NASA schickt deutschen Maulwurf zum Mars!

Die Würfel sind gefallen: Unter den drei Finalisten für die 12. Discovery-Mission der NASA ist der Marslander InSIGHT ausgewählt worden – der u.a. eine Art Maulwurf aus Deutschland auf dem Planeten absetzen soll. Diese Heat Flow and Physical Properties Package alias HP³ soll mit ihren Sensoren bis zu fünf Meter tief in den Marsboden eindringen, um den Wärmefluss aus dem tiefsten Innern des Mars zu vermessen. Bisher ist solch ein vollautomatischer Maulwurf – mit elektromechanischem Schlagmechanismus – noch auf keinem Körper des Sonnensystems zum Einsatz gekommen. Dennoch ist die Mission unter den drei Finalisten die konservativste, ist der Lander selbst doch eine Kopie des Phoenix von 2008. Die Auswahl war rasch durchgesickert und schließlich noch vor einer kurzfristig angesetzten Telecon in ½ Stunde offiziell bestätigt worden.

NACHTRAG: Der NASA Press Release zur Auswahl bestätigt einen Start in Fenster 2016 zu maximalen Kosten von 425 Mio.$ (Inflationsstand 2010): Mit vier Instrumenten – HP³ darunter sicher dem ungewöhnlichsten – geht es vorrangig um das Innere des Planeten. NACHTRAG 2: Keine tiefen Einsichten während der Telecon – außer dass nun klar ist, dass die ExoMars-Ersatz-Mission 2018, die noch völlig undefiniert ist, sicher keine geophysikalische Station werden wird. Und dass die Discovery-Entscheidung bewusst schon vor Curiositys EDL getroffen wurde. Die Meinungen zu InSight unter Planetenfans sind scharf geteilt und reichen von „awesome“ bis „cowards“. Weitere frühe Artikel hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG 3: Auf dem Bild in diesem JPL Release sieht der Lander geringfügig anders als oben aus. Und auf der Telecon wissen sie nicht auswendig, wie der deutsche Maulwurf funktioniert und wie tief er sich bohren soll – schwaches Bild.

NACHTRAG 4: Ein 6-Minuten-Video über InSight – und eine weitere Inkarnation des NASA-Releases mit einer anderen Version. Auch ein Nachruf auf die nicht gewählten Projekte. NACHTRAG 5: 15 Stunden nach dem NASA Press Release hat sich auch das DLR vom Schreck erholt und eine Pressemitteilung heraus gegeben – aber ohne neue Erkenntnisse gegenüber der 2011-er, nachdem InSight (damals noch als „GEMS“) Finalist geworden war. Via Twitter weist man aber darauf hin, dass ein Modell des DLR-Maulwurfs im September auf der ILA in Berlin zu sehen sein wird.

NACHTRAG 6: Ein DLR-Stummfilmchen zur Funktionsweise des Maulwurfs. Auch InSight-Artikel von Washington Post (Kommentator findet die Mission doof), astrobites, Tagesspiegel (wieso hält der das Seismometer – dazu Press Releases der UK Space Agency und der Univ. of British Columbia und ein BBC-Artikel eines Beteiligten – und nicht den Thermo-Maulwurf für das „wichtigste Instrument“?) und Spiegel. NACHTRAG 7: Und noch mehr Kommentare zur InSight-Auswahl: Die New York Times findet sie gut, der Guardian schlecht.

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