Archive for Februar 2012

Mysterious solar system object 2012 DR30: period ~50,000 years, inclination 75°, perihelion 14 AU

29. Februar 2012

Während ein neu entdecktes Himmelsobjekt mit vielleicht 200 km Durchmesser auf einer aufregenden Bahn die Top-Meldung ist, Komet Garradd weiter mit seinen drei Schweifen wedelt und sich der Mars der Opposition nähert, gibt’s die besten Bilder mal wieder von Polarlichtern: oben ein Raketenstart von der Poker Flat Research Range in Fairbanks, Alaska, während aktiver Aurora am 18. Februar, ein neues ISS-Video vom 2. Februar mit dem Manicouagan-Impaktkrater im Mondschein als Zugabe und ein besonders beeindruckendes älteres ISS-Video von 2011, wo die Polarlichter geradezu dreidimensional erscheinen und das jetzt ein ISS-Veteran feierte – all dies und noch einiges mehr im neuen Cosmos 4 U!

Advertisements

Eine Begegnung von Venus, Jupiter und Mond

26. Februar 2012

beobachtet während der Rothenfelser Sternstunden 2012 am Abend des 25. Februar bei leichter Bewölkung im Hof der Burg Rothenfels in Unterfranken und aufgenommen mit einer Bridge-Kamera mit 29-fachem optischem Zoom bei vielen Brennweiten: Das Treiben der Planeten & des Mondes hatte schon seit Tagen für Schlagzeilen gesorgt, v.a. die Konstellation am 25.2. – selbst Webcasts waren bzw. sind noch angesetzt. Weitere Impressionen des globalen Spektakels vom 26. Februar aus Deutschland, Italien und Indien, vom 25. Februar aus Deutschland, Österreich, Italien, Rumänien, Indien und Australien und vom 24. Februar aus England und Australien – und noch mehr Aufnahmen sind hier, hier und hier sowie hier und hier zu finden. (Von Burg Rothenfels aus wurde übrigens auch letztes Jahr der extra-dicke Vollmond im März beim Aufgang abgelichtet – was sich auch hier, hier und hier niederschlug.)

Am 21. Februar war Sonnenfinsternis – für’s SDO

23. Februar 2012

Aus der Sicht des Solar Dynamics Observatory kam es beim letzten Neumond zu einer partiellen Sonnenfinsternis, oben in vielen Farben des AIA-Instruments animiert, darunter in Schwarzweiß vom HMI: mehr zu dem – keineswegs seltenen – Kuriosum hier, hier, hier, hier und hier. Und unten das besonders schnelle Wachstum einer Sonnenfleckengruppe vom 9.-11. Februar, ebenfalls vom HMI „gefilmt“.

Wechselspiel von Wasser und Eis in der MacKenzie Bay in der Antarktis, am 12. Februar gesehen vom Advanced Land Imager (ALI) auf dem Satelliten Earth Observing-1 (EO-1) der NASA – und als Kontrastprogramm eine globale Karte der Baum-Höhen aus Daten einer ganzen Reihe von Satelliten.

Eine neue Mond-Karte von Chinas Chang’e 2 im Vergleich mit derjenigen der Weitwinkelkamera des Lunar Reconnaissance Orbiter (unten) durch Phil Stooke: Sie scheint tatsächlich schärfer zu sein, auch wenn die andere Beleuchtung den direkten Vergleich erschwert – westliche Experten sind beeindruckt und sehen eine echte Ergänzung zum LRO. (Von den behaupteten 7 Metern Auflösung, die für eine Gesamtkarte des Mondes ein Rekord wären, kann in den bisher aufgetauchten Versionen allerdings keine Rede sein.) Vom LRO gibt’s derweil Hinweise auf ein Aufquellen des Mondes an einigen Stellen (Gräben sind aufgerissen), während er anderswo schrumpft: mehr dazu hier, hier, hier, hier und hier. Und es ist mal wieder eine Mondfälschung aufgeflogen: statt Gebäuden bei Chang’e 2 ein manipuliertes uraltes Lunar-Orbiter-Bild …

Sonnenaufgang auf Vesta am 18.12.2011, von Dawn aus dem Low Altitude Mapping Orbit aus 200 km Höhe gesehen: Feinstes topographisches Detail wie eine Kraterkette tritt hervor. Die ganzen Bilder vom Anflug auf Vesta sind kürzlich alle frei verfügbar geworden, und Fans haben schon die ersten Filme in schwarz-weiß und in Farbe produziert!

Saturnmond Rhea vor Saturnmond Titan am 10.12.2011 von Cassini aufgenommen, aus 1.3 bzw. 2 Mio. km Entfernung. Über Cassinis Titanbeobachtungen sind gerade wieder jede Menge neue Papers erschienen, die sich v.a. mit zeitlichen Veränderungen befassen. Und ein weiteres Paper glaubt, das Äquatorgebirge von Iapetus erklären zu können.

Zwei Fehlerquellen bei OPERA entdeckt – und sie könnten Neutrinos schneller aber auch langsamer erscheinen lassen!

23. Februar 2012

Entgegen manch vorschneller Meldung ist sind die „überlichtschnellen Neutrinos“ des OPERA-Experiments keineswegs eindeutig ad acta gelegt worden: Bei den emsigen Überprüfungen des hochkomplexen Experiments im Gran-Sasso-Tunnel sind vielmehr kürzlich zwei mögliche Fehlerquellen entdeckt worden – aber sie haben unterschiedliche Vorzeichen. Ergo kann es nach gegenwärtigem Kenntnisstand ebenso gut möglich sein, dass die Neutrinos genau so schnell wie das Licht vom CERN nach Italien reisen – oder aber, dass sie sogar noch mehr als die bislang immer wieder gemessenen 60 Nanosekunden ‚Vorsprung‘ vor einem hypothetischen Lichtquant auf gleicher Strecke haben. Erst neue Messungen mit den speziell hergestellten superscharfen CERN-Neutrino-Pulsen sollen Klarheit schaffen – aber das ist vor Mai nicht möglich. „The OPERA Collaboration, by continuing its campaign of verifications on the neutrino velocity measurement, has identified two issues that could significantly affect the reported result“, heißt es in einer Mitteilung des Experiments: „The first one is linked to the oscillator used to produce the events time-stamps in between the GPS synchronizations. The second point is related to the connection of the optical fiber bringing the external GPS signal to the OPERA master clock. These two issues can modify the neutrino time of flight in opposite directions.“

Dass ein falsch eingestecktes Glasfaser-Datenkabel den 60-ns-Fehler verursacht habe und man den Fall nunmehr zu den Akten legen könne, ist also schlicht falsch: Die Überschrift „‚Faster than light neutrinos‘ could be slower… or faster… than thought“ des britischen Science & Technology Facilities Council trifft es hingegen genau. Auch CERN – nicht direkt für OPERA verantwortlich und eigentlich nur der ‚Neutrinospender‘ – hat sich geäußert: „The first possible effect concerns an oscillator used to provide the time stamps for GPS synchronizations. It could have led to an overestimate of the neutrino’s time of flight. The second concerns the optical fibre connector that brings the external GPS signal to the OPERA master clock, which may not have been functioning correctly when the measurements were taken. If this is the case, it could have led to an underestimate of the time of flight of the neutrinos.“ INFN, CERN, STFC Releases, Strassler, Physics World, IO9, New Scientist, Reuters, BBC, Quantum Diaries, Welt der Physik, ProPhysik, DLF, BdW, Spiegel 23., Nature Blog, Reuters, New Scientist Blog, Cosmic Log, CBC, Starts with a Bang, Science Insider, Ars Technica, Cosmic Variance 22., Boyle Tweet 17.2., Ars Technica, APS TwitterPic 6., New Scientist 4.1.2012, Centauri Dreams 28., WUStL PR 23., Nature 21., New Scientist Blog 8.12.2011

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

23. Februar 2012

Gibt es bereits wieder NASA-ESA-Gespräche zum Mars?

Nach der Radikalreform des US-Marsprogramms nach MAVEN und dem Ende der alten ExoMars-Kollaboration mit ESA tut sich angeblich schon wieder was: „We have resumed talks with our partners in ESA in an effort to develop concepts for future Mars missions“, erzählte der NASA-Chef in einem Gastartikel am 20. Februar – aber gleichzeitig kommt aus Russland die Kunde, dass im März der Einstieg von Roskosmos bei ExoMars bekannt gegeben werden dürfte. Und zwei parallele Marsprogramme dürfte sich die ESA kaum leisten können. (Novosti via Roskosmos Facebook 22., Space News 20., LA Times 17.2.2022. Auch Times of India, Asian Scientist 17.2.2012 über indische Visionen von einer Mission zur Venus im Jahr 2015 und ESA Release 10., National Geographic 14., ABC 15.2.2012 zu Überraschungen mit der Venus-Rotation, auf die Venus-Express-IR-Bilder hindeuten)

NASA-Studien für Flüge zu Enceladus und Uranus dürfen trotz der viel beklagten Einschnitte bei der Planetenforschung im neuen Haushalts-Request ausgerechnet jetzt beginnen – denn entsprechende Vorarbeiten für eine große Jupiter/Europa-Mission sind inzwischen fertig, wenn auch prompt ad acta gelegt worden. Und für weitere Studien hypothetischer künftiger Flagship-Reisen ins äußere Sonnensystem, die der eigentlich maßgeblich sein sollende neue 10-Jahres-Plan für die US-Planetenforschung vorsieht, ist ein bisschen Geld da … (CSM 15.2.2012. Auch Space News 20., Huffington Post 22.2.2012 mit klagenden Gastartikeln)

Das letzte Jahr für den IR-Satelliten Herschel

hat offenbar begonnen: Weniger als 100 kg supraflüssiges Helium sind noch in den Tanks, nach 2 3/4 Jahren Infrarotbeobachtungen – zwischen 11 und 14 Monate sollten noch möglich sein, womit die Vorgabe 3 1/2 Jahre locker erreicht werden dürfte. Kurioserweise wird die verbliebene Messzeit zur Hälfte von amerikanisch geführten Teams genutzt werden, obwohl die USA nur 6% zu den Missionskosten beisteuerten – aber im Gegensatz etwa zu Hubble, wo dies eine Rolle spielt, kam es bei der Beurteilung von Beobachtungsanträgen für Herschel nur auf deren Qualität an. (BBC 18.2.2012. Und Symmetry Magazine Februar 2012 mit Lob für die offene Datenpolitik des Gamma-Satelliten Fermi, die der Wissenschaft insgesamt sehr dienlich ist)

Der UV-Satellit GALEX ist still gelegt worden, nachdem die NASA-Mission (deren Primärmission schon 2007 abgeschlossen war) bei einer relativen Begutachtung 2010 nur auf den 8. von 11 Plätzen gekommen war – aber jetzt gibt es Verhandlungen, dass Caltech den Satelliten zwecks Weiterbetriebs geschenkt bekommen könnte. So etwas gab es noch nie in der NASA-Geschichte. U.a. könnte bei einer fortgesetzten Mission mutiger zu grellen Quellen hin geschwenkt und die Himmelsdurchmusterung vervollständigt werden. (GALEX Feature 7., Spaceflight Now 10., Sky & Telescope 16.2.2012)

Der Röntgensatellit NuSTAR startet frühestens am 21. März, da „the launch vehicle team an additional week to complete necessary engineering reviews“ benötigt – woran es genau hapert, wird nicht verraten. Die Pegasus-Rakete ist bisher 40-mal geflogen, der NuSTAR-Start wird der 25. Einsatz der XL-Version. (NASA Release 17., Spaceflight Now 18.2.2012. Und NASA Release 17.2.2012 zum 5. Jahrestag des Starts der 5 THEMIS-Satelliten)

Die Zukunft des Landsat-Programms ist weiterhin unklar

Diese Serie von Erdbeobachtungssatelliten gibt es seit 40 Jahren, und die Nutzergemeinde ist im Lauf der Jahrzehnte gewaltig gewachsen: Sie war es auch, die das Programm überhaupt am Leben erhalten hat. Nun ist zwar für Januar 2013 der Start von Landsat 8 alias Landsat Data Continuity Mission (LDCM) geplant, in der Nachfolge der in Ehren gealterten Landsat 5 und 7, die seit 1984(!) und 1999 im Einsatz sind – aber seine Nachfolge-Planung gerät zwischen NASA, NOAA, USGS und Politik zunehmend unter die Räder: Für die Vorbereitung von Landsat 9 sind gerade einmal 250’000 Dollar eingeplant … (Space Policy Online 16.2.2012. Und JPL Release 21.2.2012 zur Terra-Beobachtungen einer um 3-4 m/Jahr sinkenden mittleren Wolkenhöhe der Erde)

Der Start des neuen Orbiting Carbon Observatory verschiebt sich auf frühestens Mitte 2014: Der erste OCO war 2009 bei dem Fehlstart einer Taurus XL verloren gegangen, und nachdem dieselbe Rakete auch Glory in den Ozean schickte, hat die NASA nun diese Rakete für OCO-2 ausgeschlossen. (Spaceflight Now 10.2.2012. Und ESA Release 6.2.2012 zur Messung von Meeresströmungen mut dem Cryosat 2 der ESA)

Schon Ende 2013 könnte die erste Orion-Kapsel fliegen

Das erste Orion „multi-purpose crew vehicle“, derzeit in Louisiana im Bau, wird im Mai nach Florida verfrachtet, wo der Testflug auf einer Delta 4-Heavy – frühestens im Oktober 2013, vielleicht auch erst Anfang 2014 – dann bald rund um die Uhr vorbereitet wird. Die Kapsel soll auf eine bis zu 7400 km hohe Bahn geschossen werden, um einen realistisch rasanten Wiedereintritt nach einer Tiefraummission (Mond oder Asteroid) durch zu spielen. Mit derselben Kapsel wird dann später ein Startabbruch simuliert, der sie u.U. ramponieren wird. 2017 soll dann ein anderes Exemplar der Orion mit dem ersten Space Launch System (SLS) auf einen unbemannten Flug um den Mond geschickt werden, bevor dies 2021 mit einer Besatzung wiederholt wird (Apollo 8.1 sozusagen, 53 Jahre später …) – an diesem furchtbar lang gestreckten Zeitplan hat sich bisher nichts geändert, und der Sinn der teuren und späten Schwerlastrakete SLS bleibt weiter heftig umstritten. Nach ihren beiden Starts 2017 und 2021 soll sie jedenfalls neue Booster bekommen, um die Kongress-seits geforderten 130 metrischen Tonnen Nutzlast überhaupt zu schaffen – wie das gehen soll, weiß offenbar noch niemand so recht. Auch um den Ausbau der Orion zu einem vollwertigen interplanetaren Vehikel muss sich die NASA wohl alleine kümmern: Frankreich und Italien haben sich dagegen ausgesprochen, dass die ESA dafür – als Gegenleistung für den ISS-Zugang – etwas auf der Basis des ATV beisteuert. (Spaceflight Now 21., AW&ST, Parabolic Arc 17., Aviation Week 16., Parabolic Arc 15.2.2012. Und Space.com 10., Science Journalism Tracker 14.2.2012 zu vagen NASA-Ideen einer Raumstation im L2-Punkt „hinter“ dem Mond)

Konfusion um den nächsten Shenzhou-Flug machte sich Mitte Februar breit: Erst hieß es überraschend, auch er werde so wie der von Tiangong 8 unbemannt sein, dann war wieder von drei Yuhangyuan an Bord die Erde. Mit einem bemannten Flug war nach dem scheinbar rundum erfolgreichen Test („Progress an ISS …“) mit Shenzhou 8 letztes Jahr („Shenzhou 8 hat …“) auch allgemein gerechnet worden. Aber es war angeblich doch zu Problemen mit der Schleuse zwischen Kapsel und Station gekommen – deutet das Nachrichtenchaos womöglich auf verschiedene Fraktionen im Shenzhou-Programm hin? (CRI 15., People Daily, Space Daily 16., Xinhua 17., Space Daily 18., Space Today 19.2.2012)

Deutscher Einstieg bei der Vega-Rakete möglich

Nachdem sie nun im Einsatz ist, erwärmt sich das DLR für die neue europäische Kleinrakete: Womöglich wird Deutschland eine neue Oberstufe für die Vega entwickeln, die die derzeitige ukrainische ablösen könnte. Auf der nächsten Tagung des ESA-Ministerrats im November soll darüber befunden werden – alle Teile der Vega würden dann in ESA-Ländern entstehen. Von den Entwicklungskosten der Rakete hatten Italien 58% und Frankreich 25% getragen. Unterdessen ist mit einigen der neun Satelliten des Erstflugs – die dafür alle nichts zu bezahlen brauchten – stabiler Funkkontakt hergestellt worden, mit anderen weniger … (Jonathan’s Space Report 18., ESA Release, Spaceflight Now [mehr Bilder] 14., Arianespace, ASI Releases, Spaceflight Now, Romania Insider, AFP, Science Insider, Universe Today, Space Today, Raumfahrer, Eureka 13.2.2012. Und ESA Release 9.2.2012 zum Rockot-Startvertrag für zwei GMES-Satelliten)

Französisch-deutscher Streit um die Zukunft der Ariane 5 soll nun von Arbeitsgruppen beigelegt werden: Klar ist nur, dass die laufenden Kosten des europäischen Arbeitspferds zu hoch sind – jedes Jahr muss die ESA 120 Mio. Euro zuschießen, damit Arianespace nicht in die Roten Zahlen rutscht. Während man in Deutschland auf Verbesserungen der Ariane 5 – Stichwort: Midlife Evolution – setzt, möchte Frankreich gleich einen kompletten Nachfolger, der modular aufgebaut wäre und so auch gleich die Soyuz überflüssig machen würde. (Space News 9., Aviation Week 15.2.2012. Und Space News 9.2. zu Zoff um die nächsten europäischen polaren Wettersatelliten EPS-SG)

Und noch kurz gemeldet

Fünftes ATV nach belgischem Kosmologen benannt: Das letzte Automated Transfer Vehicle, das die ESA zur ISS schicken wird, ist wie seine Vorgänger nach einem „großen europäischen Visionär“ getauft worden, auf Jules Verne, Johannes Kepler, Edoardo Amaldi und Albert Einstein folgt Georges Lemaître, der 1927 – zwei Jahre vor Hubble, der in der Pressemitteilung der ESA nicht mal erwähnt wird – die Expansion des Kosmos entdeckte; siehe ISAN 150-4. (ESA Release 16.2.2012)

Die erste Antares-Rakete startet frühestens im Juni und die erste Cygnus-Kapsel mit ihr im dritten sowie die erste Cygnus zur ISS im vierten Quartal 2012: Die neuerlichen Verzögerungen bei diesem Programm zur kommerziellen Versorgung der Raumstation hängen offiziell mit der schleppenden Vorbereitung der Startanlagen im Mid-Atlantic Regional Spaceport (MARS) auf Wallops Island, Virginia, zusammen. (Space Today 23.2.2012)

Weltraumschrott per Laser erfassen ist möglich, wurde im Januar an der Laserstation Graz im Prinzip demonstriert: Bis zu einer systematischen Überwachung des Erdorbits mit dieser Technik – geschweigedenn einer systematischen Entfernung einzelner Trümmer – ist es aber noch ein weiter Weg. (PM des DLR 6.2.2012)

Ein Schweizer Satellit soll den Erdorbit aufräumen – na ja, demonstrieren, dass das – für ausgewählten Schrott – geht, indem sich ein Kleinsatellit quallenartig anklammert und zusammen mit dem Müll in die Atmosphäre gesteuert wird. In drei bis fünf Jahren könnte dieser „CleanSpace One“ erstmals demonstriert werden, aus rechtlichen Gründen an ebenfalls Schweizer Mini-Satelliten. (EPFL News, AP, New Scientist Blog, Science Journalism Tracker 15., LA Times 17., New York Times 18.2.2012)

Wo entsteht der erste „Weltraumbahnhof in Europa für suborbitale bemannte Flüge? Nach Schweden bringt sich jetzt sich jetzt auch Schottland als Standort ins Gespräch – schließlich glauben manche Experten, im Jahr 2020 würden schon 20’000 pro Jahr abheben. Allerdings dauert es immer noch bis 2013 oder 2014, bis Virgin Galactic und XCOR überhaupt ihre ersten zahlenden Passagiere für Minuten in den Weltraum bringen dürften. (BBC 14.2.2012)

Statt 7 nun 8 TeV Kollisionsenergie beim LHC

18. Februar 2012

wird es 2012 geben, also 4 statt 3.5 TeV pro Protonenstrahl, wenn sie Mitte März wieder eingeschaltet werden und ab Anfang April auch wieder kollidiert wird: Dieses Jahr sollen dabei ca. 15 inverse Femtobarn eingefahren werden, dreimal so viele Kollisionsereignisse also wie 2011. Und die Anzahl der Higgs-Teilchen, die dabei erzeugt werden sollten, vervierfacht sich sogar: Spätenstens bis Ende des Jahres wird – wenn der Beschleuniger weiter so gut funktioniert – eindeutig klar sein, ob das vage Signal bei 125 GeV vom letzten Jahr real oder doch nur eine Fluktuation gewesen ist. Inzwischen gibt es auch detaillierte Papers zu den gesamten 2011-er Daten: Bei ATLAS hat sich nichts geändert, bei CMS ist der Nachweis geringfügig signifikanter geworden, denn eine neue Kategorie von Ereignissen ist hinzu gekommen.

Ein Kombination aller Messungen beider Detektoren wird es vielleicht nächsten Monat auf einer Konferenz geben: Weil die Energien der möglichen Higgse weiter etwas auseinander fallen (126 bzw. 124 GeV), wird die gemeinsame Signifikanz vermutlich nicht dramatisch über den individuellen (2.5 und 2.1 Sigma) liegen, vielleicht bei 3 Sigma (und vom schon gar nicht mehr arbeitenden Tevatron soll auch was zu hören sein in Sachen pro oder contra Higgs). Wenn das LHC-Signal vielleicht im Sommer mit den neuen Kollisionen zu einer Entdeckung wachsen sollte, hätte ein 125-GeV-Higgs übrigens erstaunliche Konsequenzen für die Stabilität des ganzen Universums: Das könnte nämlich jederzeit in einen noch niedrigeren Energiezustand rutschen – außer zusätzliche Teilchen außerhalb des Standardmodells verhindern dies.

Da der Kosmos bislang recht stabil war, sieht es eigentlich ganz nach der Existenz der letzteren (oder einem anderen Mechanismus gegen den Phasenübergang) aus. In den Kollisionsdaten bis Ende 2011 sind freilich auch nach der neuesten Analyse vom Januar 2012 keinerlei exotische Teilchen jedweder Art aufgespürt worden, insbesondere keine Vertreter der ersehnten Supersymmetrie, die so viele Probleme gleichzeitig lösen würden – genau so wenig wie Anzeichen zusätzlicher Raumdimensionen oder Schwarze Mini-Löcher, beides besonders schwierige Suchen. Hier wird es 2012 entweder die ersten Indizien oder aber aussagekräftige Grenzwerte geben. Und dann kommt der große Umbau: Erst 2015 wird wieder kollidiert, dann aber mit einer Gesamtenergie von 14 TeV, die wieder einen neuen Erkenntnisschub verspricht.

Ellis, Nature 481 [5.1.2012] 24; Quantum Diaries 16., BBC, Physics World, Discovery, Quantum Diaries 14., CERN Release & Video News, Nature Blog, New Scientist, Strassler, Ars Technica, Symmetry Breaking 13., Symmetry Magazine 12., Vixra, New Scientist, Physik Blog 9., Resonaances 8., CMS Collab., ATLAS Collab. Preprints, CERN, ATLAS Releases, Nature Blog, Science 2.0, Strassler, Woit 7., CMS Release 4.2., New Scientist, Resonaances 31., Quantum Diaries 20., McGill, FAZ Blogs 11., Woit 10., TeenSkepChick 8., Uni Mainz PR, New Scientist 6.1.2012, New Scientist 29.12.2011. Und PM der TU Wien 17.1.2012 zu noch flüssigerem Quark-Gluonen-Plasma bei den LHC-Blei-Kollisionen

Borexino gelingt Nachweis der pep-Reaktion in der Sonne

Schon letzten Sommer wurde der Nachweis von Neutrinos dieser Reaktion vom Untergrunddetektor („Erste Neutrinos aus seltener Fusionsreaktion …“) berichtet, jetzt ist die entsprechende Veröffentlichung erschienen: Etwa der der entscheidenden Signale sieht Borexino jeden Tag, nachdem mit erheblicher Mühe der Untergrund reduziert werden konnte. (Science News 8., Physics World 9.2.2012. Auch Pan European Networks 24.2.2012 zu grünem Licht für das Neutrinoteleskop KM3NeT, Nature Blog 26.1.2012 mit einem US-Ruf nach einem ordentlichen Untergrundlabor für Neutrinoforschung und de Putter & al., Preprint 9.1.2012 mit neuen Neutrino-Massengrenzen aus der SDSS. Und Kanekar & al., Preprint 16., New Scientist, Science Journalism Tracker 26.1.2012 zu Problemen beim astronomischen Test der Konstanz von Naturkonstanten, astrobites 31.1.2012 mit kosmischer Messung des p/e-Massenverhältnisses und Nature 31.1.2012 mit Problemen bei der Messung der Ladung des Neutrons im Labor)

Die Datenlage in Sachen direkten Nachweises Dunkler Materie bleibt konfus, nachdem 3 Detektoren irgendwas sehen, 2 aber nicht: Mit viiiel gutem Willen könnte man das mit einem WIMP von etwa 10 GeV erklären, das sich den beiden Negativ-Experimenten irgendwie entzieht. (Hooper, Preprint 5., New Scientist 9.1.2012. Und astrobites 17.1.2012, Physics World 8.12.2011 mit Nullresultaten von Fermi bzgl. DM-Vernichtungs-Strahlung aus nahen Zwerggalaxien. Sowie Fang & al., Preprint 25.1., New Scientist 1.2.2012 zu jungen Pulsaren als möglicher Quelle von UHECRs und arxiv Blog 13.5.2011 zur möglichen Beobachtung derselben per Satellit)

Comets make news: Garradd’s weird tails, more amateur discoveries – and Lovejoy heads north

17. Februar 2012

Jede Menge Links zu Bildern von Garradd mit seinen weit aufgespannten Schweifen vom Februar und viel Aktuelles mehr quer durch’s Sonnensystem – aus auch dem Kuiper-Gürtel (hier ein 5-Minuten-Vortrag über Plutos wahre Rolle im Sonnensystem vom San Diego SpaceUp), von USA-Boliden (ein TV-Bericht über ein Event vom 13. Februar) und Polarlichtern (ein britisches TV-Feature über einen Aurora-Jäger) – im neuen Cosmos 4 U!

Weitere größere Artikel

Komet Garradd jetzt zirkumpolar und mit verrückten Schweifen.

Wenn eine Zwerggalaxie eine andere verspeist: der Fall NGC 4449.

Kürzere Artikel

Zwei neue Amateurentdeckungen von Kometen, MOSS und Bruenjes.

Prioritätsstreit um potenziell bewohnbaren Exoplaneten Gliese 667Cc.

Schluckt das Zentrum der Milchstraße Kleinplaneten? Das könnte die fast täglichen Flarechen erklären.

Der „Planet USA“ leuchtet ganz von alleine …

16. Februar 2012

… auf diesen ISS-Aufnahmen vom 30. Januar (mit Polarlichtern am Horizont) und 29. Januar (mit Airglow) – da braucht’s keine Sonne als Lichtquelle mehr. Allerdings gibt es auch noch Dunkelzonen wie das Okefenokee National Wildlife Refuge nordwestlich von Jacksonville in Florida.

Der Vulkan vor El Hierro ist immer noch aktiv, vier Monate nachdem der unterseeische Ausbruch („Hier blubbert …“) begonnen hatte: Hier beobachtet vom NASA-Satelliten Earth Observing 1 am 10. Februar. Der ‚Gipfel‘ ist nur noch 120 m von der Wasseroberfläche entfernt.

Zyklon Giovanna vor Madagaskar am 13. Februar, aufgenommen vom MERIS-Instrument des ESA-Satelliten Envisat – sein Zug wird auch von zahlreichen NASA-Satelliten überwacht. Einen friedlicheren Wirbel gibt es auf einem Terra-Bild vor Südafrika zu sehen, wo ein Ozeanwirbel durch sein Phytoplankton zu erkennen ist.

Italien fast komplett zugeschneit – ein seltener Anblick am 13. Februar, ebenfalls von MERIS. Der ungewöhnliche Kälteeinbruch hatte auch Folgen für berühmte Bauwerke Italiens wie das Colosseum.

Mehr – Kosmologie-freie – Planck-Himmelskarten

13. Februar 2012

sind heute auf einer Tagung vorgestellt worden, die sich wie schon die Produkte vor einem Jahr („Early Release …“) ausschließlich auf den Vordergrund beziehen, durch die der ESA-Satellit in die Tiefen des Universums schauen musste: zu sehen hier „galaktischer Dunst“ unbekannter Herkunft bei 30 und 44 GHz (oben; andere Strahlungskomponenten der Galaxis tragen hier auch bei) und Emission von Kohlenmonoxid – in der Mitte die erste Gesamtkarte des Himmels, die in diesem Licht je erstellt wurde (und gar nicht vorgesehen gewesen war), unten drei Detailkarten aus Regionen, die z.T. noch nie in CO untersucht wurden. Die eigentliche Kosmologie „hinter“ all diesem Getümmel wird erst in einem Jahr enthüllt – und wird hoffentlich auch alle Unklarheiten beseitigen, die der WMAP-Satellit hinterlassen hat.

Live-Blog zum NASA Budget Request für’s FY 2013

13. Februar 2012

Die neue 2018-er Marsmission wird sowas wie der LRO

Für den Lunar Reconnaissance Orbiter hatten sich die Wissenschafts- und Human Spaceflight auch zusammen getan und eine „strategische Mission“ entwickelt, die ‚eigentlich‘ neue bemannte Landungen vorbereiten helfen und gleichzeitig Wissenschaft betreiben sollte: Genau so solle man sich auch die jetzt geplante 2018-er Marsmission vorstellen, hieß es weiter auf der NASA-Telecon. Man habe „still a science-driven motivation“, müsse aber einen Schritt zurück gehen, weil eine Sample Return Mission und selbst Vorbereitungen dafür wie das Einsammeln von Steinen einfach zu teuer kämen. Vielleicht in 20 Jahren könne er sich das vorstellen, so der neue Wissenschafts-Administrator John Grunsfeld. Für 2018 aber habe man NASA-seitig gerade mal das Budget einer Mission der Discovery-Klasse zur Verfügung, zusammen mit den Beiträgen von der bemannten Seite vielleicht so viel wie für eine New-Frontier-Mission irgendwo zwischen MAVEN, Odyssey und MRO.

Was man da draus wohl machen könne, darüber werden schon viel diskutiert, und auch auf wissenshcfatlichen Tagungen der nächsten Monate werde man Meinungen aus der Wissenschaft einholen. Zusammen mit dem Wunschkatalog aus dem bemannten Programm sei dann bis zum Sommer ein Plan zu erwarten. Und – hier wurde Grunsfeld dann doch ein wenig zu pathetisch – wenn man in 30 Jahren auf diese Tage zurück schauen werde, dann würden die jetzt so beklagten Entscheidungen des Jahres 2012 als „the pivotal moment“ erscheinen, der der Menschheit den Weg zum Mars „and the rest of the solar system“ geebnet habe. Wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt, musste Grunsfeld allerdings auch zugeben, dass sich die NASA-Wissenschaft bis auf Weiteres nicht einmal eine weitere Flagship-Mission leisten könne und insbesondere die von der letzten Decadal Survey angemahnten Missionen ins äußere Sonnensystem nicht, wo Juno ohne Nachfolger bleiben dürfte. Wenn allerdings eines Tages das Budget wieder da sein, dann wäre man – dank weiter auf kleiner Flamme laufender Technologieforschung – bereit. [23:10 MEZ – Ende]

Wie das neue „integrierte“ Marsprogramm aussehen mag

Das wurde auch auf den ersten beiden Telecons zur bemannten Raumfahrt und Weltraumforschung nicht wirklich klar, aber es soll offensichtlich eine Serie preiswerter Marsmissionen entwickelt werden, die von der Planetenforschung gewünschten wissenschaftlichen Fragestellungen nachgehen und gleichzeitig Technologien testen können, die irgendwann mal für eine bemannte Mission nötig wären. Diese beiden Anforderungen wären „surprisingly well aligned“, hieß es, und „exploiting commonalities“ sei kein Problem. Bereits das energetisch besonders günstige Startfenster 2018 zu nutzen, ein „sweet spot“, sei dabei „highly desirable“, und 2020 sei auch sehr gut. Ausländische Partner an Bord zu holen, sei dabei wünschenswert, denn das könne die – offenbar mit NASA-Mitteln allein eher simpel gestrickte – Mission „more feature-rich“ machen. Also wieder mal mit der ESA verhandeln, die sich sicher schon riesig freut … [22:45 MEZ]

Der Planetary Society gefällt das alles gar nicht …

… wie einer bösen Presseerklärung dieses Planeten-Fanclubs zu entnehmen ist: „The U.S. Administration is proposing a budget for Fiscal Year 2013 that would force NASA to walk away from planned missions to Mars, delay for decades any flagship missions to the outer planets, and radically slow the pace of scientific discovery, including the search for life on other worlds. NASA’s planetary science program is being singled out for drastic cuts, with its budget dropping by 20 percent, from $1.5 billion this year to $1.2 billion next year. The steep reductions will continue for at least the next five years — if the Administration’s proposal is not changed. This would strike at the heart of one of NASA’s most productive and successful programs over the past decade.“ Weitere erste Einschätzungen der Lage in Artikeln hier und hier. Jetzt beginnen die Telecons zu den diversen Themenfeldern; die Wissenschaft kommt um 22:30 MEZ an die Reihe. [21:35 MEZ]

Der Grund für den NASA-Ausstieg aus dem ExoMars-Projekt

wird endlich klarer: Unter angemessen harter Befragung wartete Bolden auf der PK mit der Erklärung auf, dass insbesondere der 2018-er Rover von den Kosten her eine Flagship-Mission gewesen wäre – ebenso wie MSL und JWST. Und dass man sich in der gegenwärtigen fiskalen Landschaft einfach kein neues Milliardenprojekt mehr leisten könne. So solle nun stattdessen über Missionen der Mittelklasse nachgedacht werden, die trotzdem die Aufgaben von ExoMars übernehmen könnten: Wie das wohl möglich sein sollte, dazu hatte er allerdings nichts zu sagen, doch seit Wochen beobachte er angeregte Diskussionen darüber. Auf eine spätere Nachfrage weigerte sich Bolden strikt, auch nur eine denkbare Mission zu benennen: Man möge bitte ein paar Monate – nicht Jahre – warten, bis sich die Experten (darunter auch europäische) etwas ausgedacht hätten. Auf die andere im Raum stehende Frage, welchen Flurschaden konkret die enormen Kostenüberschreitungen beim JWST hinterlassen hätten, konnte oder wollte Boden gar nicht anworten. [21:00 MEZ]

Die Werbeveranstaltung für den Budget Request läuft noch …

… auf der Pressekonferenz: Erst gab’s ein langes Video, dann eine Ansprache des NASA-Chefs (der das „neue“ Marsprogramm geheimnisvoll als ein „integrales“ beschrieb, bei dem Planetenforscher, bemannte Raumfahrt und Technologen zusammen Großes schaffen sollten, mit der ersten Mission schon ab 2018) und schließlich eine lange Übersicht der Pläne anhand dieser 27 Folien, die eine gahz gute Zusammenfassung bieten (im Gegensatz zum knappen Press Release). Jetzt hat Frage und Antwort begonnen, mit der ersten Frage gleich zur Mars-Krise: Bolden behauptet, da sei eine völlig neue Strategie (nicht nur eine neue Mission) in der Pipeline. [20:45 MEZ]

Der Schlüssel-Paragraph in Sachen NASA & Mars ab 2016

findet sich auf PDF-Seite 141 bzw. Dokument-Seite PS-40 (Hervorhebungen durch den Blogger): „After 2013 MAVEN, the Mars Exploration program is working towards defining future missions that will build upon scientific discoveries from past missions and incorporate the lessons learned from previous mission successes and failures. NASA is terminating further activity on the formulation activity for the NASA/ESA ExoMars Trace Gas Orbiter 2016 (EMTGO) mission and planning for the previous NASA/ESA Mars 2018 mission concept. NASA remains committed to an ongoing Mars Exploration program of robotic exploration missions in support of an integrated strategy of scientific and human exploration, and intends to work with the science community and our international partners in the formulation of a restructured mission.“

Das alte gemeinsame – und bereits mehrfach umgestrickte – ExoMars-Programm mit dem 2016-er Orbiter und 2018-er Rover ist also am Ende, die Marsforschung aber nicht. Das 2016-er Startfenster will man offenbar ungenutzt lassen, aber auf der nächsten Seite heißt es, man „will look to take advantage of the favorable relative location of Mars and Earth in 2018 and 2020, with pathway options for missions later in the 2020s based on science discovery and human destination requirements. NASA will inform Congress as the new program architecture is defined, and will identify the first mission in the FY 2014 budget request.“ [19:45 MEZ]

775 Seiten – zum Glück virtuelles – Papier …

… enthält das Dokument zum NASA-Haushalt 2013. Zur schon länger befürchteten Neuorientierung des Marsprogramms lesen wir dort auf Seite 9: „NASA is taking a fresh look at robotic Mars exploration to develop a more integrated approach that advances scientific and human exploration objectives that are consistent with available budget resources and priorities in the Planetary Science decadal survey.“ Und dann: „NASA remains interested in working with ESA and other international partners to identify opportunities to cooperate in Mars exploration consistent with the budgets available to the agencies. Moreover, Mars exploration remains an important component of NASA’s planetary exploration efforts.“ Also doch kein Ende vom gemeinsamen ExoMars? Pressekonferenzen ab 20:00 MEZ werden vielleicht klarer machen, wie es weiter gehen könnte. [19:20 MEZ]

Die kompletten NASA-Zahlen für 2013 liegen nun vor

Sie sind pünktlich um 19:00 MEZ auf der entsprechenden NASA-Webseite erschienen – hunderte Seiten voller Zahlen. Angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre, dass diese Requests vom US-Kongress zum Teil bis zur Unkenntlichkeit umgeschrieben werden, muss man sich allerdings fragen, wie weit sich die Lektüre im Detail überhaupt lohnt. Aber zumindest die Richtung, die sich das Weiße Haus für einzelne Sektoren vorstellt, lässt sich hier gut ablesen. Und es ist bereits aufgefallen, dass man dort die NASA für keine der „key science agencies“ erachtet, die man mit Budgeterhöhungen belohnen sollte … [19:05 MEZ]

Erste offizielle Zahlen: Haushalt bleibt flach bei 17.7 Mrd.$

Die Leaks waren in den letzten Tagen schon ziemlich detailliert geworden: Der Budget-Request des Präsidenten für das US-Finanzjahr 2013 (das am 1. Oktober 2012 beginnt) würde für die NASA praktisch dasselbe wie im laufenden Jahr zum Schluß verabschiedet vorsehen, nämlich 17.7 Mrd.$ – eine Milliarde weniger als im Request für’s FY 2012 gestanden hatte. Ganz schlecht würde es für das Mars-Programm aussehen, das zu Gunsten der Rettung des JWST erheblich zurück gefahren würde, inklusive des Endes des gemeinsamen ExoMars-Programms mit der ESA. Seit 17:20 MEZ gibt es nun auf den Budget-Seiten des OMB, des entscheidenden Office of Management & Budget des Weißen Hauses, die ersten offiziellen drei Seiten zum NASA-Request: Danach ist alles wahr.

Der Haushalt soll demnach flach bei 17.7 Mrd.$ bleiben, mit reduziertem Marsprogramm aber Weltraumforschung der „höchsten Priorität“ inklusive JWST und Asteroiden-Sample Return bei gleichzeitiger Verschiebung „unbezahlbarer“ neuer Projekte (wie dem Astrosatelliten WFIRST und der Mars Sample Return) – insgesamt fällt der Wissenschaftsanteil des Haushalts aber nur(?) von 5.1 auf 4.9 Mrd.$. Weiterhin werden u.a. eine „robuste“ Finanzierung von SLS und Orion angestrebt (fast 3 Mrd.$), 830 Mio.$ Unterstützung für private bemannte Raumfahrt-Programme und Investitionen in neue Weltraum-Technologien. Um 19:00 MEZ wird die NASA selbst viele weitere Details veröffentlichen, ab 20:00 folgen dann eine Serie von Briefings. [18:10 MEZ]