Nachrichten von irdischen Teleskopen kompakt

Eine Aufnahme des Wide Field Imager am MPG/ESO 2.2-m auf La Silla von NGC 3582, Teil der Sternentstehungsregion RCW 57: Die geschwungenen Bögen sind überwiegend alte Supernovareste, Hinterlassenschaften massereicher Sterne, die es schon wieder hinter sich haben.

Amateurastronomen haben immer noch großen Anteil an Supernova-Entdeckungen: 15% im Jahre 2010!

Trotz mehrerer automatischer Suchprogramme der Profi-Astronomie stehen die – Handvoll – Amateurastronomen immer noch bestens da, die intensiv und mit ausgeklügelten Strategien nach Supernovae in anderen Galaxien suchen: Von den 538 SN-Entdeckungen des Jahres 2010 gingen immerhin 82 auf ihr Konto! Lediglich die Catalina Real-Time Transient Survey (189 Funde) und die Palomar Transient Factory (88) waren erfolgreicher. Bei spektroskopisch bestätigten Supernovae liegen die Amateure mit 69 Fällen sogar auf dem 2. Platz, zwischen PTF (88) und CRTS (67): Insgesamt ‚gewinnen‘ aber zunehmend die Riesendurchmusterungen großer Himmelsfelder, während das Absuchen Galaxie für Galaxie auf die hinteren Plätze rutscht. (Gal-Yam & Mazzali, Preprint 26.3.2011. Und Djorgovski & al., Preprint 24.2.2011 zur Arbeitsweise der CRTS)

Eine neue Transient Objects Confirmation Page am CBAT wurde im Januar eingerichtet, die nun nicht mehr von Hand (wie die alten „Unconfirmed Objects“) sondern automatisch aktualisiert wird, sobald ein – registrierter – Astronom eine Entdeckung meldet. Bei der TOCP-Seite geht es ausschließlich um unbewegliche Quellen, also nichts im Sonnensystem. (CBET #2629 10.1.2011. Und CfA Release 11.1. und IfA Release 24.2.2011 zu Pan-STARRS-Endeckungen im Kuiper Belt bzw. bei Near Earth Asteroids)

BigBOSS quasi genehmigt: 500 Nächte an 4-m-Teleskop für die größte Karte des Universums

Der Vorschlag der BigBOSS Collaboration, 500 Nächte am 4-m-Mayall-Teleskop auf dem Kitt Peak für eine gewaltige Himmelsdurchmusterung mit einem speziellen Instrument zu nutzen, ist beim Betreiber des Teleskops auf Wohlwollen gestoßen: Tausende von Objekten sollen gleichzeitig spektroskopiert werden, um einen 3D-Katalog von 50 Mio. Objekten zu erstellen, mit 10-mal mehr Volumen als beim BOSS-Projekt der SDSS III (siehe ISAN 128-7). Aus dem sollen sich dann die Expansionsgeschichte des Kosmos und wesentliche kosmologische Größen genau ableiten lassen. (LBL Release 1.2.2011. Und Symmetry Breaking 16.4.2011 zur Dark Energy Camera)

Ein superpräziser Spektrograph für die Exoplanetenjagd auf der Nordhalbkugel wird HARPS-N, ein Klon von HARPS am 3.5-m-Teleskop auf La Silla: Am 1.4.2012 soll das Instrument am ebenfalls 3.5 m großen Telescopio Nazionale Galileo auf La Palma – seinerseits ein Klon des NTT auf La Silla – den Betrieb aufnehmen. (ROE Release 12.2.2011. Und die Planetary Society 1.4.2011 zur Alternative FINDS Exo-Earths)

„Founding Board“ für den Square Kilometer Array gegründet – und Deutschlands BMBF ist dabei

Forschungsorganisationen aus neun Ländern – darunter Deutschland – haben am 2. April das sog. Founding Board für den SKA („Wie die erste Phase …“) gegründet und einen Letter of Intent verfasst, in dem sie sich zur gemeinsamen Suche nach den geschätzten 1.5 Mrd. Euro verpflichten, die das Rieseninterferometer kosten soll. Das Project Office kommt an’s Jodrell Bank Observatory in England, das Science Office nach Bonn, und man hofft, in den kommenden 6 Monaten weitere Länder ins Board zu holen. Dessen Aufgabe, so M. Kramer vom MPIfR zu diesem Blog (pers. Mitt. 4.4.2011), ist „die Kreation einer neuen legalen Organisation“: Sie „bereitet den Bau vor und leitet diesen ein.“ U.a. hat sich nun „Deutschland bereit erklärt, an dem Board teilzunehmen, um an den Beratungen mitwirken zu können.

Es besteht die Erwartung (aber das ist so noch nicht beschlossen!), dass Deutschland auch als Partner in der neuen Organisation dabei ist. Aber das hängt von verschiedenen Faktoren an. Selbst wenn es dazu kommt, ist das nicht gleichbedeutend mit einer Zusage vom BMBF, sich am Bau zu beteiligen. Damit ist also kein Geld bisher reserviert. […] Dennoch ist der Vorgang am Samstag an sich sehr positiv, da nun das SKA von einem Projekt in einer ernsthafte Organisation überführt werden kann, die dann auch in der Lage ist, wichtige Entscheidungen wie die des Standorts zu treffen.“ 2012 soll nun entschieden werden, ob der SKA in’s südliche Afrika oder Australien/Neuseeland kommt, 2016 ist Baubeginn und 2024 Fertigstellung. (SKA, STFC Releases, MPIfR PM, BBC 2., Economist 5.4.2011. Auch die Lusaka Times und Nature News zur südafrikanischen und News.com.au und The Star zur australischen Bewerbung – und die südafrikanische Times zu beiden)

Das CfA erhält eine ALMA-Prototyp-Antenne und wird sie – in Zusammenarbeit mit Taiwan – vermutlich in Grönland auf der Summit Station aufstellen: Nach allerlei Kontroversen erhielt das bekannte amerikanische Astronomieinstitut nun unter drei Bewerbern den Zuschlag für die 12-m-Schüssel, die die Firma Vertex geliefert hatte. Zusammen mit anderen Sub-mm-Observatorien, etwa auf Hawaii, soll dann VLBI betrieben werden. (CfA Release 4.4., Nature Blog 25., Nature News 1.2.2011. Und ASTRON Releases zu den ersten multinationalen Beobachtungen mit LOFAR und Messungen mit mehreren Beams gleichzeitig bei einem SKA-Demonstrator sowie eine PM des MPIfR zu Pulsar-Beobachtungen mit LOFAR)

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2 Antworten to “Nachrichten von irdischen Teleskopen kompakt

  1. Nachrichten aus der Astronomie kompakt « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] das Fehlen der USA den SKA zu einem Luftschloss? Im Founding Board für den Square Kilometer Array („‘Founding …’“) glänzen die USA durch Abwesenheit: Weil die […]

  2. 5. deutsche LOFAR-Station in Jülich übergeben « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] in den Niederlanden sogar wieder verschwinden. Aber bis dahin sollte der Bau der ersten Phase des Square Kilometer Array („Founding Board …“) längst begonnen haben, für den LOFAR ein direktes […]

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