Leck-Problem: Marslander InSight startet nicht!

Anhaltende Vakuumprobleme mit einem der beiden Hauptinstrumente auf dem NASA-Marslander InSight haben heute abrupt zur Absage seines Starts im kommenden März geführt: Vielleicht geht es im nächsten Startfenster im Mai 2018 auf die Reise, vielleicht aber auch nie – denn als Mission der Discovery-Serie sind die Kosten InSights streng gedeckelt. Verantwortlich für die Misere – mit noch nicht absehbaren Folgen auch für andere Programme – ist das primär von Frankreich beigestellte Seismometer: Da eventuelle Marsbeben extrem schwach sein dürften, muss es zwecks enormer Messgenauigkeit im Vakuum arbeiten. Die in Jahrzehnten verfeinerte Messtechnik funktioniert perfekt, doch die Kapsel drum herum zeigt seit August immer wieder Lecks. Die schienen gestopft zu sein, der Marslander wurde bereits zum Startplatz gebracht, und noch vorgestern ging man von einem Start nächstes Jahr aus – aber gestern trat bei einem Kältetest des Instruments in einem französischen Labor erneut ein so starkes Leck auf, dass das Seismometer unter Marsbedingungen nicht gearbeitet hätte. Da die Zeitreserven fast aufgebraucht sind und das Problem wohl doch grundsätzlicher Natur zu sein scheint, wurde – angeblich einvernehmlich von allen Beteiligten – beschlossen, den Start abzusagen.

Ob dies auch das deutsche Raumfahrtmanagement einschloss, das für das andere Hauptinstrument InSights sorgte, ist nicht bekannt: Auf einer hastig einberufenen Telecon wurde dieser dritte Missionspartner nicht einmal erwähnt. Auch gibt es Berichte, dass der Chef der französischen CNES noch Hoffnung habe, dass das Problem bis Anfang Januar zu lösen sei: Davon sagten die CNES-Vertreter bei der Telecon jedoch nichts, und seitens der NASA war klar von einer „final determination“ die Rede, nicht zu starten. Die Franzosen gaben sich immerhin zuversichtlich, das Leckproblem in ein bis zwei Monaten verstehenen und bis 2018 lösen zu können, wenn es sogar eine besonders günstige Flugbahn zum Mars gäbe. Doch die NASA-Manager konnten keine Zusage für einen Start dann oder irgendwann geben: Von den 675 Mio.$, die InSight maximal ausgeben darf (alles inklusive), sind 525 Mio.$ schon weg. Jetzt gibt man erst einmal die schon gekaufte Atlas-Rakete zurück, dann sieht man weiter – auch ein Einstellen des ganzen Projekts ist wegen der strengen Costcap denkbar: weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

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Die ersten Bilder von Ceres aus der niedrigsten Umlaufbahn

von Dawn in 385 km Höhe haben die Erde erreicht: hier zu sehen die Umgebung der Kraterkette Gerber Catena und die Umgebung des Südpols mit langen Schatten. Dawn soll unbegrenzt in diesem niedrigen Orbit verweilen, aus dem seine Kameras 35 Meter Auflösung schaffen – hier wurde mal zur Abwechslung das Ersatzgerät eingesetzt. Auch allerlei neue Detail-Erkenntnisse über Pluto, dessen Oberfläche weiter viel mehr Fragen aufwirft als es Antworten gibt – und ein Paper über Messungen des chinesischen Mondrovers Yutu mit zwei Instrumenten, bei denen ein neuer Typ Basalt gefunden wurde: Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier.

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Philae hat sich gemeldet, aber noch keine neuen Daten

in einer kurzen Übertragung geschickt, die etwa 10 Sekunden dauerte über die bislang weder ESA noch DLR sondern nur finnische Rosetta-Wissenschaftler berichten: z.B. in diesem Artikel oder diesem samt englischer Übersetzung wie auch diesen übersetzten Zusatzinformationen, nach denen sogar schon rudimentäre Zweiweg-Kommunikation bestehen müsste. Auch (oben) ein OSIRIS-Bild aus 96 km Abstand vom 18. und ein erdgebundenes Bild mit langem Schweif vom 19. Dezember, das erste MastCam-Selfie von Curiosity, die Wiederaufnahme der Plutonium-Produktion in den USA, was gut für sonnenferne Missionen ist, der heute bevorstehende Reentry des Mini-Satelliten Arkyd-3R, mit dem Planetary Resources Technologien testen wollte (und nie über Ergebnisse berichtete), die ersten Funkkontakte mit Chinas DAMPE – und Press Releases hier und hier zu Japans Zusage, bis 2024 bei der ISS zu bleiben.

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