Archive for Oktober 2020

Allgemeines Live-Blog ab dem 18. Oktober 2020

18. Oktober 2020

20. Oktober

Heute Nacht soll OSIRIS-REx seine Probe von Bennu nehmen

Es sind die kritischsten Minuten der NASA-Mission, die hier bereits vor einem Monat ausführlich beschrieben wurden: zahlreiche weitere Videos (45 Sekunden bis 1½ Stunden lang) rund um die Mission hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, der Sendeplan der NASA (live von 23:00 bis 0:30 MESZ mit wg. minimaler Datenrate nur wenig Information; der Zugriff soll um 0:16 MESZ Erd-Empfangs-Zeit erfolgen, in der Realität 18½ Minuten früher), Press Releases etc. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein TV-Clip. (Und in anderen Raumfahrt-News ein wieder größeres Ozon-Loch laut Sentinel 5P, 40 Jahre Deutsches Fernerkundungs-Datenzentrum, kühne Pläne Chinas – und Hardware-Trubel auf der ISS hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.) [18:30 MESZ] Eine Simulation der Operation in Echtzeit, nomineller Ablauf angenommen. [19:45 MESZ] Der Abstieg hat begonnen! [20:00 MESZ] Der TAGSAM-Arm wird ausgefahren. [20:15 MESZ]

Der Arm ist draußen. Und die Situation jetzt: Höhe 550 Meter – und Bennus Kamera sieht nach einer Drehbewegung nun den Asteroiden. [21:10 MESZ] Auch OTES ist an … Höhe: 400 Meter. [21:55 MESZ] Jetzt passiert länger nichts Neues, aber die Navigationskameras kümmern sich mittels Natural Feature Tracking darauf, dass der Kurs zur Landezone Nightingale weiter stimmt. [22:15 MESZ]

Und hier nun die Live-Sendung: „Watch NASA’s OSIRIS-REx Spacecraft Attempt to Capture a Sample of Asteroid Bennu“, die nächsten anderthalb Stunden. [23:00 MESZ] Alles mit dem Abstiegsmanöver verläuft genau nach Plan, hört man dort – und das NFT zeigt, dass OSIRIS-REx der Zielbahn mit 60 cm Präzision folgt. [23:20 MESZ] Die Sonde hat sich planmäßig in eine neue Orientierung gedreht, die bis zum Bodenkontakt beibehalten werden soll: hier nochmals die Timeline heute. [23:35 MESZ] Die Solarzellen sind in Y-Stellung geschwenkt. [23:50 MESZ]

Der Abstieg zur Oberfläche hat nach dem „Checkpoint Burn“ begonnen – und eine Live-Grafik zeigt die Sonde bereits „über“ der Landestelle Nightingale unten rechts: flach aber von fiesen Felsen umgeben, dewegen auch die Solarzellen-Drehung. [23:55 MESZ. NACHTRAG: NFT zeigt jetzt 1.6 Meter Ungenauigkeit – das war nach einem Burn auch zu erwarten. NACHTRAG 2: Der Matchpoint Burn hat ebenfalls stattgefunden – noch 10 Minuten bis zum Bodenkontakt. NACHTRAG 3: NFT meldet 50 cm. NACHTRAG 4: Keine Hazards, OREx sinkt unter 5 m. NACHTRAG 5: Kontakt!!! NACHTRAG 6: Die Stickstoff-Patrone hat gefeuert – und OREx entfernt sich wieder. NACHTRAG 7: die entscheidenden Momente hier und hier, die Reaktionen von Lauretta und Mission Control und das Fazit bisher. NACHTRAG 8: ein langer Press Release zum Erfolg, ein Foto aus dem Kontrollraum, das Umschalten auf Medium Gain und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]


19. Oktober

Der überraschend hell gewordene Komet C/2020 M3 (ATLAS) vor drei Tagen von Gerald Rhemann remote mit 12 Zoll in Namibia: auch Bilder von gestern und vorgestern, die Lichtkurve (bei 8 mag. angekommen), der Ort am Himmel in den kommenden Wochen (am Orion) und mehr dazu. Auch der 11 m helle Erasmus gestern und vor 3 Tagen (mehr), diverse aktuelle Produktionsraten und ein Vortrag über „Kometen als Unglücksboten“. Auch weitere neue Videos: „The AAVSO Program – A Resource for Variable Star Citizen Science“, „Galaxy of Horrors: Terrifying Real Planets“ und

die 34. „Streifzüge“ zu Leben auf dem Mars. Derselbe gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 16.10. (mehr) und 13.10.

Mal wieder eine Sonnenfinsternis nur für das Solar Dynamics Observatory hat es (vor drei Tagen) gegeben: auch die Fleckengruppe 2776 auf der Sonne (mehr, mehr, mehr und mehr), eine Bedeckung des Doppelsterns Beta Sco durch den Mond heute, weitere Videos zu Carnegie-Astronomie, das Projekt eines Africa Millimeter Telescope (die Verpflanzung des SEST aus Chile nach Namibia) erwähnt in einem Webcast – und das Porträt einer blinden Astronomin. [21:15 MESZ]


18. Oktober

Der Mars-Maulwurf von InSight ist … nicht mehr zu sehen

Und das ist gut so: Es ist mit der Schaufel gelungen, HP3 in den Boden zu drücken und das Loch zu verfüllen, was ihm hoffentlich endlich hinreichende Reibung verschafft, um sich alleine weiter in die Tiefe zu hämmern. Bevor diese Operation aber – Anfang 2021 vermutlich – wieder aufgenommen wird, soll noch mehr Erdreich aufgetürmt werden: auch ein Eintrag im Missions-Blog vorgestern und ein Artikel. Auch die nunmehr formelle Archivierung der Bilder der Webcam des Mars Express. Auch diverse Essays über Mond und Mensch, das Ende des IR-Satelliten-Projekts SPICA von ESA und JAXA – und gleich fünf Online-Vorträge über eRosita der letzten Tage in Deutsch hier und hier und Englisch hier, hier und hier.

Wie die Sentinel-Satelliten die Welt sehen … oben zwei Annäherungen an die niederländische Provinz Zeeland mit Sentinel 2 (mit der astronomisch relevanten Stadt Middelburg; unter dem oberen Bild liegt ein Zoom-Tool, um die 10 m Auflösung zu nutzen), unten Kohlenmonoxid-Schwaden über Südamerika von Sentinel 5P, wo riesige Waldbrände die Luft verpesten. Auch die britische Pleite mit einem GPS-Ersatz, die erfolgreiche Qualifiaktion sämtlicher Triebwerke der Ariane 6, das gefundene Leck und das reparierte Sauerstoff-Gerät auf der ISS, die bevorstehende Rückkehr einer Crew, die ISS vor der Mondsichel aufgenommen, keine Kollision von Raumschrott, wobei der Abstand nur ein paar Meter betragen haben soll, was andere Analysten aber anzweifeln, weshalb bessere Situational Awareness insgesamt gut wäre (auch Artikel hier, hier, hier und hier und zuvor die letzten Prognosen hier und hier und Artikel hier und hier) – und Musk hat mal wieder gesprochen aber wenig Neues gesagt. [1:00 MESZ]

Und die nächsten 60 Starlink-Satelliten sind auf der Reise, die Falcon 9 startete vor 5 Minuten: der Webcast und frühere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [14:30 MESZ] Und dieselbe Unterstufe ist zum 6. (!) Mal sauber gelandet, die 66. Rückkehr einer Stufe überhaupt – während die zweite Stufe einen guten Orbit erreicht hat und nun coastet. [14:35 MESZ] Zwei frühe ferne Fotos und Amateurfilme hier, hier, hier und hier vom Start. [14:40 MESZ] Und hier sowie ein tolles Foto im Gegenlicht – während es diesmal vor der Sonne nicht geklappt hat. [14:55 MESZ] Eine der Fairing-Hälften wurde geschnappt, na ja, irgendwie halt; die Szene war für Sekunden im Webcast zu sehen. Und die Oberstufe zündete wieder. [15:10 MESZ] Die Starlinks sind ausgesetzt, und beide Fairing-Hälften wurden von Booten gefangen – eine krachte, wie gesehen, durch’s Netz und fiel auf’s Deck, richtete aber keinen Schaden an. [15:30 MESZ] Ein weiterer ferner Amateurfilm, das Aussetzen länger und ein Artikel. [15:45 MESZ] Weitere Start-Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier. [19:45 MESZ]

Infrarot-Astronomen sehen kein Venus-Phosphan

16. Oktober 2020

Radioastronomen haben eine (einsame) Absorptionslinie gesehen, die auf 20 ppb des potenziellen Biomarkers Monophosphan (PH3) in den Venus-Wolken hinweist, und neu ausgewertete alte In-Situ-Daten könnten das bestätigen (woran gleich Zweifel geäußert wurden – aber nun verkünden Infrarot-Astronomen (mit mehreren der o.g. Radioastronomen als Co-Autoren!) eine Obergrenze von 5 ppb dieses Moleküls in Archiv-Daten der IR Telescope Facility (IRTF) auf dem Mauna Kea von 2015, was zumindest für die Oberseite der Venus-Wolken gilt. In der Grafik sind das Spektrum vom Texas Echelon Cross
Echelle Spectrograph und Modelle für verschiedene PH3-Anteile für den Wellenlängen-Bereich 10.4690 bis 10.4673 µm eingezeichnet (bei IR-Astronomen nimmt die Wellenlänge nach rechts ab). Das Fehlen irgendeiner Absorption an der richtigen Stelle kann dreierlei bedeuten: Das Phosphan ist nicht gleichmäßig in der Atmosphäre vermischt, seine Menge ist zeitlich variabel – oder es existiert gar nicht, und die Radio-Linie bedeutet doch etwas anderes. Die Suche nach einer zweiten Spektralsignatur zusätzlich zur Radio-Linie geht weiter: Ohne sie darf man die Existenz von PH3 auf der Venus nicht als bewiesen betrachten, das sehen die Radioastronomen ganz genau so.

Womit wir bei dieser Absorptionslinie in einem Venus-Spektrum wären, nun wiederum mit dem Radio-Interferometer ALMA gewonnen: Sie wird als die einfachste Aminosäure Glycin interpretiert (woran aber bereits Zweifel geäußert wurden), und die indischen Beobachter spekulieren über eine protobiologische Chemie in den Venus-Wolken, die der irdischen vor vielen Jahrmilliarden ähnle. Auch ein Artikel dazu und ältere zum Phosphan und den Folgen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Interview, ein Astronomy on Tap – und ein unverschämter Angriff auf die Radioastronomen, der auf der Webseite der IAU-Komission für Astrobiologie erschien und heftige Proteste und Disussionen auslöste (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr); die IAU-Zentrale ließ den unsignierten Text rasch verschwinden und entschuldigte sich für den Vorfall.

BepiColombo hat mittels der Venus erfolgreich „abgebremst“

und dabei nahe der größten Annäherung diese Bilder des Planeten hinter Teilen des künftigen Merkur-Orbiters mit einer technischen Kamera aufgenommen: Es sind Einzelbilder aus dieser Animation (auch kleiner und mit Musik unterlegt). Da die Kamera über keinerlei Filter verfügt, erscheinen die Venus-Wolken strahlend weiß und ohne jede signifikante Struktur: auch ein Press Release über den Swing-By vorletzte Nacht, frühere Visuals hier, hier und hier, ein langer Chat mit zwei Projekt-Managern, parallele Venus-Beobachtungen von der Erde aus, ein langer Thread und Artikel hier, hier, hier und hier.

Der Mars zwischen Erdnähe und Opposition mit einem 20-Zoll-Newton aufgenommen von Thomas Winterer am 11. Oktober (Effektiv-Brennweite 8600 mm, ASI290 MM, Astronomik RRGB, WinJupos-Derotation). Auch eine Mars-Karte als rotierender Globus, Aufnahmen von gestern (mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr), dem 13. Oktober (mehr, mehr und mehr), 12. Oktober, 11. Oktober (mehr, mehr und mehr), 10. Oktober (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und ein Vergleich mit 2000), 9. Oktober (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 8. Oktober (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) – und was ein Smartphone und 65 mm Öffnung schaffen können.

Die Oppositionsnacht wurde von zahlreichen Organisationen für Webcasts genutzt, hier der RASC mit einem tollen Einleitungs-Vortrag über die Geschichte des Mars und seiner Habitabilität, der sich v.a. auf dieses neue Paper bezog, dem Adler Planetarium und dem Lowell Observatory, Live-Streams des Planeten gab es auch hier (wohl das beste rohe Bild) und hier, wobei die Rohdaten frei verfügbar sind. Auch eine PM des DLR, eine Blog-Story der NASA und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Das ist das „Sternbild“ Terabird, bestehend aus fernen Blazaren, die im TeV-Bereich strahlen – mit rechts ein energiereiches Neutrino-Ereignis von IceCube am Südpol, das aber zu keiner bekannten Hochenergie-Quelle passt. Auch der größte 3D-Galaxien-Katalog von Pan-STARRS, das Hochfahren von La Silla, weiter keine Besuche auf den Sternwarten der NSF, der Komet C/2020 M3 (ATLAS) gestern, die schlechte Geometrie des neuen Kometen C/2020 S3 (Erasmus), ein französischer Bolide am 11. Oktober (Bild), Radio-Meteor-Beobachtungen diesen Monat, eine Feuerkugel-Bild-Verwechselung, die Sonnen-Aktivitäts-Region 2776, Aurora aus einer U2 gesehen, LED-Ärger in Neuseeland – und ein Paper zum globalen CO2-Rückgang im Lockdown: auch eine PM und ein Artikel.

Eine NightSchool der CalACademy zu Astronomie in Chile, mit besonderer Berücksichtigung des Making of der neuen Planetariums-Show „Big Astronomy“ – auch die kommende 200-Jahr-Feier des South African Astronomical Observatory (mehr und mehr), eine lange Online-Feier von 40 Jahren Very Large Array (mehr und mehr), ein Update vom 12. August zur Reparatur von Arecibo, australische Fortschritte beim SKA, ein Zeitraffer vom Mauna Kea mit dem Galaktischen Zentrum unter Laser-Beschuss, ein virtueller Rundgang durch das Observatorium Lustbühel in Graz, wie der Mount Wilson dem Bobcat Fire entkam, das aber noch lange Folgen haben wird, ein Webinar heute zum Projekt REINFORCE (Research Infrastructures FOR citizens in Europe), das Bürgerforschung mit Gravitationswellen und mehr organisieren will, Fortschritte beim Umbau des Planetariums in Bochum mit u.a. neuen Projektoren – und ein Planetariums-Projekt in einem underground Victorian reservoir in Nottingham.

Allgemeines Live-Blog vom 2. – 14. Oktober 2020

2. Oktober 2020

14. Oktober

Soyuz MS-17: 3 flogen in 3 Stunden und 3 Minuten zur ISS

Das hat mehrere Geschwindigkeits-Rekorde aufgestellt: Zum ersten Mal hat gerade ein Raumschiff mit Besatzung – zwei Russen, eine Amerikanerin; unten – nach nur zwei Erdumkreisungen nach dem Start (Mitte, auch von der ISS aus gesehen; zwei weitere Bilder dahinter) an der Raumstation angedockt (oben), und die Reisezeit unterbot noch den bisherigen Rekord eines Progress-Transporters von 3:18. Auch Live-Übertragungen, Clips vom Andocken, Winken und Start hier, hier und aus der Distanz hier, NASA-Blog-Stories hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [12:15 MESZ] Die Neuen sind in der ISS angekommen (Bilder hier, hier und hier), Aufzeichnungen der Übertragungen von Umstieg, Docken und Start, ein mysteriöser Aspekt eines Start-Fotos von der ISS, weitere Fotos und Videos des Starts vom Boden und ein Scherzchen – plus eine Verschiebung des Crew-1-Dragon-Starts wegen einer Falcon-Störung (mehr, mehr, mehr und mehr), was auf der ISS geforscht wird, das weiter vorhandene Leck und ein VR-Projekt. [16:45 MESZ] Noch mehr Bilder vom Start und Artikel hier, hier, hier und hier.

Ein Hubble-Bild von einer Free-floating Evaporating Gaseous Globule (frEGG). Auch die Juno-Planung für enge Mond-Besuche, ein ESA-Kontrakt für Mars Sample Return, die endgültige Bahn von Tianwen-1 (mehr), alte Mars-Dünen, allerlei Mars-Landschaften in den „Streifzügen“ Nr. 33, immer weiter mit Chang’e-4 (mehr und mehr) – und die Evolution von Planeten-Missionen.

Heute Nacht kommt BepiColombo der Venus nahe, um auf dem Weg zum Merkur Bahnenergie zu verlieren: welche Messungen bei dieser Gelegenheit geplant sind, Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, eine Info-Grafik, ein Video, Artikel hier, hier und hier – und morgen ein Live-Talk dazu.

Nach langer Pause wieder einen Testflug absolviert hat der New Shepard, diesmal auch mit Nutzlasten von SwRI und NASA: der ganze Flug und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und beim Konkurrenten Virgin Galactic soll ein Astronom mitfliegen, der es aber nicht ganz in den Weltraum schaffen wird, weil das SpaceShipTwo keine 100 km schafft: auch Artikel hier und hier.

Das neue deutsche Weltraum-Radar GESTRA ist jetzt startklar: weitere Videos hier, hier, hier und hier und Artikel hier und hier. Auch die aktuelle Lage in Sachen Raumschrott [Englisch], bei der Oberstufen besonders gefährlich sind. Es gibt eine aktuelle Kollisions-Warnung für zwei inerte große Brocken (früher und mehr hier, hier und hier sowie ein Artikel). Wie eine alte Atlas Centaur für einen Asteroiden gehalten wurde. Eine Rakete im Sonnen-Transit. Sechs Stunden AMSAT-UK online Colloquium 2020. Der Start-Abbruch einer Delta IV verstanden. Der Booster der Ariane 6 getestet. Der zweite Versuch von Virgin Orbit. Ein geostationärer Erdbeobachter in China gestartet (mehr, mehr, mehr und mehr). Und ein zweites Leben für GOES-13. [23:55 MESZ – Ende]


8. Oktober

Wenn es das Vera Rubin Observatory schon jetzt gäbe, dann würde es so viele künstliche Satelliten sehen: In dieser Simulation einer August-Nacht 2020 sind rechts jeweils 3.5° große Felder rund um die Örter der 110 Messier-Objekte dargestellt. Ein Beitrag von einer virtuellen Dark-Sky-Konferenz diese Woche, von der es in dieser Playlist Aufzeichnungen und hier hunderte Seiten Vorab-Papiere gibt, die die Lage beschreiben: Heute waren Satelliten als Störenfriede an der Reihe, wobei es endlich (etwas) mehr Daten zur Verfinsterung der Starlinks gibt, die meist 7., bei ‚günstiger‘ Geometrie aber doch 6. Größe erreichen können. [21:30 MESZ]

Der Mars heute, gestern, vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und bis dann), dem 5. Oktober (mehr, mehr und mehr), 4. Oktober und 3. Oktober (mehr), eine schöne Serie, eine Gesamtkarte, ein Video-Tutorial, ein Press Release, Artikel hier, hier, hier, hier und hier und eine Live-Sendung am 14. Oktober um 21:00 MESZ. Auch eine Reihe Sternbedeckungen durch (3200) Phaeton (auch schon eine in Südeuropa letztens), ein langsamer Meteor mit Aten-Orbit, zwei sehr helle Feuerkugeln über Europa – und ein neues Management der Sternwarte Hoher List in der Eifel. [23:30 MESZ]


7. Oktober

Die 60 nächsten Starlinks in Konjunktion mit der Sonne …

… beim gestrigen Falcon-9-Start am frühen Morgen am Cape: Mehrere Fotografen hatten sich so plaziert, dass die Rakete einen perfekten Transit der Scheibe vollführte, wobei diese Bilder (mehr und mehr) oder diese (mehr) oder dieses heraus kamen – auch Start-Bilder aus anderen Perspektiven hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier und zuvor hier und hier. [2:50 MESZ] Mehr zum Start hier, hier, hier und hier. Gemäß der aktuellen Statistik sind derzeit 728 Starlinks im Orbit, von denen maximal 707 funktionieren, während 45 (überwiegend vom ersten Massenstart) bereits wieder versenkt sind (mehr und mehr): auch eine Riesen-Infografk, ein SKA Press Release zu befürchteten Problemen für die Radioastronomie und frühere Artikel zu allen möglichen (auch negativen) Aspekten hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Derweil ist der Verkauf von OneWeb perfekt und die Starts werden wieder aufgenommen (mit Arianespace im Dezember), für eine Konstellation von 650 Satelliten: Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [19:20 MESZ]

Eine Hubble-Aufnahme der Spiralgalaxie NGC 5643 mit der WFC3 und insgesamt 9 Stunden Belichtungszeit – auch eine Art Himmelskarte als Nebenprodukt von TESS, Chinas Vorbereitungen für Chang’e-5, ein kleiner Mondrover aus den VAE (wo heute ein Tweet verloren ging) und das größte Feuer in Kaliforniens Geschichte aus dem Orbit. Ferner die Ankunft des Cygnus, ein Astronauten-Wechsel beim Starliner-Testflug 2021 (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 18 neue chinesische Raumfahrer, eine Satelliten-Reentry-Simulation, eine Oberstufe für Launcher One, die russische Amur-Rakete, ein Mangel an Raketen-Testgelände in Deutschland – und ein NRO-Start von SpaceX diesen Monat. [22:55 MESZ]


6. Oktober

Schon wieder ein Physik-Nobelpreis für Schwarze Löcher …

… und diesmal ist auch ein deutscher Astronom unter den Laureaten: Die Hälfte des Preises 2020 geht an den Theoretiker Roger Penrose – und die andere teilen sich die Leiter zweier konkurrierender Arbeitsgruppen, die seit einem Vierteljahrhundert Sterne im engen Orbit um das mutmaßliche supermassereiche Schwarze Loch Sgr A* im Zentrum der Milchstraße verfolgen und dadurch viel über seine Eigenschaften heraus finden konnten. Einer davon ist Reinhard Genzel, nun für seine zahlreichen Auszeichnungen ein größeres Zimmer braucht: die Übertragung der Verkündung und eine kurze und lange Beschreibung der Arbeiten. [12:25 MESZ]

Der frischgebackene Nobelpreisträger Genzel, von einem Kollegen (aus seinem SgrA*-Team) fotografiert und vom Nobel-Komitee verbreitet – auch eine Gratulation vom BMBF für Genzel, ein UCLA Release über Ghez und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und hier. [13:15 MESZ] Sowie hier und hier – und beim BR streamt eine PK mit Genzel, der auch schon ein Interview (Teil zwei) gegeben hat. [14:05 MESZ] Ein Press Release aus Berkeley zu ihm – und auf der PK hat Genzel auf strukturelle Unterschiede mit Ghez‘ Arbeitsgruppe am Keck Observatory hingewiesen: In den USA sei die Adaptive Optik vom Militär voran getrieben worden (um Satelliten anzugucken), aber es habe andererseits den USA der Mut gefehlt, ein dem VLTI vergleichbares Interferometer zu bauen. Nun wo beide „gekrönt“ seien, würde er aber gerne mit der Konkurrentin zusammen was machen. [14:25 MESZ] Man muss bloss einen Nobelpreis abräumen … und schon holen die PRL die relevanten Papers hinter der Paywall hervor. Auch eine PM der Leopoldina und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [14:35 MESZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – sowie Physik-Nobel-Statistik: Der Anteil der Astronomie nimmt dramatisch zu. [18:45 MESZ]

Die Genzel-Pressekonferenz komplett – auch weitere Interviews mit ihm in Englisch [alt.] und in Deutsch hier und hier, ein Interview mit Ghez, ein längerer ARD-Beitrag und die Hauptsendungen von Heute und Tagesschau mit dem Nobelpreis jeweils als Aufmacher. Und Reaktionen von RAS, AIP, U. Chicago, ESO, MPG, Uni Bonn, DPG, DFG, BMBF, Bundespräsident (mehr), EHT und MKW NRW. [21:15 MESZ] Und AAS, Perimeter Inst. und Keck Obs. sowie ein Thread über Penroses Durchbruch, noch ein Artikel, ein nettes Foto, was The Onion draus machte – und erneut viel Genzel im Heute Journal. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: und wieder Aufmacher der Tagesthemen, auch ein Video aus Hawaii, IAU, TMT und U. CA Releases, ein weiteres Interview mit Genzel, das BMBF zur ESO, das NTT-Instrument SHARP, mit dem alles 1991 am NTT begann, ein Vortrag über AO @ Keck (Sgr A* ab Minute 38), weitere Artikel zu Penrose, Genzel und Ghez sowie hier, hier, hier, hier und hier, ein Interview mit Genzel knapp vor dem Preis – und historische Papers von 1980 (Ahnungen), 1998 (Ghez‘ erstes), 2000, 2010 und 2017 (dicke Reviews der Genzel-Gruppe)]


4. Oktober

Abermals bedeckte der Mond (einen Tag nach voll) den Mars

in der Nacht 2./3. Oktober: nicht in Europa leider (oben die Konjunktion aus Witten trotz Wolken), aber z.B. in Südafrika, Argentinien (mehr und Uruguay verschwand der Mars – auch enge Annäherungen aus Argentinien (mehr) und Brasilien (mehr). [NACHTRAG: ein tolles Video der Bedeckung aus Argentinien.]

Der Mars am 30. September von Torsten Hansen mit 11 Zoll – auch mehr Bilder von heute, gestern, dem 2.10. (mehr), 1.10. und 26., 20. und 15. September, eine Zeichnung vom 1.10., Artikel hier, hier, hier und hier und ein TV-Clip aus Australien sowie der Saturn am 28.9. und der Jupiter vorgestern.

Die schwankende Ausdehnung des Großen Roten Flecks auf Jupiter (Länge in Grad) seit Anfang 2019 aus Amateur-Beobachtungen, schon länger kein kontinuierlicher Abwärtstrend mehr: eine Grafik von S. Mizumoto (ALPO Japan) aus einem Vortrag von John Rogers am zweiten Tag der ALPO Virtual Conference gestern – Aufzeichnungen der Vorträge und eine Keynote heute früh. Auch der Videoclip eines schnell verschwindenden Kreutz-Kometen von SOHO – und die Veranstaltung „The 75th Anniversary of Radio Astronomy in Australia“. [22:35 MESZ]


3. Oktober

Da fliegt der nächste Cygnus zur ISS, rechts neben dem Paar Mars & Mond, auf einer Aufnahme, die Henry Alwyn Wootten geschickt hat: Der Antares-Start um 3:16 MESZ hatte eine lange Reihe von Startabbrüchen oder -absagen der letzten Tage (zuletzt drei in weniger als 24 Stunden) beendet. Die Nutzlast ist hier und hier beschrieben, auch der Webcast, der Start daraus und eine Strichspur. Eigentlich sollte keine halbe Stunde später auch eine Falcon 9 mit einem GPS-Satelliten starten, doch der Countdown wurde 2 Sekunden vor dem Start abgebrochen (der Webcast) – ob es morgen um 3:19 MESZ den nächsten Versuch geben kann, ist noch unklar. [3:55 MESZ. NACHTRAG: die Antares vor dem Mond, mit tollen optischen Effekten]

Der Antares-Start des Cygnus: weitere Fotos dahinter sowie hier, hier, hier und hier plus ein Artikel. [5:00 MESZ] Schon wieder Ärger mit dem Starliner für ISS-Besucher … Auch eine weitere Strichspur, ein NASA Release und Artikel hier, hier, hier, hier und hier zum Cygnus-Start und hier, hier, hier, hier und hier zum GPS-Abort – jetzt kommt Musk nach Florida, um nach dem Rechten zu sehen …

Ein ungewöhnliches Quasi-Selfie der chinesischen Sonde Tianwen-1 unterwegs zum Mars – ein Mini-Satellit wurde ausgestoßen und blickte zurück, wurde aber auch selber aufgenommen: die Bilder auch hier, hier und hier. Ebenfalls kürzlich veröffentlicht: Bilder von Tests mit dem Thermal-Modell von Luna 25 in einer Thermal-Vakuum-Kammer diesen Sommer (wodurch diese russische Mond-Mission irgendwie realer erscheint) – und in einem Online-Vortrag hat sich das Kosmologie-Urgestein Joe Silk für große Radiosternwarten auf der Mond-Rückseite ausgesprochen (die im Rahmen des neuerlichen ‚Wettlaufs zum Mond‘ irgendwie nebenher finanziert werden könnten): Nur so wären die nächsten großen Fortschritte der beobachtenden Kosmologie möglich. [16:55 MESZ]


2. Oktober

Eine fette Feuerkugel über dem tiefen Süden von Brasilien

hat es gestern früh gegeben: In diesem Video sind viele Aufzeichnungen des Ereignisses versammelt. Auch eine Feuerkugel über Ohio, möglicherweise erhöhte Aktivität der Draconiden dieses Jahr – und hier streamt der 1. Tag der Virtual Conference der ALPO (Association of Lunar & Planetary Observers), heute noch von 21:30 bis 23:00 und morgen (der Link muss über diese Seite gesucht werden) von 19:00 bis 23:00 MESZ: das Programm und ein Slide mit frustrierender Kometen-Vorschau bis 2024, wenn kein heute bekannter auch nur annähernd die Helligkeit von NEOWISE erreichen dürfte. In einem anderen Talk wurden Lowells Marskanäle mit einer Hubble-Gesamtkarte verglichen: Offenbar wurden gerne Albedo-Grenzen als Linien wahrgenommen. [21:25 MESZ]

Der Mars-Durchmesser nähert sich jetzt dem Maximum dieser Erscheinung, 22.4 Bogensekunden am 6. Oktober – wie diese ALPO-Grafik (Durchmesser gegen Sonnenlänge, also Zeit) zeigt, sind es am Oppositionstag 14. Oktober schon wieder 0.2 Bogensekunden weniger, eine Folge der elliptischen Marsbahn. Bilder von gestern (mehr, mehr, mehr, mehr und in Stereo), vorgestern (mehr, mehr und mehr), dem 29. September (mehr, mehr, mehr und mehr), 28. September (mehr und mehr), 27. September (mehr und mehr), bis zum 25. September, 22. September (mehr), 21. September (mehr) und 20. September, eine sehr vorläufige Karte, eine Zeichnung von vorgestern und ein französischer Artikel. Auch der Saturn am 28. September, der Jupiter vorgestern, ein Beobachtungs-Aufruf für die Venus im Zusammenhang mit einem Besuch von BepiColombo Mitte des Monats, der Natrium-Schweif Merkurs mal wieder erwischt – und der (weiter unbefriedigende aber systematischer erfasste) Wissensstand über Lunar Transient Phenomena von der ALPO-Tagung. [22:50 MESZ]

Die fliegende Sternwarte SOFIA ist vorgestern wieder einmal in Hamburg angekommen: Sie wird bis Anfang Februar einen Routinecheck bei Lufthansa Technik durchlaufen. Beim so genannten C-Check werden umfangreiche Test- und Wartungsarbeiten an der Boeing 747SP durchgeführt, außerdem findet ein Upgrade der Klimaanlage statt, um eine optimale Umgebungstemperatur für die Forschungsinstrumente zu gewährleisten – und auch der 2.7-Meter-Primärspiegel des Teleskops sowie das deutsche Instrument GREAT werden in den nächsten Wochen gewartet und optimiert. Ferner das langsame Wiederhochfahren von ALMA nach dem Lockdown, eine Besuch an der Baustelle des VRO und die derzeit ruhige Feuer-Lage am Mt. Wilson am 17. und 25. September und heute. Und das Verblassen der SN 2018gv vom HST verfolgt, ein neuer Urban Night Sky Place in Utah – und drei aktuelle Nachtlicht-Papers, über das Dimming of Lights in China during the COVID-19 Pandemic und Effekte auf eine bestimmte Krebs-Art beim Menschen und das Verhalten von Schildkröten, wobei es aber mehr um den korrekten Einsatz des SQM geht. [23:25 MESZ]