Allgemeines Live-Blog vom 24. bis 28. Juli 2017


28. Juli

Ein Foto des Korolev-Kreuzes beim Soyuz-Start heute

Die vier Booster plus der Fluchtturm abgesprengt sowie frühere Szenen – weitere Fotos sind im NASA-Album aufgetaucht; auch eine Blog-Notiz, ein weiterer Artikel und ein Replay der ESA-Übertragung des Starts. [18:35 MESZ]

Und ein tolles Korolev-Kreuz von einem Roskosmos-Fotografen! [18:50 MESZ] Ein kurioses Foto des Starts – von der ISS aus! [21:50 MESZ] Livesendung zum Andocken um Mitternacht MESZ läuft, z.B. hier, aber was zu sehen gibt’s noch nicht. [23:20 MESZ] Der Blick in der einen und der anderen Richtung. [23:35 MEZ]

Die Soyuz im Anflug, aus ISS-Sicht. [23:45 MESZ]

Und schon viel näher gekommen: ungewöhnlich gute Perspektiven der Ankunft diesmal. [23:50 MESZ]

Und angekommen! Bereits um 23:54 MESZ wurde angedockt, hier das Bild – aus einer tollen Kamera-Position – wenige Sekunden vor dem Kontakt. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: Das Ganze in Bewegung und eine andere Perspektive auf das Anlegen, weitere Start-Bilder wie dieses im NASA-Album und NASA und ESA Releases, eine NASA-Blog-Story und ein Artikel zur Ankunft]

Mit dem Mini-Röntgensatelliten besteht sehr wohl Kontakt

„Es besteht zur Zeit ein noch etwas eingeschränkter Kontakt zu den Satelliten Max Valier und Venta-1“, hat Fritz Merkle, Vorstandsmitglied OHB SE, heute diesem Blog bzgl. der gemeldeten Probleme (Kurznotizen) mitgeteilt: „Dadurch konnten bisher noch nicht alle Funktion auf dem Satelliten in vollem Umfang aktiviert werden. Da MV über mehrere Kommunikationssysteme verfügt, u.a. auch einen Inter-Satellite-Link, können aber alle wichtigen Telemetrieaufgaben durchgeführt werden. Es wurden auch bereits erste Nutzlastdaten empfangen und ‚first light’ des Röntgenteleskops bestätigt. Mit Hochdruck wird an einer Lösung gearbeitet, vollumfänglichen Zugriff auf alle Systeme und Nutzlasten der MV und V-1-Satelliten zu erhalten und sie baldmöglichst in Nominalbetrieb zu überführen. Es befinden auch sich noch vier weitere Chipsats auf MV und V-1, die planmäßig erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgesetzt werden sollen.“ [18:30 MESZ. NACHTRÄGE aus der Weltraumforschung: Simulationen zur möglichen Entstehung der Marsmonde bei einem Impakt, ein Juno-GRF in Echtfarben, ein 1-Stunden-Vortrag über die Mission, mehr Titan-Chemie von ALMA und weitere Saturn-Überraschungen von Cassini, neun Proposals im Explorer-Programm der NASA ausgewählt und immer noch Luft im Aufblas-Modul der ISS]

Heute um 17:41 MESZ startet wieder eine Soyuz zur ISS

Ein kurioses Bild vom Roll-Out vorgestern, Bilderalben zu den Startvorbereitungen hier und hier, eine NASA-Blog-Story und ein Artikel – und ein Interview mit dem ESA-Astronauten Matthias Maurer, der am liebsten zum Mond will und für den die ISS oder Tiangong erst auf Platz 2 kommen. [0:45 MESZ]

Und los geht’s: kurz vor dem Abheben und nach dem Abwurf der vier Booster, die dann am Himmel das „Korolev-Kreuz“ bilden. [17:45 MESZ] Weitere Screenshots dieser Szene hat’s hier, hier, hier, hier, hier und hier; der Orbit ist erreicht. [17:50 MESZ]

Der Moment des Starts, aus den Replays aus anderen Kamera-Perspektiven – auch ein Artikel, ein weiterer Videoclip des Korolev-Kreuzes und noch mehr Screenshots. [18:05 MESZ]

Der Orionnebel mit der OmegaCAM am VLT Survey Telescope aufgenommen (wobei überraschend drei Populationen junger Sterne entdeckt wurden) – auch eine richterliche Empfehlung, dass das TMT doch in Hawaii bleiben solle, was der erklärte Wunsch des Projekts ist, ein Portrait eines Astrofotografen, Mond, Merkur & Regulus am 25. July aus Neuseeland, Griechenland und Italien, allerlei neu entdeckte Himmelsobjekte und 200 Jahre alte Sonnen-Zeichnungen, die jetzt in Maine gefunden wurden. [0:40 MESZ. NACHTRAG: mehr zum TMT]

Das Galaxienpaar NGC 1512 (l.) und 1510 auf einem HST-Bild – die kleine hatte erhebliche Wirkung auf die Entwicklung der großen. Auch ein Fokus-Problem des Exoplaneten-Jägers TESS mit noch unklaren Folgen, die Wiederkehr der Erderkundung im NASA-Haushalt nach Senats-Vorstellung – und der 20. August als neuer Starttermin des beschädigten TDRS-M. [0:35 MESZ]


26. Juli

Das wurde aus dem neuen großen Eisberg A68, der diesen Monat vom Schelfeis Larsen C abgebrochen war: Bilder von Landsat 8 im thermischen IR vom 21. und Radarbilder von TerraSAR-X vom 22. und Sentinel 1 vom 24. Juli (hinter letzterem eine Animation). Auch das erste Erdbild eines finnischen Satelliten, Beobachtungen der Geokorona von Hisaki und der Jupiter-Aurora von Hubble, eine Idee zum Fern-Nachweis von Biosignaturen auf Europa und Enceladus, die größten Entdeckungen Cassinis, ein Paper über präbiotische Chemie auf Titan, das ebenfalls von Cassini inspiriert wurde, und dessen seltsame Magnetfeld-Beobachtungen in Saturn-Nähe. Plus das Frieren des JWST live, offenbar doch kein Kontakt zum Röntgensatellitchen Max Valier im Gegensatz zu Meldungen kurz nach dem Start (unten), wohl aber zu den Prototyp-„Sprites“ auf ihm und Venta, der Roll-Out der nächsten Soyuz zur ISS und der nächste Dragon-Start, der mit einer weiteren Annäherung des Spionage-Satelliten zusammen fiele, ein Galileo-Receiver auf der ISS, was Russland nach der Raumstation wollen mag, das unvermeidlich nahende SLS, die Planung für das Deep Space Gateway, Entwicklungen zum NASA-Haushalt 2018 hier und hier – und Chinas starke Aktivitäten in der Weltraumforschung. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: das Schicksal des Eisbergs und mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr zu den Sprite-Satellitchen]


24. Juli

Allerlei Entdeckungen Cassinis auf seinen finalen Orbits

sind heute bekannt geworden: Die größte Überraschung ist, dass die Achse des Planeten derart exakt parallel zur Rotationsachse steht, dass keine Modulation und damit Bestimmung der ‚wahren‘ Tageslänge Saturns möglich ist. Auch gibt es inzwischen besser aufbereitete Animation der Saturnwolken aus der Nähe (oben), und der Staubanalysator hat in der Ringebene extrem kleine Staubteilchen vorgefunden, die sich über ihre Impakte auf dem Orbiter auch dem Radio and Plasma Wave Science-Instrument verraten (unten). Auch weitere Hinweise auf Wasser auf dem Mond (mehr und mehr), gemeinsames Astronauten-Training von ESA & China – und irre Nachtaufnahmen aus einem Flugzeug von einem Raketenabwehr-Test in Nordwest-China. [23:35 MESZ. NACHTRAG: weitere Bilder aus einem anderen Flugzeug]

Dieser Schuss ging nach hinten los … Zu guter Letzt hat die Aktivitätsregion 2665 doch noch eine substanzielle Coronal Mass Ejection losgeschickt, der auf SOHO-Bildern als expandierender „Halo“ erscheint (Anklicken -> Zeitraffer) – nur stand die AR inzwischen leider auf der Rückseite der Sonne. Auch eine langsam heller werdende Nova (mit visuell aber nur 10 mag.), NLC aus einem Flugzeug, auch in Bewegung, der neue Komet C/2017 O1 noch ohne Name aber schön grün, der Besuch von 2012 TC4 im Oktober, Sonifikation astronomischer Daten – und das Instrument MEGARA am Gran Telescopio Canarias, ein neues 4-m-Teleskop auf La Palma, die Kamera des LSST und Einsparungen beim SKA. [23:15 MESZ. NACHTRÄGE: die Bahn von C/2017 O1, der immer auffälliger wird (wohl dank eines Ausbruchs mutmaßlich begrenzter Dauer), die Umstände der Entdeckung hier und hier und mehr Bilder hier, hier und hier]

Der Erfolg nach der Sternbedeckung durch 2014 MU69

in einem Handy-Video eines der argentinischen Beobachter am 17. Juli festgehalten: Die Aufzeichnungen von den verschiedenen Teleskopen waren in einem Hotel zusammengeführt worden, und Amanda Zangari hatte beim Durchschauen soeben das erste klare Signal gefunden – auch ein weiterer argentinischer Artikel mit Bildern von Beobachtern. Auch kuriose Erosion auf dem Mars aus Curiosity-Sicht, der Start von Chandrayaan-2 nächstes Jahr, der Betriebsbeginn von Chinas Röntgensatellit HXMT im Herbst, eine mögliche ‚Ausleihe‘ des Spitzer Space Telescope, deutsche Experimente auf einer Blue Origin-Rakete, ein Start des LightSail 2 irgendwann 2018, wenn die Falcon Heavy endlich fliegt, wachsende Zuversicht bzgl. der Erstflüge der US-Privatraumschiffe zur ISS, ein Missgeschick mit einem TDRS-Satelliten, das zu einer Verschiebung des Starts führt, weiter Unklarheit über Mayak, der jedenfalls nicht „mondhell“ am Himmel strahlt – und ominöser Weltraumschrott in Indonesien. [14:55 MESZ. NACHTRÄGE: eine Präsentation bunter Bilder (und einer Karte) rund um die 3. MU69-Kampagne, eine FB-Gruppe dazu und eine mögliche helle Sichtung von Mayak]

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6 Antworten to “Allgemeines Live-Blog vom 24. bis 28. Juli 2017”

  1. nemo Says:

    Kann es sein, dass der Bindestrich in der Gruppenbezeichnung ASAS-SN das Problem ist? In der Semantik von Kometenbezeichnungen würde dies bedeuten, dass zwei Gruppen mit den jeweiligen Akronymen ASAS und SN den Kometen entdeckt haben. So müsste die IAU die Gruppenbezeichnung als ungeeignet betrachten – können ja nicht wissen, dass ihnen der Bindestrich anscheinend nicht so wichtig ist – was dann automatisch zum Weglassen einer Entdeckerangabe in der Kometenbezeichnung führen würde. Eine einfache Erklärung – also keine Verschwörung und kein Grund zur Verwendung von frei erfundenen Kometennamen aufzurufen.

    • skyweek Says:

      Auf die Idee mit dem Bindestrich war ich auch schon gekommen (wobei die Lösung dann wäre, ihn im Kometennamen durch eine Leerstelle zu ersetzen – „Komet Leutheusser Schnarrenberger“ -> „Komet ASAS SN“ also).

      Es geht aber auch das Gerücht, dass die Ähnlichkeit von „ASSASN“ und „assassin“ gegen bestimmte bindende Geschmacksregeln für Minor-Body-Namen verstoßen würde – und die bizarre Anmutung wird seitens der in Diskussionen unangenehm aggressiv auftretenden Astronomen leider auch explizit gewünscht: In der URL ihrer Homepage kommt „assassin“ mit einem ‚i‘ vor.

      Dass es daran hakt, ist allerdings nicht bestätigt. „As I explained to the discoverers the name of this comet (the first by this survey) is still under discussion in the WGSBN,“ schrieb mir der Associate Director des Minor Planet Center gestern: „Other comets have been announced without names, and this is nothing to be concerned about.“

  2. nemo Says:

    Es scheint so, die beiden ASAS-SN Teleskope heißen Cassius und Brutus, wobei Brutus wiederum der Name des Maskottchens der Ohio State ist. Wenn man zu sehr witzig sein möchte ist’s oft auch nicht gut. Übrigens, die Leerstelle geht nur bei Nachnamen. Gruppenbezeichnungen (Name oder Akronym) müssen laut Regeln aus einem Wort bestehen.

  3. nemo Says:

    Ein lettischer Artikel (gelesen mit automatischer Übersetzung) berichtet über den Status des Venta-1 Satelliten folgendes: Zwei Tage nach dem Start verstummte plötzlich der bis zu diesem Zeitpunkt voll funktionsfähige Haupt-Transmitter. Zurzeit empfängt man Telemetrie über Back-up Kanäle (womöglich nur in einem automatischen Modus) aber die Dekodierung ist schwierig. Auch rotiert der Satellit unkontrolliert 1 mal pro Minute um seine Achse. Es wird daran gearbeitet zu verstehen was schiefläuft und ob die Funktionen des Satelliten wiederhergestellt werden kann – die deutschen Kollegen jedoch sind zuversichtlich, dass alles wieder gut wird.

    • skyweek Says:

      Hmm, Venta-1 und Max Valier Sat sind ja als Paket gestartet und sollten sich erst nach der Freisetzung trennen – geht aus den lettischen Quellen hervor, dass zumindest dieses kritische Manöver geklappt hatte?

      • nemo Says:

        Nein, darüber steht nichts. Max Valier Sat wird im Artikel nicht erwähnt. Es wird spekuliert, dass Vibrationen beim Start oder Temperaturfluktuationen schuld sein könnten. Aber es ist in der Tat schon sehr komisch, dass beide Satelliten allem Anschein nach ähnliche Probleme haben.

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