Allgemeines Live-Blog vom 29. 11. – 3. 12. 2016


3. Dezember

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Der Mond passiert gerade die Venus – hier ein Bild dieses Bloggers von gestern sowie weitere Bilder von heute (aus Ostasien) hier, hier, hier und hier, von gestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, von vorgestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und vom 30.11. hier und hier sowie von mehreren Tagen. Auch die Mondbahn zwischen den Planeten und andere Dezember-Vorschauen hier, hier und hier, der Komet C/2016 U1 (NEOWISE) heute, vorgestern und am 30.11. (mehr) sowie bei einer Passage von M 51 neben der Galaxie hier und hier, der Komet 45P am 30.11., Messungen am kleinsten Asteroiden (Press Releases hier, hier und hier und mehr Details), der Uranus mit Detail & Monden, viele Papers vom Sonnenteleskop GREGOR aber nichts eins davon open access – und ein Orion-Nebel ohne Nachführung durch Stacken kurzer Dobson-Aufnahmen. [16:10 MEZ]

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Wie „versprochen“ steht heute aus deutscher Sicht (hier erneut am Bochumer Planetarium aufgenommen) die Mondsichel exakt über der Venus – auch ein entsprechendes Bild aus Schweden und eine frühere Aufnahme aus Indien. [17:00 MEZ. NACHTRAG: und eine aus Singapur, besonders originell arrangiert]

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Und nochmal die Bochumer Sicht, bei fortgeschrittener Dämmerung – mehr Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [22:25 MEZ – Ende]

ExoMars 2020 o.k., ISS bis 2024, keine Asteroiden-Mission

10.3 der gewünschten 11 Mrd. Euro haben die Minister der ESA-Länder auf ihrer Tagung in Luzern freigegeben (2 Mrd. € davon aus Deutschland, dem größten Beitragszahler): U.a. steht jetzt die Finanzierung des ExoMars-Rovers durch zusätzliche 436 Mio. €, die ESA macht bei der ISS bis zum Jahr 2024 mit (und „bezahlt“ den weiteren Zutritt mit einem zweiten Service Module für die Orion-Kapsel), und es wird keine Asteroid Impact Mission (zusammen mit den USA, wo die Unterstützung auch nur mäßig ist) geben. 18 Seiten Resolutionen & Beschlüsse, Press Releases der ESA in Englisch & Deutsch, des DLR und der NASA, die Aufzeichung der Abschluss-PK, ein Interview mit dem ESA DG [NACHTRAG: und ein Blog-Artikel des DG] und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch eine Hypothese zum Progress-Crash, die ersten Bilder des Satelliten WorldView 4, die Kometen-Entdeckungen mit SOHO, der vor 21 Jahren startete, die Klima-Zyklen des Mars und ihre Spuren, eine Broschüre zum PSLV-Start C36 am 7. uznd der angepeilte Start einer Falcon 9 am 16. Dezember – und 2017 kein Tag der Luft- & Raumfahrt in Köln, weil der Campus eine Baustelle ist … [13:10 MEZ]


1. Dezember

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Ein Hubble-Bild der Brightest Cluster Galaxy NGC 4696, das ihre ungewöhnlichen Filamente so klar wie nie zeigt: Sie werden offenbar durch die Strahlung des Aktiven Kerns heraus getrieben, wobei sie eingebettete Magnetfelder in Form halten – ein Prozess, der Sternentstehung schnell zum Erliegen bringen kann.

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Ein sehr schattiger Blick auf Ceres, den Dawn im Oktober aufnahm: Die Sonne erreicht noch Klippen am Rand des 260-km-Kraters Yalode, eines der größten auf dem Zwergplaneten. Auch was die IRIS-Mission zur Aufklärung des Heizmechanismus der Korona beitragen kann.

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Ein weiterer ISS-Blick auf London, Paris und Brüssel – wobei sich Belgien abermals durch die immer noch verbreitete Verwendung von Niederdruck-Natrium-Dampflampen farblich abhebt. Auch ein Sonnenuntergang von der ISS, der 7. Dezember als Starttermin des nächsten PSLV, wie man Raketenstarts richtig ablichtet – und die erfolgreiche Bergung von Buzz Aldrin vom Südpol, wo er während eines Luxus-Touristen-Trips erkrankt war: Bilder hier und hier und ein Artikel. [22:15 MEZ]

Offenbar wieder ein Progress-Start zur ISS gescheitert

382 Sekunden nach dem Start von Progress MS-04 ging die Telemetrie verloren – und es gibt vage Berichte von einem Impakt bei Tuva und auch diese Sichtung: Updates hier und Folgeseiten, NASA-Notizen hier und hier und erste Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch der letzte Crew-Start zur ISS aus Touristen-Perspektive – und Berichte des ersten chinesischen Raumfahrers über seltsame Geräusche haben eine einleuchtende Erklärung gefunden. [18:10 MEZ] Offenbar schaltete sich die 3. Stufe zu früh ab – da geht nichts mehr … [18:40 MEZ] … und Roskosmos hat bestätigt, dass Progress MS-04 über der Republik Tuva verloren ging. [18:50 MEZ] Die offizielle englische Version. [19:10 MEZ] Die Absturzstelle soll gefunden sein, man kommt aber schlecht hin. [19:40 MEZ] Weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [20:35 MEZ. NACHTRÄGE: ein NASA Release und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier – ein angebliches Video des Reentry ist aber keins]

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Europa aus der ISS mit London, Paris und Brüssel als größte „Leuchten“ – aber die wahre Weltraum-Action ist heute und morgen in Luzern auf der Tagung des Ministerrats der ESA (mehr, mehr und mehr). Auch die Plasma-Experimente auf der ISS, der ratlos scheinende NASA-Plan für Orion & SLS (außer der keineswegs garantierten Asteroid Redirect Mission immer nur Trainingsflüge um den Mond herum, erstmals 2021 geplant [NACHTRAG: ein NASA Release und ein Artikel dazu), der erfolgreiche Test des Funk-Relais‘ des TGO „Electra“ (mehr und mehr) und ein Software-Update, ein Modell für Sputnik Planitias Entstehung auf dem Pluto [NACHTRAG: ein NASA Release dazu] – und ein spontaner Reboot eines der Cluster-Satelliten. [6:15 MEZ]


29. November

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Generalprobe der Instrumente des TGO ein voller Erfolg

Wie Press Releases hier, hier und hier berichten, haben alle vier Instrumente des Trace Gas Orbiters geliefert, als sie Ende November kurz aktiviert werden konnten: oben CaSSIS-Bilder mit hoher Auflösung (auch nachgeschärft), animiert und in einem langen 25 km breiten Streifen sowie weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch eine rekonstruierte Timeline des Schiaparelli-Crashs, nunmehr über 400 Mio. Euro Nachforderungen für ExoMars 2020 (mehr, mehr, mehr und mehr), eine Zusammenarbeit mit der NASA beim UAE-Marsorbiter, was InSight und NASAs 2020-er Rover bringen sollen – und die indischen Pläne für einen zweiten Marsorbiter.

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Der Saturnorbiter Cassini beginnt nun mit dem „Ring-Grazing nach dem vorletzten Vorbeiflug am Titan heute (auch Artikel hier, hier und hier) – und hatte vorgestern noch einmal Gelegenheit zu einem Besuch bei Enceladus, dessen „dunkle“ Seite im Saturnschein glühte: oben und unten Rohbilder, in der Mitte und hier ein Mosaik. Auch Animationen der Juno-Bilder Jupiters durch einen Fan, das Fehlen eines großen UV-Teleskops nach Hubble, denn das JWST kann das nicht, die geringe Zahl russischer Starts 2016, die aber nicht ohne Beispiel ist, die künftige Rolle des UK in der ESA, was deren große Bürger-Konsultation im September ergeben hat – und eine Sammlung diverser Erd-Aufnahmen, die deutlich Grenzen zwischen Ländern zeigen.

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Der neue ISS-Bewohner Thomas Pesquet postete diese Nachtaufnahme, entstanden während Reparaturen an der Toilette, und fragte welche Stadt das sei: Sehr schnell wurde festgestellt, dass es sich um Delhi handelt, z.B. auch hier und hier des Nachts aufgenommen. Ferner Erdbilder mit der EarthKam auf der ISS, das Ende von RapidScat daselbst (mehr, mehr und mehr), das Ende der letzten Cygnus-Mission OA-5 (Bilder vom Andocken und Artikel zum Verglühen hier und hier), was sonst noch kommt, z.B. ein Progress, mögliche weitere Ein-Jahres-Aufenthalte, wie die Nutzung der ISS läuft, was die Sehstörungen von Astronauten erklären könnte (Artikel hier und hier), eine längere Doku über Shenzhou-11 auf Chinesisch – und die Soyuz-Kapsel ist vor 50 Jahren zum ersten Mal geflogen: als „Kosmos 133“. [22:20 MEZ]

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Martin Mayer, ein Freund der Astronomen, 1932-2016

Im Alter von 84 Jahren ist – schon bald nach seiner Frau Otti, mit der er letztes Jahr noch diamantene Hochzeit feiern konnte – am 27. November einer der Pioniere der astronomischen Volksbildung in Deutschland gestorben: Martin Mayer, der in seinem Leben zwei bedeutende Volkssternwarten aufbaute, erst beim Bruder-Klaus-Heim in Violau und nach seiner dortigen Pensionierung 1997 dann im benachbarten Streitheim (wo ihn obiges Foto dieses Bloggers bei einem Besuch 2012 zeigt), jede neben großen Teleskopen auch voll von innovativen didaktischen Displays. Erstere wird jetzt von einem seiner Söhne weiter eingesetzt, letztere – u.a. berühmt durch ihre Rolle bei der Lokalisierung der „Neuschwanstein“-Meteoriten – wuchs 2015 sogar noch dank eines in Österreich aufgetriebenen Projektors um ein kleines aber feines Planetarium und wird bereits seit einer Weile von einem Verein getragen. Über Martin könnte man noch viel erzählen, vor allem aber bleibt er zahlreichen Sternfreunden aus dem In- und Ausland als überschwänglich begeisterter Gastgeber zahlreicher Tagungen im Bruder-Klaus-Heim in Erinnerung („unbandig“ war eines seiner Lieblingsworte). Bereits 1988 ’schenkten‘ Martin darob die Organisatoren der einzigen jedes Jahr wiederkehrenden Tagung den Kleinplaneten (3559) Violaumayer (PDF-Seite 17) – in einem Asteroiden mit nur vierstelliger Nummer sind nur wenige Astronomen unsterblich geworden. Und keiner wie unser Martin. [16:45 MEZ. NACHTRÄGE: weitere Nachrufe hier und hier]

Eine Feuerkugel gestern über Kopenhagen hat offenbar eine Dashcam eingefangen – auch neue spektrale Neteorkameras auf den Kanaren, der Komet C/2016 U1 (NEOWISE) am 28.11. und 24.11., der Komet 45P am 25.11.; die Szintillation des Sirius ungewöhnlich eingefangen, die „amtliche“ Taufe von 227 Sternen durch die IAU [NACHTRAG: mehr], Software-Vorarbeiten für das LSST – und allerlei Ärger um die Radioteleskope von Arecibo (kein Geld trotz fieser Asteroiden) und Jodrell Bank (Radio-Interferenz durch Bauprojekte). [16:30 MEZ]

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Eine Antwort to “Allgemeines Live-Blog vom 29. 11. – 3. 12. 2016”

  1. nemo Says:

    „der ratlos scheinende NASA-Plan für Orion & SLS“

    Das ATV wurde eingestellt weil die ESA kein Interesse an einer Serienproduktion hatte sondern Technikentwicklung bevorzugte (was verständlich ist). Jetzt will die NASA der ESA eine Serienproduktion des technisch (wie auch wissenschaftlich) wenig interessanten ESM aufdrücken. Ich denke es würde jetzt wirklich Zeit, dass die ESA Mitgliedstaaten, d.h. insbesondere natürlich Deutschland, die lange Misere dieser atlantisch-orientierten Raumfahrtpolitik beendet.

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