Allgemeines Live-Blog ab dem 13. Januar

13. Januar 2019

17. Januar

Eine Radarabbildung des CNES-Satelliten MICROSCOPE mit zwei entfalteten Deorbiting-Segeln, aufgenommen mit dem TIRA-System des Fraunhofer FHR – eine Technologie zur Entsorgung von ausgedienten Satelliten, die immer ernster genommen wird. Auch ein Satelliten-Fehlstart im Iran (mehr, mehr und mehr) – und ein Demonstrator für künstliche Sternschnuppen (zum Spaß) auf einer Epsilon-Rakete in Japan heute Nacht (sowie noch bizarrere Ideen); einen Webcast gibt’s hier, Startfenster 1:50-59 MEZ.

Fortschritte mit der Orion-Kapsel und dem europäischen Service-Modul – und auch mit dem SLS dazu, an dem trotz Shutdown weiter gearbeitet wird. Ferner Bilder von der Rückkehr des letzten Dragon, die Gemüse-Zucht in der Antarktis – und die bevorstehenden Tests mit dem „Starship“-Demonstrator von SpaceX: Updates.

Der ExoMars Testing Rover (ExoTeR) im Planetary Utilisation Testbed der ESA bei Software-Tests – auch neue Erkenntnisse zur Venus-Atmosphäre von Venus Express & Akatsuki, ein Paper mit „polarization measurements of the prompt emission of five Gamma-Ray Bursts“ mit dem GRB-Polarisationsdetektor POLAR auf Chinas Tiangong-2 (ein Artikel dazu), wieder Forschung mit Hubbles WFC3 (ein Artikel), die Finalisten für die nächste F-Klasse-Mission der ESA, was der Shutdown für das JPL bedeutet – und was Europäer über die ESA denken & wissen und was nicht … [20:30 MEZ]


16. Januar

Heute Nacht vor 50 Jahren: optische Pulse aus dem Krebs

Im August 1967 war der erste Pulsar entdeckt worden, von einer jungen Radioastronomin – und in der Nacht vom 15. zum 16. Januar 1969, heute früh UTC, wurden die ersten Pulse eines (anderen) rasant rotierenden Neutronensterns erstmals auch im sichtbaren Licht registriert: von rund 1000 Jahre alten Pulsar im Supernova-Überrest Krebsnebel. Die epochale Detektion (oben eine Summe aus 5000 Pulsen um 4:30 MEZ) in Texas wurde rasch in einem Paper veröffentlicht, es sind aber auch die hingeschmierten Notizen der Astronomen überliefert, es gibt detaillierte Interviews mit ihnen und sogar einen O-Ton des Moments der Entdeckung. Seither sind noch von ein paar Pulsaren mehr optische Pulse registriert worden, aber keiner ist annäherend so hell wie der Krebspulsar: Der lässt sich sogar mit Amateurmitteln nachweisen, wie hier 2013 und hier 2017 mit mehr Aufwand (Fortsetzung und noch eine) beschrieben – auch weitere Schlüssel-Papers zum Pulsar-Phänomen. [0:25 MEZ] Ein Rückblick auf 2017 – und ebenfalls heute vor 50 Jahren dockten Soyuz 4 und 5 im Orbit, das erste entsprechende Manöver zweier Raumschiffe mit Crews. [19:55 MEZ. NACHTRÄGE: späte Artikel zum Rendezvous hier und hier]


15. Januar

Endlich neue Perspektiven auf 2014 MU69 von New Horizons im Anflug sind gerade publik geworden, wenn auch ohne weitere Details dazu – es ist aber gut erkennbar, dass das Objekt lang gestreckter als auf den Anfang Januar vorliegenden Nahaufnahmen ist. Auch moderates Pflanzen-Wachstum auf dem Mond in Chang’e-4 (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und eine PK zur Mission und was folgt (einige Live-Tweets und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein früheres Paper zu den Plänen), das InSight-SEISmomenter tiefer gelegt, Hubbles WFC3 wieder heil – und ein Himmelskatalog mit 2 Milliarden Infrarot-Quellen von der WISE-Mission. [18:50 MEZ. NACHTRÄGE: mehr neue MU69-Bilder, auch animiert, sortiert und prozessiert sowie auf der Rohbilder-Seite, mehr Chang’e-4 hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und alle Updates zu Hubbles WFC3]


14. Januar

Der Schweif des Asteroiden (6478) Gault nach einer Kollision, aufgenommen vom Instituto de Astrofísica de Canarias mit einem 46-cm-Teleskop auf Teneriffa: auch Bilder von gestern und vorgestern (mehr) und die ‚richtigen‘ Kometen Iwamoto und 60P vorgestern und Wirtanen am 11.1. (mehr) – plus eine Reihe Konjunktionen. [16:45 MEZ]


13. Januar

Die Rückkehr der ersten Stufe der ersten Falcon 9 des Jahres vorgestern auf der ‚Just Read the Instructions‘ nach dem Start von 10 Iridium-Satelliten – auch das Abdocken des jüngsten Dragon heute von der ISS und eine kuriose Demonstrations-Rakete von SpaceX. Derweil macht der russische Astro-Satellit Spektr-R Probleme (weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier), das Weltraum-Segment des Projekts RadioAstron, es gibt ein detailliertes Paper über das Versagen des PicSat (Einblicke in ein gescheitertes CubeSat-Projekt; mehr Tests hätten vielleicht geholfen), ein Tool zum Gucken von TESS-Lichtkurven – und ein neues Paper zum Venus-Orbiter Akatsuki, in dem dessen Beobachtungen von lang gestreckten Mustern der Atmosphäre in Simulationen nachvollzogen werden. [22:20 MEZ. NACHTRAG: Der Dragon ist frei und abgereist – und Spektr-R hat wieder nicht gehorcht. NACHTRAG 2: Der Dragon ist sicher gewassert – und Spektr-R arbeitet eigentlich normal, auch wenn seine Elektronik schon zu viel Strahlung abbekommen haben dürfte. NACHTRAG 3: der zurück gekehrte Dragon, nach seinem 2. Einsatz]

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AAS 233: Was sonst noch im Kosmos passierte

12. Januar 2019

Über die ersten zwei Pressekonferenzen während der 233. Tagung der American Astronomical Society in Seattle vom 6. bis 10. Januar wurde schon berichtet (erste drei Items), hier gibt es Bilder von und Links zu den anderen sechs und noch einiges mehr. Aufzeichnungen aller 8 PKs sind hier zu finden und hier die Viewgraphs der Präsentationen unter deren Titeln.

Der fernste stark von einer Gravitationslinse verstärkte Quasar ist bei einer Rotverschiebung von 6.5 entdeckt worden [alt.]: Eine Vordergrundgalaxie lässt ihn um einen Faktor ~51 heller erscheinen, als er in Wirklichkeit ist, und die wahre Leuchtkraft sind ~11 – und nicht die vermeintlichen 600 – Billionen (Amerikanisch ‚trillions‘) Sonnenleuchtkräfte. Das korrekt zu kommunuzieren (Press Releases hier, hier, hier, hier und hier) – scheint aber reichlich schwer zu sein. Und die Haupterkenntnis ist, dass die meisten gelinsten Quasare bei z > 6 übersehen werden dürften. Von der 2. PK am 9. Januar, wo es auch dies gab:

Ein Stern wurde vom SMBH einer Galaxie zerrissen und sandte Röntgenstrahlen aus, die quasiperiodisch oszillierten: Da sie sehr nah am Schwarzen Loch erzeugt wurden, lässt sich auf dessen Rotationszustand schließen: Press Releases hier, hier, hier und hier und ein Artikel.

Ein Jet aus dem Zentrum der Radiogalaxie Cygnus A ist an einer Gaswolke abgeprallt und hat sich durch die Wand einer Blase im intergalaktischen Raum gebohrt: Eine sehr tiefe Röntgenaufnahme von Chandra klärt jetzt die Verhältnisse.

Bilder der „Physics at High Angular Resolution in Nearby GalaxieS“ oder PHANGS bei dem das Radio-Interferometer ALMA 100’000 Sternentstehungs-Gebiete in 74 Galaxien kartiert hat: Die Effizienz der Sternbildung nimmt mit der Galaxien-Masse ab, jedenfalls in den meisten Fällen.

Aus der 2. PK am 8. Januar ein HRD aus Sternen, die die Sloan Digital Sky Survey nebenher mit zusätzlichen Glasfasern spektroskopiert hat, um eine umfassende ‚Bibliothek‘ der Sterne der Milchstraße zu erstellen.

Die Geschichte der Sternentstehung in der LMC aus SDSS-Daten (oben) und modelliert: Erst lag die Bildungsrate bei nur 1/50 der der Milchstraße – aber nach der Kollision der beiden Magellanschen Wolken versechsfachte sie sich am Ende.

Ein Nachweis verschmelzender Galaxien durch SDSS-Messungen der Geschwindigkeits-Muster in den Scheiben. Die schiere Menge und de Vielfalt der Ergebnisse der seit zwei Jahrzehnten laufenden SDSS verblüffen immer wieder – und es wird schon bis mindestens 2025 geplant

Die Entdeckung von 13 neuen Fast Radio Bursts mit CHIME, einen neuen speziellen Radioteleskop, inklusive des 2. Repeaters, war Gegenstand der 1. PK am 9. Januar, von Press Releases hier, hier, hier, hier, hier und hier, einem Essay und Artikeln hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (kritisiert hier und hier), hier und hier [NACHTRAG: und hier].

Der Magnetar PSR J1745-2900 im Galaktischen Zentrum ist dank seiner Nähe zu Sgr A* als solcher interessant – und weist gewisse Ähnlichkeiten mit den FRBs auf, was immer das bedeutet.

Die Reaktion des Schwarzen Lochs MAXI J1820+070 auf einen Sternen-Sturz hinein wurde mit zwei (!) Astronomie-Instrumenten auf der ISS, MAXI und NICER, verfolgt: ein weiterer Press Release und Artikel hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier und hier – plus das Paper].

Der außergewöhnliche Transient 2018 ATcow war alleiniger Star der letzten PK, mit Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikeln hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier] – und seine Natur blieb herzlich unklar, trotz einer Datenfülle sondergleichen: exotische Supernova oder Gezeiten-zerissener Stern?

Die bewegten Strukturen in der Scheibe um AU Mic, die eine schlechte Nachricht für Planeten-Bildung sein könnten, Hinweise auf die Entstehung heißer Jupiter nahe am Stern (anstatt durch Heranwandern), eine Exoplaneten-Massenbestimmung durch Microlensing Parallaxe und Zweifel am Core Accretion Runaway Growth Scenario für Gasriesen (ein Press Release) waren Gegenstand der 1. PK am 8. Januar.

Immer leistungsfähigere Adaptive Optik wie SCExAO am Subaru-Teleskop zeigen Planeten neben ihren Sternen mit wachsener Deutlichkeit, wie im unteren Beispiel von der 1. PK am 10. Januar zu sehen (oben Mira mit einen Hotspot, im Vergleich zu einem kleinen Stern).

Die jährlichen Veröffentlichungen des Kepler-Projekts, wobei der blaue Balken-Anteil auf Daten aus der Primär-Mission basiert: Auch nach deren Ende und Übergang zur K2-Mission werden laufend weitere Entdeckungen in ihren Daten gemacht und neue Planeten gefunden – z.B. durch neue Auswerte-Techniken für dichte Felder in Sternhaufen.

Auf den sehr jungen Stern ID8 in NGC 2547 fällt öfters mal was, wie die IR-Lichtkurve von Spitzer zeigt: Planetenbildung ist ein chaotischer Prozess.

Der Planet von Barnards Pfeilstern ist zwar in einer harmlosen Situation bzgl. harter Strahlung von seinem (Zwerg-)Stern, dafür aber auch extrem kalt – doch wenn es zu starker geothermaler Heizung der Supererde kommen sollte, wäre er vielleicht bewohnbar: ein Press Release und Artikel hier und hier [NACHTRAG: und hier].

Ebenfalls von der 233. AAS-Tagung: sonifizierte Lichtkurven von Sternen (eine originelle Zugabe dazu), Gaias Sternströme interaktiv in 3D, zirkumstellaren Wechselwirkung der Typ-Ia-Supernova 2015cp (ein Press Release und ein Artikel), die wenigen Begleiter der Galaxie Messier 94 (ein Press Release), eine neue Methode der Stern-Datierung und SETI-Suchen systematisiert (ein Artikel). Plus Berichte zu den Tagungs-Tagen eins, zwei und drei [NACHTRAG: und vier] und Video-Logs hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier].

Allgemeines Live-Blog vom 5.-11. Januar 2019

5. Januar 2019

11. Januar

Gegenschüsse auf der Mondrückseite: Der chinesische Rover Yutu II und sein Lander Chang’e-4 haben sich letzte Nacht gegenseitig fotografiert, nachdem der aus der Siesta erwachte Rover um den Lander herum gefahren war – was bereits als kompletter Erfolg der Mission dargestellt wird (mehr, mehr und mehr).

Zuvor war ein pixelreiches Panorama von Chang’e-4 aus vor der Weiterfahrt des Rovers veröffentlicht worden (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr): hier drei Ausschnitte aus dem über 7000 Pixel langen Streifen, der mit Yutu II in voller Auflösung. Den Farbstich der anfangs gezeogten Bilder hat man in den Griff bekommen.

Und ebenfalls endlich präsentiert wurden das Video der Landung (mehr, mehr und ein Vergleich mit Chang’e-3), ein Video vom Herabrollen von Yutu II von der Rampe und noch ein anderes davon – auch eine knappe Mitteilung des Erfolgs und eine Sondersendung des Fernsehens heute (fast eine Stunde in Englisch; Aktuelles ab Minute 33, Action bei Minute 44!) sowie weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Derweil ist Indiens Mondlandung auf frühestens April gerutscht (mehr, mehr und mehr). Und New Horizons sendet wieder Daten, sogar beschleunigt, aber immer noch langsam – auch ein 2-Seiten-‚Paper‘ zu den Erkenntnissen über 2014 MU69 zuvor, Überlegungen zu dessen Gestalt, die Regeln zum Namen und wie das so war um den Jahreswechsel. Und es gibt eine neue Bahnbestimmung von Ryugu, 15 Jahre deutsche Mars-Kamera im Einsatz auf Mars Express, einen Wüsten-Test von KI-Software für Planeten-Rover – und DSCOVRs Erde als Exoplanet benutzt, durch Mittelung der EPIC-Bilder auf ein Pixel.

Der erste Falcon-9-Start des Jahres heute bei Sonnenaufgang in Kalifornien mit 10 Iridium-Satelliten: weitere Screenshots hier, hier und hier und noch mehr hier, Fotos hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier. Der allererste Start des Jahres war aber ein chinesischer (Artikel hier und hier und Videos hier und hier) – während der Testflug des Crew Dragon endgültig auf Februar gerutscht ist. [19:15 MEZ. NACHTRÄGE: eine Analyse des Chang’e-4-Lande-Videos und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier] Mehr Falcon-Start-Fotos hier, hier und hier sowie ein Press Release – und ein neuer Termin für den Dragon-Release. [20:25 MEZ] Noch mehr Falcon-Start-Bilder hier, hier und hier und Artikelchen hier und hier und hier. [23:45 MEZ – Ende]

Die Dark Energy Survey is nach sechs Jahren abgeschlossen

Vorgestern wurden die letzten Daten gewonnen für die große Himmelsdurchmusterung mit einem 4-Meter-Teleskop in Chile + Riesen-Kamera, aber die Auswertung wird natürlich noch Jahre dauern … während die fliegende Sternwarte SOFIA Startverbot hat hat: eine Folge des Shutdowns. Auch ein Mini-Asteroid in ziemlicher Erdnähe, merkwürdiges Verhalten des Erd-Magnetfelds, der 7″-Mars und Wirtanen hier und hier vorgestern, eine Feuerkugel über Arizona heute, ein Quadrantiden-Trip, ein französisches Lichtverschmutzungs-Gesetz, jede Menge Goodues von der ESO, die 100 Stunden Astronomie jetzt – und Peter Pachnicke ist tot, der für das Gasometer in Oberhausen viele oft Weltraum-lastige Ausstellungen kuratierte. [18:35 MEZ]


9. Januar

Der Große Rote Fleck am Rand des Jupiter auf einer von Kevin Gill verarbeiteten JunoCam-Aufnahme vom Dezember (andere Bearbeitungen hier und hier) – wie auch Amateur-Aufnahmen von der Erde zeigen, ist das benachbarte Oval „BA“ stark verblasst. Auch ein weiteres aktuelles JunoCam-Bild [NACHTRAG: und noch mehr], eine Erfolgsmeldung vom SEISmomenter von InSight (Details und eine Animation), der Plan für die erste ‚Landung‘ von Hayabusa 2 zur Probenentnahme in der Woche ab dem 18. Februar, die Taufe von Features auf Ryugu und der Untergang der 1. Generation von Asteroiden-Ausbeutern. Plus ein Ausfall der WFC3 auf Hubble (wobei evtl. der Shutdown Maßnahmen erschweren könnte), ein GOES-Instrumenten-Problem, wie SpaceX Fairings fangen will, der bevorstehende Dragon-Abschied von der ISS, noch ein Gerst-Interview – und die Gemüse-Ernte in der Antarktis. [14:45 MEZ] Das HST-Problem und der Shutdown … [17:00 MEZ] … dito. [23.30 MEZ. NACHTRAG: Aber sonst geht’s Hubble gut … NACHTRAG 2: … und es wird sehr wohl an der Kamera gearbeitet!]


7. Januar

Ein infraroter Daten-Kubus des Orion-Nebels von SOFIA

ist auf der ersten PK der 233. AAS-Tagung vorgestellt und diskutiert worden: In RA/Dec-Darstellung sieht er aus wie ein simples Bild – aber hinter jedem Pixel des Instruments GREAT verbirgt sich ein komplettes Spektrum, aus dem sich wiederum die Geschwindigkeits-Struktur des Gases ergibt. Auf der PK wurde das auf zwei Weisen animiert: mit der IR-Karte wie am Himmel, während die Geschwindigkeit verändert wurde – und als pseudo-dreidimensionale Figur, quasi den Daten-Kubus selbst, um den dann herum geflogen wurde. Der Hauptstern des Trapezes hat demnach eine Blase in den Raum geblasen, 2000 Sonnenmassen, die mit 13 km/s expandieren. [23:20 MEZ. NACHTRAG: Pressmitteilungen von DSI und MPIfR und ein PR aus Leiden dazu] Ebenfalls Gegenstand der AAS-Tagung und der gerade laufenden 2. PK: die dritte Exoplaneten-Entdeckung des Satelliten TESS. [23:30 MEZ] Wie TESS viele nahe Exoplaneten finden dürfte – von denen bisher nur wenige bekannt sind: Die drei Entdeckungen bisher passen ins Bild. [23:50 MEZ. NACHTRAG: die Grafik animiert] TESS hat nebenbei auch schon 6 Supernovae gefunden – und seine Daten sind sehr populär. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: TESS-Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Die Triangulum-Galaxie mit 665 Millionen Hubble-Pixeln, in die man mit diesem Tool hinein zoomen kann, ist anlässig der 233. AAS-Tagung heute online gegangen: 54 Aufnahmen der ACS sind für dieses fette „Legacy“-Bild gemacht worden [NACHTRAG: für das ein angemessen großer Bildschirm so aussieht]. Ebenfalls von der Tagung – Impressionen hier und hier – auch 13 Fast Radio Bursts vom Teleskop CHIME. Und die Slides eines Vortrags über den interstellaren Besucher ‚Oumuamua. [23:05 MEZ]

Bürgerforscher entdecken eine habitable Supererde in K2

Auf der ersten Pressekonferenz der 233. AAS-Tagung – Aufzeichung demnächst hier („Stars & Planets …“) – wurde die Entdeckung des Exoplaneten K2-288Bb vorgestellt: ein Planet mit 1.9 Erddurchmessern eines Doppelsterns, dessen sekundäre Komponente er alle 31.4 Tage in dessen habitabler Zone umkreist. Und gefunden hatten die Transits dieses Planeten die Freiwilligen der „Exoplanet Explorers“ in den Daten des Kepler-Satelliten während seiner K2-Mission: Bereits früher hatten dieses Bürgerforscher-Programm das System K-138 entdeckt. Und zu dessen 5 Planeten ist nun, wie auf derselben PK verkündet, ein sechster dazu gekommen ist, der damals nur angedeutet war: Spitzer hat ihn bestätigt. Es ist erst das 9. Exoplaneten-System mit 6 oder mehr Planeten … das sich auch gut sonifizieren lässt: So „klingt’s“ bei K2-138. [22:55 MEZ. NACHTRAG: U. Chicago zum 1. Fall]

Der Moment, als das erste deutliche Bild von 2014 MU69 auf einem Bildschirm erschien … und in dem Thread erfährt man auch, dass das New-Horizons-Projekt offenbar bereits auf einem besseren Bild sitzt als bisher vorgezeigt wurde: Das wird erst im Februar gezeigt. Außerdem das Nahen der Landung von Hayabusa 2 auf Ryugu, CubeSats als Begleiter der erhofften Hera-Mission, ein weiteer tl;dr-Artikel über Opportunity, der weiter schweigt, der teure Ausfall von WorldView 4, auch für gelandete Astronauten ESA Crew Support – und gespannte Erwartung des Crew-Dragon-Testflugs in vielleicht einem Monat. [21:10 MEZ]

Ein 1-km-Asteroid stets weit innerhalb der Erdbahn

und auch fast komplett innerhalb der Venus-Bahn ist der neu entdeckte 2019 AQ3: große Halbachse 0.6 au, Umlaufszeit 1/2 Jahr, der Erde nie näher als 1/4 au – ein durchaus exotischer Fall, der Zwicky Transient Factory ins Netz gegangen, von der auch diese Aufnahme von Komet Wirtanen stammt. Auch der aktiv gewordene Asteroid (6478) Gault mit Schweif (nach einer Kollision? [NACHTRAG: weitere Bilder und Details hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]), der Komet 60P/Tsuchinshan gestern (schwach aber schöner Staubschweif), wie der Mond von Asteroid 2016 AZ8 per Radar entdeckt wurde, 2018 bedenklich zugenommene Lichtverschmutzung auf La Palma – und dieses Blog in einer Liste. [20:55 MEZ]


6. Januar

Die erste Sonnenfinsternis des Jahres läuft – aber (praktisch) nur in Ostasien: ein H-Alpha-Webcast vom Solar Science Observatory in Mintaka, Japan – auch Live-Streams aus Japan, Russland und China und Fotos aus Japan hier (früher und noch früher), hier und hier und China. [2:10 MEZ. NACHTRAG: Die H-Alpha-Bilder als Film, eher wolkig]

Die drei Live-Streams im Weißlicht parallel – moderne Zeiten … und weitere Fotos aus Japan hier und hier. [2:25 MEZ] Mehr Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und noch zwei japanische Live-Streams hier und hier. [2:55 MEZ]

Zumindest in einer Region Japans geht die Finsternis dem Ende entgegen, wie dieser Screenshot aus einem der Webcasts zeigt. Und ein besonders dramatisches Foto. [3:15 MEZ] Kurioses Verhalten eines Ex-Satelliten im Mondschatten als Neben-Beobachtung der SoFi. [3:20 MEZ] Ein Halo als Zugabe für einen der Japaner. [3:30 MEZ] Und Schluss in Japan, wo der letzte Webcast um 3:53 MEZ SoFi-Ende hatte – plus ein Video aus Korea. [3:55 MEZ] Mehr Fotos aus Beijing. [4:05 MEZ] Mehr Bilder hier (mit der ISS vor der Sonne), hier, hier, hier, hier, hier (ein Komposit) und in dieser Slide-Show, eine Beobachtung in Jakutien bei -55°C – und wie der Halbschatten über die Erde sauste. [9:55 MEZ] Beobachtungen in Harbin, China (Ergebnisse hier und hier), und noch mehr aus Beijing. [11:15 MEZ] Bilderstrecken hier und hier, ein Moment, Serien hier und hier, nochmal Yakutien, Komposite hier und hier und ein Artikel. [12:35 MEZ] Ein Zeitraffer, Berichte aus Jakutien und Japan [NACHTRÄGE: mehr und mehr], eine Collage, ein Video und eine Sammlung. [21:00 MEZ. NACHTRÄGE: zwei nette Komposite – und noch mehr Jakutien]


5. Januar

So war das also mit „Weihnachtskomet“ Wirtanen wirklich

Am Abend fast im Zenit stehend ist er zwar mit noch 6. Größe zu beobachten (und auch ’suburban‘ noch ein Fernglas-Objekt … ungesund für die Halswirbel), aber die Wirtanen-Show – die sich genau an die Vorhersage hier gehalten hat – geht zuende: oben und unten Bilder vom 2. Januar von Michael Jäger mit großem und diesem Blogger mit minimalem Aufwand, auch weitere Bilder von heute (mehr und mehr), gestern, vorgestern und dem 2. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 1. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 31. Dezember (mehr und mehr), eine Sichtung von SWAN – und eine Parallaxen-Messung als Schulprojekt, das sogar Schlagzeilen macht. Ferner eine Radar-Beobachtung von 2016 AZ8 inklusive Entdeckung eines Mondes, ein persistent train, die schwierige Suche nach ‚Planet 9‘, ein Portrait des Purple Mountain Obs., ein Astro-Ballon in der Antarktis, ein Green Flash, eine Aurora aus dem Flieger, Lichtverschmutzung auf La Palma, ein viel beachteter Wiedereintritt bei Neuseeland (mehr, mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und mehr]) – und erneut ein Besucher-Rekord im Planetarium Bochum 2018. [19:15 MEZ] Das Ergebnis von Radar-Beobachtungen von Wirtanen ist u.a. ein Kern-Format von 1.4 x 1.1. km – und Komet 38P vorgestern. [23:55 MEZ]

Weitere Bilder von Queqiao, Chang’e-4 und Yutu II, dem neuen lunaren Trio Chinas: oben und unten Blicke von Relais-Satelliten auf einer Bahn um den Lagrangepunkt 2 des Erde-Mond-Systems auf daeselbe, unten bei anderer Beleuchtung von Erde und Mond mit der noch zusammen gefalteten Radioantenne des Netherlands Chinese Low-Frequency Explorer dominant unten rechts, in der Mitte der weiter gefahrene Rover Yutu II aus Sicht von Chang’e-4 – vor dem Krater biegt er wohl ab. Jetzt ist aber erstmal Siesta in der Mittags-Hitze: auch ein Versuch einer Farbkorrektur des Bildes, Animationen der Abfahrt hier und hier (ein Video wie von Chang’e-3 liegt nicht vor), Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Video [NACHTRÄGE: und ein Press Release zur schwedischen Payload, eine halbstündige CGTN-Sendung und Artikel zu Queqiao, der Siesta der Lander, Chang’e-4, seiner Bahn und Yutu II]. Plus InSight-Fortschritte bei der SEIS-Installation auf dem Mars (Animationen hier und hier), eine indische Venus-Mission mit Mitflug-Gelegenheit, ein Bild von Erde, Mond und Bennu von OSIRIS-REx im Anflug, neuerlich Druck in Sachen NeoCam-Satellit, der Untergang auch von Deep Space Industries als Firma für Asteroiden-Bergbau und das Ende des Public Telescope. Sowie der letzte Orbit-Start 2018 (in China; mehr sowie Bilder und ein Video), die Vorbereitungen für den Testflug des Crew-Dragon ohne Crew [NACHTRAG: ein paar Nahaufnahmen] – und die Tücken des Telefonierens … auf der ISS. [3:05 MEZ. NACHTRAG: was sogar in China Aufsehen erregt]

Bedeutendes am Himmel im Jahre 2019

4. Januar 2019

6. Januar: Partielle Sonnenfinsternis in Ostasien, insbesondere Russland & China.

10.-13. Januar: die 100 Stunden Astronomie, eine Art Auftakt-Event der Festlichkeiten zu 100 Jahren IAU.

21. Januar : Totale Mondfinsternis in den Amerikas und am frühen Morgen in Westeuropa – und mit dämlichen Begriffen beschmutzt.

22. Januar: Konjunktion von Venus und Jupiter am Morgenhimmel.

2. Februar: Der Mond bedeckt den Saturn.

18. Februar: Konjunktion von Venus und Saturn am Morgenhimmel.

Ende Februar: Höhepunkt der ersten Abendsichtbarkeit des Merkur.

10. April: Pallas in Opposition mit 7.9 mag.

21. April: Ostersonntag, einer der spätest-möglichen Termine sowie im Widerspruch zur Astronomie („Oster-Paradoxon„).

Im Mai: Ende der Verfinsternung von VV Cephei.

28. Mai: Ceres in Opposition mit 7.0 mag.

10. Juni: Jupiter in Opposition mit -2.6 mag.

18. Juni: Merkur sehr nah am Mars während der zweiten Abendsichtbarkeit des Merkur; die Sichtbarkeit des Mars endet.

2. Juli: Totale Sonnenfinsternis in Südamerika.

8. Juli: Saturn in Opposition mit 0.1 mag.

16./17. Juli: Partielle Mondfinsternis in Europa, Afrika und Westasien.

8.-20. August: die Venus im Gesichtsfeld von SOHO LASCO C2 (und vom 16.7.-12.9. in C3) – das hellste erwartete planetare Objekt.

13. August: (15) Eunomia in Opposition mit 8.2 mag.

Ende August: Beste Morgensichtbarkeit des Merkur.

10. September: Neptun in Opposition mit 7.8 mag.

28. Oktober: Uranus in Opposition mit 5.7 mag.

11. November: Merkur-Durchgang vor der Sonne am Nachmittag.

12. November: Vesta in Opposition mit 6.5 mag.

24. November: Venus am Abendhimmel in Konjunktion mit Jupiter.

11. Dezember: Konjunktion von Venus und Saturn am Abendhimmel.

26. Dezember: Ringförmige Sonnenfinsternis in Arabien und Südasien.

Weitere „kosmische“ Ereignisse für 2019 geplant

Veröffentlichung einer marginal aufgelösten ‚Aufnahme‘ von Sgr A*, dem mutmaßlichen Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße, aus Daten des Event Horizon Telescope von 2017 (die Messqualität von 2018 war nicht so gut): vermutlich im ersten Quartal.

Chinas Riesen-Radioteleskop FAST geht in Vollbetrieb – und es wird endlich entschieden, ob das Thirty Meter Telescope nach Hawaii oder La Palma kommt.

Japans Gravitationswellen-Detektor KAGRA läuft an, um einmal die LIGOs und VIRGO zu unterstützen – und der 3. LIGO/VIRGO-Run beginnt im März.

Start der zweiten indischen Mondmission Chandrayaan-2 im Februar und des Mondlanders Beresheet aus Israel auf einer Falcon 9 am 13. Februar.

Start des russischen Satelliten Spektr-RG mit dem deutschen Röntgenteleskop eROSITA – nach x Verschiebungen jetzt für den 1. April (kein Scherz) angesetzt.

Start des ESA-Satelliten CHEOPS zur Exoplaneten-Forschung im Oktober.

Start von Chinas Chang’e-5 zum Mond zur ersten Proben-Rückhol-Mission Ende des Jahres.

Auswahl der nächsten großen interplanetaren NASA-Mission im New Frontiers-Programm zwischen Dragonfly und CAESAR im Juli.

Erste Starts von Menschen zur ISS mit kommerziellen Kapseln irgendwann im Sommer, nach jeweils einem Testflug von Crew Dragon und CST-100 ohne Crew, und erste suborbitale Touristen-Flüge – vielleicht.

Erster Orbitalstart des Launcher One von Virgin nach Abwurf von einem Jumbojet, Anfang des Jahres.

Nur eine Handvoll mehr oder weniger gespannt erwartete Science-Fiction-Filme haben relativ feste Starttermine: Iron Sky: The Coming Race am 16. Januar (Finnland) / 21. März (Deutschland), Captive State am 29. März (USA) / 11. April (Deutschland), Ad Astra am 24./23. Mai, Men in Black: International am 14./13. Juni und Star Wars: Episode IX am 20./19. Dezember; weitere Filme mit unklaren Status sind hier, hier und hier gelistet.

Runde Jahrestage im Jahr 2019

Vor 400 Jahren

… postuliert Johannes Kepler einen Strahlungsdruck der Sonne, der die Kometenschweife von ihr weg drückt (im Buch De Cometis Libelli Tres 1619).

Vor 250 Jahren

… treibt ein Venus-Durchgang vor Sonne Expeditionen in alle Welt, die größte Basislinie bilden Nordnorwegen und Tahiti (1769).

Vor 150 Jahren

… wird das Periodensystem der chemischen Elemente aufgestellt, dem ein Internationales Jahr gewidmet ist.

Vor 100 Jahren

bestätigt eine totale Sonnenfinsternis eine wesentliche Voraussage der Allgemeinen Relativitätstheorie (29.5.1919).

… veröffentlichte Barnard den ersten Katalog von Dunkelwolken.

… beginnt bei Zeiss der Bau des ersten Projektions-Planetariums, das 1923 fertig wird.

Vor 75 Jahren

… weist Kuiper die Atmosphäre des Saturnmonds Titan nach.

… erfindet Maksutov den Maksutov.

Vor 50 Jahren

… finden vier Apollo-Missionen statt, von denen drei den Mondorbit erreichen und zwei die Mondoberfläche.

… passieren Mariner 6 und 7 den Mars (31.7. bzw. 5.8.1969).

Vor 40 Jahren

… passieren die beiden Voyager-Sonden den Jupiter (5.3. bzw. 9.7. 1979), die ersten beiden Planeten-Besuche des Programms.

… wird erstmals ein Kometensturz in die Sonne beobachtet (vom Satelliten SOLWIND; 30.8.1979).

… wird die erste Gravitationslinse entdeckt, der ‚Doppelquasar‘.

… geht das MMT in Betrieb, das erste optische Großteleskop mit segmentiertem Spiegel.

Vor 30 Jahren

… passiert Voyager 2 den Neptun (25.8.1989), der 6. und letzte Planeten-Besuch des Programms.

… starten die Astronomiesatelliten Hipparcos und COBE und die Venus- und Jupiter-Orbiter Magellan und Galileo (8.8. bzw. 18.11. und 4.5. bzw. 18.10.1989).

… demonstriert der Fall „Kalte Fusion“, wie Wissenschaft schief gehen und sich dann selbst korrigieren kann.

Vor 25 Jahren

… stürzen die Fragmente von Komet Shoemaker-Levy 9 auf den Jupiter (16.-22.7.1994).

… wird der erste Mond eines Asteroiden direkt nachgewiesen (Dactyl bei Ida durch Galileo; 17.2.1994).

… tritt Clementine in den Mondorbit ein (19.2.1994).

Vor 20 Jahren

… gibt es zum ersten Mal seit über 100 Jahren eine totale Sonnenfinsternis in Mitteleuropa (11.8.1999).

… starten die großen Röntgensatelliten Chandra der NASA und XMM Newton der ESA (23.7. bzw. 10.12.1999).

Quellen und weitere Infos: Das Jahr 2019 – ein astronomischer Überblick, der Sternenhimmel des Jahres, Astronomische Ziele 2019, die Weltraumspektakel erwarten uns 2019, six unmissable celestial events of 2019, 2019 bietet astronomische Glanzpunkte, IMO Meteorstrom-Kalender 2019, Celestial Highlights in 2019, 2019 Skywatching, top sky-watching events coming in 2019, five eclipses, what’s ahead in space, ein Ausblick auf das astronomische Jahr, Höhepunkte im Astronomiejahr 2019, six eclipses, solar and lunar eclipses in 2019, Spaceflight Now Launch Schedule, Launches and Landings der NASA, Preview 2019 der ESA, 2019 spaceflight events you don’t want to miss, Space in 2019, 2019 What’s Ahead in Space, Space Missions to Watch in 2019, JPL Space Calendar, science in the new year, what will be the big science stories of 2019 – und Paturi, Schlüsseldaten Astronomie sowie diese Seite vor einem Jahr.

Live-Blog zu New Horizons bei 2014 MU69 (u.a.)

30. Dezember 2018

3. Januar 2019

2014 MU69 in 3D, aus zwei Bildern in 30 Minuten Abstand mit 300 und 140 Metern pro Pixel und mit MVIC-Daten coloriert: Für den Stereo-Effekt muss man mit parallelen Augen ‚durch den Bildschirm‘ gucken; es gibt das Bild auch in Anaglyphen-Darstellung und blinkend. Ansonsten hieß es auf der letzten PK noch, dass die beiden Hälften dieselbe Farbe haben (wie auch bei Doppelobjekten im Kuipergürtel üblich), was das Szenario der lokalen Akkretion bestätigt, und dass bisher weder Monde noch Ausgasungen o.ä. gefunden wurden, man aber weiter sucht. Wegen Sonnenkonjunktion pausiert der Downlink 5 Tage und geht am 10.1. weiter. [20:25 MEZ] Die heutigen Visuals und ein Press Release. Oh, und die NASA entschuldigt sich für falsche Federn, mit denen sich auf der gestrigen PK der PI geschmückt hatte … [20:45 MEZ] Das Blink-Bild extra-nervös und farbig. [21:25 MEZ] Die PK komplett und Artikel hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: animierte Rohbilder, ein simulierter Vorbeiflug, ein Interview mit MOM und Artikel hier, hier und hier]

Ein Rad des zweiten Mondrovers Chinas … der Yutu II heißt

Ein kürzlich eingetroffenes Bild von der Mondrückseite vor dem Herunterrollen des Rovers von Chang’e-2 – der, wie originell, gerade Yutu II getauft wurde, also zweites Jade-Kaninchen. [15:55 MEZ] Yutu II ist um 15:22 MEZ auf die Oberfläche gerollt. [16:10 MEZ] Keine Bilder der Operation bisher, aber noch ein Kommentar … und mehr Scherzchen hier und hier. [16:30 MEZ] Meine Güte, noch mehr hier und hier … [17:00 MEZ]

Und da steht er auf der Mondoberfläche, Chinas zweiter Mond-Rover Yutu II! [17:10 MEZ] Und … schon wieder ein Scherz – wirklich ungewöhnlich viele anlässlich einer Mission. [17:15 MEZ] Eine chinesische PM und ein Artikelchen zur Abfahrt des Rovers – und ein Vergleich Chang’e-3/4. [18:00 MEZ. NACHTRÄGE: die Landestelle im LRO-Bild und in globalem Kontext, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein TV-Beitrag, ein Interview – und eine SF-Kurzgeschichte über die wahren Pläne des Rovers …]

Die ersten Bilder von Chang’e-4 von der Rückseite des Mondes! Auch in groß. Und CGTN berichtete schon wieder, diesmal 4 Minuten zu Beginn der 13:00-Uhr-Nachrichten; weitere Artikel hier, hier, hier und hier. [6:15 MEZ] Ein Video vom Abstieg (1:11-22) – sehr schräg abgefilmt … [6:25 MEZ] … und wie im Kontrollraum gefeiert wurde, plus weitere Artikel hier und hier. [6:45 MEZ] Ein besseres Video der Landung, zusammengeschnippelte Visuals, Press Releases zu Nutzlasten aus Kiel und Schweden, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, längere TV-Berichte hier und hier und Scherzchen hier, hier und hier – und Indiens zweite Mondmission verspätet sich erneut. [15:45 MEZ]

Heute Nacht landet Chinas Chang’e-4 auf der Mondrückseite

Und zwar zwischen 1:30 und 2:00 MEZ nach Berechnungen von Radioamateuren, die die ganze Mission intensiv analysiert haben: Aus Sorge um eine Bruchlandung ist keine Live-Übertragung geplant: ein älterer Press Release aus Hongkong zum Camera Pointing System und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [0:15 MEZ] Man schaut in chinesische Medien, aber da tut sich nix. [1:00 MEZ] Dito auf dem Weibo-Kanal von CLEP, China’s Lunar and Deep Space Exploration Program. [1:35 MEZ] Landung erst im 3:00 MEZ? [2:15 MEZ] Auch in China rätseln sie, keiner sagt was. [2:50 MEZ]

Anmoderation eines längeren Vorberichts zur Landung im chinesischen Auslandsfernsehen um 3:20 MEZ – was immer das bedeutet. [3:25 MEZ] Wie u.a. hier berichtet wird, sind chinesische Social Media voll von Meldungen, dass die Landung – um 3:26 MEZ – gelungen sei, aber ein offizielles Statement gibt es nicht. [3:45 MEZ] Es gab einen offziellen Erfolgs-Tweet … der gleich wieder verschwand. [4:05 MEZ] Und im TV steht zwar „makes historic landing“ – aber die Sprecherin sagt’s nicht. [4:20 MEZ] Anderswo erschienen Stories und verschwanden gleich wieder – und der US-Ableger des China-TV „wartet auf Updates“ … [4:25 MEZ] … während ‚inoffizielle‘ Quellen vom Entfalten der Sonnenzellen des – erfolgreichen – Landers vor wenigen Minuten berichten. [4:55 MEZ] Na eeendlich: Das chinesische Staatsfernsehen hat die Landung bestätigt! Und gleich am Beginn der 12-Uhr-Nachrichten. [5:05 MEZ] Und ein entsprechender Tweet einer Staatszeitung. [5:10 MEZ]

Jetzt berichtet auch der englische Dienst des Staatsfernsehens – größere Berichterstattung, aber aktuell dabei nur die blanke Erfolgsmeldung, keine Bilder von der Landung. Und der NASA-Chef gratuliert. [5:15 MEZ] Insgesamt wurde 25 Minuten am Stück berichtet, mit X Einspielern und einem Studiogast und über allerlei Themen, aber zum Status von Chang’e-4 selbst gab es keine Details. Auch erste Artikel hier (die Landezeit 3:26 MEZ stimmte), hier, hier, hier, hier und hier und amtliche Tweets hier und hier. [5:40 MEZ] Möglicherweise ein Bild während des Abstiegs – und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [5:55 MEZ]


2. Januar 2019

So sieht 2014 MU69 aus der Nähe aus – ein perfekter Contact Binary! Aus der Perspektive von New Horizons hier in Voll-Phase, d.h. es ist bis auf dem Rand (unten) kaum Topografie zu erkennen. Aber die Albedo, die am "Hals" am größten ist (Mitte): Hier hat sich – und das passt auch zu den Neigungswinkeln der Landschaft – offenbar feinkörnigeres Material angesammelt, das die Hälften herunter rollte. Und die Doppelgestalt passt perfekt zu den Chords von der Sternbedeckung 2017 (zweites Bild): Entstanden ist der Körper wohl durch die sanfte Fusion zweier Brocken in der Urzeit des Sonnensystems. [20:15 MEZ]

Das beste Bild bisher, 1/2 Stunde vor dem Vorbeiflug aus 28’000 km Abstand mit 140 Metern/Pixel Auflösung: Die Rotationsachse ist etwa um 30° gegen die Sichtlinie gekippt und die Rotationsperiode 15±1 Stunden. Auch ein synthetisches Farbbild mit MVIC-Information dazu gemischt, ein Größenvergleich mit Charon – und die ersten Erkenntnisse zusammen gefasst. [20:45 MEZ] Alle Visuals von der PK, ein Press Release und erste Artikel hier (der war schon weitgehend vorher geschrieben), hier und hier. [20:55 MEZ] Ein Größenvergleich mit anderen Kleinkörpern – und eine Art Comic zu den heutigen Erkenntnissen zum Contact Binary. [21:05 MEZ] Eine Aufzeichnung der Pressekonferenz, ein Artikel, Amateur-Verarbeitungen des Farbbilds hier und hier und eine Interpretation … [21:45 MEZ. NACHTRÄGE: das scheinbare Schwerefeld, ein Comic zur möglichen Entstehung und noch ein Fan-Farb-Bild des Körpers, gestiegene Hoffnung auf extra-scharfe Bilder, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und ein Kuiper-Kalauer]

Drei LORRI-Rohbilder vom Morgen MEZ des 31. Dezember aus rund 900’000 km Entfernung, die gerade erschienen sind: Die „bilobate“ Form – ein halbwegs passender deutscher Ausdruck wäre vielleicht Hantel-Form – und die Rotation in der Himmelsebene, also mit der Achse Richtung Sonne/Erde/Sonde, ist zu erkennen. [0:55 MEZ]

Mehr Bildverarbeitung durch Daniel Bamberger. [1:30 MEZ] Wie zu erwarten nichts Neues (für die Öffentlichkeit) in den vergangenen 12 Stunden, nicht mal ein dürrer Update, ob die Downlinks NYT1 und NYT2 auch gut angekommen sind. Eine Aufzeichnung der gestrigen PK und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [14:05 MEZ] Eine neu verarbeitete Animation der Fern-Bilder. [15:45 MEZ] Offensichtlich ist mindestens ein überzeugendes Bild beim Flyby gelungen. [16:00 MEZ] Das hier auf einem Monitor ansatzweise zu sehen ist. [19:30 MEZ]


1. Januar

2014 MU69 ist eine Erdnuss oder so was Ähnliches: das beste Bild von vor dem Vorbeiflug, samt Größenskala. Man ist sich jetzt auch sicher, dass die Rotationsachse Richtung Sonde im Anflug bzw. Erde/Sonne zeigt, was die flache Lichtkurve erklärt, doch die Rotations-Periode ist noch unklar, kann 15 oder 30 Stunden betragen. [17:40 MEZ] In diesem Press Release auch eine Animation aus drei Bildern. [17:50 MEZ] Es ist sehr wahrscheinlich ein Einzelkörper mit zwei Knubbeln – eine unter Kleinkörpern verbreitete Gestalt. So nah beisammen und noch getrennte Hälften wäre sehr exotisch. [17:55 MEZ] Ein seltener Blick hinter die Kulissen: Versuche zur Bestimmung der Rotation … [18:40 MEZ] Eine NASA-Version des Press Releases, schon viele Fotos aus dem APL, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein TV-Bericht – und hier und hier Argumente gegen den komischen ‚Spitznamen‘ von 2014 MU69. [23:35 MEZ. NACHTRÄGE: ein linguistischer Thread und ein ellenlanges Essay dazu]

Der Vorbeiflug war erfolgreich, die Daten sind im Kasten

Pünktlich ist die „Phone Home“-Message von New Horizons im APL eingetroffen (oben die Szene nach den ersten Sekunden Telemetrie): Der Sonde geht es bestens, das Beobachtungsprogramm in der Nähe von 2014 MU69 wurde planmäßig abgewickelt – und das erste Datenpaket sollte bereits unterwegs sein und am Abend MEZ eintreffen. Der Jubel vor Ort, eine Gratulation von oben und Artikel hier, hier, hier, hier und hier – auf einer PK ab 17:30 MEZ gibt’s die besten Bilder von vor dem Vorbeiflug. [16:50 MEZ] Und wieviel MU69 auf den Vorbeiflug-Bildern ist, weiß man noch nicht – aber erst mal Highfive und noch ein Artikel. [17:15 MEZ]

Der „Moment“ der größten Annäherung zwischen der Sonde und dem KBO (die seit dem Start keinem Himmelkörper so nahe war) – auch ein Artikel zum Spektakel am APL. [6:55 MEZ] Aufzeichnungen der letzten 24 Stunden: Vier Stunden ab 19:00 MEZ, nochmal vier Stunden ab 2:00 MEZ und das Event zum Flyby – und eine interessante Amateur-Verarbeitung der Bilder vom 30. Dezember sowie Artikel hier und hier (MU69 = „Rand des Sonnensystems“ – Aua). [14:45 MEZ]

Die New-Horizons-Hymne von Brian May, die vor wenigen Minuten Premiere hatte und deren Motivation er hier erläutert … angesehen von seiner unverkennbaren Gitarre klingt’s wie Pink Floyd in den frühen 1970-ern. Und keine halbe Stunde mehr bis zum Flyby in Sondenzeit … [6:10 MEZ] … wozu es eine weitere Live-Sendung gibt, natürlich rein symbolisch. Und ein Artikel zum Song. [6:20 MEZ] Und schon vorbei: die Sekunden am JHU APL. [6:40]

Vier Rohbilder von LORRI von 17:56 MEZ am 30. Dezember, entstanden innerhalb von 5 Sekunden mit jeweils 0.15 Sekunden Belichtungszeit, aus 20 neuen, die gerade auf der Rohbilder-Seite erschienen sind: 2015 MU69 erscheint konsistent länglich. New Horizons ist jetzt bis zum Phone-Home-Signal außer Kontakt mit der Erde. Zur Zeit läuft gerade im NASA-TV die letzte Pre-Show vor dem Flyby, zur Erforschung kleiner Körper generell. [2:30 MEZ] Dabei gab’s auch schöne Bennu-Bilder und andere Science von OSIRIS-REx, der ja gerade einen ganz engen Orbit eingenommen hat (auch hier und hier Artikel) – und Fotos von der NewHo-PK gestern. [2:40 MEZ]


31. Dezember 2018

Das ist 2014 MU69: ein einzelnes, langgestrecktes Objekt

Diese LORRI-Aufnahme von gestern 17:56 MEZ aus 1.9 Mio. km Entfernung mit einer Pixelgröße von 9.4 km auf dem Körper wurde gerade – [NACHTRAG: der Moment] nach fast 20 Minuten Vorgeplänkel – auf der letzten Pressekonferenz vor dem Flyby gezeigt: kein Doppelkörper aber wohl sehr länglich. Wie das mit der flachen Lichtkurve zusammen passt, wird sich noch erweisen müssen. Ein Bild vom Failsafe-2-Download soll es auf der PK morgen geben. [20:30 MEZ] Die gerade beste Erklärung im NewHo-Team für die flache Lichtkurve ist, dass die Rotationsachse ziemlich genau Richtung Erde/Sonde zeigt, sagt John Spencer – aber das kann sich noch als falsch heraus stellen. [20:45 MEZ] Ein Press Release zum Bild und ein Artikel dazu; frühere hier, hier, hier und hier – und Juno beobachtete einen Vulkan auf Io mit mehreren Instrumenten. [21:45 MEZ] Während OSIRIS-REx in eine enge Umlaufbahn um Asteroid Bennu eingetreten ist, nur 1.75 km von seinem Zentrum entfernt. Aber neue Bilder? Weiter Fehlanzeige. [23:15 MEZ] Eine Mail des NASA-Wissenschafts-Chefs, der wegen des Shutdowns nicht auf die Bühne darf – und der Web-Kanal, wo morgen um 6:02 MEZ der Song zum Encounter uraufgeführt wird … [23:45 MEZ]

Ruhe vor dem Sturm im Kontroll-Zentrum, aber in zwei Stunden beginnt der erste große „Failsafe“-Download mit ggf. schon marginal aufgelösten Bildern des KBOs – inzwischen ist auch eine Seite mit LORRI-Rohbildern aktiv, aber die Bilder bisher dort aus 4 und 2 Mio. km Abstand zeigen nur wenig. (Amateur-Bildverarbeiter mühen sich gleichwohl: Ist schon jetzt klar, dass MU69 nur ein – ggf. länglicher – Körper ist?) Nach einem winzigen Update wird es wohl keine neuen Kommandos mehr geben; auch weitere Live-Blogs hier und hier. Derweil hat Chinas Chang’e-4 die Bahn um den Mond angesenkt, in Vorbereitung der Landung, was Messungen durch Funkamateure bestätigen – und alle Starts 2018 und die Statistik dazu. [1:15 MEZ]

Es gibt offenbar eine finale Prognose für den Flyby, Abstand und Zeitpunkt. [2:30 MEZ] Wie MU69 als Doppelkörper für LORRI aussähe und wie Hubble half – und ein Versuch, die Landezeit von Chang’e-4 zu erraten: Es wäre die Nacht 2./3. Januar. [3:45 MEZ] Das Wetter in Australien spielt eine Rolle beim MU69-Encounter … [4:35 MEZ] Das letzte Kommando ist angekommen – auch grafische Vorschauen, ein Blog-Posting von Lowell und Artikel zur Lage hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [12:45 MEZ]


30. Dezember

Was wir schon wissen – und der Fahrplan des Encounters

Auf so gute Bilder des sonnenfernsten und mutmaßlich primitivsten Himmelskörpers, den je eine Raumsonde besucht hat, dürfen wir Anfang Januar hoffen, wenn sie die NASA-Sonde New Horizons aus 6.6 Milliarden km Entfernung vom Objekt (485968) 2014 MU69 schickt: einem Mitglied des „kalten klassischen Kuiper-Gürtels“ inmitten desselben um die Sonne laufend und den Eigenschaften seiner Bahn und (rötlichen) Farbe nach seit der Entstehung des Sonnensystems immer ein Transneptun geblieben. „Primitiver“ geht also kaum, aber von der Größe von 20 bis 30 km her ist MU69 ein Mittelding zwischen Kometenkernen wie dem von Churyumov-Gerasimenko (4×3.5 km) und dem Saturnmond Phoebe (220×200 km, für die Simulation oben benutzt) bzw. dem Pluto-Mond Charon (1200 km), alle ebenfalls im Kuiper-Gürtel entstanden bzw. verblieben. Da kann er schon gewisse Veränderungen allein unter seiner eigenen Schwerkraft erlebt haben, wenn auch gewiss keine so dramatischen Prozesse, wie sie den viel größeren Pluto umformten, das einzige andere bisher aus der Nähe inspizierte Objekt im Gürtel – aber vergleichbar viele Impaktkrater sollte es schon geben. Ein Ablaufplan für die nächsten Tage und geplante TV-Events (primär hier zu sehen, aber hier ist noch mehr angekündigt), alles in MEZ Erdempfangs-Zeit – Funksignale sind 6 Stunden und 8 Minuten unterwegs:

31. Dezember, 2:31-5:56: Failsafe 1 Downlink, Auflösung der Schwarz-Weiß-Bilder von LORRI – all ihre Pluto-Bilder nacheinander! – auf MU69 8 km, so dass der Körper 3-4 Pixel groß sein und eine extrem unrunde oder Doppel-Gestalt bereits auffallen könnte.

18:10-21:55: Failsafe 2 Downlink, LORRI-Auflösung 5 km, d.h. MU69 5-7 Pixel groß und auch gerade eben für die Farbkamera MVIC aufgelöst.

20:00-22:00: eine Stunde Pressekonferenz vor dem Encounter, gefolgt von Fragen und Antworten.

1. Januar, 2:00-5:00: eine Stunde Panel-Diskussion über Kleine Körper, gefolgt von Missions-Updates.

6:15-45: Live-Event zur größten Annäherung (geplant 3500 km Abstand, d.h. fast 4-mal näher als beim Pluto, Geschwindigkeit 14 km/s) um 6:33 ‚Ortszeit‘ – rein symbolisch, zu sehen gibt es natürlich nichts …

12:41: größte Annäherung an 2014 MU69 in Erdempfangs-Zeit, da aber alle Instrumente auf das Ziel gerichtet sind und kein Funkkontakt besteht, gibt es da nichts zu empfangen und immer noch nix zu sehen.

16:15-45 [EDIT: aktualisierte Zeit]: Live-Event zur Wiederaufnahme der Funkverbindung mit New Horizons.

16:28-45: Empfang einer knappen Zustandsmeldung von New Horizons, die aber nur Housekeeping-Daten enthält und keine Bilder – zu sehen also weiterhin nix.

17:30-18:30: Pressekonferenz zum Status der Sonde mit älteren Bildern und einer Vorschau, was wann erwartet werden kann.

21:15-0:35 am Folgetag: Downlink NYT 1 mit LORRI-Auflösung 300 Meter – vielleicht die komplette Scheibe mit 100 Pixeln Durchmesser.

2. Januar, 2:55-9:39 und 17:44-9:10 am Folgetag: Downlinks NYT 2 und NYT 3 mit LORRI-Bildern mit 140 Metern und MVIC-Bildern mit 900 Metern Auflösung und noch einigem mehr.

20:00-21:00: Pressekonferenz zu den ersten wissenschaftlichen Ergebnissen. Die ‚Core‘-Phase des Encounters (seit dem 24. Dezember) endet.

3. Januar, 20:00-21:00: Pressekonferenz zu weiteren Ergebnissen. Die ‚Departure‘-Phase dauert noch bis zum 8. Januar.

Wieviel des einlaufenden Bildmaterials wie schnell vor den Pressekonferenzen – z.B. auf dieser oder dieser Webseite – gezeigt werden wird, ist nicht wirklich klar, aber in einem Vorab-Briefing am 28. Dezember versprach ein Teammitglied (23:35), dass „die Öffentlichkeit es zur selben Zeit wie wir“ sehen soll. Der ganze Download der geplanten 7 Gigabyte Beobachtungen in der Nähe von 2014 MU69 (dem man den nur temporären Spitznamen ‚Ultima Thule‘ verpasst hat, von dessen Verwendung die IAU aber abrät [„Note“]) wird jedenfalls rund 20 Monate dauern, bis September 2020, vielleicht mit LORRI-Bildern mit 33 Metern Auflösung. Und die gesamte Kuiper Belt Extended Mission (KEM; Kostenpunkt $82m, die Primärmission kostete $720m) geht noch bis 2021 und umfasst die Fernbeobachtung zwei Dutzend anderer Objekte im Kuiper-Gürtel durch LORRI unter größeren Phasenwinkeln als von der Erde aus möglich sowie In-Situ-Messungen bis in 50 au Sonnenabstand. Und dann wird eine weitere Missions-Verlängerung beantragt und die Suche nach einem dritten Ziel begonnen: MU69 wurde 2014 von Hubble gesucht und gefunden (womit es das erste Objekte im Sonnensystem wird, das eine Sonde besucht, bei deren Start es noch gar nicht bekannt war), nun kann vielleicht auch LORRI bei der Suche helfen. Letzte Updates vom 27.12., 26.12., 22.12. und 20.12., eine PM des DLR, ein langes Radio-Interview, eine kurze Ansprache, ein Comic und Artikel vom 29.12. (mehr, mehr und mehr), 28.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 27.12. (mehr, mehr, mehr und mehr), 26.12. (mehr und mehr), 25.12., 19.12., 18.12., 5.12., 4.12., 2.12. und 18.11. – und zu einer musikalischen Zugabe Artikel hier, hier und hier. [0:00 MEZ]

Allgemeines Live-Blog vom 22. bis 28. 12. 2018

22. Dezember 2018

28. Dezember

Der aktuelle Ausbruch des Ätna und die Folgen von Erdbeben in dem Zusammenhang gesehen vom Satelliten Sentinel 3 bzw. per DinSAR nachgewiesen vom Radar-Satelliten Sentinel 1, darunter die Kanaren aus Sicht der ISS. Auch Entschlossenheit in Indien, es doch noch mal mit bemannter Raumfahrt zu versuchen [NACHTRÄGE: mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr dazu], die Critical Design Review für die Orion, weiter Zweifel am Gateway, Chinas Navsats Beidou jetzt global – und Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Ariane 6.

Staub um den pulsierenden Stern RS Puppis auf einem Hubble-Bild. Auch ein Nachruf auf ‚Hubbles Mutter‘ Nancy Roman (mehr und mehr), Überlegungen zur Landestelle von Chang’e-4 auf der Mond-Rückseite, was Teil einer Langzeit-Strategie der Raumfahrt Chinas ist, ein möglicher Start kommenden Februar des ersten kommerziellen Mondlanders (aus Israel), die NASA als Motor derartiger Initiativen und die Vision „Moon Village“ weiter vage.

Das Seismometer von InSight – hier gestern an Sol 30 – hat sich inzwischen weiter eingerichtet, wie Animationen hier und hier belegen. Auch Überlegungen zur Wind-Situation an der Landestelle (im Vergleich zu Curiositys) – und ein weiterer Update zu Hayabusa in Sonnen-Kojunktion. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRAG: Die Sonde ist wieder in 20 km Abstand von Ryugu – es geht weiter!]


27. Dezember

Und … das war’s! Der Wiedereintritt von Apollo 8 in die Erdatmosphäre vor der Wasserung der Kapsel in diesen Minuten vor 50 Jahren, von einem Spezialflugzeug aus fotografiert: die Original-Bildunterschrift, verschiedene Versionen des obigen besten Bildes hier, hier, hier, hier und hier, Sichtungen aus anderen Flugzeugen hier und hier – und all die vielen Ersttaten von Apollo 8. [16:50 MEZ]

Der vierte Raketenstart im fernen Kosmodrom Vostochniy vor wenigen Sekunden, eine Soyuz mit zahlreichen Satelliten, darunter UWE-4 aus Würzburg: ein Artikel, die Trajektorie und viele Screenshots aus dem Webcast. [3:10 MEZ] Der ist schon zuende, denn bis zur Abtrennung der diversen Nutzlasten dauert’s eine Weile. [3:20 MEZ] Erst die großen, dann die kleinen. [3:30 MEZ]

Viele Fotos vom Start, die ersten Minuten – und die Bestätigung, dass alle Satelliten ausgesetzt sind. [10:25 MEZ] Weitere Artikel hier, hier und hier. [11:15 MEZ] Und hier sowie eine PM aus Würzburg. [16:35 MEZ. NACHTRÄGE: und hier und hier sowie ein Highlights-Video und weitere Fotos hier und hier – es wurden wieder 12 Dove-Satelliten gestartet bei dieser Gelegenheit sowie vier ‚unerwartete‘ Objekte]


26. Dezember

Heute vor 50 Jahren war Apollo 8 längst wieder auf dem Rückweg vom Mond, und gerade hatte auch die letzte TV-Sendung – mit Bildern der schon nahen Erde – stattgefunden: weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Und in der Gegenwart gibt es weiter keine Erkenntnisse zum Loch in der Soyuz außer dass es irgendwer irgendwann von innen gebohrt hat …

Eine von vielen Amateur-Verarbeitungen von JunoCam-Bildern des letzten Perijoviums. Auch die zuende gehende Sonnen-Konjunktion von Hayabusa 2 (ein nun übertragenes Ryugu-Bild und astrodynamische Überlegungen), ein Zeitraffer vom staubigen Fischauge von InSight, immer noch etwas Hoffnung für Opportunity, ein Interview zum Mars Express und mehr, Ideen für Ballon-basierte Bebenforschung auf der Venus – und eine Strategie für Expoplaneten-Forschung für die NASA. [23:45 MEZ]

Wieder dunkler Himmel, aber Wirtanen lässt schon nach

Zwar kann der Komet Wirtanen seit Heiligabend wieder an dunklem Himmel – nach Dämmerungsende und vor Mondaufgang – und hoch am Himmel beobachtet werden, doch seine besten Tage hat er hinter sich: Die letzten Schätzungen der Helligkeit liegen meist bei 5.0 mag. oder darunter, und er ist, da weiter sehr ausgedehnt, kein leichtes Feldstecher-Objekt mehr. Oben ein Bild von Michael Jäger von vorgestern mit Teleobjektiv und langer Belichtung, darunter improvisierte Aufnahmen dieses Bloggers von heute gegen 2:00 MEZ mit hellem Mond am Himmel und 21:00 MEZ mit durchziehenden Wolken, jeweils mit einer – auf einem Vogelhäuschen bzw. einer Treppe balancierenden – Bridge-Kamera bei ISO 1600 und Blende 2.8 mit 5 bzw. 8 Sekunden Belichtungszeit: auch weitere Bilder von heute (mehr), gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr) und dem 23. Dezember (mit Capella; mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 22. Dezember sowie die Reise des Kometen durch’s Goldene Tor der Ekliptik, weitere Bilder, der Schweif am 16. Dezember prozessiert und Spektroskopie mit Keck. Plus Iwamoto vorgestern, ein deutlicher Radar-Radiant der Ursiden – und ein weihnachtliches Interview zu Lichtverschmutzung. [23:05 MEZ. NACHTRÄGE: Wirtanen am 28. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 27. Dezember (mehr und mehr) und 26. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) sowie eine Animation der Erdähe und Bilder aus La Palma. Plus Iwamoto am 27. Dezember, die Geschichte des Global Meteor Networks, erstaunlich detaireiche Märse gestern und vorgestern – und das extreme Wetter in Deutschland 2018]


24. Dezember

Die ersten Fotos eines „Erdaufgangs“ über dem Mondhorizont, die Menschen und nicht ein robotischer Orbiter schossen, entstanden heute vor 50 Jahren um 17:39 MEZ, wie im entsprechenden Apollo-Transkript ab 075:47:30 nachzulesen ist: Überrascht vom Anblick schoss Bill Anders erst das Schwarzweiß-Bild oben (auf dieser Filmrolle) und nach hektischer Suche nach einem Magazin mit Farbfilm dann zwei Farbfotos, mit denen diese Rolle beginnt (alle Apollo-Fotos) – die Version des ersten unten hat Seán Doran weiter verarbeitet, während es bei der NASA heute so aussieht. Und man kann auch die Farbe aus den Farbbildern in das schärfere S/W-Bild gießen. Das Video zeigt eine neue Fassung einer aufwändigen Rekonstruktion und Animation der damaligen Sicht-Geometrie, denn damals liefen weder Film- noch TV-Kameras mit. Auch was man da eigentlich sieht (Apollo 8 flog über den Mondäquator, so dass die Erdachse waagerecht lag; manche drehen daher die Bilder um 90° nach links), Erzählungen von Frank Borman, Jim Lovell und Bill Anders (früher), Echos damals und heute, Press Releases von ESA (mehr) und DLR, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und neuerdings machen Saudis auf chinesischen Satelliten auch solche Bilder. [15:15 MEZ]

Heute vor 50 Jahren: Apollo 8 im Orbit um den Mond

Der Einschuss der ersten astronautischen Mission zum Mond in eine erste elliptische Umlaufbahn gelang heute vor 1/2 Jahrhundert um 11:00 MEZ – 69 Stunden und 9 Minuten nach dem Start – hinter dem Mond und damit unsicht- und hörbar von der Erde aus aber natürlich an Bord aufgezeichnet. Und nur 2 1/2 Stunden später folgte um 13:31 MEZ die dritte TV-Sendung der Mission, bei der zunehmend bessere Bilder der Mondoberfläche aus geringer Höhe gezeigt wurden (oben; im Transkript hier ab 071:40). Auch Gedanken zu den Schatten auf der Oberfläche auf den Bildern, eine kürzliche Rede von Jim Lovell zum 50-Jährigen – und Aufzeichnungen in Australien. Von Apollo 8 gab es noch drei weitere TV-Sendungen, aus dem Mondorbit am 25. Dezember 1968 ab 3:33 MEZ diese (Transkript, ab 085:42; sie endet mit dem Genesis Reading) und beim Rückflug nach arbeitsreichen 10 Mondorbits ebenfalls am 25. Dezember um 22:15 MEZ (Transkript, ab 104:24) und am 26. Dezember um 22:08 MEZ (Transkript, ab 128:17). [11:45 MEZ]


23. Dezember

In diesen Minuten vor 50 Jahren: das erste detailreiche Live-TV-Bild der Erde aus großer Distanz, 284’000 km – es war der einzige Inhalt der zweiten Live-Sendung von Apollo 8 auf dem Weg zum Mond [alt.]. Auch das entsprechende Transkript (ab 055:07, mit detaillierter Beschreibung der Erde durch die Crew), ein anderes Standbild, ein Artikel und mehr Infos zur Mission – die ebenfalls in diesen Minuten vor 50 Jahren in die Hill-Sphäre des Mondes gelangte: Zum ersten Mal waren Menschen im Gravitationsbereich einer anderen Welt.

Ein Ausschnitt aus einem Bild der Instrument Context Camera von InSight von heute mit SEIS einsam auf der Mars-Oberfläche und dem Robot-Arm nun auf anderen Wegen: auch diverse Animationen aus InSight-Bildern, ein 360°-Panorama aus InSight-Sicht und ein Artikel zu den Fortschritten des Landers in den ersten vier Wochen. [21:00 MEZ]

Falcom 9 startet ersten GPS-Satelliten der 3. Generation

Heute hat es endlich geklappt – vom Cape aus brachte eine Falcon 9 das Global Positioning System III Space Vehicle 01 in den Orbit, das erste Exemplar (Spitzname „Vespucci“) einer stark verbesserten Version der US-Navigations-Satelliten: Bilder von Start und Aussetzen hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [20:25 MEZ. NACHTRAG: eine Folge am Himmel]


22. Dezember

Man muss auch loslassen können, hat sich InSight gesagt und SEIS sich selbst überlassen, wie dieses und dieses soeben eingetroffene Bild von heute – Sol 25 – beweisen; auch diverse Animationen. Und heute Abend MEZ vor 50 Jahren gab es die erste Live-TV-Sendung aus einem Raumschiff auf dem Weg zum Mond [alt. und gekürzt], wobei aber die Erde nicht ordentlich zu sehen war: Das Transkript findet sich hier ab 031:10, der Kontext hier auf Seite 3, hier, hier und hier werden die Sendungen von Apollo 8 diskutiert, und hier, hier, hier, hier und hier gibt’s die anderen fünf. [17:45 MEZ] Die allererste TV-Übertragung aus einem fliegenden NASA-Raumschiff hatte es übrigens bei Apollo 7 gegeben (ab 9:49). Und in Frankreich feiert man die ‚Befreiung‘ von SEIS vom NASA-Arm … [20:15 MEZ]

Himmelsschauspiel nach Start in China im Morgengrauen

Die chinesischen sozialen Medien sind voll von Fotos und Videos eines Satelliten-Starts heute früh, der sonnenbeschienene bizarre Wolken in der oberen Atmosphäre hinterließ. Und es geht weiter: Um 11:15 MEZ beginnt die erste Pressekonferenz von Alexander Gerst nach seiner Rückkehr – und um 14:55 soll eine Falcon 9 starten, nach mehreren Verschiebungen. [3:05 MEZ] Ein chinesisches Artikelchen zum Start – das sich auf eine westliche Fan-Seite bezieht … [3:35 MEZ. NACHTRAG: jede Menge China-Starts zum Jahresende]

Die Gerst-PK läuft mit einem Eröffnungs-Statement, in dem er die Bedeutung der internationalen Partnerschaft betont – zuvor hatte bereits ESA-Chef Wörner darauf hingewiesen, dass die US-Module auf der ISS ohne Visum beschwebt werden dürfen, das wäre doch auch auf der Erde was. [11:35 MEZ] Artikel zum zum China-Start und zur Gerst-PK [NACHTRÄGE: dito hier und hier sowie ein Thread und spätere Interviews hier und hier].

Und der Countdown für die Falcon läuft, mit 15:21 MEZ als neuem Ziel – wenn der Wind nicht mitspielt, gäbe es morgen die nächste Chance. Der spezielle GPS-Orbit erlaubt keine Landung der 1. Stufe, aber die Nutzlastverkleidung soll eingesammelt werden. [15:15 MEZ] Und der Wind hat erneut den Start verhindert: nächster Versuch morgen 14:51 MEZ. [15:20 MEZ] Dann sind die Wetter-Aussichten besser – und es wird dieses Jahr keine weiteren Versuche geben. [17:25 MEZ]

Vor 50 Jahren: das erste Bild der ganzen Erde auf einem Foto, das ein Mensch mit der Hand schoss – aufgenommen von der Crew von Apollo 8 am ersten Tag ihrer Reise zum Mond. Hier ist ein Scan des Originals, aus diesem Album mit weiteren Erdaufnahmen: Insgesamt wurden während der Mission sieben Magazine mit 70-mm-Film belichtet und hier dokumentiert, allerdings ohne Zeiten (die hier aufwändig rekonstruiert wurden: Höhe demnach ~33’000 km -> ca. 4½ Stunden nach dem Start) – auch das detaillierte fotografische Programm der Mission.

Deren Besonderheit war natürlich, dass erstmals Menschen den Erdorbit verließen und zum Mond flogen: Das erste entscheidende Manöver dafür war die Trans-Lunar Injection (TLI) knapp drei Stunden nach dem Start am 21. Dezember, die – wie viele andere Apollo-Manöver auch – optisch von der Erde aus verfolgt wurde. Vom 5-minütigen TLI-Burn von Apollo 8 entstand auf Maui eine exzellente Bilderserie, die hier animiert wurde.

Und das war der Start der Saturn V zum ersten von neun Apollo-Flügen zum Mond: die Teile eins, zwei, drei, vier und fünf einer NASA-Serie dazu, Bilder der Mission, eine Montage und eine Rede des NASA-Chefs, Interviews hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein TV-Beitrag. [1:15 MEZ. NACHTRAG: eine Frontpage heute vor 50 Jahren]

Neuer Komet Iwamoto nächsten Februar … interessant?

Mit geschätzten 14.5 mag. hat ihn der japanische Amateur Masayuki Iwamoto (Awa, Tokushima) auf zwei 60-Sekunden-CCD-Aufnahmen vom Abend UTC des 18. Dezember mit einem 10-cm-f/4.0-Teleobjektiv und einer Canon EOS 6D entdeckt, und Alan Hale hat ihn zwei Tage später mit einem 41-cm-Spiegel auf 11.5 mag. geschätzt (CBET #4588 vom 20.12.): Der neue Komet C/2018 Y1 (Iwamoto) soll sein Perihel Anfang Februar 2019 (1.25 au) und seine Erdnähe (0.27 au) wenige Tage später erreichen und nach der Kometen-Standardformel dann noch etwa 5 Größenklassen heller als jetzt werden – fast exakt in Opposition zur Sonne und bis zu 60° hoch am mondlosen deutschen Himmel. Damit könnte der Komet, noch ziemlich unattraktiv, im Idealfall 6. Größe erreichen und zumindest ein leichtes Fernglas-Objekt werden – wenn er sich ‚an die Regeln‘ hält; im Gegensatz zu perfekt prognostizierten Wirtanen kennen wir ihn ja noch nicht.

Gesammelte Bilder und Animationen von Wirtanen eines einzelnen Beobachters – auch der Komet im Detail gestern und pittoresk am 18. Dezember. Sowie die variable Geometrie seiner Schweife, Beobachtungen mit Hubble und anderen NASA-Teleskopen – und die Abbildung seines Kerns mit Radar, leider arg verrauscht.

Brillant sind dagegen Radarbeobachtungen des erdnahen Asteroiden 2003 SD220 geworden, der heute in 2.9 Mio. km Abstand vorbei fliegt und für diverse Experimente benutzt wurde: Er ist etwa 1.6 km groß und rotiert extrem langsam, nur einmal in 12 Tagen. Auch die Story des Carancas-Impakts vor 11 Jahren, eine Station des CTA auf dem Paranal, der Dezember-Newsletter des GMT und der 15. Data Release der SDSS. Plus ein längerer franko-kanadischer TV-Bericht über STEVE, ein besonders komplexes Halo-Phänomen erklärt, ein privater Amateur-DS-Katalog, wieder ein Bisschen mehr zur neuen deutschen Zeitschrift für Amateurastronomie [NACHTRAG: mehr hier und hier], eine Erinnerung der IAU an die 100-Jahres-Events 2019 – und (wer’s immer noch nicht kapiert hat) warum Astronomen der „Stern“ von Bethlehem nichts angeht … [0:50 MEZ]

So sieht es jetzt vor InSight auf dem Mars aus nach dem Absetzen von SEIS („Breaking News …“): ein Bild von gestern = Sol 24. Auch was der Lander von Sol 1 bis 25 getan hat, ein eisiges Bild vom Mars Express und die nächsten Schritte mit Curiosity. Sowie ein animierter Nordpol-Überflug von Bennu aus OSIRIS-REx-Bildern vom Monatsanfang [NACHTRAG: ein Pol-Bild daraus], die erneute Annäherung von Hayabusa 2 an Ryugu, nachdem die tiefste Konjunktion überstanden ist, das finale Dawn Journal, nach entsprechenden Messungen Hubbles auch für New Horizons eine flache Lichtkurve von 2014 MU69 [NACHTRAG: und eine Spekulation, wie das zu den Sternbedeckungen passen könnte] – und wie Amateurastronomen die JunoCam steuern und Funkamateure den Landetag von Chang’e-4 (mehr zur Mission hier und hier) zu erraten versuchen.

Der Proton-Start eines Militärsatelliten Russlands – auch ein Ariane-Start von einem US-Wettersatelliten aus gesehen am 4. Dezember, eine Strafe für den unautorisierten Start von mehreren Kleinsatelliten, ein ESA-Plan für einen Servicing-Satelliten [NACHTRAG: mehr dazu] und ein Deal mit Brasilien für eine Bodenstation. [0:25 MEZ]

Live-Blog zur aktuellen Action im Weltraum

20. Dezember 2018

Die ersten Fotos von der Landestelle sind in einem NASA-Album zur Landung aufgetaucht. [7:50, Bilder ergänzt 14:15 MEZ] Roskosmos und DLR Releases, mehr Bilder hier und hier, Gersts nächste Büro-Tür, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (zu diesem Video) und hier und ein Witz – und der Falcon-9-Start ist wetterhalber abermals verschoben worden. [16:10 MEZ. NACHTRAG: und zwar auf übermorgen – und der Delta-Start um mindestens eine Woche] Die Ankunft von Gerst in Köln (ein kürzeres Video und Bilder hier, hier, hier, hier und hier), DLR-Soundbites danach hier und hier, eine PM des BMWi, ein TV-Clip und Artikel hier und hier. [23:05 MEZ am 20. Dezember 2018 – Ende. NACHTRÄGE: und hier, hier und hier sowie eine 5-Minuten-Video-Chronik des Lande-Tages, ein 2-1/2-Minuten-Clip zur Rückkehr und ein 7-Minuten-Interview mit Gerst in Köln, auch in Englisch]

Die Erde hat ihn wieder! Als letzter wurde Alexander Gerst aus der Kapsel geholt – und gleich von einer Roskosmos- und einer ESA-Medizinerin betreut. [6:50 MEZ] Das selbe Bild größer (das im Original verzerrt war, wie auch sein Ausstieg, im Gegensatz zu dem Video aus der ISS aber zu schmal statt zu breit). [6:55 MEZ] Ein ESA Release mit verzerrtem Bild – aua! [7:10 MEZ. NACHTRAG: Das schreckliche Bild wurde im Laufe des Tages ersetzt, blieb aber in der deutschen Fassung] Und ein NASA Release – mit zwei Astros richtig aber Alex verzerrt … ich geb’s auf. [7:20 MEZ]

Die Soyuz ist gut gelandet, aber man sah & sieht nichts …

Weder der Abstieg am Fallschirm noch das Aufsetzen waren im Live-Video aus Kasachstan zu sehen, nur gerade ein paar Bergungs-Fahrzeuge im Trüben unterwegs. Aber nach ein paar Minuten kam dann die Bestätigung, dass die Kapsel sauber gelandet war, bereits um 6:02 MEZ, und sogar aufrecht steht. [6:10 MEZ] Endlich Bilder von der Landestelle: Prokopyev ist draußen. Und Artikel hier, hier und hier. [6:35 MEZ] Auch Auñón-Chancellor ist extrahiert. [6:45 MEZ]

Breaking News: InSights Seismometer steht auf dem Mars! Wie soeben eingetroffene Rohbilder zeigen, hat es der Arm wie angekündigt an Sol 22 – gestern Erdzeit – auf der Oberfläche abgesetzt. [6:00 MEZ. NACHTRÄGE: das Aussetzen animiert, ein Press Release dazu, eine DLR-PM zu HP3, dessen Platzierung festgelegt ist, und Artikel hier, hier, hier und hier]

Ein Live-Bild aus einem der Helikopter, die gerade zur erwarteten Landestelle der Soyuz aufbrechen – einer von mehreren Vehikel-Typen für die Bergung der Crew. [4:35 MEZ] Ein Artikel vor Morgengrauen – und Sauwetter an der Landestelle. [5:00 MEZ] Ein ferner Blick auf die Soyuz von der ISS, wo der Beginn des Deorbit Burns als schwacher Blitz zu erahnen war – auch ein ESA-Liveblog. [5:15 MEZ] Burn problemlos beendet. [5:20 MEZ] Die Soyuz wird immer noch von der ISS aus verfolgt, wie sie über die Erde zieht. [5:35 MEZ] Die Soyuz-Segmente haben sich geteilt. [5:40 MEZ]

Feuerkugel mit erstaunlicher Leuchtspur statt Delta-Start: Viele – auch etliche Weltraumfans, die auf den dann abgesagten Delta-Start in Vandenberg gewartet hatten – wurden in Kalifornien in der Abenddämmerung einer Feuerkugel ansichtig, die quasi stehen blieb, in Gestalt einer hellen Spur am Himmel, die der Wind langsam verzerrte (auch ein Zeitraffer davon und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier mehr Bilder). Offensichtlich war das Timing perfekt gewesen: In der oberen Atmosphäre zurück gebliebene Partikel wurden von der Sonne vor dunklem Himmel angestrahlt. [4:05 MEZ. NACHTRÄGE: die Beobachtungs-Sammlung (mit rekonstruierter Bahn) und ein Report der AMS, eine NASA-Notiz, weitere Videos hier, hier und hier, mehr Bilder hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Soyuz MS-09 hat die ISS verlassen – Landung in 3 Stunden

Problemloses Ablegen der Soyuz mit Gerst & Co. über der Mongolei, auch aus einer anderen Perspektive und noch einer weiteren – und schon entschwindet die Kapsel mit der schneebedeckten Landschaft Südost-Russlands im Hintergrund. [2:50 MEZ. NACHTRAG: Bilder aus dem ISS-Raum des JSC während des Abdockens]

Ein Abschiedsblick von der anderen Kamera (wiederum entzerrt und Kontrast-verstärkt; was die andere noch sah) – Deorbit-Burn in 2, Landung in 3 Stunden. Gerst und Auñón-Chancellor werden dann mit einem Flugzeug nach Bodø in Nordnorwegen gebracht, wo Gerst aussteigt, um mit einem ESA-Flugzeug nach Köln zu kommen, während sie mit neuem Sprit weiter in die USA fliegt. [3:00 MEZ] Man experimentiert mit der Kommunikation trotz des Kabelschadens – während das Wetter für die Falcon heute miserabel ist. [3:05 MEZ] Dafür ist es für die Delta besser, wenn sie es wieder versucht – was New Shepard erst Anfang 2019 vorhat: der Launch Score bis jetzt … [3:30 MEZ]

Das Abdocken ist weiter für 2:40:30 MEZ geplant, obwohl ein ärgerliches Problem aufgetreten ist: Prokopiev kann nicht telefonieren, weil ein Kabel kaputt ist, und Gerst – auch als Soyuz-Kommandant ausgebildet – müsste bei einem Notfall übernehmen. Das alles zu organisieren, hat aber einige Aufregung verursacht. Oben ein Live-Blick auf Soyuz MS-09 in der Mitte, kontrastverstärkt und entzerrt, wozu das 100-Mrd.-$-Projekt selber bekanntlich nicht in der Lage ist … [1:55 MEZ] Die Sonne geht unter, und es bleibt beim Plan: Updates sowie ein Artikel und Updates zum Delta-Start ggf. in 1/2 Stunde. [2:15 MEZ]

Bessere Bilder der Soyuz – und der Webcast zum Delta-IV-Heavy-Start hat begonnen … [2:35 MEZ] … der bereits wieder abgesagt ist, diesmal aus technischen Gründen: Irgendwo leckt Wasserstoff. Nächster Versuch in 24 Stunden. [2:40 MEZ]

Bilanz vom 19. Dezember: zwei Starts und ein Abschied

Alexander Gerst und seine beiden Mitreisenden sind gestern spät MEZ in die Soyuz (die mit dem Loch) geklettert: oben letzte Blicke auf u.a. den charakteristischen Hinterkopf Gersts (unittelbar vor dem Schließen der Soyuz- und dann der ISS-Luke) – zuvor war länger das Bild aus dem Orbit weg gewesen, weil jemand versehentlich den Kamerastecker zog. Vor dem Malheuer hatte es (mittleres Bild) ein letztes Mal das Trio zu sehen gegeben, gefolgt von großem Anschieds-Gewusel. Und unten der Moment der Kommando-Übergabe Gersts an Oleg Kononenko vorgestern.

Ein Zeitraffer-Zusammenschnitt von Erdaufnahmen während Gersts Mission – der weitere Zeitplan sieht das Abdocken gegen 2:40 MEZ vor und die Landung gegen 6:03 MEZ. Bis zum Abend soll es Gerst dann bis Köln schaffen, wo am 22. Dezember eine PK stattfinden soll: auch die medizinischen Aspekte der Rückkehr zur Erde und Artikel hier, hier und hier.

Früher am 19. Dezember waren eine Soyuz in Französisch-Guyana mit einem französischen Aufklärungssatelliten – die Mission VS20 war der letzte Start von Arianespace von 11 im Jahr 2018 – und ein GSLV in Indien gestartet: weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Ausgefallen sind dagegen die Starts einer Falcon 9 – jetzt für heute 15:03 MEZ angesetzt – und eines New Shepard, und für eine Delta IV Heavy heute früh (Minuten nach dem Soyuz-Abdocken) sind die Wetteraussichten miserabel: trotzdem ein Ticker und Gedanken zum Orbit. Auch Bilder des Test-Crew-Dragon, ein ESA/DLR-Abkommen zu Raumfahrtkontrollzentren, zwei ausgefallene NASA-Wissenschafts-Missionen nun Anfang 2019, die letzte Kurskorrektur von New Horizons vor dem Vorbeiflug an 2014 MU69, ein Mars-‚Rock Garden‘ für InSight am JPL, das Aussetzen seines SEISmometers heute, Mars-Rover-Experimente in Marokko, die Kontakt-Aufnahme von Chang’e-4 und Queqiao, warum die Rückkehr zum Mond so schwierig ist, der Sonnenschutz für den Solar Orbiter – und das Observatorium Euclid fertig zur Montage. [0:25 MEZ]

Allgemeines Live-Blog vom 14. bis 18. 12. 2018

14. Dezember 2018

18. Dezember

Wirtanen macht jetzt mondhalber eine Woche Pause

bis zur abrupten Rückkehr an dunklen Himmel am Abend des 25. Dezember, wenn der Mond erst etwas nach Dämmerungsende aufgeht – und kurz vor dem Verschwinden in dessen Glanz bildete er ein pittoreskes Paar mit den Plejaden, hier vorgestern von Michael Jäger mit einem 135-mm-Teleobjektiv und einer CCD-Kamera eingefangen: weitere Bilder von heute (mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 15. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 14. Dezember (mehr, mehr und mehr) sowie Near-Nucleus-Zeichnungen und Artikel hier, hier und hier. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRAG: 4½ Stunden Bewegung gerafft, zwei dünne Schweife und allerlei wissenschaftliche Ergebnisse]

Der Greifarm von InSight hat zugelangt auf diesem Bild der Arm-Kamera von gestern, was Sol 20 nach der Landung auf dem Mars ist – und laut dem ursprünglichen Zeitplan ist das Aussetzen des Instruments auf der Oberfläche im Zeitraum Sol 19 bis 31 geplant. Auch die Ionen-Triebwerke BepiColombos im 1. Dauerbetrieb, ein Winterschlaf für Chang’e-3 während Chang’e-4s Arbeit auf der Mondrückseite, ein Material-Verlust der Saturn-Ringe, der kein gutes Ende nehmen wird, die großen Astro-Satelliten-Pläne der NASA – und Wissenschaft auf dem New Shepard vor seinem 10. Flug heute um 15:30 MEZ; zwischen 15:11 und 15:35 ist auch ein Falcon-9-Start in Florida und um 17:37 MEZ ein Soyuz-Start in Frz.-Guyana geplant. [1:10 MEZ] Der wurde wetterhalber verschoben, die anderen bleiben geplant: eine weitere Vorschau und Updates zum New Shepard und der Live-Stream zur Falcon 9. Und ein Artikel zu Bepi. [13:55 MEZ. NACHTRAG: sowie ein ESA Release dazu und ein Artikel zum Greifarm] Und beide anderen Starts heute sind auch abgesagt: der vom New Shepard wegen technischer Probleme, der der Falcon 9 ebenfalls. [15:30 MEZ. NACHTRAG: der große Tag der Start-Verschiebungen …]

Ein Transneptun auf langer Ellipse in z.Z. ~125 au Abstand

ist das im November entdeckte Objekt 2018 VG18, dessen Bahn wegen eines erst einen Monat lang beobachteten Bogens noch ziemlich ungenau ist. Im Vergleich mit anderen Transneptunen sind weder ihre vom MPC geschätzte große Halbachse von ~95 au noch die Umlaufzeit von rund 930 Jahren noch die Exzentrizität (0.77 -> Perihel ~20, Aphel ~170 au) etwas Besonderes, wohl aber die Entdeckung in über 100 Astronomischen Einheiten Abstand von Sonne (ca. 125 au) und Erde (ca. 124 au), was noch nie gelungen war; die V-Helligkeit ist derzeit 24.6 mag. Gefunden wurde 2018 VG18 in Rahmen einer Jagd nach dem hypothetischen 9. Planeten, zu dessen Existenz oder Abwesenheit er aber einstweilen nichts zu sagen hat: seine vermutete Bahn in interaktiver Simulation und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch die Mars-Opposition 2018 aus Deutschland verfolgt, R Aqr mit verschiedenen Instrumenten, die Rolle von SALT bei der Dark Energy, kein SETI-Signal in Stern-Spektren, eine Sternwarte in Süd-Sumatra und Dark-Sky-Aktivismus in Australien. [0:55 MEZ. NACHTRAG: die große Unsicherheit der Bahn, eine Anmerkung dazu von Mike Brown und weitere Artikel hier, hier und hier zu 2018 VG18]


16. Dezember

Wenn eine Rakete in Neuseeland 13 kleine Satelliten für die NASA startet, sieht das so aus – bei der dritten Orbital-Mission einer Electron des Jahres sind bei der Mission Educational Launch of Nanosatellites (ELaNa)-19 insgesamt 13 Satellitchen auf Kreisbahnen in 500 km Höhe abgesetzt worden: allerlei Bilder hier (ein Best-of) und hier, ein NASA Release zu einem der Satelliten, Updates und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [13:15 MEZ. NACHTRAG: ein NASA Release zur Mission]


15. Dezember

~4.0 mag., >1°: Wirtanen setzt sich gegen Halbmond durch

Die Helligkeit von 46P/Wirtanen hat mit den erwarteten 4.0 mag. ihr Maximum erreicht und wohl auch der Koma-Durchmesser, der mitunter auf 70 bis über 90 Bogenminuten geschätzt wird: Trotzdem ist die Flächenhelligkeit hoch genug, dass sich der Komet – im Fernglas – auch gegen deutlich aufgehellten Himmel durchsetzen kann. So wie heute Abend, als der Mond im Ersten Viertel noch hoch am Himmel stand und gemeinsam mit Stadtlicht und etwas Dunst den Kometen über Witten nicht ausbremsen konnte: ein mattes aber sehr eindeutiges großes Wölkchen bei den Plejaden in einem 10×50 und auch freihändig in Sekunden zu fotografieren (Bild unten, mehr und Details, darüber eine Aufnahme mit Geminid vom Lick Observatory und oben ein älteres Bild aus Spanien). Weitere Bilder von heute hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, gestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, vorgestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, dem 12. Dezember hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und dem 11. Dezember hier und hier sowie sehr tief & weit und mit einem Geminiden & Persistent Train (Diskussion), plus Zeichnungen hier und hier, ein visueller Bericht, Press Releases von ESA, LCO und JPL und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ]

Es tut sich was auf dem Mars: Der Robotarm von InSight war schwer beschäftigt an Sol 18 (heute), und sein Greifmechanismus schwebte bereits verdächtlich nahe über dem Seismometer – steht dessen Platzierung auf der Oberfläche bevor? Auch Aussie-Hilfe für eine ESA-Schüssel, der Status zweier Mini-Satelliten, wie die Orion EM2 geplant wird, mehr SLS-Hardware vor Tests, große Weltraum-Pläne der EU – und ein apollo17ologisches Archäologie-Paper … [14:20 MEZ]


14. Dezember

MRO sieht InSight und Co. / TGO sieht keinerlei Methan

Mit der Kamera HIRISE auf dem Mars Reconnaissance Orbiter sind der Marslander InSight (oben), seine Backshell nebst Fallschirm (unten) und der Hitzschild (im Gesamtbild oben rechts) erspäht worden, jeweils mit sehr hellen „spekularen“ Reflexionen an Metallflächen (mehr und mehr und die Lokalisierung in der Lande-Ellipse) – derweil könnte das Seismometer schon bald auf die Oberfläche gesetzt werden, gefolgt vom Maulwurf. Unterdessen hat der ExoMars Trace Gas Orbiter überhaupt kein Methan gesichtet, was neue Fragen aufwirft – und für den Mars-Lander der NASA 2020 sind die MastCam und die Backshell da, auch Grafiken aus der PK auf dem AGU FM zum Landeplatz Jezero und ein simulierter Flug darüber.

In Japan ist derweil berichtet worden, dass die beiden MINERVA-II1-Rover – die jetzt HIBOU und OWL getauft wurden – auf dem Asteroiden Ryugu eine Menge erreicht haben (mehr, mehr, mehr und mehr): Einer hüpfte 300 Meter weit und machte über 200 Aufnahmen, der andere machte 40 (hier ein Bild von Rover A vom 20. Oktober). Jetzt bewegen sich die Rover nicht mehr, reagieren aber noch auf Kommandos – auch der aktuelle Status des Orbiters Hayabusa 2 in Sonnenkonjunktion (alle Berichte). [2:45 MEZ] Und die – auf der AGU-Tagung gezeigten – Oberflächenbilder von MASCOT? Werden der Öffentlichkeit immer noch vorenthalten, es gibt nur diese Zeichnung eines Tagungs-Gastes … [22:25 MEZ]

Sieben Fotos von der wilden EVA an der Soyuz vor drei Tagen, aus einer Sammlung von Roskosmos (auch hier, hier und hier) – sowie die bevorstehende Rückkehr in nämlicher Soyuz und eine NASA-Notiz über ein Frankfurter Studenten-Experiment auf der ISS zur Entstehung des Sonnensystems.

Erfolgreicher Test des Motors der Orion-Startabbruch-Rakete in der Wüste in Utah (oben & Mitte) – und dass so was eine gute Sache ist, hatte sich kurz vorher bei einem Triebwerks-Test für das SLS gezeigt, der nach wenigen Sekunden abgebrochen werden musste. [2:20 MEZ]

SpaceShipTwo schafft es in eine Art Weltraum

13. Dezember 2018

Ist heute zum ersten Mal in der Geschichte des Planeten ein Vehikel in den Weltraum gelangt, das speziell dafür entwickelt wurde, um in Zukunft zahlende Passagiere mitzunehmen, beim ersten Raumflug mit einem amerikanischen Raumschiff seit 2011 und dem ersten privaten seit 2004 – oder ist nichts von alledem gesehen? Das SpaceShipTwo der Firma Virgin Galactic ist bei seinem vierten Flug unter Antrieb nach 60-sekündigem Brennen des Motors 82.7 km hoch gekommen: Das liegt knapp über der Grenze von 50 (Land-)Meilen = 80.5 km, ab der die U.S. Air Force, die NASA und ihnen folgend die amerikanische Flugaufsicht (FAA) einem Passagier die ‚astronaut wings‘ verleihen – aber weit unter den 100 km, die international als Grenze zum Weltraum gelten und die es nach aktuellen Reglement der maßgeblichen Fédération Aéronautique Internationale (FAI) zu knacken gilt, um eine anerkannte Leistung im Weltraum zu vollbringen.

Nicht erst seit klar geworden ist, dass es das SpaceShipTwo nie so weit bringen wird (im Gegensatz zum SpaceShipOne, das 2004 bei seinen letzten drei Flügen jeweils etwas über 100 km hoch kam), wird allerdings über die Grenze des Weltraums debattiert, und gewichtige Argumente für nur 80 km – namentlich dieses wissenschaftliche Paper (die Autoren-Version und ein Vortrag dazu) – haben die FAI letztens zum Nachdenken gebracht, mit vielleicht einer offiziellen Neubewertung zur Folge. Dazu muss allerdings erst einmal ausgiebig auf internationalem Parkett diskutiert werden, aber sollte die Grenze des Weltraums wirklich verringert werden, dann würden alle Leistungen ab dem Zeitpunkt dieser Mitteilung – dem 30. November – rückwirkend anerkannt, der heutige SS2-Insasse Mark Stucky also nachträglich ein ‚echter‘ Astronaut. Sein Kollege an Bord C.J. Sturckow muss sich da keine Gedanken machen, war er doch einst per Shuttle viermal auf der ISS. Allerdings ist keinesfalls jeder überzeugt, dass 80 km besser als 100 km sind, es gibt sogar Argumente für bis zu 120 km (2. Vortrag), und auch die treibende Kraft hinter den 80 km muss zugeben, dass es auf Feinheiten ankommt: Wenn man länger in einer Kreisbahn bleiben will, sind 120 km eine gute Idee – 80 km dagegen nur als Apogäum einer stark elliptischen Bahn.

Hier allerdings geht es um suborbitale Flüge, bei denen ausschließlich von unten am Limit gekratzt wird, und da wird vielleicht der Markt entscheiden: Der einzige verbliebene Virgin-Galactic-Konkurrent für suborbitale Touristenflüge Blue Origin nimmt mit seiner Passagier-Kapsel New Shepard die 100 km nämlich spielend … Auch weitere Bilder vom Tage hier, hier, hier [alt.], hier und hier, Videoclips hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und vorher Press Releases von Virgin Galactic und der NASA, die erstmals Experimente an Bord hatte, und Artikel hier, hier, hier und hier. NACHTRÄGE: ein Virgin Galactic Release, was Branson sich denkt, ein weiterer Videoclip vom Flug, weitere Artikel hier, hier, hier und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, TV-Beiträge hier und hier, alle Flüge des SS2 und Leute, die mind. 80 km hoch kamen, die Entwicklung der Sicherheit von Flugzeugen und was das mit Virgin Galactic zu tun hat – und ein Fazit von Alfred E. Neumann

Allgemeines Live-Blog vom 10. bis 12. 12. 2018

10. Dezember 2018

12. Dezember

Wirtanen nahe dem Gipfel – und der Mond kommt schon …

Und schon ist sie fast vorbei, die Show des Kometen 46P/Wirtanen (oben vom kanadischen Mini-Satelliten NEOSSat [NACHTRAG: auch in Bewegung], in der Mitte von Michael Jäger am 8. Dezember mit 8/2.0 RASA und Asi 1600 aufgenommen): Die Lichtkurve (unten, mit den COBS-Tool erstellt) ist nahe dem Peak, der wohl im Schnitt etwas unter 4.0 mag. landen dürfte, die letzten Helligkeitsschätzungen schwankten wild zwischen 5.3 und 3.8 mag., mit Koma-Durchmessern zwischen 20 und 100 Bogenminuten und keinerlei visuellen Schweifsichtungen. Jetzt rückt ihm auch der Mond näher: Waren es heute noch 90° Winkelabstand, sind es morgen 80°, und der Mond geht ein letztes Mal knapp vor der Kometen-Kulmination unter. Übermorgen beträgt der Abstand 72°, am 15./16. 62° (Halbmond, Untergang gegen Mitternacht), am 16./17. 53°, am 17./18. 44°, am 18./19.12. 35° und um 19./29.12. 28°, zu 90% beleuchtet: Das ist die letzte Nacht, an dem Wirtanen nach Monduntergang gegen 5 Uhr morgens noch ~25° hoch steht, danach schluckt ihn der Vollmond. Also ran: Aufsuch-Hilfen hier [alt., alt.], hier und hier, Bilder von heute (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 9. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 8. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) sowie Wirtanen über dem Paranal (Diskussion), weitere Bilder und Zeichnungen (mehr), ein visueller Bericht und mehr oder weniger korrekte Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ – Ende]

Das erste Bild der einzigen Kamera auf der Parker Solar Probe, dem WISPR-Instrument, zeigt einen Korona-Streamer im Detail (und einen positiven und mehrere negative Jupiters [KORREKTUR: Merkure]) am 8. November: Es wurde heute auf einer weiteren PK auf dem AGU FM zusammen mit anderen frühen Missions-Daten präsentiert – und gerade wird dort in einem Workshop die Webseite NASA Worldview zur Verarbeitung aktueller Erd-Bilder von Satelliten demonstriert. [22:35 MEZ. NACHTRAG: hier, hier und hier Artikel zu Parker]

Das Jupiter-System aus Sicht der Sternenkamera von Juno

Neben der JunoCam, deren Bilderflut nach jedem Apojovium wohl bekannt ist, gibt es noch weitere optische Kameras an Bord des NASA-Jupiter-Orbiters Juno – sie dienen weder der Unterhaltung der Öffentlichkeit wie die JunoCam, noch sind sie wissenschaftliche Instrumente. Vielmehr sind die Stellar Reference Unit (SRU) eine empfindliche Schwarzweiß-Kamera zur Aufnahme von Sternfeldern für die räumliche Ausrichtung Junos, und doch lässt sich auch damit eine Menge Wissenschaft betreiben, wie gerade auf einer Pressekonferenz auf dem AGU Fall Meeting in Washington, DC, zur Halbzeit der Primärmission Junos gezeigt wurde. Allein die Treffer von Strahlungsteilchen auf dem Sensor (ganz oben) sind bereits was wert, fliegt Juno doch in Planetennähe durch vorher unerforschte Bereiche der Magnetosphäre, und das Auszählen der hellen Pixel ist ein Maß für die Teilchenumgebung. Im Schatten des Planeten hat die SRU ungewöhnliche Blicke auf die dünnen Ringe Juüiters im Gegenlicht (Bild 2) und sieht auf der Nachtseite mitunter die Wolken im Schein der großen Monde – Bilder 3 und 4: von Io – und dazu immer wieder Blitze von Gewittern. Und auch die Aurora Jupiters (Bild 5) ist bestens zu erkennen. Derweil ist Chang’e-4 heute planmäßig in einen Orbit um den Mond eingeschwenkt: weitere Artikel hier, hier, hier und hier – und die Hardware als Spielzeug. [18:25 MEZ]

Eine Art „Selfie“ von InSight aus elf Bildern der Kamera auf dem Robot-Arm montiert – und der ‚Arbeitsplatz‘ wurde sogar mit 52 Bildern abgedeckt: Langsam muss man zu überlegen beginnen, wo der Arm das Seismometer und dann den Maulwurf-Abwickler am besten platzieren soll. Auch was Curiosity derzeit treibt, die letzte Hoffnung für Opportunity – und ein NASA Release, ein Artikel, ein Comic und Slides einer Pressekonferenz zu Pinguin-Forschung (auch) mit Landsat. [0:05 MEZ] Ein chinesischer Artikel dazu. [0:40 MEZ. NACHTRAG: und weitere hier und hier – und ein Gedicht über Landsat …] Eine andere Farbbalance des Selfies. [1:35 MEZ. NACHTRAG: und weitere Artikel dazu hier, hier und hier]


11. Dezember

Ermittlungsarbeit auf der Raumstation: die Soyuz-EVA

endlich im Gange, nachdem sich die Kosmonauten nach 3 1/2 Stunden zur Raumkapsel vorgekämpft hatten. [20:40 MEZ] Jetzt wird in die Thermo-Isolation der Soyuz geschnitten – übrigens kein Novum, das war bei einer anderen Soyuz-Kapsel 2008 schon mal nötig. [20:50 MEZ]

Außergewöhnliche EVA-Bilder – aber mit der Schere klappt es einfach nicht, der Kosmonaut findet keinen richtigen Halt auf dem Strela-Arm für die nötige Kraft, zum Reinschneiden. [21:05 MEZ]

Na, dann nehmen wir eben ein Messer – und rein damit! Irre Bilder aus dem Orbit, wie aus einem Weltraum-Action-Film – bitte nicht so stürmisch, heißt es vom Boden … [21:15 MEZ. NACHTRAG: der erste Messer-Angriff …]

Schöne Bescherung … und das Ziel ist, die Thermo-Isolierung und den Meteoritenschutz zu entfernen, um das das Loch heran zu kommen und ggf. eine Probe herausgequollenen Epoxid-Harzes von der Reparatur im Sommer zu entnehmen. [21:25 MEZ] Reichlich rustikales Vorgehen bei der Operation an der Soyuz – auch eine frühere Szene … [21:50 MEZ] Und der aktuelle Kampf mit der Soyuz: Bis zum Meteoriten-Schild sind die vorgedrungen, aber der wird nicht leichter … [21:55 MEZ]

Inzwischen ist für die ISS wieder die Sonne aufgegangen, und die Bastel-Stelle ist voll im Licht – während nach dem Zurückrollen des Meteoritenschilds (das ging mal einfach) nach dem Loch in der Soyuz-Hülle gesucht wird. [22:15 MEZ] Und gefunden wurde – auffällig ist es nicht. [22:25 MEZ] Man sieht es unten rechts in der geschnittenen Öffnung. [22:35 MEZ]

Jetzt ist es besser freigelegt und deutlich zu erkennen, wo das beim Leck-Flicken von innen hinein gespritzte Epoxit-Harz heraus gequollen ist. [22:45 MEZ] Gute Blicke auf die Stelle aus mehreren Richtungen: Jetzt werden Nahaufnahmen mit einer GoPro-Kamera gemacht – und diskutiert, wie man Proben entnehmen kann. [22:50 MEZ]

Das Loch aus der Helm-Kamera-Perspektive, auch in Videoclips hier und hier – und die Entnahme von Harz-Proben gestaltet sich schwierig, aber hier ist eine. [23:00 MEZ] Es ist beschlossen worden, die Arbeitsstelle nicht mehr wieder zu isolieren – die Kosmonauten kehren zurück. [23:20 MEZ] Und der ganze Müll, den sie produzierten, soll binnen eines Tages verglühen. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: Die EVA – zahllose Screenshots – endete nach 7:45, womit 213 ISS-EVAs zusammen exakt 1335 Stunden gedauert haben. Auch die Bastelstelle im regulären Live-Stream, ein NASA-Blog-Eintrag danach – und Artikel hier (mehr, mehr und mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zur EVA]

Schon 145 Bilder von InSight haben die Erde erreicht, hier ein paar von heute (Sol 14 auf dem Mars) auch mal wieder mit dem Horizont – den sofort einer zu einem Panorama zusammen gefügt hat – und mehr Lander-Hardware. Auch eine Animation früherer Bilder, die aktuelle Rechtfertigung der Lunar Orbiting Platform durch die NASA – und was der neue Satellit IceSAT-2 bereits auf der Erde gemessen hat.

Der jüngste Dragon am Haken – und in Kürze beginnt der ungewöhnliche „Weltraum-Spaziergang“ von Oleg Kononenko und Sergei Prokopyev zur Inspektion von Soyuz MS-09 rund um das bedenkliche Loch im Orbitalmodul. [15:30 MEZ] Die Live-Übertragung der EVA läuft, auch weitere Artikel hier, hier und hier. [16:35 MEZ] Die EVA hat begonnen (in Russland wird ab dem Hatch-Opening gezählt): Es geht nur um Inspektion des Lochs, keine weiteren Reparaturen. [17:00 MEZ] Die EVA ist eine Stunde alt: ein Videoclip und ein Screenshot. [17:55 MEZ] Ein mühsames Geschäft ist das mit dieser EVA: Erst ging es mit einem Strela-Arm bis Zarya, dann mit noch einem endlich zur Soyuz weiter. [19:15 MEZ]

Ein Live-Blick auf die Soyuz MS-09 (vorne), die die Kosmonauten immer noch nicht erreicht haben und bei der sie Proben aus der Umgebung des mysteriösen Lochs zwecks Untersuchung auf der Erde entnehmen sollen. [19:50 MEZ] Sie sind schon weit hinter dem Zeitplan der EVA … [20:10 MEZ] Die Soyuz ist erreicht! [20:30 MEZ]


10. Dezember

Riccardo Giacconi, HST-, ESO-Chef, Nobelpreis, 1931-2018

Mit 87 Jahren ist gestern der bedeutende Astronom Riccardo Giacconi gestorben – und einer der wenigen Nobelpreisträger aus der Astronomie: 1962 gehörte er zu den Entdeckern der ersten extrasolaren Röntgenquelle (bei einem Raketenflug, der eigentlich den Mond nachweisen sollte), arbeitete dann an mehreren Röntgen-Satelliten, war von 1981 bis 1993 war Direktor des Space Telescope Science Institute, das das Hubble Space Telescope wissenschaftlich betreute, anschließend bis 1999 Generaldirektor der Europäischen Südsternwarte. Die Hälfte des Physik-Nobelpreises 2002 erhielt Giacconi für „pioneering contributions to astrophysics, which have led to the discovery of cosmic X-ray sources“: ein Nachruf des STScI, italienische Nachrufe hier, hier und hier und englische Tweets hier, hier und hier. [23:30 MEZ. NACHTRÄGE: weitere Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]