Allgemeines Live-Blog ab dem 19. Juli 2018

19. Juli 2018

20. Juli

Alle sind gefragt: Der ExoMars-Rover sucht einen Namen

Die für den Marsrover der 2020-er ExoMars-Mission zuständigen Briten haben zu einem Wettbewerb zur Taufe des Rovers aufgerufen: Einsendeschluss ist der 10. Oktober, und die Regularien ziehen sich über 5 Seiten hin, Bürokratie funktioniert im U.K. also noch … Oben ein ausführlicher Vortrag zum Rover, auch Data-Mining in den Messungen von Curiosity auf der Suche nach Lebensspuren – und allmählich detailliertere Pläne für die Mars Sample Return Mission, die die NASA und ESA gerne zusammen stemmen möchten.

Wie Raumsonden die Einstaubung des Mars (aus sicherem Orbit) verfolgten: oben ein lokales Staubstürmchen schon im April im hohen Norden vom Mars Express erwischt, unten zwei Märse vom Mars Color Imager (MARCI) auf dem Mars Reconnaissance Orbiter, links mit nur lokalem Staub im Mare Acidalium (oben), rechts diesen Monat während des globalen Sturms. Den nun alle aktiven Missionen gemeinsam beobachten [alt.], während der arme Opportunity noch lange schlafen dürfte, trotz langsam abnehmender Staubdichte. Die macht sich auch auf Amateurbildern von heute, gestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr und mehr) bemerkbar. [14:25 MESZ]


19. Juli

Ein detailreicher Neptun vom Very Large Telescope mit AO

im Rahmen von Tests eines neuen Systems im Juni entstanden: eine PM des AIP, ein ESO Press Release, eine Diskussion mit einer beteiligten Astronomin, Webseiten über das VLT-Instrument MUSE beim AIP und der Univ. Lyon und über die Adaptive Optik bei der ESO und ein Artikel. Und zum Vergleich ältere AO-Neptune von Keck hier und hier und dem CFHT vor 20 Jahren (scroll down) – und von Keck am Uranus (mehr), mit dem das VLT Probleme hatte. Plus neu verarbeitete Infrarotbilder vom Titan aus Cassini-Daten. [1:00 MESZ]

Der neunte Flug eines New Shepard von Blue Origin – und der dritte desselben Vehikels – führte gestern mit 119 km höher hinaus als jeder andere, dann landeten wieder Rakete wie Kapsel problemlos. Und nach der Abtrennung der Kapsel war auch erstmals der Motor des Fluchtsystems getestet worden: die Aufzeichnung des Webcasts, Screenshots hier und hier, die recht zahlreichen wissenschaftlichen Nutzlasten zahlender Kunden (darunter eine aus Deutschland) und Artikel hier, hier, hier (früher), hier, hier, hier, hier und hier. Derweil ist der Start der Parker Solar Probe auf frühestens den 6. August gerutscht. [1:00 MESZ]

Wir leben seit 4200 Jahren im Geo-Alter des Meghalayan

und wussten nichts davon: Diese geochronologische Grundeinheit (‚Age‘) ist nämlich gerade erst international eingeführt worden, als die aktuelle jüngste Epoche (‚Epoch‘) Holozän in drei Teile aufgeteilt wurde. Das Meghalayan begann vor 4200 Jahren mit einem weltweiten Kollaps früher Zivilisationen auf diesem Planeten, dem 4.2-Kilojahr-Ereignis, und dauert ebenso wie das Holozän bis heute an: Ein öfters mal geäußerter Wunsch, das industrielle Zeitalter mit seinen erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt als neue Epoche ‚Anthropozän‘ dem Holozän folgen zu lassen, wurde (noch?) nicht umgesetzt. Auch der Mars gestern (mehr und mehr), vorgestern und am 16. Juli sowie die Sonnenuhr Curiositys einst & jetzt und ein Interview mit dem Chef der Mars Exploration Rover inkl. des unfreiwillig eingeschlafenen Opportunity, der immer hellere Komet C/2017 S3 (PANSTARRS) gestern – und die Psychologie der Dunkelheit, wichtig im Kontext von Lichtver- und -entschmutzungs-Debatten. [1:00 MESZ]

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Leuchtende Nachwolken von der ISS aus gesehen

18. Juli 2018

diesen Monat: Das obere Bild ist ein Ausschnitt aus dem zweiten. Darunter ein Zeitraffer-Video und unten etwas Aurora unter dem Cygnus kurz vor dessen Abkopplung. Der hatte dann noch mehrere Satelliten ausgesetzt (und zuvor das Anheben der ISS-Bahn getestet). [NACHTRAG: Am 13. Juli war bereits der Astronomie-CubeSat HaloSat ausgesetzt worden.] Auch ein kurioses Bild von Mond und Mars von der ISS, wie Erdbeobachtung von der ISS mit „WORF“ funktioniert und persönliche Anmerkungen zu CIMON.

Erste Amateurverarbeitungen von Rohbildern der JunoCam vom 14. Perijovium des NASA-Jupiter-Orbiters Juno: mehr frühe Ergebnisse auch hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier und hier, plus ein Hubble-Jupiter von vor einem Jahr, ebenfalls Fan-prozessiert]. Auch kommende koordinierte bodengebundene und SOFIA-Beobachtungen einer Sternbedeckung durch den Saturnmond Titan, eine geologische Geschichte des Mars ohne kontinentale Kruste, das nahe Ende der Mission Dawn, die Vorlage der endgültigen Papers der Planck-Mission, deren Hubble-Konstante ein Outlier bleibt (auch ein Thread, Press Releases von ESA und CNRS und ein kurzes Video) – und ein Call for a „Fast“ mission 2026-28 im Rahmen des ESA-Wissenschaftsprogramms, „open to all areas of space science.“

Eine kurze Vorschau auf den ersten Flug des SLS – mit dem es mal wieder Probleme gibt – und der Orion sowie allerlei kleinen Extra-Nutlasten wie dem Sonnensegler NEA Scout, dessen Segel getestet wird und dessen Schöpfer schon von futuristischen Segelmaterialien träumen, und mögliche Rollen von Europa und China [NACHTRAG: und Russland (mehr)] bei den Mondflügen. Auch ein Triebwerkstest für die Vega-C und die Ariane-6 (ein Video, Artikel hier und hier und ein Gemälde schon vorher), Mr Stephen auf großer Fahrt – und ein geplanter schottischer Weltraum-Bahnhof: weitere Entwicklungen dort hier, hier und hier, aber auch in Cornwall soll was passieren.

Allgemeines Live-Blog vom 13. bis 17. Juli 2018

13. Juli 2018

17. Juli

12 neue Jupiter-Monde entdeckt: Nun sind es schon 79!

Zumeist mit dem 4-Meter-Teleskop „Blanco“ auf dem Cerro Tololo sind 12 bisher unbekannte Jupitermonde entdeckt worden, als ‚Abfallprodukt‘ einer vergeblichen Jagd nach dem hypothetischen Neunten Planeten: Der Jupiter war in der Nähe des am vielversprechendsten erscheinenden Suchgebiets, und so waren die Bedingungen gut für die Detektion schwacher Objekte auf fernen Umlaufbahnen um den Gasriesen. 9 der Funde sind ’normale‘ retrograd umlaufende Satelliten mit Perioden um 2 Jahre, einer – mit unter 1 km Durchmesser der kleinste bekannte Jupitermond – ist fast genau so weit entfernt, läuft aber in prograder Richtung (der erste derartige Fall; Grafik) mit einer Periode von 1 1/2 Jahren, und zwei laufen prograd auf näheren Bahnen in etwa einem Jahr um den Planeten. Es dauerte rund ein Jahr und erforderte den Einsatz weiterer Teleskope, um in allen Fällen klar zu sehen; nur zwei der 12 Funde waren bereits letztes Jahr bekannt gegeben worden. Die augenblickliche Konfiguration des Systems der Jupiter ist nicht stabil und stellt mithin einen Schnappschuss eines dynamischen Prozesses mit Kollisionen etc. dar – dessen Details aber noch zu ergründen bleiben: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [16:15 MESZ] Die Beobachtungsdetails der zehn neuen gibt es im MPEC 2018-O09 und den folgenden neun Ausgaben (S/2016 J2, S/2017 J2 bis J9 und S/2018 J1) – auch Details aller Jupitermonde und alle Monde des Sonnensystems. [19:00 MESZ] Und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – sogar in den Tagesthemen kam es gerade … [22:45 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: tiefe Gedanken und noch mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier]


16. Juli

Der 2 1/2 Tage alte Mond mit der Venus und dem Regulus (im 2. Bild u.r.) im Untergang über Bochum gestern Abend: eine längere Serie mit Links zu größeren Bildern. Und das war der Weg zwischen der SoFi (ganz unten) und jetzt, anderthalb mal um den Planeten: Bilder von vorgestern (mit einem Besuch beim Merkur am Ende seiner eh schon schlappen Abendsichtbarkeit) aus Japan (mehr und mehr), Australien (mehr), Deutschland (ebenfalls von diesem Blogger, auch Links zu NLC in der Nacht 13./14. Juli), Sardinien, Spanien, La Palma, Namibia (mehr), Argentinien, Brasilien, Chile, Kanada (mehr) und den USA und von gestern aus Neuseeland (mehr und mehr), Australien (mehr), Japan (mehr), Türkei, Südafrika, Italien und Spanien (mehr, mehr und mehr). Auch der staubige Mars auf Amateurbildern gestern (mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr sowie die Entwicklung vom Juni bis jetzt) und am 13. Juli (auch ein Roh-Video und was draus gemacht wurde, mehr und mehr), 12. Juli und 10. Juli sowie ein staubiges Bild von Curiosity, der Saturn vorgestern und am 10. Juli, der jetzt wieder aktivere Komet C/2017 S3 (PANSTARRS) am 15. Juli (mehr), 14. Juli, 13. Juli und 12. Juli, ein starkes Microlensing-Ereignis, das gerade abläuft, ferner aktuelle Fotos der Baustellen des Sonnenteleskops auf Hawaii und des LSST in Chile, nunmehr das 1. Quartal 2019 als Zeitrahmen für das Bild von Sgr A* vom EHT – und ein beachtlicher dänischer Zeitraffer von NLC der Nacht 14./15. Juli: mehr Bilder hier und folgende Zeitschritte, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Und auch in der Nacht 15./16. Juli sind die NLC wieder in Fahrt – was diesem Blogger bereits eine ganz neue Erfahrung verschafft hat: unsichtbare NLC bzw. fast-nicht-nachtleuchtende Wolken. Eine Webcam im Sauerland bei Winterberg zeigte nämlich auffällige NLC am Abend, die sich rasch nach Westen bewegten (weitere Zeitschritte über die Buttons o.r.), was zu Langzeitbelichtungen aus dem ~75 km Luftlinie weiter westnordwestlich gelegen Witten animierte. Mit dem bloßen Auge war von dem sauerländischen NLC-Feld schlicht nichts zu sehen, wohl aber auf Bildern mit 15 Sekunden bei ISO 800, die auch das rasche Westwärts-Ziehen der fast unbeleuchteten Eiswolken dokumentieren. Bildern von dramatisch besseren Orten dagegen hier (und weitere Zeitschritte), hier, hier und hier. [1:45 MESZ] Und hier, hier und hier. [2:50 MESZ] Und hier sowie Mond und Venus gerade aus den USA – und Komet C/2017 S3 (PANSTARRS) mit langem Plasmaschweif vor wenigen Stunden. [3:15 MESZ]

Der Mond mit Erdschein, nun östlich der Venus, heute Abend abermals von diesem Blogger – und erneut was vorher geschah: Bilder der Mond/Venus/Merkur-Konstellationen von gestern aus Deutschland (mehr), Sizilien, Korsika, Namibia, von den Azoren, über dem Atlantik, aus Mexiko, Brasilien, Chile, den USA, Kanada (mehr, mehr, mehr und mehr) und von der Westküste der USA (mehr, mehr, mehr und mehr) und von heute aus Australien (mehr und mehr), Neuseeland (mehr), Japan (mehr), Malaysia (mehr), Singapur, Indien, Südafrika, Deutschland, dem U.K. und Brasilien (mehr). Sowie der Mars heute (mehr), gestern (mehr) und vorgestern, der Saturn am 12. Juli mit einem Stern zwischen den Ringen, Zeitraffer der NLC von letzter Nacht hier, hier und hier und weitere Bilder hier, hier, hier, hier und hier, kanadische NLC mit Aurora – und der Komet C/2017 S3 (PANSTARRS) im 2. Ausbruch (Bilder, Videos und Infos hier von diesem Blogger und hier, hier, hier und hier) und der neue C/2018 N2 (ASSASN) mit Perihel 2019. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: ein News-Echo auf Mond & Venus, alle fünf Planeten heute mit demselben Teleskop, ein Saturn vom 14.7., ein Jupiter vom 11.7., die weitere Entwicklung und mehr Bilder von Komet PANSTARRS im 2. Ausbruch und ein toller STEVE (noch mehr und eine Animation) aus dieser Nacht (mehr)]


15. Juli

Juno hat offenbar einen neuen Vulkan auf Io entdeckt

mit dem Jovian Infrared Auroral Mapper (JIRAM): ein IR-Bild vom 16. Dezember 2017 aus 470’000 km Entfernung des – wie der Name schon sagt – eigentlich gar nicht für die Jupitermonde zuständigen Instruments des NASA-Orbiters. Die Wärmequelle ist 300 km von jedem bekannten Io-Vulkan entfernt: Es ist unwahrscheinlich, dass ein anderer dorthin gewandert ist, und so hat sich wohl ein neuer Vulkan aufgetan. Bei künftigen Perijovien kommt Juno näher an Io heran und wird die Sache weiter untersuchen. Auch erstaunliche neue Amateur-Verarbeitungen von Rosetta-Bildern hier, hier und hier (ach wäre doch mehr OSIRIS-Material damals freigegeben worden, was hätte die ESA damit zusammen mit den Fans für grandiose PR …) – und der jüngste Cygnus hat die ISS verlassen: ein Videoclip, allerlei Screenshots und ein Artikel. [19:40 MESZ. NACHTRAG: noch einer]


13. Juli

So sieht MeerKat die Zentralregion der Milchstraße (ein 2° x 1^° oder 1000 x 500 Lichtjahre großes Gebiet, oben & unten Ausschnitte), das inzwischen vollständige Radiointerferometer mit 64 Antennen à 13.5 Meter, das heute in Südafrika eingeweiht wurde: auch die wirtschaftliche Bedeutung für die Northern Cape-Region, die technischen Daten, Press Releases von SKA und INAF, Ausschnitte aus heutigen Live-Sendungen des RSA-TV und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [15:00 MESZ] Eine Ansprache zur Eröffnung, ein alter Press Release zu den Filamenten beim Galaktischen Zentrum und aktuelle Artikel zum Stand der Astronomie und Weltraumforschung und zur sozio-ökonomischen Rolle der Astronomie in ganz Afrika. [20:15 MESZ] Es bleibt schwierig mit den Filamenten – auch mal mit IR-Bildern kombiniert, plus ein längerer Beitrag in der Tagesschau (!) und weitere Artikel hier, hier und hier. [21:35 MESZ. NACHTRAG: Die MeerKAT-Astronomen können die Filamente auch nicht erklären …]

China macht Ernst: eine Art LISA mit geplantem Start 2033

Nachdem – offenbar auf Betreiben der USA, die bei der einst gemeinsamen und nun ESA-Gravitationswellen-Mission LISA doch wieder einsteigen wollen – eine europäisch-chinesische Kollaboration nicht zustande kommt, hat China nun einen Alleingang angekündigt: Man werde erst wie bereits die ESA einen Pathfinder-Satelliten für Technologie-Tests starten und dann 2033 die drei Satelliten zur Beobachtung niederfrequenter Gravitationswellen. Und auch noch einen GW-bezogenen Gammastrahlen-Satelliten. Auch italienische Beobachtungen von Chinas Quanten-Satellit und langsame Fortschritte beim Exoplaneten-Jäger TESS. Für Hayabusa 2 gibt es jetzt eine Seite mit kurzen Updates zum Missionsverlauf in Englisch, auch tolle Fan-Verarbeitung der 3D-Daten und Artikel hier, hier und hier. Aus Bildern zweier GOES-Satelliten wurde ein Wetterbild in 3D gewonnen, Sentinel-5P hat erste Daten geliefert, und die nächsten Galileos sitzen auf einer Ariane. Was Gerst so treibt, eine Reise zu seinem zweiten Start, mal wieder Verspätungen mit Commercial Crew (mehr, mehr und mehr), der Test-Crew-Dragon ist immerhin am Cape [NACHTRAG: mehr dazu], und Mr Steven hat ein größeres Netz zum Falcon-Fairing-Fangen [NACHTRÄGE: ein Vergleich vorher/nachher und ein Artikel]. Die ersten Suborbital-Touristen-Flüge könnten 2019 tatsächlich kommen, ein fragwürdiger Studenten-Satellit (Hauptaufgabe: mit LEDs rumleuchten) wird aus der ISS ausgesetzt (und kann empfangen werden) – und am Cape wurde der Startkomplex 17 gesprengt (mehr, mehr, mehr und mehr), von dem aus eine Menge prominente ELV-Starts erfolgt waren. [14:45 MESZ]

Das Sternentstehungsgebiet RCW 38 im Infraroten mit dem Instrument HAWK-I am VLT bei Tests der (Laser-)Adaptiven Optik GRAAL aufgenommen – auch die heutige Eröffnung von MeerKAT in Südafrika, die erste Alarm-Beobachtung von LOFAR (für einen GRB, den Swift gesehen hatte), zwei neue 1-m-Teleskope für das Las-Cumbres-Netzwerk dank Stiftungs-Mitteln und ein längerer Bericht über die CAP-Konferenz in Japan. Und die VDI-Nachrichten (!) fordern „Licht aus“ zum Wohle der Insekten.

Radarbilder und ein kurzer Film von einem seltenen Binärasteroiden mit zwei gleich großen Teilen, die sich aber nicht berühren. Auch der Komet C/2018 N1 (NEOWISE) recht auffällig aber doch nur 10-11 mag. hell, der Mars gestern und vorgestern (mehr [NACHTRAG: und mehr] sowie die staubige Lage, die aber für InSight ohne Folgen sei) – und Polarlicht und NLC gleichzeitig in Kanada (mehr und mehr).

Heute früh gibt es eine partielle Sonnenfinsternis zwischen Australien und der Antarktis mit kaum Landberührung: maximale Phase gegen 5:00 MESZ, der übliche Pasachoff-Press Release und Artikel hier, hier und hier – und die ersten Fotos einer SoFi im 19. Jh. [1:00 MESZ] Der Lauf des Halbschattens heute im Zeitraffer. [3:55 MESZ] Die Finsternis (früher) auf Tasmanien (mehr), während auf Stewart Island, NZ noch gewartet wird. [5:25 MESZ] Wo es auch geglückt (aber nicht gerade viel zu sehen) war – und eine ganze Serie und weitere Bilder hier und hier aus Tasmanien und Bilder aus Melbourne hier und hier. [12:50 MESZ. NACHTRÄGE: eine Art Video und weitere Bilder aus Tasmanien hier (mehr), hier (mehr) und hier und aus Victoria, South Australia und Neuseeland (Stewart Island: eine Mikro-SoFi!) sowie vom Satelliten Proba 2 plus eine Zusammenfassung und eine Linksammlung]

Ein Erfolg der „Multi-Messenger“-Astronomie

12. Juli 2018
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wird heute um 17:00 MESZ in einer Pressekonferenz der NSF präsentiert – und in dieser Minute auch auf dieser Seite, da dieser Blogger bereits bestens im Bilde ist. 😉 [16:00 MESZ]

Ein Blazar ist die Quelle einiger Neutrinos hoher Energie

Das ist die – von diesem Blogger hier im Detail beschriebene – Quintessenz der heutigen Veröffentlichungen: hier ein paar entscheidende Grafiken auf den beiden wissenschaftlichen Arbeiten, die nun auf der PK vorgestellt werden. Oben der Ursprungsort eines mit ca. 290 TeV besonders energiereichen Neutrinos, das der Detektor IceCube am 22.9.2017 registriert hatte (Quadrate = beste Position nach verschiedenen Rekonstruktionen, Kurven = 50- und 90-Prozent-Wahrscheinlichkeiten), vor dem Hintergrund der in 9.5 Jahren vom LAT-Detektor auf dem Satelliten Fermi aufgesammelten Gammaphotonen, die den Blazar TXS 0506+056 anzeigen. Darunter dieselbe IceCube-Karte über dem Himmelsbild des La-Palma-Teleskops MAGIC für Gamma-Quanten mit über 90 GeV. In der Mitte die Positionsverteilung von rund einem Dutzend Neutrinos, die IceCube 2014/15 sah und die sich ebenfalls in der Nähe des mit einem Kreuz markierten Blazars häufen. Und unten zwei Neutrino-„Lichtkurven“ dieses Gebiets, die mit zwei verschiedenen Methoden ausgewertet wurden: Der frühere Neutrino-Schwall ist auch für sich signifikant, ohne Kenntnis des (einsamen) Hochenergie-Neutrinos von 2017. Das übrigens bereits seit einem Dreivierteljahr bestens bekannt ist: Seine Messung, der Bezug zu TXS 0506+056 und viele andere Aspekte (Links in der Sidebar) waren damals sofort mitgeteilt worden. Und auch auf Neutrino-Tagungen wurde es schon gefeiert, während die Suche nach weiteren IceCube/LAT-Übereinstimmungen bisher erfolglos blieb: Trotzdem etabliert der eine gute Fall, dass Blazare zum kosmischen Hintergrund energiereicher Neutrinos zumindest beitragen. Und bei der Gelegenheit auch zur Kosmischen Strahlung ultrahoher Energie [17:00 MESZ]

Die NSF-Pressekonferenz hat begonnen – rechts auf der Bühne ein Original eines der Photomultiplier, von denen IceCube über 5000 im Eis der Antarktis versenkt hat. Die beiden Papers gibt es open-access hier und hier! [17:10 MESZ] IceCube, NSF und ESA Press Releases, Pressemitteilungen von DESY und Helmholtz und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [17:30 MESZ] Auf der PK war noch zu hören, dass neben den zwei Science-Papers noch fünf weitere anderswo in der Pipeline sind – auch weitere Releases von NASA, CfA und IAC und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [18:05 MESZ] Eine aufwändige DESY-Seite, weitere Press Releases von UMD, PSU, U. Wisc. und IfA und Pressemitteilungen vom MPI für Physik, der TUM und der Uni Mainz, Kommentare von Physikern hier und hier und Astronomen hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [19:50 MESZ] Ein unabhängiges Paper zu TXS 0506+056 weist auf Komplikationen hin … und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: sieben (!) weitere Papers hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (es gibt noch mehrere weitere aber nicht open-access), weitere Releases von NAOJ, Utah, ICRAR, Drexel, Adelaide, Alabama, Leicester, Perimeter, STFC, NRAO und AAAS und noch mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Allgemeines Live-Blog vom 7. bis 11. Juli 2018

7. Juli 2018

11. Juli

Endlich neue Bilder von Hayabusa 2: zwei Seiten von Ryugu

am 30. Juni in 4 Stunden Abstand aufgenommen – auch das erste 3D-Modell des Asteroiden, ein Blick auf den Pol und animierte Anaglyphen [NACHTRAG: die Releases hier, hier und hier auch in Englisch]. Derweil hat eine Hayabusa-Ausstellung in Bremen eröffnet: mehr dazu hier, hier, hier und hier sowie ein MASCOT zum selber Bauen, die Rolle Frankreichs und weitere Artikel hier und hier.

Die Kartierung von Pluto (oben) und Charon (unten) ist jetzt abgeschlossen, nachdem alle LORRI- und MVIC-Bilder zu Mosaiken zusammengesetzt wurden: USRA und LPI Releases. Auch die Wechselwirkung von Enceladus und Saturn, gewisse Fortschritte bei der Mars Sample Return Mission von NASA & ESA, die hydrothermale Aktivität im Hrad Vallis, die versammelten Eisenmeteoriten auf dem Mars, die die Rover fanden – und die Optionen für die nächsten Mond-Lander der NASA. [14:20 MESZ – Ende]


10. Juli

Start und Ankunft des Progress MS-09 letzte Nacht aus diesem bzw. diesem Roskosmos-Album (auch der der Start aus vielen Kamera-Positionen und die Ankunft im Zeitraffer) – und Alexander Gerst (aus diesem NASA-Album) bei Experimenten mit einem Sextanten. Sowie das aktuelle ISS-Experiment FLUMIAS, ein ISS-Reboost-Test mit dem angedockten Cygnus, die Vorbereitungen für den 1. Crew-Dragon-Test, das Manifest für das SLS, eine mögliche Rolle der BFR beim Start von LUVOIR, Laser-Bodentests für IceSat-2 – und was aus dem großen Eisberg wurde, der vor einem Jahr für Aufsehen sorgte. [23:30 MESZ]

50 Gramm Restmasse in Franken nach der Juni-Feuerkugel?

Zu einer vielbeachteten Feuerkugel am Morgen des 30. Juni gibt es jetzt eine detaillierte Auswertung von Aufnahmen von 17 Kamera-Stationen überwiegend in Tschechien und anderen Daten: Danach trat ein 16-kg-Körper in die Atmosphäre ein, begann in 85 km Höhe zu leuchten, wobei er zeitweise etwas heller als der Vollmond wurde, bewegte sich mit vergleichsweise langsamen 18.5 km/s und verlosch in 32 km Höhe in der Nähe von Bamberg – und fast alle Masse wurde während des Leucht-Fluges verbraucht. „Leider ist die Restmasse mit maximal 50 g sehr klein“, schreibt der Meteoritenexperte Dieter Heinlein: „Eine systematische Suche lohnt sich hier (bei der derzeitigen Vegetation) wohl nicht. Aber es wäre durchaus sinnvoll, die Bewohner der Orte Heiligenstadt und Traindorf (evtl. auch von Reckendorf bis Veilbronn) aufzurufen, die Augen offen zu halten, ob sie etwas Meteoriten-Verdächtiges finden können“: eine Karte des möglichen Streufelds und Artikel hier und hier – plus zu anderen Feuerkugeln am 29. Juni in BeNeLux (Daten), am 7. Juli in Brasilien (Daten) und 9. Juli am Tage in Spanien (Daten) und nördlich der Alpen (Daten). Sowie der Mars heute (mehr) und gestern (mehr) und die abnehmende Mondsichel bei Aldebaran in Nordamerika heute früh. [23:15 MESZ. NACHTRAG: weitere Märse von heute hier und hier – und es brennt in der Nähe des Griffith Observatory in Los Angeles (mehr, mehr und mehr)]


9. Juli

Ungewöhnliche Live-Bilder der Startvorbereitungen einer Soyuz-Rakete mit dem nächsten Progress zur ISS – Start um 23:51 MESZ, Flugzeit nur 3:48, ein Rekord – jetzt auf dem Roskosmos-Kanal (ein anderer Screenshot), dazwischen ein Video vom Roll-Out. Auch ein Interview mit Thomas Reiter, die Planung für die ISS-Versenkung – und ein Start in China heute (mehr und mehr). [22:30 MESZ] Jetzt auch bei der NASA eine Live-Sendung – mit verzerrtem Roskosmos-Bild. Aua … Den korrekten Feed gibt’s auch hier und hier. [23:40 MESZ] Und los geht’s mit der Mission: weitere Screenshots hier, hier und hier. [23:55 MESZ. NACHTRAG: Progress im korrekten Orbit ausgesetzt, alles ausgeklappt – Replays der russischen Übertragung ab t-3 und ab t-2 Stunden und t minus Sekunden und ein Artikel. Und noch ein Start in China. NACHTRAG 2: Artikel dazu hier, hier und hier. Und Progress MS-09 hat nach nur 3h 40m angedockt: ein Rekord für einen ISS-Flug aber nicht insgesamt (wie selbst Roskosmos glaubt) – auch Standbilder und Artikel hier, hier und hier]

Mit einer Drohne mit einer Sondererlaubnis über den VLA

(Very Large Array) in New Mexico – auch Fortschritte beim großen optischen Interferometer NPOI, NLC in der vorletzten Nacht (mehr Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie NLC + Meeresleuchten und NLC-Panorama-Technik erklärt), der staubige Mars heute (mehr), gestern (mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern und am 6. Juli, 5. Juli (mehr), 4. Juli und 3. Juli, der nun wieder auf 10-11 mag. gefallene Komet C/2017 S3 (PANSTARRS) heute, gestern vs. 6 Tage früher und am 6. Juli (mehr) – und eine Tages-Feuerkugel über Österreich vor wenigen Minuten! [21:45 MESZ. NACHTRÄGE: die detaillierte Meldung – und ein NLC-Zeitraffer von heute früh, schon wieder NLC über Biolumineszenz (ohne dass es der Nachrichtenagentur klar wurde) und die Venus-Regulus-Konjunktion heute Abend aus Zimbabwe]


7. Juli

Der erste Meteorit vom Fall des Asteroiden 2018 LA, der kurz nach seiner Entdeckung am Himmels als Feuerkugel über dem südlichen Afrika endete, ist gefunden: Press Releases der Univ. of Helsinki und des SETI Inst. und Artikel hier und hier. Plus ein weiterer PR aus Helsinki über einen weiteren Meteoriten nach einer weiteren Feuerkugel, in Russland. [1:00 MESZ]

Kepler geht der Sprit aus: Daten sichern statt forschen

Der Treibstoffvorat des betagten Exoplanetenjägers ist praktisch aufgebraucht: Deswegen hat man ihn in einen Sicherheitszustand ohne Treibstoffverbrauch versetzt und wird erst die letzten Sternmessungen herunter laden, bevor wieder mit dem Satelliten experimentiert wird, dem es ansonsten gut geht; auch Artikel hier, hier und hier. Sowie die Startvorbereitungen für Aeolus, einen ESA-Satelliten für Wind-Forschung, ein neuer Startplan für den NASA-Satelliten ICON – und der jüngste Lage-Bericht der ESA zum Weltraumschrott. [1:00 MESZ]

Der Komet C/2017 S3 (PANSTARRS) erleidet gerade einen Ausbruch (hier am 3. Juli von Michael Jäger erwischt), der ihn nach den letzten Schätzungen der Helligkeit auf 9 bis 10 mag. gebracht hat: ein Bild mit kleiner Optik und weitere Informationen hier, hier, hier, hier und hier – ein weiterer Anstieg noch bis 4 mag. oder mehr wäre theoretisch denkbar. Das (morgendliche) Sichtfenster für Deutschland schließt sich allerdings Anfang August, wenn es so weit sein könnte. Auch der Mars gestern auf Fotos und einer Zeichnung, die anhaltende Krise um das historische Yerkes-Observatorium, kuriose Bilder von gleichzeitig Biolumineszenz und NLCs (die den BU-Schreibern entgingen) – und die Rolle des Großen Wagens bei der Flucht der amerikanischen Sklaven nach Norden. [1:00 MESZ. NACHTRÄGE: ein Video und weitere Daten zum Kometen-Ausbruch, mehr Märse von heute (ebenfalls mit Syrte) und gestern und ein endloser Artikel über den eingestaubten Oppy, obwohl der gar nichts sagt …]

Weitere Artikel dieses Bloggers seit Anfang Juni

6. Juli 2018

Atemberaubendes NLC-Display über Bochum! Auch meine Bilder größer hier, hier, hier, hier und hier und Aufnahmen einer Webcam im Sauerland (über Zeit-Buttons oben rechts vor & zurück) und von anderen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. (6.7.)

»Jahrhundert-Mondfinsternis«… mit Hindernissen: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, eine entfernt vergleichbare MoFi von 2014 und alle im 21. Jh. (6.7.)

Planetenentstehung … im Labor in Duisburg und mit ARISE auf der ISS. (5.7.)

KFG calling ISS – auch Erfahrungen von Parmitano mit ungeplantem Rumfunken aus dem Orbit. (3.7.)

Wenn die Erde ein Exoplanet wäre: das Paper und ein Press Release. (1.7.)

Im Gespräch mit einem Außerirdischen: eine PM des DLR, die Fragen, viele Mithörer, Mitschnitte hier, hier und hier, Soundbites hier, hier, hier und hier, die ARISS-Homepage, die europäische Prozedur – und was sonst gerade auf der ISS passiert. (29.6.)

Erster interstellarer Besucher wohl doch ein – gut getarnter – Kometenkern: das Paper, Press Releases hier, hier, hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Papers, die immer schon pro Komet waren, hier und hier und frühere Artikel hier und hier. (28.6.)

Was bleibt von der Menschheit … und war sie die erste? Das Paper (Preprint) und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. (22.6.)

Sonnenuntergang über Stiepel mit interessanten Artefakten. (20.6.)

Anflug auf Asteroid Ryugu: eine Woche noch bis zur Ankunft von Hayabusa 2 Auch ein Statement zu MASCOTs Erwachen, die Timeline für den Lander und ein Tweet-Thread und ein langer Artikel zu kommenden Ereignissen. (19.6.)

Die ersten NLC der Saison (über Bochum) (19.6.)

„Sternenjäger“: Zeitraffer der Nacht – jetzt auf der großen Leinwand Die Verleih-Seite des Films und Kritiken hier, hier, hier und hier. (18.6.)

Organik auf dem Mars: was Curiosity wirklich fand (15.6.)

Staubsturm wächst auf dem Mars – Kontakt zu Rover Opportunity abgerissen Auch ein aktueller Artikel und Amateurbilder vom 1. Juni hier und hier. (13.6.)

Asteroiden – Gefahr … oder Geschäft? Die Meinungsumfrage, Artikel dazu hier, hier, hier und hier, ein Kommentar, ein weiteres Paper zu Impakt-Prognosen und das Flyeye der ESA. (8.6.)

Der Start der Soyuz MS-09 – live auf allen Kanälen (6.6.)

Meter-großer Asteroid vor Impakt in Afrika am Himmel beobachtet – auch sehr frühe Postings hier und hier, ein UA Release, die JPL-Tabelle der Airbursts, eine 3D-Grafik und Artikel hier, hier und hier (3.6.)

Allgemeines Live-Blog vom 27. 6. bis 5. 7. 2018

27. Juni 2018

5. Juli

Indien testet Fluchtrakete … für künftige Astronauten

259 Sekunden dauerte der Test eines Crew Escape Systems heute früh, der die Rettungsrakete vom Boden aus bis in 2.7 km Höhe beförderte, bevor es zu einer sanften Landung am Fallschirm kam: auch Artikel hier, hier und hier [NACHTRÄGE: ein Videoclip des Tests und weitere Artikel hier, hier und hier].

Plus eine Mini-Doku über engagierte Fotografie des letzten Dragon-Starts, gleich noch ein ähnliches Video, der Dragon und die ISS am Himmel und kurz nach einander vor der Sonne, weitere Horizons-Experimente, Astronauten-Essen auch im Flugzeug, die Zukunft der ISS und Krise der russischen Raumfahrt, eine 2. mobile Startplattform für und ein Sonnensegel für einen Begleiter des SLS und die giftige Seite des Mondes. Sowie ein müder Hayabusa-Update (aber das Einschalten MASCOTs naht [NACHTRAG: und ist gelungen]), warum Enceladus reizvoller als Europa ist, die Installation des Sonnensegels für die Parker Solar Probe, ein Orden für Planck – und weitere Pläne der Weltraumforschung in China. [23:50 MESZ – Ende]


3. Juli

Ein winziges Detail auf Ceres aus 34 km Höhe aufgenommen vom NASA-Orbiter Dawn im Tiefflug (ein Mosaik mit Loch): ein ca. 1 km großer heller Tafelberg auf der Westseite der Cerealia Facula im Krater Occator, dem bekanntesten hellen Flecken auf dem Zwergplaneten, deren Interpretation in Richtung Natriumkarbonat geht, das aus dem Boden quoll [NACHTRÄGE: Artikel hier und hier]. Auch eine Neubearbeitung des abgeworfenen Philae, eine ESA-Strategie zur Wiederbelebung einer Mission zu Didymos durch Politiker-Erschrecken, ein neuer Newsletter zum Europa Clipper, wo man z.B. über passende Raketen sinniert, neue Empfehlungen in Sachen Planetary Protection (ein Release der Nat’l Academies und hier und hier [NACHTRÄGE: und hier und hier] Artikel), der Satellit GRACE-FO hat seinen Laser aktiviert, der ESA-Exoplaneten-Jäger CHEOPS reist nach Spanien zu Tests, im UK werden neue Mini-Nuklear-Systeme für Sonden erforscht – und mit 86 Jahren ist die Planetenforscher-Legende Bradford Smith gestorben: Er war der Chef-‚Kameramann‘ der Voyager-Sonden und Co-Entdecker der ersten zirkumstellaren Staubscheibe. [23:30 MESZ]

Der staubige Mars gestern von der Mars-Express-Webcam

aufgenommen: In diesem Feld schaut im Wesentlichen nur der Olympus Mons heraus. Über die weitere Entwicklung des großen Sturms – ein Curiosity-Bild von vorgestern – kann nur spekuliert werden (mehr), während Opportunity weiter schweigend ausharren muss: Amateurbilder von gestern (mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) sowie vom 28. Juni im Vergleich. Plus Jupiter gestern und vorgestern, eine Feuerkugel über den Niederlanden am 29. Juni bereits analysiert und eine Suche nach frischen Meteoriten auf dem Meeresboden (mehr und mehr) ohne handfestes Ergebnis (aber was ein Magnet sammelte, wird noch ausgewertet). Sowie ein japanisches Teleskop als SKA-Pathfinder – und ein Freiland-‚Planetarium‘ mit VR-Brillen in Kanada. [21:55 MESZ. NACHTRÄGE: noch mehr Analyse der NL-Feuerkugel – und die Tauchfahrt hat zumindest Mini-Meteoriten-Kandidaten mitgebracht]

Die gestrige Ankunft des Dragon an der ISS: weitere Fotos und Screenshots hier [alt.], hier, hier und hier, eine NASA-Notiz eine Übersicht der Nutzlast, Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein CIMON-Gag. Auch ein weiterer ARISS-Call heute, der Mond aus der ISS und überhaupt, die nächsten vier Galileos betankt, eine Lizenz für Launcher One – und was Chinas geplante Langer Marsch 9 können soll. [18:35 MESZ. NACHTRÄGE: Zwei „Überflieger“-Experimente aus dem Dragon sind bereits installiert worden – und wie es mit ARISE weiter gehen soll]


1. Juli

Ein aktueller Aurora-Zeitraffer aus der ISS (und noch ein Nacht-Raffer) – auch der Merkur vorgestern und an vielen anderen Tagen, der Mars (auf dem weiter der Staubsturm herrscht und Opportunity entsprechend schweigt) vom 11. Mai bis heute und heute, gestern (mehr), vorgestern (mehr) und am 28. Juni und 27. Juni (mehr, mehr und mehr), der Jupiter gestern (mehr) und am 28. Juni (mehr) und der Saturn heute, gestern und am 28. Juni und Oppositionstag 27. Juni (mehr, mehr und mehr), die Ringe stets vom Seeliger-Effekt aufgehellt. Plus eine Nova Sct 2018 – und ein ausnehmend scharfer ISS-Transit vor der Sonne. [22:55 MESZ]


29. Juni

Noch mehr Bilder vom pittoresken Nachtstart der Falcon mit dem Dragon, diesmal von SpaceX – auch ein Weitwinkel-Zeitraffer-Clip, der schön zeigt, wie sich das Bild am Himmel entwickelte, weitere Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein ‚Space to Ground‘-Clip zum Start … und ein japanischer Fehlstart einer Suborbital-Rakete, die einfach auf die Rampe zurück fiel. [23:50 MESZ. NACHTRÄGE: hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier mehr dazu sowie vom Falcon-Dragon-Start ein langer Amateurfilm und noch mehr Fotos hier, hier, hier, hier, hier und hier, weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier und ein Aussie-TV-Clip]

Ein bunter Streifen Mars vom ExoMars Trace Gas Orbiter

und seiner Kamera CaSSIS, 6.6 km breit: zu sehen ist das Uzboi Vallis beim Eintritt in den Krater Holden – auch weitere neue Bilder und die Sterilisierung einer Antenne für den ExoMars-Rover (was generell ein überraschend schwieriges Problem ist). Sowie das letzte Ionentriebwerks-Manöver von Dawn bei Ceres, das zweite Deep Space Maneuver von OSIRIS-REx auf dem Weg zu Bennu, ein typischer Industrie-Press Release zum ‚Asteroid Day‘ (dunkle Gefahr beschwören und als Retter auftreten) und endlich die Komplettierung des Rosetta-Bildarchivs: wie man Philae findet (mehr und mehr und ganz groß), weitere Fan-Bildverarbeitung (mehr), ein Video zur Kamera und Artikel hier, hier und hier. Und der immer noch aktive Mondlander Chang’e-4, alte Apollo-Daten endlich verstanden, was aus Russlands Luna-Glob geworden ist – plus mehr JunoCam-Verarbeitung hier, hier und hier und die drei Extra-Jahre für Juno. [23:15 MESZ]

Hinterlassenschaften eines Falcon-Starts: die Show heute im Morgengrauen über Florida nach dem Start des 15. Dragon zur ISS (s.u.) auf einer DLR-Aufnahme CC-BY 3.0, ein Still aus der NASA-TV-Übertragung (deren Anfang hinter dem Bild liegt) und die Wasserdampfwolke von der ISS aus gesehen – auch Filmclips aus der Distanz hier, hier und hier, weitere Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Press Releases von NASA, ESA und DLR und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie zur Planung kommerzieller Starts mit Crew zur ISS. [16:40 MESZ]

Die Lage am Hawai’i-Vulkan Kilauea vorgestern in kombinierten IR- und visuellen Bilddaten von den Sentinel-Satelliten (mehr Visuals zur Aktivität hier, hier und hier) – auch andere Sentinel-Ergebnisse, ein geheimnisvoller Start in China (mehr und mehr), der mal wieder krasse Nebenwirkungen hatte, das Ende der Proton-Rakete, die Robotic Refueling Mission 3 der NASA und ESA-Astronauten auf China-Kurs. [14:25 MESZ]

Der 15. Start einer Dragon-Kapsel zur ISS im Morgengrauen in Florida heute: Das führte zu besonders imposanten Lichteffekten am Himmel (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, hier, mehr und mehr). Auch ein ferner Amateurfilm der Show, Langzeit-Belichtungen hier und hier, der SpaceX-Webcast vom Start, allerlei Screenshots daraus und der Moment des Aussetzens sowie im Vorfeld Notizen von NASA, DLR und ESA und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [12:05 MESZ]


27. Juni

James Webb Space Telescope: Start rutscht auf März 2021!

Und wieder eine Startverschiebung des ultrateuren Satelliten-Teleskops, gerade vom NASA-Chef selbst verkündet: Da seien viele Maßnahmen nötig, um den Erfolg zu garantieren, und auch schon eingeleitet, aber das dauere eben … Es gibt auch den kompletten Bericht nebst Antwort der NASA und einen NASA Release dazu – und mehr um 19:00 MESZ in einer Telecon. Während obige Grafik von gestern – jeder Punkt = eine neue Verlautbarung – die heutige Entwicklung schon mal vorweg nahm, inklusive einer erneuten Kostensteigerung. [18:45 MESZ] „Webb is worth the wait“: Das ist jetzt – kein Witz – der quasi-offizielle Slogan der NASA für das JWST, wird am Beginn der Telecon verkündet. Und der Spaß kostet nun 8.8 Mrd.$ bis zur Inbetriebnahme im Orbit (und 9.7 Mrd.$ inklusive der ersten 5 Jahre Arbeit) – wenn es 2021 wirklich los geht. [19:05 MESZ] 29 Monate Verspätung gegenüber dem Plan von 2011, 1 Mrd.$ mehr Kosten, fünf wesentliche Ursachen – wobei das riesige Sonnensegel (ohne vergleichbare Vorgänger) eine wesentliche Herausforderung war/ist. Aber auch manch menschliches Versagen, etliche krasse Fehler – alle leicht vermeidbar – mit erheblichen Konsequenzen: 1 1/2 Jahre Zeit verloren, 600 Mio.$ Extrakosten … [19:15 MESZ] Die Hardware ist komplett: mehr Tests, Integration, mehr Tests – erst dann geht’s zum Start. Die NASA gedenkt 30 der 32 Empfehlungen des unanhängigen Reports unbesehen umzusetzen, um 2 wird noch gerungen. [19:20 MESZ] Ein – mit Verlaub – Propaganda-Video der NASA und erste Artikel hier, hier, hier und hier. [19:55 MESZ] Eine Diskussion der Lage des JWST beim AAAC, ein Gedanke zu den Kosten und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [22:00 MESZ] Alle Slides der AAAC-Präsentation zum JWST, ein Politiker-Statement und ein weiterer Artikel. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: ein ESA Release {alt.}, weitere bedenkliche Plots hier, hier, hier, hier und hier und mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Willkommen bei Ryugu! Ein Bild aus 22 km Abstand gestern

heute veröffentlicht aus Anlass der erfolgreichen ‚Ankunft‘ von Hayabusa 2 heute, d.h. des Erreichens der 20-km-Marke, die nun mit den chemischen Triebwerken eine Weile gehalten werden wird. Gestern hatte auch zum ersten Mal Hayabusas LIDAR ein Signal erhalten und einen Abstand von 22.4 km gemessen. Auch eine PM des DLR zu den Plänen mit MASCOT (Absetzen weiter für Anfang Oktober geplant), ein Vergleich von Ryugu und Bennu, alle ‚besuchten‘ Asteroiden im selben Maßstab, ein Ryugu-Stereo-Paar vom 25. Juni – und hier läuft eine lange Pressekonferenz auf Japanisch; beim Zurückspulen sind auch Grußworte von NASA und DLR auf Englisch zu finden. [10:45 MESZ] Das Webinar in Englisch hat jetzt begonnen – auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [11:10 MESZ] Bildergalerien aus dem Kontrollraum und von der PK heute und eine andere Version des JAXA-PR. [13:15 MESZ] Die Details der Ankunft: Relativgeschwindigkeit < 1 cm/s. Mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [16:10 MESZ] Ryugu in 100×100-Meter-Felder eingeteilt, ein Stirling Release und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [18:30 MESZ. NACHTRÄGE: ein später detaillierter Press Release zur Ankunft, ein daraufhin eingefärbter Ryugu und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Asteroid Vesta – erdgebunden vs. aus der Nähe: links ein aus Daten des SPHERE/ZIMPOL-Instruments des VLT rekonstruiertes Bild, rechts die entsprechende Nahaufnahme von Dawn. Auch der Beitritt Spaniens zum SKA (mehr und mehr), ein schwedischer Beitrag dazu bzw. zum südafrikanischen Vorgänger MeerKAT, Chinas Large High Altitude Air Shower Observatory, ein neues Teleskop in Greenwich (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) – und Stillstand in Sachen Yerkes (da der US-Artikel „Dank“ der EU blockiert wird, waren Maßnahmen erforderlich). [1:25 MESZ]

Reichlich Asteroidenspuren auf einer Hubble-Aufnahme eines Galaxienhaufens, deren Spuren durch den schnellen Orbit des Weltraumteleskops um die Erde gekrümmt erscheinen – auch eine überraschend für heute angesetzte NASA-Telecon zum Status des James Webb Space Telescope, die nichts Gutes erahnen lässt (eine Startverschiebung auf 2021 womöglich?) und NASA, Washington und UCR Releases, eine PM aus Bern und ein Artikel zum Status der Suche nach Lebens-Indizien auf Exoplaneten. [1:15 MESZ]

Mal wieder eine fette Feuerkugel über Russland am 21. Juni (mehr Visuals) mit anschließendem Meteoritenfund – auch eine Analyse der europäischen Feuerkugel vom 16. Juni, zwei weitere frühere Fälle (mehr und mehr), ein weiterer amerikanischer NEO-Report, der keine zusätzlichen Ausgaben aber bessere Koordination fordert (ein NASA Release und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Und die Resolutionen für die nächste IAU-Hauptversammlung im August, u.a. zur (überfälligen) Umbenennung des Hubble- in ein Lemaître-Hubble-Gesetz. [1:00 MESZ]

Da zieht er hin, der Satellit RemoveDebris, der vor einer Woche aus der ISS geworfen wurde und das Einfangen von Raumschrott ausprobieren soll: Surrey, Airbus und NanoRacks Releases und Artikel hier und hier. Auch der letzte Soyuz-Start aus der Innensicht [alt.], ein Amateurfilm darüber, eine Quarks-Sendung dazu, einige Fotos von und die ersten zwei Wochen der Horizons-Mission, die ersten Experimente, bald noch mehr mit dem nächsten Dragon (ein paar der Nutzlasten, darunter zwei der Überflieger inkl. ARISE aus Duisburg), das Sextant-Experiment, das andauernde Geheimnis um das Start-Verbot für Gersts vorgesehene Begleiterin – und der Kern der nächsten chinesischen Station und energische Manöver mit Tiangong-2, deren Zweck unklar bleibt. [1:00 MESZ. NACHTRAG: alles sehr merkwürdig]

Leuchtende Nachtwolken im Zeitraffer aus England aus der Nacht 24./25. Juni – auch ein Bild aus Kanada, Aufnahmen aus einem Flugzeug und deutsche Mini-NLC aus der Nacht 25./26. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). Sowie der Jupiter am 26. Juni, 24. Juni, 22. Juni (mehr), 19. Juni und 18. Juni, der Saturn am 24. Juni und 18. Juni, eine neue Bestimmung des kältesten Orts auf der Erde, eine Aurora in Mexiko beim Carrington-Event, eine mysteriöse Sternexplosion (jede Menge mehr Meldungen über den Fall in der Sidebar), ein dramatisches Sprite-Foto – und Lichtverschmutzung vs. Insekten. [1:00 MESZ. NACHTRÄGE: der Saturn in Opposition, mit extra-hellen Ringen, und mehr, mehr und mehr zur Sternexplosion]

Live-Blog zum Mars-Sturm & Hayabusas Ankunft

20. Juni 2018

26. Juni

Trübe Sicht: Curiositys Sonnenuhr zeigt nichts mehr an

Ein eindrücklicher Beleg für den hohen Staubgehalt der Marsatmosphäre auch über dem Gale-Krater, an Sol 2091: Der Kontrast zwischen Sonnenscheibe und Himmel über dem Rover Curiosity ist so gering geworden, dass das Gnomon seiner kleinen Sonnenuhr – die primär als Kalibrationsziel für die Kameras dient – keinen erkennbaren Schatten mehr wirft. Auf der Erde würde man von ‚bedecktem Himmel‘ sprechen. Auch Amateurbilder von gestern und eins vom 22. Juni mit allerlei Albedo-Strukturen. [2:30 MESZ] Mehr gute Amateur-Bilder von heute und gestern. [20:45 MESZ. NACHTRÄGE: und nochmal von heute hier, hier und hier sowie von vorgestern mit wieder mehr Acidalium – setzt sich der Staub langsam?] Detaillierte Zeichnungen von heute. [21:50 MESZ – Ende]


25. Juni

Hayabusa 2 ist noch etwas weiter von Ryugu entfernt als gedacht, um etwa 11 km: Das legt eine unabhängige Analyse der Navigations-Meldungen der JAXA nahe (der letzte Tweet dazu, der im Original blumiger war). Aktuell sollte der Abstand ca. 32 km betragen – auch eine PK vom 21. Juni automatisch übersetzt, ein krasses 3D-Bild, frühere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Webinar am 27. Juni um 11:00 MESZ. [0:10 MESZ]

Eine Aufnahme von gestern aus ca. 40 km Abstand – und die nunmehr sehr deutliche Gestalt Ryugus „ist wissenschaftlich überraschend und stellt auch einige technische Herausforderungen dar“, so der Projektmanager: Die Drehachse des Asteroiden steht senkrecht auf der Umlaufbahn, was zum einen mehr Möglichkeiten für die Landungen bietet. „Andererseits gibt es einen Gipfel in der Nähe des Äquators und eine Reihe von großen Kratern, was die Auswahl der Landepunkte interessant und schwierig macht.“ Global hat der Asteroid eine Form wie Abakusperle – womit „die Richtung der Gravitationskraft auf die weiten Bereiche der Asteroidenoberfläche nicht direkt nach unten zeigt. Wir brauchen daher eine detaillierte Untersuchung dieser Eigenschaften, um unsere zukünftigen Betriebspläne zu formulieren.“ [11:10 MESZ] Ein erster Versuch einer Karte (!) von Ryugu. [13:05 MESZ] Artikel hier und hier. [23:30 MESZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier und hier]


24. Juni

Der Mars-Staubsturm ist sogar von der Seite zu sehen

auf Bildern der ‚Webcam‘ auf dem Mars Express, die einst den Abflug des unglücklichen Beagle 2 beobachtete und seither ungeplant als unermüdlicher globaler Marsbeobachter dient. Der Sturm hat auch die Bilder von Curiosity verändert, die nicht nur wegen des trüben Himmels rötlicher geworden sind sondern auch keine Schatten mehr zeigen. Wiederum global eine Zeichnung (!) und Fotos hier, hier und hier von gestern und weitere Fotos von heute, gestern, vorgestern und dem 21. Juni (mehr und mehr), 20. Juni und 17. Juni sowie ältere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ. NACHTRAG: Märse vom 9. bis 23. Juni]


22. Juni

Die Landschaften Rygus: Hayabusa-Bilder bis 100 km Abstand

sind in den Press Releases zur Ankunft zu sehen (eine Auswahl, geglättet; mehr & Rohversionen hinter dem Bild) – eine Landschaft mit abwechslungsreichem Terrain. „Darunter ragt eine große Felsmasse (ca. 150 m Durchmesser) im oberen Teil des Ryugu durch ihre hellere Farbe (höheres Reflexionsvermögen) heraus“, sagt der PI der Kamera (in unbearbeiteter DeepL-Übersetzung der englischen Fassung übrigens): „Der gürtelförmige Gipfelring, der den Äquator umgibt, ist ebenfalls etwas heller als seine Umgebung. Dieser Farbunterschied kann einen Unterschied in der Materialzusammensetzung und der Größe der Partikel, die das Gestein bilden, widerspiegeln. Wir können auch viele versunkene Regionen sehen, die wie Krater aussehen. Diese Vertiefungen können bei Kollisionen mit anderen Himmelskörpern entstanden sein“ – alles Zeugen einer komplexen Vergangenheit. [16:55 MESZ]


20. Juni

Der Mars-Sturm gilt jetzt als ein „globales Ereignis“

Die Einschätzung gilt seit gestern (Update von heute), wobei sich der aktuelle Staubsturm von großen der Vergangenheit unterscheidet: Während ein ganz großer 2001 den Planeten dicht umhüllte und nur noch die höchsten Vulkane herausschauten, ist der Staub jetzt wesentlich ungleichmäßiger verteilt. Und er ist für den alten Rover Opportunity weniger gefährlich als bei einem anderen größeren Sturm 2007, den er gut überstand: Neue Analysen sagen voraus, dass er diesmal nicht zu kalt und wieder erwachen wird, wenn sich der Staub lichtet. Noch ist es aber nicht so weit, und der Rover bleibt stumm, während sich der Staub inzwischen auch über Curiosity deutlich bemerkbar macht, dem das nuklearbetrieben egal ist: Das Licht ist rot geworden (oben derselbe Felsen am 21.5. und 17.6.) und die Opazität hat dort ein noch nie gemessenes Tau über 8 erreicht. Auch zahlreiche Amateurbilder von heute (mehr), gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr und mehr) und dem 17. Juni (mehr, mehr und mehr), 16. Juni (mehr und mehr) und 15. Juni (mehr), die klar machen, dass immer noch viele Albedo-Features zu sehen sind, und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:15 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 13. bis 19. Juni 2018

13. Juni 2018

19. Juni

Das ist Ryugu: ein Borg-Würfel mit einem Impaktkrater

Endlich neue Bilder des Asteroiden, dem sich Hayabusa 2 vorgestern schon bis auf 250 km genähert hatte: hier nach Rotationswinkel sortiert und mit den Pixeln geglättet (Anklicken liefert auch die Rohbilder, nebst z.Z. nur auf Japanisch verfügbarer Beschreibung, mit der aber Google Translate leidlich zurecht kommt). Der Durchmesser beträgt 900 Meter, genau wie aus Beobachtungen von der Erde geschlossen, die Rotationsperiode 7½ Stunden, und die Rotationsachse liegt praktisch in der Bildebene: ideal für die weitere Missionsplanung, da Ryugu schon gleich all seine Seiten zeigt. Der dominante Einschlagskrater hat 200 m Durchmesser, und die würfelartige Gestalt des Asteroiden könnte dadurch zustande kommen, dass dem gesamten Äquator eine Art Bergkette folgt: In wenigen Tagen wird das alles noch viel klarer sein.

Ein ziemlich wildes Video von Bord einer Höhenforschungsrakete, die gestern die Nutzlast EVE flog (die 16 Minuten sind hier gekürzt): Bei diesen regelmäßigen Starts – es war der siebte – geht es darum, das identische Extreme Ultraviolet Variability Experiment auf dem Solar Dynamics Observatory erneut in 18 UV-Wellenlängen zu kalibrieren, was natürlich nur außerhalb der Atmosphäre möglich ist. Mehrere andere alte Satelliten profitieren ebenfalls von den Raketen-Messungen. Auch ein Kuriosum auf VMC-Aufnahmen des Mars und eine detaillierte Auswertung der JunoCam-Bilder vom Mai-Perijovium Junos.

Ist die Deutschland-Fahne auf der ISS ja zu was gut: zum improvisierten Abschirmen von Streulicht beim VR-Experiment „Gravitational References for Sensimotor Performance: Reaching and Grasping“ (das nicht zum ‚Horizons‘-Programm gehört, aber Gerst muss sich auch mit vielen anderen Dingen befassen). Auch was insgesamt auf der ISS letzte Woche los war, ein seltener Erdblick aus der Soyuz vor dem Andocken, ein Triebwerkstest für die Ariane 6 – und US-Bemühungen um ‚Verkehrskontrolle‘ im Orbit. [9:45 MESZ] Die neuen Ryugus mit englischem Text. [13:25 MESZ] Und alles auf Deutsch von diesem Blogger sowie Fan-Verarbeitungen der neuen Ryugus und diese animiert – plus explosiver Vulkanismus auf dem Mars, die Hintergründe des obigen ISS-Experiments GRASP, die geplante ‚Verkehrskontrolle‘ im Orbit, zwei Sentinels im Formationsflug und eine Tagung zu aktiver Weltraumforschung in Erdnähe. [17:55 MESZ] Mehr Ryugu-Gedanken und -Verarbeitungen auf Japanisch, Russisch und Spanisch. [23:55 MESZ – Ende]


18. Juni

Die Aurora Australis von der fliegenden Sternwarte SOFIA aus gesehen aus einem leider ungünstig gelegenen Fenster: Fotos vom Flug ab/bis Neuseeland hier bzw. hier bzw. hier (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). Auch europäische NLC am Morgen des 16. Juni (mehr) – und eine Feuerkugel über Belgien am Abend des 16. Juni: gefilmt bei einem Konzert, visuell beeindruckend und fotografiert z.B. hier, hier und hier; das Phänomen war definitiv kein Reentry, da zu schnell und zu kurz, wie das Video zeigt.

Die Grabplatte von Stephen Hawking, der am 15. Juni in der Westminster Abbey beigesetzt wurde: Ansprachen von Martin Rees und Kip Thorne, der gesamte Ablauf, ein kurioses Tribut der ESA und Artikel hier (Video), hier, hier, hier und hier. [2:00 MESZ] Eine frühe Analyse der Feuerkugel mit dem besten Bild davon und ein Ausschnitt aus dem anderen. Derweil wurde im Rahmen des ELT-Programms jetzt der Vertrag für die Bedampfungsanlage der Spiegelsegmente nach Belgien vergeben, eine Amateur-Sternwarte in Dubai kommt groß raus – und die betrübliche Situation für das Arecibo-Observatorium auf Puerto Rico dauert an. [17:05 MESZ] Letzte Nacht NLCs und Aurora gleichzeitig (mehr) und fette NLCs in Kanada – und in Europa geht’s wohl wieder los mit denen. [22:55 MESZ. NACHTRÄGE: und wie – ein Video und Bilder hier (wieder mit kanadischer Aurora), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (aus Österreich) … und von diesem Blogger auch!]


17. Juni

Ein ‚Selfie‘ des Mars-Rovers Curiosity in staubigem Ambiente (ein Mosaik von Seán Doran) – der inzwischen weit ausgedehnte aber noch nicht globale Staubsturm hat auch über dem Gale-Krater die Atmosphäre eingetrübt. Auch mögliche Landeplätze für den ExoMars-Rover, eine weitere Amateur-Bearbeitung eines JunoCam-Bildes der Jupiter-Wolken vom Perijovium im Mai – und eine Verschiebung des Starts der Parker Solar Probe um 4 Tage auf den 4. August.

Als die Welt – auch im Weltraum – noch in Ordnung war: Alex Gerst beim Betrachten des heutigen GER-MEX-Spiels … beim Stand von 0:0. Seit heute twittern die ‚Neuen‘ aus der ISS: die Erst-Tweets von Auñón-Chancellor (eine Tereshkova-Erinnerung) und Gerst (ein „Sonnenaufgang“ … aber ohne Sonne oder Aufgang) – auch Konvergenzen im US-Kongress beim NASA-Haushalt für das FY 2019, in dem der Astro-Satellit WFIRST ziemlich sicher enthalten sein wird (eine IR-Sensor-Bestellung dafür) und ein GLONASS-Start mit einer Soyuz letzte Nacht samt Leuchteffekt am Himmel. [22:50 MESZ. NACHTRAG: mehr schöne Bilder davon]


15. Juni

Der kräftig eingestaubte Mars gestern von Christopher Go auf den Philippinen aufgenommen: auch der Kontext der Bilder samt der Position des armen Opportunity (siehe ganz unten auf der Seite), die rasante Entwicklung des Sturms und Bilder vom 15. Juni und 10. Juni. Sowie der Jupiter am 12. Juni (mehr), Pläne in La Palma für den eventuellen Umzug des TMT, ein Besuch auf La Silla – und die Ärztezeitung über Lichtverschmutzung und Krebs. [12:30 MESZ]


14. Juni

Der letzte Orbit: Dawn im Tiefflug über Zwergplanet Ceres

Die letzte Phase der NASA-Mission Dawn läuft, der Orbit ist unter 50 km Höhe über der Ceres-Oberfläche abgesenkt worden: Diese gestern veröffentlichten Aufnahmen von Erdrutschen anderen Phänomenen am Rand des Kraters Occator entstanden am 10. und 9. Juni aus 36 bzw. 44 bzw. 48 km Höhe und sind hier in Ausschnitten in voller Auflösung reproduziert. Auch neue Erkenntnisse über organische Substanzen auf Ceres, die NASA-Arbeiten an einer Mars Sample Return Mission, die Ankunft des Ice, Cloud and land Elevation Satellite-2 (ICESat-2) in Vandenberg, das erste Orion-Servicemodul kurz vor dem Trip von Bremen zum Startplatz – und heute eine EVA auf der ISS ab ca. 14:10 MESZ. [2:05 MESZ. NACHTRAG: ein Artikel zu den Ceres-Organics]

Ganz allmählich werden auf Ryugu erste Details und die wahre Form des Asteroiden erkennbar – ein Bild von Hayabusa 2 im Anflug aus 920 km Entfernung: „We are describing the shape seen so far as a ‚dango‘-type, as it looks like the round dango Japanese sweet dumpling made from rice flour (they taste delicious and we can recommend trying one). However, the shape does seem a little more angular.“ Und Chinas Queqiao hat sein Ziel erreicht: Der Relaissatellite für den Mondrückseitenlander Chang’e-4 ist heute in einen Halo-Orbit um den L2-Punkt des Erde-Mond-Systems eingetreten. [11:05 MESZ. NACHTRÄGE: eine Animation des rotierenden Ryugu aus 700 bis 650 km Abstand sowie eine detaillierte Präsentation, eine DLR-Blog-Notiz und ein Artikel zu Hayabusas Ankunft]

Während die saudische Kamera auf dem kleinen neuen chinesischen Mondorbiter DSLWP-B schon mehrfach die Erde über dem Mondrand aufgenommen hat. Auch Verarbeitungsversuche des Ryugu-Bildes hier und hier, von der ESA freie Bahn für die Ariane 6 – und die EVA auf der ISS hat auch begonnen. [17:40 MESZ] Und ist zuende. [21:15 MESZ] Und was erreicht wurde. [23:50 MESZ. NACHTRÄGE: Artikel dazu hier, hier und hier – und erste Versuche in Amateur-VLBI mit DSLWP-B sowie weitere Artikel hier, hier und hier zu Queqiaos Ankunft und den Saudi-Bildern]


13. Juni

Die erste Orbit-Pressekonferenz mit Alexander Gerst, abzurufen durch Anklicken des Standbildes (Livestream-Files lassen sich in WordPress nicht einbetten … oder?) – die einzige Neuigkeit gleich am Anfang: Die Soyuz hatte ein Sensorproblem mit einem Triebwerk, das für ungeplante Aufregung sorgte [NACHTRAG: und bis jetzt verschwiegen worden war, aber in Aachen hatte man es im abgehörten Funkverkehr mitbekommen]. Auch ein Artikel, ein krasses Mem, eine EVA schon morgen und ein russischer Soyuz-Nachfolger in Entwicklung. Sowie ein Start einer H-IIA mit einem japanischen Aufklärungssatelliten (ein Videoclip und Fotos hier, hier und hier), die Senats-Version des NASA-Haushalts, erste Messungen mit GRACE-FO – und dem Staubsturm auf dem Mars und seinen Folgen für Oppy (mehr und mehr) widmet die NASA heute eine Medien-Telecon ab 19:30 MESZ. [1:05 MESZ] Opportunity spricht nicht mehr und ist wohl in einem low power fault mode gelandet (Update 12.6.), dessen Funktionsweise hier im Detail beschrieben ist – und die Entwicklung des Sturms auf Mosaiken von MARCI und Amateurbildern vom 9. und 10. Juni: Er könnte global werden. [4:50 MESZ] Die Aufzeichnung der Staubsturm-PK des JPL, ihre Visuals und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier Artikel darüber: keine weiteren Erkenntnisse aber Szenarien, was demnächst passieren könnte. [23:35 MESZ. NACHTRÄGE: ein weiterer Press Release v.a. zum Sturm als seltener Gelegenheit für die vielen anderen aktiven Missionen vor Ort, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und Oppys ganze Zeit auf dem Mars gerafft]

Notizen zur 232. Tagung der AAS in Denver

12. Juni 2018

vergangene Woche, von der diesmal die Viewgraphs aller Präsentationen der 5 Pressekonferenzen online sind, während deren Live-Übertragungen und Aufzeichungen („Press Conferences from AAS 232 …“) leider zunächst nicht dem von früheren Meeting der American Astronomical Society gewohnten Qualitätsstandard entsprachen. Gleich als erstes wurde am 4. Juni eine Alternative zum postulierten „Neunten Planeten“ beworben, bei dem die kollektive Schwerkraft vieler kleiner Körper im Kuipergürtel dieselben Effekte auf bestimmte Bahnen auslösen könne: dazu auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Dann ging es um Beobachtungen des Jupiter mit LOFAR, um den möglichen Nachweis von Exoplaneten als Radioquellen zu testen (der bei extremen Ausbrüchen bis in ein paar Dutzend Lichtjahre Distanz klappen könnte), und die Stabilität von Exoplaneten in Dreifach-Systemen, die tatsächlich gegeben sein dürfte.

Am 5. Juni wurden Beobachtungen an einer High-School-Sternwarte präsentiert, nach denen die Verdunklungen von Tabbys Stern auf verschiedenen Zeitskalen von Staubteilchen unterschiedlicher Größe verursacht werden und damit von verschiedenen Prozessen stammen dürften – und nach der Fotometrie der Dips auch anderswo (Grafik) sind die Staubteilchen z.T. so klein, dass sie ständig neu produziert werden müssen: auch Artikel hier und hier. Die Parallaxe aus dem Gaia Data Release 2 platziert Epsilon Aurigae in 500±100 Parsec Entfernung, wodurch sich Analysen der dicken Scheibe um den Veränderlichen und den Massentransfer von seinem Begleiter besser quantifizieren lassen. Die nächste große Verfinsterung ist 2037. Die „CEMP-no stars“ sind Zeugen der ersten Sterngeneration des Kosmos, indem sie deren Nukleosynthese-Produkte verinnerlichten, in Zwerggalaxien überdauerten und zu guter Letzt mit denen in der Milchstraße landeten – wo einige erstaunlich hell strahlen und gut zu untersuchen sind. Auch die „Pristine survey“ spürt besonders urigen Sternen im Halo der Milchstraße und nahen Zwergen nach.

Die Verschmelzung von Neutronensternen ist die dominante Quelle schwerer Elemente aus dem r-Prozess in Zwerggalaxien (wie hier dem Sculptor Dwarf) und nicht eine spezielle Sorte von Supernovae, die das viel früher in der kosmischen Geschichte besorgt hätte als beobachtet wurde. Und nahe nahe und kleine Galaxien sind gute Analoga für frühe Galaxien, aus denen später die großen heutigen entstanden: „Near-Field Cosmology with Low-Mass Galaxies“. Während ein mathematisches Werkzeug entwickelt wurde, um die Relevanz von Diskrepanzen zwischen kosmologischen Datensätzen zu evaluieren: Nicht nur die bekannte ‚Spannung‘ zwischen Bestimmungen der Hubble-Konstanten mit dem Planck-Satelliten und ‚lokal‘ sondern auch Abweichungen zwischen Planck-Daten und der großräumigen Struktur des Universums werden identifiziert, die neue Wege weisen mögen oder auch nicht.

Zurück in der Nähe am 6. Juni Veränderungen in der Sonnenkorona am 21. August 2017, während der SoFi-Schatten von Salem, Oregon (links), nach Carbondale, Illinois (rechts), zog. Eine Untersuchung der Röntgen-Aktivität der 3 Sterne von Alpha Centauri zeigt, dass es für den Planeten von Proxima sehr ungemütlich werden dürfte und Planeten von A und B bessere Bedingungen haben sollten. Bei der Untersuchung von extrasolarem Weltraumwetter stellt sich heraus, dass koronale Massenauswürfe nach Sternflares eher selten sind, was eine noch zu klärende Diskrepanz ist. Ein Paper über RR-Lyrae-Sterne in & bei NGC 6441 bleibt auch mit dem Gaia Data Release 2 gültig: Der Kugelsternhaufen wird durch Gezeitenkräfte langsam zerlegt und war vielleicht einmal der Kern einer Zwerggalaxie. Und der Ursprung bestimmter Kosmischer Strahlung konnte auf Beschleunigung bei der Kollision von Supernovaresten und Molekülwolken zurück geführt werden.

Eine mit ~960 Mrd. Sonnenmassen eher geringe Massenbestimmung der Milchstraße über die Orbits von Zwerggalaxien – der ein halbes Dutzend Gaia-DR-2-basierte Papers widersprechen (3. Item), die auf 1.3 bis 1.8 Bio. Sonnenmassen kommen – wurde auch präsentiert, gefolgt von der Entdeckung mehrerer weiterer mysteriöser Objekte bei Sgr A* (Grafik: die Bahnen, Skala in Bogensekunden), die wie Gasblasen aussehen aber sich wie Sterne verhalten und Verwandte von G1 und G2 sein könnten und deren Natur genau so unklar ist: auch ein Artikel. Und der Zusammenhang von Galaxien-Verschmelzungen und Quasaren ist auch etwas klarer geworden: Sind die Massen der beiden Galaxien sehr unterschiedlich, wird oft nur einer der beiden Kerne aktiv. Ansonsten noch Tagesberichte von der Konferenz hier, hier [alt.], hier [alt.] und hier [alt.] sowie hier, hier und hier.