Posts Tagged ‘Komet’

Kosmische Begegnung: PANSTARRS bei Messier 51

2. Mai 2014

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Mit freundlicher Genehmigung von Rolando Ligustri die Begegnung des Kometen C/2012 K1 mit der Spiralgalaxie heute remote mit einem 106-mm-Refraktor und einer FLI ProLine PL11002M in New Mexico! [NACHTRÄGE: nur die Luminanz ganz tief – und ein weiteres Bild mit selbem Gerät von wem anders.] Auch die Konjunktion in kleiner, Aufnahmen etlicher weiterer Kometen, der Abschluss der Wiederinbetriebnahme der Instrumente von und ein skandinavischer Info-Truck über Rosetta – und Protest gegen Panikmache mit NEOs, zwar nicht so detailliert wie hier und mit einem Denkfehler, aber trotzdem ein erfreulicher Kontrapunkt.

Mal ein Zeitraffer-Video ganz anderer Art als die üblichen aus finsteren Gegenden – hier hat einer (aus Taiwan) Ansichten aus 30 europäischen Ländern, darunter oft Großstädten, in Bewegung gesetzt, mit immer noch reichlich Astro-Content. Plus ein „Supernova“-Video ungewöhnlicher Art, wobei die Lyrics moderat astro-angehaucht sind und auch das ganze Album so heißt.

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Die australische Partiell-SoFi mal ganz anders: im Radio

Nämlich bei 145 MHz Frequenz mit dem Murchison Widefield Array aufgenommen, einem Radio-Interferometer in West-Australien, dessen Themenfeld von Sonnenforschung bis zur Kosmologie reicht und das als Vorgänger des SKA gilt. Was man manchmal auch schon über Europas LOFAR sagt, das immer größer geworden ist. NACHTRAG: auch noch ein paar kurzwelligere Bilder der SoFi aus Adelaide hier und – bei Sonnenuntergang – hier.

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AGU 2013: Wer war ISON? Die ersten Antworten

12. Dezember 2013

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Sein Kern war nur wenige hundert Meter groß und hielt zudem deutlich weniger gut zusammen als der eines typischen Sungrazer-Kometen: Deshalb ist ISON schon beim Anflug auf sein Perihel zerbrochen, und die Fragmente konnten der Sonnenhitze nicht widerstehen. Aus Erkenntnissen von einer Pressekonferenz (10. Dezember), der folgenden wissenschaftlichen Session des AGU Fall Meetings in San Francisco und anschließenden anregeten Diskussionen im Internet vergangene Nacht formt sich bereits ein erstes Bild der Vorgänge des letzten Monats – der erste je beobachtete Sonnenkratzer aus der Oortschen Wolke hat viele Besonderheiten offenbart, und auch sein betrübliches Ende birgt noch Erkenntnisse. Eine wesentliche Kenngröße eines Kometen ist der Durchmesser des Kerns: Die Grafik oben zeigt mögliche Ergebnisse aus der Fotometrie der MRO-Kamera HiRISE, als ISON dem Mars nahe kam, wobei sowohl die Albedo als auch der Beitrag der inneren Koma zur Helligkeit des Lichtzentrums – der Kern blieb weit unter der Auflösungsgrenze – freie Parameter sind. Im Prinzip sind Kerndurchmesser zwischen 100 und 1000 m möglich, aber da ISON als „frischer“ Komet eine höhere Albedo als die Halley-üblichen paar Prozent haben dürfte und die Koma vermutlich gestört hat, nennen die Auswerter jetzt 600 m als Obergrenze und ein paar hundert Meter als wahrscheinlichsten Wert.

Das ist nun freilich ein Faktor 10 weniger als eine – wie ein mitverantwortlicher Astronom diesem Blog gegenüber zugegeben hat, all zu kühne – „Berechnung“ des Kerndurchmessers von rund 5 km aus Fotometrie des Swift-Satelliten, die durch Pressemitteilungen von NASA und Gemini die ‚öffentliche Meinung‘ in Richtung eines vielversprechenden Kometen hin beeinflusst haben mag. Nun hätte aber selbst ein 500-Meter-Kern das Perihel überstehen und für eine nette Kometen-Show Anfang September sorgen können, so o.g. Astronom: wenn sich ISONs Kern so wie der eines typischen Sonnenkratzer-Kometen der Kreutz-Gruppe verhalten hätte, wie der von Lovejoy vor zwei Jahren. Der hatte nämlich nur etwa 300 m Durchmesser, von denen selbst sein noch sonnennäheres Perihel 150-200 m übrig gelassen hatte. Die zerfielen erst Tage danach zu Staub – aber für ISON galt dies leider nicht. Der war offensichtlich weit weniger stabil: Bereits in den Stunden vor dem Perihel (nach einem alternativen Szenario sogar schon seit Ende Oktober) zerfiel er in mehrere Subkerne, die der Sonne nun viel mehr Angriffsfläche boten und – vermutlich vollständig – verdampft sind.

Den Detailprozessen dabei – verfolgt von drei Sonnensatelliten – wird man sicher noch wertvolle Erkenntnisse über den (gewesenen) Aufbau des Kerns entlocken können, schon jetzt aber auch die Wochen vor dem Ende waren ergiebig: Mit zunehmender Aktivität des noch mehr oder weniger intakten Kerns waren spektroskopische Untersuchung von Gas- und Staubkoma möglich. Nach einem der Helligkeitsausbrüche im November registrierte z.B. der High-Dispersion Spectrograph am Subaru-Teleskop Emission zahlreicher Moleküle und Atome wie C2, NH2, H2O+, CN, O und Na, und HIRESb an Keck sichtete ab Oktober ebenfalls viele Moleküle OH, NH, NH2, CH, CN, C2, C3, dazu Na (dessen Präsenz mit den Ausbrüchen zusammen hängen könnte) und K. Da es nach Nah-IR-Spektroskopie nicht genug C2H2 und HCN als Quellen zu geben scheint, dürften das CN und C2 aus CHON-Partikeln stammen, organischen Aggregaten, wie sie erstmals die Halley-Sonden gefunden hatten. MESSENGER im Merkur-Orbit wiederum meldet den Nachweis von H, S, Na, CS, OH, NH und CN – vieles davon beim gleichzeitig beobachteten Encke nicht zu erkennen.

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Mit dem Subaru-Teleskop wurde bei 8.5 bis 11 µm schwache Emission von kleinen amorphen Silikatkörnchen nachgewiesen, kristalline Silikate ließen sich nicht blicken. Das passt zu Beobachtungen bei 11, 19 und 31 µm von der fliegenden Sternwarte SOFIA am 25. Oktober, die ISON leider nur 5 Minuten lang auf’s Korn nehmen konnte. Aber aus der relativen Helligkeit der drei Bilder ließ sich überdies schließen, dass die Größenverteilung der Staubteilchen „typisch“ war, im Sinne der von kurzperiodischen Kometen her bekannten. Insgesamt war ISON aber ein staubarmer Komet – und zusammen mit den oben indirekt erschlossen CHON-Partikeln könnte dies Hinweise auf den Entstehungsort ISONs geben: eher außen im solaren Urnebel, wo es weniger große Staubteilchen gab, dafür aber günstige Bedingungen für die Entstehung von organischen Molekülen durch die Bestrahlung von frei liegendem Eis?

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A propos Eis: So ging es mit der Wasser-Produktion von ISON aufwärts, in logarithmischer(!) Darstellung gegen Tage vor dem Perihel aufgetragen und bestimmt aus Messungen des SWAN-Instruments von ISONs Lyman-Alpha-Emission. Die Kurve endet vor dem Perihel, da SWAN nicht in extremer Sonnennähe beobachten kann: Danach sah das Instrument den Kometen nicht wieder, und SUMER auf SOHO registriert schon im Perihel selbst keinerlei Lyman Alpha mehr – auch dies ein Beleg für die Zerstörung des Kerns bereits zu diesem Zeitpunkt. Vorher hatte auch das SPICAV-Instrument auf dem Venus Express die Lyman-Alpha-Emission ISONs beobachtet und sogar grobe UV-Bilder der Kometenkoma erzeugen können. Ein Vergleich mit Modellrechnungen liefert dann für den 20. November eine Wasserproduktionsrate von 10^30 Molekülen – oder 30 Tonnen – pro Sekunde. Zwischen 110 und 310 nm sah SPICAV nämliche Emission von H sowie von OH, sonst aber vermutlich keine weiteren Linien. So weit erste Einsichten aus den Prä-Perihel-Beobachtungen ISONs – und kommendes Jahr kommen mit C/2012 K1 (PANSTARRS) und C/2013 A1 (Siding Spring) gleich zwei weitere Oort-Kometen zu Besuch: zwar ohne ISON-gleiches Extrem-Perihel, dafür aber besser am Himmel zu beobachten.

Lovejoys Diskonnektionen – und ISON gesichtet?

6. Dezember 2013

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Während der weiter helle Komet Lovejoy mit seinem schnell veränderlichen Plasmaschweif – Bilder von heute (mehr, Details, mehr, mehr und weitwinklig), gestern (mehr sowie oben von M. Jäger) und vorgestern sowie von Subaru – für Aufsehen sorgt, Disconnection Events inklusive, wird von heute eine mögliche Feldstecher-Sichtung der Ex-ISON-Wolke berichtet, nach der andere vergeblich suchten. Auf aufaddierten STEREO-HI-1A-Bildern vom 2. Dezember hatte sie noch so ausgesehen, bzw. so in Heat. Nichts Nennenswertes zu erfahren war dagegen heute leider von einem weiteren ISON-Workshop, wo man lieber im eigenen Saft schmoren wollte als – bis auf vage Andeutungen zu Beginn und Häppchen hier und da – die aufregenden ‚rohen‘ wissenschaftlichen Ergebnisse zu ISON mit der Öffentlichkeit zu teilen: ein archaisches Verständnis von Wissenschaft und erst recht unangemessen bei einem aktuellen Ereignis, für das das Publikum monatelang angefixt wurde. (Überhaupt war es um die zeitnahe Kommunikation von ISON-Ergebnissen der Profi-Astronomie – die angeblich mehr Daten als von irgendeinem Kometen vorher eingefahren hat – verblüffend schlecht bestellt, da halfen auch die paar Notizen hier nichts.)

Dem Abfeiern der Beiträge von Amateurastronomen, deren Beobachtungen zuweilen sogar die Planung von Profi-Beobachtungen beeinflussten, durfte die Welt noch lauschen und den wiederholten Ruf nach noch mehr Bildern vernehmen, mit denen die Wechselwirkung des ISONschen Plasmaschweifs mit dem Sonnenwind untersucht werden könnte. Aber wie aus Daten Erkenntnisse werden, soll offenbar keiner miterleben dürfen, die „Bürger-Forschung“ sich wohl tunlichst auf untertänige Daten-Zuträgerdienste beschränken. Immerhin konnte man noch den allgemeinen Eindruck mitnehmen, dass ISON ein eher gasreicher und staubarmer Komet war und sein Kern zwar nach Unterschreiten der 1-au-Grenze erheblich variabler in seiner Aktivität wurde aber bis Tage oder gar Stunden vor dem Perihel in einem Stück blieb, er sich dort jedoch rasant auflöste: Auch eine weitere Analyse des Staubschweifs nach dem Perihel hat ergeben, dass es danach zu keiner weiteren Staubfreisetzung mehr kam (die zu einem Fächer näher zur Flugrichtung hin geführt hätte). Auch die Voraussage eines Meteorsturms auf dem Mars durch den Kometen Siding Spring nächstes Jahr, ein detailreicher Peach-Jupiter vom 1.12., eine verwirrende Visualisierung der Umpolung der Sonne, Hinweise auf Riesen-Konvektionszellen und schöne Bögen in der Korona.

Weitere größere Artikel – und ISONs Schicksal

6. Dezember 2013

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Letztes Sichtfenster auf (Ex-)Komet ISON vielleicht in den nächsten Tagen – oben das aktuellste verfügbare STEREO-Ahead-Bild von vorgestern Morgen, diesmal in Differenzdarstellung; auch das entsprechende verstärkte Direktbild aus diesem Verzeichnis, ein ziemlich deutliches Direktbild von ein paar Stunden früher, ein Summenbild vom 1. Dezember, dito in Falschfarben, das Programm eines kleinen Meetings heute, das ab 14:30 MEZ hier gestreamt wird, weitere NASA-Pläne wg. ISON und mehr oder weniger erhellende Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

Asiens doppelter Aufbruch ins Sonnensystem mit MOM und Chang’e-3, dessen 3. Bahnkorrektur unnötig war und der wie geplant vor wenigen Stunden in eine Mond-Umlaufbahn eingetreten ist.

ESO bekommt Besucherzentrum und Planetarium – geschenkt. Und weitere neue Gebäude im Garchiger HQ wurden gerade fertig.

Kürzere Artikel

Lichtkurve der hellsten Nova aller Zeiten, der Nova Aquilae 1918, bis heute rekonstruiert.

Komet Garradds geheimnisvolle Gasproduktion, bei der CO völlig andere Wege als H2O ging.

Astronomisches Lehrmaterial – mit Qualitätssiegel durch astroEDU.

Und so sah der Rest von ISON vor 1 – 2 Tagen aus

5. Dezember 2013

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Auch in den Serien vom 3. Dezember und vom 2. Dezember kontrastgesteigerter HI-1A-Bilder – hier von oben von 23:49, 13:09 und 0:29 MEZ am 3. Dezember – ist der Kometenrest weiter eine kohärente Struktur. Aber die Helligkeit in dieser Darstellung täuscht natürlich –

  

realistischer ist diese Animation vom 30.11. bis 1.12. (hier drei Einzelbilder) – wobei der Komet natürlich kontrastverstärkt und animiert am meisten hermacht. Noch eine andere Art der Darstellung sieht so aus, hier ein Bild vom Abend des 1. Dezember, wie es das STEREO Science Center diesem Blog zur Verfügung stellte – jetzt ist auch der Merope-Nebel in den Plejaden zu erkennen:

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Man kann sich Animationen der HI-1-Bilder auch automatisch erzeugen lassen: Hier gibt’s die komplette Reise ISONs hin und zurück durch’s Gesichtsfeld, die von Tag zu Tag vollständiger wird (Vorsicht: sehr datenintensiv, schon jetzt 440 Bilder). Auf die Fortsetzung des ISON-Abenteuers in HI-1A ist man hier (verwirrt von den unterschiedlichen Qualitätsstufen der Bilder) und hier aufmerksam geworden, während unverdrossen weiter Hubble-Beobachtungen geplant sind (und es hier, hier und hier weitere Nachrufe gibt – und einen Gag). Vom weiter hellen Lovejoy Bilder von gestern (mehr) und vorgestern, auch weitwinklige (mehr). Und die 5-mag.-Nova im Cen ist inzwischen amtlich: auch der mutmaßliche Vorgänger, Beobachtungen im Röntgen-Bereich, ein Foto, diverse Diskussionen und Artikel hier, hier und hier.

Live-Blog zum Perihel des Kometen ISON

28. November 2013

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Also wie ein Komet sieht es ja schon aus, was da fliegt

auf dieser – leider bisher nur in geringer Qualität vorliegenden – LASCO-C3-Aufnahme von 23:30 MEZ: Die Vermutung liegt natürlich nahe, dass sich im Inneren der Staubstruktur kein nennenswerter Kern mehr verbirgt, aber der erstaunliche ISON hat die Beobachter schon so oft genarrt, dass man einfach noch abwarten muss, was aus seinem Überrest wird. Und ob man davon gar etwas mit Amateurmitteln am Nachthimmel nachweisen können wird: Für ein schwaches Objekt dürfte es in der 2. Dezemberwoche ein kurzes, mäßiges Sichtfenster am Morgenhimmel geben, mit ISON bei Beginn der astronomischen Dämmerung über ein Dutzend Grad hoch. [23:55 MEZ – Ende; mit fast 7700 Aufrufen ein neuer Rekord-Tag]

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Das sieht doch aus wie ein richtiger kleiner Komet mit strukturiertem Staubschweif, was da auf ISONs Bahn durch das Gesichtsfeld von LASCO C2 zieht, hier um 22:24 MEZ = 3 Stunden nach dem Perihel. [22:40 MEZ] Eine Animation aus FITS-Files. [22:50 MEZ] Alle aktuellen Überreste in einem Komposit aus LASCO C2 und C3 sowie eine C2-Serie und eine andere Animation. [23:00 MEZ] Wieder neue LASCO-Bilder – auch in C3 taucht ‚es‘ wieder auf – sowie ein bereits aktualisierter Nachruf und allerlei Updates. [23:15 MEZ] Und das Ding um 23:02 MEZ: stabil aber offenbar ohne einen Kern. [23:25 MEZ] Der Anblick um 23:13 MEZ: Die Kometenbahn wird schön nachgezeichnet. Plus ein neuer STEREO-Beacon und ein Artikel zur Verwirrung. [23:35 MEZ]

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Auch STEREO A sieht etwas Helles auf ISONs Bahn ziehen

mit dem Koronographen COR2, hier um 21:39 MEZ – wenn die STEREO-Bilder erst in voller Auflösung vorliegen, wird sich sicher besser verstehen lassen, was jetzt gerade Aufregendes passiert. [22:15 MEZ] Das Objekt mit LASCO C2 um 21:24 MEZ in ‚klassischer‘ Darstellung – der Navy-Server mit den aktuelleren Bildern ist nun völlig überlastet … [22:20 MEZ]

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Da ist doch etwas wieder hinter dem Koronographen-Occulter hervorgekommen, auf dieser LASCO-C2-Aufnahme von 21:03 MEZ – auf der Kometen-Bahn?! Jetzt wird’s doch noch spannend. [21:20 MEZ] Das komplette Bild. [21:25 MEZ] Auch eine interessante Animation von STEREO-A-COR2-Bildern mit einer Wolke, die sich von ISON nach außen entfernt, während er durch’s Perihel geht. [21:35 MEZ] Das Objekt ist heller geworden! Plus eine Animation der C2-Bilder. [21:50 MEZ] Und es war auch schon 20:48 MEZ knapp zu sehen – aber von denen nicht … [22:05 MEZ]

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Ein Abschiedsbild von ISON in ‚klassischer‘ Darstellung

von 19:24 MEZ, als der – offenbar gewesene – Kern gerade nahe des Perihels war. Noch kann man warten, ob ‚etwas‘ auf der anderen Seite der Sonne erscheint: Vor zwei Jahren war das der Fall. Aber jetzt sind die Hoffnungen schon sehr gering … [20:25 MEZ] Und er ist weiter verblasst auf einem Bild von 20:12 MEZ. Komet Geschichte, dieser Artikel auch. [20:30 MEZ] Aber sein kurioser Schweif hängt noch im Raum, und der scharfe Strahl harrt weiter einer genauen Erklärung. Protonachrufe schon hier, hier und hier. [20:55 MEZ]

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Ist das das Ende von ISON? Ein LASCO-C2-Bild von 18:48 MEZ – hier in der Navy-Version – zeigt nur noch einen kopflosen Schweif, allerdings hart an der Koronographen-Blende: In Falschfarben sieht sein Niedergang noch dramatischer aus. Und im tollen Hangout kriegen sie von allem nichts mit – schwaches Bild … [19:15 MEZ] Auf dem 19:00-MEZ-LASCO-C2-Bild sieht ISON auch nicht besser aus (und SDO sieht auch nix) … [19:35 MEZ] Die Nachrufe auf ISON häufen sich bereits; auch im Hangout begreift man’s allmählich. [19:50 MEZ] Auf einem LASCO-C2-Bild von 19:36 MEZ verblasst der Komet (oder was von ihm übrig blieb) bereits deutlich … [19:55 MEZ] … während SDO rein gar nichts sieht. [20:15 MEZ]

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ISON verschwindet nun aus dem Gesichtsfeld von LASCO C3

Dieses Bild von 16:37 MEZ könnte das letzte dieses Koronographen sein, das den Kometen halbwegs intakt(?) zeigt, denn inzwischen sollte er hinter der großen Blende verschwunden sein, und wer weiß schon, was dahinter wieder hervor kommen wird … In ein paar Minuten beginnen übrigens die Beobachtungsversuche mit dem SDO-Satelliten, der ISON vielleicht auch orten kann. [17:55 MEZ] Ein Photometriker hat gerade nichts helles mehr in ISONs Koma sichten können: „This seems to be seriously bad“ – der klarste Beweis, dass sich der Kern verabschiedet hat? [18:15 MEZ] Und so sehen die aktuellen LASCO-C2-Bilder in FITS aus, wenn sie nicht saturiert sind: Die Koma ist bedenklich länglich geworden. [18:25 MEZ] Noch zwei weitere Instrumente im Weltraum haben ISON ‚übernommen‘: STEREO Behinds COR1 zeigt ihn seit 16:00, STEREO Aheads COR1 seit 17:00 UTC. [18:40 MEZ] Unter dieser Adresse soll in diesen Minuten die große Live-Show zu ISONs Perihel beginnen – auch NASA-TV überträgt. [19:00 MEZ]

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ISON in STEREO Aheads COR2 um 16:24, SOHOs LASCO C2 um 16:18 und STEREO Behinds COR2 um 16:25 MEZ – der Komet aus drei verschiedenen koronografischen Kameraperspektiven entlang ungefähr des Erdorbits, die STEREO-Bilder dabei natürlich nur Beacon-Vorschauen; für LASCOs C3 ist er schon fast hinter der Blende verschwunden. [17:10 MEZ] Während die Experten weiter verwirrt sind: Benimmt sich ISON jetzt wie ein kleiner typischer Sungrazer und löst sich mit Annäherung an die Sonne zunehmen auf? Aber ‚typisch‘ war bei diesem Kometen bisher wenig … [17:20 MEZ] ISON ist offenbar mit dem großen Sonnenteleskop auf dem Kitt Peak gefunden worden. Auch weitere Quellen für LASCO-Bilder bei der NASA (C2 und C3) und der Navy (C2 und C3, andere Darstellung); auch Artikel hier, hier und hier. [17:50 MEZ]

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Keine fünf Stunden mehr bis zur größten Sonnennähe ISONs

um 19:25 MEZ – und so sah der Komet um 13:54 MEZ für den Koronographen LASCO C3 des SOHO-Satelliten aus (Anklicken liefert jeweils das neueste Bild), während er in das Feld von C2 gerade einzudringen beginnt. [14:45 MEZ] Eine Helligkeits-Schätzung aus C3-Bildern heute Morgen lieferte -2.4 mag., was auch Experten ähnlich sehen; angebliche Taghimmel-Beobachtungen wie diese scheinen indes fragwürdig. Nach einem Modell sollte die Koma-Helligkeit übrigens mit nahendem Perihel fallen, und das scheint sie auch zu tun (aber Vorsicht: der Koronograph dämpft näher an der Sonne natürlich stärker). [15:00 MEZ] Wie PROBA 2 das Perihel verfolgen wird – auch weitere Artikel hier, hier und hier sowie ein Chat und eine Erwähnung Lovejoys in einer ’normalen‘ Zeitung. [15:30 MEZ]

Viele Unwägbarkeiten vor 1. Kometenlandung

22. September 2013

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Witzeleien sind kaum vermeidbar, seit bekannt wurde, dass der Lander Philae des Kometenorbiters Rosetta ausgerechnet am 11.11.2014 auf den Kern von Churyumov-Gerasimenko abgesetzt werden soll: Eines der drei verantwortlichen Kontrollzentren befindet sich nämlich just in Köln, im MUSC des DLR. Und ein wenig jeck ist das ganze Unterfangen ohnehin schon, weiß man doch eigentlich herzlich wenig – über die Beschaffenheit der Kernoberfläche sowie aber auch über die Befindlichkeit von Philae in den kritischen Stunden, jedenfalls derzeit noch. Das war am Rande des Tages der Luft- und Raumfahrt heute von mehreren Betreuern Philaes zu erfahren, als die deutsche Heimat des Landers zum letzten Mal vor dem Ereignis der breiten Öffentlichkeit zugänglich war: Die Bilder zeigen das elektrische Bodenmodell Philaes (einige mechanische Komponenten fehlen, sonst ist es mit dem Flugmodell identisch) in einem Gestell, ein ge-AutoStitch-tes Panorama des Kontrollraums und ein Modell des Landers auf einer ausnehmend landefreundlichen Kometenlandschaft platziert, nebst einer wissbegierigen Kinderschar.

Wie Philae – huckepack auf dem viel größeren Orbiter sitzend – die zehnjährige Reise bisher bekommen ist, wird sich erst im kommenden Frühjahr erweisen: Zwar soll Rosetta am 20. Januar 2014 aus seinem langen „Winterschlaf“ erwachen, aber erst im März oder April wird nach dem aktuellen Zeitplan mit Tests an Philae begonnen. Wichtig ist vor allem der Zustand jener der beiden Batterien, die während des Abstiegs für den Strom sorgt: Von ihrem Ladezustand und ihrer Kapazität hängt ab, ob sich Philae während des ballistischen Abstiegs zum Kometenkern und dem Aufsetzen überhaupt melden kann. Selbst im Idealfall dürfte man dabei nur auf erheblich weniger Telemetrie hoffen als zuletzt bei den drei amerikanischen Marslandungen 2004 und 2012 praktisch in Echtzeit (plus Signallaufzeit natürlich) zur Verfügung stand. Sieht es mit der Batterie schlecht aus, gibt es unter Umständen auch nach der Landung weiter Funkstille, und es werden erst einmal einige Daten gesammelt, bis eine Meldung erfolgt. Egal was und wann: Es wird rund eine Stunde dauern, bis Nachrichten die Erde erreichen, nicht nur wegen 38 Minuten Signalzeit aus 3.5 au Entfernung sondern auch allerlei Umwegen der Datenpakete bis zu den Kontrollzentren.

Voraussichtlich derer drei werden eine Rolle spielen: Das ESOC in Darmstadt, von wo aus Rosetta selbst gesteuert wird, natürlich (dort wird auch der Philae-Chef sein sowie dem Vernehmen nach alle Medienarbeit stattfinden), der Kontrollraum in Köln, wo man sich v.a. die Landertechnik kümmert (wobei der Abstieg selbst natürlich voll automatisch ablaufen muss) – und ein vergleichbarer in Toulouse, wo die meisten Wissenschaftler der Philiae-Instrumente sitzen werden. Nach dem Abwurf Philaes muss sich Rosetta erst langsam umdrehen, um seine Antenne auf den Lander auszurichten: Bilder des entschwindenden Begleiters aber auch von eventuellen Effekten seiner Landung sind kaum zu erwarten. Philae allerdings soll kurz nach der Abtrennung Rosetta fotografieren, sogar in Stereo, was dann später gesendet wird. Wenn der Lander denn ordentlich auf der Kernoberfläche zum Stehen gekommen ist (und seine Solarzellen dann eine zweite Batterie aufladen, für bis zu 3 Monate Operationen) – und nicht etwa in extrem porösem Material spurlos verschwunden ist, was manche Kometenforscher durchaus befürchten. Die Stunde der Wahrheit rückt unerbittlich näher: Wie dem Display im Kölner Kontrollraum zu entnehmen ist, sinkt der Abstand Rosetta – Komet z.Z. ziemlich genau jede Sekunde um einen Kilometer. Heute waren es noch 17 Millionen …

In gespannter Erwartung des Kometen ISON …

3. August 2013

… sind nicht nur Amateurastronomen und Teile der Öffentlichkeit sondern auch die Kometenspezialisten der Welt: Bei dem großen ISON-Workshop in Maryland am 1. und 2. August konnte man – selbst aus 6 Zeitzonen Abstand per Webcast (komplette Aufzeichung in den Latest Videos hier von hinten nach vorn) zugeschaltet – eine Erregung verspüren wie es sie vielleicht einmal im Jahrzehnt gibt, sei es 2005 vor dem Impakt von Deep Impact gewesen, 1994 von dem Kometensturz von SL9 oder 1986 vor dem Periheldurchgang Halleys. Oder 1973 in Erwartung des Kometen Kohoutek, was vielleicht sogar die beste Parallele ist: Zwar hat die Kometenforschung in den 40 Jahren seither gewaltige Fortschritte gemacht, aber just bei ISON – dem ersten bekannten Kometen aus der Oort-Wolke, der zum Sonnenkratzer werden und dabei hart an der Roche-Grenze vorbei schrammen wird und sich seit seiner Entdeckung auch noch merkwürdig verhalten hat – ist die Unsicherheit gewaltig. Nicht nur für die Öffentlichkeit, auch für viele wissenschaftliche Beobachtungen, wäre eine ordentliche Helligkeit wünschenswert.

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Immerhin wird das zu Workshop-Beginn gezeichnete düstere Szenario („Ist Komet ISON etwa nur ein eisarmer Klumpen aus Staub?“) durchaus nicht unisono geteilt: Hier z.B. hat Karen Meech im Rahmen ihrer inspirierten Zusammenfassung des Workshops (ab 1:30) die beobachtete Rothelligkeit ISONs gegen ein Modell aufgrund der zu erwartenen Sublimationen verschiedener Moleküle aufgetragen (ab 11:18). Und siehe da: Wenn man die Aktivität bei den ersten Helligkeitsmessungen überhaupt (Pre-Discovery, ganz links) und den letzten vor dem Verschwinden hinter der Sonne im Juni (rechts) mit dem theoretischen Anstieg der Gasproduktion verknüpft, dann lag die Helligkeit die ganze Zeit dazwischen über den Erwartungen! Meechs Vermutung: ISON hat einen monatelangen langsamen Ausbruch hinter sich, bei dem die zunehmende Sonnenwärme Reservoirs von CO oder CO2 – die schon bei geringeren Temperaturen als Wasser sublimieren – unter der Kernoberfläche aufgebrochen hat, die sich nun erschöpft haben. Die „Abflachung“ der Lichtkurve wäre dann nur vorgetäuscht. Wie es weiter geht, könnte bereits die erste verlässliche Photometrie ISONs nach seinem Wiederauffinden in knapp einem Monat verraten. Ungefähr dann – am 20. August – unterschreitet ISON auch die „Eis-Linie“, ab der Wasser viel stärker sublimiert, aber weitere CO- und CO2-Taschen könnten für zusätzliche Aktivität sorgen.

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Was chemisch in ISON vorgeht, dazu sind die Daten freilich noch Mangelware. Zwar konnte das Spitzer Space Telescope am 13. Juni die Gaskoma isolieren („23. Juli“; auch ISAN 193-4): oben von Yan Fernández seine Bilder bei 3.6 und 4.5 µm und die Differenz, darunter die entsprechende Spitzerfotometrie (Datenpunkte rechts) und parallele irdische in ein Modell mit Lichtreflexion an Staub (gepunktet) und Eigenemission (gestrichelt; durchgezogen = Summe) eingetragen – bei 4.5 µm leuchtete eindeutig noch etwas Anderes. Doch ob dies CO oder CO2 ist, lässt sich schlicht nicht sagen: Emissionslinien beider Moleküle liegen im Filterbereich, und wie das verschachtelte Tortendiagramm von Mike Mumma unten zeigt, sah die Chemie abseits des immer dominierenden Wassers bei drei Kometen der letzten Jahre jedes Mal ganz anders aus, insbesondere was die Anteile von CO2 (grau) und CO (rosa) betrifft. Und dann kann sich das Verhältnis auch noch ändern („Warum man Daten aus allen Quellen …“), mit dem Sonnenabstand ein und desselben Kometen. Für die Größe von ISONs Kern gibt es weiterhin nur eine Obergrenze aus HST-Bildern vom April: Der Radius ist kleiner als 2 km. Und ob er rotiert, weiß man auch nicht: Ein 45° aufgefächerter Staubjet in der inneren Koma veränderte sich während der 19-stündigen Hubble-Beobachtungen überhaupt nicht. (Hubbles ISON-Aufnahmen sollen übrigens als vorverarbeitete Original-Daten öffentlich gemacht werden.)

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Neben der Bestandsaufnahme der bisherigen – eher wenigen – Erkenntnisse über ISON ging es auf dem Workshop überwiegend um die Planung von Beobachtungen, wofür zahlreiche NASA-Instrumente plus irdische Sternwarten eingesetzt werden sollen: abgesehen von den Bemühungen um Halley in den 1980-er Jahren, zu dem immerhin eine ganze Flotte von Raumsonden geschickt wurde, wohl die umfassendste Kampagne für einen Kometen. Manche – etwa die Betreiber diverser Marssonden – wissen noch gar nicht recht, was ihre nicht gerade für Kometen optimierten Detektoren zu sehen bekommen werden, andere wollen UV-halber einen Ballon und eine Rakete mit FORTIS starten oder mehrere Sonnensatelliten einsetzen, die STEREOs ebenso wie SOHO, und allein die NASA-IRTF wird ISON über 200 Stunden Beobachtungszeit widmen. (Auch diese Bilder sowie etliche der Keck-Teleskope will die NASA binnen einer Woche öffentlich machen.) Aber all dies lässt Lücken, auch weil die oft zu knappe Elongation des Kometen Großteleskopen den Blick verwehrt. Erstaunlich oft wurde deshalb auf dem Workshop nach der Einbindung der flexibleren Amateurastronomen gerufen, nicht nur in einer ganzen Session zum Thema, sondern auch in Meechs Fazit (ab 20:45; oben ein Screenshot) und der sich anschließenden Abschlussdiskussion (mehrfach ab ca. 54:00).

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Zuvor waren die Wünsche sogar recht konkret geworden: Auswertbare Bilder von Staubschweif-Strukturen wie Striae von zerplatzenden Staubteilchen (ab 36:25), Verformungen von Plasmaschweifen im Sonnenwind (ab 48:18) oder einen Natriumschweif, der sich v.a. in Perihelnähe bilden dürfte (ab 42:04; in der Mitte ein Screenshot einer Simulation von Kimberley Birkett für den 29. November, in der Bahnebene ISONs) würden auch von Amateuren gerne genommen. (Das Bild unten ist eine spektrale Aufnahme von PANSTARRS am 14. März, vom HGS-Spektrographen des Dunn-Sonnenteleskops[!] in die beiden Na-D-Linien gespalten.) Wie die beiden Welten am besten zusammen kommen, wird gerade hinter den Kulissen eifrig diskutiert, wobei auch dieser Blogger mitmischt: Das Amateur Observers‘ Program der UMD bietet sich als Vorbild an. Die gesammelten Profi-Pläne sollen derweil erfasst und als riesige Matrix dargestellt werden – sollte der Komet freilich im Perihel extreme Dinge tun, dann müssen sie ab Dezember neu gestrickt werden: Für diesen Fall, so wurde am Ende des Workshops beschlossen, sollte es im Dezember eine Art Not-Workshop, wieder mit Teilnahme-Möglichkeit aus der Ferne, geben … NACHTRÄGE: alle Videos mit Indices, vom ersten und zweiten Tag, spätere Berichte zum Workshop hier, hier und hier – und viele geplante professionelle Beobachtungen als Kalender & Tabelle.

PANSTARRS hat immer noch einiges zu bieten

17. April 2013

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Das zeigt nicht nur dieses Farbmosaik von Michael Jäger vom 15. April (mit dem Emissionsnebel NGC 281 im Feld) sondern auch weitere tiefe Aufnahmen vom 16. April, 15. April (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 14./15. April, 14. April (mehr) und 13. April – auch eine Vorschau der Reise durch Cas.

Eine fette Feuerkugel über Spanien am 13. April, zu der es auch ein Standfoto und weitere Details [NACHTRAG: und einen bizarren Artikel] gibt – und ein Bericht über eine Sonder-Session der Planetary Defence Conference über Erkenntnisse zum Chelyabinsker Airburst. Leider scheint genau diese nicht wie die regulären Sessions auf der Livestream-Seite archiviert zu sein. Dafür gibt’s aber allerlei Fotos und einen Bericht aus 1. Hand von den frühen Sessions, von denen nun noch ein paar weitere Screenshots aus dem Webcast folgen, aus Vorträgen von Moskovitz, Benner & Trilling (Session 3).

Aktuelle Erkenntnisse über das Wesen der Asteroiden

Auf der Tagung geht es inzwischen um das Abfangen oder Zerstören „böser“ Asteroiden, was sich etwa in diesem JPL-Release von gerade [NACHTRAG: oder dieser Podiumsdiskussion später, die wenig brachte] wiederspiegelt – aber vorher war die große Bestandsaufnahme weiter gegangen.

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Die Lichtkurve von 2012 DA14 bei seinem nahen Erdbesuch am 15. Februar, zusammengesetzt aus mehreren Photometrie-Reihen: Darin lässt sich kein wiederkehrendes Muster finden, was für eine Veränderung des Rotations-Zustands durch die Schwerkraft der Erde spricht.

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Ausgewählte aktuelle Ergebnisse von Radarbeobachtungen erdnaher Asteroiden mit den Goldstone- und Arecibo-Antennen – und die Grafik unten zeigt, wie gut der Durchmesser/Sonnenabstands-Raum der NEAs inzwischen abgedeckt ist. Mit neuen Upgrades sollten die Bilder bald noch detailreicher werden und sich die Auflösung der Meter-Grenze nähern.

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Und noch etwas NEA-Statistik, basierend auf der Messung der thermischen Emission von ~600 Exemplaren bei 3.6 und 4.5 µm mit dem „warmen“ Spitzer-Satelliten im ExploreNEOs-Programm: Zusammen mit der Helligkeit im Visuellen (für die reflektiertes Sonnenlicht sorgt) lassen sich Durchmesser und Albedos eindeutig ableiten. Ein Ergebnis war ein großer Bereich vorkommender Albedos, eine Hochrechnung, dass es 20’000 NEOs > 100 Meter gibt – und gerade hat ein neues Spitzer-Programm begonnen, bei dem noch kleinere NEOs entdeckt werden sollen.

Komet PANSTARRS auf dem Weg zur 2. (1.) Größe

17. Februar 2013

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Wie hier schon vor vier Wochen angemerkt, bestand kein Grund, in Sachen Komet C/2011 L4 (PANSTARRS) die Flinte ins Korn zu werfen: Wie nun eine neue tschechische Analyse bestätigt, „zielt“ die Helligkeitsentwicklung – oben ein Standardgesetz durch visuelle Beobachtungen gefittet – auf +2 mag. oder sogar besser in rund drei Wochen. Allerlei detaillierte Vorschauen auf die bevorstehende nördliche Sichtbarkeit tief am Abendhimmel – aber wegen des ungewöhnlichen Staubreichtums PANSTARRS‘ mit vielleicht ausgeprägtem Schweif – hat es z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier: Die Helligkeit PANSTARRS‘ wird aktuell auf 5.0 bis 4.5 mag. geschätzt, und man nennt ihn schon einen „großen Feldstecher-Kometen“, der fotografisch eine Menge zu bieten hat. Das sieht man auch in dem Video in Bewegung – im Vergleich mit dem ebenfalls noch am Südhimmel stehenden und 5.5 mag. hellen C/2012 F6 (Lemmon) mit seinem beeindruckenden Plasmaschweif (auch in Bewegung zu sehen), der auch noch rund 2 mag. zulegen könnte, allerdings erst danach am Nordhimmel auftaucht: Das Weitwinkel-Bild unten zeigt beide gleichzeitig am Himmel Australiens, u.l. PANSTARRS und o.r. Lemmon. NACHTRÄGE: Auch dieser Blogger „glaubt“ nun an einen 1-2 mag. hellen PANSTARRS und der Chef-Auswerter der VdS-FG Kometen an 2 mag. Dazu diverse PANSTARRS-Galerien – und Lemmons genialer Plasmaschweif heute über Australien remotely aufgenommen.