Allgemeines Live-Blog vom 18. – 22. Juni 2015


22. Juni

momslatest

Indiens Orbiter ist jetzt in seinem 100. Umlauf um den Mars

vom 22.-25. Juni: Die Mission – hier ihr letztes Bild vor dem Funk-Blackout hinter der Sonne vom 9. Mai – ist bereits seit März in der Verlängerung. Derzeit ist MOM auf einer 474 x 71’132 km großen Ellipenbahn; Housekeeping-Daten werden bereits wieder empfangen, und in ein paar Wochen wird auch die im Mai stillgelegte Nutzlast wieder eingeschaltet. Auch Erkenntnisse von MAVEN zur Wechselwirkung des Mars mit dem Sonnenwind, Amateur-Bearbeitungen von New-Horizons-Bilddaten, mangels irgendwelcher neuen von den Wissenschaftlern selbst, vom 21. Juni (mehr, mehr und mit zugemischter Farbinformation) und 18. Juni (mehr), weiter Staunen über Ceres und ihre Landschaften (mehr, mehr und mehr) – und weitere Vorbereitungen von OSIRIS-REx. [23:45 MESZ – Ende. NACHTRAG: 1/2 Stunde später gibt’s neue Pluto-Bearbeitungen des Teams selbst – nicht dramatisch besser als die Amateur-Versuche]

m6

Die Sonne scheint es diesmal wissen zu wollen: Gerade gibt es einen M-6-Flare in der großen Gruppe mitten auf der Scheibe – und die Chancen für Polarlicht werden jetzt als „traumhaft“ eingeschätzt, nachdem frühere interplanetare Störungen mit dem richtigen Vorzeichen des Magnetfelds eintreffen. Mehr zur geomagnetichen Lage hier, hier und hier sowie die weiße Sonne heute hier und hier und gestern im Untergang und mit der ISS davor. Sowie das nun sehr lang gestreckte Abend-Trio heute in Ostasien und gestern in Nordamerika (mehr und mehr), Südamerika und Europa (mehr, mehr und mehr). [20:30 MESZ] Allgemeine Aurora-Erwartung jetzt hier, hier, hier („Polarlichter in Deutschland und Umland sind sehr wahrscheinlich“), hier und hier. [21:05 MESZ] Der Kp-Wert hat 8 erreicht, aber das Feld zeigt nicht mehr südwärts, und nennenswerte Aurora-Beobachtungen aus Europa liegen nicht vor. Auch eine NASA-Notiz zum letzten M-Flare. [23:15 MESZ. NACHTRAG: immerhin 15 Minuten Aurora Australis live und dann zeitgerafft aus New South Wales, später in SW-England ein guter Substurm und auch in Irland was, aber in Mitteleuropa nix zu sehen]

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EU-Förderung für das Weltraumteleskop ‚Public Telescope‘

Die deutsche astrofactum GmbH, Institut für Astronomie und Weltraumtechnik, erhält für die Entwicklung ihres Projektes Public Telescope Unterstützung von der Europäischen Union! Das Public Telescope ist eine privatwirtschaftliche Initiative zur Entwicklung und zum Bau eines kommerziellen Weltraumteleskops, welches von jedermann benutzt werden kann. Die Unterstützung des Vorhabens durch die Europäische Union erfolgt im Rahmen des EU-Förderprogramms Horizon 2020 (SME Instrument 1. Förderstufe), das sich zum Ziel gesetzt hat, die Wettbewerbsfähigkeit innovativer europäischer Unternehmen im globalen Wettbewerb zu stärken. Die Europäische Kommission bezeichnet die Gewinner des Förderprogramms als diejenigen europäischen Unternehmen mit den innovativsten Ideen weltweit. Die erste Stufe der europäischen Förderung in Höhe von 50’000 Euro wird zur Konkretisierung des kommerziellen Nutzungsmodells für das Weltraumteleskop im Rahmen einer Machbarkeitsstudie verwendet. Danach erfolgt die Beantragung weiterer Förderungen aus dem gleichen EU-Programm, um die erforderlichen Infrastrukturen für den Satelliten und die Vermarktung zu entwickeln.

„Die Unterstützung des Vorhabens durch die Europäische Kommission ist ein wichtiges Signal an potentielle weitere Investoren,“ so Projekt-Initiator Heiko Wilkens: „Wir freuen uns sehr über die Wertschätzung und das Vertrauen, das die Europäische Kommission in das Projekt Public Telescope setzt.“ Es ermöglicht erstmalig den Zugang zu astronomischen Beobachtungen mit einem Weltraumteleskop für die Zielgruppen Wissenschaft, Amateurastronomie, Bildung sowie an Astronomie interessierten Personen. Die Nutzung der Beobachtungskapazitäten erfolgt mittels Online-Plattform. Beobachtungsprojekte von Wissenschaftlern werden individuell durch das Science-Team von astrofactum betreut. Für die Wissenschaft wird mit dem Weltraumteleskop die Lücke im Ultravioletten Spektralbereich (UV) zwischen dem Hubble-Teleskop (Betriebsende spätestens 2020) und zukünftigen UV-Missionen geschlossen, deren operativer Betrieb ab 2025 geplant ist. Der Zugang zum UV-Spektralbereich (Beobachtung nur außerhalb der Erdatmosphäre möglich) ist für die astrophysikalische Forschung in praktisch allen Teilgebieten von fundamentaler Bedeutung.

Einen weiteren Vorteil stellt Public Telescope für die internationale Wissenschaft dar, deren Länder nicht an astronomischen Raumfahrtmissionen beteiligt sind und somit nur eingeschränkt bestehende Weltraumkapazitäten für Forschungszwecke nutzen können. Mit dem Weltraumteleskop erhalten neben der Wissenschaft auch Amateurastronomie und Bildung (Schüler und Studenten) ein astronomisches Instrument außerhalb der Erdatmosphäre. Beobachtungen von Planeten, Nebeln, Galaxien und vielen weiteren Objekten lassen sich in einer störungsfreien Abbildungsqualität ohne die Einschränkungen von Luft- und Lichtver schmutzung, Luftturbulenzen oder der Filterwirkung durch die Erdatmosphäre durchführen. Neu für beide Zielgruppen (Amateurastronomie und Bildung) ist der erstmalige Zugang und die damit verbundenen Beobachtungsmöglichkeiten von Objekten im UV-Spektralbereich. Passend zur EU-Förderung für das Public Telescope zwei aktuelle Artikel: In den USA wird derzeit energisch über einen Nachfolger für Hubble debattiert (das JWST ist bekanntlich keiner – und eine andere Privatinitiative für ein Weltraumteleskop klappt nicht, trotz riesiger Werbekampagne. Aber in kleiner geht’s: Das Crowdfunding für das Light Sail-B hat gerade die 1-Mio.$-Marke geknackt. [12:05 MESZ]


21. Juni

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Bilder des Mond-Venus-Jupiter-Trios aus aller Welt, hier von Peter Caltner in Graz aufgenommen, in dieser Sammlung und von heute aus Ostasien und Australien, gestern aus Nordamerika (mehr und mehr), Südamerika (mehr, mehr, mehr und mehr), Europa (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, hier, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Westasien (mehr), Zentralasien (mehr und mehr), Neuseeland und Australien und vorgestern aus Nordamerika (mehr). Auch die fette Fleckengruppe heute schon nahe des Zentrums der Sonnenscheibe sehr auffällig und die Kometen Jacques gestern (mehr und mehr) und Lovejoy am 12. Juni – und der Bau des TMT geht weiter! [14:35 MESZ] Mehr australische Bilder und die Fleckengruppe auf der Sonne von heute – und wie dieser Blogger soeben feststellen konnte, sind die Flecken tatsächlich mit einer SoFi-Brille zu sehen. [17:25 MESZ] Noch ein schönes Weißlicht-Bild – während ein M-Flare in der Gruppe zusammen mit zwei früheren größere geophysikalische Effekte haben könnte: Aufregung in einem Artikel in Deutsch und einem Video in Englisch … [20:05 MESZ]


20. Juni

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Philae hat gestern wieder mit Rosetta sprechen können

und dabei 185 Datenpakete von der Oberfläche des Kometen – hier am 14. Juni – übertragen (wobei sich die Darstellungen hier und hier bzgl. Zeit und Dauer der Funkverbindung widersprechen): alles wieder Telemetrie zum Zustand des Landers, der inzwischen so warm ist, dass sich die Sekundärbatterie wieder aufladen kann. Auch ein Fan-verarbeitetes New-Horizons-s/w-Bild von vorgestern, das schon allerlei Details auf Pluto und Charon andeutet (dagegen können neue Farbaufnahmen in keiner Weise mithalten), ein neues Dawn-Bild mit weißem Fleck am Rand (eine bearbeitete Version), fast 60’000 Mars-Umläufe des Orbiters Odyssey – und zahlreiche Beobachtungen des LightSail-A im Orbit, auch durch diesen Blogger. [2:30 MESZ]

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Am Wochenende gibt es einiges am Himmel zu sehen wie diesen fetten Sonnenfleck (ein SDO-Bild von gestern), der bereits per SoFi-Brille mit bloßem Auge gesichtet wurde. Heute Abend gibt’s dann ein hübsches Dreieck aus Jupiter, Venus und Mond: das Anschleichen des letzteren an das immer engere Paar auf Bildern aus Italien, Rumänien, Indien und Australien gestern und Argentinien vorgestern. Und zumindest in Norddeutschland werden jetzt recht häufig NLCs gesichtet: ein Rückblick auf die Saison 2014. Plus der NEO Icarus am Himmel und per Radar aufgenommen. [2:15 MESZ. NACHTRAG: Der Mond und das Trio hier und hier gestern Abend in den USA]


19. Juni

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Cassinis vorletzter Besuch beim Saturnmond Dione am 16.6.

lieferte fast im Gegenlicht die beiden Bilder oben aus 77’000 km Entfernung mit der Weitwinkel- bzw. Telekamera und darunter die voller beleuchteten aus 80’000, 78’000 und 85’000 km Abstand: auch eine gedrehte Version des 2. Bildes und weitere hier und hier. Am 17. August wird Cassini zum 5. und letzten Mal dicht an dem Saturnmond vorbeifliegen: Das Ende der Mission rückt näher … Auch atmosphärische Ähnlichkeiten von Titan und der Erde, Amateur-Bildverarbeitungen neuerer Pluto-und-Charon-Bilder hier (früher) und hier, da von New Horizons selbst außer Rohbildern länger nichts mehr kam, ein weiteres Dawn-Bild von Ceres aus dem Kartierorbit – und eine aufwändige Analyse vom Reentry des LightSail-A. [2:35 MESZ]


18. Juni

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Die neue Chefin des DLR ist eine Astrobiologin aus Österreich geworden, die z.Z. Professorin in den USA ist: Pascale Ehrenfreund gilt als bewandert in Weltraum-Management und ist die erste Frau an der Spitze der deutschen Luft- und Raumfahrt-Koordination. Und u.a. Co-I von zwei Rosetta-Experimenten, MIDAS auf dem Orbiter und COSAC auf Philae. Auch die Entdeckung heißer Lavaströme auf der Venus in Daten des längst abgestürzten Venus Express, was der beste Hinweis auf aktuellen Vulkanismus auf dem Planeten bisher ist [NACHTRÄGE: eine PM der MPG und die warmen Regionen im Detail], sowie ein HST-Bild eines Galaxien-Quartetts und die Startvorbereitungen des LISA Pathfinder. [23:55 MESZ]

ceresknubbel

Nächstes Ceres-Mysterium: Wer schüttete den Haufen auf?

Neues Dawn-Bild aus dem 4400-km-Orbit, neue Überraschung: ein kurioser Hügel … Auch die andauernde Analyse des Kometenstaubs, den Stardust zurück brachte, Methan in Mars-Meteoriten, was mal wieder das L-Wort bemüht, der nächste Schritt zur Europa-Mission der NASA (mehr), Erosionsprozesse auf dem Titan, das Ende des Aquarius-Satelliten, der im Orbit ausfiel (mehr und mehr), eine deutsche Raumstation hinter dem Mond, die auf einer Telecon im Rahmen des NASA-FISO-Programms angeregt wurde, die ersten ISS-Videos der kommerziellen Kameras an Bord (mehr) – und die ersten Schritte zu einer europäischen Weltraumüberwachung, während das US-Militär erwägt, die amerikanische abzugeben. [3:40 MESZ. NACHTRAG: mehr Links zu Europa und Aquarius]

novadown

Die Nova Sgr 2015 #2 staubt jetzt mächtig ein, weshalb die visuelle Helligkeit nun deutlich sinkt. Auch NLCs der Nacht 16./17. Juni (mehr), die junge Mondsichel gerade in Rio, die übermorgen mit Venus & Jupiter ein Dreieck bilden wird (mehr und mehr), eine Dachsternwarte von MIT-Alumni, ein kurioses Projekt mit Teleskopen aus dem 3D-Drucker für Afrika (Video), gebrauchte Platten der SDSS für Schulen u.ä., von einer ProAm-Tagung in Spanien massig Tweets, erste Science mit den Radioteleskopen NOEMA und LMT, eine Erweiterung des Telescope Array in Utah, die Schaltsekunde am Monatsende – und die Idee des Papstes (mehr, mehr und mehr), die Osterregel zu vereinfachen. [3:25 MESZ]

2 Antworten to “Allgemeines Live-Blog vom 18. – 22. Juni 2015”

  1. Daniels Dies & Das | Sonnenwend-Sonnenfleck-Sonnenuntergang Says:

    […] stark überbelichteten Bilder sichtbar gemacht (auch hier und hier in größer), später dann noch das Abend-Trio schon wieder weit […]

  2. Rosetta darf bis September 2016 weitermachen! | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] sah der Satellit NPP Suomi die Aurora über der Antarktis letzte Nacht (“Die Sonne scheint …”), die zunächst in Australien gut zu sehen war und später […]

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