit visuell aber nur 10 mag.), NLC aus einem Flugzeug, auch in Bewegung, der neue Komet C/2017 O1 noch ohne Name aber schön grün, der Besuch von 2012 TC4 im Oktober, Sonifikation astronomischer Daten – und das Instrument MEGARA am Gran Telescopio Canarias, ein neues 4-m-Teleskop auf La Palma, die Kamera des LSST und Einsparungen beim SKA. [23:15 MESZ. NACHTRÄGE: die Bahn von C/2017 O1, der immer auffälliger wird (wohl dank eines Ausbruchs mutmaßlich begrenzter Dauer), die Umstände der Entdeckung und mehr Bilder hier, hier und hier]

Der Erfolg nach der Sternbedeckung durch 2014 MU69

in einem Handy-Video eines der argentinischen Beobachter am 17. Juli festgehalten: Die Aufzeichnungen von den verschiedenen Teleskopen waren in einem Hotel zusammengeführt worden, und Amanda Zangari hatte beim Durchschauen soeben das erste klare Signal gefunden – auch ein weiterer argentinischer Artikel mit Bildern von Beobachtern. Auch kuriose Erosion auf dem Mars aus Curiosity-Sicht, der Start von Chandrayaan-2 nächstes Jahr, der Betriebsbeginn von Chinas Röntgensatellit HXMT im Herbst, eine mögliche ‚Ausleihe‘ des Spitzer Space Telescope, deutsche Experimente auf einer Blue Origin-Rakete, ein Start des LightSail 2 irgendwann 2018, wenn die Falcon Heavy endlich fliegt, wachsende Zuversicht bzgl. der Erstflüge der US-Privatraumschiffe zur ISS, ein Missgeschick mit einem TDRS-Satelliten, das zu einer Verschiebung des Starts führt, weiter Unklarheit über Mayak, der jedenfalls nicht „mondhell“ am Himmel strahlt – und ominöser Weltraumschrott in Indonesien. [14:55 MESZ. NACHTRÄGE: eine Präsentation bunter Bilder (und einer Karte) rund um die 3. MU69-Kampagne, eine FB-Gruppe dazu und eine mögliche helle Sichtung von Mayak]

Nur noch eine Lunation bis zur nächsten ToSoFi

22. Juli 2017

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muss jetzt gewartet werden: Morgen um 11:45 MESZ ist der letzte Neumond davor, und in 30 Tagen zieht der Kernschatten des Mondes quer über die USA, wozu es hier schon mehrfach jede Menge Links gab (Links zu den früheren Sammlungen ganz unten). Eingerahmt von hoch prozessierten Sonnenkoronen (oben von 2016 durch das CATE-Projekt) hier ein paar Videos: Die 2016-er ToSoFi – die letzte auf diesem Planeten überhaupt – aus Sicht von Himawari-8, zwei Live-Übertragungen der letzten ToSoFi in den zusammenhängenden USA 1979 (noch mehr von damals im TV), ein Vorbericht aus der Totalitätszone 2016 (weitere TV-Clips hier und hier), eine Pressekonferenz von gestern (der 10 Kurzvorträge folgten), ein frühere PK (der eine weitere folgte, und es gibt noch mehr) und ein Vortrag über Korona-Bildverarbeitung. Und dann wären da jede Menge neue Links:

Ferner noch Lokales aus Oregon (wo der Wirbel am größten zu sein scheint: Press Releases des Verkehrsministeriums von gestern und vom 30. Juni und 21. Juni, eine Nachricht der Polizei von Salem und Artikel von gestern, vorgestern hier und hier, vom 19. Juli hier, hier und hier, 13. Juli hier und hier, 7. Juli, 25. Juni, 24. Juni, 20. Juni, 14. Juni und 13. Juni), Idaho vom 21. Juli und 8. Juni, Wyoming, Illinois vom 21. Juli, 22. Juni, 6. Juni und 23. Mai, Kentucky vom 30. Juni und 24. Juni und Tennessee gestern und vom 23. Juni. Und weitere Artikel rund um die SoFi von heute hier, hier und hier, gestern hier, hier, hier, hier und hier, vorgestern hier, hier, hier, hier und hier, vom 19. Juli, 17. Juli, 14. Juli, 10. Juli hier und hier, 7. Juli, 3. Juli, 29. Juni, 22. Juni hier, hier und hier, 21. Juni hier, hier und hier, 20. Juni, 19. Juni hier und hier, 13. Juni hier und hier, 12. Juni, 10. Juni, 7. Juni, 1. Juni, 27. Mai, 24. Mai hier, hier und hier, 23. Mai und 21. Mai.

Allgemeines Live-Blog vom 16. bis 20. Juli 2017

16. Juli 2017

20. Juli

Wenn sich Amateurastronomen über das 1-m-Teleskop auf dem Pic du Midi hermachen dürfen, was im Rahmen des Pic-Net-Projekts ermöglicht wurde, kommt schon mal so was raus: Jupiter und Saturn am 11., dazwischen Ganymed am 10. Juni. Auch das UniStellar-Teleskop jetzt mit SETI-Support, die neue Multi-site All-Sky CAmeRA auf La Silla, Arbeiten einer deutschen Schule mit den Faulkes-Teleskopen, eine Astro-Finanz-Krise in Brasilien und eine Partnerschaft des SKA mit dem CERN in Sachen Big Data. Plus NLC in der Nacht 17./18. Juli (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und noch mehr) und der Nacht davor (auch mit etwas Polarlicht) – und der Sternbedeckungs-Spezialist Hans-Joachim Bode ist gestorben, der auch in Fachkreisen Ansehen genoss. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRAG: ein Artikel dieses Bloggers zum Pic-Net]

Ein großer Sprung für einen alten Sack: 1.5 Mio. Dollar

(bzw. 1.8 Mio.$ inkl. Gebühren) sind heute auf einer Auktion für jenen unscheinbaren Beutel bezahlt worden, mit dem Bodenproben von Apollo 11 zur Erde reisten und der versehentlich aber letztlich legal auf den freien Markt geraten war: Artikel hier, hier und hier und ein Video. Und das exakt am 48. Jahrestag der Landung: was damals beinahe schief ging, eine Frontpage danach aber vor der EVA und neue Bildprodukte und Videoclips – und ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg zu einer Raumstation in Mondnähe.

Hier hat ein Dove-Satellit den letzten Soyuz-Start „gefilmt“, indem er schräg Richtung Baikonur schaute – auch ein Radio-Clip über den kontroversen Mayak-Satelliten, der damals startete (und bisher nicht auffällig am Himmel gesehen wurde), der deutsche militärische Comsat Heinrich Hertz, Google Street View jetzt auf der Raumstation (ein Videoclip und Artikel hier und hier) und Slow Scan TV von der ISS, was mediales Interesse auslösen kann.

Eine 2016-er Hubble-Sequenz von Phobos beim Mars – auch aktuelle Panoramen von Opportunity und Curiosity, viel Mathe beim Aerobraking des ExoMars TGO und der Abschied von SpaceX von Düsen-Landungen des Dragon, was ihn für den Mars ungeeignet macht (mehr und mehr. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: mehr zum Apollo-Sack-Verkauf hier, hier, hier und hier]


19. Juli

Diesmal hat’s geklappt: Das KBO 2014 MU69 knipst kurz einen Stern aus (5 Bilder pro Sekunde) während der Beobachtungen vorgestern in Argentinien – mindestens 5 Teleskope sahen eine Verfinsterung und maßen damit eine ‚Sehne‘ durch das zweite Ziel der Raumsonde New Horizons. Was daraus über die Größe und Gestalt des Objekts zu erfahren ist, wird noch nicht gesagt, dito was denn nun der Grund für den Fehlschlag am 3. Juni und wie weit SOFIA am 10. Juli vom Schattenpfad entfernt war. [15:40 MESZ] Ein Bedeckungs-Video als GIF, eine andere Version des Press Release – und alles zusammen & im Kontext von diesem Blogger. [17:45 MESZ] Ein weiteres Detail noch: Das verbreitete Video zeigt die kürzeste aller Sehnen (die real 4 km entspricht), die anderen vier sind alle länger. [23:25 MESZ. NACHTRAG: Der Fehlschlag von 3. Juni erklärt (berechneter Track war falsch), auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und zu SOFIA (ohne Ergebnisse) hier und hier]


18. Juli

LISA Pathfinder nach erfolgreicher Mission abgeschaltet

Um 19:57 MESZ gab Principal Investigator Stefano Vitale im ESOC das finale Kommando an den ESA-Satelliten, der wesentliche Technologien für die eigentliche LISA-Mission zur Jagd nach Gravitationswellen im Weltraum demonstriert hat: auch Artikel hier, hier, hier und hier sowie ein Feature über Saturns Hexagon, die weitere JPL-Planung im Sonnensystem und ein japanischer Kamera-Ball auf der ISS. Plus eine weitere erfolgreiche Demonstration eines Dragsails mit einem Mini-Satelliten, ein kürzlich gestarteter weiterer Drag-Demonstrator, der überdies noch besonders hell am Himmel und so gar ein Ärgernis werden könnte (Sicht-Vorhersagen [eigenen Ort einstellen!] und Artikel hier [früher], hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), ein NASA-Orden für die Nachführ-Kamera der fliegenden Sternwarte SOFIA – und was das DLR auf der Messe MAKS in Moskau zeigt. [23:20 MESZ. NACHTRAG: Nachrufe auf den LISA Pathfinder von ESA, AEI und DLR und späte Artikel hier und hier]


17. Juli

Sternbedeckung durch KBO 2014 MU69: die dritte Chance

Nach dem 3. Juni und 10. Juli gibt es heute um 5:50 MESZ die vorerst letzte Chance, eine Sternbedeckung durch das zweite Ziel der Raumsonde New Horizons, das kleine Kuiper Belt Object 2014 MU69, zu beobachten: Den Berechnungen nach wird sein Schatten dann innerhalb weniger Sekunden von Ost nach West quer über Patagonien rasen, wo wie bereits am 3. Juni ein ‚Zaun‘ aus diesmal 25 transportablen Teleskopen quer zum erwarteten Track in Stellung gegangen ist. Der prognostizierte Streifen entspricht kurioserweise beinahe dem Track der Annularität der SoFi vom Februar, nur ist dort jetzt Winter. Die Juni-Kampagne für MU69 in Argentinien plus Südafrika war bekanntlich ein Fehlschlag, und was vor einer Woche heraus kam, ist bislang nicht mitgeteilt worden: Zwar gibt es ein interessantes 5-Minuten-Video über die Schattenjagd mit SOFIA, auch in Ausschnitten hier, und eine Notiz, dass das Flugzeug am richtigen Ort war, der angeblich sehr genau berechnet war, aber auf den ersten Blick war nichts auf dem Video zu erkennen. Von der dritten Kampagne gibt es bislang einen Zeitraffer vom Aufbau-Test der Teleskope, Bilder von einem Planungs-Meeting und lokale Zeitungsartikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – mal sehen, was sich diesmal auf Twitter und dieser speziellen Webseite tut … [0:45 MESZ] Laut diesem Tweet sind die Beobachtungen gut gelaufen, auch argentinische Amateure machten mit (das hier sind welche davon) und üblem Wind wurde getrotzt, aber natürlich gibt’s mal wieder wieder keine Ansage, ob jemand eine Sehne von MU69 sah. [9:35 MESZ] Keine Neuigkeiten aus Argentinien – aber ein bizarrer Tweet … [15:25 MESZ] Auch laut einem argentinischen Artikel hier, hier und anderswo sind die Beobachtungen – ein 3-Minuten-Video ohne Daten – gut verlaufen, auch einige unabhängige Teams machten mit, aber Ergebnisse gäbe es erst in Monaten. [23:10 MESZ]


16. Juli

Dieser Sonnenflare könnte heute Polarlichter bringen

Jedenfalls hat der Flare der Stärke M2.4 vor zwei Tagen (mehr, mehr, mehr und mehr) eine Coronal Mass Ejection ausgelöst (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), die die Erde streifen und einen geomagnetischen Sturm auslösen könnte (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). Auch der verursachende Sonnenfleck am 15. Juli (auch H-Alpha), 14. Juli (mehr) und 13. Juli (mehr und mehr), detaillierte Analysen des aktuellen Jupiter-Geschehens in Papers hier, hier und kürzer hier, erstmals ein Ausbruch vom Komet 29P/Schwassmann-Wachmann von Anfang an beobachtet, die Entdeckung eines Monds von Asteroid (113) Amalthea per Sternbedecking, eine Nova mit 10.5 mag., NLC in der Nacht 11./12. Juli (mehr), mal wieder ein Regenbogen 3. Ordnung – und mysteriöse Radiostrahlung von Ross 128, die natürlich gleich ein Thema wird und im Rahmen von Messungen für „Red Dot“ mit Arecibo entdeckt wurde. [1:15 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Beobachtungen von Ross 128 mit dem GBT und in Arecibo (die auf geostationäre Satelliten hinweisen), das SETI Inst. dazu und weitere Artikel hier, hier und hier] Der entschwindende Fleck heute und gestern, während das Stürmchen wohl beginnt. [11:35 MESZ] Es zittert im Magnetfeld mit Beginn eines moderaten geomagnetischen Sturms nach Eintreffen der CME: Updates auch hier und hier. [13:35 MESZ] Polarlichtchancen bestehen allenfalls im Norden Deutschlands – auch die allgemeine Lage und nochmal die Sonne heute. [21:50 MESZ. NACHTRAG: wird wohl nix. NACHTRAG 2: in der Tat – nur ganz schwaches Glimmen. NACHTRAG 3: ein lila Leuchten auch über den USA (wo in der Nacht zuvor mehr los war) – und der entschwindende Sonnenfleck am 17. Juli. NACHTRAG 4: immerhin eine nette Show in Michigan letzte Nacht über der Mackinac Bridge. NACHTRAG 5: ein Rückblick, der auch das AKM-Forum erwähnt – und einen Tweet dieses Bloggers im Titel trägt]

Vor zwei Jahren flog New Horizons am Pluto vorbei, und zur Feier des vorgestrigen Jahrestags des epochalen Ereignisses gibt’s neue Höhenkarten von Pluto & Charon und simulierte Überflüge: auch Artikel hier und hier sowie die Hilfe der ESA beim Cassini-Funken, die Konjunktions-bedingte Mars-Funkstille, ein chinesischer Amateurfunk-Satellit am Mond 2018, Russlands Mond-Missionen Luna 25 bis 27 jetzt für 2019, 2021 und 2022 geplant – und der älteste ESA-Astronaut Paolo Nespoli mit 60 und was Alexander Gerst als Kommandant der ISS zu tun haben wird. [1:00 MESZ]

So sah Juno den Großen Roten Fleck (und mehr)

14. Juli 2017

Aus der Handvoll flauer Rohbilder des Großen Roten Flecks von der JunoCam von Junos Perijovium am 10./11. Juli haben die Fans in kurzer Zeit eine Fülle interessanter Bildprodukte generiert, in möglichst natürlichen Farben aber vor allem in Kontrast und Intensität verstärkt: eine Auswahl ansehnlicher Ergebnisse oben und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Auch anderes Detail regte zur Verarbeitung an wie dieser Amateuren bekannte Wirbel (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) oder die Polregion hier, hier, hier und hier. Auch eine Projektion der Flugbahn auf den Planeten, eine Animation, Schwenks hier und hier, eine künstlerische Umsetzung, die Erde zum Vergleich (auch in einer kuriosen Variante), Press Releases von SwRI und JPL, erste wissenschaftliche Interpretationen hier und hier, ein Kommentar und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: noch mehr Bildverarbeitung durch Fans hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein später Artikel].

Ein ausgetrocknetes Flussbett in den Libya Montes auf dem Mars in einer aus Daten des Mars Express erzeugten 3D-Ansicht – auch die Fortschritte von Curiosity, eine Forderung nach kommerzieller Planetenforschung, die Pläne von Moon Express mit mehreren Starts, der LISA Pathfinder als Asteroiden-Sucher (und für technische Experimente zum Missionsende), wachsende Sorgen vor zu vielen CubeSats und wie das US-Abgeordnetenhaus mit der NASA umgeht.

Der erste Orion-Flug mit Crew wird wieder etwas realer, dank dieser Bilder einer Ausstiegsübung nach der Wasserung einer zurück gekehrten Kapsel im Golf von Mexiko – auch reichlich abgedrehte NASA-Werbung für die Rakete dazu, das SLS, das klare Eingeständnis der NASA, dass die Reise nicht zum Mars geht in absehbarer Zeit, und eine Sammlung vieler Aurora-Fotos aus der ISS, der der Spionagesatellit erneut nahe gekommen ist.

Ein Start einer Soyuz-Rakete mit 73 Satelliten – meist kleinen, auch aus Deutschland: oben ein besonders gutes Video inkl. Booster-Abwurf am Ende, auch Artikel hier, hier (früher), hier, hier, hier und hier.

Allgemeines Live-Blog vom 4. bis 12. Juli 2017

4. Juli 2017

12. Juli

So sehen Satelliten heute einen neuen gigantischen Eisberg in der Antarktis, der sich zwischen vorgestern und heute vom Larsen-C-Schelfeis abgelöst hat und mit 5800 km^2 einer der größten je beobachteten ist: oben ein thermisches IR-Bild vom MODIS-Instrument auf dem NASA-Satelliten Aqua, in der Mitte ein C-Band-Radar-Bild vom ESA-Satelliten Sentinel-1B, der das schwimmende Eisstück vorgestern noch verbunden mit dem Schelfeis gesehen und zusammen mit Sentinel-1A das Fortschreiten des Risses seit Jahren verfolgt hatte, und unten ein optisches Bild vom VIIRS-Instrument auf dem NASA-Satelliten Suomi. Zuvor hatte der ESA-Satellit CryoSat die Tiefe des Risses überwacht: auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier sowie eine neue Rolle für den Ozean-Satelliten OSTM/Jason-2 – und Anzeichen für jungen Vulkanismus auf dem Mars. [15:30 MESZ – Ende. NACHTRÄGE zu Larsen C: die amtliche Taufe des Eisbergs als „A-68“, eine Visual Story des AWI, NASA-Mitteilungen hier, hier und hier, die ESA-PM auf Deutsch, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier, Bilder des Eisbergs – von dem bereits selbst ein Stückchen abgebrochen ist, das aber keine eigene Nummer bekommt – von Deimos 1, Sentinel 3 (mehr) und Landsat 8, zu seiner Größe dies, dies und dies – und wie das Larsen-Eisschelf über die Jahre schrumpfte]


11. Juli

Die fette Fleckengruppe nähert sich der Mitte der Scheibe

der Sonne auf einem Bild des HMI-Instruments auf dem Solar Dynamics Observatory von vor 1/2 Stunde (0:11 MESZ; Anklicken liefert das neueste Bild) – auch Amateuraufnahmen der großen Gruppe von gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr), ein afrikanisches Netz von Radioteleskopen und ein Zeitraffer-Video aus Patagonien mit etwas Astronomie in der 3. Minute. [0:45 MESZ] Der „Galaxy Zoo“ ist 10 Jahre her – inzwischen sind über 50 Citizen Science-Projekte nach demselben Schema gelaufen, und Bürgerforschung ist selbst Gegenstand der Forschung. [1:30 MESZ] Die mittige Fleckengruppe hat sich Radioastronomen bemerkbar gemacht. [14:05 MESZ] Das Strategie-Abkommen zwischen ESO und Australien wurde heute unterzeichnet. [17:40 MESZ] Die Gruppe heute im Detail von den Cayman-Inseln. [23:55 MESZ. NACHTRAG: ein SDO-Video der Entwicklung der Gruppe vom 5. bis 11. Juli]

Der Außenrand der Encke-Teilung im Saturnring, wo der Mond Pan für ein Wellenmuster sorgt – auch Spiral-Dichtewellen im A-Ring und ein improvisiertes Farbbild der Ringe ganz aktuell aus der Endphase der Cassini-Mission. Derweil kommt heute Juno wieder dem Jupiter nahe und wird dabei dem Großen Roten Fleck – ein irdisches IR-Bild vom 6. Juli – besonders nahe kommen (Artikel hier, hier, hier, hier und hier und eine Echtzeit-Simulation Junos): Bilder gibt’s aber erst in 3 Tagen. Ferner ein Review-Artikel über Jupiters Ringe, was Opportunity gerade treibt, eine angekündigte Mars-Strategie der NASA – und immer noch Diskussion über Daten der Venus-Lander … der Sowjets.

Das JWST in der großen Testkammer inm Houston – auch die Genehmigung von Ersatz für Hitomi durch JAXA & NASA, ein spontanes Quanten-Kryptografie-Experiment mit dem ESA-Satelliten Alphasat-I-XL, ein kommender Soyuz-Start mit 72 Mini-Satelliten, Chinas gestrandeter Satellit im richtigen Orbit angekommen, wie der teure Fehlstart der Langer Marsch 5 das chinesische Raumfahrt-Programm in Schwierigkeiten bringt, das kommende Ende der Iridium-Flares, die Vorbereitungen des 1. SLS-Fluges – und ARM-Überreste in der angedachten neuen Raumstation beim Mond. [0:15 MESZ. NACHTRÄGE: Die Tür hinter dem JWST ist zu, für drei Monate, gleich noch zwei Quanten-Satelliten-Experimente gelangen in China und in Japan (mit dem japanischen Mikrosatelliten SOCRATES), Juno hat die Beobachtungen im Perijovium absolviert, wobei Bilder auch schon am 13. Juli möglich sein könnten, die Marssonden müssen pausieren, oppositionshalber – und die Vorbereitungen des Erstflugs EM-1 des SLS am Kennedy Space Center]


10. Juli

Die 2. Chance: New Horizons‘ 2. Ziel bedeckt erneut Stern

Wieder hat er nur 15. Größe – aber diesmal wird auch die fliegende Sternwarte SOFIA eine Beobachtung versuchen (was auch in diesem Podcast erwähnt und in diesem Mini-Video beschrieben wird): Es geht v.a. um den Nachweis etwaigen Gefahrguts aller Art in der Umgebung des Kuipergürtel-Objekts. Der Schatten von 2014 MU69 rast in 10 Minuten – von 9:41 bis 9:50 MESZ – quer über die Erde, und sollte zu Beginn Südamerika und dann den Südpazifik überqueren, wo ihn gegen Ende des Tracks SOFIA aus Neuseeland kommend zu treffen hofft. Beobachtet wird nicht mit den IR-Instrumenten sondern nur der Zielkamera im Visuellen, um eine saubere Lichtkurve aufzunehmen – hoffentlich mit einem kurzen Einbruch durch den Hauptkörper, denn ohne diese Referenz könnte der Abstand etwaiger anderer sternbedeckender Objekte von ihm nicht ermittelt werden.

Nach dem überraschenden Fehlschlag der ersten Kampagne am 3. Juni mit Beobachtung des Zielsterns an zahlreichen Standorten ohne einen einzigen Treffer – woraus sich herzlich wenig lernen lassen kann – dürfte die Nervosität bei der Missionsplanung groß sein: Ging der Schattenpfad damals ganz woanders entlang oder schlüpfte das kleine Kuipergürtel-Objekt irgendwie zwischen den Teleskopen hindurch? Und es gibt nur ein SOFIA und nur diese eine Chance, denn eine dritte Sternbedeckung eine Woche später ist für das Flugzeug unerreichbar. Dafür hat der Stern dann 12. Größe, und der Schatten zieht über das winterliche Patagonien: Mögen sich trotz der abgelegenen Gegend auch Amateurastronomen an der 3. Kampagne beteiligen, um die Chance eines Treffers zu erhöhen. [2:40 MESZ]

SOFIA ist in der Luft, hat den Zielstern hell im Blick und wird ihn mit 3.5 Bildern/Sekunde aufnehmen: Objekte bis 1 km herab sollten nachweisbar sein. [9:30 MESZ] Die Teleskope Danish 1.5 m und Gemini South in Chile gucken auch. [9:45 MESZ] SOFIA hat über 9000 Aufnahmen gemacht – ob der Stern wohl auf einer fehlt? [10:05 MESZ] Auch Gemini Süd und Danish haben fertig – und wie bei SOFIA gibt’s zunächst keine Kunde, ob eine Bedeckung gesehen wurde. [10:15 MESZ] Dafür wenigstens der Flugverlauf von SOFIA aus einem Tracker. [12:10 MESZ]

Laut diesem Tweet SOFIA „successfully observed the shadow!“ Aber heißt das jetzt, dass die Messungen klappten (das wissen wir ja längst) oder dass tatsächlich eine Bedeckung des Sterns durch MU69 gesehen wurde? [14:45 MESZ] Aha, ersteres war gemeint: SOFIA war „exactly where the centerline of the shadow was predicted“, der Plan blieb unverändert, aber die Datenanalyse dauert … [15:00 MESZ] … wie sie jetzt auch selbst noch mal klarstellen. [15:20 MESZ] Und die zieht sich hin: Vielleicht gab’s ja eine Bedeckung nur ein Bild lang. [17:25 MESZ] Du gute Güte, jetzt sind es schon „weeks before analysis is done“. [23:45 MESZ]


8. Juli

Die Spiralgalaxie Messier 77 in einer VLT-Aufnahme – auch das neue Teleskop GOTO auf La Palma, das Gravitationswellen-Quellen sichten soll, neue robotische Teleskope auf Teneriffa (COAST & PIRATE), wie es dem Mt- Stromlo Obs. heute geht und viele ESO-Goodies für Planetarien. Sowie ein plötzlich aktiver Asteroid (mehr und mehr), wie Gaia einer Sternbedeckung durch Chariklo half, ein toller Jupiter mit 1-m-Teleskop (Erläuterungen, ein Artikel und ein Paper von 1961 über Planeten am Pic du Midi), ein beachtlicher Sonnenfleck ist aufgetaucht, der gerade auf die Scheibe rotiert – und wie die Lichtkurven der Supernova 2017eaw in der ‚Feuerwerks-Galaxie‘ weiter gegangen sind. [3:45 MESZ] Die Fleckengruppe heute. [10:00 MESZ] Weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ]


6. Juli

Ein Epimetheus aus 15’000 km Abstand mit 90 Metern/Pixel

gehört auch zum Vermächtnis des Saturn-Orbiters Cassini, der in zwei Monaten versenkt wird: ein Bild vom 21. Februar. Weniger als 24 Stunden alt ist dagegen dieses Bild der Saturnringe, während ein überraschender Nachweis von Methanol in den Fontänen von Enceladus auf früheren Messungen auch mit einem Radioteleskop basiert. Derweil ist endlich verraten worden, dass kein einziges Teleskop eine Sternbedeckung durch 2014 MU69 bei der großen Kampagne am 3. Juni parallel in Argentinien und Südafrika sah (woraus bereits kühne Schlussfolgerungen zu Größe und Albedo des 2. New-Horizons-Ziels gezogen werden), es gibt doch noch die Möglichkeit, Dawn zu einem 3. Asteroiden zu schicken (worüber bald entschieden werden soll), und auch Neptuns Mond Triton hat true polar wander erlebt. Ferner hat die Firma XCOR alle entlassen, womit das Lynx-Programm endgültig gescheitert sein dürfte, während Virgin Galactic weiter machen kann – und SpaceX will heute um 1:38 MEZ einen 3. Startversuch einer Falcon 9 unternehmen, nachdem der Countdown zweimal 10 Sekunden vor dem Start abgebrochen worden war. [0:05 MESZ] Eine Timeline der letzten Wochen Cassinis, der gerade noch weitere Ring-Bilder geliefert hat. [1:25 MESZ] Der Falcon-Webcast läuft: noch 3 Minuten, die alten Probleme behoben und keine neuen bekannt … [1:35 MESZ]

Na, geht doch! Pünktlicher Start – hier bei t+12 Sekunden – und guter Verlauf der ersten Flugphasen. Diesmal gibt’s keine Landung der 1. Stufe. [1:40 MESZ] Der Start vom Strand aus gesehen, die 1. Stufe in Aktion und das Staging (mehr Screenshots hier und hier) – die 2. Stufe hat inzwischen SECO, es wird gecoastet, wobei die Bahndaten nicht genannt werden, und dann gibt’s den Schluss-Kick. [1:50 MESZ]

Und da brennt die Oberstufe ein zweites Mal, für ein paar Sekunden: Der Orbit ist gut – und der Satellit ausgesetzt! Das war das Live-Bild zwar etwas gestört, aber man sah ihn davon driften. [2:10 MESZ] Ein weiterer Start vom Strand, derselbe aus der Nähe, die Rakete im Flug, ein militärischer Amateurfilm, ein Zeitrafferchen, ein Artikel – und ein Rekord ist gebrochen. [2:40 MESZ]

Die ersten hübschen Startfotos tauchen jetzt auf, auch von der Rakete im Flug. Und die Falcon war stärker als geplant. [2:50 MESZ] Ein weiteres Start-Video aus der Ferne und weitere Artikel hier und hier. [3:00 MESZ] Und hier – der Satellit hat sich gemeldet; weitere Fotos vom Start. [4:30 MESZ] Und ein ganz besonderes! Sowie weitere Artikel hier, hier und hier. [12:45 MESZ. NACHTRAG: besonders gute Bilder vom Start!]

Der ESA-/JAXA-Merkur-Orbiter BepiColombo nach Tests am ESTEC in den Niederlanden, wo ihm heute eine zweistündige Pressekonferenz gewidmet wurde – auch eine frühere PM aus Bern und Artikel hier, hier, hier und hier. [12:55 MESZ] Ein Press Release zum Ende der Tests des Stacks und ein Ton(!)-Film der Vibrationstests. Fragt sich nur, wer im Oktober 2018 starten kann, da dann Bepi und das JWST gleichzeitig auf die Ariane wollen. [13:40 MESZ] Ein AleniaSpace Release über die Tests. [14:30 MESZ. NACHTRAG: noch ein Bild, eine Aufzeichnung der PK und weitere Artikel hier (OpEd) und hier]


5. Juli

Heute vor 90 Jahren wurde der Verein für Raumschiffahrt gegründet (zwei „f“ reichten damals noch), die deutsche Version der damals verbreiteten „Rocket Societies“: Durchaus ein Meilenstein in der Raumfahrtgeschichte, denn aus den Reihen des VfR sollte sich binnen 10 Jahren das Raketenprogramm im Peenemünde rekrutieren. Über den Verbleib einer Wiedergründung des VfR 1953 war trotz einiger Recherchen nichts heraus zu finden. [22:25 MESZ]


4. Juli

Hier kehrt der Dragon zur Erde zurück – aus Sicht der ISS!

Auf diesem Foto aus der Raumstation ist der die Atmosphäre eintretende Dragon, der gestern frei gelassen wurde, als leuchtender Punkt zu sehen, gefolgt von seinem verglühenden Hinterteil: Bilder vom Dragon am Haken, nach der Freilassung und aus dem Meer gefischt (alt.) sowie Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Plus ein langer Artikel zum ‚Besuch‘ des Spionage-Satelliten bei der ISS von einem Monat, was Opportunity so treibt – und heute vor 20 Jahren landete der Mars Pathfinder nebst dem Mini-Rover Sojourner auf dem Mars! [1:05 MESZ] Während vor 12 Jahren Deep Impact auf Komet Tempel 1 stürzte: ein Kurzfilm davon … [1:40 MESZ] … und ein Video zum Jahrestag der MPL-Landung. [23:35 MESZ. NACHTRÄGE: zehn Erinnerungen an den Pathfinder, die Landung als Aufmacher der Tagesschau damals, eine einstündige Doku und noch ein Artikel]

Die zweite Nacht voller großer NLCs in Folge …

3. Juli 2017
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… war weithin zu bestaunen: Artikel in Niederländisch und Englisch mit schönen Bildern, die Entwicklung der ganzen Nacht (gefolgt von vielen weiteren guten Bildern) präzise aus der Nähe von Kiel dokumentiert, Blogberichte aus Hannover, [NACHTRÄGE: Wolfsburg, Südbrandenburg,] Berlin und Königswinter (mehr), Bilder von Webcams auf Norderney und im Sauerland (später), ein Schwenk, ein weiterer Zeitraffer [NACHTRÄGE: auch hier und hier] und viele weitere Aufnahmen der Nacht hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, [NACHTRÄGE: hier, hier,] hier und hier. Und vom vergleichbar auffälligem Display der Nacht davor noch ein VR-Panorama, weitere Fotos hier und hier und ein Zeitraffer aus Nord-Wales mit vielen Tele-Ansichten:

Allgemeines Live-Blog vom 24. 6. bis 2. 7. 2017

24. Juni 2017

2. Juli

Die wohl besten NLC der laufenden Saison wurden vergangene Nacht beobachtet: ein alternatives Video zum ersten, Erläuterungen zum dritten und ein Panorama dazu sowie zahlreiche weitere Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch in der Nacht zuvor gab es was zu sehen: Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – die NLC-störende Mesosphären-‚Hitze‘ ist vorbei. Auch die Wellen in NLC als Werkzeug für die Atmosphärenforschung, ein neuer Orbit für Komet C/2017 K2 (PANSTARRS) mit dem Perihel jetzt 2022 – und wie NEAs entdeckt und Meteoriten in Marokko gesammelt werden. [20:35 MESZ] Noch mehr NLC-Bilder von heute von ungewöhnlichem Ort, weitere Bilder von den Britischen Inseln hier, hier und hier und eine kanadische Fortsetzung. [22:40 MESZ] Ein krasses Panorama aus Rügen und bemerkenswerte NLC aus Tschechien und Nordirland hier, hier, hier, hier und hier – und es passiert auch diese Nacht was, mit NLC bereits hoch über Kiel … [23:55 MESZ – Ende]

Fehlstart in China – und geostationärer Satellit zerbrochen

Gleich zwei schlechte Nachrichten aus der Raumfahrt an diesem Sonntag: Der zweite Start einer Langer Marsch 5 ist gescheitert (Liftoff im Video bei 4:58, auch im Foto oben; Versagen eines Triebwerks der Kern-Stufe bei 10:50) – erste Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und ein großer Nachrichtensatellit im GEO ist zerbrochen, spricht aber noch: eine mögliche Detektion schon vor Wochen und weitere Artikel hier und hier. [19:55 MESZ. NACHTRAG: ein paar wenige Details mehr zu beiden Zwischenfällen in JSR #739]

Der Jupiter bei 1.7 bis 2.3 µm Wellenlänge mit Gemini Nord am 18. Mai aufgenommen (und von diesem Blogger auf die korrekte Abplattung entzerrt): Zahlreiche erdgebundene Beobachtungen mit Gemini wie Subaru unterstützen die Mission des NASA-Orbiters Juno, der inzwischen ein Jahr in einer elliptischen Umlaufbahn ist und in der Nacht zum 11. Juli beim nächsten Perijovium exakt über den Großen Roten Flecken fliegen wird. Auch ein paar aktuelle Saturn-Nahaufnahmen von Cassini, die nächste Designphase von DART, der einen Asteroiden stoßen soll – und das Vermächtnis des LISA Pathfinder. [0:05 MESZ]


30. Juni

Mond-„Beobachtung“ mal anders … in einem Schwimmbad

im französischen Rennes: Dort hängt jetzt ein 7 Meter großer Mond mit sehr präziser Darstellung der Oberfläche – ein Kunstwerk von Luke Jerram auf Tour. Das ‚Museum of the Moon‘ wird wohl auch nach Deutschland kommen, so Jerram zu diesem Blog, aber Genaues könne er noch nicht verraten. Auch eine extrem prozessierte Sonnenkorona von 2016, NLC gestern früh, die zuerst eine Webcam im Sauerland sah und von denen es auch dieses Bild gibt, mal wieder geniale Sprites über Landschaft – und neue Empfehlungen der AMA zur Straßenbeleuchtung, die zu hell und oder zu blau die Gesundheit gefährden kann. [0:35 MESZ]


29. Juni

Der 80. erfolgreiche Ariane-5-Start in Folge konnte gestern abgehakt werden: weitere Press Releases hier und hier, Start-Videos hier und hier, Screenshots daraus und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch die Technik von Hi-Res-ISSografie, der ungeplante Abwurf von ROSA an Stelle der Entsorgung im abreisenden Dragon, die Rettung ISS-ausgesetzter CubeSats durch Funker rund um die Welt, wie es mit den kommerziellen ISS-Schiffen voran geht, wie der US-Kongress den NASA-Haushalt deutlich positiver als das Weiße Haus sieht, Tests für die Ariane 6, ein Strahlungs-Detektor auf GSAT-19, die ersten Bilder des neuen CartoSat, neue Kataloge des Herschel-Satelliten, die Modellierung der Uranus-Magnetosphäre mit alten Voyager-Daten, wie der nächste NASA-Mars-Rover schon mal sammelt – und die Schwierigkeit, Chinas ‚Quantensatellit‘ zu erklären.

Hier entstehen künstliche Wölkchen über der US-Ostküste, nachdem das ewig verschobene Raketen-Experiment heute früh tatsächlich stattgefunden hat: eine Aufzeichnung des Starts, die Sicht von der Rakete aus – ein Augenzeugen-Bericht und die Wolken am Himmel fotografiert hier und hier und in den Kommentaren unter diesem Posting und diesem Tweet! [11:45 MESZ] Und eine Animation der Wolken-Ausbreitung aus Fotos. [12:25 MESZ]

Die Wolken in hoher Auflösung – auch als Zeitraffer! Plus ein NASA Release, eine lange Animation und ein verrücktes Strichspur-Bild daraus. [16:55 MESZ] Eine alternative Version des obigen Bildes, weitere Bilder hier, hier und hier, ein Video vom Start, ein komplettes Echtzeit-Video des Experiments, ein Posting aus Wallops und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – auch ein ESA Release zum und Bilder vom Ariane-Start, mehr zur Uranus-Magnetosphäre, neue Fahr-Software für Curiosity und eine Sommerpause beim Aerobraking des ExoMars TGO. [23:20 MESZ]


28. Juni

Der sechste niederländische Meteorit – wieder Fall gesehen

Er ging bereits am 11. Januar nieder, aber erst jetzt ist die Geschichte bekannt geworden: Am Tag nach einer auch einmal gefilmten aber sonst wohl nicht präzise aufgezeichneten Feuerkugel war der 500-Gramm-Chondrit gefunden aber erst später als solcher erkannt worden. Auch Webseiten zu früheren niederländischen Meteoriten hier und hier, das Weltverzeichnis aller Meteoriten, eine Weltkarte aller Fälle und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein bissschen Analyse des Zerfalls von Komet PANSTARRS, das Fehlen einer Periodizität bei Impakten, ein drohender ‚Asteroiden-Tag‘ am 30. Juni (mehr, mehr und mehr), der junge Mond vorgestern (mehr), mal wieder ein Regenbogen 3. Ordnung – und wie es auf dem Mt. Graham nach dem Feuer aussieht. [12:35 MESZ. NACHTRAG: auch ein Bericht über das VATT nach dem Feuer] Ein paar mehr Bilder des Meteoriten, drei Wochen nach dem Fall. [17:40 MESZ. NACHTRAG: ein detaillierter Artikel über den Fund]


26. Juni

Da wird er freigelassen, der 9. von 10 Iridium-Satelliten, die gerade eine Falcon 9 von Vandenberg aus in den Orbit gebracht hat – nur 2 Tage nach dem letzten Start! Auch die Landung der 1. Stufe gelang erneut, diesmal auf einem Drohnenboot in stürmischer See: der komplette Webcast, viele Screenshots, einzelne Bilder und Clips auch hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Press Release von Iridium und Artikel hier, hier, hier und hier und zuvor hier, hier und hier – und zu den Ticket-Preisen von SpaceX. [0:10 MESZ] Ein anderes Video und Fotos des Starts plus ein langer Artikel. [1:50 MESZ] Weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier – und ein Fazit. [16:05 MESZ]


25. Juni

Heute vor 50 Jahren: TV-Satelliten vereinen „Our World“

Oder auch nicht, denn Tage bevor am 25. Juni 1967 die erste internationale Sat-TV-Produktion mit Hilfe von vier geostationären Satelliten auf Sendung ging, war der ‚Ostblock‘ – der mit einem Molniya-Satelliten mitmachen wollte – aus politischen Gründen wieder ausgestiegen. Hier die ersten 20 Minuten in einer guten australischen Aufzeichnung (nach 10 Minuten nationalem Intro; ein Press Kit dazu, noch mit dem Osten dabei). Am meisten von der kuriosen Produktion in Erinnerung geblieben ist die Premiere von „All you need is love“ der Beatles: In diesem Ausschnitt ist der Gig enthalten, zumindest teilweise live wie alles andere in der Show – los geht’s um 2:31. [18:15 MESZ. NACHTRAG: ein Zeitzeichen dazu]


24. Juni

Ein Falcon-9-Start gestern mal ganz aus der Nähe von einer automatischen Kamera aufgenommen: mehr Bilder, ein Video von Start und Boots-Landung und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und morgen soll schon der nächste Start sein. Auch ein Video eines Soyuz-Starts ebenfalls gestern mit geheimer Fracht: Artikel hier, hier und hier. [17:10 MESZ. NACHTRAG: mehr Links zu beiden Starts hier und hier]

Die neue Mondsichel heute am Taghimmel über Jordanien von energischen Amateurastronomen ein paar Stunden nach Neumond aufgenommen: auch ein früheres Bild. Sowie Komet Johnson am 21. Juni, ein Interview mit dem visuellen Kometenjäger S. Murakami, der Saturn am 23. Juni und leuchtende Nachtwolken letzte Nacht über Bochum, Gelsenkirchen, Swisstal, Belgien und Russland – auch weitere Sichtungen von heute Morgen und viele tolle russische NLCs der letzten Tage, auch mit Mond & Venus. [16:50 MESZ. NACHTRÄGE: die obige Mondsichel animiert aus mehreren Aufnahmen, ein Mond aus Rio 18 Stunden nach neu und ein weiteres Bild der heutigen Morgen-NLC – denen schon am Abend wieder welche folgen sollten]

So macht man ein Selfie richtig – mit Hilfe des James Webb Space Telescope, über dessen Sekundärspiegel sich hier ein Ingenieur verewigt hat. Der Satellit chillt inzwischen in der großen Simulationskammer des JSC. Auch die Ankündigung einer unabhängigen Review für das Weltraumteleskop WFIRST, das Webb nachfolgen soll, wie Curiosity mit künstlicher Intelligenz den Laser bedient, wie weit Opportunity gekommen ist, eine drohende Orbiter-Krise eine Idee für einen Deep-Space-CubeSat, wie Telepräsenz die Zukunft der interplanetaren Raumfahrt werden könnte (Artikel hier und hier), die Fortschritte beim SLS, die Abwicklung der ARM, ein privatisierter Euro-Raumgleiter bis 2025, Studenten-Experimente auf einer Rakete – und SOFIA ist in Neuseeland angekommen, mal wieder. [15:50 MESZ]

Eine Rakete, 31 Satelliten – und was für welche!

23. Juni 2017

Nach Monaten Konfusion und immer wieder neuen Startterminen steht es nun auf dem First Launch Pad des Satish Dhawan Space Centre SHAR im indischen Sriharikota und wird bereits betankt: das Polar Satellite Launch Vehicle vor seinem 40. Start, der die Nr. C38 trägt und das heute um 5:59 MESZ abheben soll. An Bord sind ein großer indischer und 30 kleine Satelliten, davon 29 aus dem Ausland, wie im Press Kit zum Start (eine andere Darstellung) ausgeführt wird. Die Nutzlast beträgt insgesamt 955 kg, wovon 712 kg auf einen Erdbeobachtungssatelliten der Serie Cartosat-2 entfallen: Der wird 16 Minuten und 40 Sekunden nach dem Start in einem sonnensynchronen 505-km-Orbit mit 97.4° Neigung ausgesetzt, dann folgen von t+16:50 bis t+23:19 die 13 kleinen Satelliten mit zusammen 243 kg. Artikel zum Start gibt es hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Updates hier und Diskussionen hier und hier – und Webcasts sind u.a. hier und hier angekündigt.

Viele der Kleinsatelliten haben ungewöhnliche Eigenschaften – und allein zwei tragen kleine Teleskope für Röntgenastronomie! Da wäre zum einen der Max Valier Sat, ein Gemeinschaftsprojekt der Technologischen Fachoberschule in Bozen, der deutschen Raumfahrtfirma OHB (deren damaliger Chef 2008 die Sache anstieß) und des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik, das das Teleskop beigestellt hat. Der Satellit hat zuletzt mehrfach die Rakete wechseln müssen, was auch mit seiner engen ‚Verbundenheit‘ mit Venta-1 (s.u.) zusammenhängt: seine Homepage, weitere Webseiten zum Projekt hier (sehr detailliert), hier, hier, hier und hier, eine 74-Seiten-„Antwort zum Auskunftsverlangen“ von OHB von 2008, eine 200-seitige Dissertation über das Miniature X-Ray Telescope µROSI an Bord von 2014 nebst einer Zusammenfassung, ein Vortrag von 2011, Pressemitteilungen vom 15. Juni 2017, 1. Juni 2017, 26. Mai 2017, 5. April 2016, 29. März 2016, 8. Mai 2015, 26. März 2013, 12. Oktober 2011 und 15. Juli 2008, Artikel vom 1. Juni 2017 (mehr), 12. Januar 2017, 8. November 2016 (auch über kuriose Co-Passagiere; alt.), 26. September 2016 (Kap. 5), 13. Juni 2016, 10. Juni 2016, 13. August 2012, 14. Juni 2008 und 28. März 2008, die Vita des Namensgebers – und eine Diskussion unter potenziellen Nutzern des Instruments. Der andere Satellit, der u.a. ein Röntgenteleskop trägt, ist der VZLUSat-1 aus Tschechien.

Weitere fünf Satelliten sollen sich selbst gezielt zum Absturz bringen, mittels verschiedener Varianten von Dragsails: entfalteten Segeln, die den Luftwiderstand drastisch erhöhen. Darunter ist der deutsche Studierendensatellit COMPASS-2 von der FH Aachen (hier der dortige Kontrollraum), der schon anlässlich der Abreise nach Indien hier und hier ausgiebig vorgestellt wurde: seine Homepage, eine Pressemitteilung (alt.) zu Medien-Events heute und der Twitter-Feed, wo es die schnellsten Infos geben dürfte. Zu den vielen weiteren Nanosatelliten an Bord des PSLV-C38 gehört auch Venta 1 aus Lettland, den mit Max Valier viel verbindet – auch physisch: Sie werden als Paket gestartet und trennen sich erst danach. Hier geht es um die Erprobung eines maritimen Automatic Identification Systems und Erdaufnahmen: die Homepage, weitere Seiten hier, hier, hier und hier und eine Pressemitteilung von 2016. Außerdem noch Artikel zu Pegasus aus Österreich und LituanicaSat 2 aus Litauen. [3:15 MESZ] Der Webcast läuft, auch eine weitere detaillierte Vorschau und Artikel zu einigen der Satelliten, z.B. Max Valier Sat in viel Detail. [5:35 MESZ] Der Start ist freigegeben worden. [5:45 MESZ]

Pünktlicher Start des PSLV-C38! Ein Screenshot aus dem Webcast, entzerrt und kontrastgesteigert – und der Aufstieg verläuft nach Plan, bereits mit der 3. Stufe. [6:05 MESZ] Und schon brennt die 4. und letzte Stufe, auch ohne Probleme. [6:10 MESZ] Cartosat-2E ist ausgesetzt, die kleinen Satelliten folgen nun – und es werden schon Hände geschüttelt. [6:20 MESZ] Alle 31 Satelliten sind sraußen! [6:30 MESZ]

Ein Besuch beim Team hinter einem der kleinen Satelliten

in der FH Aachen, wo der COMPASS-2 gebaut wurde und nun gesteuert werden soll, heute Mittag: Während des ersten Überflugs in der Nähe (aber mehr über Polen; Bild 1) wurde angestrengt nach einem Signal gesucht (Bild 2: Video-Schalte in den Kontrollraum), und vage Anzeichen waren tatsächlich im Wasserfalldiagramm zu erkennen (nachgezeichnet vom Flugdirektor in Bild 3). Aber es senden zwei weitere der 30 Kleinsatelliten auf derselben Frequenz: Eine klare Zuordnung zum Aachener Satelliten war da nicht möglich. Überhaupt macht der Massenstart ersteinmal Probleme: Da die Kleinen alle ähnliches Format und eng benachbarte Bahnen haben, kann sie die US-Weltraum-Radarüberwachung zwar orten aber zunächst kaum zuordnen. Ideal wäre also baldiger Funkkontakt von vielen Orten, um selbst die Bahn ermitteln und eine Richtantenne für erhöhten Datenverkehr nachführen zu können. Bild 4 zeigt das Ingenieurmodell des COMPASS-2, die Bilder 5 bis 7 Szenen aus dem Kontrollraum zwischen dem ersten und zweiten Quasi-Überflug; andere Bild-Auswahlen sind hier und hier zu finden. [15:55 MESZ]

Ein dramatisches Foto vom Start des PSLV-C38, mehr in dieser Galerie – auch ein ISRO Press Release, ein nicht verzerrtes Video vom Start mit gradiosem Material einer On-Board-Kamera (insbesondere von der Massen-Freilassung der Nanosatelliten), ein Video von weit weg und ein Artikel. Und es gibt Kunde von den anderen oben hervorgehobenen Kleinsatelliten: Der Max Valier Sat hat sich bereits gemeldet, wie Pressemitteilungen der Provinz Bozen und von OHB sowie diesem Artikel zu entnehmen ist, und es gibt Artikel zum Status von VZLUSat-1 hier und hier und Venta-1 hier und hier. [16:30 MESZ] Die Story des Max Valier Sat, auch der Pegasus und LituanicaSAT-2 sprechen und weitere Start-Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:15 MESZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie Zuschauer des Starts – der nächste Start eines PSLV ist für August geplant]

Allgemeines Live-Blog vom 20. bis 22. Juni 2017

20. Juni 2017

22. Juni

Wenn sich Amateure an Juno-Daten zu schaffen machen

Dann kommt – bei Verwendung eines JunoCam-Bilds vom 19. Mai, als der Orbiter 33’400 km von den Wolken entfernt war – schon mal so was raus: Die ‚üblichen Verdächtigen‘ Gerald Eichstädt und Seán Doran waren hier zugange, und auch dieser Blogger hat das Ergebnis nochmal durch IrfanView gejagt. Auch der Komet C/2015 ER61 (PANSTARRS) mit seinem abgebrochenen Fragment am 21. Juni und 19. Juni – und überraschenderweise noch einmal die schmale Mondsichel im Morgengrauen heute in Deutschland und den USA und ‚morgen‘ in Japan, also heute Abend MESZ.

Noch ein Zeitraffer von NLC gestern Morgen aus Dänemark und Bilder mit dem Mond-Venus-Duo dahinter aus Bottrop (Teil dieser Serie) sowie ein weiter Blick aus Polen. Derweil entsteht das erste Astro-Resort in Indien, direkt neben dem Sariska-Tigerreservat.

Derweil zeigt neue Fotometrie von Bruce Gary (normalized flux vs. Juni-Tagesnr.), dass der zweite kleine Dip von Tabby’s Star in rascher Folge auch wieder vorbei zu sein scheint. Auch ein Upgrade der SETI-Technik in Parkes – und ein dramatisches Bild vom 18. Juni vom Frye Fire auf dem Mt. Graham, wo nach dem glücklichen Ende für die Sternwarte heute „mopping up“ angesagt war. [23:55 MESZ – Ende]


21. Juni

Hübsche Mond/Venus-Konjunktion am Morgen in 4° Abstand – auch der Anblick zuvor in Malaysia. Und die Nacht brachte auch wieder nette NLCs … für manche: z.B. auf Rügen (später), in Omsk, in Kühlungsborn, im U.K. oder in Dänemark (später und mehr). [5:20 MESZ. NACHTRAG: mehr NLCs hier, hier & hier, hier, hier und hier]

Ein außergewöhnliches Video aus Ungarn mit den NLC vor der Konjunktion im Zeitraffer! Auch einzelne Fotos in groß, ein Bericht und ein Zeitraffer der Nacht davor vom selben Ort. NLC und die Konjunktion zusammen wurden auch in Rumänien aufgenommen, weitere Bilder von den ersteren dort und anderswo und von letzterer anderswo hier (mehr), hier und hier. [17:45 MESZ]

ESA beschließt LISA und gibt grünes Licht für PLATOs Bau

Das Satelliten-Trio zur Messung von Gravitationswellen darf mit dem Ziel eines Starts 2034 entwickelt werden, hat das Science Programme Committe der ESA beschlossen (alt.), das zugleich den Bau von Planetary Transits and Oscillations of stars freigegeben hat: Dieser Exoplaneten-Jäger soll 2026 starten. Und das ESA-Wissenschaftsprogramm beteiligt sich an dem Technologie-Demonstrator Proba 3 mit künstlicher Sonnenfinsternis und der japanischen X-ray Astronomy Recovery Mission (XARM): Pressemitteilungen speziell zu PLATO hier und hier und Artikel hier und hier [NACHTRÄGE: eine PLATO-PM aus Wien und noch ein Artikel]. Auch das nahe Ende der Mission des LISA Pathfinder, ESA-Videos vom Aerosalon in Le Bourget von 3 Minuten (zu dieser ISS-Initiative), 5 Minuten, 45 Minuten, 65 Minuten und 80 Minuten – und eine Einladung Chinas an Russland, bei der Raumstation mitzumachen, der vermutliche Abschied der USA von bemannten Marsmissionen (womit dieser Artikel hinfällig wäre) und die angedachte Raumstation am Mond als ISS Nr. 2 verstanden.

Kuriose Erosionsmuster auf dem Mars, die Curiosity bei seiner Gale-Rundfahrt – bei der er von der Kamera HiRISE beobachtet wird – am 23. Mai aufnahm. Auch 1000 Tage Mars Orbiting Mission am Mars (mehr), ein Cassini-Bild mit Ring-Knick, NASA-Studien zu möglichen Missionen zu Uranus und Neptun irgendwann in den 2030-er Jahren, eine Obergrenze für Sauerstoff in der Pluto-Atmosphäre aus New-Horizons-Daten – und die Bilanz der Primärmission Keplers mit 4000 Planeten-Kandidaten: die Aufzeichnung einer Pressekonferenz, die Grafiken daraus, Press Releases hier, hier und hier, alle Entdeckungen Keplers bis jetzt, ein Paper über 2 Klassen von Sub-Neptunen, Press Releases dazu hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

China hat seinen ersten Röntgensatelliten gestartet, das Hard X-ray Modulation Telescope (HXMT): ein TV-Clip und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Derweil haben Indiens ASTROSAT ein elektromagnetisches Nachglühen einer Quelle von Gravitationswellen ausgeschlossen und Chinas „Quanten-Satellit“ einen Distanz-Rekord für verschränkte Systeme aufgestellt (mehr, mehr und mehr) – und eine britische Firma offeriert CubeSats extra billig: einen U3 samt Flug für £ 500’000.

Der experimentelle Roll Out Solar Array (ROSA) ist an der ISS entrollt worden: Videoclips hier und hier. Ebenfalls wurde das Röntgenreleskop NICER installiert: noch ein Videoclip. Auch besonders scharfe ISS-Bilder eines Amateurs animiert und einzeln hier und hier, ein zweiter Betankungstext mit dem Frachter Tianzhou-1, der auch ein 2. Mal andockte, der Fehlstart eines Satelliten in China, der auf einer zu niedrigen Bahn landete, Arbeiten von ESA und Orbital an Satelliten, die andere packen sollen, ein TV-Satellit, der zum Zombie wurde und nun herum driftet – ein indirektes Todesopfer des letzten Progress-Starts zur ISS, als fallende Trümmer ein fatales Feuer auslösten … [1:40 MESZ]


20. Juni

Waldbrand bedroht(e) Sternwarten auf dem Mount Graham

Ein gravierender Waldbrand bei Safford in Arizona, das „Frye fire“, ist dem Mt. Graham Observatory mehrmals nahe gekommen, aber energischer Feuerwehreinsatz hat das Large Binocular Telescope und seine Kollegen retten können: Das Bild unten stammt von einer Webcam auf dem LBT (anklicken -> Live-Ansicht) vor wenigen Minuten; auch aktuelle Artikel hier, hier und hier, ein Briefing, weitere Fotos hier, hier, hier, hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier und hier. Sowie erneut die Möglichkeit, Exoplaneten-Jägern bei nahen Sternen über die Schulter zu schauen, die Ankündigung eines Plans für die deutsche Astronomie 2017-2030, der im September vorgelegt werden soll (Seite 1) – und ein Nachruf auf Pat Thaddeus, einen Pionier der Radioastronomie.

Der wunderliche Stern KIC 8462852 – weitere Artikel hier und hier – erlebt(e) schon wieder ein 2%-Minimum, wie hier Fotometrie von Bruce Gary (normalized flux gegen Mai-Tages-Nr.) zeigt: auch LCOGT-Fotometrie und kühne Spekulationen, wie es weitergehen könnte, hier und hier. Ferner hochauflösende Amateuraufnahmen des Saturn vom 19. Juni, 16. Juni und 11. Juni, ein von PANSTARRS abgebrochenes Fragmentchen auf Bildern vom 17. Juni und 13. Juni und der Komet Johnson am 18. Juni (mehr und mehr) und 16. Juni.

Auch wenn sie hier in der Nacht 15./16. Juni im UK ganz ordentlich zu sehen waren: Die Zustände in der Mesosphären sabotieren schöne NLCs, und eine angebliche Besserung der Lage schlägt nicht durch. Impressionen der Nächte 19./20. Juni, 18./19. Juni (mehr und mehr), 16./17. Juni (mehr), 15./16. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 14./15. Juni (mehr) – und eine seltene Aufnahme eines Sprite vom Drachenfels … über der Schweiz. [3:05 MESZ] Heute früh auch in Deutschland und sogar Tschechien nette NLCs – und der Mond mit Venus sowieso. [5:10 MESZ] Letzterer Anblick hier und hier von anderswo – und mehr NLC-Bilder von heute früh hier, hier und hier. [15:15 MESZ] Ein weiterer Update zum Frye Fire: Den Teleskopen geht es weiter gut, zumal das Feuer dort lange ‚durch‘ ist. [21:55 MESZ] Animierte NLCs der letzten Nacht aus der Slowakei und Polen und Bilder aus Litauen und dem UK. Und der Mond und die Venus vor wenigen Stunden über (wahrscheinlich) Australien – in Europa wird morgen früh der Mond 4° unter der Sonne (statt 11° rechts von ihr heute) stehen, mit 13% (statt 22%) beleuchtet. [23:50 MESZ]

Heute vor 30 Jahren: die ersten Exoplaneten

18. Juni 2017

Na, feiert jemand? Heute jährt sich zum 30. Mal die Bekanntgabe der Entdeckung der ersten Planeten außerhalb des Sonnensystems, die sich tatsächlich später als echt erwiesen haben. Nun weiß doch jeder, dass die ersten realen Exoplaneten 1992 bei einem Neutronenstern und dann 1995 beim normalen Stern 51 Pegasi präsentiert wurden – aber diese Version der Astronomiegeschichte ist falsch, umso erstaunlicher als die Ereignisse des 18. Juni 1987 seinerzeit für erhebliches Aufsehen gesorgt hatten. Und dann wurden sie kollektiv – von Öffentlichkeit, Journalisten und selbst den meisten Planetenforschern – wieder vergessen. Zu den seltenen Ausnahmen gehören die detaillierten 2008-er „Memoiren“ des leitenden Astronomen von damals, ein davon inspirierter großer kanadischer Zeitungsartikel ein Jahr später – oder auch ein Interview mit besagtem Astronomen in der aktuellen Ausgabe von Abenteuer Astronomie.

Der Schauplatz damals: Vancouver in Kanada. Hier hält die American Astronomical Society ihre Sommertagung ab, und traditionell präsentieren Astronomen der gastgebenden Stadt eine medienwirksame Entdeckung aus ihren Reihen auf einer Pressekonferenz. Die Wahl fällt – nachdem der erste Kandidat nicht mag – auf die Arbeitsgruppe von Gordon Walker, der die Ehre auch nur widerwillig annimmt: Das Abstract ihres regulären Konferenzbeitrages (Bild) ist schließlich aus gutem Grund betont vage gehalten. Wenn der Titel einer astronomischen Arbeit mit „A Search for …“ beginnt, ist eigentlich jedem klar, dass von einem eindeutigen Fund noch lange keine Rede sein kann. So auch hier: Von wenig signifikanten Hinweisen auf Sternbegleiter mit ein paar Jupitermassen ist da die Rede, die eine neue Messtechnik gefunden hat und die interessant sein könnten. Man hatte mit trickreichen – und gefährlichen – Apparaturen (Bilder unten, mit zwei der drei Astronomen) die Messung minimaler Schwankungen der Radialgeschwindigkeit wesentlich verbessern können.

Auf der großen Bühne aber, wo einen jungen Mitarbeiter die Begeisterung packt, wird de facto die erste Entdeckung von Planeten anderer Sterne daraus: Associated Press schreibt von „starker Evidenz“ für fremde Planeten und dass anderen Astronomen die „Daten vielversprechend erschienen“, und die Los Angeles Times feiert „einen gewaltigen Durchbruch bei der Suche nach Leben anderswo im Universum“ – weitere zeitgenössische Artikel sind auch hier, hier und hier erhalten. Schon damals werden aber auch abwartende Stimmen von Kollegen zitiert, und die Stimmung in der Fachwelt ist von Anfang an gegen die Kanadier, deren erste detaillierte Veröffentlichung ein Jahr später (Abstract unten, ganzes Paper dahinter) immerhin von „kleinen aber statistisch signifikanten Langzeittrends“ in den Daten spricht.

Eine allgemein ablehnende Haltung gegenüber angeblichen Exoplaneten (es hatte zu viele vermeintliche Entdeckungen gegeben, die sich als Messfehler entpuppten), die man sich heute kaum mehr vorstellen mag, das daraus folgende Desinteresse anderer Astronomen, die schwierigen Messungen zu wiederholen, und wachsende Krisen im Team (ein wesentlicher Mitarbeiter schied mangels Stelle aus und sabotierte vorher noch die gemeinsamen Arbeiten, sein Nachfolger war eher ein Planeten-Skeptiker) taten ein Übriges: Im Sommer 1995 widerriefen die Kanadier in einer großen Arbeit praktisch ihre Entdeckungen der 1980-er Jahre. Wenige Monate nur bevor ein Schweizer Team mit 51 Pegasi b dann einen „heißen Jupiter“ präsentierte, der die moderne Exoplanetologie begründete! Aber Jahre später dann das Erstaunliche: 2000, 2003 und 2006 bestätigte eine andere Exoplaneten-Gruppe um Artie Hatzes die Planeten von Epsilon Eridani, Gamma Cephei und Beta Geminorum, die bereits die Kanadier in ihren verrauschten Daten gesehen hatten (wobei der komplexe Fall Gamma Cephei schon immer Sorgen gemacht hatte)! Ein kurioses wenn auch allzu spätes Happy End einer tragischen Wissenschafts-Saga, die hier, hier, hier, hier und hier zumindest erwähnt wird.