Live-Blog zur Raumfahrt-Action Juli 2021

26. Juli 2021

27. Juli

Nur 40% Chancen für passendes Wetter für den nächsten Testflug des Starliner in drei Tagen vom Cape aus sieht die aktuelle Wetterprognose. Derweil hat Blue Origin einen offenen Brief an den NASA-Chef in Sachen Mondlander-Auftrag geschrieben und bietet 2 Mrd.$ Eigenanteil: eine Reaktion und Artikel hier, hier, hier und hier. [0:35 MESZ]


26. Juli

Die Abreise von Pirs und Progress MS-16 von der ISS aus fotografiert, unten mit Soyuz MS-18 im Vordergrund – lezztere war am 9. April angekommen und zur Erinnerung an des 60. Jahrestag von dessen Flug mit „Ю. А. Гагарин“ beschriftet worden. [15:15 MESZ] Ein an Bord gedrehtes Video des Abdockens, um 14:39 MESZ eine Strichspur von Pirs & Progress MS-16 – und dessen finaler Burn wurde erfolgreich beendet: до свидания, пирс! [16:30 MESZ] Jetzt müsste was ggf. übrig blieb, bereits in den Pazifik gestürzt sein … ein Foto mit Strichspuren von ISS und Pirs/Progress. [16:55 MESZ] Nachrufe von Roskosmos (früher) und Energia und weitere Artikel hier und hier. [18:00 MESZ. NACHTRÄGE: und hier und hier] Der freie Dockstutzen wird nun per Robotarm inspiziert. [21:10 MESZ. NACHTRAG: sieht sauber aus]

In einer halben Stunde ist das ISS-Modul Pirs Geschichte

Denn zusammen mit dem oben angedockten Transporter Progress MS-16 wird das vor fast genau 20 Jahren installierte weiße Modul alias Docking Compartment 1 von der ISS abgekoppelt, der es Stunden später im Pazifik versenken soll: letzte Vorbereitungen und Artikel hier und hier. [12:25 MESZ] Im NASA-TV hat eine Live-Sendung begonnen – auch eine Karte der letzten Orbits von Pirs und die Entwickung der großen Halbachse der Bahn von Nauka. [12:30 MESZ]

Gut beleuchtetes Live-Bild vom Progress, mit einem Teil von Pirs unten. [12:40 MESZ] Weitere Live-Bilder hier und hier – und eine aktualisierte Bahnhöhen-Grafik von Nauka, mit Daten bis heute: Wie angekündigt seit dem 24. Juli keine Manöver mehr. [12:50 MESZ] Das Kommando zum Abkoppeln wurde gegeben. [12:55 MESZ]

Und die beiden haben die ISS verlassen, bereits um 12:55 MESZ, über China – und der erste kurze Separation Burn hat auch gerade geklappt, für ein feuriges Ende in drei Stunden. [13:00 MESZ] Die Ankunft von Nauka wird jetzt für 15:24 MESZ am 29. Juli angekündigt, mit NASA TV wieder auf Sendung ab 14:30 MESZ – für heute ist aber Schluss mit live. [13:15 MESZ] Da entschwand Pirs in den Sonnenuntergang – Video-Clips der Abreise hier, hier und hier, weitere Screenshots hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Artikel. [13:30 MESZ] Ein paar suboptimal beleuchtete Fotos von Pirs‘ Abreise – auch die Orientierung der ISS dabei und was nach Naukas Ankunft passieren soll. [14:25 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 21. bis 25. Juli 2021

20. Juli 2021

25. Juli

GLOSTAR: die Radio-Milchstraße auf allen räumlichen Skalen

bis 1.5 Bogensekunden hinab, kartiert mit dem Very Large Array, dem als Interferometer aber die großräumigen Strukturen entgehen (Kartenausschnitt in der Mitte), und dem Radioteleskop Effelsberg – insbesondere sind dabei noch mehr Supernova-Überreste und Sternentstehungsgebiete aufgespürt worden. Oben und unten Details aus der kombinierten Karte, mehrere Papers sind in diesem indischen Press Release verlinkt, und weitere Releases gibt es hier und hier – auch neue Bauarbeiten am Big Bear Solar Observatory in Kalifornien, das Hubble-Auflösung anstrebende Superpressure Balloon-borne Imaging Telescope (SuperBIT, auch ein Videoclip und Artikel hier und hier), das Projekt eines deutschen Astrophysik-Zentrums unter den sechs Finalisten, was aus einer Sternwarte im Iran werden mag, ein Vortrag von Jill Tarter zum Status von SETI, ein „Metalhenge“ in Bremerhaven – und der Kosmologe Steven Weinberg ist gestorben: Erinnerungen hier, hier, hier und hier, ein Weinberg-Vortrag von 2016 und Artikel hier, hier, hier und hier. [23:25 MESZ – Ende]

Ein unerwartetes Bild der ISS … gestern von einem russischen Mikrosatelliten aufgenommen: Die Kamera auf Uni-Satelliten Aist 2D beobachtet eigentlich die Erde mit 1.5 Meter Auflösung. Und Roskosmos hat soeben beschlossen, dass Pirs am Montag um 12:56 MESZ abgekoppelt und um 16:51 MESZ versenkt werden soll. Auch gibt es endlich Infos zur Bahn von Nauka jetzt: 334 x 406 km, Periode 91.95 Minuten. [17:45 MESZ]

Der große Sprung nach oben, den Nauka durch die beiden Zündungen des Haupttriebwerks gestern gemacht hat, in der gewohnten grafischen Darstellung von Jonathan McDowell: Zur ISS auf ihrer Bahn mit derzeit 419 x 421 km Höhe ist es nun nicht mehr so weit, und der ursprüngliche Zeitplan mit Andocken am 29. Juli und OFT-2-Liftoff am 30. Juli könnte zu halten sein. [18:10 MESZ] Eine Weltraum-Vorschau für die kommende Woche, in der einiges passieren soll – und die die Rolle von Amateurastronomen und -funkern bei der Aufklärung der Vorgänge zum Nauka betont. [21:35 MESZ]

C/2021 O1 (Nishimura) – neuer Amateur-Komet, blöde Bahn

Der am 21. Juli von Hideo Nishimura mit einer DSLR und 200-mm-Teleobjektiv in Japan entdeckte neue Komet hat gemäß einer Bahnbestimmung aus einem 3-Tages-Bogen eine sehr ungünstige Bahn am Himmel [NACHTRAG: ein CBET dazu], wie sich schon vorher angedeutet hatte: Die Gesamthelligkeit des Kometen liegt bei 9. Größe und könnte bis zum 0.8-a.u.-Perihel am 12. August noch etwas steigen, doch wegen geringer Elongation um 25 bis 20 Grad macht er nicht viel her am Himmel. Auch die anderen neuen Kometen C/2021 N3 (PANSTARRS) und P/2021 N2 (Fuls), eine Feuerkugel heute früh über Norwegen (visuelle Meldungen und Artikel hier und hier [NACHTRAG: und hier, hier und hier sowie Videoclips hier, hier und hier und eine Seite mit Analysen vom Norsk Meteornettverk]), Saturn am 21. Juli, Jupiter gestern (mehr) und am 20. Juli und 18. Juli, NLC der Nacht 23./24. Juli hier, hier, hier und hier – und der Zusammenhang von Klimawandel und Flut: auch bedenkliche Desinformation und ein Paper bereits von 2002 dazu. [17:00 MESZ]

Ein Hubble-Bild einer kuriosen Gravitationslinse, bei der der Galaxienhaufen MACSJ0138.0-2155 den fernen MRG-M0138 abbildet, deren Galaxien bereits das Gas ausgegangen ist – verwendet wurden WFC3 und ACS von 390 nm bis 1.6 µm. Auch das ESA-Zentrum ESTEC aus der Luft, die ersten Navigational Warnings für den Testflug OFT-2 des Starliner (auch Artikel hier, hier und hier) – und große Erwartungen der Wissenschaft and Chinas Raumstation.

Ein Video zum ersten Jahrestag des Starts von Tianwen-1 mit vorher unbekannten Bildern Zhurongs – auch die Inbetriebnahme des Gesteins-Bohrers von Perseverance, der zehnte Flug von Ingenuity mit neuen Rekorden und ersten Bildern (auch ein Artikel) – und Rohbilder vom 35. Perijovium von Juno. [15:55 MESZ]


24. Juli

Nauka steigt langsam weiter / Pirs bereitet Abreise vor

Die neue Grafik der Bahnhöhen (Höhe in km vs. UTC-Daten) zeigt rechts den Effekt des Bahnmanövers gestern Abend, das das Perigäum um 14 und das Apogäum um 7 km angehoben hat – und offenbar genug Zuversicht im ISS-Management zur Folge hatte, dass soeben die Luke von Pirs geschlossen wurde und es beim morgigen Abkoppeln bleiben dürfte. Für heute hat Roskosmos jedenfalls weitere Bahnmanöver angekündigt, während ein Update der NASA zur ISS nichts zum Status Naukas zu sagen weiß. Derweil sinkt die Proton-Oberstufe weiter und könnte schon in einer Woche abstürzen – und hier nochmal Strichspuren aller drei über Europa gestern Abend und ein Artikel über einen der Nauka-Teleskop-Fotografen. [14:55 MESZ] Roskosmos meldet zwei erfolgte Manöver heute, ohne Dauer oder Effekt zu beziffern aber mit dem Haupttriebwerk, und kündigt die nächsten Bahnanhebungen für den 27. Juli an. [18:45 MESZ]

Die drei Beteiligten des orbitalen Dramas in Aktion, gefilmt mit hoher Vergrößerung – auch weitere Nauka-Ansichten eines anderen Amateurs. [20:10 MESZ] Das Abdocken von Pirs ist um einen weiteren Tag verschoben worden, auf den 26. Juli. Außerdem wurde der ISS-Crew erzählt, dass die heutigen Manöver mit Nauka erfolgreich waren, man aber noch Tests mit dem Andock-System KURS machen müsse. [22:15 MESZ] Nauka wird endlich auch von Heavens Above erfasst, allerdings ist der gerade verwendete Orbit veraltet. Und die mysteriösen Begleiter der Oberstufe haben keine Code-Nummern bekommen. [23:00 MESZ. NACHTRAG: Doppler-Beobachtungen zeigen eine weitere Orbit-Anhebung durch die heutigen Manöver, vielleicht auf 334 x 409 km. Und das Docking-System KURS wurde erfolgreich getestet, heißt es, während der Druck weiter sinkt in der Verbindung Pirs-ISS]


23. Juli

Was InSights Seismometer über den inneren Aufbau des Mars verrät, insbesondere dass der Kern eher groß und weniger dicht und die Kruste dünner als vorher vermutet sind, wird gerade in dieser Show diskutiert – auch Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, Pressemitteilungen hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Sowie Ergebnisse vom Mars Express zur Atmosphären-Chemie und Bezüge zur Erde, vom Trace Gas Orbiter zur Gasen in der Atmosphäre und von mehreren Orbitern zu einem großen Staubsturm 2018 plus ein faszinierendes Bild von Curiosity, der ersten Jahrestag des Starts von Tianwen 1 mit neuen Bildern, Ingenuity vor dem zehnten Flug – und wie der ExoMars-Rover als Meteoriten-Sucher benutzt werden kann. [18:30 MESZ] Der hier (ganz unten) erwähnte Stuttgarter Meteor-Beobachter-CubeSat hat die Critical Design Review bestanden – und der Europa-Clipper startet mit einer Falcon Heavy im Oktober 2024, hat die NASA entschieden. [22:35 MESZ] Die drei Gründe für den Abschied vom SLS als Träger. [23:15 MESZ. NACHTRAG: weitere Artikel hier, hier und hier]

So ging es mit Nauka nach dem ersten Manöver aufwärts

Das Perigäum und v.a. das Apogäum des Moduls (gelb; Zeit in UTC, Höhe in km) auf dem Weg zur ISS sind nach dem ersten – wegen nach wie vor nicht offiziell eingestandener Probleme verspäteten – ersten Bahnmanöver spürbar auf nach letzten Messungen 224 x 347 km angestiegen: Bei einem Europa-Überflug gestern Abend kam Nauka wie erhofft „zu spät“ gegenüber einer Berechnung vor dem Manöver und bewegte sich bereits langsamer als die Proton-Oberstufe, die langsam ihrem feurigen Ende entgegen sinkt. Auch von diesem Nauka-Pass gibt es ein Video und Einzelbilder (und ein neu gestacktes Bild vom Abend davor) – und detailreiche Bilder der ISS hier und hier, zu der es noch weit ist. [1:30 MESZ] Oh wow, die NASA hat was mitbekommen … [3:25 MESZ] … während Rogozin gucken kam – aber zum Status Naukas gibt’s nur einen kryptischen Satz und die Lage bleibt wohl kritisch … [13:15 MESZ] … was in diesem Artikel aus Brasilien näher ausgeführt wird: Ein Erreichen der ISS ist keineswegs sicher. [17:25 MESZ. NACHTRAG: Ein Manöver mit den Haupttriebwerken soll am Abend versucht werden; schon vorher war Nauka etwas höher geklettert, wie das aktualisierte Diagramm zeigt. NACHTRAG 2: Bei einem Europa-Überflug in der Nacht kam Nauka 1½ Minuten ‚zu spät‘ gegenüber einer Berechnung vom Abend: Das neue Manöver hat also die Bahnhöhe des Moduls weiter angehoben. Aber das Abdocken von Pirs ist nun auf den 25.7. verschoben worden]

Das James Webb Space Telescope ist nahezu Ariane-gerecht zusammengefaltet und kann nach einigen letzten Tests bald für den Transport nach Französisch-Guyana vorbereitet werden. Auch der erhoffte Exoplaneten-Satellit Pandora, eine neue Kontroll-Technik am Satelliten Eu:CROPIS erprobt, die erste Fallschirm-Landung einer chinesischen Nutzlast-Verkleidung, wie die US-Raumfahrt 10 Jahre nach dem Shuttle weiter ging, grünes Licht für den Starliner am 30. Juli und eine Telecon gerade dazu – und eine Analyse von Virgin Galactic von Ende 2020, die eine krasse Sackgasse sieht, sowie weiter Palaver über (v.a. suborbitalen) Weltraum-Tourismus und seine Akteure hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [1:15 MESZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Die Laser-Kanone von Ottobeuren in Betrieb: Die hier erwähnten Tests („mysteriöse LaserExperimente …“) eines Systems zur Erzeugung künstlicher Sterne an der dortigen Volkssternwarte im Auftrag der ESO haben begonnen. Auch die ersten Remote-Beobachtungen von Sternbedeckungen auf dem Plateau du Calern, der NEID-Spektrograph am WIYN im Einsatz auf dem Kitt Peak, die aktuellen Kometen C/2020 F5 (MASTER) und 7P/Pons-Winnecke, der aktive Asteroid 2005 QN173 von Schülern beobachtet und sein Schweif mit 30 cm Öffnung und größerem Gerät, in Hawaii verärgerte Astronomen wegen Unfugs mit ‚Oumuamua – und der Saturn vorgestern (mehr und mehr) und am 20. Juli und der Jupiter gestern, vorgestern (auch die Rohdaten) und am 19. Juli. [1:00 MESZ]


22. Juli

Heute vor 70 Jahren flogen erstmals Säugetiere ins All und kehrten lebend zurück – nämlich diese beiden Hunde Дезик und Цыган (Dezik und Tsygan), die die Sowjetunion bei einem Suborbitalflug mit einer R1-Rakete am 22. Juli 1951 bis in 101 km Höhe beförderte. Und die danach so sanft per Fallschirm zurückkehrten, dass sie bellend und mit den Schwänzen wedelnd aus der Kapsel geborgen werden konnten: bis auf letzteres Detail praktisch dasselbe, was vorgestern beim Flug 16 des New Shepard geschah, inklusive der 4 Minuten Schwerelosigkeit. Das Abenteuer dieser beiden Helden der tierischen Raumfahrt wird ausführlich auf ihrer russischen Wikipedia-Seite und in diesem alten NASA-Buch auf Seite 95 (PDF-Seite 113) sowie kurz hier beschrieben. [3:15 MESZ]

Zum problematischen Zustand von Nauka gibt es knapp einen Tag nach dem Start weiterhin keinerlei offizielle Informationen von Roskosmos, NASA oder ESA (wo man eine Reifenpanne in Baikonur hingegen für berichtenswert hält). Aus diversen Leaks in Social Media und diesem Artikel ergibt sich jedenfalls, dass (vor allem) Naukas Haupttriebwerke nicht funktionieren, die aber essentiell sind, um die Bahn an die der ISS anzupassen – und in etwa zwei Tagen könnten auch die Bahnebenen beider zu weit auseinander gedriftet sein. Als Konsequenz der Krise wurde das Abdocken des Pirs-Moduls von der ISS bereits um einen Tag auf den 24.7. verschoben. Auch eine Beobachtung von Lichtschwankungen und ein scharfes Bild der Proton-Oberstufe, Strichspuren aller drei von gestern und Nauka-Artikel hier, hier und hier und in Unkenntnis der Probleme hier, hier, hier, hier und hier. [14:45 MESZ] Laut Roskosmos besteht immerhin Funkkontakt. Und es soll wohl heute Abend mit Ersatztriebwerken die erste Bahnanhebung Naukas versucht werden. [18:25 MESZ] Radio-Echos deuten an, dass die Bahn jetzt etwas höher ist – auch die Europa-Prognose für heute und wie es gestern aussah. [20:50 MESZ] Roskosmos bestätigt zwei Triebwerkszündungen, eine zum Testen und eine zum Bahnändern: Beide seien gut verlaufen – und es bleibt beim Abdocken von Pirs am (neuen Datum) 24. Juli. [21:20 MESZ] Die Details der beiden Burns und die Bahn-Parameter danach: 230 x 365 km, Periode 90.2 Minuten. Morgen ist der nächste. [22:35 MESZ]


21. Juli

So weit sind Perseverance und Ingenuity schon gekommen

Auf einer Pressekonferenz werden gerade die Fortschritte mit der Mission Mars 2020 erläutert: Die Grafik zeigt die bisherige Fahrtstrecke des Rovers und den Standort des Helikopters nach dessen neuntem Flug, der mit 2 Minuten und 46 Sekunden Dauer und 625 Metern mit 5 m/s zurückgelegter Strecke Rekorde aufstellte. Flug Nr. 10 ist frühestens am 24. Juli und soll in ein Gebiet namens „raised ridges“ führen, wo auch das Einsammeln einer Probe erwogen wird. Der Mechanismus ist bereits mit einem der 5 Witness-Container (ohne explizit eingebrachte Bodenprobe) getestet worden, und die erste Probenentnahme sollte in den ersten Augustwochen möglich sein.

Ein Blick des „Teleskops“ – des SuperCam RMI – auf dem Rover auf sehr feinkörniges Gestein in der Ferne, wohl eine der ältesten Schichten im Jezero-Krater überhaupt: Das könnte versteinerter Schlamm vom Boden des dort einst immer wieder mal vorhandenen Sees sein … und ein guter Platz, um nach Biosignaturen aus ferner Vergangenheit des Planeten zu suchen.

Und ein WATSON-Bild eines der hellen Steine im Landegebiet, deren Natur – vulkanisch oder Sedimente – immer noch nicht klar ist, weil ihre Oberfläche durch Staub und anderen Belag nicht klar zu sehen ist. Bei einem wird daher bald zum ersten Mal das Abrasion Tool eingesetzt, das sich einen Zentimeter in den Stein hinein fräsen und dann noch kräftig blasen wird. Ansonsten noch erwähnenswert: Percy fährt immer autonomer – und das MOXIE-Experiment ist bisher dreimal gelaufen und hat jeweils 6 Gramm Sauerstoff erzeugen können. [19:25 MESZ]

Ein Press Release zur langwierigen Prozedur der ersten Entnahme einer Gesteins-Probe [alt.] im Bereich rechts hinten in der hier gezeigten Gegend, mit dem Zielgebiet hier und hier genauer umrissen. [19:50 MESZ. NACHTRAG: Artikel dazu hier, hier, hier, hier und hier] Die berühmten DSCOVR-Bilder der Antumbra vom 10. Juni (scroll down) sind heute Gegenstand eines NASA-Features mit einem Video auch früherer SoFis – und aktuell gibt’s Satelliten-Daten zu den Überschwemmungen in Europa, dem Rauch über den USA und dem Impaktkrater Siljan in Schweden.

Ein nettes Video über die schwierige Fern-Reparatur von Hubble (mehr, mehr und mehr), die auch die Leute dahinter zeigt, eine Verschiebung des Ariane-Starts um 3 Tage auf den 30. Juli, die Betankung der Nutzlast Quantum, die weitere Evolution der Vega-Rakete – und der nächste Start einer Electron naht in Neuseeland, nachdem der letzte Fehlstart aufgeklärt zu sein scheint. [22:45 MESZ]

Da wartet die Proton mit dem ISS-Modul Nauka auf ihren Start heute um 16:58 MESZ, dem ein Überflug über Europa am Abend folgen sollte: Die Betankung läuft, um 15:30 Uhr beginnt hier ein russischer Webcast, und später senden auch NASA und ESA, es gibt Updates und Artikel hier und hier. Bereits erfolgt ist heute das Umdocken des Crew Dragon, um Platz für den Starliner zu machen: der komplette Vorgang, ein Video-Clip und Artikel hier und hier. Und schöne aktuelle Amateurbilder der ISS hier und hier. [15:05 MESZ] Der NASA-Webcast läuft, z.B. hier – daraus diese Tafel mit dem Zweck des Moduls. [16:35 MESZ] Ein Live-Blick auf die abendliche Proton, natürlich frei stehend. [16:55 MESZ]

Der pünktliche Start aus dem russischen Webcast – beide hatten verschiedene Bilder (und der amerikanische war 30 Sekunden langsamer), aber beiden fehlten auch ordentliche Teleobjektive: Die Trennung von erster und zweiter Stufe war in beiden Feeds im wesentlichen ein Auseinanderdriften zweier Lichtpunkte. [17:05 MESZ] Und Nauka ist ausgesetzt: Jetzt dauert’s 8 Tage bis zum automatischen Andocken am 29.7. gegen 15:25 MESZ. Und zwar dort, wo bislang Pirs sitzt: Nach dessen Abdocken wird der Stutzen mit dem Canadarm2 auf Fremdkörper untersucht – im (unwahrscheinlichen) Notfall könnte es zwei Tage vor Naukas Ankunft noch eine Sonder-EVA zum Putzen geben. [17:10 MESZ]

Ein Foto aus einem Roskosmos Release – auch ESA Releases im Deutsch ohne und Englisch mit Bildern, eine NASA-Notiz, der Start in der NASA-Version und Artikel hier und hier. [18:15 MESZ. NACHTRAG: Es gibt Berichte über technische Störungen am Modul, insbesondere relevanten Antennen, dessen aktuelle Bahn um um halb Zehn über Mitteleuropa und kurz nach Elf erneut führen wird, dann vor dunklem Himmel. NACHTRAG 2: Was den Blick auf einen spektakuläreren Dreifach-Überflug von der Reihe nach der ISS, der Proton-Oberstufe (von mehreren weiteren schwächeren Objekten begleitet, wie dieses Video zeigt) und Nauka erlaubte, mit den letzteren beiden viel schneller unterwegs als die ISS auf 420 km. Nauka überholt letztere jetzt rasch – und musste die erste Anhebung seiner Bahn verschieben, wobei es zu seinem Zustand weiter keine verlässlichen Angaben gibt. Im Detail aufgenommen hier und hier sieht das Modul jedenfalls gut aus, es gibt auch aufgelöstes Bildmaterial der Oberstufe hier und hier – und die obige PM wurde um etliche bessere Startfotos ergänzt]

Sternbedeckung im Iran: Plutos Atmosphäre auch 2020 dicht

Mit wachsendem Sonnenabstand friert die dünne Atmosphäre des Zwergplaneten nicht etwa aus, wie früher vermutet wurde: Sie ist im Gegenteil in den letzten Jahrzehnten immer dichter geworden. Dieses Diagramm zeigt den Druck bei 1215 km Radius in µbar – und der rote Datenpunkt stammt von einer Sternbedeckung, die am 6. Juni 2020 im Iran beobachtet und vorgestern auf der virtuellen IOTA-Tagung vom Beobachter [NACHTRAG: und auch in diesem Paper] vorgetellt wurde. Offenbar wird die Quellregion des Stickstoffs immer besser beleuchtet, so dass dies die insgesamt geringere Sonneneinstrahlung mehr als wett macht. Auch zahlreiche Videos rund um Sternbedeckungen, aktuelle Bilder von Mars, Saturn, Jupiter (der letztens auf einer Titelseite in Schottland landete, wo er eine Polizistin erschreckt hatte) und Merkur, die Mondknoten-Präzession als Co-Faktor bei Überflutungs-Stärken (auch ein NASA Release, ein Thread und Artikel hier und hier), die Sonne vor 3 Tagen, die Nova Her 2021 von NICER gesehen und ein Bild der SN 2021rhu in NGC 7814.

Großflächige Leuchtende Nachtwolken am Morgen des 20. Juli, aufgenommen von einer russischen Webcam über 22 Minuten hinweg: auch Bilder aus den Nächten 20./21. Juli (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 18./19. Juli (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 17./18. Juli und 16./17. Juli (mehr und mehr). Ferner sehenswerte Himmelsereignisse 2021 bis 2040

… und die fliegende Sternwarte SOFIA ist auf Tahiti gelandet, von wo aus nun acht Wochen lang der Südhimmel aber auch die Hochtatmosphäre der Erde beobachtet werden soll: Eigentlich gehen diese regelmäßigen Süd-Ausflüge immer nach Neuseeland, doch wegen der Pandemie geht das jetzt nicht. [1:30 MEZ. NACHTRÄGE: mehr NLC von vergangener Nacht hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und wie Unkenntnis des Phänomens NLC zufällige Beobachter ziemlich beunruhigen kann …]

Live-Blog zur Raumfahrt (>100 km) am 20.7.2021

20. Juli 2021

20. Juli

Die beste Szene aus dem Webcast vom ersten Flug mit Crew

des New Shepard: Wally Funk verlässt als dritte die Kapsel, deutlich entspannter als vor dem Flug, von dem es kein Live-Bild aus der Kapsel gab. Tickets können jetzt gekauft werden, aber ein Preis wird weiter nicht genannt oder auch nur angedeutet: „Send us an E-Mail …“ Auch ferne Fotos vom Flug hier, hier und hier. [15:45 MESZ] Die erreichten Höhen von Kapsel und Booster (107 bzw. 106 km über NN, beide 105 km über dem Boden), obige Szene als Endlos-Schleife, ein erstes Interview mit den Bezossen, etwas nüchterne Perspektive – und hier streamt bald eine Pressekonferenz mit allen frisch-gebackenen Astronauten. [17:00 MESZ] In der Pressekonferenz – die 45 Minuten verspätet begann – gab es auch finstere Bilder aus der Kapsel bei µg zu sehen: Alle fliegen durcheinander, kaum jemand schaut aus den tollen Riesenfenstern. [18:15 MESZ] Auf der PK verriet Bezos noch, dass sich die privaten Ticket-Verkäufe „100 Mio. Dollar nähern“ – dieses Jahr gibt es noch zwei Flüge, die Rate nächstes Jahr ist noch unklar, soll aber wegen der großen Nachfrage hoch sein. Auch Videoclips vom Start und den Landungen des Boosters und der Kapsel, die Crew vor dem gelandeten Booster, noch ein Ticker und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [21:10 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein paar Fotos hier und hier, ein Blue Origin Release, ein Statement der FAA zu „Commercial Space Astronaut Wings“ (und was eine ‚Crew‘ legal ist), weitere Interview-Clips hier und hier, Bernie unbeeindruckt und Sonneborn erst recht, ein Talk und Scherzchen hier und hier]

Hier beginnt um 13:30 MESZ der offizielle Live-Stream vom 16. New-Shepard-Flug – aber hier läuft seit 13:00 Uhr bereits ein unabhängiger: Viel sieht man freilich noch nicht, denn in Texas ist es noch dunkel. Da reicht die Zeit gerade noch, um diese alte 22-Minuten-Doku oder Bemerkungen in der Late Show über das Leben von Wally Funk zu gucken. [13:05 MESZ] Berechnungen des Bundesamts für Strahlenschutz, Live-Ticker hier, hier, hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [13:50 MESZ] Die Crew macht sich auf den Weg zur Rakete … just als deren Countdown bei t-45 für ca. 3 Minuten angehalten wurde – er tickt aber wieder. [14:20 MESZ]

Die Crew – hier Funk beim Läuten einer Glocke auf der Zugangs-Brücke – ist in die Kapsel eingestiegenaus der es kein Livebild gibt. [14:40 MESZ] Der nächste Hold, bei t-15 Minuten, wie beim ersten ohne Erklärung. [14:50 MESZ] Und es tickt wieder: Der Start dürfte damit (frühestems) 15:12 MESZ erfolgen. [15:00 MESZ]

Einwandfreier Flug bisher! 600’000 Zuschauer im Webcast, 85’000 beim alternativen. Aus der Kapsel kein Live-Bild aber gelegentliche Jubelschreie … [15:15 MESZ]

Kapsel und Booster – bereits sauber gelandet – bei t+5 Minuten 49 Sekunden. Den übertragenen Geräuschen nach haben alle ihren Spaß, auch wenn die Schwerelosigkeit nur kurz war: Sehr schnell kam – unüberhörbar – eine „One Minute Warning“. [15:20 MESZ]

Und die Landung bei t+10 Minuten 18 Sekunden: alle vier wohlauf. Und es sind diesmal tatsächlich Astronauten, denn sie erreichten 351’210 Fuß = 107 km Apogäumshöhe. [15:25 MESZ]

Zum ersten Mal startet heute ein New Shepard mit Crew

Um 13:30 MESZ beginnt eine Live-Übertragung (selber gucken ist nicht), und um 15:00 MESZ soll der erste Flug eines New Shepard mit einer Besatzung beginnen, der – siehe ganz unten – tatsächlich kurz in den Weltraum führen sollte: an Bord und blau eingekleidet u.a. die älteste Astronautin aller Zeiten (oben ein Liedchen für Wally Funk vom Bruder eines Ex-ISS-Kommandanten) und der mit 18 Jahren jüngste, der quasi durch Zufall dazu gekommen ist. Auch ein ein Press Release über diesen ersten zahlenden Passagier und Artikel über ihn hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (und ein Scherzchen darüber) sowie zum Flug an sich hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (und Video-Clips hier, hier und hier) und Gedanken zum Suborbital-Gewimmel der Milliardäre hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – plus ein Cartoon dazu sowie mindestens zwei Fälle von Schwindel im Detail beim SpaceShipTwo-Flug … [1:00 MESZ]

Und hier kommt der Bild-Beweis: Hubble arbeitet wieder!

Denn diese Aufnahmen der Galaxien ARP-MADORE0002-503 (einer kuriosen Spirale mit drei Armen) und ARP-MADORE2115-273 (zwei im Zusammenstoß) entstanden nach der Wiederaufnahme der Beobachtungen am Abend MESZ des 17. Juli nach dem geglücktem Umschalten auf redundante Systeme („Das Hubble Space Telescope nimmt seine Arbeit wieder auf“). Um das hin zu bekommen, hatte die NASA manchen Rentner aus der Bauphase des Weltraumteleskops herbei rufen und 30 bis 40 Jahre alten Akten durchforsten lassen müssen – und das 15 Stunden währende Umschalten war trotz ausgiebiger Simulation im Vorfeld ziemlich nervenaufreibend gewesen. Auch eine vollständige Animation des letzten Ingenuity-Fluges, in China der Start von drei Yaogan-30 und Tianqi-15 (Bilder hier und hier und Artikel hier und hier) und einem Suborbital-Test, der europäische Robot-Arm auf Nauka – und eine neue Kadenz der russischen Flüge zur ISS. [1:00 MESZ]

Geophysiker sagt klar: Der Weltraum beginnt bei ~100 km

Mit dem heute bevorstehenden ersten Start eines New Shepard mit Besatzung zu einem Suborbital-Flug in vermutlich klar über 100 km Höhe stellt sich abermals die Frage: Wo beginnt der Weltraum, und dürfen sich dessen Passagiere danach als „Astronauten“ bezeichnen? Beim letzten Flug des SpaceShipTwo war das bekanntlich gelinde gesagt umtritten, da dieser nur 86 km hoch kam. „Ich würde den Übergang zum Weltraum am ehesten bei etwa 100 km Höhe verorten, also etwa in der Mitte der Homopause bzw. Turbopause, die den Übergang zwischen der gut durchmischten Homosphäre und der Heterosphäre, deren Schichtung vom Molekular-/Atomgewicht abhängig ist, markiert“, hat der DLR-Spezialist für die obere Atmosphäre (und ihren Airglow) Stefan Noll nun gegenüber diesem Blog erklärt: „Die Homopause erstreckt sich in etwa zwischen 80 und 120 km […]. Auf keinen Fall würde ich den Weltraum in der Mesopause, die zumeist etwas unterhalb von 100 km liegt, beginnen lassen. Die Mesopause ist die kälteste Schicht der Atmosphäre. Sie wird durch CO2, das ab dieser Höhe (durch eine ausreichend große mittlere frei Weglänge für Strahlung) frei in den Weltraum strahlen kann, gekühlt. Damit ist dieser Höhenbereich auch eine Grenze für den Wirkungsbereich des atmosphärischen Treibhauseffekts. Die Mesopausenregion ist außerdem noch gut dynamisch mit tieferen Atmosphärenschichten verknüpft, und zwar durch die großräumige Zirkulation wie auch durch die […] Wellenausbreitung. Airglow, das überwiegend in der Mesopausenregion zwischen 80 und 100 km entsteht, ist für mich daher eindeutig ein atmosphärisches Phänomen. Ich publiziere deshalb meine Ergebnisse auch in atmosphärenwissenschaftlichen Journalen.“ Also: Sorry Richard, das war leider wirklich nix – aber hallo Jeff, das könnte heute was werden mit der Raumfahrt. [1:00 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 12. bis 18. Juli 2021

12. Juli 2021

18. Juli

Nauka, das letzte ISS-Modul, auf dem Weg zur Startrampe

in Baikonur mit seiner Proton-Rakete: In diesem Video wird sie aufgerichtet, für einen Start am 21. Juli um 16:58 MESZ. Auch ein Artikel – und was die erste Crew im ersten Monat auf Chinas Raumstation gemacht hat. Auch der nächste Schritt im NASA-Budget-Prozess – und im GEO ist ein Satellit außer Kontrolle, aus Malaysia.

Als nächstes soll am 27. Juli laut diesem Launch Schedule die erste Ariane 5 seit VA253 vor 11 (!) Monaten an der Reihe sein – wozu seltsamerweise bei Arianespace rein gar nichts zu lesen ist … hier immerhin Vorbereitungen einer der beiden Nutzlasten, des Satelliten Quantum, zu dem es auch eine Pressekonferenz gegeben hat. Gefeiert wurde jedenfalls der 30. Jahrestag des Starts von ERS-1 (auch ein Video-Clip zum ersten Bild) – und am 17. Juli 1991 war auch u.a. der der erste TUBSat an Bord der Ariane 4.

Ein öffentliches Spektakel wiederum war der nächste Starliner von Boeing auf dem Weg zur Spitze seiner Atlas V für den – erzwungenen – zweiten Testflug zur ISS ohne Crew am 30. Juli um 20:53 MESZ: eine NASA-Notiz dazu, die Aufzeichnung einer Live-Übertragung, ein Video-Clip und Bilder hier und hier [NACHTRAG: und Artikel hier und hier]. Auch neue Uhren für die Satelliten-Navigation der Zukunft – und Notfall-Karten von Copernicus zur Hochwasser-Katastrophe in West-Europa: auch ein Vergleich von Vorher/Nachher-Radar-Bildern von Sentinel-1 und Notizen von ESA und DLR. [22:55 MESZ – Ende]


17. Juli

Zhurong hat sich den Hitzeschild und Fallschirm seines Mars-Landers näher angeschaut: ein Ausschnitt aus einem von mehreren neuen Bildern der chinesischen Mission – auch hier, hier und hier und ein Artikel sowie der Bau des japanischen Mond-Landers Japanese Hakuto-R, der Ende 2022 einen Rover aus den VAE mitnehmen soll und Radio-Messungen am Jupiter und ein NASA-Musik-Video vom Ganymed-Vorbeiflug von Juno. [23:45 MESZ]

Das Hubble Space Telescope nimmt seine Arbeit wieder auf

in diesen Stunden, nachdem die Backup-Power Control Unit (PCU) und der Backup-Command Unit/Science Data Formatter (CU/SDF) auf der anderen Seite der Science Instrument and Command & Data Handling (SI C&DH) Unit erfolgreich in Betrieb genommen und auf das redundante Computersystem an Bord des Weltraumteleskops umgeschaltet werden konnte (Update von gestern) – heute wurden dann die wissenschaftlichen Instrumente wieder hochgefahren und sollten am Nachmittag Ostküstenzeit wieder das Universum beobachten (Update von heute). Von „many more years“ Betrieb ist nun die Rede – auch Artikel hier und hier [NACHTRAG: und hier, hier, hier, hier und hier] sowie die Rettung auch des ESA-Satelliten Integral – und das SpektrRG-Paper „SRG/ART-XC all-sky X-ray survey: catalog of sources detected during the first year“ nebst einer Visualsierung der Röntgendaten. [23:05 MESZ. NACHTRAG: eine musikalische Sonifikation von 26 Pulsaren aus dem alten RadioAstron-Projekt]


16. Juli

Hochwasser-Schaden am LOFAR-Antennenfeld in Effelsberg

Zumindest die Antennen für niedrige Frequenzen des LOFAR-Feldes neben dem 100-m-Radioteleskop sind bei der Unwetterkatastrophe in NRW zu Schaden gekommen, wie dieses aktuelle Luftbild zeigt (in diesem Artikel von 2005 gab es Blicke darauf von der 100-m-Schüssel hinab). Während der gewaltigen Regenfälle „waren der Effelsbergbach und der Rötzelbach, die am Fuße des Teleskops verlaufen, kurzzeitig zu reißenden Strömen geworden“, heißt es heute in einem Live-Ticker: „Dabei wurde das zweite Radioteleskop vor Ort, LOFAR, überflutet.“ Wie es den (eingepackten) LOFAR-Antennen für höhere Frequenzen – im Bild ganz unten – und dem Container mit der wertvollen Elektronik ergangen ist, weiß man noch nicht: Die Aufräumarbeiten seit gestern werden „dadurch erschwert, dass im Zuge der Überflutung Strom- und Wasserversorgung ausgefallen sind und zunächst auch keine Internetverbindung nach außen besteht“, wird MPIfR-Pressesprecher Norbert Junkes zitiert. Auch 3.6 Mio. Euro der DFG für Schwarze Löcher bzw. die Erforschung ihrer Jets, Galaxien-Bilder mit VLT & ALMA aus dem großen PHANGS-Projekt (mehr), mysteriöse Laser-Experimente an der VSW Ottobeuren, an denen wie bei früheren eine Laser-Firma und die ESO aber auch die U.S. Space Force beteiligt sein sollen, mehrere Mio. Aussie-Dollar für einen großen Upgrade des Port Macquarie Astronomical Observatory, die heutige Eröffnung des gigantischen Shanghai Astronomy Museums mit fettem Planetarium – und ein später deutscher Nachruf auf die Direktorin des Planetariums in New Delhi, Nandivada Rathnasree. [13:55 MESZ]

Die ganz frühe Lichtkurve der Nova Herculis 2021, die danach mit Rekord-Geschwindigkeit schwächer wurde: Messungen zweier All-Sky-Instrumente in Südkalifornien, die durch einen glücklichen Zufall die noch unentdeckte Sternexplosion mit sehr hoher Zeitauflösung aufzeichneten (Zeitmarken im Haupt-Plot in Halbtages-Abstand). Bemerkenswert – und kaum erklärt – ist das dreistündige Quasi-Plateau 8 Größenklassen unter dem späteren scharfen Maximum; die Helligkeitsvariationen darin haben die doppelte Periode jener Variationen mit 8.4 Minuten in optischen Daten vor und Röntgen-Messungen nach dem Ausbruch, wohl die Rotationsperiode des Weißen Zwergs, auf dessen Oberfläche die Nova-Explosion stattfand (die bereits auf unter 14. Größe gefallen ist). Auch ein 10-mag.-Flare auf einem L-Zwerg – und bereits fünf Papers über historische totale Sonnenfinsternisse im laufenden Jahrgang des Online-Open-Access-Journal for Astrononical History and Heritage. [21:55 MESZ]

Dies war eines der ersten Bilder, auf denen sich Komet Bern-Bern als ein ebensolcher – und nicht Asteroid – entpuppt hatte: Ein 1-m-Teleskop in Südafrika zeigte eine kleine Koma um das Objekt 2014 UN271, das im Januar 2031 sein Perihel in 11 au Sonnenabstand erreichen wird. Auch der neue Komet P/2021 N2 (Fuls), der berühmte Chury am 12. Juli, die zeitliche Konstanz des Einfalls kosmischen Materials auf die Erde heute (während es in der Frühzeit häufigriesige Impakte gab, etwa ein 10-km-Brocken alle 15 Mio. Jahre im Schnitt), der Jupiter am 12. Juli, das Mond-Venus-Mars-Trio am 13. Juli über Argentinien, dem U.K., Rumänien, Saudiarabien, Indien, Japan, Australien (mehr) und Neuseeland (mehr, mehr und mehr), NLC der Nächte 15./16. Juli (mehr und mehr), 14./15. Juli (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 13./14. Juli und 12./13. Juli (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) – und Dämmerung in der Antarktis an 1. Juli von Dome C und früher im Winter auf der Neumayer-Station. [23:55 MESZ]


14. Juli

In einer Woche soll das letzte Modul der ISS starten, knapp 23 Jahre nach dem ersten und mit dieser Proton-M, und Nauka hat jetzt ein schickes Emblem bekommen – die NASA wird den Start übertragen, und es gibt ganz frisch eine russische Homepage für das Modul und sogar einen Nauka-Fan in Deutschand. Auch ein neues Amateur-Video der ISS mit den iROSA-Arrays gut zu sehen, der vom Cygnus ausgesetzte CubeSat DhabiSat aus den VAE, ein Interview mit einer ISS-Bewohnerin, die NASA auf der Suche nach einem ISS-Nachfolger, ein Artikel über die China Space Station am Himmel, die Astris-Kick-Stage für die Ariane 6, reichlich Rückhalt für die NASA im Kongress-House, was der deutsche ‚New Space‘ so treibt – und die Bundeswehr hat jetzt ein ‚Weltraumkommando: Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und meist amüsierte Reaktionen hier, hier, hier, hier und hier. [14:55 MESZ] Und hier – was AKK mit Humor nimmt.

Ein 3-Minuten-Video über den SS2-Flug Unity 22 – auch weitere Videoclips hier und hier, ein TV-Bericht, Late Night hier und hier, eine Simpsons-Prophetie von 2014, v.a. in Indien populär, und deren Kontext („Tropes“ -> „Armor-Piercing Response“), ein Interview, ein Branson-Artikel und ein bunter Strauß Fakten & Meinungen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Als nächstes ist nun Blue Origin dran, mit dem ersten Flug mit Crew am 20. Juli, für den es nun die FAA-Lizenz gibt (mehr und mehr) – und von den 28 Mio.$, die der geheimnisvolle Passagier #4 bezahlt hat, geht je 1 Mio.$ an 19 Organisationen von Weltraum-Förderern, für die das ein Game-Changer werden könnte. [18:10 MESZ. NACHTRAG: ein Artikel dazu] Und die Smithsonian Institution wird von Bezos mit 200 Mio.$ bedacht, 70 Mio. davon für das National Air & Space Museum.

Mars-Dünen aufgenommen von Ingenuity während seines 9. Fluges (hier kontrastverstärkt, das Original liegt dahinter), der nun tatsächlich bei Perceverances weiterer Reiseplanung hilft. Auch ein Artikel dazu, der erste Empfang von Mars-Express-Daten durch die Bodenstation Goonhilly im U.J., Hinweise auf Impact Gardening auf Europa, der Beginn der Verteilung von Mond-Samples von Chang’e-5, die Klassifikation von Mond-Features mit KI, ein ESA/NASA-MOU zum Klimawandel (auch Artikel hier und hier, viele Papers zu 30+ Jahren Daten von Wettersatelliten aus China, eine PK zum Satelliten Quantum von Eutelsat – und der heutige Update zum Hubble-Drama kündigt den Beginn des vorsichtigen Umschaltens auf Redundanz für morgen an: auch ein Interview, ein weiterer Live-Ticker und Artikel hier und hier. [23:35 MESZ. NACHTRAG: und hier. NACHTRAG 2: Das Umschalten ist gelungen (Update vom 16. Juli) – auch ein weiteres Interview und Artikel hier, hier, hier und hier]


12. Juli

Der Mond, die Venus und der Mars bilden heute ein Dreieck

Hier ist es vor ein paar Stunden über Japan, aufgenommen von „Taizo“ (Verwendung mit freundlicher Genehmigung): mehr Bilder der Beteiligten an dem in Europa nur schwer zu verfolgenden Schauspiel – nicht immer alle drei – von heute aus Pakistan, Indien, Japan, den Philippinen, Hongkong und Neuseeland, gestern aus Kolumbien, Brasilien (mehr und mehr), Kanada, den USA (mehr und mehr), Spanien, Deutschland, Italien, Libyen, Rumänien, Pakistan, Indien, Hongkong und Australien und vorgestern aus Kanada, Österreich und irgendwo (Jungmond am Tage) sowie am 6. Juli aus Rumänien plus Grafiken für Deutschland, Österreich, Italien und Australien. Ferner der Jupiter gestern, die Sonne heute, was SoFi-Forscher so treiben, eine Kaiman-Flucht während einer SoFi vor 49 Jahren, Faulkes-Beobachtung der Novae Cas und Her, BL Lacerta heller denn je, der WHT Enhanced Area Velocity Explorer (WEAVE), NLC aus der Nacht 11./12. Juli (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 10./12. Juli (mehr und mehr), eine schöne Animation vom Juni – und tolle Sprites über Norditalien. [18:25 MESZ. NACHTRÄGE: mehr Mond (und Co.) von heute aus den USA (mehr und mehr), Brasilien (mehr), Spanien (mehr, mehr, mehr und mehr), von diesem Blogger (mehr) und aus Österreich (mehr und mehr), Italien, Südafrika (mehr), Rumänien (mehr und hier), der Türkei, La Reunion und Hongkong]

Live-Blog zur (Fast-)Raumfahrt am 11. Juli 2021

11. Juli 2021

Da ist ja heute doch noch ein Suborbital-Start bis in den Weltraum gekommen … denn das geplante Apogäum dieser Terrier + Black Brant lag bei 133 km, die die zweite Nutzlast vom Experiment Dynamo-2 trug: ein Webcast, ein Clip und Standbilder hier und hier daraus, weitere Fotos hier und hier und tiefe Gedanken des NASA-Wissenschafts-Chefs beim Vergleich der beiden Flüge heute – und der Cargo-Dragon nach der Bergung auf dem Schiff.

Eine schwerelose Szene aus Unity aus dem später veröffentlichten Videoclip dahinter – auch ein VG Press Release, sehr unterschiedliche Reaktionen hier, hier und hier, die Erklärung des Veranstalters, warum beim Preisausschreiben nicht alle mitmachen dürfen, eine Live-Übertragung des ZDF online und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:25 MESZ – Ende]

Bis ca. 3 km über die Schicht der Leuchtenden Nachtwolken

führte wie erwartet der Flug 22 eines SpaceShipTwo, der um 17:25 MESZ begann und nach maximal Mach 3.1 ein Apogäum von 282 Kilo-Fuß = etwa 86 km Höhe erreichte: Mehr war auch mit dem Chef an Bord nicht drin. Der Chef der Space Force gratulierte danach korrekt auch nur zum Erreichen „der Grenze des Weltraums“. Livebilder aus der Kapsel gab es während der Schwerelosigkeit praktisch nicht (später kam dieses Standbild), aber gute teleskopische Bilder vom Abwurf des SS2 und seiner Zündung, während die Landung – im Gegensatz zum Start des Trägerflugzeugs – live zu sehen war. Auch unabhängige Fotos und Artikel hier, hier, hier und hier. [18:30 MESZ] Nach der Rückkehr aus dem Nichtganzweltraum verkündete Branson dieses Gewinnspiel, bei dem zwei Tickets für einen der ersten kommerziellen Flüge zu gewinnen sind (und bei dem u.a. Belgier und Italiener nicht mitmachen dürfen). Während die heutige Aktion bei manchen Raum-fernen Zuschauern gar nicht gut ankommt … [18:55 MESZ] Eine Pressekonferenz läuft – auch weitere Fotos aus der Ferne hier und hier. [19:30 MESZ]

In drei Stunden soll eine Liveübertragung von „Unity 22“ beginnen, einem Nicht-Ganz-Raumflug des SpaceShipTwo von Virgin Galactic mit einem prominenten Passagier, der sich wetterhalber gerade um 1½ Stunden verspätet hat, und in dessen Vorfeld der direkte Konkurrent Blue Origin auf allerlei Unterschiede zum New Shepard verwiesen hat, die über die Apogäums-Höhe (letzterer schafft die kanonische 100-km-Grenze zum Weltraum, ersterer knapp nicht) hinaus gehen. Auch ein wertvoller Thread zu Sicherheits- und Regulierungs-Fragen in Sachen Suborbital-Tourismus, eine kleine NASA-Nutzlast auf dem Flug, ein archivierter Press Release von 2004 (nach dem SS2s Touristenflüge spätestens 2007 beginnen sollten) und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [13:30 MESZ] Und hier, hier und hier. [15:15 MESZ]

Der Webcast ist – zum Entsetzen wahrer Raumfahrt-Fans – hochgradig choreographiert, aber versehentlich (!) wurde hier kurz ein Bild des Trägerflugzeugs eingeblendet, das um 16:40 MESZ bereits abgehoben hat. Vielleicht sollte man lieber diesen unabhängigen Webcast schauen … [16:45 MESZ] Ein Artikel und Live-Blogs hier und hier. [17:05 MESZ] Der Drop sollte gegen 17:26 MESZ erfolgen. [17:20 MESZ]

Zhurong hat seine Backshell und den Fallschirm gesichtet

auf seiner weiteren Fahrt über den Mars – wie nahe sich der Rover an seine eigene Lande-Hardware heranwagen wird, ist noch unklar. Auch der komplette neunte Flug von Ingenuity aus Sicht der Nadir-Kamera mit dem Helikopter-Schatten und eine Animation seiner schrägen Farbaufnahmen sowie ein Podcast zur Mission.

Der jüngste Cargo Dragon – hier kurz nach dem Ablegen von der ISS – ist gestern wohlbehalten gewassert. Auch die Vorbereitung der Atlas V für den zweiten Starliner-Start – und die ISS wurde von Raumschrott besucht, musste aber nicht ausweichen.

Und der nächste Start in China, diesmal mit 5 Erdbeobachtern: Artikel hier, hier, hier und hier. Auch ein weiterer unkontrollierter Crash einer chinesischen Stufe, russische Pläne für eine erste Stufe mit Fallschirm – und der Impakt von Starts auf den Luftverkehr wird minimiert. [2:15 MESZ] Die ersten Reiskörner von Saatgut, das mit Chang’e-5 auf dem Mond war, sind nun da … [12:55 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 2. bis 10. Juli 2021

2. Juli 2021

10. Juli

Wieder wurde ein unauffälliger Asteroid zu einem Kometen

Diesmal hat es den namenlosen Kleinplaneten mit der Nr. 248’370 erwischt: Am 7. Juli zeigte er auf Bildern des ATLAS-Teleskops einen 47″-Schweif, während am 27. Juni noch nichts zu sehen war – das 4.3-m-Discovery-Teleskop zeigte dann einen Schweif von 7 Bogenminuten Länge. Auch ein Review über „Asteroids in the inner solar system“, eine angeregte Diskussion hier und hier über den Beginn der Koma-Bildung des fernen Kometen, eine fette Feuerkugel über Taiwan, die Amateur-Entdeckung des Jupiter-Monds, der Saturn vorgestern, die bevorstehende Venus-Mars-Konjunktion aus afrikanischer, indischer und amerikanischer Sicht, die Wanderung des großen Sonnenflecks über die Scheibe, NLC aus den Nächten 8./9. Juli (mehr, mehr, mehr und mehr), 7./8. Juli (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 6./7. Juli (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), das Paper „Morphological classification of galaxies with deep learning: comparing 3-way and 4-way CNNs“ nebst Press Release, Papers hier und hier zu einem „new wideband heterodyne receiver system for the Osaka 1.85-m mm-submm telescope“ nebst Press Release, ein Thread über ein Citizen-Science-Projekt zur Quellensuche von Lichtverschmutzung – und auf einer Auktion brachten ein Zettel von Newton 1.4 Mio. Pfund nebst Zuschlag und ein Meteorit 420’000 Pfund ein. [2:55 MESZ – Ende]


8. Juli

Die südwestlichen Niederlande letztens von der ISS aus aufgenommen (allein auf der Halbinsel Walcheren u.l. kann man eine Menge Astronomie erleben, namentlich in der Geburtsstadt des Teleskops Middelburg) – viel mehr des Landes liegt hinter dem Bild. Auch der europäische Robotarm für die ISS, der mit Russlands Nauka-Modul starten soll, frühestens am 21. Juli, die verzögerte Rückkehr des Dragon und was die Crew im Juni tat – z.B. die neuen Solarzellen installieren. [1:35 MESZ] Der Dragon ist um 16:45 MESZ von der ISS abgereist, s.a. hier, hier und hier, während der Nauka-Start am 21. Juli bestätigt wurde (mehr). Und heute vor 10 Jahren startete der letzte Space Shuttle: ein paar Fotos aus ungewohnter Sicht.

China startet weiter Satelliten ohne Unterlass, hier einen Fengyun-Wettersatelliten (Videoclips hier und hier und weitere Bilder hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier) und dann einen Tianlian-Datenrelais-Satelliten: Artikel hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier]. Auch die Amateur-Beobachtung von Satelliten des Virgin-Orbit-Starts, Pläne für Ugandas ersten Satelliten – und der Start einer Höhenforschungs-Rakete mit dem Experiment Dynamo-2. [17:25 MESZ]

Fahrspuren von Perseverance, gesehen von Ingenuity während des erfolgreichen 9. Fluges des Mars-Helikopters (Artikel hier, hier, hier und hier), wobei zuweilen seltsam blauer Himmel erscheint. Auch Zweifel an der Interpretation der MARSIS-Daten vom Mars Express als unterirdisches Eis, was alles in den Wölkchen aus Enceladus steckt [NACHTRAG: ein Artikel], weitere Tests von JUICE, etwas Hardware vom Europa Clipper, was Juno so alles entdeckte (inklusive Messungen am Zodiakallicht und zu dessen Quellen), ein geplanter Sample Return von der Mond-Rückseite durch Chang’e-6, Copernicus-Satelliten im Einsatz für den Umweltschutz, Satelliten-Messungen zum Meeres-Anstieg an den Küsten – und bald wird erst mit dem Umschalten des HST auf Redundanz, um seine großen Probleme zu lösen. [20:15 MESZ] Eine Verarbeitung eines der neuen Ingenuity-Bilder, wohl immer noch zu bläulich, und noch mehr Versuche – und die Open-Source-Software des Helikopters sowie ein Artikel [NACHTRÄGE: noch einer und hier bzw. hier weitere Bildverarbeitung]. Oh, und Curiosity forscht auch noch. [21:45 MESZ]


6. Juli

Zeitraffer Leuchtender Nachtwolken aus der Nacht 4./5. Juli

und von der beachtlichen Show gleich noch mehr hier, hier, hier und hier, Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und was dieser Blogger abends und morgens erlebte sowie in diesem = diesem Album die Bochumer Ausbeute der Saison 2021 bisher. [0:35 MESZ]

Noch ein Zeitraffer aus der Nacht 4./5. Juli, der hier geometrisch ausgewertet wird, sowie ein besonders krasses Foto – in der Nacht 5./6. Juli hingegen passierte praktisch nix, und aus der Nacht 6./7. Juli gibt’s bislang nur Zaghaftes aus Slowenien. Auch ein Rückblick auf die Saison bisher, ein weiterer Sonnenflare am 4. Juli, die Sequenz der Flares hier und hier, geophysikalische Effekte hier und hier und die Sonne gestern, viele Bilder bis gestern montiert und vorgestern. Sowie die neueste Ausgabe 3/2021 des Journal for Occultation Astronomy, der Komet C/2014 UN271 (Bernardinelli-Bernstein) schon bei 23.8 au aktiv auf Archiv-Bildern des Satelliten TESS von 2018 (und womöglich auch schon bei seiner Entdeckung in 30 au (auch ein früheres CBET zum Objekt) – und erste Ergebnisse des Instruments CONCERTO am Radioteleskop APEX … was für „CarbON CII line in post-rEionisation and ReionisaTiOn epoch“ steht. [23:05 MESZ] NLCs heute Nacht jetzt etwas im U.K. (mehr und mehr) und ein bisschen aus Norderney, den Niederlanden und Nord-NRW. [23:55 MESZ]


4. Juli

Eine EVA aus Chinas neuer Raumstation heute war – nach 2007 – die zweite chinesische überhaupt: eine 2-stündige TV-Sendung, Videoclips hier, hier, hier, hier und hier, mehr Screenshots hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier] sowie ein Kosmonauten-Interview zu Alkohol auf Mir für’s chinesische TV, der praktisch deckungsgleich mit diesem Artikel von 2010 ist – und ein besonders scharfes ISS-Video eines Amateurs, mit den neuen Solarzellen.

Die „Screw Rocket“ alias Momo7 von Interstellar Technologies hat es gestern in Japan bis in 99 km Höhe geschafft – und China schon wieder fünf Satelliten gestartet. Derweil hat auf dem Mars das autonome Fahren von Perseverance begonnen – und der 9. Flug von Ingenuity frühestens heute Nacht wird der riskanteste. [17:55 MESZ]


3. Juli

Wieder eine gute NLC-Nacht, diesmal auch mit Morgen-Show

Ein ausgedehntes aber nicht besonders helles Feld Leuchtender Nachtwolken heute früh über Bochum, das aber auch für ein Handy kein Problem war – und auch schon am Abend zuvor war (eher weiter östlich) einiges zu sehen gewesen: Bilder von Webcams und viele weitere hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier – und aus Griechenland auf 38° Nord (!) hier und hier. Nahe dem Sonnenrand ist derweil abrupt eine neue Gruppe entstanden, die sich sogleich mit einem Flare der Klasse M gemeldet hat: mehr, mehr und mehr. [14:45 MESZ]

Um 16:29 MESZ hat die neue Gruppe auch noch einen X1.6-Flare hinterher geschickt, hier im 13-Nanometer-Bild einer Kamera auf dem Wettersatelliten GOES-16: der erste X-Klasse-Flare des 25. Sonnenzyklus und der erste seit 2017. [17:35 MESZ] Ein 9-nm-Bild des Flares, die heutige Flare-Abfolge – und noch hier, hier und hier besonders krasse NLC von letzter Nacht. [20:45 MESZ] Und hier sowie noch ein Bild aus NRW am Morgen – während auch heute Nacht wieder viel los ist: erste Bilder hier und hier. [22:55 MESZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie Animationen aus dem Sauerland von letzter Nacht. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: mehr aus der heutigen Nacht hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und noch Bilder von heute früh aus Frankreich mit Streifen wie über Bochum und gestern Abend aus den Niederlanden]


2. Juli

Eine Aufnahme von Sylt durch den Satelliten Sentinel 2, ein Ausschnitt aus einem Bild mehrerer nordfriesischer Inseln mit 100 Mio. Pixeln. Auch Messungen zum jährlichen Rückgang der Kryosphäre der Erde, die Beobachtung großer elektrischer Ströme am Himmel durch eine Rakete und einen Satelliten – und das Kinder-E-Book „Die Satellitenfamilie“ über Erdbeobachtung aus dem All von ESERO Deutschland produziert. [23:05 MESZ]

Cas & Her 2021: Novae mit völlig verschiedenem Verhalten

Jeweils mit dem AAVSO-Tool geplottet (grün = V-Fotometrie, weiß = visuelle Schätzungen) die Lichtkurven der Novae Cas 2021 und Her 2021 vom Ausbruch (Mitte März bzw. Mitte Juni) bis heute, mit y-Skalen von 9 bis 5 bzw. 13 bis 6 mag., sind hier die Lichtkurven der beiden Novae, die dieses Jahr zeitweise fernglashell wurden: Während es bei der Nova Cas mehrfach rauf und runter ging, ist die Nova Her mit Rekord-Geschwindigkeit verblasst – während in Archiv-Daten entdeckt wurde, dass das Vorgänger-System mit 8.4 Minuten Periode heller und dunkler wurde. Auch die mögliche Amateur-Entdeckung eines Jupitermonds auf alten Bildern des CFHT, der Jupiter heute, gestern, vorgestern und am 29. Juni, Komet Bern-Bern am 29. Juni (und Artikel hier, hier und hier), eine FRIPON-Kamera in Österreich, wie das Galaktische Zentrum für Amateur-Radioastronomen aussieht, 192(!) Videos von der CAP-Konferenz 2021 jetzt online – und gute und schlechte Nächte für NLC (die auch schon mal in sehr makabrem Kontext zu sehen sind) vom 1./2. Juli (mehr, mehr und mehr), 30. Juni/1. Juli (weltweit fast nix), 29./30. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 28./29. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 27./28. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). [17:30 MESZ]

Ein halbwegs gelungener Fallschirm-Test für den ExoMars-Lander hat Ende Juni stattgefunden, der erste Drop aus großer Höhe, womit die bereits verschobene Mission einen wichtigen Schritt weiter gekommen ist [NACHTRAG: ein Artikel]. Auch mehr zu den Methan-Beobachtungen von Curiosity sowie der Missions-Verlängerung von NEOWISE, der erfolgreiche Test der Deep Space Atomic Clock auf einem Satelliten, 20 Jahre Plasma-Kristall-Forschung auf der ISS – und vor 50 Jahren verunglückte Soyuz 11 bei der Rückkehr von der ersten Raumstation, Salut 1. [15:55 MESZ]

Die einzigen klaren Bilder der Ring-SoFi 2021 vom Erdboden

aus, die es möglicherweise gibt, stammen aus Qaanaaq in Grönland: Das obige Video enthält etwas und v.a. dieses Bild und diese Montage, über die etwas mehr zu erfahren war. Auch weitere Nicht-Ringphasen-Videos hier, hier, hier, hier und hier, Fotos hier, hier und hier, ein zweifelhaftes Exemplar, Videos vom Twilight Standstill, eine 12-Minuten-Produktion, und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, wie die MoFi davor in Kalifornien aussah, die CME bei der SoFi davor, die SoFi vor 20 Jahren und die Sonne heute (mehr [NACHTRAG: und mehr und mehr]), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr und mehr) und dem 29. Juni. [15:40 MESZ]

Branson will noch vor Bezos in den Weltraum fliegen, hat Virgin Galactic gerade verkündet, am 11. Juli nämlich – dumm nur, dass das SpaceShipTwo die nötigen 100 km nicht schafft, der New Shepard aber schon: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. In der konventionelleren Raumfahrt hat derweil Progress MS-17 die ISS erreicht: Visuals von Roskosmos und NASA und Artikel hier, hier und a hier. [3:35 MESZ] Zum SpaceShipTwo Mitteilungen vom Staat NM und Herrn Branson und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

Ein deutsches De-Orbit-Segel mit 3.6 qm Fläche war unter den zahlreichen Nutzlasten des Falcon-9-Stars „Transporter 2“ („Was pünktlich stattgefunden hat …“): weitere Artikel zur Mission hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Zum OneWeb-Start gibt es Press Releases der Firma und von Arianespace (mehr) und Artikel hier, hier und hier, und zum Start des LauncherOne („Die erste Flugphase …“) den Press Release eines Kunden, Bemerkungen von Branson und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [15:15 MESZ]

Abendliches Himmelsspektakel bei OneWeb-Start

1. Juli 2021

Von den Satelliten-Megakonstellationen mag man – aus astronomischer Sicht – halten, was man will, aber der heutige Start der nächsten 36 OneWeb-Satelliten auf einer Soyuz-2.1b im fernöstlichen Kosmodrom Vostochny (die soeben alle ausgesetzt wurden) hat zumindest mal wieder ein spektakuläres Bild an den Himmel gezeichnet: ein Webcast aus Russland, einer von OneWeb (ein Ausschnitt daraus), die Bahn-Entwicklung der OneWeb-Satelliten zuvor, ein entsprechendes Diagramm für Starlink (mit beabsichtigten Verzögerungen), ein starker Flare eines kaputten Starlink, das Paper „Satellite mega-constellations create risks in Low Earth Orbit, the atmosphere and on Earth“, ein OneWeb Release zu Investionen und einer aus Finnland zur Rolle OneWebs.

Die Aufzeichung einer von inzwischen kaum mehr zu zählenden Online-Debatten über die Megakonstellationen und gleich noch eine, vom dritten Summit for Space Sustainability (wo der erste Sprecher aufgrund früherer Erfahrungen nicht glaubt, dass das mit 100’000-en Satelliten überhaupt was wird) – auch Artikel zu den diversen Projekten von heute (mehr), gestern (mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr), dem 28. Juni, 24. Juni (mehr), 15. Juni (übersetzt und mehr), 10. Juni, 8. Juni (mehr), 5. Juni (mehr), 4. Juni (mehr), 3. Juni und 2. Juni.

„Mercury 13“-Veteranin in der ersten Crew des New Shepard

Das hat Jeff Bezos wirklich clever eingefädelt: Der geheimnisvolle vierte Passagier des ersten New-Shepard-Starts mit Crew am 20. Juli ist – neben ihm, seinem Bruder und jemand, der den Sitz für 28 Mio.$ ersteigerte – Mary Wallace „Wally“ Funk, die mit 82 Jahren die älteste Frau im All werden wird … und vor 60 Jahren zu den ‚Mercury 13‘ gehörte, einer privaten Initiative für weibliche Astronauten, die an enormem Widerstand gescheitert war. Oben drei Bilder eines Bezos-Besuchs bei Funk aus einem IGTV-Video, auch ein Thread und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie das Video auf YouTube].

Ein weiterer Blick auf die extreme Hitze im Nordwesten von Nordamerika, die bereits hier diskutiert wurde („Die extreme Temperatur-Anomalie …“), diesmal Messungen der Oberflächen-Temperatur durch Sentinel 3 von vorgestern, die im Inland bis weit in den 60-er Celsius-Grade reicht … und es brennt auch noch, und alles hängt zusammen. Auch ein Vortrag über Asteroiden-Missionen und insbesondere Sample Returns, wobei das wohl erste Paper über die Proben von Hayabusa 2 erwähnt wird (die Highlights daraus), die Ankunft der ersten Hayabusa-2-Probem am JSC der NASA – und die Fortschritte von Perseverance auf dem Mars.

Das JWST hat grünes Licht für seinen Start auf einer Ariane 5

bekommen: ein wesentlicher Meilenstein für das Weltraum-Teleskop – oben beim letzten Öffnen seines Hauptspiegels auf der Erde – und seinen Start in Kourou vielleicht noch dieses Jahr. Wenn auch wohl frühestens Ende November, da der nächste Ariane-5-Start – nach laaanger Pause – erst für den 27. Juli geplant ist. Auch die Timeline der Tage danach, die Aufzeichnung eines Media Day am 12. Mai, ein weiterer Vortrag vom April und Artikel vom [NACHTRÄGE: 7. Juli, 6. Juli,] 12. Mai (mehr, mehr und mehr), 11. Mai, 23. Januar und 7. Januar 2021 und 17. November und 20. Oktober 2020. Und es gibt wieder einen Update heute (MESZ) im fortgesetzten Drama um Hubble nach seinem Ausfall: Allmählich werden riskantere Umschaltungen auf Redundanz vorbereitet. NACHTRAG: weitere Artikel hier, hier, hier und hier.

Allgemeines Live-Blog vom 22. bis 30. Juni 2021

22. Juni 2021

30. Juni

Der Start von Progress MS-17 zur ISS im Morgengrauen Baikonurs heute führte zu ungewohnt spektakulären Video-Bildern, als die Abgase vor dunklem Himmel in die Sonne gelangten: ein russischer Webcast, Kurzfassungen, Clips und Standbilder hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, eine NASA-Notiz und Artikel hier, hier und hier. (Zuvor hatte ein Cygnus die ISS verlassen: ein Videoclip, ein Standbild, mehrere Fotos eines Crew-Mitglieds und Artikel hier und hier.) Heute sind noch zwei weitere Starts geplant: eines LauncherOne mit 3 Satelliten (ab 15:00 MESZ) und einer Falcon 9 mit 88 (20:56 MESZ): Artikel zu letzerem – gestern wegen einer Range Violation abgebrochen – hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [13:15 MESZ] Während das Trägerflugzeug mit LauncherOne unterwegs zur Dropzone vor Baja California ist, warnt Russland vor zwei engen Begegnungen des Progress mit SpaceX-Objekten. [16:05 MESZ]

Die erste Flugphase aus Sicht der Oberstufe des LauncherOne: der Drop vom Träger-Flugzeug, das Brennen der ersten Stufe, deren Abwurf – und in der anderen Richtung ein Blick auf die Nutzlasten nach der Fairing Separation. [16:55 MESZ] Der Live-Stream wurde gerade beendet, ohne dass eine Bestätigung des zweiten Burns der Oberstufe und des Aussetzens der drei Satelliten vorliegt – darauf wird in etwa einer Stunde gehofft. [17:55 MESZ] Lang hat’s gedauert, aber nun gibt es die Bestätigung und auch einen Video-Clip, dass alle Satelliten im Zielorbit ausgesetzt wurden. Und die Falcon 9 soll nun um 21:31 MESZ starten. [20:15 MESZ]

Was pünktlich stattgefunden hat – und die erste Stufe kehrte brav zum Cape zurück. [21:45 MESZ] Ein paar Fotos vom Start hier und hier und von der Landung sowie ein Artikel – die 88 Satelliten werden jetzt eine halbe Stunde lang in 31 Paketen ausgesetzt. [22:30 MESZ] Was zum Beispiel so aussieht. [22:45 MESZ] Und mit dem Aussetzen von drei Starlinks sind alle 88 Satelliten frei! Auch noch mal die landende Stufe. [23:05 MESZ. NACHTRÄGE: mehr Fotos hier, hier, hier und hier und Artikel hier und hier]

Bei 103 nm UV-Wellenlänge sieht der VAE-Marsorbiter Hope diskrete Polarlichter auf dem Mars: auch ein Video-Clip des Emirs und Artikel hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier und hier]. Auch der weitere Betrieb des Mars-Helikopters, das Paper „Day-night differences in Mars methane suggest nighttime containment at Gale crater“ über das Mars-Methan-Mysterium, die Radar-Untersuchung de Südpol-Kappe – und die Analyse und Verteilung der Proben von Hayabusa 2 von Asteroid Ryugu.

Die extreme Temperatur-Anomalie im Nordwesten Nordamerikas, wie sie vor drei Tagen das Instrument ECOSTRESS auf der ISS maß: Seither ist es in British Columbia noch etwas heißer geworden, die Rekorde purzeln und das Gesamt-Bild mit einer Kälte-Anomalie anderswo ist krass. Auch wie COVID-19 die Luftverschmutzung nur zum Teil reduzierte, das Paper „Trends in the polar summer mesosphere temperature and pressure altitude from satellite observations“, was mit den NLC zusammen hängt, ein Pathfinder für Time-Resolved Observations of Precipitation structure and storm Intensity with a Constellation of Smallsats (TROPICS) im Einsatz und der Satellit Surface Water and Ocean Topography (SWOT) nun in der Montage in Frankreich. Auch eine weitere Missions-Verlängerung für NEOWISE, ein Thread über die Flut von eROSITA-Papers – und was China bis 2025 plant. [23:30 MESZ – Ende]


29. Juni

Nach 30 Jahren: Bau des Square Kilometer Array beginnt!

Rund 30 Jahre wird schon über dieses gigantische Radioteleskop nachgedacht, 20 Jahre an der Technologie gearbeitet, und vor 9 Jahren wurde entschieden, dass die Antennen auf zwei Kontinente verteilt werden (in der künstlerischen Darstellung links einige der 197 größeren Antennen für mittlere Wellenlängen im südlichen Afrika, inklusive der dort schon arbeitenden 64 von MeerKAT, rechts ein paar der 131’072 Miniantennen für lange in Australien) – und vor 5 Minuten hat der Generaldirektor des Projekts auf der Jahrestagung der European Astronomical Society bekannt gegeben, dass es am 1. Juli mit dem Bau losgehen soll! Zuerst werden zahlreiche Aufträge vergeben, dann beginnt die Konstruktion – und 2028 oder 2029 soll das Riesen-Interferometer fertig sein, das inklusive Betriebs bis 2030 rund 2 Mrd. Euro kosten soll. Derzeit stemmen sieben Länder die Kosten, darunter China, 9 weitere sind ‚Beobachter‘, darunter Deutschland – die USA übrigens machen gar nicht mit. [14:50 MESZ]

Ein Press Release des Projekts zur der Entscheidung mit dem obigen Video … [15:00 MESZ] … und einer der Südafrikaner. [15:45 MESZ] Auf einer EAS-Online-Pressekonferenz wird v.a. die Datenmenge betont, mit der der SKA zu tun haben wird: Die Teleskope auf beiden Kontinenten liefern 5 und 9 Petabits pro Sekunde, die dann auf 600 Terabyte pro Jahr eingedampft werden müssen – und einzelne an Astronomen abgelieferte Datenpakete können immer noch Terabyte groß sein. Ach ja: Irgendwann soll eine Phase 2 des SKA folgen, mit 2500 Antennen in Afrika und einer Million in Australien … [16:25 MESZ] Auch wichtig, es wird erwartet, dass die ‚Beobachter‘ volle Mitglieder der SKA-Organisation werden, mit mehr Rechten – Details, wer wie weit ist, sind aber vertraulich. Auch ein paar wichtige Dokumente – in exakt 8 Jahren soll alles fertig sein. [16:50 MESZ. NACHTRÄGE: ein Interview von ASTRON und ein Artikel]

Die ersten klaren Detektionen der Gravitationswellen beim Verschlingen eines Neutronensterns durch ein Schwarzes Loch sind heute publiziert worden – zwei Fälle 2020, einmal mit Beteiligten mit grob 2 und 9 und einmal mit 1.5 und 6 Sonnenmassen: eine Einordnung, Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, eine PM der MPG, Threads hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch die AI SpaceML.org im Astro-Einsatz, ein Paper über Kometen-Spektroskopie mit Keck, die prompt Seltsames bei Wirtanen 2018 fand, die Sonne heute (mehr und mehr) und gestern (mehr, mehr und mehr) und ein „Design Manual for Astro-tourism Experiences“ – zu dem Thema gab es auch gestern einen IAU Astrotourism Workshop: die ersten paar Slides. [17:25 MESZ. NACHTRAG: 86 Vortrags-Folien und Artikel hier, hier und hier zu den GW-Signalen]


28. Juni

Noch mehr Bildmaterial von der Landung und frühen Aktionen von Zhurong auf dem Mars wurde gestern veröffentlicht: zu sehen auch in diesem Zusammenschnitt, Threads hier, hier, hier, hier und hier sowie eine Sichtung des Hitzeschilds darin, etwas Verarbeitung und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Oben drei Standbilder aus Videos der Mini-Kamera, die Zhurong abwarf: Der Rover entfernt sich und dreht sich später neben dem Lander. [0:15 MESZ] Weitere Artikel hier und hier und eine geometrische Auswertung eines neuen Panoramas sowie die Staub-Situation von Insight – und u.a. der Mars Express als Detektor für Kosmische Strahlung.

Die Große Magellansche Wolke, wie sie das Röntgenteleskop eROSITA auf dem Satelliten SRG sieht: aus einem von 35 Papers, die in der Nacht auf ArXiv erscheinen werden und auf die es Vorschauen in Pressemitteilungen hier, hier und hier und bei einer Pressekonferenz während einer Tagung der EAS gab – auch eine Reihe Interviews zur Daten-Analyse von Gaia und der Status des HST. Sowie ein Satelliten-Ersatz bei GOES, Russlands Nauka-Modul für die ISS nun doch bald oben, eine Rolle für die Langer Marsch 9, der erste Orbital-Start eines Starship diesen Sommer und ein chinesisches Teleskop für Raumschrott im Bau. [23:15 MESZ]


27. Juni

Komet Bernardinelli-Bernstein wird maximal 14-15 mag. hell

Das zeichnet sich jedenfalls als Ergebnis einer Diskussion unter Kometen-Kennern ab, derzeit hat C/2014 UN271 im doppelten Sonnenabstand (20 statt 10 a.u.) 18. bis 19. Größe und zeigt ein wenig Aktivität, was auf dem Dark-Energy-Survey-Bild von 2017 in 25 a.u. noch nicht der Fall war. Auch ein Bild von vorgestern mit einem 1-m-Teleskop, warum der Komet unerreichbar für den Comet Interceptor sein wird und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier, sowie der Jupiter am 24. Juni, die Sonne heute hier und hier, eine 10-jährige Amateurastronomin in der Zeitung, der Vortrag „How to describe quantum gravity particles & physics from a starship“ als Beitrag einer Strings-Tagung für die Öffentlichkeit (nun ja) und Ask a String Theorist. Und NLC aus den Nächten 27./28. Juni (mehr, mehr und mehr), 26./27. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 25./26. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 24./25. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr) und 23./24. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). [23:45 MESZ]


26. Juni

Ein neuer MRO-HiRISE-Blick auf Chinas Marsrover Zhurong samt seiner Fahrspuren vom 11. Juni – gegenüber dem ersten MRO-Bild vom 6. Juni war er signifikant voran gekommen. Auch weitere Verarbeitung der Bilder und ein Artikel, weitere Videoclips von der Landung, wie auch jene der Fallschirm-Öffnung auf einer Tagung gezeigt, der gesamte 8. Flug von Ingenuity aus dessen Sicht, der NASA-Wunsch nach größeren Helikoptern, wie Perseverance sein erstes ‚Selfie‘ machte, doch vorerst genug Strom für InSight, wie das Radar des Mars Express Wasser unter der Oberfläche untersucht, und Hardware-Entwicklungen zur Mars Sample Return Mission in Europa.

Ein Hubble-Bild des interagierenden Galaxienpaars IC 1623 (WFC3 von 336 cm bis 1.3 µm) – in einem weiteren Update von gestern Abend zu den Bemühungen um den streikenden Computer des Weltraumteleskops richtet sich der Verdacht nun auf den Command Unit/Science Data Formatter der Einheit für Science Instrument and Command and Data Handling sowie einen Power Regulator: Es wird systematisch weiter geforscht, und Redundanz bleibt vorhanden. Auch frühere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein neues Chandra-Bild eines kuriosen Nebels, der sich verändert hat, Ärger mit Triebwerken der Atlas V, ein Festakt zum 50. des Hermann-Oberth-Museums – und der knappe Bericht des Director of Nat’l Intelligence der USA zu UAPs, der offenbar auf kaum mehr als UFO-Anekdoten beruht und geradezu hilflos vor dem Mythos steht … [1:15 MESZ]

Ein kurios abgeschnittener Mars-Stein nebst Percys Fahrspuren, eins von inzwischen 98’442 Rohbildern in der Sammlung. Auch der Soyuz-Start von Pion-NKS 1 alias Kosmos 2550 in Plesetsk (mehr, mehr und mehr), die zweite Solarzellen-Installation auf der ISS bei der dritten EVA (Videoclips hier und hier und ein Artikel), ein künstlicher ‚Astronaut‘ beim 2. Testflug des Starliner, die Rakete für dessen ersten Flug mit Crew, eine Startlizenz für das SpaceShipTwo (Artikel hier, hier und hier), der Raketen-Flug RockOn/RockSat-C – und da die mysteriöse iranische Wolke unten nicht zum Simorgh-Startplatz passt, bleibt der Verursacher mysteriös, wobei ein anderes Bild der israelischen Wolke hier mit einer NLC verwechselt wird. [19:45 MESZ. NACHTRAG: Nachweise der neuen Solarzellen bei Sonnen-Transits hier und hier]


24. Juni

Spuren eines geheimen Raketenstarts am iranischen Himmel?

In der Abenddämmerung des 21. Juni sorgte ein Himmelsschauspiel im Westen des Iran bis in die Nacht hinein für einiges Aufsehen, wie auch die staatliche Nachrichten-Agentur berichtet, aber die seltsamen meteorologischen Erklärungen dort ergeben keinen rechten Sinn, wie auch der deutsche Wetterdienst bestätigt. Zu NLCs passt die Morphologie nicht, und aus dieser Nacht wurde auch kein weites Vordringen nach Süden berichtet, mondbeschienene Zirren wären schwerlich so hell, und wenn es die Hinterlassenschaften einer Feuerkugel waren, die durchaus so aussehen können: Warum wurde dann eine solche – in der Abenddämmerung sicher noch viel spektakulärer – nicht erwähnt? Die Spur eines Raketenstarts kann allerdings so ähnlich aussehen – und da war nach dem (gestern kurz erwähnten) Fehlstart einer Simorgh-Rakete am 12. Juni offenbar schon bald der nächste in Vorbereitung. Und man mag Satelliten-Bilder so interpretieren, dass er tatsächlich schon stattgefunden hat – dass allerdings etwas in den Orbit gelangt sei, wurde nirgends gemeldet. Echte NLC gab es wieder in den Nächten 22./23. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 23./24. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). [17:55 MESZ]

In der „Hall of Fame“ dieser israelischen EarthCam finden sich – leider außer „3 days ago“, was passen würde, völlig undokumentiert – mehrere Bilder mutmaßlich derselben Wolke, die hier ganz eindeutig als Hinterlassenschaft eines Raketenstarts zu erkennen ist, da es viele vergleichbare Bilder bekannter US-Starts gibt. Auch die Taufe des fernen Besuchers als Komet C/2014 UN271 (Bernardinelli-Bernstein), der noch 20 a.u. von Sonne wie Erde entfernt immerhin schon rund 19.5 mag. hat und wohl vom inneren Rand der Oortschen Wolke stammt (frühere Artikel hier, hier, hier und hier), Details der Amateur-Entdeckung eines Mondes von (4337) Arecibo, der neue Meteor-Schauer der Theta-2-Sagittariiden, der Mars bei Präsepe aus Brunei, eine Präsentation [alt.] über die Didaktik-Projekte rund um den Kitt Peak Colors Studio Lab und Colors of Nature – und eine schottische Volkssternwarte brannte nieder, wohl ein Anschlag … [20:25 MESZ]


23. Juni

Drei Standbilder aus einem superkurzen Video der Öffnung des Fallschirms von Zhurong bei der Landung auf dem Mars, das heute bei einem Raumfahrt-Vortrag in Hongkong gezeigt wurde: der Clip auch hier, hier und hier. Auch der Status von Indiens Mars-Orbiter, der 8. Flug des Mars-Helikopters, ein Videoclip von Staubwolken über Mars-Oberfläche und Detail-Aufnahmen von der Delta-Steilwand des Jezero-Kraters vom Rover Perseverance, wie Staub auf den Solarzellen den Lander InSight bedroht (deren Leistung ihrerseits als Sensor nutzbar ist), vielleicht doch eine Art Plattentektonik der Venus in alten Radar-Daten von Magellan zu sehen (ein Artikel), die Juno-Messung der Ionen mit der höchsten Energie beim Jupiter – und allerlei Erkenntnisse zur Heliophysik von Indiens Mond-Orbiter Chandrayaan 2, Mondproben von Chang’e-5 vor der internationalen Verteilung und französische Kameras für einen Mond-Rover der VAE. [14:55 MESZ]

Die Montage des ESA-Exoplaneten-Satelliten PLATO beginnt allmählich – auch ein weiterer Update zu Hubble gestern (eine neue Spur, und immer noch einige Redundanz), frühere Artikel hier, hier und hier, die ersten Produkte von Sentinel 6 verfügbar (Press Releases von ESA und NASA), ein frischer Start von ESA und EU (auch ein Artikel) – und das Raumschrott-Problem verdeutlicht, einmal mehr.

Erstaunlich hohes Interesse – und wie erhofft auch bei Frauen – beim ersten ESA-Astronaut(inn)en-Casting seit 11 Jahren, nun wird bis Ende 2022 ausgesiebt: ein Press Release [alt.], die Aufzeichnung einer PK und ein Artikel. Auch das gestrige Aussetzen von Mauritius‘ erstem Satelliten aus der ISS, der bereits empfangen wurde, eine dritte EVA in Sachen Solarzellen übermorgen, die Atlas für den ersten Starliner mit Crew auf der Rampe – und ein Mini-Roboter wird Maurer begleiten, den Kinder programmieren können. [15:50 MESZ]

Ein Video über das Treiben der ersten Crew in Tianhe: weitere Clips hier und hier, Screenshots und verwandte Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Während derweil das erste SLS weiter zusammen gesetzt wird, muss der NASA-Chef zu Artemis Auskunft geben: das Hearing live und erste Aussagen zum Zeitplan für Artemis 1 und zur Entscheidung zur Lander-Frage. Ansonsten Pronleme mit dem Triebwerk BE-4 von Blue Origin, mal wieder ein gescheiterter Satelliten-Start Irans, die dauernden Verzögerungen bei der Ariane 6, die Konsequenzen haben könnten – und die nächste Falcon 9 übermorgen wird etwa 88 kleine Satelliten tragen. [16:45 MESZ]


22. Juni

Starke NLC über dem 30-Meter-Radioteleskop in Südspanien

auf dem Pico del Veleta gab es in der Nacht 20./21. Juni zu sehen (ein tolles Foto des Instituto de Astrofísica de Andalucía), als die hohen Eiswolken ungewöhnlich weit nach Süden vordrangen: Es gibt auch einen Zeitraffer über dem Calar Alto, einer anderen südspanischen Sternwarte, und Bilder aus Sevilla. Auch wieder schöne NLC in der Nacht 21./22. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, hier, mehr, mehr, mehr und mehr), weitere NLCs aus einem Cockpit (mit ahnungslosem Piloten) und ein Artikel. Ferner hier und hier Nachweise von Kometen-Aktivität beim ungewöhnlichen Objekt im Anflug, 2014 UN271, die Entwicklung des Spektrums von Nova Cas 2021, ein Vortrag über „Sommertage, Sommernächte“, die Online-Tagung „Strings 2021“, die kostenlos verfolgt werden kann – und das Event „Citizen Science for Policy across Europe“ (das Programm). [23:35 MESZ]

Globales Online-Event zur Sonnenwende heute

21. Juni 2021

Am Ende hat es gut drei Stunden gedauert, ein außergewöhnliches internationales Online-Event gerade anlässlich der Sonnenwende (heute früh um 5:32 MESZ), gehostet auf Zoom, organisiert von der Iranian Teacher’s Astronomy Union (nebst einem Student’s International Network for Astronomy) und unterstützt auch von der Internationalen Astronomischen Union, der der Iran seit kurzem angehört.

Das vielfältige Vortragsprogramm aus mehreren Kontinenten – in Englisch, in keinem der beteiligten Länder Amtssprache – bot ein Feuerwerk aus kulturellen Aspekten des Zeitraums um die Sonnenwende und Berichten über angewandte Astronomie-Didaktik. Der Begriff Tirgan bezieht sich dabei auf ein uraltes persisches (Regen-)Fest Anfang Juli, das zu Beginn mit einem Video einer gleichnamigen Werbe-Agentur gefeiert wurde.

In den vielen Vorträgen in rascher Folge – die Aufzeichnung der drei Stunden wird demnächst zu einem Video zusammengeschnitten – wurden einerseits vielfältige Traditionen rund um den nördlichsten Sonnenstand vorgestellt, wobei vor allem aus Bugarien auch ziemlich schräge Vorstellungen berichtet wurden, über kosmische Kräfte etwa, die Heilkräuter mit Extra-Energie aufladen, oder finstere Mächte unterwegs, wobei das Ganze auch noch auf komplexe Weise mit dem Johannistag verwoben ist.

Da konnte der Nachbar Rumänien natürlich nicht nachstehen, wo der Mittsommer gleichfalls mit reichlich Ritualen und Aberglauben aufgeladen ist.

Wiederum Anfang Juli wird in Japan das Tanabata-Fest begangen, als populärstes Sternen-Event, während die Sonnewende keine nennenswerte Rolle spielt. Auch die Vorträge zur astronomischen Öffentichkeits-Arbeit waren vielfältig:

Da ist z.B. ein Platz an der Küste im südwest-iranischen Bushehr – wo es mehr als nur ein kaputtes AKW gibt – zu einem Horizont-Observatorium umfunktioniert, wo von einer bestimmten Bank aus die Wanderung des Sonnenuntergangs-Punktes über’s Jahr verfolgt werden kann.

Eine andere iranische Initiative „pflastert“ Städte buchstäblich mit Sonnenuhren. Während in Brasilien eine Android-App entwickelt wurde, die detailliert zum Bau einer Analemma-Sonnenuhr – mit dem Nutzer als Gnomon – anleitet.

Beim Herschel-Experiment zum Nachweis der IR-Strahlung werden einfache Thermometer eingesetzt, eine so beliebte Nachstellung der historischen Entdeckung, dass es dazu immer wieder Aktionen gibt …

… während sich auch die Bestimmung des Erddurchmessers mit Hilfe der Sonne nach Eratosthenes als didaktisches Massen-Experiment eignet, wie hier (2016) in Katar. In anderen Vorträgen – etwa über Scientix und EUN, zwei europäische Bildungs-Initiativen – wurden so viele Projekte präsentiert, dass man mit dem notieren kaum mit kam. Ingesamt ein sehr anregenendes internationales Online-Event, dem weitere folgen dürften.

Eine ganze Reihe Videos von der CAP-Konferenz letzten Monat, die eine ganz ähnliche Atmosphäre verbreitet hatte („Auf der Sonne ist …“ -> „… und es ist gerade Halbzeit“), sind inzwischen online – wenn auch nach wie noch nicht auf dem offiziellen Kanal sondern bei diversen Sprechern selbst: Allein die Uni Leiden hat gleich 12 ihrer Beiträge veröffentlicht. Und es gibt einen Artikel auf Nepali, mit dem Google Translate ganz gut zurecht kommt.

Ein enormer Kometen-Kern aus der Oort-Wolke ist im Anflug

auf das – leider – nur äußere Sonnensystem, denn nach der jüngsten Bahnanalyse des Objekts 2014 UN271, das in den Daten der Dark Energy Survey gefunden wurde, mit einem Bahnbogen von 2014 bis 2018 im heutigen CBET #4983 wird das Perihel in zehn Jahren mit 11 a.u. noch außerhalb der Saturnbahn (9 bis 10 a.u.) befinden. Zwar ist die (um 95° zur Ekliptik geneigte) Bahn ganz leicht hyperbolisch, aber ein Ursprung in der fernen Kometenwolke rund um’s Sonnensystem ist wahrscheinlich: Wenn sich der wohl über 100 km große 2014 UN271 – der bislang keinerlei Koma zeigt – fürderhin wie ein Komet benimmt, sollte seine Helligkeit aber noch von 22.-21. Größe 2014-18 auf grob 17. um 2031 steigen. Auch angeregte Diskussion und Threads hier, hier und hier sowie die Sonne gestern (mehr) und vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr) – und der steile Helligkeits-Abfall der Nova Herculis 2021 ist nach Meldungen an die AAVSO bereits bei 11.0 mag. angekommen!

Leuchtende Nachtwolken gibt’s inzwischen satt jede Nacht, aber immer irgendwo anders besonders gut zu sehen: hier eine Animation aus der Nacht 18./19. Juni, in der dieser Blogger am Morgen erneut fünig geworden war, auch ein Bericht, ein weiterer Zeitraffer und mehr Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Bilder aus der Nacht 19./20. Juni gibt es hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und aus der Nacht 20./21. Juni, als sie in Europa wie Nordamerika ungewohnt weit nach Süden vordrangen, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und noch eine generelle Galerie und Bilder aus einem Flugzeug heraus.

Allgemeines Live-Blog vom 12. bis 20. Juni 2021

12. Juni 2021

20. Juni

Neue ISS-Solarzellen bei zweiter EVA entrollt – im Gegensatz zur ersten problematischen ist bei der heutigen alles nach Plan verlaufen: die komplette EVA, das Ausrollen in Echtzeit und Zeitraffer, die Installation des nächsten und Artikel hier, hier, hier und hier. Auch Maurers Vorbereitungen auf seinen Flug voraussichtlich Ende Oktober, wie es Mäuse-Sperma auf der ISS ergangen ist – und die Fotos des NASA-Chef-Fotografen Bill Ingalls. [22:35 MESZ – Ende]

Wenig Details zum Bemühen um das Hubble Space Telescope

und seinen ausgefallenen Uralt-Computer sind zu erfahren: Ein Update von vorgestern besagt lediglich, dass mehrere Versuche gescheitert sind, auf Ersatz-Speicher-Module umzuschalten, es ist aber von weiterer Redundanz die Rede. Auch die laufende Analyse von Hayabusa 2s Proben von Asteroid Ryugu, große Mondpläne der VAE, der bevorstehende 8. Flug von Ingenuity, ein Walroß auf dem Mars für Perseverance, wie InSights Solarzellen geputzt wurden – und was die drei neuen Venus-Missionen bringen sollen. [22:30 MESZ]

Da liegt ja eine chinesische Raketenstufe auf der Straße … aber im Gegensatz zu der ausdüstenden Stufe in der Wüste hat sie nichts mit dem Start von Shenzhou-12 zu tun – vielmehr ist es die an einem Fallschirm gelandete Rakete des Starts von Fengyun-4B am 2. Juni: mehr dazu auch hier, hier und hier. Und schon wieder ein chinesischer Start, diesmal eines neues Yaogan-3-Trios: ein Video und Artikel hier, hier und hier. [22:25 MESZ]


18. Juni

Die wohl ersten guten Leuchtenden Nachtwolken der Saison

2021 über NRW – hier über Bochum soeben freihändig aus einem Fenster hängend mit 1 Sek. bei Blende 2.8 und ISO 800 erwischt: Updates gibt es hier und schöne kanadische NLC auf der Nacht 16./17. Juni hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:30 MESZ]

Ein weiterer Zeitschritt von vor ein paar Minuten (eine Sekunde bei Blende 2.8 und ISO 1600) – auch weitere Bilder aus NRW hier, hier, hier, hier, hier und hier, aus Sachsen, aus Luxemburg, aus Belgien und aus den Niederlanden hier und hier. Sowie die Sonne heute (mehr, mehr und mehr), gestern und vorgestern, der Jupiter vorgestern und am 13. Juni, sein Mond Ganymed mit Amateur-Mitteln und (früher) von Hubble, ein Aufruf in Sachen Arecibo, die Wiederöffnung der Planetarien in Stuttgart und Bochum (mehr, mehr und mehr), ein exotisches Planetarium in einem Bunker in Frankreich – und der gerade noch hier erwähnte Pioneer der Regenbogen-Beobachtungen und -Didaktik Michael Großmann ist den Folgen einer COVID-19-Erkrankung erlegen, wie der AK Meteore mitteilt. [23:55 MESZ. NACHTRAG: mehr NLC-Aufnahmen dieses Bloggers vom Abend und weitere Bilder aus Bochum hier und hier und von anderswo hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und hier]

ALMAs scharfe Kohlenmonoxid-Karten von 90 nahen Galaxien

bis 20 Megaparsec, die im Rahmen des großem Programms „Physics at High Angular Resolution in Nearby GalaxieS“ (das hier vor 2½ Jahren vorgestellt wurde; scroll down) entstanden, sind letztens in einem großen Paper präsentiert worden: oben vier Beispiele, unten die Spiralgalaxie NGC 4254, der ein parallel entstandenes Hubble-Bild im sichtbaren Licht überlagert wurde. CO ist der ‚Tracer‘ für die Hauptvorkommen molekularen Gases in Galaxien, und das chilenische Radio-Interferometer sieht so scharf, dass einzelne Molekülwolken aufgelöst werden, 100’000 insgesamt: Ihre Demografie und Geschichte wird greifbar. [17:55 MESZ]


17. Juni

China inszeniert die erste Crew zu Tianhe als Fernsehshow

Hier die englischsprachige Live-Sendung von CGTN (alternativ hier und hier) zum Start von Shenzhou-12 zur neuen Raumstation heute um 3:22 MESZ – auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [0:45 MESZ] Verabschiedung und Aufbruch der Crew zum Startgelände. [1:10 MESZ] Inzwischen gibt’s bei den genannten Alternativen einen ununterbrochenen Feed vom Startplatz aber ohne Ton, den man sich bei eingebettenen Video holen kann, wo aber manchmal auch andere Nachrichten laufen. [2:45 MESZ]

Drei Screenshots aus dem Clean Feed, der kurz vor dem pünktlichen Start auch seine Stimme wieder gefunden hatte – oben ein IR-Bild einige Sekunden nach dem Abwurf der Booster. Inzwischen ist die Kapsel im Orbit, mit den Solarzellen ausgeklappt. [3:40 MESZ] Andere Video-Stills vom Start und die Separation. An Bord alles bestens, und bald wird angedockt. [3:45 MESZ] Ein anderes Video vom Start und Artikel hier (mit vielen Fotos), hier, hier und hier. [4:05 MESZ]

Nur 6½ Stunden nach dem Start hat Shenzhou-12 an die Baustelle der Raumstation angedockt: hier ein Bild der anfliegenden Kapsel aus Sicht der letzteren, auch eine Nicht-Live-Sendung dazu, Ausschnitte hier und hier, eine Animation von Tiangong, Reaktionen von Roskosmos und NASA und Artikel hier, hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (früher) und hier. [13:55 MESZ] Die Crew ist in der Raumstation eingezogen und steht stramm. [14:45 MESZ] Und salutiert … auch was Astronaut auf Chinesisch wirklich heißt – und Artikel zur Ankunft und hier, hier, hier und hier zu chinesisch-russischen Mond-Visionen.

Die erste von zwei ISS-EVAs im Sachen Stromversorgung ist gestern nicht so gut gelaufen, die neuen Solarzellen konnten nicht ausgerollt werden: mehr Bilder hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier] und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch eine Verschiebung des Starts der Crew 3 auf frühestens den 31.10. [NACHTRAG: mehr dazu], eine Computer-Störung beim HST, dessen Instrumente im Safe Mode sind (mehr und mehr), fast 900 Tage Lasermessungen in der Erdumlaufbahn durch GRACE Follow-On, unerwartete Erkenntnisse über den Mars-Staub durch Ingenuity-Effekte, mal wieder ein frischer Mars-Krater für den MRO, was Zhurong treibt – und ein Design-Vertrag für private Marssonden durch die NASA. [15:45 MESZ. NACHTRAG: noch ein Artikel dazu]

Kein Werbegag für einen Bananen-Produzenten, sondern eine Thermalverkleidung, die beim Start abreisst – bei einer Minotaur, die vorgestern auf Wallops geheime NRO-Satelliten startete: mehr Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Webcast (ein Ausschnitt und Standbilder), ein Fan-Webcast und Artikel hier, hier, hier und hier. Und es gab wohl großen Ärger beim Starship-Start SN8, während heute um 18:09 MESZ ein Falcon-9-Start ansteht, mit einem GPS-Satelliten. [16:05 MESZ] Start, Fairing-Abwurf, Stufen-Landung. [18:55 MESZ] Und ausgesetzt. [19:50 MESZ. NACHTRAG: Startfotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier sowie zu Shenzhou-12 hier, hier, hier, hier, hier und hier (und von deren Start qualmender Schrott am Boden landete) – während Nelsons Deputy nun bestätigt ist]


16. Juni

So ging es abwärts mit der Nova Herculis 2021: x-Achse = Abend des 12. Juni bis heute Abend, y-Achse = 10 bis 6 mag., grün = V-Messungen, weiß = visuelle Schätzungen – anfangs stimmten die Werte überein, jetzt wird die Nova heller geschätzt als gemessen, was mit deutlicher Rot-Verfärbung infolge spektraler Veränderungen zusammenhängen könnte. Auch Artikel hier und hier, ein Interview über den Status des Sonnen-Zyklus, der Jupiter gestern (mehr) und vorgestern (mehr), der Mars am 13. Juni (!), Komet 7P am 13. Juni, eine spanische Feuerkugel – und NLC in den Nächten 15./16. Juni (mehr und mehr), 14./15. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und aus einem Flugzeug) und 13./14. Juni. [23:55 MESZ]

Beteigeuzes „Great Dimming“: Szenario mit SPHERE-Daten

Über die Große Verdunklung von Alpha Orionis rund um den Jahreswechsel 2019/20 sind schon bald eine Anzahl Papers erschienen mit Beobachtungen unterschiedlicher Art und – widersprüchlichen – Interpretationen des Phänomens. Die bezüglich der einzigen räumlich aufgelösten Bilder des Sterns während des rekordverdächtigen Helligkeitseinbruchs aber stets einen Press Release der ESO verweisen mussten, weil es einfach keine wissenschaftliche Veröffentlichung dazu gab – doch das hat sich in dieser Minute geändert: Ein Paper ist erschienen, das zwei weitere Bilder des SPHERE-Instruments am Very Large Telescope und ein (weiteres) Szenario präsentiert. Oben entfaltete (also clever geschärfte) SPHERE-ZIMPOL-Bilder durch den Cnt_H-Alpha-Filter zu drei Zeitpunkten während des Dimmings (die Helligkeit der Südhälfte des Scheibchen sank zeitweise auf ein Zehntel; das Bildfeld ist 0.1 Bogensekunden groß), darunter diese Zeitpunkte in einer V-Lichtkurve vermerkt, und unten die Lichtkurve der letzten 100 Jahre (Helligkeit +2.5 bis -0.5 mag.): Das Great Dimming war wirklich ein Jahrhundertereignis.

Das Szenario der SPHERE-Beobachter, das am besten zu den Bildern und anderen Daten passt, ist das eher zufällige Abstoßen einer großen aber noch heißen Gaswolke des Sterns – in der sich eine Weile später schnell und reichlich Staub bilden konnte, als Beteigeuze im Rahmen seiner etwa 400-tägigen primären Helligkeitsperiode ein Minimum erreichte und dabei im Dezember 2019 lokal um 300 K abkühlte. Die dunkle Wolke saß dann eine Weile unbewegt vor einem Teil der Scheibe, weil der Gasauswurf – wiederum durch Zufall, weshalb das Phänomen so rar zu sein scheint – fast genau Richtung Erde erfolgt war. Andere Erklärungen wie eine Schwankung des Durchmessers (der mit 0.042″ konstant blieb, wie ebenfalls das VLT – als Interferometer – maß) oder der Gesamttemperatur des Sterns scheiden aus, sagen die Autoren … aber noch im November hatte sich ein anderes Paper gegen Staub als Erklärung ausgesprochen: Die Diskussion über das Great Dimming wird wohl weiter gehen … [17:00 MESZ] … während ein ESO Release die „Lösung des Rätsels“ verkündet, auch ein Behind the Paper und ein Thread vom 1. Autor. [17:15 MESZ] Ein CfA Release und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [17:45 MESZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier und hier und ein Podcast]

Ein Rückblick auf die SoFi vom 10. Juni – und ein detaillierter Ausblick auf die interessantesten Sonnenfinsternisse im weiteren Verlauf dieses Jahrzehnts in den 65. „Streifzügen“ (die jetzt seltener werden, da das Bochuner Planetarium nach großem Umbau [S.12-13] und Pandemie-Pause am 17.6. wieder öffnen kann) – auch eine rumänische TV-Sendung mit Bildern aus vielen Ländern, Artikel hier und hier, ein weiteres Video mit aufgehender Sichel und mehr Fotos hier, hier, hier, hier und hier. Und die Sonne – mit einsamem Fleck – gestern hier und hier und vorgestern hier und hier. [0:25 MESZ]


14. Juni

Ein neuer Schwung Märse von der Hope-Mission der VAE vom März von dessen eXploration imager – auch Animationen des letzten und aller Flüge des Mars-Helikopters, was Perseverance so sieht (auch ein Artikel), chinesische Visionen einer MSRM und andere Pläne (ein Thread [NACHTRAG: und mehr und mehr]), JUICE jetzt im großen Weltraum-Simulator und was der NEO Surveyor bringen soll [NACHTRAG: noch ein Artikel]. Sowie Beobachtungen eines gerade mit einer Pegasus gestarteten geheimen Satelliten zur Überwachung anderer – und für $28m versteigert wurde ein Sitz im New Shepard: Gedanken zum Kosten/Nutzen-Verhältnis hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MESZ]


13. Juni

Der zwei Tage alte Mond und die Venus gestern Abend über Bochum-Querenburg: mehr Bilder dieses Bloggers hier, hier und hier sowie aus den Niederlanden, dem U.K., Italien, Spanien mit Erdschein und Marokko sowie zuvor aus Russland, Japan, den Philippinen und Australien und Tags zuvor aus Arizona, Kalifornien, Kanada, Sachsen, Hessen, Libyen und am Tage. Und es gibt inzwischen täglich Leuchtende Nachtwolken: Bilder aus den Nächten 12./13. Juni (mehr), 11./12. Juni (mehr), 10./11. Juni (mehr und mehr) und 9./10. Juni – während am 3. Juni krasser Airglow über Kanada auftrat. [1:00 MESZ]

Nahe eines der Flügel des Adlers, bei Okab (Zeta Aql) und Epsilon Aquilae, ist eine Nova 6. Größe aufgeflammt, die gestern Mittag MESZ von Seiji Ueda mit 8.4 mag. entdeckt wurde und in den folgenden Stunden bis auf 6.2 mag. anstieg. Das Spektrum von TCP J18573095+1653396 alias ZTF19aasfsjq ist klar Nova-artig, hier eine Aufnahme dieses Bloggers von soeben – mal sehen, wie das weiter geht! [2:15 MESZ] Die Nova – die extrem knapp jenseits der (IAU-)Grenze im Herkules liegt – auf einem Bild von gestern 19:20 MESZ, als sie bereits 6.2 mag. hatte. [3:45 MESZ] Die Nova Her 2021 ist heute um rund 1 mag. schwächer geworden, wie die einlaufenden Beobachtungen zeigen – auch ein Spektrum und ein Nachweis im Gamma-Bereich durch Fermi. [15:15 MESZ] Ein Diskussions-Forum über und Links zu Vergleichsstern-Karten für die Nova. Und heute kommt es zur letzten Mond-Mars-Konjunktion vor dem Entschwinden des letzteren: weitere Grafiken für Europa hier und hier und die Lage über Japan heute ohne Mars aber mit Venus. [18:25 MESZ]

Der Mond mit dem Mars, der sich für’s bloße Auge kaum mehr gegen Dämmerung und später Extinktion durchsetzen konnte, heute Abend über Bochum [NACHTRAG: Bilder hier, hier, hier, hier und hier auch mit Venus, Pollux und Castor] – auch Bilder aus Spanien, Rumänien und dem U.K., ferner der Jupiter gestern, vorgestern (mehr) und am 8.6., 7.6. und 6.6. (mehr), der Saturn am 8.6., eine Bestätigung der Asteroiden-Mond-Entdeckung durch Amateure, Komet 7P am 6.6., die Sonne heute [NACHTRAG: der Sonnenfleck ist ein alter Bekannter], gestern (mehr) und vorgestern und mehr NLC von vergangener Nacht hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Sowie der Betriebsbeginn des ELT erst 2027, der Weiterbetrieb von SOFIA trotz drohender Einstellung, ein Video über die Archenhold-Sternwarte, mehrere Vorträge über Sonnen-Forschung (über die rechte Sidebar) – und die Nächte eins, zwei und drei der Texas Star Party Online, jeweils viele Stunden. [23:55 MESZ]


12. Juni

Endliche neue Mars-Bilder von Zhurong – und was für welche!

Denn auch das Bild oben (zwei verschiedene Ausschnitte) ist keine Montage sondern ein echtes Foto, aufgenommen von einer separaten kleinen Funk-Kamera, die der chinesische Mars-Rover fallen ließ, bevor er sich zu seiner Landeplattform zwecks eines coolen Selfies gesellte. Zu anderen gestern veröffentlichten Bildern gehört eine detailreiche Aufnahme der (Ausschnitt und Totale), auf der u.a. Bilder der Olympia-Maskottchen und unter der ein markanter Krater zu erkennen sind, und ein großes Panorama (Ausschnitt unten): auch ein Video über die Bilder, eine VR-Umsetzung und weitere Verarbeitung des Panoramas.

Nicht nur Tianwen-1 hat Zhurong auf dem Mars aufgenommen („Zhurong-Lander-Hardware …“), auch HiRISE auf dem MRO hat hingeschaut: hier der Lander mit Lande-Spuren und der Rover sowie die Backshell und der Fallschirm, auch der Hitzeschild wurde gesichtet. Auch Artikel zu den neuen Bildern von unten und oben hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier und hier] – derweil beginnt die erste Forschungs-Kampagne von Perseverance, mit dem Helikopter zur Unterstützung der Reise-Planung. Sowie die Aufzeichungen eines Webinars zur Lande-Prozedur [1:00]

Mehr frischer Ganymed von der JunoCam im Jupiter-Orbit in Verarbeitung von Kevin Gill, der sich hier des Kraters Tros angenommen hat, auf dem Bild unten links. Auch Artikel hier und hier zu den Juno-Bildern, die erfolgreiche Beobachtung eines Doppel-Trojaners und Ziels von Lucy bei einer Sternbedeckung im Mai, der Start vom Cosmic Infrared Background Experiment-2 (CIBER-2) auf einer Rakete, ein Start von vier Satelliten in China [NACHTRAG: weitere Artikel hier, hier und hier], ESA-Nutzlasten auf einem Holz-Satelliten, ein Space Domain Awareness Satellite mit Pegasus-Buchung, die Vorbereitungen des ISS-Besuchs von Maurer, die Start-Vorbereitungen für Shenzhou 12 zu Tianhe – und der erste Orion heißt nun Bremen. [1:00 MESZ]

Da waren’s 3: Auch ESA gibt grünes Licht für Venus-Mission

Binnen weniger Tage hat sich die Zahl der konkret geplanten Venus-Besucher um drei erhöht: Erst wählte die NASA zwei Missionen aus, im Rahmen des Discovery-Programms – und nun hat die ESA den Venus-Orbiter EnVision ausgewählt, als 5. Mittelklasse-Mission der Cosmic Vision und mit Start zwischen 2031 und 2033. Die Entscheidung für die komplexe Venus-Mission ist dem Vernehmen nach ganz unabhängig von der NASA gefallen: auch ein NASA-Statement [NACHTRAG: und eins vom Akatsuki-Projekt der JAXA] zu nun drei neuen Missionen und Artikel hier, hier, hier und hier und zuvor zur neuen Venus-Liebe hier, hier und hier. Noch mehr Weltraum-Politik: Die NASA steht nun hinter dem Weltraum-Teleskop NEO Surveyor – und die ESA stellt mit „Voyage 2050“ die Weichen für die nächsten Jahrzehnte Wissenschaft und hat vier Kandidaten für einen Earth Explorer, Start 2031–32. [1:00 MESZ]