Der hellste Kreutz-Komet, den SOHO je sichtete

Vor wenigen Stunden ist dieser außergewöhnliche Komet mit extrem heller Koma aber nur schwachem Schweif hinter den Koronographenblenden verschwunden: Sowohl LASCO C3 wie C2 trieb er zuvor in krasse Sättigung. Leider sorgten schwere Computerprobleme am Boden bei der NASA für große Lücken in der Bildübertragung, aber alles wurde aufgezeichnet und kommt später noch nach, so dass es einen lückenlosen Film von der Entwicklung des Kometen geben sollte. Bereits als er in das Gesichtsfeld von C3 trat, war er trotz des Sonnenabstands so hell, dass die Kometenexperten des Sonnensatelliten Alarm schlugen, und er entwickelte sich tatsächlich prächtig, auch für die STEREO-Satelliten (hier werden bald höher aufgelöste Bilder übertragen): oben Bilder von SOHOs LASCO C3 von 6:18 und 15:30 MESZ und von LASCO C2 von 16:48 MESZ am 1. Oktoner; o.l. jeweils Merkur. Sie stammen aus dieser Sammlung; die jeweils aktuellsten kann man auch als Film darstellen lassen. NACHTRAG: ein STEREO-Filmchen noch niedriger Auflösung. NACHTRAG 2: der komplettierte Sturz in LASCO C2 – und ein Einzelbild kurz vor dem Verschwinden. NACHTRAG 3: und hier ein Paar davon.

Ein Schweifabriss von Komet 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova am Morgen des 1. Oktober: Dieser Komet erfreut derzeit mit dem bei weitem interessantesten (Plasma-)Schweif aller sichtbaren Schweifsterne, wie Bildersammlungen einzelner Fotografen hier und hier und besonders gelungene Einzelbilder vom 1.10. und 29. (mehr und mehr), 26. (mehr), 24., 22. und 21.9. unschwer beweisen. Bei dem gestrigen Disconnection Event trat ein klassischer Schweifknick auf, wie ihn Veteranen z.B. noch Hyakutake im März 1996 kennen.

Ein Komet stürzte im Dezember beinahe auf Jupiter!

Schon kurz nach der Entdeckung des periodischen Kometen P/2011 P1 (McNaught) im August hatte sich abgezeichnet, dass er dem Planeten Jupiter sehr nahe kommen konnte (Grafik: Kometenbahn in rot, Jupiterbahn in weiß) – und jetzt ist der Orbit so genau bekannt, dass man offenbar sagen kann, dass P/2011 P1 im vergangenen Dezember nur um Haaresbreite einem Sturz in den Gasriesen entgangen ist! Der Komet schoss damals in nur 0.7 Jupiterradien Abstand über die Wolken des Planeten: Nur etwas näher dran, und es hätte wieder mal einen schönen schwarzen Fleck wie 1994 oder 2009 gegeben. Das weitere Schicksal dieses Kometen – und auch die Rekonstruktion seiner bewegten Vergangenheit – dürfte Astronomen noch einige Zeit beschäftigen …

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2 Antworten to “Der hellste Kreutz-Komet, den SOHO je sichtete”

  1. Gerd-Lutz Schott Says:

    Danke für die schnelle Info
    Grüße
    Gerd-Lutz

  2. Wie endete der große Kreutz-Sungrazer? « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] helle Sungrazer, der am 1. Oktober in die Sonne stürzte – hier ein LASCO-C2-Bild von 20:00 MESZ aus diesem SOHO-Archiv – ist […]

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