Allgemeines Live-Blog ab vom 21. – 31. 10. 2017


31. Oktober

Falcon fliegt und Stufe landet, Minotaur kommt als nächstes

Nach dem abermaligen gestrigen Erfolg einer Falcon 9 mit einem koreanischen Satelliten (Kurzfassung, weitere Start-Bilder hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier), ist heute Abend eine Minotaur-C mit 10 kleinen Satelliten dran: die erhoffte Wiedergeburt der Taurus nach zwei Fehlstarts auf der Vandenberg AFB. Auch der Beginn der wahren kommerziellen Raumfahrt 2009, eine Stimme für den Deep Space Gateway, der Status von JWST & WFIRST, der IR-Satellit Spitzer zum Verkauf, eine weitere Cassini-Erkenntnis zu den Strahlungsgürteln Saturns, was nach Cassini kommen mag – und ein Mini-Thermometer für Raumsonden zu Kometen und Asteroiden. [19:45 MEZ] Und die Minotaur C ist gestartet: mehr Bilder hier und die Stufen-Trennung. [22:50 MEZ] Nach dem Start der Minotaur-C alias Taurus-XL sollten alle 10 Satelliten ausgesetzt sein – das muss aber noch bestätigt werden. [23:20 MEZ – Ende. NACHTRAG: die Bestätigungen von Orbital und Planet Labs, dass der Start ein Erfolg war! NACHTRAG 2: noch ein Video des Starts – während sich alle 10 Satelliten gemeldet haben. NACHTRAG 3: Press Releases von Orbital und Planet Labs, ein Foto vom Start und Artikel hier und hier]

Komet Machholz hatte drei winzige Begleiter bei seinem kürzlichen Periheldurchgang (s.u.), hat eine detaillierte Auswertung der Bilder von SOHO LASCO C3 mit der Hand ergeben (Posting vom 30.10.2017). Auch eine komplette Animation der Passage – und ein neues Paper über C/2014 Q2 (Lovejoy) und seine Chemie vor zwei Jahren nach Radio-Beobachtungen.

Ein Spektrum des interstellaren Besuchers (s.u.) aus dem wohl ersten Paper zu ihm: Der Beobachter war gerade am 5-m-Teleskop des Palomar Obs. zugange, als er von dem Ding erfuhr und nahm mit – selbst für solch ein großes Gerät – erheblicher Mühe ein Spektrum auf. Es ist sehr verrauscht und zeigt keine Absorptionslinien aber eine sehr rote Oberfläche: so wie die rötesten Bewohner unseres Kuiper-Gürtels. Auch weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. Derweil hat eine Astro-Nutzlast während eines Raketenflugs keine Daten geliefert, wurde aber geborgen, hat das LCO ein globales Bildungsprogramm gestartet und wurde hier und hier eine 469-Seiten-Dissertation von 2000 über die Geschichte der Amateurastronomie in den USA aufgespürt, währen sich die britische Astronomiegeschichte seit 2003 hier selbst erforscht. Und es war heute vor 25 Jahren, dass der Papst was zu Galilei zu sagen hatte: eine englische Fassung und damalige und heutige Artikel hier, hier und hier. [19:10 MEZ. NACHTRÄGE: noch ein Paper über A/2017 U1 (kein naher Stern als Herkunfts-Kandidat) und Lichtkurven hier und hier, Peak-Peak-Amplitude knapp 1 mag. & Periode 6-7 Tage]


29. Oktober

„Großes Kino“ auf der ISS: Italien mit 6K-Kamera gefilmt

Das kommt heraus, wenn man aus dem Orbit mit einer High-End-Kinokamera einen sommerlichen Überflug über Italien aufnimmt, hier in Echtzeit – und selbst im 4K-Modus noch nicht der vollen Auflösung – wiedergegeben. Auch das Ende der GRACE-Mission nach dem endgültigen Ausfall der Batterie auf einem der beiden Satelliten („Die Mission der GRACE-Satelliten …“), die 2002 gestartet waren: weitere Press Releases hier, hier und ein Artikel und mehr Links.

Am 7. Dezember gibt’s den Satelliten Gaia sowie eine Simulation einer Gravitationswelle auf deutschen Briefmarken als kleine Serie „Astrophysik“. Plus ein später Nachruf auf Cassini – und das Interesse von OHB an kleinen Start-Ups der Raumfahrt-Branche. [23:30 MEZ]

Keine besonderen Vorkommnisse im Perihel beim Kometen 96P/Machholz, der gerade das Gesichtsfeld von LASCO C3 verlassen hat (und zwar theoretisch am Morgenhimmel auftaucht, wegen geringer Elongation und nun rapide fallender Helligkeit aber kaum beobachtbar sein dürfte) – auch ein Spektrum von Komet C/2017 O1, Schwassmann-Wachmann 1 am 20. Oktober, 2 Monate nach dem letzten Ausbruch, und ein neuer C/2017 T3 (ATLAS), der nächsten Sommer kaum heller als 10 mag. werden dürfte. Auch die hohe Sonnenaktivität im September aus Sicht vieler Satelliten, Amateurbeobachtungen des Crab-Pulsars im Optischen (Teile zwei und drei), wie sich der Bau des ELT anfühlt, welche Faktoren eines Astro-Papers den Impakt bestimmen, Dark Sky in Texas, ein Paper über Licht als Insekten-Sauger an Ufern (auch eine PM und Artikel hier und hier), ebenfalls betroffene Fledermäuse – und das älteste Marine-Astrolabium identifiziert (auch Artikel hier und hier). [21:35 MEZ]


27. Oktober

Das ist der Sonnenschirm des James Webb Space Telescope

(oder Sunshield Subsystem) – zum ersten Mal entfaltet und straff gespannt bei einem Test beim Hersteller. Auch die Selbstjustage der Spiegelsegmente des JWST im Orbit, die Slides zum Bericht über WFIRST („scope and cost are not aligned“ …), eine Hummer-Augen-Optik für ein Teleskop auf der ISS, das vorgeschlagene Transient Astrophysics Observatory (S. 4-5) für u.a. LIGO-Quellen – und der deutsche Röntgensatellit ABRIXAS verglüht bald: Ein Konstruktions-Fehler der Batterie hatte ihn 1999 direkt nach dem Start ruiniert. Ferner Gaia als Spaceweather-Detektor, etwas ESA-Hardware für Luna 27, der berühmte Eisberg jetzt, bald eine Entscheidung über den Termin der 1. SLS-Mission EM-1, die auf 2020 rutschen könnte, Interesse der ESA am Deep Space Gateway beim Mond, eine Milliarden-Investition der Saudis in Virgin Galactic plus eine Rakete, erstaunliche nächtliche Licht-Effekte nach einem russischen Raketen-Test [NACHTRÄGE: hier, hier, hier und hier noch mehr Bilder des Phänomens aus anderen Perspektiven] – und die anstehende große Renovierung des Nat’l Air & Space Museums in DC wird 900 Mio.$ kosten, mehr als viele Raumfahrt-Projekte … [4:15 MESZ]


25. Oktober

Auftritt des Kometen 96P/Machholz heute im Gesichtsfeld von LASCO C3 auf dem Satelliten SOHO (mehr und mehr): Bilder – von unten – um 16:06, 17:06 und 18:30 MESZ; die jeweils 15 aktuellsten gibt’s hier. Auch Polarlicht auf Jupiter von Juno, eine geologische Karte von Europa, die Wiederaufnahme von Curiositys Bohrungen, Indiens zweite Mondmission in der Integration, warum der JWST-Start verschoben wurde, das Aussetzen eines großen Kleinsatelliten und ein neu angekommener Computer für ein Tierbeobachtungssystem auf der ISS, alle vier Galileos für einen Ariane-Start am Platz, ein Feuer auf einem SpaceX-Drohnenboot, die Starts von BEXUS 24 und 25 – und eine Wiederholung eines gescheiterten Ballonflugs mit Teilchen-Detektor. [23:50 MESZ. NACHTRÄGE: Die erste Stunden von Machholz im LASCO-Bildfeld hier und hier, der Anblick am 27.10. früh und der weitere Flug animiert]

Der wohl „erste klare Fall eines interstellaren Kometen“

ist der neu entdeckte Komet C/2017 U1 (PANSTARRS) mit e ~ 1.2, also einer derart hyperbolischen Bahn, dass ein gebundener Orbit um die Sonne kaum vorstellbar ist: „Unless there are serious problems with much of the astrometry listed below, strongly hyperbolic orbits are the only viable solutions.“ Auch erstaunliche akuelle Amateur-Beobachtungen des Neptun mit auffälligem hellem Fleck, die heute beginnende Kickstarter-Kampagne für das eVScope, die hier und hier angekündigt wird, während das Projekt wie auch eine Art Mitbewerber gerade einen Innovationsorden abgestaubt haben – und hier noch mal der gute Zustand von Arecibo nach dem Hurrikan gefeiert wird. [7:15 MESZ] Eine Animation der Bahn des mutmaßlichen Besuchers aus einem anderen Sonnensystem und ein Artikel – und der eVscope-Kickstarter hat bereits binnen Minuten sein Ziel erreicht! Auch wie die Sternwarte Radebeul überraschend ein 60-cm-Teleskop bekommen hat. [17:40 MESZ] Der Kometen-Besucher auf der Hyperbel kommt aus Richtung der Leier. Weitere Artikel hier, hier, hier und hier. Und dieses Blog hat von einer Analyse von Radioastronomen erfahren, die „Planet Neun“ glatt zu widerlegen scheinen … [22:55 MESZ. NACHTRÄGE: eine neue Bahn von A/2017 U1 (kein „C/“ mehr, da nach einer tiefen VLT-Aufnahme völlig inaktiv) und weitere Updates hier und hier sowie unabhängige Analysen hier, hier und hier (alle immer hyperbolisch mit e=1.2), Press Releases u.ä. von IfA, QUB, CfA, ESA und JPL, die Bahn am Himmel in den letzten zwei Jahren, allerlei FAQ, weitere Spekulationen über die Herkunft, rauschige Spektren hier und hier, weitere Animationen hier und hier, Fotos hier (vom Gemini-Teleskop), hier (früher), hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, von diesem Blogger hier, hier, hier, hier und hier – und ein weiterer detailreicher Neptun aus Amateurhand sowie ein Press Release zum Erfolg des eVscope-Crowdfundings]


24. Oktober

Heute vor 100 Jahren hätte man die ersten direkten Hinweise auf Exoplaneten finden können, wenn man dieses damals aufgenommene Spektrum des Weißen Zwergs van Maanen 2 mit heutigem Wissen interpretiert hätte: Der Stern ist nämlich derart mit schweren Elementen verunreinigt, dass er ein Planetensystem besitzen muss. Aber 1917 war noch nicht einmal die Existenz Weißer Zwerge bekannt (van Maanen vermutete einen F-Stern extrem geringer Helligkeit), und es dauerte bis etwa 2007, bis eindeutig verstanden wurde, was hier vorgeht. [20:45 MESZ. NACHTRAG: ein etwas verspäteter aber um so längerer JPL Release dazu (alt.)]


23. Oktober

2017 UJ2: Mini-Asteroid flog 18’000 km an der Erde vorbei

Das amtliche Zirkular kam erst zwei Tage danach heraus: Am 20. Oktober gegen 16:05 MESZ ist der – mit einer Absoluthelligkeit von 31 nur 1 bis 2 Meter große – Asteroid 2017 UJ2 in 18’000 km Abstand am Erdmittelpunkt, also in knapp 12’000 km Höhe an der Erde vorbei geflogen (hinter der Grafik oben eine Animation). Direkt danach verbesserte sich die Sichtgeometrie erheblich, und ein paar Stunden lang müsste er – fast in Opposition – 14. bis 15. Größe gehabt haben; als er Tags darauf schließlich entdeckt wurde, hatte er nur noch 18 mag. Ein anderer Mini-Asteroid könnte übrigens noch näher gekommen sein, aber die Informationen darüber sind nur spärlich. Auch ein Monduntergang mit atmosphärischer Optik am Schluss – und Amateurbeobachtungen des Sternpaares vor der Fusion um 2022, wie im Januar hier und hier und im April in diesem detaillierten Paper vorausgesagt. [23:55 MESZ]

Statistik mit 1 Fall – wieviel Kilonovae hätten Sie denn gern?

Der einzige eindeutige Fall einer Kilonova nach der Fusion zweier Neutronensterne wirft natürlich die Frage auf: Wie häufig kommt sowas eigentlich vor – und wann sehen wir wohl die nächste? Die LIGO-Forscher rechnen (S. 7) aus dem einen Fall GW170817 im Beobachtungslauf 2 und keinem einzigen im Lauf 1 aus, dass es pro Jahr und Giga-Kubik-Parsec 1540(+3200/-1220) Neutronenstern-Verschmelzungen gibt. Das passt auch zur Zahl der in der Milchstraße beobachteten Neutronenstern-Paare – und lässt erwarten (S. 27), dass LIGO & Virgo zwischen 6 und 120 Gravitationswellen pro Jahr von solchen Ereignissen beobachten können sollten, wenn die Detektoren ihre volle Empfindlichkeit erreicht haben. Bzw. während des kommenden Laufs 3 von 2018 bis 2019 zwischen einem und 50: Allerdings ist nur in 0.1 bis 1.4 dieser Fälle auch ein auffälliges Gammaburst-Signal zu erwarten (bzw. später 0.3 bis 1.7 pro Jahr).

Die Wahrscheinlichkeit, nach einem Neutronenstern-Merger etwas im Röntgen-, optischen und Radiobereich zu sehen, könnte allerdings höher sein: Nach dieser groben Abschätzung wird die jährliche Zahl der Detektionen jeweils zwischen etwa 1/50 und 25 liegen. Das wirft wiederum die Frage auf, wieviele solche Kilonovae wohl in den Daten vergangener Himmelsdurchmusterungen verborgen sein mögen – und wie viele künftige automatische Himmelsabtastungen aufspüren dürften. Auch das wurde schon abgeschätzt: In alten Daten ist demnach praktisch nichts zu erwarten (die Gesichtsfelder waren zu klein, die Empfindlichkeiten zu gering, die Bildfolgen zu langsam) aber insbesondere das Large Synoptic Survey Telescope sowie ATLAS und ZTF aber auch der Satellit WFIRST sollten – ohne LIGO-Trigger – 10 bis 60 Kilonovae entdecken, mit kaum Falschmeldungen durch Supernovae. Eine weitere interessante Frage ist, ob der GRB 170817A, der das Gravitationswellensignal begleitete und der für einen kurzen Gammablitz ungewöhnlich schwach war, ein Einzelfall war oder nicht: Ein chinesisches Paper schlägt eine ganze Reihe von möglichen Parallelfällen vor, namentlich den GRB 130603B, zu dem es auch einen vagen Kilonova-Kandidaten gab.

Es sieht aber so aus, dass Neutronenstern-Paar-Fusionen recht unterschiedlich ausgehen können. Und dass hinter jedem kurzen GRB solch ein Ereignis steckt, ist noch nicht einmal klar – es könnten manchmal auch Weiße Zwerge und Schwarze Löcher eine Rolle spielen. Die LIGO-Forscher (s.o.) wiederum schätzen inzwischen ab, dass der Gravitationswellen-Hintergrund aus verschmelzenden Neutronensternen ähnlich stark sein könnte wie der von verschmelzenden Schwarzen Löchern – und die LIGOs sollten ihn in der End-Ausbaustufe tatsächlich „hören“ können. Ansonsten wären da zu GW170817 z.B. noch eine Berechung der Neutronenstern-Fusion und des Produkts (in diesem Fall wieder ein Neutronenstern), noch mehr Berechnungen (schwache Kurz-GRBs, wenn nur Neutronensterne im Spiel, starke wenn ein Schwarzes Loch dabei ist?), das Postulat eines Dreifach-Systems hinter GW170817, bei dem das Neutronenstern-Paar in einer zirkumstellaren Scheibe steckte, die ein überlaufender dritter Stern fütterte, GW17017 als Zerstörer exotischer Dark-Matter-Alternativen – und Insider-Berichte von Magellan und H.E.S.S., wo man aber nichts sah. [22:05 MESZ]


21. Oktober

Zwei Monate sind schon seit der Sonnenfinsternis vergangen

und einer seit der letzten Link-Sammlung dazu (vorangegangene hier und hier und auf den drei Seiten davor): Immer noch kommt täglich was Neues dazu, allmählich auch Wissenschaftlich(er)es. So gibt es einen Vergleich der Korona-Prognose mit der Realität, es gibt Strahlungs-Messungen von RAVAN auf einem CubeSat, die RIT Polarization Imaging Camera wurde bei der SoFi getestet und die Polarisation des Himmelslichts gemessen, das Eclipse Ballooning Project hat schon mal einen Orden bekommen, Hinode sah die SoFi partiell, es gab viel Citizen Science, etwa mit Beobachtungen der SoFi-Reaktionen von Vögeln und Bienen oder Wolken-Statistik. Die öffentlichen Büchereien waren fleißig, es gibt eine große soziologische Studie über die Reaktion der Amerikaner auf die SoFi (die leider vergaß, zwischen partieller und totaler Finsternis zu unterscheiden) – und es gab sogar eine Anhörung(!) über die SoFi im US-Kongress vor dem Joint Subcommittee on Research and Technology and Subcommittee on Space! Darin bei 34:15 ein Korona-Clip von Citizen CATE – mehr zum Hearing hier, hier und hier, ansonsten weitere Berichte und Bilderstrecken von Beobachtern hier, hier, hier (alt., alt. und alt.), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Fotos hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Bilder-Sammlungen hier, hier und immer noch wachsend hier, Videos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Sowie der ultimative Kommentar, SoFi-Jokes vorher und nachher – und was als nächstes kommt. [20:25 MESZ]

Der Schatten von Amalthea auf dem Jupiter, aufgenommen von Juno am 1. September – auch mehr Juno-Erkenntnisse, ein sehr tiefes HST-Bild von 2014 MU69 (nichts in der Umgebung des 2. NewHo-Ziels), ein Manöver des ExoMars TGO beim Aerobraking, was der MRO von Komet Siding Spring sah, Marswolken-Überwachung mit dem Mars Express und seiner Webcam, MAVEN-Erkenntnisse zum Sonnenwind am Mars, eine mögliche elektrische Aufladung der Marsmonde, weitere Analyse der Itokawa-Proben von Hayabusa, eine zweite Missionsverlängerung für Dawn mit erneuter Annäherung an Ceres [NACHTRAG: hier und hier mehr Artikel], wo die Sonde schon einiges herausfand, die Kamera und Laser-Kommunikation der Psyche-Mission, offenbar ausgedehnte Höhlen auf dem Mond – und Aufzeichnungen mehrerer Pressekonferenzen von der Planetentagung DPS 49 diese Woche. Ferner eine Verschiebung des Starts von Euclid wegen Ärger mit einem NASA-Detektor, eine Independent Review von WFIRST (NASA-Antwort und ein Artikel [NACHTRAG: und hier und hier mehr]), wie das JWST gegen künftige Extrakosten abgesichert wird und das HST als Messier-Beobachter. Und schließlich ein Druckabfall während einer Soyuz-Landung im April, der mysteriöse Progress-Sensor, eine weitere EVA [NACHTRAG: mehr Links] und eine kommende Social-Media-Aktion mit der ISS – und langsame Fortschritte in Sachen Deep Space Gateway, während zu Vorsicht gemahnt wird. [16:05 MESZ]

Spektrum: Kleinster Quasimond der Erde ist natürlich

Der kleinste und nächste Quasimond der Erde, der Asteroid (469219) 2016 HO3, ist nicht etwa Raumschrott sondern meteoritischer Natur, haben Beobachtungen mit dem LBT gezeigt: Spektrum und Rotation sind typisch für erdnahe Asteroiden. Derweil ist der kürzliche Erdbesucher 2012 TC4 nach neuer Bahnvermessung dabei von der Liste potenzieller Impaktoren getilgt worden. Auch erste Ergebnisse der Mond-Impakt-Überwachung NELIOTA, Komet C/2017 O1 am 20.10., 19.10., 16.10. (mit dem eVScope: mehr und mehr [NACHTRAG: und ein detaillierter Bericht von dieser Beobachtung]), 14.10. (mehr) und 13.10. sowie die Kometen C/2015 V1 und C/2015 ER61, die Eichung der Mond-Helligkeit, Chi Cygni nahe dem Maximum, ein Versuch, die Aurora-Phänomene Steve & Co. einzuordnen und eine Aurora-Show am 13.10.. So wie das langlebige Observatorium in Kapstadt, der bevorstehende Planetariums-Abriss in Halle, eine Spinne auf dem Chip, letzte Hoffnungen auf La Palma, doch noch das TMT auf die Insel zu holen, Erlebnisse von Astronomen an entlegenen Orten – und die seit 2010(!) vorbereitete Webseite „Astronomie in Deutschland“ ist tatsächlich online gegangen. [2:30 MESZ] Verrückte oder bahnbrechende Idee in der wissenschaftlichen Publizistik? Eine Fachzeitschrift für unfertige astronomische Forschung ist jetzt an den Start gegangen … [15:25 MESZ] … und richtet sich auch an Amateur-Astronomen, die was zu berichten haben! [15:50 MESZ. NACHTRÄGE: Und schon ein erstes Beispiel, was da rein passt! Plus C/2017 O1 von heute früh mit großem und etwas kleinerem Gerät sowie die Lichtkurve. Auch ein paar nette Protuberanzen von heute, während die große September-Fleckengruppe wieder da ist, nun arg geschrumpft – und Chi Cygni nähert sich dem Maximum, wie zuletzt vor einem Jahr. Oh, und die VdS hat einen neuen Vorsitzenden, nach Jahrzehnten]

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Eine Antwort to “Allgemeines Live-Blog ab vom 21. – 31. 10. 2017”

  1. Allgemeines Live-Blog ab dem 3. November | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] vom Satelliten SOHO mit LASCO C3 (3 Items) ist der Komet 96P/Machholz bei seiner diesjährigen Perihel-Passahe auch vom […]

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