Archive for Januar 2013

Allgemeines Live-Blog vom 29. bis 31. Januar

29. Januar 2013

promi

Eine Protuberanz hebt ab: Die Show von heute Nachmittag gibt’s auch als Video, gleich nochmal und als Standbild – eine Coronal Mass Ejection Richtung Erde hatte damit nichts zu tun; auch ein Feature zur Physik der CMEs und ein Vorbericht über einen Raketenstart zur Polarlicht-Forschung. [23:55 MEZ am 31. Januar – Ende!]

salso

Debatte über die „geschenkten Hubbles“ live zu verfolgen

Wenn am 5. und 6. Februar auf einem NASA-Workshop beraten wird, was mit den 2011 überraschend den Zivil-Astronomen geschenkten zwei 2.4-m-Weltraumteleskopen (auch ISAN 165-3) geschehen soll, darf die Öffentlichkeit per Webcast zuschauen – was aber auch bedeuten dürfte, dass hier keinerlei neue Details über die geheimnisvolle Vorgeschichte der Optiken verraten werden dürfte. Aber der „SALSO Workshop“ (Study on Applications for Large Space Optics) dürfte insofern interessant werden, als Vorschläge aus 5 ganz unterschiedlichen Bereichen – selbst bemannte Raumfahrt – gehört und schließlich bis zu 6 neue Detailstudien beschlossen werden sollen, die dann bis Mai laufen. [22:10 MEZ]

herschel_bakterien

Bakterien-Sammeln auf dem Satelliten Herschel vor dem Start 2009: Teil eines Forschungsprojekts über extremotolerante Bakterien in Reinräumen, das jetzt zur ersten öffentlichen Stammsammlung von sehr widerstandsfähigen Bakterien geführt hat. Eine wichtige Ressource für Forschungsinstitute und die Industrie, um Anpassungsmechanismen von Bakterien – Resistenz gegenüber Hitze, UV-Strahlung, ionisierende Strahlung, Austrocknung und Desinfektionsmitteln – zu untersuchen. [18:45 MEZ]

sio

Drei Frauen, die Social Media in den NASA-Outreach brachten, standen gerade bei Science Online 2013 in der North Carolina State Univ. auf der Bühne, Veronica McGregor, Courtney O’Connor und Stephanie Smith – und das Event kann bereits im Archiv geguckt werden! [16:05 MEZ]

Eine moderate Feuerkugel über England gestern abend, eingefangen zwar nur klein, dafür aber lückenlos, von einer Dashboard-Kamera auf der Autobahn bei Birmingham. [14:15 MEZ]

Wikipedia ist jetzt auch ein Asteroid, Nr. 274’301

Wer den Kleinplaneten – als 2008 QH24 – in der Ukraine entdeckte und seine Taufe nach der Online-Enzyklopädie vorschlug, steht nicht im neuesten Minor Planet Circular auf Seite 467, wohl aber die Citation: „Wikipedia is a free, copyleft, collaboratively edited online encyclopedia launched in 2001. In 11 years of its compilation it became one of the largest reference works and one of the most visited web-sites on the Internet. It is developed in more than 270 languages by enthusiasts from all over the world.“ [14:00 MEZ]

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Der nächste Orbitalstart steht bevor, diesmal eine Atlas V mit dem NASA-eigenen Kommunikationssatelliten TRDS-K; die Konstellation hilft insbesondere der ISS und Hubble, ihre Datenströme zum Boden zu bringen. Updates gibt’s hier, das Startfenster öffnet sich um 2:48 MEZ. [1:00 MEZ] Die Atlas ist jezt in einem 25-Minuten-Hold bei t-4 Minuten – und der in Südkorea gestartete Satellit hat sich gemeldet. [2:25 MEZ]

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Und die Atlas V ist gut weg gekommen, mit der Öffnung des Startfensters – auch die ersten 7 Minuten des Flugs problemlos. [2:55 MEZ] Von Cooper gibt’s schon erste Bilder! [3:05 MEZ]

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Main Engine Cut-Off! Die Centaur und TDRS-K sind jetzt auf ihrer Parkbahn, wo sie 82 Minuten bleiben werden – der Zielorbit wurde genau getroffen. Hier noch ein Screenshot von einem Launch Replay. [3:10 MEZ] Und die Live-Version in Bewegung und gleich nochmal. [3:20 MEZ] Die 2. nur 2-minütige Zündung der Centaur steht bevor, dannn Separation. Aber dieser Artikel ist schon fertig. [4:20 MEZ] Spacecraft Separation auf dem perfekten GTO. [4:35 MEZ] Ein NASA Release; weitere Artikel sind hier verlinkt. Und Yonhap, Asia One und Arirang zu Südkoreas Satelliten-Erfolg. [13:45 MEZ]

„Timbuktu-Manuskripte“ überstanden wohl doch Mali-Krieg

Entsetzen unter (auch Astronomie-)Historikern hatte kürzlich die Meldung ausgelöst, dass bei der Rückeroberung der Stadt Timbuktu in Mali von den Islamisten wichtige Bibliotheken mit den berühmten „Timbuktu“-Manuskripten aus dem Mittelalter in Flammen aufgegangen seien – aber das ist offentsichtlich Quatsch: Die meisten Texte in wissenschaftlicher Bearbeitung scheinen durchgekommen zu sein (und viele weitere sind eh in Privatbesitz und/oder vergraben). Über die astronomischen Inhalte der Manuskripte wurde in den letzten Jahren intensiv geforscht (auch hier und hier) und gar eine überschwängliche Doku produziert, die den eingebundenen europäischen Orientalisten in ihrer vermeintlichen Etablierung einer „afrikanischen Astronomie“ dann doch zu weit geht … [23:55 MEZ am 30. Januar. NACHTRAG: mehr Details]

CTIO_webcam

Nichts Auffälliges auf dem Live-Bild vom CTIO nach einem starken Erdbeben in der Atacama-Region um 21:15 MEZ ist um 23:00 MEZ auf diesem Webcam-Bild vom Cerro Tololo zu sehen. Das Beben hatte eine Magnitude von 6.8, hat aber nach ersten Berichten keine größeren Schäden hinterlassen. [23:05 MEZ]

Die Scheibe um den Stern TW Hydrae hat 50 Jupitermassen

Das konnte dank des ersten Nachweises von HD in einer zirkumstellaren Scheibe durch Herschel ermittelt werden: Unter der Annahme, dass das HD/H2-Verhältnis dasselbe wie im Sonnensystem ist, folgt direkt die Menge des dominanten H2, die ansonsten kaum fest zu stellen ist. Da das Sonnensystem aus einer viel weniger massereichen Scheibe entstand (nur 10 Jupitermassen), könnte der junge aber sonnenähnliche Stern TW Hya eines Tages ein ausgesprochen reiches Planetensystem besitzen, auch wenn man ihm bei seinem Alter die Bildung von Riesenplaneten eigentlich nicht zugetraut hätte. Was zeigt, dass nicht alle Wege dieselben sind, auf denen ein Stern zu Planeten kommt. [19:50 MEZ]

Hinz & Kunz twittern, man solle dieses Video gucken – also bitte: Mondaufgang in Echtzeit hinter anderen Beobachtern desselben in Neuseeland. Weshalb der Mond auch „falsch herum“ läuft. [19:30 MEZ]

Kein folgenreicher Impakt vor 12’900 Jahren – Schluss!

Seit 2007 verbreiten ein paar Außenseiter die – leider gut für Schlagzeilen geeignete – Spekulation, in der Atmosphäre explodierende Kometen hätten das Ende der Clovis-Kultur in Nordamerika, das Aussterben der Mammuts („Dung-Pilz …“) und sonstwas verursacht, ohne dass es irgendeinen direkten Beleg dafür gegeben hätte. Und nun ist auch eine umfangreiche Monographie vorgelegt worden, die der Spekulation von allen möglichen Seiten den Garaus macht. Schluss jetzt damit, bitte … [17:40 MEZ] Vermutlich ein frommer Wunsch, da die Spekulation „Zombie-Status“ erreicht hat. [18:05 MEZ]

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Nette Demonstration von µg auf der ISS: Expedition-34-Kommandant Kevin Ford durch einen besonders großen Wassertropfen abgebildet – der eben keine Tropfenform sondern eine ziemlich gute Kugelgestalt annimmt. [17:25 MEZ]

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Die Session „Science and Space“ der Konferenz in Israel

(s.u.) läuft jetzt: hier die astronomischen Highlights des vergangenen Jahres, wie sie Ehud Behar zusammen fasste. [15:50 MEZ]

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Während der Astronaut Randolph Bresnik bei seiner Übersicht über Wissenschaft auf der ISS auch an das Röntgenteleskop MAXI auf der Raumstation erinnerte, über dessen Leistungen („Neuer Schwarz-Loch-Kandidat entdeckt …“) kaum berichtet wird. [16:05 MEZ]

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Überzeugende Demo im Vortrag des Fernerkundungsspezialisten Eyal Ben-Dor, warum hyperspektrale Kameras (die nicht nur in RGB sondern in hunderten separaten Farbbändern gleichzeitig aufnehmen) so nützlich sind: Die Plastik-Pflanze rechts fällt jetzt sofort auf … [16:25 MEZ] … aber HSR erfordert, „in Würfeln zu denken“, x, y und Wellenlänge – nicht einfach für’s Gehirn. [16:35 MEZ]

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ULTRASAT: ein israelisch-amerikanischer UV-Satellit?

Auf der Ramon-Konferenz (s.u.) berichtete Ilan Porat über das Satellitenprojekt ULTRASAT, das zunächst LIMSAT hieß (Notiz ganz unten) und in diesem Vortrag beschrieben wurde: Israel und die USA hoffen diesen März auf Grünes Licht für einen Kleinsatelliten mit 4 Teleskopen à 13 cm Öffnung und 4Kx4K-CCDs, der im Ultravioletten den Himmel auf Transients überwachen würde – mit 440 Quadratgrad Gesichtsfeld, was es noch nie auch nur annähernd gab. Neu aufleuchtende UV-Quellen am Himmel würden über Inmarsat automatisch an die Astronomen der Welt gemeldet, die zu Follow-Up-Beobachtungen schreiten könnten.

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Israel träumt schon seit 20 Jahren von UV-Astronomie im Weltraum, aber der einzige jemals gebaute Satellit namens TAUVEX schaffte es nie in den Orbit: Zunächst ‚gebuchte‘ Mitfluggelegenheiten in Russland und Indien (ganz unten) kamen nicht zustande, letzteres immerhin insofern „glücklich“, als die schon gebuchte Rakete dann versagte … [14:35 MEZ]

Weltraumkonferenz in Israel – und jetzt live im Web!

Die Übertragung von der Eighth Ilan Ramon Annual International Space Conference kann hier verfolgt werden; gerade haben die vermutlich ergiebigsten Sessions „Space Industry and Technology“ und „Science and Space“ begonnen: Die Zeiten im Programm sind in IST = MEZ + 1 Stunde. [13:10 MEZ]

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Die globale Start-Statistik (auch Fehlstarts) 2012 aus dem Vortrag von Tal Inbar, der auch auf den südkoreanischen Erfolg heute verwies: Das sei nun das 11. Land mit einer funktionierenden Orbitalrakete. [13:25 MEZ] Geheimnisvolle Andeutungen über drei iranische Startversuche 2012, mit 2 Fehlschlägen – und einer gewaltigen Explosion auf dem Startgelände … [13:33 MEZ] … und dass sich Nordkoreas Satellit nie aus dem Orbit meldete, sei „not important“ – Hauptsache die Unha 3 funktionierte. [13:36 MEZ]

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Und der iranischen Affen-Astronaut sei – im Gegensatz zu hitzigen Kommentaren – kein Beleg für tolle Raketen, da der Launcher nur auf einer schwachen solchen basierte. Aber das Experiment zeige, dass der Iran sein Weltraumprogramm ernst nehme – und die Ankündigung, einen eigenen Astronauten um 2020 starten zu wollen, nimmt Inbar zumindest ernst. [13:40 MEZ] Oder wollen die Iraner was ganz Anderes …? [14:25 MEZ]

Na endlich: Südkorea bringt Satellit in den Orbit! Beim dritten Versuch hat das KSLV 1 funktioniert und einen Satelliten in den Orbit getragen. Damit hat man mit dem nördlichen Nachbarn gleich ziehen können; das KSLV 1 alias Naro-1 und die Unha 3 sehen sich durchaus ähnlich. [12:50 MEZ. NACHTRAG: weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG 2: Der Satellit ist im Orbit – aber kann man’s wirklich einen „südkoreanischen“ Start nennen, wenn die 1. Stufe russisch war? NACHTRAG 3: Diese ‚Korea-Frage‘ wird auch daselbst aufgeworfen]

Hardware des Satelliten QuikScat wird auf der ISS recycelt

Der Satellit funktioniert seit 2009 nicht mehr („Meeressatellit QuikScat nach zehn Jahren ausgefallen“), aber Elemente von QuikScat werden 2014 auf der ISS installiert, um als ISS-RapidScat wieder Informationen über Luftströmungen aus Meereswellen zu liefern, die auch operationell genutzt werden können. [1:45 MEZ. NACHTRAG: Artikel dazu]

Das Startfenster für Südkoreas Rakete öffnet sich um 7:55 MEZ und dauert bis 11:30 MEZ: die nächste Chance für das Korea Satellite Launch Vehicle 1, mit der inzwischen erfolgreichen Unha 3 des nördlichen Nachbarn gleich zu ziehen – denn bisher sind ale KSLV-Starts gescheitert. Entsprechend groß ist die Anspannung … [1:45 MEZ]

Der Raketenbahnhof Wallops der NASA braucht einen besseren Video-Regisseur … Diese Aufzeichnung dieses Teststarts einer Terrier-Improved Orion vor 1/2 Stunde zeigt nicht viel, und dieses und dieses Foto aus größerer Distanz hauen einen auch nicht um … [0:20 MEZ] … wobei sie die zu Testzwecken freigesetzten Lithium-Dämpfe zeigen. [1:30 MEZ. NACHTRAG: längeres Video inklusive Freisetzung, auch hier]

Satellit Kepler sammelt jetzt wieder astronomische Daten

nachdem der 10-tägige „Wheel Safe Mode“ („Kepler wegen Reaktionsrad-Ärger für 10 Tage lahmgelegt“) zuende ist: Nun wird es etwa einen Monat dauern, bis sich gezeigt haben wird, ob dem angeschlagenen Drallrad #4 die Ruhepause gut getan hat. [23:55 MEZ am 29. Januar. NACHTRAG: Artikel dazu]

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Helle und dunkle Fächer auf der Marsoberfläche auf einer HiRISE-Aufnahme vom November 2012 auf 87° Süd: So was entsteht, wenn die Sonnen auf die saisonale CO2-Polkappe scheint, den Boden darunter erwärmt – und sublimierende Gase irgendwann durch die Eisdecke brechen. Und dann als helle Fächer wieder auskondensieren; die dunklen Strukturen darauf gehen auf mitgerissenen Staub zurück. [17:35 MEZ]

Die Venus spielt Komet, wenn der Sonnenwind abreißt

Die Ionosphäre aus Elektronen und Ionen, die die Venus in 150 bis 300 km Höhe umgibt, kann sich in Ausnahmefällen an ihrer sonnenabgewandten Seite schweifartig ins Weltall ausdehnen: Zu dieser seltenen Verformung kommt es, wenn der Sonnenwind nahezu abbricht, wie Messungen mit dem Venus Express (seinem Magnetometer MAG und dem Instrument ASPERA-4) gezeigt haben. Bei fehlendem Sonnenwind wird die Ionosphäre der Venus nicht magnetisiert; unter normalen Bedingungen binden diese induzierten Magnetfelder die geladenen Teilchen der Ionosphäre in Planetennähe. Bei schwachem Sonnenwind hingegen dehnt sich die Ionosphäre in der Übergangsregion zwischen Tag- und Nachtseite aus, wo sich eine Art Plasmaballon schweifartig ins All erstreckt – die gesamte Ionosphäre erhält so eine tropfenförmige Gestalt. [17:25 MEZ]

Der Flug des iranischen Weltraumaffen – siehe unten („Ein kleiner Affe …“) – in einem TV-Bericht: Scheint er seine suborbitale Reise ja gut überstanden zu haben. [2:40 MEZ] Und der Flug hatte keinen nennenswerten militärischen Wert, so. [3:15 MEZ] Einstweilen ist unklar, wann der Start eigentlich erfolgte; weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [17:05 MEZ. NACHTRAG: Mit den Bildern des Affen vor/nach dem Flug stimmt was nicht …]

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Curiosity vor der ersten Bohrung auf dem Mars!

Lange haben sie gedauert, die Vorbereitungen für den ersten Einsatz des Bohrers des Marsrovers, der letzten noch immer ungetesteten Hardware – aber hier (Ausschnitt aus einem Hazcam-Bild vom 27. Januar, Sol 170) sieht man den Kopf schon mal Maß nehmen. An vier verschiedenen Stellen des Steins „John Klein“ in der „Yellowknife Bay“ wurde er aufgesetzt und Druck aufgebaut, ein sog. „pre-load testing“; ein weiterer derartiger Test über Nacht läuft gerade. Die ersten Drill-Experimente werden aber kaum vor Ende der Woche beginnen. [1:30 MEZ. NACHTRAG: Details]

In this new view of the Andromeda galaxy from the Herschel space observatory, cool lanes of forming stars are revealed in the finest detail yet.

Ein neues Herschel-Bild der Andromeda-Galaxie? Als solches wurde gerade diese Darstellung von Daten von PACS & SPIRE von Caltech wie JPL angepriesen – aber da war doch was, schon vor 2 Jahren: selbe Galaxie, selbe Instrumente Herschels, nur von anderen Leuten verarbeitet. Die Staubringe in der Spiralgalaxie hat übrigens WISE noch schärfer gesehen. [0:35 MEZ. NACHTRAG: Geht’s noch? Jetzt verkauft auch die ESA das Bild als „neu“, das lediglich „more data and different color mapping“ – aber genau die Anmutung des alten – zu bieten hat …]

Mal wieder ein „künstlerisches“ ISS-Timelapse-Video mit vielen Nacht-Szenen und diversen Polarlichtern, leider an einigen Stellen gar zu hektisch ‚verschönert‘ – als ob die Lageregelung der Raumstation aus dem Ruder laufen würde … [0:25 MEZ]

A superbubble located in the Large Magellanic Cloud about 160,000 light years from Earth.

Alt aber bunt: eine „Superbubble“ in der LMC in einem Komposit-Bild aus Chandra-Röntgendaten (die 10 Jahre alt sind und deren Analyse vor 2 Jahren publiziert wurde; in Rosa) und einem optischen Bild von DEM L50. [0:00 MEZ]

Feuerkugel über den Ost-USA war vermutlich Kosmos 1484

Eine vollmondhelle und besonders langsame Feuerkugel über mehreren Bundesstaaten im Osten der USA ist vermutlich der – erwartete – Wiedereintritt eines russischen Satelliten, Kosmos 1484, gewesen. [0:00 MEZ. NACHTRAG: eine Zusammenfassung ohne neue Erkenntnisse]

Ein kleiner Affe unternahm einen Suborbital-Flug auf einer iranischen Rakete, melden offizielle Medien, aber bisher sind nur wenige Details bekannt geworden – z.B. darüber wie es dem unfreiwilligen Raumfahrer jetzt konkret geht, der nun in einer langen Liste tierischer Astronauten steht. [0:00 MEZ. NACHTRAG: schwer zu beweisen, was war – aber eine Bomben-Story …]

Neue „COSMIC“-Wettersatelliten in Auftrag gegeben

Das Constellation Observing System for Meteorology, Ionosphere and Climate Taiwans und der USA (siehe Artikel C56) wird mit neuen Satelliten weiter ausgebaut, die im U.K. gebaut werden ab 2016 starten sollen: Die dreidimensionalen Atmosphären-Analyse basiert auf ihren Effekten auf die Signale von GPS-Satelliten. [0:00 MEZ]

Kometen-Lander Philae im irdischen Test: Noch ein Jahr ist Rosetta im Winterschlaf, aber die erste Landung auf einem Kometenkern ist erst jetzt in Testanlagen simuliert worden – was z.B. dem Handelsblatt und n-tv gefiel. [0:00 MEZ]

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Ein 1-Meter-Komet zerplatzte über Kalifornien

27. Januar 2013

Eine spektakuläre Feuerkugel vor 10 Tagen („Eine Feuerkugel über Kalifornien ungefähr -20. Größe“) ging nach einer ersten Auswertung auf den Frontalzusammenstoß der Erde mit einem vielleicht 1 m großen Kometenkern zurück: Nur so sei die enorme Eintrittsgeschwindigkeit von 72±6 km/s zu erklären, die sich aus Daten eines Video-Kamera-Netzes ergibt. Bereits in 146 km Höhe hatte der Meteor zu leuchten begonnen, ein Rekord für diese Kameras, und den Boden hat sicher nichts erreicht.

Die „schnellsten“ Meteoriten, die je eingesammelt wurden, waren dagegen 77 Bruchstücke, die eine andere Feuerkugel über Kalifornien im April 2012 hatte fallen lassen und die dank der Auswertung von Wetterradar sehr schnell eingesammelt wurden (bisher 943 Gramm): Ein 2 bis 4 m großer Asteroid aus dem Hauptgürtel – vielleicht aus der Eulalia-Familie – war mit 28.6 km/s in die Atmosphäre eingetreten, strahlte in ca. 55 km am hellsten und explodierte in 48 km Höhe mit einer Äquivalentenergie von grob 4 kt TNT. Die Meteoriten identifizieren ihn als kohligen Chondriten des Typs CM, aber mit einer sehr diversen Mineralogie, die auf eine komplexe Vorgeschichte hinweist (Jenniskens & al., Science 338 [21.12.2012] 1583-7; Ames = SETI Inst., AMNH, UC Davis Releases, CT-Scan-Video, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

2010A2

Immer noch Partikel in der Bahn von P/2010 A2 (LINEAR)

zeigt diese Keck-Aufnahme dieses „Aktiven Asteroiden“ im Roten vom 14. Oktober 2012, 3 1/2 Jahre nach der plötzlichen Staubfreisetzung von seiner Oberfläche (siehe ISAN 122-7) – was auch immer deren Mechanismus war; die Deutungen reichen von einer Asteroidenkollision über einen von seiner eigenen Rotation zerrissenen Asteroiden bis zu einem aktiv gewordenen „Hauptgürtelkometen“. Der Strahlungsdruck der Sonne hat nur noch die größten Teilchen > 3 mm zurück gelassen, aus denen sich die freigesetzte Masse auf 500’000 Tonnen abschätzen lässt, ~1/10 des Körpers („n“) selbst. Nennenswert zum Zodiakalstaub tragen dergleichen Ereignisse nicht bei.

Warum Kometen in der Sonnenkorona im EUV leuchten – erst war es der Komet C/2011 N3 (SOHO; siehe ISAN 155-7), dann C/2011 W3 (Lovejoy) gewesen, die der Satellit SDO überraschenderweise in extremer Sonnennähe im Extremen UV leuchten sah – scheint inzwischen verstanden zu sein: Die Sonnenhitze lässt rasant Moleküle sublimieren, die dann von der Strahlung gleich photodissoziiert und ionisiert werden. Vor allem Sauerstoff- und Eisenatome sorgen dann für die intensive Emission, die sich sogar gegen die Sonnenkorona durchsetzen kann, wo diese Linien normalerweise nicht vorkommen.

Opportunity hat ihr zehntes Jahr auf dem Mars begonnen

(denn die Landung – siehe Artikel 830 – war vor 9 Jahren gewesen): Der unverwüstliche Rover ist inzwischen 35.5 km weit gekommen und immer noch in guter Gesundheit, auch wenn die Garantie schon 2004 abgelaufen war … Derzeit beschäftigt sich Opportunity mit Aufschlüssen am Rande des 22-km-Kraters Endeavour, die aus einer feuchteren Epoche stammen könnten, mit weniger saurem Wasser als bei den bisherigen Entdeckungen des Rovers.

Curiositys erster nächtlicher Einsatz der Armkamera MAHLI ist am 22. Januar absolviert worden: Nur beleuchtet von Rover-eigenen LED-Lampen lässt sich gezielt Mineralogie betreiben, indem von Weißlicht auf UV umgeschaltet wird. Unterdessen mehren sich nach der Analyse von Aufnahmen des MRO die Indizien, dass der Ziel-Berg Curiositys Aeolis Mons nur ein Riesenhaufen im Gale-Krater angewehten Staubes ist und nicht etwa die erhofften Sedimente eines ehemaligen Sees – vielleicht ist das Gesamtbild aber auch komplizierter (Science 21.12.2012 S. 1522).

Einstieg der NASA bei Euclid-Mission der ESA perfekt

Während die europäische Weltraumbehörde den Satelliten und seine Instrumente baut, wird die NASA gemäß einem MoU 20 Detektoren für das infrarote liefern, wofür sich im Gegenzug 40 weitere US-Astronomen zu den 1000 überwiegend europäischen im Euclid Consortium gesellen dürfen. Der Start des Satelliten ist nun für das Jahr 2020 geplant, während WFIRST der NASA kaum vor 2025 hoch kommen dürfte. [NACHTRAG: U. Penn Release zu Beiträgen]

Der NEOSSat ist in Indien angekommen, wo der kleine Asteroiden- und Raumschrott-Jäger als eine von mehreren Sekundärnutzlasten des nächsten PSLV starten soll – was laut Auskunft eines Beobachters der dortigen Raumfahrt-Szene nunmehr am 18. Februar passieren soll [NACHTRAG: ein kanadisch-patriotisches Werbe-Video mit wenig technischen Details].

Erkenntnisse über die erste Stufe von Nordkoreas Unha 3

dank ihrer Bergung durch Südkorea nach dem Satellitenstart im Dezember sind publik geworden: Danach hat sie vier Vernier-Düsen zur Stabilisierung des Fluges, und es konnten einzelne Elektronik-Teile als kommerzielle Produkte aus dem Ausland identifiziert werden – aber ob Nordkorea insgesamt nennenswerte Hilfe aus dem Ausland hatte, ist weiter unklar (weitere Meldungen, Bilder und Diskussionen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier). Südkorea hat derweil seinen nächsten Startversuch für den 30. Januar angesetzt.

Weitere größere Artikel

26. Januar 2013

“2001: A Space Odyssey” – ganz neu erfahren mit Live-Musik und in Großprojektion!

Größte Sternwarte Australiens übersteht Waldbrand – Wiedereröffnung von Siding Spring am 18. Februar?

Wenn Asteroid 2012 DA14 zu Besuch kommt: neue Zahlen dank neuer Astrometrie!

Adaptive Optik für große Felder zeigt, was sie kann, mit MCAO & GeMS.

Wie der Satellit NPP Suomi “unsere” Lichtverschmutzung sieht, dank eines neuen Viewer-Tools.

Kleinere Artikel

Nächsten März: Gedenk-Kolloquium für Hilmar Duerbeck in Bonn.

Wie entwickelt sich Komet PANSTARRS? Angeblicher Knick kontrovers.

Kleinplanet auf langperiodischer Kometenbahn entdeckt, wohl ein Zentaur.

ESA und Russland fliegen zusammen zum Mars – ExoMars perfekt!

Hipparcos-Entfernung von Polaris nicht zu beanstanden, sagt ein Hipparcer.

Kleinplanet Sylvia und einer ihrer Monde bedeckten hellen Stern.

»Fomalhaut b« – ein Zwergplanet auf Abwegen? Jedenfalls real.

Die fernste Supernova mit eindeutiger Distanzbestimmung dank Spektrum.

Kick-Off für ein „Weltraum-Teleskop für alle“

25. Januar 2013

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Der scheinbar verwegene Plan eines Weltraumteleskops für die deutsche Öffentlichkeit ist heute auf einem siebenstündigen Kick-Off-Workshop im Haus der Astronomie spürbar konkreter geworden: Der Einladung des Initiators Heiko Wilkens [NACHTRAG: ein Interview] war ein breites Spektrum von Experten gefolgt, von Astronomie-Professoren über Didaktiker und Publizisten bis zu Vertretern der deutschen Raumfahrtindustrie und der Amateurfunk-Satellitenbauer der AMSAT-DL. Endgültige Spezifikationen für den Satelliten, dessen Bau und Start durch Sponsoren und dessen Betrieb durch die Benutzergemeinde – aber teilweise unterstützt durch weiteres Sponsoring – finanziert werden sollen, kamen bei dem Meeting natürlich noch nicht zustande, wohl aber ziemlich klare Rahmenbedingungen. So wird das Weltraumteleskop wohl „piggyback“ beim Start einer anderen großen Nutzlast in den Orbit gelangen müssen, weil es das bereits für wenige Mio. Euro gibt (und schon die kleinste Exklusiv-Rakete ein Vielfaches kostet), und einen für derartige Zwecke bereits entwickelten „Bus“ – also Satellitenkörper mit allen Subsystemen – verwenden müssen, weil ein speziell für sein Teleskop zugeschnittener unbezahlbar wäre.

Aus diesen harten Kriterien wird sich wiederum die maximal mögliche Größe des Teleskops ergeben, die wohl deutlich unter einem Meter liegt. Und daraus folgt dann wieder der Nutzen des Ganzen für die verschiedenen angepeilten Zielgruppen, die von der breiten Öffentlichkeit und Amateurastronomen über die Ausbildung an Schule und Hochschule bis zur Fachastronomie reichen. Letztere sieht vor allem im UV-Bereich von ca. 120 bis 300 nm eine reizvolle Nische auch schon für ein kleines Weltraumteleskop (ab 30 cm), da diese Wellenlängen astrophysikalisch viel zu bieten haben, aber nur oberhalb von 200 km zugänglich sind – und wenn es Hubble nicht mehr gibt, gar nicht mehr. Eine mögliche Lösung wäre die Aufteilung der Brennebene des Teleskops in einen zentralen CCD-Array für visuelles Imaging und daneben die Öffnung für einen UV-Spektrographen – für den es in der deutschen Astronomie gewichtige Vorbeiten gibt. Reizvoll erscheint auch, beim Bau des Satelliten nicht nur auf bewährte Komponenten zu setzen sondern auch Innovationen zu fördern: Die lässt sich die öffentliche Hand mitunter etwas kosten.

Eine Idee in dem Zusammenhang wäre z.B. ein kompakt gestartetes Teleskop, das erst in der Umlaufbahn ausklappt. Oder eine piezomechanische Feinnachführung der CCD. Denn die vielleicht größte Herausforderung für das Projekt wurde in Heidelberg bereits eingekreist: die Lageregelung, die so stabil sein muss, dass das Teleskop seine beugungsbegrenzte Abbildungsleistung im Orbit auch ausspielen kann. Über besagten Orbit übrigens wurde schon fast ein Beschluss herbei geführt: Eine hochelliptische Bahn hat den Vorteil, dass sie sich zwanglos aus dem geostationären Transferorbit der eigentlichen Nutzlast der Rakete – typischerweise ein Nachrichtensatellit auf dem Weg zum geostationären Orbit – ergibt, dass die Erde die meiste Zeit nur wenig Sicht auf’s Universum verdeckt, weil sich der Satellit überwiegend nahe des Apogäums aufhält, und dass besagte Erdferne mit langsamer Bewegung am Himmel den Datenempfang (man darf mit bis zu 1 GB/Orbit rechnen) mit einer großen Schüssel vereinfacht, die nur langsam nachgeführt werden müsste. Versehen mit einer Fülle von ‚action items‘ trennte man sich schließlich in der Abenddämmerung, in der Gewissheit, dass dieses Jahr wesentliche Weichen gestellt werden dürften.

Allgemeines Live-Blog vom 22. bis 23. Januar

22. Januar 2013

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Ein winziger Ausschnitt aus der Großen Magellanschen Wolke, genauer gesagt ihrem Sternentstehungsgebiet LHA 120-N 11 neben NGC 1769 (links), aus Sicht des Hubble Space Telescope: Die Bilddaten entstanden im Rahmen eines wissenschaftlichen Programms und wurden nun im Rahmen der „Hidden Treasures“-Aktion ‚geborgen‘. [22:40 MEZ am 23. Januar – Ende]

Schon wieder eine Feuerkugel mit ca. -20m über den USA

Fünf Tage nach einer gleißend hellen Feuerkugel über dem Westen der USA („Eine Feuerkugel über Kalifornien …“) hat sich über dem Osten der USA & Kanadas gestern morgen ein vergleichbares Schauspiel ereignet, „alle Farben des Regenbogens“ sollen zu sehen gewesen sein … [22:35 MEZ]

apex

Staubwolken im Orion im sichtbaren und Nah-IR-Licht und Sub-mm-Bereich in einem wilden Mix aus der Digital Sky Survey (440 bis 800 nm) und Daten des Atacama Pathfinder Experiments (APEX; 870 µm), das die orange eingefärbten Schwaden beisteuert, wo im Optischen wenig zu sehen ist – wo’s lang geht, möge dieses Zoom-Video klarer machen. [20:10 MEZ]

Neues Mosaiksteinchen in Sachen Heizung der Korona

Die Bilder der Sonnenkorona mit 0.2″ Auflösung des Hi-C-Raketenflugs vom letzten Juli sind jetzt ausgewertet: Sie stützen offenbar die Vermutung, dass das ‚Abwickeln‘ magnetischer „Verflechtungen“ und ihre Rekonnektion die besonders heißen Zonen der Sonnenkorona erzeugen (während für die Normalkorona eher Wellenphänomene verantwortlich seien). Während der 5 Minuten langen Beobachtungen mit Hi-C konnte zweimal beobachtet werden, wie in entsprechenden Zonen genügend Energie für ihre Heizung dissipiert wurde. Dass dies der generelle Prozess in der aktiven Korona ist, konnte in der Kürze der Zeit allerdings nicht bewiesen werden: Wie gerade auf einer noch laufenden NASA-Telecon erzählt wurde, wäre ein HiC-artiges Teleskop auf einem Satelliten wünschenswert … [19:35 MEZ. NACHTRAG: Press Releases auch von UCLan, LockMart und NASA]

sdo-promi

Eine Riesen-Protuberanz hängt gerade am Südrand der Sonne, hier vom SDO bei 30 nm Wellenlänge vor 20 Minuten aufgenommen – und so sah es 75 Minuten früher aus. [5:05 MEZ] Und noch ein Bild. [5:30 MEZ] Und hier die Protuberanz in Bewegung, Show schon vorbei. [6:40 MEZ]

ExoMars-Vertrag zwischen ESA & Russland ausgehandelt!

Einen Press Release war’s der ESA bisher nicht wert, aber RIA Novosti, Voice of Russia und Xinhua melden übereinstimmend, dass die Chefs von ESA und Roskosmos, Dordain und Popovkin, gestern den Vertragstext über die gemeinsamen ExoMars-Missionen 2016 und 2018 fertig gestellt haben. Unterzeichnet werden soll das Abkommen am 15. März in Paris, direkt nach seiner Absegnung durch den ESA-Rat. [4:10 MEZ]

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Dieser Antarktis-Ballon hat den Langzeitrekord gebrochen! Bereits seit 45 Tagen – im Bild der Start am 9.12.2012 – ist der Super-TIGER im polaren Vortex unterwegs, und ein Ende der Mission zur Messung Kosmischer Strahlung ist noch nicht in Sicht. Der alte Rekord von 2004/5 hatte bei 42 Tagen gelegen (siehe Cosmic Mirror #287 Kurzmeldung), der Super-TIGER wird auch auf Blogger und Facebook dokumentiert. [1:45 MEZ. NACHTRAG: späterer Wallops Release. NACHTRAG 2: Am Ende blieb er 55 Tage oben, bis das He abgelassen wurde]

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Das war „DSI“: viele wilde Ideen aber (noch) kein Geld

Hundert Minuten dauerte die erste Pressekonferenz [NACHTRÄGE: komplette Aufzeichnung und eine neue Version des Promo-Videos daraus; die alte wurde entfernt] der „Deep Space Industries„, und schon bald ahnte das Publikum: Im Gegensatz zu „Planetary Resources“ sind hier offenbar noch kaum nennenswerte Finanzen gesammelt worden, um die weitreichenden Pläne auch in die Tat um zu setzen. Wie es da gelingen soll, schon 2015 die ersten „Firefly“-Sonden (von denen gleich mehrere zusammen auf einer Rakete starten sollen) an Near Earth Asteroids vorbei fliegen zu lassen und bereits 2016 mit „Dragonfly“ (Grafik in der Mitte; man sieht eine Heritage aus der CubeSat-Welt) gar eine Sample Return Mission zu beginnen, steht wahrlich in den Sternen. Ein wahres Wort sprach der Chairman of the Board R. Tumlinson allerdings auf der PK: Während ihrer Dauer hätte so mancher auf dem Planeten mehr Zinsen auf sein Vermögen bekommen als ein „Firefly“ kosten würde – diese Leute müsste man halt nur irgendwie anlocken (und erste Investoren gibt es angeblich schon). Die ersten Einnahmen erhoffen sich die DSI (die einen Börsengang erwägen, wenn „Dragonfly“ beladen auf dem Rückweg ist) jedenfalls aus dem Verkauf von Asteroiden-Beobachtunges-Daten an die Regierung. Und wenn dann erst der Abbau von NEAs beginnt, sind den Gewinnen keine Grenzen gesetzt, wenn im Weltraum mit den gewonnenen Rohstoffen die tollsten Sachen gebaut – oder sie an andere Kunden im All verkauft – werden … [21:00 MEZ am 22. Januar. NACHTRÄGE: weitere PK-Berichte hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

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Ein Bugschock vor Betelgeuse im interstellaren Medium ist auf dieser Herschel-Aufnahme bei 70-160 µm zu sehen – und 9 Bogenminuten in Flugrichtung lauert offenbar eine interstellare Staubwand: Mit der wird der staubige Schock in etwa 5000 Jahren und der Stern 12’500 Jahre danach zusammenstoßen. Wenn dieser nicht bis dahin schon zur Supernova geworden ist. [18:45 MEZ]

Russen sind raus: Indien baut seinen Mond-Lander selber

Nachdem Russland sein mehrteiliges neues Mondprogramm erneut umstrukturiert hat, werden auch in Indien die Karten für Chandrayaan-2 neu gemischt: Den Lander wird man nun selber bauen, mit 2 Instrumenten auf einem von ihm rollenden Rover, während der Orbiter derer 5 tragen soll. Vor gut 5 Jahren war eigentlich beschlossen worden, dass Russlands den Lander für Chandrayaan-2 beisteuert, aber die Pleite mit Fobos-Grunt hat auf beiden Seiten zu einem Neubeginn geführt. Und der asiatische Wettlauf zur Mondoberfläche hat wieder drei Teilnehmer, mit China und seinem Rover Chang’e 3 als klarem Favoriten mit Start noch dieses Jahr. Russlands Luna-Glob 1 und Chandrayaan-2 sind derzeit beide für 2015 geplant. [18:25 MEZ]

2013 Inaguration Parade

Als Curiosity vor dem Weißen Haus vorfuhr … eine dramatische Perspektive von der Inaugurations-Parade (siehe ganz unten) – auf der leider der winkende POTUS durch einen Querbalken verdeckt und auch in voller Auflösung nicht klar zu identifizieren ist. Ob es wohl einen ‚Money Shot‘ von schräg unten mit deutlich erkennbarem Präsidenten und ebenso eindeutigen Curiosity-Details im Vordergrund gibt? Na ja, auf diesem anderen NASA-Bild ist Obama immerhin gut zu sehen, und er applaudiert dem Marsrover sogar. [1:40 MEZ. NACHTRAG: ein Video dazu]

Und die nächsten Asteroiden-Abbauer steigen in den Ring

Nur ein Dreivierteljahr nach dem Auftauchen von „Planetary Resources“ – die erstmal ein ganz kleines Weltraumteleskop bauen, im Video oben vorgestellt – hat für heute ein Mitbewerber im vermeintlich lukrativen Markt des Asteroiden-Bergbaus zu einer PK eingeladen: „The world’s first fleet of commercial asteroid-prospecting spacecraft will be announced at 10 a.m. Tuesday, Jan. 22, at the Santa Monica Museum of Flying by a new company“, tönen die „Deep Space Industries“. Die wollen bereits ihr Raumschiff – in einem Video – präsentieren sowie „a breakthrough process for manufacturing in space. Deep Space is pursuing an aggressive schedule and plans on prospecting, harvesting, and processing asteroids for use in space and to benefit Earth.“ Dem Ganzen soll man ab 19:00 MEZ auf diesem Kanal folgen können (vor Ort ist’s aber besser: „Coffee and doughnuts will be served“); Vorberichte gibt’s u.a. hier, hier und hier. [1:15 MEZ]

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Die NASA zeigt Präsenz bei Obamas zweiter Inauguration während der Parade danach gestern Abend: Ein Modell von Curiosity (ganz oben in einem TV-Still vom Moment der Passage vor Obama und Biden) und eine Orionkapsel waren dabei, dazu bedeutendes Mars-Personal und 8 Astronauten. Die NASA war auch 1969 (ein Bild des Floats), 1973, 1977 (sehr bescheiden …) und 2009 (ganz am Ende) dabei gewesen; diesmal war die Teilnahme an der Parade nur eine von vielen Aktionen rund um die Inauguration, die auch eine kleine Starparty in Arlington umfassten. [0:25 MEZ]

Zukunft von Komet PANSTARRS weiter umstritten

21. Januar 2013

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Seit dem letzten großen Palaver in der Kometenszene über die zu erwartende Maximalhelligkeit von Komet C/2011 L4 (PANSTARRS) diesen März ist ein knappes Vierteljahr ins Land gegangen – und ein wirklich klares Bild formt sich weiterhin nicht. Inzwischen ist die Helligkeit auf 7.6 bis 8.0 mag. gestiegen, und einen netten Staubschweif hat der Komet auch schon – aber müsste er jetzt schon mehr bieten, um Mitte März eine imposante Erscheinung werden zu können? Oben drei Analysen der Helligkeit 2012/13, die alle auf unterschiedlicher Auswahl und Darstellung vorliegender Beobachtungen basieren: von diesem Blogger (Monatsmittelwerte), von Jakub Cerny (zwei Daten-Wolken) und von Nicolas Biver (zackige Linie, im Vergleich mit anderen bekannten Kometen). Aufgetragen ist immer dasselbe: die beobachtete Helligkeit minus 5-mal dem 10-er-Logarithmus der Entfernung von der Erde in au gegen den Logarithmus der Kometenentfernung von der Sonne. Gemäß der ‚klassischen‘ Helligkeitsformel müsste sich eine Gerade ergeben – und in der Analyse dieses Bloggers ganz oben ist das für die Gesamtheit der gemittelten Beobachtungen auch ganz gut der Fall (man muss sich bei den 2012-er Mittelwerten noch Fehlerbalken von bis zu 1 mag. dazu denken); die aktuelle Helligkeit fällt allenfalls leicht unter die Trendlinie zurück.

Bei Cerny ist dagegen eine dramatische und bei Biver eine allmähliche Abflachung der Helligkeitsentwicklung zu erkennen, wobei natürlich alle dasselbe Problem haben, das es zwischen Oktober 2012 und Januar 2013 wegen der Sonnennähe PANSTARRS‘ am Himmel keine (brauchbaren) visuellen Helligkeitsbeobachtungen gab. Während der Komet nach der Trendlinie dieses Bloggers – die auch ein australischer Beobachter teilt, auf der Basis seiner eigenen Schätzungen – zur Zeit seines Perihels ein Helligkeitsmaximum um 1.8 mag. erreichen sollte (weniger als die 0.5 mag. oder so, die letztes Jahr zuweilen erhofft wurden, aber immer noch heller als z.B. Halley 1986 je wurde), tippen die anderen Auswerter nur noch auf maximale 3 mag. (und damit einen schlappen Schweif). Was wiederum z.B. hier, hier oder hier schon zum ersten Abgesang auf PANSTARRS geführt hat. Wenig Sinn macht es jedenfalls, nur aus den jüngsten Werten eine Regression zu berechnen, wonach die Helligkeit ab jetzt praktisch stagnieren müsste … Mittlerweise wandert übrigens C/2012 F6 (Lemmon) durch’s Kreuz des Südens (und wird womöglich noch 3. Größe erreichen), während C/2012 S1 (ISON) neuerdings wie ein Asteroid aussieht, was immer das nun wieder heißt …

Eine spektakuläre Feuerkugel gestern über Japan ist von zahlreichen Videokameras erwischt worden: Einige der Clips gehören zu den detailreichsten und spektakulärsten eines Boliden seit einiger Zeit.

Haben wir Draconiden-Staub in einem irdischen Labor?

Nach dem angeblichen kurzen & heftigen Ausbruch der Draconiden 2012 (siehe ISAN 173-2) waren NASA-Flugzeuge in der Stratosphäre unterwegs, um möglicherweise dort noch herum schwebende Kometen-Staub-Teilchen einzusammeln: Ihre ungewöhnlich geringe Eindring-Geschwindigkeit bei diesem Meteorschauer von nur 23 km/s hilft sehr bei ihrem Überleben. Die Teilchenfänger werden derzeilt geerntet und erste Untersuchungen durchgeführt (Item 12): Qualifizierte Staubforscher können von der NASA Proben anfordern.

Na endlich: mehr von Chang’e 2 bei Toutatis!

20. Januar 2013

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Das – nach der aberwitzigen Curiosity-Landung auf dem Mars – größte interplanetare Ereignis des vergangenen Jahres war fraglos der Besuch der chinesischen Raumsonde Chang’e 2 am Asteroiden Toutatis, während dieser seinerseits der Erde nahe kam – aber die seltsame Informationspolitik Chinas beraubte die beachtliche Leistung leider des internationalen Ruhmes, der ihr gebührt hätte. Einen Monat später sind endlich neue Details bekannt geworden: in einem Vortrag von Chunlai Li, dem „Executive Chief Mission Designer“, auf dem 8. Meeting der NASA Small Bodies Assessment Group am 15. Januar. Gezeigt wurden nunmehr 11 Bilder des Asteroiden [NACHTRAG: aus einem langen Film mit hunderten] – mit der kleinen technischen Kamera zur Kontrolle der Solarzellen – nach der größten Annäherung aus geschätzten 38 bis 685 km Distanz (oben); die Entfernungen wurden aus der Größe des Asteroiden auf dem Chip ermittelt und dürften noch etwas revidiert werden. [NACHTRAG: Aber wie sie jetzt sind, bestätigt eine Analyse einen extrem nahen Vorbeiflug.]

Die schärfsten Aufnahmen zeigen den Asteroiden nur teilweise, weil der Rest von den besagten Solarzellen abgedeckt wird: die erste (2. Bild) entstand am 13. Dezember um 8:30:00 UTC aus ca. 40 km Abstand und hat etwa 4.6 m Auflösung. [NACHTRAG: Hier (unten) wurde es mit anderen der Bilder verschmolzen.] Die Bilder 3 und 4 (letzteres das erste mit dem kompletten Asteroiden, aus 85-90 km Abstand) entstanden um 8:30:03 und 8:30:04 UTC. Li war zu dem Meeting gekommen, um internationale Partner für die Auswertung der Flyby-Daten zu suchen: Man könnte zusammen mit den Radar-Daten das ultimative 3D-Modell bauen, die Features auf der Oberfläche und deren Albedo und Farbe – die Kamera lieferte RGB-Bilder! – analysieren, die Schwerkraft und das Rotationsverhalten von Toutatis modellieren und Vergleiche mit Hayabusas Ziel Itokawa und NEARs Ziel Eros anstellen. (Auf besagtem SBAG-Meeting wurden u.a. auch erste Planungen zu Komet ISON vorgestellt: von großen Sternwarten, vielleicht von einem Ballon – auch als Demo desselben – und aus dem Weltraum.)

Asteroid auf langperiodischer Kometenbahn entdeckt

Für einige Aufregung hat unter Small-Bodies-Fans die Entdeckung von 2013 AS105 gesorgt, ein Körper ohne kometare Aktivität – aber auf der Bahn eines langperiodischen Kometen, der freilich nie der Sonne nahekommt. Inzwischen konnte ein Link mit 2010 AO137 hergestellt und die Bahn wesentlich präziser bestimmt werden: Sie hat demnach eine Periode von 65 Jahren, eine Periheldistanz von 5.75 au und eine Apheldistanz von 26.6 au! Das Perihel war schon, und die Sonnendistanz ist bereits wieder auf knapp 7 AU angestiegen und die Helligkeit auf 20 mag. gefallen.

Noch ein Asteroid auf einer Kometenbahn – die in die Nähe der Erde führt – ist der ganz frisch entdeckte 2013 BC18, dessen Ellipse nach der ersten Analyse komplett innerhalb der von 2013 AS105 liegt: Periode 4.9 Jahre, Periheldistanz 0.6 au, Apheldistanz 5.1 au. Interessant die Nähe dieser Bahn zur Erdbahn (der Asteroid ist ein PHA), die zu einem Meteorschauer mit einem Maximum Anfang Januar führen könnte – denn 2013 BC18 ist gewiss ein (z.Z.) inaktiver Kometenkern, der aber früher was verloren haben könnte.

Ein Supernovarest, der wie eine Seekuh aussieht?

19. Januar 2013

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Erinnert der Supernovarest W50 (oben in Blau ein Radiobild vom VLA, auf in Rot Sternen und Staub im IR von WISE) an einen ausruhenden Florida-Manati (Florida manatee, Trichechus manatus latirostris; Foto von Tracy Colson)? Na ja, irgendwie schon – und dewegen wird das Astro-Bild heute auf dem Florida Manatee Festival enthüllt und der SNR „Manatee Nebula“ getauft [NACHTRAG: wie es zu der Aktion gekommen ist].

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Der gesamte Cygnus Loop auf einem Bild-Mosaik des 90-cm-WIYN-Teleskops mit im Original 24’000 Pixeln Kantenlänge, die 3° am Himmel entsprechen – die rund 1 GB große Datei in voller Auflösung gibt’s hier. Die 3 x 3 engbandigen Bilder mit der NOAO-Kamera Mosaic 1 waren bereits vor 10 Jahren gemacht worden, aber damals gab es noch gar nicht die Rechner, um daraus ein Gesamtmosaik des Supernovarests zu erstellen …

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Ein Herschel/XMM-Bild des Supernovarests W44 bei 70 – 250 µm Wellenlänge bzw. 1.2 – 8 keV Energie (blau eingefärbt): Im Röntgenlicht verrät sich mehrere Mio. Grad heißes Gas im Inneren der Schale, die schon stark mit dem interstellaren Medium wechselwirkt.

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Auch ein Stück Supernovarest: der Pencil Nebula NGC 2736 – der hellste Teil des großen Vela-SNR – auf einer Aufnahme des 2.2-m-Teleskops auf La Silla. Auch bekannt als Herschel’s Ray, da John Herschel den Nebel 1835 in Südafrika visuell entdeckte.

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Der Helix-Nebel im kombinierter GALEX-/Spitzer-/WISE-Sicht: Die Falschfarbendarstellung umfasst Wellenlängen von 150 nm bis 24 µm – und der Planetarische Nebel NGC 7293 sieht in allen Farben ungefähr gleich aus, was bei Deep-Sky-Objekten kaum je der Fall ist.

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Der Planetarische Nebel NGC 7354 aus Hubble-Sicht: Zwei verschachtelte Schalen, Knoten und Jets sind zu erkennen. Hinter der ganzen Symmetrie steckt vermutlich ein Begleiter des Zentralsterns, auf den aber noch kein direkter Hinweis gefunden wurde.

Allgemeines Live-Blog am 18. Januar

18. Januar 2013

IRIS with solar wings deployed in B/159

Satellit „Interface Region Imaging Spectrograph“ fertig

Der nächste Small Explorer der NASA ist komplett integriert – zusammen gebaut – worden und wird nun getestet, bevor der Satellit IRIS im April starten soll: Besagte Interface-Region meint die Chromosphäre und Übergangszone der Sonnenatmosphäre, der IRIS durch hochauflösende Bilder mit einem großen Ultraviolett-Teleskop, der einzigen Nutzlast des Satelliten, auf den Grund gehen soll. Erwartet werden Bilder kleiner Ausschnitte der Sonnenoberfläche, dafür aber mit 240 km Auflösung, sowie Spektren, die – mal wieder – entscheidende Aufschlüsse liefern sollen, wieso die Korona über dieser Zone so viel heißer ist. Um v.a. die Spektren interpretieren zu können, sind bereits Supercomputer für Simulationsrechnungen reserviert. [23:35 MEZ – Ende]

Das Video zur letzten Curiosity-Pressekonferenz am 15. Januar ist fertig – und hier noch ein ganz frisches Bild. Und was Curiosity mit der Inauguration zu tun hat … [23:15 MEZ]

A weia: Jupiter- und UFO-Hoaxes machen die Runde …

Man kann kaum so schnell tippen, wie schon wieder jemand irgendwelchen Müll ins Internet gekippt hat – also schnell die Aufklärung hinterher. Der Ursprung des ersten Hoaxes ist (diesem Blogger) noch unbekannt, aber plötzlich wird von gestandenen Astronomie-Popularizern die aberwitzige Behauptung aufgestellt oder unreflektiert weiter verbreitet, die bevorstehende Mond/Jupiter-Konjunktion am 21./22. Januar werde die „engste bis 2026“, wie z.B. hier ausgewalzt wird, und damit etwas ganz Besonderes. Das ist natürlich Blödsinn, hängt doch der Winkelabstand zwischen Mond und Hintergrund (Sterne oder Planeten) dramatisch vom eigenen Ort auf dem Planeten ab.

Bei der kommenden Konjunktion kommt es z.B. in Südamerika zu einer Bedeckung durch den Mond, das gleiche passiert gleich wieder in Australien im Februar – und selbst in Europa wird es bis 2026 noch eine Reihe Jupiterbedeckungen durch den Mond geben. Trotzdem taucht das „2026“-Märchen heute in einem Werbetext für einen Webcast des vermeintlich so seltenen Ereignisses auf… [NACHTRAG: Dort wurde es – auf Betreiben dieses Bloggers – tags darauf entfernt, aber dafür ist es nun bei Nat’l Geographic aufgetaucht. Und hier und hier wird endlich eingeschränkt, dass die „2026“-Aussage nur für Nordamerika gelten soll.]

Ein anderer Hoax betrifft die lange aufgeklärten STS-88-„UFOs“, deren Originale ein tüdeliger UFO-Fanatiker bei der NASA nicht wieder fand – obwohl sie immer noch problemlos im Archiv gescannter Fotos zu finden sind (wie man sich durch Anklicken im SW-Artikel überzeugen kann). Die Lüge von den gelöschten Fotos wurde sogleich von einem Aliens-Freak aufgebauscht und dann leider auch wieder ungeprüft von einer bekannten SF-Seite übernommen – die in letzter Zeit durchaus mit guten Wissenschaftsjournalismus aufgewartet hatte, hier aber komplett versagte. [22:25 MEZ]

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Der NASA-Wissenschafts-Direktor in einem weiteren #NASASocial-Panel (s.u.) im NASA-HQ: Die NASA ist auf einem „grand scientific adventure“, um den Mars zu verstehen. [21:35 MEZ] Ein Curiosity-Manager gibt zu, dass man öfters mal auf den Webseiten der Fans nachschaut, was die schon wieder alles auf den MSL-Bildern entdeckt haben. [21:55 MEZ]

Asteroidensucher NEOSSat & Co.: Start jetzt am 14.2.

Das indische PSLV mit dem Ozean-Altimetrie-Satelliten SARAL als Haupt- und u.a. dem kanadischen Mini-Astro-Satelliten NEOSSat und den ersten zwei Photometrie-Satelliten der BRITE Constellation – darunter Österreichs erstem Satelliten TUGSAT – als Zugaben soll nach neuester Planung am 14. Februar starten. Und voraussichtlich im April wird – nach über 2 Jahren Pause nach 2 Fehlstarts auch wieder ein Start mit dem GSLV angesetzt. Und Südkorea versucht’s wieder zwischen dem 30.1. und 8.2. [20:55 MEZ]

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Was für Wissenschaft auf der ISS getrieben wird, kommuniziert die NASA gerade auf einem TweetUp, äh, „NASASocial“ im HQ in DC, das selbst wiederum Teil der Feierlichkeiten zur 2. Obama-Inauguration ist (und hier live gestreamt wird). Das „Astrophysics“ bezieht sich natürlich auf den großen Teilchendetektor AMS-02, der – ohne wissenschaftliche Papers bisher -vor sich hin sammelt. [20:30 MEZ] Auf die Frage, ob die NASA plane, Haustiere auf die ISS zu schicken, zur Freude der Crew oder als Versuchsobjekte, fällt dem Panel erstmal nichts ein … [20:50 MEZ]

Keine Auskunft zum Versagen des Falcon-9–Triebwerks

beim ersten Dragon-Flug zur ISS geben Space X und auch die NASA, die zwar bei der Untersuchung mitmachte aber nichts verraten darf (letzter Absatz). Die ist wohl weitgehend abgeschlossen, und das Auseinanderfallen des Triebwerks hatte offenbar irgendwas mit (zu) ausgiebigen Tests vor dem Start zu tun. Der nächste am 1. März ist jedenfalls nicht gefährdet, zumal alle Triebwerke dieser Falcon nur einfachen Prüfungen unterworfen wurden. [5:05 MEZ] Und im Dezember gibt’s einen Dragon Pad Abort Test. [16:10 MEZ]

ABC feiert Astronauten-Fotos aus dem Orbit: In diesem Nachrichtenclip sind es die Tweets von Thomas Marshburn, der im Dezember auf der ISS einzog – etwa dieses Bild vom 9. Januar. Oder das ISERV-Teleskop – von unten. Mehr aktuelle Bilder verschiedener Crewmitglieder sind hier zu finden. [3:45 MEZ]

Komet PANSTARRS hat inzwischen 7. Größe erreicht

und wird – in Australien – auf 7.7 bis 7.9 mag. geschätzt; auf diesem Foto von T. Lovejoy hat er auch schon einen Stummelschwanz. Während C/2011 L4 (PANSTARRS) hoffentlich im März hoffentlich hell am Nordhimmel erscheinen wird, bleibt C/2012 F6 (Lemmon) im Süden: Er hat ebenfalls 7. Größe und bewegt sich – ein Bild von gestern – in den nächsten Tagen durch das Kreuz des Südens. [3:00 MEZ]

Eine Feuerkugel über Kalifornien ungefähr -20. Größe – also näher an Sonnen- denn Mondhelligkeit – wurde am Morgen des 17. Januar vielfach beobachtet, auch in Nevada. Und in der Nacht zum 18. Januar Polarlicht über Nord-Schottland (ca. 57°N). [3:00 MEZ. NACHTRAG: mehr Polarlicht]

Kepler wegen Reaktionsrad-Ärger für 10 Tage lahmgelegt

Eins ist schon länger ausgefallen („Kepler weniger redundant …“) – und nun zeigt auch ein zweites der vier Drallräder des Kepler-Satelliten erhöhte Reibung, die zu seinem Ausfall führen könnte! Man hat den Satelliten daher für 10 Tage in einen „wheel rest“-Safemode versetzt, bei dem die reaction wheels gar nicht benutzt werden und das Schmiermittel die Chance hat, wieder an die richtigen Stellen zu kriechen. Dann sollen die Drallräder wieder in Betrieb und das jetzt ruhende Beobachtungsprogramm fortgesetzt werden. [3:00 MEZ. NACHTRAG: Es ist nur eine Vorsichts-Maßnahme, kein Hinweis, dass ein Versagen kurz bevor stand]

Wie Dünen Krater auf Titan verschwinden lassen

17. Januar 2013

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Cassini-Radar-Bilder des „frischen“ Kraters Sinlap (links) und des weitgehend erodierten Soi – beide etwa 80 km groß – demonstrieren, wie sich die Oberfläche des Saturnmonds Titan immer wieder verjüngt. Die halbe Titanoberfläche hat das Radar über die Jahre mit hoher Auflösung abgetastet und doch nur 60 Einschlagskrater gefunden, während die anderen Saturnmonde von Krater übersät sind: Driftende Sanddünen, von der dichten Atmosphäre geschoben, füllen sie rasch auf, bis sie nicht mehr zu erkennen sind.

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Ein Rohbild der Saturn-Wolken vom 24. Dezember 2012 durch die Cassini-Filter CB2 und CL2 aus 710’000 km Entfernung – mehr Wettergeschehen als man diesem Planeten oft zuschreibt.

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Vom Winde verweht: ein Impaktkrater auf dem Mars, den inzwischen Sanddünen fast unkenntlich gemacht haben, auf einem HiRISE-Bild des Mars Reconnaissance Orbiter.

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Reull Vallis auf dem Mars in künstlicher Schrägsicht, berechnet aus Bildern des – nun schon über 9 Jahre um den Planeten kreisenden – Mars Express von 2012: Dieses Tal, vermutlich von Wasser geschaffen, schlängelt sich fast 1500 km über die Oberfläche.

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Drei Einschlagskrater auf dem (Erd-)Mond, dicht nebeneinander und 125 bis 180 m groß; mit der Sonne ‚im Rücken‘ des Lunar Reconnaissance Orbiter treten die Ejekta deutlich hervor. Die drei sind wohl innerhalb von Minuten entstanden. Der LRO wurde kürzlich auch für ein Laser-Kommunikations-Experiment – das erste interplanetare? – benutzt, bei dem ein Bild von der Erde zum LOLA-Detektor geblitzt wurde.

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Soyuz TMA-07M nähert sich der ISS am 21. Dezember, von derselben aus aufgenommen unter einem zunehmenden Mond.

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Eine ISS-Aufnahme, die erst Rätsel aufgab und sogar Erdfoto-Experten verwirrte: Wieso ist die Raumstation so hell, während gleichzeitig – im Original jedenfalls – zahlreiche Sterne am Himmel über Nordafrika zu sehen sind? Die Lösung ist der Vollmond an diesem Tag, der ein unerwartet sanftes Licht auf die Module wirft.

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Die griechische Insel Rhodos aus der ISS aufgenommen vor ein paar Tagen.

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Vulkane im Morgenlicht aus schräger ISS-Perspektive aufgenommen in Kamtschatka, im Rahmen intensiver russischer Erdbeobachtungen von der Raumstation aus. Der linke der Vulkane ist der z.Z. aktive Tobalchik.

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Nochmal Kamtschatka-Vulkanismus, aber jetzt im IR von Satelliten IO9: Ein Lavastrom des besagten Tolbachik am 1. Dezember, nachdem er zum ersten Mal in 36 Jahren wieder aktiv geworden war.

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Und noch ein Blick von unten nach oben: Strichspuren über ALMA, dem großen Radiointerferometer in Chile, das dieses Jahr fertig werden soll, mit dann 66 Antennenschüsseln – 54 mit 12 m und 12 mit 7 m Durchmesser.