Archive for Dezember 2018

Live-Blog zu New Horizons bei 2014 MU69 (u.a.)

30. Dezember 2018

3. Januar 2019

2014 MU69 in 3D, aus zwei Bildern in 30 Minuten Abstand mit 300 und 140 Metern pro Pixel und mit MVIC-Daten coloriert: Für den Stereo-Effekt muss man mit parallelen Augen ‚durch den Bildschirm‘ gucken; es gibt das Bild auch in Anaglyphen-Darstellung und blinkend. Ansonsten hieß es auf der letzten PK noch, dass die beiden Hälften dieselbe Farbe haben (wie auch bei Doppelobjekten im Kuipergürtel üblich), was das Szenario der lokalen Akkretion bestätigt, und dass bisher weder Monde noch Ausgasungen o.ä. gefunden wurden, man aber weiter sucht. Wegen Sonnenkonjunktion pausiert der Downlink 5 Tage und geht am 10.1. weiter. [20:25 MEZ] Die heutigen Visuals und ein Press Release. Oh, und die NASA entschuldigt sich für falsche Federn, mit denen sich auf der gestrigen PK der PI geschmückt hatte … [20:45 MEZ] Das Blink-Bild extra-nervös und farbig. [21:25 MEZ] Die PK komplett und Artikel hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: animierte Rohbilder, ein simulierter Vorbeiflug, ein Interview mit MOM und Artikel hier, hier und hier]

Ein Rad des zweiten Mondrovers Chinas … der Yutu II heißt

Ein kürzlich eingetroffenes Bild von der Mondrückseite vor dem Herunterrollen des Rovers von Chang’e-2 – der, wie originell, gerade Yutu II getauft wurde, also zweites Jade-Kaninchen. [15:55 MEZ] Yutu II ist um 15:22 MEZ auf die Oberfläche gerollt. [16:10 MEZ] Keine Bilder der Operation bisher, aber noch ein Kommentar … und mehr Scherzchen hier und hier. [16:30 MEZ] Meine Güte, noch mehr hier und hier … [17:00 MEZ]

Und da steht er auf der Mondoberfläche, Chinas zweiter Mond-Rover Yutu II! [17:10 MEZ] Und … schon wieder ein Scherz – wirklich ungewöhnlich viele anlässlich einer Mission. [17:15 MEZ] Eine chinesische PM und ein Artikelchen zur Abfahrt des Rovers – und ein Vergleich Chang’e-3/4. [18:00 MEZ. NACHTRÄGE: die Landestelle im LRO-Bild und in globalem Kontext, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein TV-Beitrag, ein Interview – und eine SF-Kurzgeschichte über die wahren Pläne des Rovers …]

Die ersten Bilder von Chang’e-4 von der Rückseite des Mondes! Auch in groß. Und CGTN berichtete schon wieder, diesmal 4 Minuten zu Beginn der 13:00-Uhr-Nachrichten; weitere Artikel hier, hier, hier und hier. [6:15 MEZ] Ein Video vom Abstieg (1:11-22) – sehr schräg abgefilmt … [6:25 MEZ] … und wie im Kontrollraum gefeiert wurde, plus weitere Artikel hier und hier. [6:45 MEZ] Ein besseres Video der Landung, zusammengeschnippelte Visuals, Press Releases zu Nutzlasten aus Kiel und Schweden, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, längere TV-Berichte hier und hier und Scherzchen hier, hier und hier – und Indiens zweite Mondmission verspätet sich erneut. [15:45 MEZ]

Heute Nacht landet Chinas Chang’e-4 auf der Mondrückseite

Und zwar zwischen 1:30 und 2:00 MEZ nach Berechnungen von Radioamateuren, die die ganze Mission intensiv analysiert haben: Aus Sorge um eine Bruchlandung ist keine Live-Übertragung geplant: ein älterer Press Release aus Hongkong zum Camera Pointing System und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [0:15 MEZ] Man schaut in chinesische Medien, aber da tut sich nix. [1:00 MEZ] Dito auf dem Weibo-Kanal von CLEP, China’s Lunar and Deep Space Exploration Program. [1:35 MEZ] Landung erst im 3:00 MEZ? [2:15 MEZ] Auch in China rätseln sie, keiner sagt was. [2:50 MEZ]

Anmoderation eines längeren Vorberichts zur Landung im chinesischen Auslandsfernsehen um 3:20 MEZ – was immer das bedeutet. [3:25 MEZ] Wie u.a. hier berichtet wird, sind chinesische Social Media voll von Meldungen, dass die Landung – um 3:26 MEZ – gelungen sei, aber ein offizielles Statement gibt es nicht. [3:45 MEZ] Es gab einen offziellen Erfolgs-Tweet … der gleich wieder verschwand. [4:05 MEZ] Und im TV steht zwar „makes historic landing“ – aber die Sprecherin sagt’s nicht. [4:20 MEZ] Anderswo erschienen Stories und verschwanden gleich wieder – und der US-Ableger des China-TV „wartet auf Updates“ … [4:25 MEZ] … während ‚inoffizielle‘ Quellen vom Entfalten der Sonnenzellen des – erfolgreichen – Landers vor wenigen Minuten berichten. [4:55 MEZ] Na eeendlich: Das chinesische Staatsfernsehen hat die Landung bestätigt! Und gleich am Beginn der 12-Uhr-Nachrichten. [5:05 MEZ] Und ein entsprechender Tweet einer Staatszeitung. [5:10 MEZ]

Jetzt berichtet auch der englische Dienst des Staatsfernsehens – größere Berichterstattung, aber aktuell dabei nur die blanke Erfolgsmeldung, keine Bilder von der Landung. Und der NASA-Chef gratuliert. [5:15 MEZ] Insgesamt wurde 25 Minuten am Stück berichtet, mit X Einspielern und einem Studiogast und über allerlei Themen, aber zum Status von Chang’e-4 selbst gab es keine Details. Auch erste Artikel hier (die Landezeit 3:26 MEZ stimmte), hier, hier, hier, hier und hier und amtliche Tweets hier und hier. [5:40 MEZ] Möglicherweise ein Bild während des Abstiegs – und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [5:55 MEZ]


2. Januar 2019

So sieht 2014 MU69 aus der Nähe aus – ein perfekter Contact Binary! Aus der Perspektive von New Horizons hier in Voll-Phase, d.h. es ist bis auf dem Rand (unten) kaum Topografie zu erkennen. Aber die Albedo, die am "Hals" am größten ist (Mitte): Hier hat sich – und das passt auch zu den Neigungswinkeln der Landschaft – offenbar feinkörnigeres Material angesammelt, das die Hälften herunter rollte. Und die Doppelgestalt passt perfekt zu den Chords von der Sternbedeckung 2017 (zweites Bild): Entstanden ist der Körper wohl durch die sanfte Fusion zweier Brocken in der Urzeit des Sonnensystems. [20:15 MEZ]

Das beste Bild bisher, 1/2 Stunde vor dem Vorbeiflug aus 28’000 km Abstand mit 140 Metern/Pixel Auflösung: Die Rotationsachse ist etwa um 30° gegen die Sichtlinie gekippt und die Rotationsperiode 15±1 Stunden. Auch ein synthetisches Farbbild mit MVIC-Information dazu gemischt, ein Größenvergleich mit Charon – und die ersten Erkenntnisse zusammen gefasst. [20:45 MEZ] Alle Visuals von der PK, ein Press Release und erste Artikel hier (der war schon weitgehend vorher geschrieben), hier und hier. [20:55 MEZ] Ein Größenvergleich mit anderen Kleinkörpern – und eine Art Comic zu den heutigen Erkenntnissen zum Contact Binary. [21:05 MEZ] Eine Aufzeichnung der Pressekonferenz, ein Artikel, Amateur-Verarbeitungen des Farbbilds hier und hier und eine Interpretation … [21:45 MEZ. NACHTRÄGE: das scheinbare Schwerefeld, ein Comic zur möglichen Entstehung und noch ein Fan-Farb-Bild des Körpers, gestiegene Hoffnung auf extra-scharfe Bilder, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und ein Kuiper-Kalauer]

Drei LORRI-Rohbilder vom Morgen MEZ des 31. Dezember aus rund 900’000 km Entfernung, die gerade erschienen sind: Die „bilobate“ Form – ein halbwegs passender deutscher Ausdruck wäre vielleicht Hantel-Form – und die Rotation in der Himmelsebene, also mit der Achse Richtung Sonne/Erde/Sonde, ist zu erkennen. [0:55 MEZ]

Mehr Bildverarbeitung durch Daniel Bamberger. [1:30 MEZ] Wie zu erwarten nichts Neues (für die Öffentlichkeit) in den vergangenen 12 Stunden, nicht mal ein dürrer Update, ob die Downlinks NYT1 und NYT2 auch gut angekommen sind. Eine Aufzeichnung der gestrigen PK und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [14:05 MEZ] Eine neu verarbeitete Animation der Fern-Bilder. [15:45 MEZ] Offensichtlich ist mindestens ein überzeugendes Bild beim Flyby gelungen. [16:00 MEZ] Das hier auf einem Monitor ansatzweise zu sehen ist. [19:30 MEZ]


1. Januar

2014 MU69 ist eine Erdnuss oder so was Ähnliches: das beste Bild von vor dem Vorbeiflug, samt Größenskala. Man ist sich jetzt auch sicher, dass die Rotationsachse Richtung Sonde im Anflug bzw. Erde/Sonne zeigt, was die flache Lichtkurve erklärt, doch die Rotations-Periode ist noch unklar, kann 15 oder 30 Stunden betragen. [17:40 MEZ] In diesem Press Release auch eine Animation aus drei Bildern. [17:50 MEZ] Es ist sehr wahrscheinlich ein Einzelkörper mit zwei Knubbeln – eine unter Kleinkörpern verbreitete Gestalt. So nah beisammen und noch getrennte Hälften wäre sehr exotisch. [17:55 MEZ] Ein seltener Blick hinter die Kulissen: Versuche zur Bestimmung der Rotation … [18:40 MEZ] Eine NASA-Version des Press Releases, schon viele Fotos aus dem APL, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein TV-Bericht – und hier und hier Argumente gegen den komischen ‚Spitznamen‘ von 2014 MU69. [23:35 MEZ. NACHTRÄGE: ein linguistischer Thread und ein ellenlanges Essay dazu]

Der Vorbeiflug war erfolgreich, die Daten sind im Kasten

Pünktlich ist die „Phone Home“-Message von New Horizons im APL eingetroffen (oben die Szene nach den ersten Sekunden Telemetrie): Der Sonde geht es bestens, das Beobachtungsprogramm in der Nähe von 2014 MU69 wurde planmäßig abgewickelt – und das erste Datenpaket sollte bereits unterwegs sein und am Abend MEZ eintreffen. Der Jubel vor Ort, eine Gratulation von oben und Artikel hier, hier, hier, hier und hier – auf einer PK ab 17:30 MEZ gibt’s die besten Bilder von vor dem Vorbeiflug. [16:50 MEZ] Und wieviel MU69 auf den Vorbeiflug-Bildern ist, weiß man noch nicht – aber erst mal Highfive und noch ein Artikel. [17:15 MEZ]

Der „Moment“ der größten Annäherung zwischen der Sonde und dem KBO (die seit dem Start keinem Himmelkörper so nahe war) – auch ein Artikel zum Spektakel am APL. [6:55 MEZ] Aufzeichnungen der letzten 24 Stunden: Vier Stunden ab 19:00 MEZ, nochmal vier Stunden ab 2:00 MEZ und das Event zum Flyby – und eine interessante Amateur-Verarbeitung der Bilder vom 30. Dezember sowie Artikel hier und hier (MU69 = „Rand des Sonnensystems“ – Aua). [14:45 MEZ]

Die New-Horizons-Hymne von Brian May, die vor wenigen Minuten Premiere hatte und deren Motivation er hier erläutert … angesehen von seiner unverkennbaren Gitarre klingt’s wie Pink Floyd in den frühen 1970-ern. Und keine halbe Stunde mehr bis zum Flyby in Sondenzeit … [6:10 MEZ] … wozu es eine weitere Live-Sendung gibt, natürlich rein symbolisch. Und ein Artikel zum Song. [6:20 MEZ] Und schon vorbei: die Sekunden am JHU APL. [6:40]

Vier Rohbilder von LORRI von 17:56 MEZ am 30. Dezember, entstanden innerhalb von 5 Sekunden mit jeweils 0.15 Sekunden Belichtungszeit, aus 20 neuen, die gerade auf der Rohbilder-Seite erschienen sind: 2015 MU69 erscheint konsistent länglich. New Horizons ist jetzt bis zum Phone-Home-Signal außer Kontakt mit der Erde. Zur Zeit läuft gerade im NASA-TV die letzte Pre-Show vor dem Flyby, zur Erforschung kleiner Körper generell. [2:30 MEZ] Dabei gab’s auch schöne Bennu-Bilder und andere Science von OSIRIS-REx, der ja gerade einen ganz engen Orbit eingenommen hat (auch hier und hier Artikel) – und Fotos von der NewHo-PK gestern. [2:40 MEZ]


31. Dezember 2018

Das ist 2014 MU69: ein einzelnes, langgestrecktes Objekt

Diese LORRI-Aufnahme von gestern 17:56 MEZ aus 1.9 Mio. km Entfernung mit einer Pixelgröße von 9.4 km auf dem Körper wurde gerade – [NACHTRAG: der Moment] nach fast 20 Minuten Vorgeplänkel – auf der letzten Pressekonferenz vor dem Flyby gezeigt: kein Doppelkörper aber wohl sehr länglich. Wie das mit der flachen Lichtkurve zusammen passt, wird sich noch erweisen müssen. Ein Bild vom Failsafe-2-Download soll es auf der PK morgen geben. [20:30 MEZ] Die gerade beste Erklärung im NewHo-Team für die flache Lichtkurve ist, dass die Rotationsachse ziemlich genau Richtung Erde/Sonde zeigt, sagt John Spencer – aber das kann sich noch als falsch heraus stellen. [20:45 MEZ] Ein Press Release zum Bild und ein Artikel dazu; frühere hier, hier, hier und hier – und Juno beobachtete einen Vulkan auf Io mit mehreren Instrumenten. [21:45 MEZ] Während OSIRIS-REx in eine enge Umlaufbahn um Asteroid Bennu eingetreten ist, nur 1.75 km von seinem Zentrum entfernt. Aber neue Bilder? Weiter Fehlanzeige. [23:15 MEZ] Eine Mail des NASA-Wissenschafts-Chefs, der wegen des Shutdowns nicht auf die Bühne darf – und der Web-Kanal, wo morgen um 6:02 MEZ der Song zum Encounter uraufgeführt wird … [23:45 MEZ]

Ruhe vor dem Sturm im Kontroll-Zentrum, aber in zwei Stunden beginnt der erste große „Failsafe“-Download mit ggf. schon marginal aufgelösten Bildern des KBOs – inzwischen ist auch eine Seite mit LORRI-Rohbildern aktiv, aber die Bilder bisher dort aus 4 und 2 Mio. km Abstand zeigen nur wenig. (Amateur-Bildverarbeiter mühen sich gleichwohl: Ist schon jetzt klar, dass MU69 nur ein – ggf. länglicher – Körper ist?) Nach einem winzigen Update wird es wohl keine neuen Kommandos mehr geben; auch weitere Live-Blogs hier und hier. Derweil hat Chinas Chang’e-4 die Bahn um den Mond angesenkt, in Vorbereitung der Landung, was Messungen durch Funkamateure bestätigen – und alle Starts 2018 und die Statistik dazu. [1:15 MEZ]

Es gibt offenbar eine finale Prognose für den Flyby, Abstand und Zeitpunkt. [2:30 MEZ] Wie MU69 als Doppelkörper für LORRI aussähe und wie Hubble half – und ein Versuch, die Landezeit von Chang’e-4 zu erraten: Es wäre die Nacht 2./3. Januar. [3:45 MEZ] Das Wetter in Australien spielt eine Rolle beim MU69-Encounter … [4:35 MEZ] Das letzte Kommando ist angekommen – auch grafische Vorschauen, ein Blog-Posting von Lowell und Artikel zur Lage hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [12:45 MEZ]


30. Dezember

Was wir schon wissen – und der Fahrplan des Encounters

Auf so gute Bilder des sonnenfernsten und mutmaßlich primitivsten Himmelskörpers, den je eine Raumsonde besucht hat, dürfen wir Anfang Januar hoffen, wenn sie die NASA-Sonde New Horizons aus 6.6 Milliarden km Entfernung vom Objekt (485968) 2014 MU69 schickt: einem Mitglied des „kalten klassischen Kuiper-Gürtels“ inmitten desselben um die Sonne laufend und den Eigenschaften seiner Bahn und (rötlichen) Farbe nach seit der Entstehung des Sonnensystems immer ein Transneptun geblieben. „Primitiver“ geht also kaum, aber von der Größe von 20 bis 30 km her ist MU69 ein Mittelding zwischen Kometenkernen wie dem von Churyumov-Gerasimenko (4×3.5 km) und dem Saturnmond Phoebe (220×200 km, für die Simulation oben benutzt) bzw. dem Pluto-Mond Charon (1200 km), alle ebenfalls im Kuiper-Gürtel entstanden bzw. verblieben. Da kann er schon gewisse Veränderungen allein unter seiner eigenen Schwerkraft erlebt haben, wenn auch gewiss keine so dramatischen Prozesse, wie sie den viel größeren Pluto umformten, das einzige andere bisher aus der Nähe inspizierte Objekt im Gürtel – aber vergleichbar viele Impaktkrater sollte es schon geben. Ein Ablaufplan für die nächsten Tage und geplante TV-Events (primär hier zu sehen, aber hier ist noch mehr angekündigt), alles in MEZ Erdempfangs-Zeit – Funksignale sind 6 Stunden und 8 Minuten unterwegs:

31. Dezember, 2:31-5:56: Failsafe 1 Downlink, Auflösung der Schwarz-Weiß-Bilder von LORRI – all ihre Pluto-Bilder nacheinander! – auf MU69 8 km, so dass der Körper 3-4 Pixel groß sein und eine extrem unrunde oder Doppel-Gestalt bereits auffallen könnte.

18:10-21:55: Failsafe 2 Downlink, LORRI-Auflösung 5 km, d.h. MU69 5-7 Pixel groß und auch gerade eben für die Farbkamera MVIC aufgelöst.

20:00-22:00: eine Stunde Pressekonferenz vor dem Encounter, gefolgt von Fragen und Antworten.

1. Januar, 2:00-5:00: eine Stunde Panel-Diskussion über Kleine Körper, gefolgt von Missions-Updates.

6:15-45: Live-Event zur größten Annäherung (geplant 3500 km Abstand, d.h. fast 4-mal näher als beim Pluto, Geschwindigkeit 14 km/s) um 6:33 ‚Ortszeit‘ – rein symbolisch, zu sehen gibt es natürlich nichts …

12:41: größte Annäherung an 2014 MU69 in Erdempfangs-Zeit, da aber alle Instrumente auf das Ziel gerichtet sind und kein Funkkontakt besteht, gibt es da nichts zu empfangen und immer noch nix zu sehen.

16:15-45 [EDIT: aktualisierte Zeit]: Live-Event zur Wiederaufnahme der Funkverbindung mit New Horizons.

16:28-45: Empfang einer knappen Zustandsmeldung von New Horizons, die aber nur Housekeeping-Daten enthält und keine Bilder – zu sehen also weiterhin nix.

17:30-18:30: Pressekonferenz zum Status der Sonde mit älteren Bildern und einer Vorschau, was wann erwartet werden kann.

21:15-0:35 am Folgetag: Downlink NYT 1 mit LORRI-Auflösung 300 Meter – vielleicht die komplette Scheibe mit 100 Pixeln Durchmesser.

2. Januar, 2:55-9:39 und 17:44-9:10 am Folgetag: Downlinks NYT 2 und NYT 3 mit LORRI-Bildern mit 140 Metern und MVIC-Bildern mit 900 Metern Auflösung und noch einigem mehr.

20:00-21:00: Pressekonferenz zu den ersten wissenschaftlichen Ergebnissen. Die ‚Core‘-Phase des Encounters (seit dem 24. Dezember) endet.

3. Januar, 20:00-21:00: Pressekonferenz zu weiteren Ergebnissen. Die ‚Departure‘-Phase dauert noch bis zum 8. Januar.

Wieviel des einlaufenden Bildmaterials wie schnell vor den Pressekonferenzen – z.B. auf dieser oder dieser Webseite – gezeigt werden wird, ist nicht wirklich klar, aber in einem Vorab-Briefing am 28. Dezember versprach ein Teammitglied (23:35), dass „die Öffentlichkeit es zur selben Zeit wie wir“ sehen soll. Der ganze Download der geplanten 7 Gigabyte Beobachtungen in der Nähe von 2014 MU69 (dem man den nur temporären Spitznamen ‚Ultima Thule‘ verpasst hat, von dessen Verwendung die IAU aber abrät [„Note“]) wird jedenfalls rund 20 Monate dauern, bis September 2020, vielleicht mit LORRI-Bildern mit 33 Metern Auflösung. Und die gesamte Kuiper Belt Extended Mission (KEM; Kostenpunkt $82m, die Primärmission kostete $720m) geht noch bis 2021 und umfasst die Fernbeobachtung zwei Dutzend anderer Objekte im Kuiper-Gürtel durch LORRI unter größeren Phasenwinkeln als von der Erde aus möglich sowie In-Situ-Messungen bis in 50 au Sonnenabstand. Und dann wird eine weitere Missions-Verlängerung beantragt und die Suche nach einem dritten Ziel begonnen: MU69 wurde 2014 von Hubble gesucht und gefunden (womit es das erste Objekte im Sonnensystem wird, das eine Sonde besucht, bei deren Start es noch gar nicht bekannt war), nun kann vielleicht auch LORRI bei der Suche helfen. Letzte Updates vom 27.12., 26.12., 22.12. und 20.12., eine PM des DLR, ein langes Radio-Interview, eine kurze Ansprache, ein Comic und Artikel vom 29.12. (mehr, mehr und mehr), 28.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 27.12. (mehr, mehr, mehr und mehr), 26.12. (mehr und mehr), 25.12., 19.12., 18.12., 5.12., 4.12., 2.12. und 18.11. – und zu einer musikalischen Zugabe Artikel hier, hier und hier. [0:00 MEZ]

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Allgemeines Live-Blog vom 22. bis 28. 12. 2018

22. Dezember 2018

28. Dezember

Der aktuelle Ausbruch des Ätna und die Folgen von Erdbeben in dem Zusammenhang gesehen vom Satelliten Sentinel 3 bzw. per DinSAR nachgewiesen vom Radar-Satelliten Sentinel 1, darunter die Kanaren aus Sicht der ISS. Auch Entschlossenheit in Indien, es doch noch mal mit bemannter Raumfahrt zu versuchen [NACHTRÄGE: mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr dazu], die Critical Design Review für die Orion, weiter Zweifel am Gateway, Chinas Navsats Beidou jetzt global – und Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Ariane 6.

Staub um den pulsierenden Stern RS Puppis auf einem Hubble-Bild. Auch ein Nachruf auf ‚Hubbles Mutter‘ Nancy Roman (mehr und mehr), Überlegungen zur Landestelle von Chang’e-4 auf der Mond-Rückseite, was Teil einer Langzeit-Strategie der Raumfahrt Chinas ist, ein möglicher Start kommenden Februar des ersten kommerziellen Mondlanders (aus Israel), die NASA als Motor derartiger Initiativen und die Vision „Moon Village“ weiter vage.

Das Seismometer von InSight – hier gestern an Sol 30 – hat sich inzwischen weiter eingerichtet, wie Animationen hier und hier belegen. Auch Überlegungen zur Wind-Situation an der Landestelle (im Vergleich zu Curiositys) – und ein weiterer Update zu Hayabusa in Sonnen-Kojunktion. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRAG: Die Sonde ist wieder in 20 km Abstand von Ryugu – es geht weiter!]


27. Dezember

Und … das war’s! Der Wiedereintritt von Apollo 8 in die Erdatmosphäre vor der Wasserung der Kapsel in diesen Minuten vor 50 Jahren, von einem Spezialflugzeug aus fotografiert: die Original-Bildunterschrift, verschiedene Versionen des obigen besten Bildes hier, hier, hier, hier und hier, Sichtungen aus anderen Flugzeugen hier und hier – und all die vielen Ersttaten von Apollo 8. [16:50 MEZ. NACHTRAG: eine neue 30-Minuten-Doku über Apollo 8]

Der vierte Raketenstart im fernen Kosmodrom Vostochniy vor wenigen Sekunden, eine Soyuz mit zahlreichen Satelliten, darunter UWE-4 aus Würzburg: ein Artikel, die Trajektorie und viele Screenshots aus dem Webcast. [3:10 MEZ] Der ist schon zuende, denn bis zur Abtrennung der diversen Nutzlasten dauert’s eine Weile. [3:20 MEZ] Erst die großen, dann die kleinen. [3:30 MEZ]

Viele Fotos vom Start, die ersten Minuten – und die Bestätigung, dass alle Satelliten ausgesetzt sind. [10:25 MEZ] Weitere Artikel hier, hier und hier. [11:15 MEZ] Und hier sowie eine PM aus Würzburg. [16:35 MEZ. NACHTRÄGE: und hier und hier sowie ein Highlights-Video und weitere Fotos hier und hier – es wurden wieder 12 Dove-Satelliten gestartet bei dieser Gelegenheit sowie vier ‚unerwartete‘ Objekte]


26. Dezember

Heute vor 50 Jahren war Apollo 8 längst wieder auf dem Rückweg vom Mond, und gerade hatte auch die letzte TV-Sendung – mit Bildern der schon nahen Erde – stattgefunden: weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Und in der Gegenwart gibt es weiter keine Erkenntnisse zum Loch in der Soyuz außer dass es irgendwer irgendwann von innen gebohrt hat …

Eine von vielen Amateur-Verarbeitungen von JunoCam-Bildern des letzten Perijoviums. Auch die zuende gehende Sonnen-Konjunktion von Hayabusa 2 (ein nun übertragenes Ryugu-Bild und astrodynamische Überlegungen), ein Zeitraffer vom staubigen Fischauge von InSight, immer noch etwas Hoffnung für Opportunity, ein Interview zum Mars Express und mehr, Ideen für Ballon-basierte Bebenforschung auf der Venus – und eine Strategie für Expoplaneten-Forschung für die NASA. [23:45 MEZ]

Wieder dunkler Himmel, aber Wirtanen lässt schon nach

Zwar kann der Komet Wirtanen seit Heiligabend wieder an dunklem Himmel – nach Dämmerungsende und vor Mondaufgang – und hoch am Himmel beobachtet werden, doch seine besten Tage hat er hinter sich: Die letzten Schätzungen der Helligkeit liegen meist bei 5.0 mag. oder darunter, und er ist, da weiter sehr ausgedehnt, kein leichtes Feldstecher-Objekt mehr. Oben ein Bild von Michael Jäger von vorgestern mit Teleobjektiv und langer Belichtung, darunter improvisierte Aufnahmen dieses Bloggers von heute gegen 2:00 MEZ mit hellem Mond am Himmel und 21:00 MEZ mit durchziehenden Wolken, jeweils mit einer – auf einem Vogelhäuschen bzw. einer Treppe balancierenden – Bridge-Kamera bei ISO 1600 und Blende 2.8 mit 5 bzw. 8 Sekunden Belichtungszeit: auch weitere Bilder von heute (mehr), gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr) und dem 23. Dezember (mit Capella; mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 22. Dezember sowie die Reise des Kometen durch’s Goldene Tor der Ekliptik, weitere Bilder, der Schweif am 16. Dezember prozessiert und Spektroskopie mit Keck. Plus Iwamoto vorgestern, ein deutlicher Radar-Radiant der Ursiden – und ein weihnachtliches Interview zu Lichtverschmutzung. [23:05 MEZ. NACHTRÄGE: Wirtanen am 28. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 27. Dezember (mehr und mehr) und 26. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) sowie eine Animation der Erdähe und Bilder aus La Palma. Plus Iwamoto am 27. Dezember, die Geschichte des Global Meteor Networks, erstaunlich detaireiche Märse gestern und vorgestern – und das extreme Wetter in Deutschland 2018]


24. Dezember

Die ersten Fotos eines „Erdaufgangs“ über dem Mondhorizont, die Menschen und nicht ein robotischer Orbiter schossen, entstanden heute vor 50 Jahren um 17:39 MEZ, wie im entsprechenden Apollo-Transkript ab 075:47:30 nachzulesen ist: Überrascht vom Anblick schoss Bill Anders erst das Schwarzweiß-Bild oben (auf dieser Filmrolle) und nach hektischer Suche nach einem Magazin mit Farbfilm dann zwei Farbfotos, mit denen diese Rolle beginnt (alle Apollo-Fotos) – die Version des ersten unten hat Seán Doran weiter verarbeitet, während es bei der NASA heute so aussieht. Und man kann auch die Farbe aus den Farbbildern in das schärfere S/W-Bild gießen. Das Video zeigt eine neue Fassung einer aufwändigen Rekonstruktion und Animation der damaligen Sicht-Geometrie, denn damals liefen weder Film- noch TV-Kameras mit. Auch was man da eigentlich sieht (Apollo 8 flog über den Mondäquator, so dass die Erdachse waagerecht lag; manche drehen daher die Bilder um 90° nach links), Erzählungen von Frank Borman, Jim Lovell und Bill Anders (früher), Echos damals und heute, Press Releases von ESA (mehr) und DLR, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und neuerdings machen Saudis auf chinesischen Satelliten auch solche Bilder. [15:15 MEZ]

Heute vor 50 Jahren: Apollo 8 im Orbit um den Mond

Der Einschuss der ersten astronautischen Mission zum Mond in eine erste elliptische Umlaufbahn gelang heute vor 1/2 Jahrhundert um 11:00 MEZ – 69 Stunden und 9 Minuten nach dem Start – hinter dem Mond und damit unsicht- und hörbar von der Erde aus aber natürlich an Bord aufgezeichnet. Und nur 2 1/2 Stunden später folgte um 13:31 MEZ die dritte TV-Sendung der Mission, bei der zunehmend bessere Bilder der Mondoberfläche aus geringer Höhe gezeigt wurden (oben; im Transkript hier ab 071:40). Auch Gedanken zu den Schatten auf der Oberfläche auf den Bildern, eine kürzliche Rede von Jim Lovell zum 50-Jährigen – und Aufzeichnungen in Australien. Von Apollo 8 gab es noch drei weitere TV-Sendungen, aus dem Mondorbit am 25. Dezember 1968 ab 3:33 MEZ diese (Transkript, ab 085:42; sie endet mit dem Genesis Reading) und beim Rückflug nach arbeitsreichen 10 Mondorbits ebenfalls am 25. Dezember um 22:15 MEZ (Transkript, ab 104:24) und am 26. Dezember um 22:08 MEZ (Transkript, ab 128:17). [11:45 MEZ]


23. Dezember

In diesen Minuten vor 50 Jahren: das erste detailreiche Live-TV-Bild der Erde aus großer Distanz, 284’000 km – es war der einzige Inhalt der zweiten Live-Sendung von Apollo 8 auf dem Weg zum Mond [alt.]. Auch das entsprechende Transkript (ab 055:07, mit detaillierter Beschreibung der Erde durch die Crew), ein anderes Standbild, ein Artikel und mehr Infos zur Mission – die ebenfalls in diesen Minuten vor 50 Jahren in die Hill-Sphäre des Mondes gelangte: Zum ersten Mal waren Menschen im Gravitationsbereich einer anderen Welt.

Ein Ausschnitt aus einem Bild der Instrument Context Camera von InSight von heute mit SEIS einsam auf der Mars-Oberfläche und dem Robot-Arm nun auf anderen Wegen: auch diverse Animationen aus InSight-Bildern, ein 360°-Panorama aus InSight-Sicht und ein Artikel zu den Fortschritten des Landers in den ersten vier Wochen. [21:00 MEZ]

Falcom 9 startet ersten GPS-Satelliten der 3. Generation

Heute hat es endlich geklappt – vom Cape aus brachte eine Falcon 9 das Global Positioning System III Space Vehicle 01 in den Orbit, das erste Exemplar (Spitzname „Vespucci“) einer stark verbesserten Version der US-Navigations-Satelliten: Bilder von Start und Aussetzen hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [20:25 MEZ. NACHTRAG: eine Folge am Himmel]


22. Dezember

Man muss auch loslassen können, hat sich InSight gesagt und SEIS sich selbst überlassen, wie dieses und dieses soeben eingetroffene Bild von heute – Sol 25 – beweisen; auch diverse Animationen. Und heute Abend MEZ vor 50 Jahren gab es die erste Live-TV-Sendung aus einem Raumschiff auf dem Weg zum Mond [alt. und gekürzt], wobei aber die Erde nicht ordentlich zu sehen war: Das Transkript findet sich hier ab 031:10, der Kontext hier auf Seite 3, hier, hier und hier werden die Sendungen von Apollo 8 diskutiert, und hier, hier, hier, hier und hier gibt’s die anderen fünf. [17:45 MEZ] Die allererste TV-Übertragung aus einem fliegenden NASA-Raumschiff hatte es übrigens bei Apollo 7 gegeben (ab 9:49). Und in Frankreich feiert man die ‚Befreiung‘ von SEIS vom NASA-Arm … [20:15 MEZ]

Himmelsschauspiel nach Start in China im Morgengrauen

Die chinesischen sozialen Medien sind voll von Fotos und Videos eines Satelliten-Starts heute früh, der sonnenbeschienene bizarre Wolken in der oberen Atmosphäre hinterließ. Und es geht weiter: Um 11:15 MEZ beginnt die erste Pressekonferenz von Alexander Gerst nach seiner Rückkehr – und um 14:55 soll eine Falcon 9 starten, nach mehreren Verschiebungen. [3:05 MEZ] Ein chinesisches Artikelchen zum Start – das sich auf eine westliche Fan-Seite bezieht … [3:35 MEZ. NACHTRAG: jede Menge China-Starts zum Jahresende]

Die Gerst-PK läuft mit einem Eröffnungs-Statement, in dem er die Bedeutung der internationalen Partnerschaft betont – zuvor hatte bereits ESA-Chef Wörner darauf hingewiesen, dass die US-Module auf der ISS ohne Visum beschwebt werden dürfen, das wäre doch auch auf der Erde was. [11:35 MEZ] Artikel zum zum China-Start und zur Gerst-PK [NACHTRÄGE: dito hier und hier sowie ein Thread und spätere Interviews hier und hier].

Und der Countdown für die Falcon läuft, mit 15:21 MEZ als neuem Ziel – wenn der Wind nicht mitspielt, gäbe es morgen die nächste Chance. Der spezielle GPS-Orbit erlaubt keine Landung der 1. Stufe, aber die Nutzlastverkleidung soll eingesammelt werden. [15:15 MEZ] Und der Wind hat erneut den Start verhindert: nächster Versuch morgen 14:51 MEZ. [15:20 MEZ] Dann sind die Wetter-Aussichten besser – und es wird dieses Jahr keine weiteren Versuche geben. [17:25 MEZ]

Vor 50 Jahren: das erste Bild der ganzen Erde auf einem Foto, das ein Mensch mit der Hand schoss – aufgenommen von der Crew von Apollo 8 am ersten Tag ihrer Reise zum Mond. Hier ist ein Scan des Originals, aus diesem Album mit weiteren Erdaufnahmen: Insgesamt wurden während der Mission sieben Magazine mit 70-mm-Film belichtet und hier dokumentiert, allerdings ohne Zeiten (die hier aufwändig rekonstruiert wurden: Höhe demnach ~33’000 km -> ca. 4½ Stunden nach dem Start) – auch das detaillierte fotografische Programm der Mission.

Deren Besonderheit war natürlich, dass erstmals Menschen den Erdorbit verließen und zum Mond flogen: Das erste entscheidende Manöver dafür war die Trans-Lunar Injection (TLI) knapp drei Stunden nach dem Start am 21. Dezember, die – wie viele andere Apollo-Manöver auch – optisch von der Erde aus verfolgt wurde. Vom 5-minütigen TLI-Burn von Apollo 8 entstand auf Maui eine exzellente Bilderserie, die hier animiert wurde.

Und das war der Start der Saturn V zum ersten von neun Apollo-Flügen zum Mond: die Teile eins, zwei, drei, vier und fünf einer NASA-Serie dazu, Bilder der Mission, eine Montage und eine Rede des NASA-Chefs, Interviews hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein TV-Beitrag. [1:15 MEZ. NACHTRAG: eine Frontpage heute vor 50 Jahren]

Neuer Komet Iwamoto nächsten Februar … interessant?

Mit geschätzten 14.5 mag. hat ihn der japanische Amateur Masayuki Iwamoto (Awa, Tokushima) auf zwei 60-Sekunden-CCD-Aufnahmen vom Abend UTC des 18. Dezember mit einem 10-cm-f/4.0-Teleobjektiv und einer Canon EOS 6D entdeckt, und Alan Hale hat ihn zwei Tage später mit einem 41-cm-Spiegel auf 11.5 mag. geschätzt (CBET #4588 vom 20.12.): Der neue Komet C/2018 Y1 (Iwamoto) soll sein Perihel Anfang Februar 2019 (1.25 au) und seine Erdnähe (0.27 au) wenige Tage später erreichen und nach der Kometen-Standardformel dann noch etwa 5 Größenklassen heller als jetzt werden – fast exakt in Opposition zur Sonne und bis zu 60° hoch am mondlosen deutschen Himmel. Damit könnte der Komet, noch ziemlich unattraktiv, im Idealfall 6. Größe erreichen und zumindest ein leichtes Fernglas-Objekt werden – wenn er sich ‚an die Regeln‘ hält; im Gegensatz zu perfekt prognostizierten Wirtanen kennen wir ihn ja noch nicht.

Gesammelte Bilder und Animationen von Wirtanen eines einzelnen Beobachters – auch der Komet im Detail gestern und pittoresk am 18. Dezember. Sowie die variable Geometrie seiner Schweife, Beobachtungen mit Hubble und anderen NASA-Teleskopen – und die Abbildung seines Kerns mit Radar, leider arg verrauscht.

Brillant sind dagegen Radarbeobachtungen des erdnahen Asteroiden 2003 SD220 geworden, der heute in 2.9 Mio. km Abstand vorbei fliegt und für diverse Experimente benutzt wurde: Er ist etwa 1.6 km groß und rotiert extrem langsam, nur einmal in 12 Tagen. Auch die Story des Carancas-Impakts vor 11 Jahren, eine Station des CTA auf dem Paranal, der Dezember-Newsletter des GMT und der 15. Data Release der SDSS. Plus ein längerer franko-kanadischer TV-Bericht über STEVE, ein besonders komplexes Halo-Phänomen erklärt, ein privater Amateur-DS-Katalog, wieder ein Bisschen mehr zur neuen deutschen Zeitschrift für Amateurastronomie [NACHTRAG: mehr hier und hier], eine Erinnerung der IAU an die 100-Jahres-Events 2019 – und (wer’s immer noch nicht kapiert hat) warum Astronomen der „Stern“ von Bethlehem nichts angeht … [0:50 MEZ]

So sieht es jetzt vor InSight auf dem Mars aus nach dem Absetzen von SEIS („Breaking News …“): ein Bild von gestern = Sol 24. Auch was der Lander von Sol 1 bis 25 getan hat, ein eisiges Bild vom Mars Express und die nächsten Schritte mit Curiosity. Sowie ein animierter Nordpol-Überflug von Bennu aus OSIRIS-REx-Bildern vom Monatsanfang [NACHTRAG: ein Pol-Bild daraus], die erneute Annäherung von Hayabusa 2 an Ryugu, nachdem die tiefste Konjunktion überstanden ist, das finale Dawn Journal, nach entsprechenden Messungen Hubbles auch für New Horizons eine flache Lichtkurve von 2014 MU69 [NACHTRAG: und eine Spekulation, wie das zu den Sternbedeckungen passen könnte] – und wie Amateurastronomen die JunoCam steuern und Funkamateure den Landetag von Chang’e-4 (mehr zur Mission hier und hier) zu erraten versuchen.

Der Proton-Start eines Militärsatelliten Russlands – auch ein Ariane-Start von einem US-Wettersatelliten aus gesehen am 4. Dezember, eine Strafe für den unautorisierten Start von mehreren Kleinsatelliten, ein ESA-Plan für einen Servicing-Satelliten [NACHTRAG: mehr dazu] und ein Deal mit Brasilien für eine Bodenstation. [0:25 MEZ]

Live-Blog zur aktuellen Action im Weltraum

20. Dezember 2018

Die ersten Fotos von der Landestelle sind in einem NASA-Album zur Landung aufgetaucht. [7:50, Bilder ergänzt 14:15 MEZ] Roskosmos und DLR Releases, mehr Bilder hier und hier, Gersts nächste Büro-Tür, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (zu diesem Video) und hier und ein Witz – und der Falcon-9-Start ist wetterhalber abermals verschoben worden. [16:10 MEZ. NACHTRAG: und zwar auf übermorgen – und der Delta-Start um mindestens eine Woche] Die Ankunft von Gerst in Köln (ein kürzeres Video und Bilder hier, hier, hier, hier und hier), DLR-Soundbites danach hier und hier, eine PM des BMWi, ein TV-Clip und Artikel hier und hier. [23:05 MEZ am 20. Dezember 2018 – Ende. NACHTRÄGE: und hier, hier und hier sowie eine 5-Minuten-Video-Chronik des Lande-Tages, ein 2-1/2-Minuten-Clip zur Rückkehr und ein 7-Minuten-Interview mit Gerst in Köln, auch in Englisch]

Die Erde hat ihn wieder! Als letzter wurde Alexander Gerst aus der Kapsel geholt – und gleich von einer Roskosmos- und einer ESA-Medizinerin betreut. [6:50 MEZ] Das selbe Bild größer (das im Original verzerrt war, wie auch sein Ausstieg, im Gegensatz zu dem Video aus der ISS aber zu schmal statt zu breit). [6:55 MEZ] Ein ESA Release mit verzerrtem Bild – aua! [7:10 MEZ. NACHTRAG: Das schreckliche Bild wurde im Laufe des Tages ersetzt, blieb aber in der deutschen Fassung] Und ein NASA Release – mit zwei Astros richtig aber Alex verzerrt … ich geb’s auf. [7:20 MEZ]

Die Soyuz ist gut gelandet, aber man sah & sieht nichts …

Weder der Abstieg am Fallschirm noch das Aufsetzen waren im Live-Video aus Kasachstan zu sehen, nur gerade ein paar Bergungs-Fahrzeuge im Trüben unterwegs. Aber nach ein paar Minuten kam dann die Bestätigung, dass die Kapsel sauber gelandet war, bereits um 6:02 MEZ, und sogar aufrecht steht. [6:10 MEZ] Endlich Bilder von der Landestelle: Prokopyev ist draußen. Und Artikel hier, hier und hier. [6:35 MEZ] Auch Auñón-Chancellor ist extrahiert. [6:45 MEZ]

Breaking News: InSights Seismometer steht auf dem Mars! Wie soeben eingetroffene Rohbilder zeigen, hat es der Arm wie angekündigt an Sol 22 – gestern Erdzeit – auf der Oberfläche abgesetzt. [6:00 MEZ. NACHTRÄGE: das Aussetzen animiert, ein Press Release dazu, eine DLR-PM zu HP3, dessen Platzierung festgelegt ist, und Artikel hier, hier, hier und hier]

Ein Live-Bild aus einem der Helikopter, die gerade zur erwarteten Landestelle der Soyuz aufbrechen – einer von mehreren Vehikel-Typen für die Bergung der Crew. [4:35 MEZ] Ein Artikel vor Morgengrauen – und Sauwetter an der Landestelle. [5:00 MEZ] Ein ferner Blick auf die Soyuz von der ISS, wo der Beginn des Deorbit Burns als schwacher Blitz zu erahnen war – auch ein ESA-Liveblog. [5:15 MEZ] Burn problemlos beendet. [5:20 MEZ] Die Soyuz wird immer noch von der ISS aus verfolgt, wie sie über die Erde zieht. [5:35 MEZ] Die Soyuz-Segmente haben sich geteilt. [5:40 MEZ]

Feuerkugel mit erstaunlicher Leuchtspur statt Delta-Start: Viele – auch etliche Weltraumfans, die auf den dann abgesagten Delta-Start in Vandenberg gewartet hatten – wurden in Kalifornien in der Abenddämmerung einer Feuerkugel ansichtig, die quasi stehen blieb, in Gestalt einer hellen Spur am Himmel, die der Wind langsam verzerrte (auch ein Zeitraffer davon und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier mehr Bilder). Offensichtlich war das Timing perfekt gewesen: In der oberen Atmosphäre zurück gebliebene Partikel wurden von der Sonne vor dunklem Himmel angestrahlt. [4:05 MEZ. NACHTRÄGE: die Beobachtungs-Sammlung (mit rekonstruierter Bahn) und ein Report der AMS, eine NASA-Notiz, weitere Videos hier, hier und hier, mehr Bilder hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Soyuz MS-09 hat die ISS verlassen – Landung in 3 Stunden

Problemloses Ablegen der Soyuz mit Gerst & Co. über der Mongolei, auch aus einer anderen Perspektive und noch einer weiteren – und schon entschwindet die Kapsel mit der schneebedeckten Landschaft Südost-Russlands im Hintergrund. [2:50 MEZ. NACHTRAG: Bilder aus dem ISS-Raum des JSC während des Abdockens]

Ein Abschiedsblick von der anderen Kamera (wiederum entzerrt und Kontrast-verstärkt; was die andere noch sah) – Deorbit-Burn in 2, Landung in 3 Stunden. Gerst und Auñón-Chancellor werden dann mit einem Flugzeug nach Bodø in Nordnorwegen gebracht, wo Gerst aussteigt, um mit einem ESA-Flugzeug nach Köln zu kommen, während sie mit neuem Sprit weiter in die USA fliegt. [3:00 MEZ] Man experimentiert mit der Kommunikation trotz des Kabelschadens – während das Wetter für die Falcon heute miserabel ist. [3:05 MEZ] Dafür ist es für die Delta besser, wenn sie es wieder versucht – was New Shepard erst Anfang 2019 vorhat: der Launch Score bis jetzt … [3:30 MEZ]

Das Abdocken ist weiter für 2:40:30 MEZ geplant, obwohl ein ärgerliches Problem aufgetreten ist: Prokopiev kann nicht telefonieren, weil ein Kabel kaputt ist, und Gerst – auch als Soyuz-Kommandant ausgebildet – müsste bei einem Notfall übernehmen. Das alles zu organisieren, hat aber einige Aufregung verursacht. Oben ein Live-Blick auf Soyuz MS-09 in der Mitte, kontrastverstärkt und entzerrt, wozu das 100-Mrd.-$-Projekt selber bekanntlich nicht in der Lage ist … [1:55 MEZ] Die Sonne geht unter, und es bleibt beim Plan: Updates sowie ein Artikel und Updates zum Delta-Start ggf. in 1/2 Stunde. [2:15 MEZ]

Bessere Bilder der Soyuz – und der Webcast zum Delta-IV-Heavy-Start hat begonnen … [2:35 MEZ] … der bereits wieder abgesagt ist, diesmal aus technischen Gründen: Irgendwo leckt Wasserstoff. Nächster Versuch in 24 Stunden. [2:40 MEZ]

Bilanz vom 19. Dezember: zwei Starts und ein Abschied

Alexander Gerst und seine beiden Mitreisenden sind gestern spät MEZ in die Soyuz (die mit dem Loch) geklettert: oben letzte Blicke auf u.a. den charakteristischen Hinterkopf Gersts (unittelbar vor dem Schließen der Soyuz- und dann der ISS-Luke) – zuvor war länger das Bild aus dem Orbit weg gewesen, weil jemand versehentlich den Kamerastecker zog. Vor dem Malheuer hatte es (mittleres Bild) ein letztes Mal das Trio zu sehen gegeben, gefolgt von großem Anschieds-Gewusel. Und unten der Moment der Kommando-Übergabe Gersts an Oleg Kononenko vorgestern.

Ein Zeitraffer-Zusammenschnitt von Erdaufnahmen während Gersts Mission – der weitere Zeitplan sieht das Abdocken gegen 2:40 MEZ vor und die Landung gegen 6:03 MEZ. Bis zum Abend soll es Gerst dann bis Köln schaffen, wo am 22. Dezember eine PK stattfinden soll: auch die medizinischen Aspekte der Rückkehr zur Erde und Artikel hier, hier und hier.

Früher am 19. Dezember waren eine Soyuz in Französisch-Guyana mit einem französischen Aufklärungssatelliten – die Mission VS20 war der letzte Start von Arianespace von 11 im Jahr 2018 – und ein GSLV in Indien gestartet: weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Ausgefallen sind dagegen die Starts einer Falcon 9 – jetzt für heute 15:03 MEZ angesetzt – und eines New Shepard, und für eine Delta IV Heavy heute früh (Minuten nach dem Soyuz-Abdocken) sind die Wetteraussichten miserabel: trotzdem ein Ticker und Gedanken zum Orbit. Auch Bilder des Test-Crew-Dragon, ein ESA/DLR-Abkommen zu Raumfahrtkontrollzentren, zwei ausgefallene NASA-Wissenschafts-Missionen nun Anfang 2019, die letzte Kurskorrektur von New Horizons vor dem Vorbeiflug an 2014 MU69, ein Mars-‚Rock Garden‘ für InSight am JPL, das Aussetzen seines SEISmometers heute, Mars-Rover-Experimente in Marokko, die Kontakt-Aufnahme von Chang’e-4 und Queqiao, warum die Rückkehr zum Mond so schwierig ist, der Sonnenschutz für den Solar Orbiter – und das Observatorium Euclid fertig zur Montage. [0:25 MEZ]

Allgemeines Live-Blog vom 14. bis 18. 12. 2018

14. Dezember 2018

18. Dezember

Wirtanen macht jetzt mondhalber eine Woche Pause

bis zur abrupten Rückkehr an dunklen Himmel am Abend des 25. Dezember, wenn der Mond erst etwas nach Dämmerungsende aufgeht – und kurz vor dem Verschwinden in dessen Glanz bildete er ein pittoreskes Paar mit den Plejaden, hier vorgestern von Michael Jäger mit einem 135-mm-Teleobjektiv und einer CCD-Kamera eingefangen: weitere Bilder von heute (mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 15. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 14. Dezember (mehr, mehr und mehr) sowie Near-Nucleus-Zeichnungen und Artikel hier, hier und hier. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRAG: 4½ Stunden Bewegung gerafft, zwei dünne Schweife und allerlei wissenschaftliche Ergebnisse]

Der Greifarm von InSight hat zugelangt auf diesem Bild der Arm-Kamera von gestern, was Sol 20 nach der Landung auf dem Mars ist – und laut dem ursprünglichen Zeitplan ist das Aussetzen des Instruments auf der Oberfläche im Zeitraum Sol 19 bis 31 geplant. Auch die Ionen-Triebwerke BepiColombos im 1. Dauerbetrieb, ein Winterschlaf für Chang’e-3 während Chang’e-4s Arbeit auf der Mondrückseite, ein Material-Verlust der Saturn-Ringe, der kein gutes Ende nehmen wird, die großen Astro-Satelliten-Pläne der NASA – und Wissenschaft auf dem New Shepard vor seinem 10. Flug heute um 15:30 MEZ; zwischen 15:11 und 15:35 ist auch ein Falcon-9-Start in Florida und um 17:37 MEZ ein Soyuz-Start in Frz.-Guyana geplant. [1:10 MEZ] Der wurde wetterhalber verschoben, die anderen bleiben geplant: eine weitere Vorschau und Updates zum New Shepard und der Live-Stream zur Falcon 9. Und ein Artikel zu Bepi. [13:55 MEZ. NACHTRAG: sowie ein ESA Release dazu und ein Artikel zum Greifarm] Und beide anderen Starts heute sind auch abgesagt: der vom New Shepard wegen technischer Probleme, der der Falcon 9 ebenfalls. [15:30 MEZ. NACHTRAG: der große Tag der Start-Verschiebungen …]

Ein Transneptun auf langer Ellipse in z.Z. ~125 au Abstand

ist das im November entdeckte Objekt 2018 VG18, dessen Bahn wegen eines erst einen Monat lang beobachteten Bogens noch ziemlich ungenau ist. Im Vergleich mit anderen Transneptunen sind weder ihre vom MPC geschätzte große Halbachse von ~95 au noch die Umlaufzeit von rund 930 Jahren noch die Exzentrizität (0.77 -> Perihel ~20, Aphel ~170 au) etwas Besonderes, wohl aber die Entdeckung in über 100 Astronomischen Einheiten Abstand von Sonne (ca. 125 au) und Erde (ca. 124 au), was noch nie gelungen war; die V-Helligkeit ist derzeit 24.6 mag. Gefunden wurde 2018 VG18 in Rahmen einer Jagd nach dem hypothetischen 9. Planeten, zu dessen Existenz oder Abwesenheit er aber einstweilen nichts zu sagen hat: seine vermutete Bahn in interaktiver Simulation und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch die Mars-Opposition 2018 aus Deutschland verfolgt, R Aqr mit verschiedenen Instrumenten, die Rolle von SALT bei der Dark Energy, kein SETI-Signal in Stern-Spektren, eine Sternwarte in Süd-Sumatra und Dark-Sky-Aktivismus in Australien. [0:55 MEZ. NACHTRAG: die große Unsicherheit der Bahn, eine Anmerkung dazu von Mike Brown und weitere Artikel hier, hier und hier zu 2018 VG18]


16. Dezember

Wenn eine Rakete in Neuseeland 13 kleine Satelliten für die NASA startet, sieht das so aus – bei der dritten Orbital-Mission einer Electron des Jahres sind bei der Mission Educational Launch of Nanosatellites (ELaNa)-19 insgesamt 13 Satellitchen auf Kreisbahnen in 500 km Höhe abgesetzt worden: allerlei Bilder hier (ein Best-of) und hier, ein NASA Release zu einem der Satelliten, Updates und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [13:15 MEZ. NACHTRAG: ein NASA Release zur Mission]


15. Dezember

~4.0 mag., >1°: Wirtanen setzt sich gegen Halbmond durch

Die Helligkeit von 46P/Wirtanen hat mit den erwarteten 4.0 mag. ihr Maximum erreicht und wohl auch der Koma-Durchmesser, der mitunter auf 70 bis über 90 Bogenminuten geschätzt wird: Trotzdem ist die Flächenhelligkeit hoch genug, dass sich der Komet – im Fernglas – auch gegen deutlich aufgehellten Himmel durchsetzen kann. So wie heute Abend, als der Mond im Ersten Viertel noch hoch am Himmel stand und gemeinsam mit Stadtlicht und etwas Dunst den Kometen über Witten nicht ausbremsen konnte: ein mattes aber sehr eindeutiges großes Wölkchen bei den Plejaden in einem 10×50 und auch freihändig in Sekunden zu fotografieren (Bild unten, mehr und Details, darüber eine Aufnahme mit Geminid vom Lick Observatory und oben ein älteres Bild aus Spanien). Weitere Bilder von heute hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, gestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, vorgestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, dem 12. Dezember hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und dem 11. Dezember hier und hier sowie sehr tief & weit und mit einem Geminiden & Persistent Train (Diskussion), plus Zeichnungen hier und hier, ein visueller Bericht, Press Releases von ESA, LCO und JPL und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ]

Es tut sich was auf dem Mars: Der Robotarm von InSight war schwer beschäftigt an Sol 18 (heute), und sein Greifmechanismus schwebte bereits verdächtlich nahe über dem Seismometer – steht dessen Platzierung auf der Oberfläche bevor? Auch Aussie-Hilfe für eine ESA-Schüssel, der Status zweier Mini-Satelliten, wie die Orion EM2 geplant wird, mehr SLS-Hardware vor Tests, große Weltraum-Pläne der EU – und ein apollo17ologisches Archäologie-Paper … [14:20 MEZ]


14. Dezember

MRO sieht InSight und Co. / TGO sieht keinerlei Methan

Mit der Kamera HIRISE auf dem Mars Reconnaissance Orbiter sind der Marslander InSight (oben), seine Backshell nebst Fallschirm (unten) und der Hitzschild (im Gesamtbild oben rechts) erspäht worden, jeweils mit sehr hellen „spekularen“ Reflexionen an Metallflächen (mehr und mehr und die Lokalisierung in der Lande-Ellipse) – derweil könnte das Seismometer schon bald auf die Oberfläche gesetzt werden, gefolgt vom Maulwurf. Unterdessen hat der ExoMars Trace Gas Orbiter überhaupt kein Methan gesichtet, was neue Fragen aufwirft – und für den Mars-Lander der NASA 2020 sind die MastCam und die Backshell da, auch Grafiken aus der PK auf dem AGU FM zum Landeplatz Jezero und ein simulierter Flug darüber.

In Japan ist derweil berichtet worden, dass die beiden MINERVA-II1-Rover – die jetzt HIBOU und OWL getauft wurden – auf dem Asteroiden Ryugu eine Menge erreicht haben (mehr, mehr, mehr und mehr): Einer hüpfte 300 Meter weit und machte über 200 Aufnahmen, der andere machte 40 (hier ein Bild von Rover A vom 20. Oktober). Jetzt bewegen sich die Rover nicht mehr, reagieren aber noch auf Kommandos – auch der aktuelle Status des Orbiters Hayabusa 2 in Sonnenkonjunktion (alle Berichte). [2:45 MEZ] Und die – auf der AGU-Tagung gezeigten – Oberflächenbilder von MASCOT? Werden der Öffentlichkeit immer noch vorenthalten, es gibt nur diese Zeichnung eines Tagungs-Gastes … [22:25 MEZ]

Sieben Fotos von der wilden EVA an der Soyuz vor drei Tagen, aus einer Sammlung von Roskosmos (auch hier, hier und hier) – sowie die bevorstehende Rückkehr in nämlicher Soyuz und eine NASA-Notiz über ein Frankfurter Studenten-Experiment auf der ISS zur Entstehung des Sonnensystems.

Erfolgreicher Test des Motors der Orion-Startabbruch-Rakete in der Wüste in Utah (oben & Mitte) – und dass so was eine gute Sache ist, hatte sich kurz vorher bei einem Triebwerks-Test für das SLS gezeigt, der nach wenigen Sekunden abgebrochen werden musste. [2:20 MEZ]

SpaceShipTwo schafft es in eine Art Weltraum

13. Dezember 2018

Ist heute zum ersten Mal in der Geschichte des Planeten ein Vehikel in den Weltraum gelangt, das speziell dafür entwickelt wurde, um in Zukunft zahlende Passagiere mitzunehmen, beim ersten Raumflug mit einem amerikanischen Raumschiff seit 2011 und dem ersten privaten seit 2004 – oder ist nichts von alledem gesehen? Das SpaceShipTwo der Firma Virgin Galactic ist bei seinem vierten Flug unter Antrieb nach 60-sekündigem Brennen des Motors 82.7 km hoch gekommen: Das liegt knapp über der Grenze von 50 (Land-)Meilen = 80.5 km, ab der die U.S. Air Force, die NASA und ihnen folgend die amerikanische Flugaufsicht (FAA) einem Passagier die ‚astronaut wings‘ verleihen – aber weit unter den 100 km, die international als Grenze zum Weltraum gelten und die es nach aktuellen Reglement der maßgeblichen Fédération Aéronautique Internationale (FAI) zu knacken gilt, um eine anerkannte Leistung im Weltraum zu vollbringen.

Nicht erst seit klar geworden ist, dass es das SpaceShipTwo nie so weit bringen wird (im Gegensatz zum SpaceShipOne, das 2004 bei seinen letzten drei Flügen jeweils etwas über 100 km hoch kam), wird allerdings über die Grenze des Weltraums debattiert, und gewichtige Argumente für nur 80 km – namentlich dieses wissenschaftliche Paper (die Autoren-Version und ein Vortrag dazu) – haben die FAI letztens zum Nachdenken gebracht, mit vielleicht einer offiziellen Neubewertung zur Folge. Dazu muss allerdings erst einmal ausgiebig auf internationalem Parkett diskutiert werden, aber sollte die Grenze des Weltraums wirklich verringert werden, dann würden alle Leistungen ab dem Zeitpunkt dieser Mitteilung – dem 30. November – rückwirkend anerkannt, der heutige SS2-Insasse Mark Stucky also nachträglich ein ‚echter‘ Astronaut. Sein Kollege an Bord C.J. Sturckow muss sich da keine Gedanken machen, war er doch einst per Shuttle viermal auf der ISS. Allerdings ist keinesfalls jeder überzeugt, dass 80 km besser als 100 km sind, es gibt sogar Argumente für bis zu 120 km (2. Vortrag), und auch die treibende Kraft hinter den 80 km muss zugeben, dass es auf Feinheiten ankommt: Wenn man länger in einer Kreisbahn bleiben will, sind 120 km eine gute Idee – 80 km dagegen nur als Apogäum einer stark elliptischen Bahn.

Hier allerdings geht es um suborbitale Flüge, bei denen ausschließlich von unten am Limit gekratzt wird, und da wird vielleicht der Markt entscheiden: Der einzige verbliebene Virgin-Galactic-Konkurrent für suborbitale Touristenflüge Blue Origin nimmt mit seiner Passagier-Kapsel New Shepard die 100 km nämlich spielend … Auch weitere Bilder vom Tage hier, hier, hier [alt.], hier und hier, Videoclips hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und vorher Press Releases von Virgin Galactic und der NASA, die erstmals Experimente an Bord hatte, und Artikel hier, hier, hier und hier. NACHTRÄGE: ein Virgin Galactic Release, was Branson sich denkt, ein weiterer Videoclip vom Flug, weitere Artikel hier, hier, hier und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, TV-Beiträge hier und hier, alle Flüge des SS2 und Leute, die mind. 80 km hoch kamen, die Entwicklung der Sicherheit von Flugzeugen und was das mit Virgin Galactic zu tun hat – und ein Fazit von Alfred E. Neumann

Allgemeines Live-Blog vom 10. bis 12. 12. 2018

10. Dezember 2018

12. Dezember

Wirtanen nahe dem Gipfel – und der Mond kommt schon …

Und schon ist sie fast vorbei, die Show des Kometen 46P/Wirtanen (oben vom kanadischen Mini-Satelliten NEOSSat [NACHTRAG: auch in Bewegung], in der Mitte von Michael Jäger am 8. Dezember mit 8/2.0 RASA und Asi 1600 aufgenommen): Die Lichtkurve (unten, mit den COBS-Tool erstellt) ist nahe dem Peak, der wohl im Schnitt etwas unter 4.0 mag. landen dürfte, die letzten Helligkeitsschätzungen schwankten wild zwischen 5.3 und 3.8 mag., mit Koma-Durchmessern zwischen 20 und 100 Bogenminuten und keinerlei visuellen Schweifsichtungen. Jetzt rückt ihm auch der Mond näher: Waren es heute noch 90° Winkelabstand, sind es morgen 80°, und der Mond geht ein letztes Mal knapp vor der Kometen-Kulmination unter. Übermorgen beträgt der Abstand 72°, am 15./16. 62° (Halbmond, Untergang gegen Mitternacht), am 16./17. 53°, am 17./18. 44°, am 18./19.12. 35° und um 19./29.12. 28°, zu 90% beleuchtet: Das ist die letzte Nacht, an dem Wirtanen nach Monduntergang gegen 5 Uhr morgens noch ~25° hoch steht, danach schluckt ihn der Vollmond. Also ran: Aufsuch-Hilfen hier [alt., alt.], hier und hier, Bilder von heute (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 9. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 8. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) sowie Wirtanen über dem Paranal (Diskussion), weitere Bilder und Zeichnungen (mehr), ein visueller Bericht und mehr oder weniger korrekte Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ – Ende]

Das erste Bild der einzigen Kamera auf der Parker Solar Probe, dem WISPR-Instrument, zeigt einen Korona-Streamer im Detail (und einen positiven und mehrere negative Jupiters [KORREKTUR: Merkure]) am 8. November: Es wurde heute auf einer weiteren PK auf dem AGU FM zusammen mit anderen frühen Missions-Daten präsentiert – und gerade wird dort in einem Workshop die Webseite NASA Worldview zur Verarbeitung aktueller Erd-Bilder von Satelliten demonstriert. [22:35 MEZ. NACHTRAG: hier, hier und hier Artikel zu Parker]

Das Jupiter-System aus Sicht der Sternenkamera von Juno

Neben der JunoCam, deren Bilderflut nach jedem Apojovium wohl bekannt ist, gibt es noch weitere optische Kameras an Bord des NASA-Jupiter-Orbiters Juno – sie dienen weder der Unterhaltung der Öffentlichkeit wie die JunoCam, noch sind sie wissenschaftliche Instrumente. Vielmehr sind die Stellar Reference Unit (SRU) eine empfindliche Schwarzweiß-Kamera zur Aufnahme von Sternfeldern für die räumliche Ausrichtung Junos, und doch lässt sich auch damit eine Menge Wissenschaft betreiben, wie gerade auf einer Pressekonferenz auf dem AGU Fall Meeting in Washington, DC, zur Halbzeit der Primärmission Junos gezeigt wurde. Allein die Treffer von Strahlungsteilchen auf dem Sensor (ganz oben) sind bereits was wert, fliegt Juno doch in Planetennähe durch vorher unerforschte Bereiche der Magnetosphäre, und das Auszählen der hellen Pixel ist ein Maß für die Teilchenumgebung. Im Schatten des Planeten hat die SRU ungewöhnliche Blicke auf die dünnen Ringe Juüiters im Gegenlicht (Bild 2) und sieht auf der Nachtseite mitunter die Wolken im Schein der großen Monde – Bilder 3 und 4: von Io – und dazu immer wieder Blitze von Gewittern. Und auch die Aurora Jupiters (Bild 5) ist bestens zu erkennen. Derweil ist Chang’e-4 heute planmäßig in einen Orbit um den Mond eingeschwenkt: weitere Artikel hier, hier, hier und hier – und die Hardware als Spielzeug. [18:25 MEZ]

Eine Art „Selfie“ von InSight aus elf Bildern der Kamera auf dem Robot-Arm montiert – und der ‚Arbeitsplatz‘ wurde sogar mit 52 Bildern abgedeckt: Langsam muss man zu überlegen beginnen, wo der Arm das Seismometer und dann den Maulwurf-Abwickler am besten platzieren soll. Auch was Curiosity derzeit treibt, die letzte Hoffnung für Opportunity – und ein NASA Release, ein Artikel, ein Comic und Slides einer Pressekonferenz zu Pinguin-Forschung (auch) mit Landsat. [0:05 MEZ] Ein chinesischer Artikel dazu. [0:40 MEZ. NACHTRAG: und weitere hier und hier – und ein Gedicht über Landsat …] Eine andere Farbbalance des Selfies. [1:35 MEZ. NACHTRAG: und weitere Artikel dazu hier, hier und hier]


11. Dezember

Ermittlungsarbeit auf der Raumstation: die Soyuz-EVA

endlich im Gange, nachdem sich die Kosmonauten nach 3 1/2 Stunden zur Raumkapsel vorgekämpft hatten. [20:40 MEZ] Jetzt wird in die Thermo-Isolation der Soyuz geschnitten – übrigens kein Novum, das war bei einer anderen Soyuz-Kapsel 2008 schon mal nötig. [20:50 MEZ]

Außergewöhnliche EVA-Bilder – aber mit der Schere klappt es einfach nicht, der Kosmonaut findet keinen richtigen Halt auf dem Strela-Arm für die nötige Kraft, zum Reinschneiden. [21:05 MEZ]

Na, dann nehmen wir eben ein Messer – und rein damit! Irre Bilder aus dem Orbit, wie aus einem Weltraum-Action-Film – bitte nicht so stürmisch, heißt es vom Boden … [21:15 MEZ. NACHTRAG: der erste Messer-Angriff …]

Schöne Bescherung … und das Ziel ist, die Thermo-Isolierung und den Meteoritenschutz zu entfernen, um das das Loch heran zu kommen und ggf. eine Probe herausgequollenen Epoxid-Harzes von der Reparatur im Sommer zu entnehmen. [21:25 MEZ] Reichlich rustikales Vorgehen bei der Operation an der Soyuz – auch eine frühere Szene … [21:50 MEZ] Und der aktuelle Kampf mit der Soyuz: Bis zum Meteoriten-Schild sind die vorgedrungen, aber der wird nicht leichter … [21:55 MEZ]

Inzwischen ist für die ISS wieder die Sonne aufgegangen, und die Bastel-Stelle ist voll im Licht – während nach dem Zurückrollen des Meteoritenschilds (das ging mal einfach) nach dem Loch in der Soyuz-Hülle gesucht wird. [22:15 MEZ] Und gefunden wurde – auffällig ist es nicht. [22:25 MEZ] Man sieht es unten rechts in der geschnittenen Öffnung. [22:35 MEZ]

Jetzt ist es besser freigelegt und deutlich zu erkennen, wo das beim Leck-Flicken von innen hinein gespritzte Epoxit-Harz heraus gequollen ist. [22:45 MEZ] Gute Blicke auf die Stelle aus mehreren Richtungen: Jetzt werden Nahaufnahmen mit einer GoPro-Kamera gemacht – und diskutiert, wie man Proben entnehmen kann. [22:50 MEZ]

Das Loch aus der Helm-Kamera-Perspektive, auch in Videoclips hier und hier – und die Entnahme von Harz-Proben gestaltet sich schwierig, aber hier ist eine. [23:00 MEZ] Es ist beschlossen worden, die Arbeitsstelle nicht mehr wieder zu isolieren – die Kosmonauten kehren zurück. [23:20 MEZ] Und der ganze Müll, den sie produzierten, soll binnen eines Tages verglühen. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: Die EVA – zahllose Screenshots – endete nach 7:45, womit 213 ISS-EVAs zusammen exakt 1335 Stunden gedauert haben. Auch die Bastelstelle im regulären Live-Stream, ein NASA-Blog-Eintrag danach – und Artikel hier (mehr, mehr und mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zur EVA]

Schon 145 Bilder von InSight haben die Erde erreicht, hier ein paar von heute (Sol 14 auf dem Mars) auch mal wieder mit dem Horizont – den sofort einer zu einem Panorama zusammen gefügt hat – und mehr Lander-Hardware. Auch eine Animation früherer Bilder, die aktuelle Rechtfertigung der Lunar Orbiting Platform durch die NASA – und was der neue Satellit IceSAT-2 bereits auf der Erde gemessen hat.

Der jüngste Dragon am Haken – und in Kürze beginnt der ungewöhnliche „Weltraum-Spaziergang“ von Oleg Kononenko und Sergei Prokopyev zur Inspektion von Soyuz MS-09 rund um das bedenkliche Loch im Orbitalmodul. [15:30 MEZ] Die Live-Übertragung der EVA läuft, auch weitere Artikel hier, hier und hier. [16:35 MEZ] Die EVA hat begonnen (in Russland wird ab dem Hatch-Opening gezählt): Es geht nur um Inspektion des Lochs, keine weiteren Reparaturen. [17:00 MEZ] Die EVA ist eine Stunde alt: ein Videoclip und ein Screenshot. [17:55 MEZ] Ein mühsames Geschäft ist das mit dieser EVA: Erst ging es mit einem Strela-Arm bis Zarya, dann mit noch einem endlich zur Soyuz weiter. [19:15 MEZ]

Ein Live-Blick auf die Soyuz MS-09 (vorne), die die Kosmonauten immer noch nicht erreicht haben und bei der sie Proben aus der Umgebung des mysteriösen Lochs zwecks Untersuchung auf der Erde entnehmen sollen. [19:50 MEZ] Sie sind schon weit hinter dem Zeitplan der EVA … [20:10 MEZ] Die Soyuz ist erreicht! [20:30 MEZ]


10. Dezember

Riccardo Giacconi, HST-, ESO-Chef, Nobelpreis, 1931-2018

Mit 87 Jahren ist gestern der bedeutende Astronom Riccardo Giacconi gestorben – und einer der wenigen Nobelpreisträger aus der Astronomie: 1962 gehörte er zu den Entdeckern der ersten extrasolaren Röntgenquelle (bei einem Raketenflug, der eigentlich den Mond nachweisen sollte), arbeitete dann an mehreren Röntgen-Satelliten, war von 1981 bis 1993 war Direktor des Space Telescope Science Institute, das das Hubble Space Telescope wissenschaftlich betreute, anschließend bis 1999 Generaldirektor der Europäischen Südsternwarte. Die Hälfte des Physik-Nobelpreises 2002 erhielt Giacconi für „pioneering contributions to astrophysics, which have led to the discovery of cosmic X-ray sources“: ein Nachruf des STScI, italienische Nachrufe hier, hier und hier und englische Tweets hier, hier und hier. [23:30 MEZ. NACHTRÄGE: weitere Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Das ist Bennu: viel Ton – und viele große Felsen

10. Dezember 2018

Auf einer Pressekonferenz heute auf dem AGU Fall Meeting – Press Releases hier [alt.], hier und hier und ein paar Tweets – wurden erste Erkenntnisse von OSIRIS-REx über den Asteroiden Bennu präsentiert, zunächst dieses Mosaik aus Bildern vom 2. Dezember mit 33 cm pro Pixel Auflösung.

Eine wesentliche Erkenntnis haben bereits die Spektrometer gewonnen: Die Asteroiden-Oberfläche wird von Ton-Mineralien domiert, d.h. es sind Hydrate, Substanzen, die Wasser enthalten. Natürlich kein flüssiges …

… sondern welches, das sich die Mineralien früh in der Geschichte des Sonnensystems verinnerlicht haben, als der Asteroid heiß wurde. Damit ist Bennu wie erhofft ein Verwandter bekannter urtümlicher Meteoriten – und mithin genau so ein Ziel für eine Probenentnahme, wie es sich die OSIRIS-REx-Forscher erhofft haben.

Weitere frühe Erkenntnisse zu Temperatur und Farben – und man weiß auch schon, dass die mittlere Dichte nur 1.2 g/cm^3 beträgt: Selbst bei der bekannt geringen Dichte von Ton-Material heißt das wohl, dass der Asteroiden-Körper zu etwa 40% hohl und mithin ein Rubble Pile sein dürfte.

Ein Ausschnitt vom Bennu-Rand und drei Details daraus: Den Felsen oben hat es irgendwie zerlegt, der untere könnte ein Aufschluss eines viel größeren Brockens sein, der nur zum Teil heraus ragt. Überhaupt gibt es rund hundert Felsbrocken des 10-Meter-Formats, erwartet worden war gerade mal einer: Bennu ist deutlich rauher als erwartet.

Die Probenentnahme gefährdet das aber nicht: Zum Beispiel bieten sich Einschlagskrater wie dieser – mit rund 20 m Durchmesser – an, deren Boden besonders feinkörnig ist. Jetzt wird Bennu erst einmal ausgiebig kartiert, mit zuletzt – ein einer RECON genannten Missionsphase – unter 1 cm Auflösung während Tiefflügen. Und im Juni 2020 wird dann die Bodenprobe eingesaugt.

Schon jetzt aber hat OSIRIS-REx allen Teilen seines irren Akronyms Genüge getan, mit den vielen Felsen als Haupt-Überraschung: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier und hier sowie ein weiterer Press Release und 3D-Modelle im Vergleich, Radar vs. OSIRIS-REx], frühere Press Releases hier und hier und ein Interview mit dem PI mit überraschender Erklärung des „RI“ im Sonden-Namen in Minute 44. Und die andere Asteroiden-Sample-Return-Mission Hayabusa 2 hat sich inzwischen 109 km von Ryugu entfernt und kehrt bald zu ihm zurück:

Allgemeines Live-Blog vom 8. bis 10. 12. 2018

8. Dezember 2018

10. Dezember

Auch Voyager 2 hat eindeutig die Heliosphäre verlassen

und den interstellaren Raum erreicht, sechs Jahre nach Voyager 1, wurde heute auf einer großen Geophysiker-Tagung verkündet, wo auch gerade eine kurze Pressekonferenz dazu endete: Am 5. November änderten sich mehrere Messwerte abrupt. Oben in Teilchen pro Sekunde der sprunghafte Antieg der galaktischen kosmischen Strahlung bei gleichzeitigem Abfall der heliosphärischen Teilchen, darunter im Vergleich mit Voyager 1 um 6.2 Jahre verschoben: Der Verlauf damals war anders (identisch wäre auch überraschend gewesen) und seinerzeit auch nicht so eindeutig gewesen wie jetzt bei Voyager 2. Von dem auch die Messungen des Plasma Science Instruments unten stammen (das auf Voyager 1 schon ewig kaputt ist), der Strom in Femtaampere in drei Raumrichtungen: Ab dem 5. November ist der Sonnenwind verschwunden. Das Sonnensystem verlassen haben beide Voyagers indes noch lange nicht: Als dessen Grenze wird gemeinhin der Außenrand der Oortschen Wolke verstanden. Auch Quicklook-Daten, Threads hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: letzterer Artikel nach Hinweis dieses Bloggers korrigiert; weitere hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und eine Aufzeichung der PK, alle ihre Slides und von der CSIRO ein Press Release, ein Artikel und eine Blog-Story].

Weitere Steinchen im Arbeitsfeld von InSight, auch ein neues Mosaik, ein entzerrtes Bild der anderen Kamera und ein Artikel. Sowie die nächsten Pläne für Curiosity, die Bahnkorrektur und Bedeutung von Chang’e-4 und der anhaltende Nutzen des Lunar Reconnaissance Orbiter, der Kohlenstoff-Reichtum von Ceres, ein erstes Bild eines SkySats nach dem Start am 3.12., Antworten von Nick Hague und hier und hier Vorschauen auf die russische EVA morgen zur Inspektion von Soyuz MS-09. [17:35 MEZ] Ein Media Advisory und eine bizarre Aktion dazu. Und der NASA-Wissenschafts-Chef bekommt einen Orden in der Schweiz. [18:45 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: die Bahn von Chang’e-4, der weitere Zeitplan, eine Spekulation über den Namen des Rovers von Chang’e-4 und ein Press Release und Artikel hier und hier zu Erdbildern frisch gestarteter Mini-Satelliten]


9. Dezember

Phänomenale Echtzeit-Aurora vorgestern über Norwegen

vom Polarlicht-Live-Streamer auf Senja zusammen geschnitten: auch die ganze Übertragung, eine Feuerkugel über Mexico City (und wohl dieselbe aus Acapulco), die ESA-Überwachung von Mond-Impakten, der Uranus Ende November, die enge Konjunktion von Mars & Neptun (mehr und mehr) – und Slides aus der Pro/Am-Session der EPSC 2018. Sowie Fotos von Komet Wirtanen heute (mehr, mehr, mehr, mehr, hier, hier, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, hier, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und dem 6. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 5. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 4. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und dem 3. Dezember aus der Luft während eines Aurora-Fluges. Auch die Wasserstoff-Koma am 6.12., ein UV-Bild vom 1.12., viele Zeichnungen (mehr und mehr), visuelle Berichte von diesem Blogger heute und anderen (mehr) und jede Menge Webseiten und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und der Komet Africano, nächstes Jahr interessant.

So geht moderne Radioastronomie: winterliche Wartungsarbeiten an einer der unzähligen Antennen des europaweiten LOFAR-Interferometers. Auch ein Artikel über ALMA, First Light für SPECULOOS, die Instrumente MAVIS, NAOMI und DESI, Entwicklungen am Lowell Observatory und dem Lake Tekapo Observatory – und ein Paper über ein astronomisches Jugendlager seit vielen Jahren in Bulgarien und die Ankündigung einer neuen Zeitschrift für Amateurastronomen in Deutschland. [23:55 MEZ. NACHTRAG: Die Acapulco-Feuerkugel wurde auch von einer Webcam am Popōcatepētl aufgenommen!]

36 neue Bilder von InSight auf dem Mars sind gerade eingetroffen, alle von heute (Sol 12), womit nun 84 auf der Rohbilder-Seite zu finden sind – und schon gibt’s ein Mosaik daraus. Auch ein Audio-Archiv zu 50 Jahren Zond 6 zum Mond, heute der 40. Jahrestag der Pioneer Venus Multiprobe-Mission mit dem Abstieg von vier Sonden durch die Atmosphäre (und auf ihrem schon hoch verglühten Transporter saßen auch zwei Instrumente, darunter mit dem BNMS eins aus Bonn, während einer der Probes unerwartet auf der Oberfläche überlebte), eine Astronauten-Diskussion zu 25 Jahren 1. HST-Servicing Mission, der Start von Spektr-RG nächsten April (wie diese Woche bereits in Köln verkündet) – und Raketen-Starts auf Svalbard zur Aeronomie: ein paar Bilder, ein Video, technische Details und ein Artikel auf Norwegisch. [13:55, ergänzt 14:20-16:20 MEZ. NACHTRAG: ein verspätetes NASA-Feature zu Pioneer Venus]

Start einer Delta IV Heavy bei t-7 Sekunden abgebrochen

Da steht sie regungslos auf der Rampe der Vandenberg AFB in Kalifornien um 5:15 MEZ: eine Delta IV Heavy mit einem geheimen Satelliten der NRO – Sekunden nach dem Abbruch des Starts im Moment der Zündung der Triebwerke 7 Sekunden vor dem Abheben. Ein nicht näher spezifiziertes Problem, das der Terminal Countdown Sequencer Rack erkannte, wird als Ursache genannt: Der Start wurde bis auf weiteres abgesagt, einen neuen Termin gibt es nicht. Auch die Live-Übertragung, eine Webseite zum Start, die Rakete auf der Rampe und weitere Details im Vorfeld. [5:35 MEZ] Die Sekunden des Abbruchs – und ein anderer Delta-IV-Abbruch Sekunden vor dem Start 2010. [5:50 MEZ] Der Start wurde „due to an unexpected condition during terminal count“ abgebrochen – mehr erfährt man nicht … [6:05 MEZ. NACHTRÄGE: ein bisschen Delta-Technik und Abort-Artikel hier, hier und hier]


8. Dezember

Verspäteter Einfang des Dragon mit auch Fracht aus Europa nach Kommunikations-Problemen über einen TDRS-Satelliten: auch ein Bild danach [NACHTRÄGE: hier und hier Video-Clips davon, mit Gewittern im Hintergrund, Fotos vom Anflug, ein NASA-Blog-Eintrag und Artikel hier, hier, hier und hier – und der Dragon im Teleskop]. Und mal wieder ein neues Datum (17.1.) für den Testflug des Crew-Dragon, ein neuer deutscher Orbit-Gesamt-Rekord durch Gerst – und wie sich der Fehlstart anfühlte vor zwei Monaten.

Die High-Gain-Antenne von BepiColombo während Tests ihres Pointing-Mechanismus, indische Venus-Pläne, Satelliten-Messungen zur Rekonnektion im Labor bestätigt, ein Chat über SOFIA letzte Nacht, was Amateure mit Es’Hail-2 anfangen können, ein Podcast zur Geschichte der OSCAR-Satelliten (von denen inzwischen 96 gezählt werden; auch eine Tabelle und der Fall OSCAR 7) sowie ein suborbitaler Fehlstart in Alaska. [13:30 MEZ. NACHTRAG: OSCAR 95 geht’s nicht gut]

Auf zur 1. Landung auf der Rückseite des Mondes

7. Dezember 2018

In der Fußgängerzone in Essen konnte man letztens schon einen detaillierten Blick auf die Mond-Rückseite werfen (dank eines kurzen Gastspiels des ‚Museum of the Moon‘, oben) – aber heute gegen 19:20 MEZ soll mit Chinas Chang’e-4 zum ersten Mal ein Lander nebst Rover und schon im Mai gestartetem Kommunikations-Satellit (Grafik darunter) zum Aitken-Becken (Karte in der Mitte) geschickt werden (darunter noch ein Cartoon von Lander und nach wie vor namenlosem Rover von Xu Luyuan & Hanhua, mit freundl. Gen., und ein 2015-er DSCOVR-Blick auf die Mondrückseite vor der Erde). Was passieren soll, ist im Detail hier beschrieben: Der Start wird zwischen 19:15 und 19:34 MEZ erwartet, und das Ziel ist wohl der Krater von Kármán im South Pole-Aitken Basin (SPA) mit einer Landung um dem 3. Januar 2019. Lander wie Rover sind weitgehend identisch mit denen von Chang’e-3 vor 5 Jahren (s.u.), mit Massen von 3.8 Tonnen bzw. 140 kg. Die wissenschaftlichen Instrumente sind 2 Kameras, eine Radioantenne für niedrige Frequenzen – die mit der niederländischen auf dem Satelliten zusammen arbeiten soll – und von der Uni Kiel das Instrument LND auf dem Lander und vier weitere auf dem Rover. Auf dem Lander sitzt überdies noch eine „Mini-Biosphäre“ als Studenten-Experiment: auch die Landestellen auf Vorder- und Rückseite, ein heroisches 100-Sekunden-Video über Chinas Mondprogramm, eine Übersichts-Grafik zu Chang’e-4, ein Info-Thread und weitere Artikel von heute (mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern, dem 30.11. (mehr), 27.11., 21.11., 11.11., 8.10. und September.

Eine Live-Übertragung des Starts ist nicht in Sicht, immerhin gibt’s Bilder der Rakete auf der Rampe. Und ob wenigstens die Landung wieder live übertragen wird wie vor 5 Jahren bei Chang’e-3, bleibt abzuwarten: Damals war sie wie der Start ein großes TV-Event. Der Lander hielt mehrere Jahre durch, und sein UV-Teleskop arbeitet möglicherweise auch heute noch, dem Rover erging es weniger gut. (Sein Name Yutu bedeutet übrigens definitib Jade-Kaninchen und nicht -hase, wie auch ein Blick auf das Pelztier in der Kunst lehrt.) Der jetzige soll robuster sein. Heute ist übrigens bereits ein Start in China gelungen, mit zwei saudischen Erdbeobachtern und zehn Mikro-Satelliten. [15:30 MEZ]

Ein Bild der Rakete auf der Rampe. [16:15 MEZ] Mehr Bilder und weitere Artikel hier, hier, hier und hier. [17:40 MEZ] Aah, es könnte doch Live-Bilder vom Start geben: Auf einer popukären Karaoke(!)-Plattform läuft ein privater Stream aus der Ferne – noch ca. 90 Minuten. [17:55 MEZ] Gutes Timing: Soeben erschien ein Paper (Seiten 5-10) über Amateurfunk-Erfolge mit dem Mini-Satelliten Longjian-2, der den Relais-Satelliten für Chang’e-4 in den Mondorbit begleitete. [18:40 MEZ] Weitere Bilder der Rampe, eine Meldung von dort (alles GO) und noch ein Artikel. [19:05 MEZ] Aus unklarer Quelle aktuelle Standbilder von der Rampe. [19:15 MEZ]

Gestartet!!! So sah das soeben im chinesischen Fan-Webcast aus, der auf einer Plattform streamt, die eigentlich für Online-Karaoke gedacht ist … [19:25 MEZ] Ein Video-Clip aus dem Webcast, frühere Screenshots hier und hier, noch mehr hier und ein Artikel. [19:30 MEZ] Ein späterer Clip aus dem Webcast und erste offizielle Zeilen zum erfolgten Start – dieser Artikel basierte nur auf einem der o.g. Tweets. [19:50 MEZ] Ein besseres Start-Video und weitere Artikel hier, hier, hier und hier. [20:05 MEZ] Auch zum Start gibt’s einen Cartoon. [20:15 MEZ]

Ein erstes Foto des Starts, auch weitere Artikel hier, hier, hier und früher hier – aber können wir wirklich sicher sein, dass die Trans Lunar Injection gelungen ist? [20:55 MEZ] Ein gutes Startvideo und gute Startfotos, Bilder vom Rover und Artikel hier (mehr), hier und hier. [23:45 MEZ. NACHTRAG: und hier, hier und hier sowie ein längeres Video zum Start mit neuen Szenen und noch mehr Start-Bilder. NACHTRAG 2: Chang’e-4 auf einer guten Bahn in Richtung Mond, ein 100-Sekunden-Video zum Start (daraus das Aussetzen im Erdorbit), eine Strichspur des Starts, gute Fotos vom Start (mehr und mehr), Raketen-Trümmer am Boden hier und hier, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und der Mond vor der Erde gefilmt von Longjiang 2. NACHTRAG 3: Die zweite geplante Bahnkorrektur wurde durchgeführt (auch ein TV-Clip dazu), die erste war unnötig – die Rückseite lockt … während Chang’e-4 oder die Oberstufe kurz für einen Asteroiden gehalten wurden. Und noch ein kurzes Video zur Mission]

Allgemeines Live-Blog vom 4.-6. Dezember 2018

4. Dezember 2018

6. Dezember

Etliche neue Bilder von InSight (alle von gestern) sind heute Abend auf der Rohbilder-Seite aufgetaucht, eins von der Context Camera (immer noch arg schmutzig; der Schutzdeckel war irgendwie undicht) und 11 von der Deployment Camera, deren transparenter Deckel noch drauf sitzt: hier ein neuer Blick in die Runde nebst beiden auszusetzenden Instrumenten und zwei Ausschnitte des Horizonts daraus in voller Auflösung, ein Blick nach unten (mit der Schaufel am Ende des Arms, die ein Überbleibsel aus alter Zeit ist, als er zu einer später gestrichenen Mission gehörte), Details des Bodens (mit klar erkennbaren Verwehungen durch die Landedüsen) und zwei weitere Blicke nach unten mit Hardware von der Landetechnik. Diese Aufnahmen – ein experimentelles Mosaik daraus – dienen zur Inspektion des Arbeitsbereichs, wo der Arm in einigen Wochen das Seismometer und den Maulwurf absetzen wird. Eigentlich hätten bereits mehr auf der Erde sein sollen, aber der extra vorsichtig programmierte InSight hatte wegen einer kleinen Unpässlichkeit die Arbeit eingestellt und erstmal auf neue Kommandos gewartet. Auch was Curiosity so treibt, wie die Verfolgung von OSIRIS-REx die Bahn von Bennu verbessern hilft, die ersten Lichtkurven von TESS sind im System, so dass jeder nach Exoplaneten jagen kann – und 25 Jahre nach der 1. SM (die morgen groß gefeiert wird) die Frage, wie lange Hubble noch kann. [23:05 MEZ – Ende. NACHTRAG:

Und wieder 17 neue Bilder (jetzt sind’s insgesamt 46), diesmal vom 7. Dezember – die Arm-Kamera hat sich weiter umgeschaut und nun z.B. auch die Solarzellen und eins der Landebeine erfasst: Damit sind nun große Mosaike wie dieses möglich, fast schon ein Selfie. Diskussion gibt es derweil über die richtige Farb-Balance dieser Bilder: Für den Press Release hat die NASA sie drastisch bunter gemacht als die Rohbilder, die Versionen hier sind leicht kontrastgesteigert – aber vielleicht ist es so am realistischsten? NACHTRAG 2:

Zwei Instrumente auf InSight haben – zum ersten Mal Windgeräusche auf dem Mars registriert [alt.]: Mit nur 30 Minuten Vorlauf wurde dazu auch eine Telecon angesetzt, die hier streamt und zu der es hier die Visuals sowie ein Soundfile gibt. NACHTRAG 3: das Ganze auch aus Frankreich und dem U.K. und Artikel hier, hier, hier und hier. NACHTRAG 4: und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und ein neues Panorama-Mosaik aus Bildern der Arm-Kamera]

Dragon im Orbit – aber Falcon-Stufe ins Wasser gefallen

Unerwarteter Ausgang eines nicht missionsrelevanten Teils des Starts einer Falcon 9 mit einem Dragon gestern: Während das Transportschiff planmäßig den Orbit erreichte, hat eine Hydraulik-Pumpe in der ersten Stufe versagt, wodurch eine der Gitter-Flossen zur Stabilisierung nicht richtig ausgeklappt wurde. Die Raketenstufe geriet dadurch in starke Rotation und durfte nicht nach Cape Canaveral zurückkehren: Kurz vor ihrer Wasserung im Atlantik konnte sie sich aber mit Düsenkraft so weit stabilisieren, dass sie recht sanft aufkam (auch die Probleme und die Wasserung klein aus einem Flugzeug und groß aber ohne Aufsetzen vom Boden aus gefilmt und die Stufe im Wasser). Rasch wurde ein Schiff auf die Reise geschickt, das sie nun einsammeln soll – aber erst am nächsten Morgen.

Der Start, die Stufentrennung (Bild 5), der Abwurf der Nosecone des Dragon (Bild 7), das Aussetzen des – bereits zum zweiten Mal verwendeten – Transporters und die Entfaltung seiner Sonnensegel waren dagegen völlig problemlos verlaufen (und die unverhoffte Wasserung der brandneuen Unterstufe, in Bild 8 mit einer herabfallenden kuriosen Eiskondensation, nicht missionsrelevant): Am Vormittag MEZ des 8. Dezember soll er von der ISS-Crew eingefangen werden. Auch weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, eine Art Instant-Doku über den Zwischenfall, die Nutzlasten des Dragon und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und frühere hier, hier, hier und hier. [1:35, ergänzt 2:55 MEZ] Ein paar Start-Fotos von SpaceX selbst, weitere besonders gute und ein weiterer Artikel. [3:40 MEZ] Das Wasser-Video im Detail, vier verschiedene Videos synchronisiert, noch mehr Bilder hier (weiter mit „>“) und hier und noch ein Artikel. [6:15 MEZ. NACHTRAG:

der Start aus der Nähe mit nachgeführter Kamera und aus einem Flugzeug aus der Ferne, diverse Tracker-Footage, weitere Bilderstrecken hier und hier noch mal synchronisierte Videos der Wasserung, Bilder der Arbeit am Booster im Wasser in Strand-Nähe,

die komplizierte Bergung der badenden ersten Stufe aus der Luft beobachtet, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die heroische Rückkehr der nun dreimal geflogenen und gelandeten Stufe vom Start zuvor (dessen Satelliten-Schwarm bisher kaum korrekt erfasst ist). NACHTRAG 2: die Rückkehr der Stufe auf Abwegen in den Hafen – mehr Bilder hier, hier, hier und hier, ein Videoclip und ein Artikel]

Der Start von Soyuz MS-11 aus der ISS im Zeitraffer; hoch aufgelöste Einzelbilder gibt’s hier (weiter mit „<") – auch tägliche Ozon-Prognosen dank Copernicus, ein bevorstehender Massenstart kleiner Satelliten in Neuseeland für die NASA und welche Folgen Mini-Satelliten für die Raumfahrt haben. Sowie Details zum nächsten chinesischen Mond-Start am 7.12., die Aktivierung des Ionen-Antriebs von BepiColombo, eine Saarländerin bei EDL von InSight, dessen Seismometer gut funktioniert, Tests der Kamera für den US-Mars-Rover 2020, eine Bahnkorrektur von New Horizons – und gestern vor 50 Jahre gelang der 3. Start einer Mission der ESRO, des wissenschaftlichen Vorgängers der ESA: stumme Schwarzweiß-Bilder von HEOS-1. [0:10 MEZ]


5. Dezember

Eine Falcon 9 startete 64 Satelliten auf einen Streich

vorgestern in Vandenberg: vier Microsats und zwei Freeflyer (alle 6 Objekte auch rasch erfasst von der Weltraumüberwachung) – aus letzteren schlüpften dann die anderen 60 Satelliten. Die hohe Satelliten-Zahl ist nicht der (für US-Starts jedenfalls) einzige Rekord, den diese Mission aufstellte, denn es startete z.B. die erste Stufe erstmalig zum dritten Mal und ist – nach diesem Burn und sanftem Einschweben – erneut problemlos gelandet (ihre drei Starts & Landungen in einem Video). Der Einfang der Nutzlast-Verkleidungen noch in der Luft klappte dagegen wieder nicht, aber da sie gut erhalten zurück gebracht wurden, können sie vielleicht trotzdem wieder verwendet werden: auch der Webcast des Starts, Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Bilder vom Start hier, hier und hier und zuvor vom Roll-Out der Gebraucht-Rakete auf die Startrampe in Kalifornien und Artikel zum Start hier, hier, hier, hier (früher und noch früher), hier, hier (früher), hier, hier (früher), hier, hier, hier und hier und speziell zur Komplexität des Massenstarts hier, hier und hier. Und Allerlei zu einigen speziellen Satelliten des großen „Rideshare“: zu Hawkeye 360, Elysium, Capella (mehr), ENOCH, Eu:CROPIS (früher, ein Video-Update, Bilder hier, hier und hier, Artikel hier und hier und frühere Artikel hier [unten] und hier), ESEO (mehr, mehr und mehr und Artikel hier [früher und noch früher], hier und hier) und einem angeblichen Kunstwerk, das gelinde gesagt umstritten ist aber wenigstens schnell verglühen dürfte (hier, hier, hier, hier und hier weitere Artikel). Derweil ist das Wetter gut für den auf heute verschobenen Start des nächsten Dragon zur ISS. [4:15 MEZ. NACHTRAG: ein USAF Release und ein Artikel]

Halb-Bennu am Ankunftstag von OSIRIS-REx vorgestern aus 19 km Abstand aufgenommen: hinter dem Bild eine Mini-Animation (und hier ein simulierter Halb-Bennu in Voll-Rotation). Auch ein Problem mit französischer Hardware, mal wieder ein Endlos-Artikel über Opportunity (weiter schweigend), eine Bild-Montage vom Sonnen-Nordpol aus Bildern von Proba 2, mal freudige Erwartung des JWST, die kommenden Jubiläen 25 Jahre 1. Hubble Servicing Mission [NACHTRAG: die WFPC2 als Retter] und 50 Jahre erstes Weltraum-Observatorium OAO-2 [NACHTRAG; mehr dazu] – und die zwei Satelliten des (dank Brexit mal wieder in Turbulenzen geratenen) Galileo-System, die auf Abwege gerieten, wurden für einen super-genauen Test der Allgemeinen Relativitäts-Theorie benutzt, wie schon kurz nach der Panne vorgeschlagen worden war: Einstein (Spoiler!) hatte Recht …

Der 246. Start einer Ariane und der 102. einer Ariane 5 mit den Satelliten Nr. 589 & 590 für Arianespace ist gestern Abend gelungen: mehr Press Releases hier, hier und früher hier zu VA 246, die Live-Übertragung, ein koreanischer Thread und Artikel hier und hier. [2:05 MEZ. NACHTRAG: eine kuriose Beobachtung über Malaysia, die offensichtlich mit dem Start zu tun hat]


4. Dezember

Ein (echter) Schnappschuss von Komet Wirtanen, 26° hoch

heute Abend kurz nach der Kulmination in Königswinter auf knapp 51° Nord: Da er in den Baum zu laufen drohte, konnte weder ordentlich fokussiert noch die optimale Kombination aus Brennweite (hier KB-Äquivalent 254 mm, Blende 2.8), Belichtungszeit (5 Sekunden) und ISO-Zahl (3200) für die Bridge-Kamera (Lumix DMC-FZ300) gart esucht werden. Aber da der Komet – das Bild größer hier und hier – bereits auf dem Kamera-Display zu erkennen war, half dies auch für einen kurzen Blick mit einem 11×70-Fernglas: bei einer visuellen Grenzgröße sicher nicht besser 5 auf Anhieb zu sehen, ein riesiger diffuser Fleck ohne nennenswerte Kondensation. Wenn er nun täglich um mehr als ein Grad höher steigt, könnte er zumindest für Astro-Fans doch ganz attraktiv oder zumindest originell werden: weitere Bilder von heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, hier, hier, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und dem 1. Dezember (mehr), Vergleiche mit dem Monddurchmesser hier und hier und Aufsuch-Hilfen hier, hier und hier. Derweil möge man die Entwicklung des neuen Kometen Comet C/2018 W2 (Africano) im kommenden Jahr verfolgen: Der sollte zur Zeit seiner größten Helligkeit von mindestens 10 mag. – und vielleicht mehr – Ende September 2019 am mondlosen deutschen Himmel 60 bis 70 Grad Höhe erreichen. Auch allerlei aktuelle Kometen-Forschung – und wie der Mars dicht am Neptun vorbei läuft. [23:55 MEZ]

Nun sind wieder (bis zum 20. jedenfalls) sechs auf der ISS, nach dem problemlosen Start von Soyuz MS-11 – Videos von Kameras auf der Rakete & an Bord hier und hier – und erfolgreichen Andocken an die ISS gestern: ein NASA-Blog-Eintrag und abgehörter Funkverkehr hier, hier und hier. Auch eine neue Fluggelegenheit für die Passagiere von MS-10 schon nächsten Februar (auch ein NASA-Blog-Eintrag, ein Artikel und ein Tweet von Roskosmos), was Eurocom am EAC tut – und eine Verschiebung des Dragon-Starts wegen Nagetier-Problemen (mehr, mehr, mehr und mehr) auf morgen. [20:55 MEZ]

OSIRIS-REx hat Bennu erreicht: nur noch 7-19 km Abstand

Die NASA-Asteroiden-Sonde hat auf die Bremse getreten und ist vom Annäherungs- in einen Nachbarschaftsmodus gewechselt, der zunächst zwischen 7 und 19 km Abstand liegt. Bisher liegen nur Bilder bis zum 27. November vor, als der Abstand vom 492 Meter großen Asteroiden noch 65 km betrug: oben drei Einzelbilder nahe des Endes einer langen Animation des Anflugs, etwas dunkler gemacht; es gibt auch eine volle Rotation aus 80 km Distanz. Am 31. Dezember soll dann – nach erster Vermessung des Gravitationsfelds und besserer Charakterisierung von Gestalt und Rotation – ein erster echter Orbit eingenommen werden, der bis auf 1.25 km an die Oberfläche heran führt: Ab Februar 2019 folgt eine globale Kartierung auf der Suche nach der besten Stelle für die Probenentnahme. Auch die Aufzeichnung eines Events zur Ankunft, alle Animationen zusammen, Press Releases hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und frühere hier, hier, hier, hier, hier und hier. [0:30 MEZ]

Ein rotierendes 3D-Modell von Bennu, erstellt von einem Fan. Inzwischen spürt OSIRIS-REx die Schwerkraft des Asteroiden deutlich – auch weitere Artikel zur Ankunft hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und zu seltsamen NASA-Ritualen bei Ereignissen wie diesem. [20:35 MEZ]