Allgemeines Live-Blog vom 12.-16. Februar 2016


16. Februar

Final Mating TGO and EDM

Der erste ExoMars ist komplett! Der Lande-Demonstrator Schiaparelli (ganz oben) ist auf den Trace Gas Orbiter montiert worden (hier dominiert von seiner High-Gain-Antenne). Gestartet wird in Baikonur am 14. März, und bei Erreichen des Mars sollen sich beide am 16. Oktober trennen. Auch Lichtspiele auf Marshügeln von Curiosity, ein ungewöhnliches OSIRIS-Bild mit individuellen Staubteilchen von C-G, eine stärkere Oberstufe für das SLS – und im September bekommt die NASA das europäische Propulsion Qualification Model für die Orion für Tests geliefert. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: ein Zeitraffer-Video von der ExoMars-Montage und Artikel hier und hier zur Mission]

Gleich soll Sentinel-3A auf einer Rokot in Plesetsk starten

Was ab 18:00 MEZ hier verfolgt werden kann: Press Releases hier, hier und hier, ein ESA-Blog und Updates zum Start und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Auch Tests mit der Laser-Kommunikation auf einem Nachrichtensatelliten, die erfolgreiche Freisetzung beider Test-Würfel im LISA Pathfinder [NACHTRAG: noch eine PM und Artikel hier und hier dazu], ein neuer Starttermin für ASTRO-H morgen früh, vielleicht ein Mars-Mikrofon auf dem US-Rover von 2020, eine gewisse militärische Nutzung der ISS (durch Kosmonauten-Erdfotografie von Krisengebieten), Sternenkriegs-Visionen der USAF – und ein während Parabelflügen gedrehtes Musik-Video: ein Making-Of-Video, ein Artikel und noch mehr Bilder dazu und das verwendete Flugzeug aus der Ilyushin-76-MDK-Serie. [17:30 MEZ] Alles grün für Sentinel, der Webcast läuft und ein Artikel zum LISA Pathfinder. [18:20 MEZ] Die Rokot steht frei – bzw. ihr Container, aus dem sie erst beim Start hervor kommt. [18:55 MEZ]

auf_

Und da fliegt sie – kein Countdown, wie üblich, und nach ein paar Sekunden in den Wolken verschwunden. [19:00 MEZ] Ein paar mehr Screenshots. [19:05 MEZ] Das Ganze in Bewegung und ein weiteres Standbild; jetzt gibt’s erstmal keinen Kontakt mehr. [19:10 MEZ] Ein langer Coast, bevor die Breeze-Oberstufe das zweite Mal gezündet wird; auch ein Artikel zum Start. [19:15 MEZ] Da eine ganze Stunde kein Kontakt besteht, pausiert der Webcast jetzt 40 Minuten. [19:30 MEZ] Alle Bodenstationen sind bereit für die AOS, wobei Kiruna als erste etwas hören sollte; die Breeze sollte ihre Arbeit getan haben. [20:15 MEZ] Der Satellit sollte jetzt frei sein, aber es dauert noch etwas bis zum Kontakt mit ihm und/oder der Breeze. [20:20 MEZ] Reichlich verhaltender Beifall im ESOC-Hauptkontrollraum, als die AOS erfolgt ist. [20:30 MEZ] Da ist das Signal – und das erste Kommando ist auch schon abgeschickt. Während sie im U.K. gleich mal RETURN gedrückt haben. [20:35 MEZ] Die Solarzellen entfalten sich, und auch sonst sieht alles gut aus; um die Kommunikation kümmert sich jetzt Svalbard. [20:45 MEZ] Die Sonnensegel sind draußen! Press Releases von ESA und Airbus. [20:50 MEZ] Na dann Mahlzeit! [20:55 MEZ] Noch eine PM. [21:30 MEZ] Nach einem Orbit ist Sentinel 3 völlig stabilisiert. [22:30 MEZ] Ein Khrunichev Release, ein Artikel mit richtigen Fotos und ein TV-Vorbericht. [23:30 MEZ. NACHTRÄGE: echte Fotos vom Start und gweitere Artikel hier, hier, hier und hier]

pan-schweif

So wurde die Kometen-Natur von 2016 BA14 entdeckt, der am 22. März dicht an der Erde vorbei sausen wird (siehe unten): gestackte Aufnahmen des Large Monolithic Imager am Discovery Channel Telescope (rechts prozessiert), die klar einen 10″-Schweif an dem vermeintlichen Asteroiden zeigen, der selbst aber weiterhin sternförmig aussieht, also keine sichtbare Koma entwickelt hat. Vom 20.-23.3. sind übrigens Radar-Beobachtungen geplant: Goldstone soll – mit einer 34-m-Schüssel – senden und Arecibo und Green Bank empfangen. Auch eine Spekulation über Komet Lexell, ebenfalls in den Top 5 der Erdnähe, der womöglich 2010 als Asteroid zurück gekehrt ist (oder auch nicht) – und eine riesige Zwangsumsiedlung rund um das Radioteleskop FAST in China zwecks Radioruhe, die z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier international für Aufsehen und Kritik sorgt. [16:55 MEZ]

Eine Flut von Papers zur ersten Gravitationswelle

mit direkter Beobachtung am 14. September 2015 (s.a. ganz unten) ergießt sich bereits über den Preprint-Server ArXiv, wo auch schon über ein Dutzend Arbeiten von Forschern außerhalb des LIGO-Projekts – frühzeitig eingeweiht oder auch nicht – aufgetaucht sind. Darunter diese elf: Ein Harvard-Theoretiker hat eine Möglichkeit gefunden, wie die Verschmelzung der Schwarzen Löcher zu dem von Fermi-GBM unmittelbar gesichteten Gamma-Signal geführt haben könnte; dabei wären die beiden Schwarzen Löcher das hantelförmige Überbleibsel eines massiven Sternkollapses gewesen, und während der Fusion hätte es eine Art GRB gegeben. Mehrere Chinesen haben eine andere Erklärung, mit Akkretion auf das neue Riesen-Loch aus dem ISM. Nimmt man den Zusammenhang von GW und Gamma-Transient an, dann kann man die Geschwindigkeit der GW ausrechnen, von der Lichtgeschwindigkeit praktisch ununterscheidbar. Die Fermi-LAT-Kollaboration berichtet derweil, dass dieser Detektor zwar nicht während des GW-Ereignisses aber 70 Minuten später in seine Richtung sah und dort nichts registrierte, dito der Satellit Swift 2 Tage später und PAN-Starrs und PESSTO und die Dark Energy Camera in den Wochen danach. Wiederum Theoretiker finden das dicke Doppel-Loch hinter dem GW-Event gar nicht so exotisch, während andere noch etwas Raum für alternative Gravitationstheorien sehen. Und Historiker haben im Detail untersucht, wie Einstein 1916-18 die GW entdeckte – und 1936-38 wieder anzweifelte … [16:30 MEZ. NACHTRÄGE: Das Fermi-Signal wird von INTEGRAL nicht bestätigt, was die Fermi-Forscher aber in einer ergänzten Fassung ihres Papers für irrelevant erklären (S. 25-26), es gibt hier, hier und hier die nächsten drei Theorie-Papers zum Fermi-Signal und Artikel zu seiner Deutung hier, hier, hier und hier sowie weitere Papers mit dem GW-Signal als ART-Test hier und hier und keine Neutrinos bei IceCube & ANTARES]


15. Februar

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Die Kometen-Kette Ikeya-Murakami in der Nacht 13./14.2. von Michael Jäger aufgenommen: G war 1.5 mag. heller als in der Nacht 11./12., dafür H weniger kondensiert und nur noch 21 mag. hell. Auch die Kette heute (stundenlang belichtet, ohne H), Komet Catalina am 14.2. und 12.4., ein Bolide über den USA am 14.2. (mit Videos) – und wie nach einem Boliden über Florida am 24.1. mehrere Meteoriten gefunden wurden. [23:55 MEZ. NACHTRAG: der neueste ‚amtliche‘ Stand in Sachen Fragmente]

Neuer Komet kommt Erde im März auf 3.5 Mio. km nahe

Der zunächst als Asteroid katalogisierte Komet P/2016 BA14 (PANSTARRS) wird sich der Erde am 22. März bis auf 0.0237 au oder 3.5 Mio. km nähern: Das dürfte in den Top 5 der bekannten erdnächsten Kometen-Besuche liegen (wobei in der Tabelle P/1999 J6 [SOHO] fehlt, der 1999 bis grob 0.012 au an die Erde heran kam). Mit einer Absoluthelligkeit von 19.5 hat der Kern von P/2016 BA14 240 bis 740 Meter Durchmesser, aber für die Helligkeit am Himmel ist auch die Koma wichtig: Derzeit sagt JPL Horizons vom 20. bis 24. März mehr als 13.0 mag. voraus, mit einem Maximum von 12.5 mag. am 22. März. Die geometrischen Sichtbedingungen für Europa sind exzellent: Am nämlichen Datum steht der Komet nach Ende der Abenddämmerung 60° hoch im Leo und kulminiert vor Mitternacht in 69° Höhe. Allerdings steht der Vollmond nur 38° entfernt, weshalb die Folgetage (Abstand 47° bzw. 55°) mit nur ein paar Zehntel geringerer Kometenhelligkeit günstiger sein könnten; dann steigt PANSTARRS in UMa bzw. CVn sogar über 80° hoch. Kurioserweise gelangt ebenfalls am 22. März auch noch 252P/LINEAR in Erdnähe, aus Europa allerdings unbeobachtbar. Die Bahnen beider Kometen sind übrigens recht ähnlich, was immer das bedeutet. [21:35 MEZ] Noch macht PANSTARRS nichts her: ein Bild von heute mit 45 cm Öffnung, etwa 18. Größe. [22:40 MEZ] Und so ähnlich sind die Bahnelemente der beiden Kometen. Auch die Bahn im Raum und ein anderer Artikel dieses Bloggers. [23:45 MEZ]


14. Februar

im14

(Ein Teil der) Trümmerkette von Komet Ikeya-Murakami heute, aufgenommen mit einem 50-cm-Teleskop: ein Artikel dieses Bloggers und Bilder vom 13. Februar (mehr), 12. Februar (mehr), 11. Februar und 10. Februar sowie Catalina heute, am 12. Februar (mehr), 11. Februar und 10. Februar und PANSTARRS am 12. Februar und 10. Februar. Auch eine schöne Animation eines Persistent Trains und ein ungewöhnliches Komposit der Geminiden 2015, die seltensten Mineralien der Erde, der vermutliche Progenitor der SN in Cen A, ALMA-Beobachtungen von Planeten-Entstehung um einen Doppelstern, das Astronomy Café auf Rhodos jetzt auch als Ferien-Sternwarte geöffnet – und eine kuriose britische Werbe-Kampagne während der SoFi 2015. [23:15 MEZ]


12. Februar

PlutoGeo

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Comet_on_5_February_2016_NavCam

Geologische Pluto-Karte, Ceres-Krater, C-G am 5. Februar

Von New Horizons gibt es jetzt eine geologische Karte eines Teils von Sputnik Planum (auch Ultraviolettes vom Zwergplaneten), von Dawn aus dem LAMO den Krater Meanderi und von Rosettas NavCam den Kometen aus 53 km Abstand. Derweil ist Philae so gut wie aufgegeben worden, Rosetta lauscht zwar noch, aber es gibt keine Kommandos mehr: eine weitere PM, Artikel hier, hier und hier – und ein kurioser Spin-Off eines Philae-Instruments. Über das Schicksal von InSight soll nächsten Monat entschieden werden, der für heute geplante Start des japanischen Röntgensatelliten ASTRO-H ist verschoben worden, weil das Wetter zu schlecht war, eine Delta 4 kam dagegen weg (mehr und mehr), es gibt neues Video-Material zu Nordkoreas Raketenstart (der Satellit taumelt wieder und sendet nicht; weitere Artikel hier, hier und hier) – und der Chef-Beobachter erzählt eine Stunde lang, wie der Reentry von WT1190F vom Flugzeug aus beobachtet wurde. [23:40 MEZ]

Der Reflexionsnebel IC 2631 um den Stern HD 97300 auf einer Aufnahme mit dem 2.2-m-Teleskop auf La Silla; derweil wird vom TMT-Projekt erwogen, dem feindseligen Hawaii den Rücken zu kehren, wo es die Uni aber unbedingt behalten will. Auch der zur Trümmerkette gewordene Komet Ikeya-Murakami gestern (mehr und mehr), mal wieder eine US-Feuerkugel – und der legendäre Sonnensturm von 1859 war wohl nur lokal ein Knaller. [23:00 MEZ]

Auch am Tag danach bebt die Raumzeit – medial jedenfalls

Die gestrige Bekanntgabe des LIGO-Erfolgs sorgt weiter für Aufregung: Unter den heutigen Funden ist v.a. ein langes Radio-Interview mit dem deutschen GW-Pionier Karsten Danzmann (auch ein Transkript) beachtenswert. Ferner die Rohdaten des September-Events samt Tutorial, das komplette Press Kit zur NSF-PK (auch Bilder und Soundbites von dort), weitere Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Interview mit dem AG-Präsidenten, ein Chat zur Lage, weitere Info-Portale von LIGO, Caltech, NSF, MPG und DLF, die Geschichte der Gravitations-Forschung (auch eine Info-Grafik), weitere Artikel hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Video-Clips hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [22:05 MEZ. NACHTRÄGE: ein schwacher Gamma-Burst 0.4 sec nach den Wellen, dessen Zusammenhang damit unklar ist (ein Artikel dieses Bloggers dazu), späte Press Releases hier und hier, ein Interview mit mehreren LIGOlogen, weitere Artikel hier (mit Links zu vielen mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, live gezwitscherte Notizen von Vorträgen hier und hier (mit detailliertem Factsheet zum Event), ein Podcast (wo ab 12:19 von einem zweiten möglichen GW-Event die Rede ist, das auch in diesem Paper auf S. 5-6 und diesem Artikel erwähnt wird), ein Vortrag, ein Video mit Pinguin und Scherzchen hier, hier (etwa in der Mitte) und hier]

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